Sie sind vermutlich noch nicht im Forum angemeldet - Klicken Sie hier um sich kostenlos anzumelden Impressum 
Saufnix
Sie können sich hier anmelden
Dieses Thema hat 84 Antworten
und wurde 6.424 mal aufgerufen
 Akute Hilfe
Seiten 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6
Artemis70 Offline



Beiträge: 10

05.01.2014 23:40
#16 RE: Fragen zum Entzug antworten

Hallo DerNick und Danke für deine Antwort.

Dass sich meine Beiträge hier so naiv und blauäugig "lesen" verwundert mich etwas. Ich bin in einem Alter, in dem man nicht mehr von weissen Pferden und Prinzen träumt geschweige denn dass ich einen haben möchte. Nicht umsonst schliessen Märchen mit einem Happy End mit dem Satz "und sie lebten glücklich ...". Danach beginnt erst das wahre Leben, nach dem "Happy End". Aber ich bin auch in einem Alter, in dem ich erkennen kann welchen Wert ein Mensch hat und ob es sich lohnt, mit ihm zusammen zu kämpfen.

Ich erwarte auch nicht, dass man mit einem nassen, trockenen oder halbtrockenen Alkoholiker keine Probleme mehr hat - genauso wenig, wie ich erwarte, dass er dann mit mir keine Probleme mehr hat (habe ich das irgendwo angedeutet?). Ich weiss auch, dass es passieren kann, dass er im trockenen Zustand herausfindet, dass unsere Beziehung nicht das ist, was er sich vorstellt und dass dies auch meinerseits passieren könnte. No risk no fun, würde jetzt eine gute Bekannte von mir sagen. Genau so wie mein Partner Ecken und Kanten hat bin auch ich nicht fehlerlos. Aber macht nicht genau das eine Beziehung aus? Dass man sich gern hat auch wenn es hart kommt? Dass man manchmal über die Fehler des anderen schmunzeln kann und sich ein anderes Mal ärgert? Dass man sich auch mal streitet und sich wieder verträgt?

Ja, mein Partner hat ein Alkoholproblem und er wird vielleicht Rückfälle haben und vielleicht wird unsere Beziehung an dieser Belastung zerbrechen. Aber soll ich deswegen jetzt den Kopf in den Sand stecken und mich oder ihn bedauern? Schlussendlich wird die Zeit zeigen, wie es weitergeht und ob wir dieses und andere vorhandene Probleme in den Griff bekommen.

Danke übrigens auch für die Hinweise betreffend Co-Alkoholiker. Darüber habe ich mit dem Herrn auf der Beratungsstelle auch unterhalten, habe entsprechende Literatur darüber gelesen und bleibe diesbezüglich am Ball.

Ach ja, meinem Freund geht es gut und er bekämpft seine Langeweile mit Besuchen im Fitnessstudio wo er auch schon einen seiner Mitkämpfer kennengelernt hat. Morgen früh wechselt er dann von der Klinik in die Therapie, darauf sind wir schon beide gespannt.


grufti Offline




Beiträge: 3.482

06.01.2014 00:50
#17 RE: Fragen zum Entzug antworten

Hallo Artemis70,

ich hatte beim Lesen dieses Threads ähnliche Gedanken wie derNick sie in seinem Beitrag beschreibt.

"Dass sich meine Beiträge hier so naiv und blauäugig "lesen""

Naiv und blauäugig trifft es glaube ich nicht ganz. Aus meiner Sicht ist es mehr dein Glaube, du könntest deinem Freund aktiv helfen, der mich stutzen läßt. Nicht falsch verstehen, natürlich ist es löblich (:zwinker1 und toll, dass du zu deinem Partner stehst und zu ihm hältst. Aber beim Alkoholismus ist das so eine Sache:

"Dein Freund hat bereits vor einem Monat gesagt, dass er alles nur auf sich nimmt, um dich nicht zu verlieren. Das ist eine schlechte Ausgangsposition,..."

So ähnlich sehe ich das auch. "schlecht" ist vielleicht etwas hart ausgedrückt, aber am besten gelingt die Trocknung erfahrungsgemäß, wenn der Trockenwillige es für sich selbst und für niemanden anders tut. Immerhin, er hat die Therapie angetreten, das ist schon mal ein wesentlicher Schritt, der nicht selbstverständlich ist.

Aktiv helfen kannst du ihm zur Zeit kaum. Es beginnt jetzt bei ihm ein anstrengender Prozeß, da braucht er alle Kraft für sich und seinen Weg in eine zufriedene Trockenheit.

Übrigens ist es bei stationären Therapien üblich, dass man die ersten ein oder zwei Wochen nur in Ausnahmefällen telefonieren darf und tunlichst auch keinen Kontakt zu seinen Angehörigen haben sollte. Auch diese Regel spricht Bände und hat, auch wenn man es anfangs kaum glauben mag, seinen Sinn.

Das Forum ist ja voll von Geschichten wie der euren und ich habe eben überlegt, welche da für dich zum Lesen passen könnte.

Und da ist mir die Luzie eingefallen. Sie hat einige Jahre hier intensiv geschrieben.

Die Geschichte beginnt hier:


und erstreckt sich über viele Threads. Die findest du, indem du in den jeweiligen Forenbereich gehst, also z.B. Ko - Abhängigkeit / Angehörige von Abhängigen und die Liste der Threads dort nach Autor ordnest (durch Klicken auf die Überschrift "Autor" der jeweiligen Spalte).

Die Luzie hat sehr offen alle ihre Höhen und Tiefen gepostet. Leider ist, soweit ich in Erinnerung habe, die Beziehung letztendlich zerbrochen.

Es gibt aber natürlich auch andere Beispiele, z.B. meine eigene. Wir sind 7 Jahr nach meiner Therapie immer noch beisammen, und auch wenn nicht immer alles Friede Freude Eierkuchen ist, besser als vor der Therapie ist es allemal.

Dass es bei euch auch so kommt, wünsche ich dir von Herzen.

Liebe Grüße vom Grufti!
Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden (Mark Twain)


Artemis70 Offline



Beiträge: 10

06.01.2014 02:00
#18 RE: Fragen zum Entzug antworten

Hallo Grufti und auch Danke für deine Antwort.
Schieb mal Nachtschicht, hab ja noch einen Tag frei.

Ich will meinem Partner nicht aktiv helfen - was genau meinst du damit? Ich möchte ihn auf seinem Weg begleiten und ihm dann Stütze sein, wenn er mich braucht. Ich nehme ihm nichts ab, er muss seine Wege in diese Richtung gehen, aber er muss sie nicht alleine gehen. Er braucht diesen einen Halt.

Was ist denn ein guter Grund, mit dem Alkohol aufzuhören? Wenn einer ganz am Boden liegt und wieder aufstehen möchte, ja das habe ich gelesen. Wenn einer fix und fertig ist, krank, keinen Job, kein Geld, keine Familie und Freunde mehr hat - alles gute Gründe. Aber ich meine, dass es auch ein guter Grund ist wenn man merkt, dass die Partnerin/der Partner und der Alkoholsucht leidet. Ich habe nie zu ihm gesagt: hör jetzt damit auf sonst verlasse ich dich. Er hat es gespürt, dass ich damit nicht auf Dauer leben kann und hat somit seinen Entschluss getroffen. Er hat es erst alleine versucht und hat dann gemerkt, dass er Unterstützung braucht. Ihm dann einen kleinen Schubs zu geben in Form der Telefonnummer des Sozialdienstes rechne ich mir im Moment nicht als aktive Hilfeleistung an. Er musste das Telefon in die Hand nehmen und dort anrufen und er hat es gemacht. Er musste auch selber zur Ärztin fahren und sich alleine in der Klinik vorstellen. Ich habe weder gedrängt noch sonst Druck gemacht. Ist es dann nicht seine eigene Entscheidung gewesen? Wenn er es nicht gewollt hätte - er hätte die Wahl gehabt. Und ich habe es ihm nie leicht gemacht. Ich habe ihn nicht verleugnet, hab ihn nicht kontrolliert, habe weder sein Leergut entsorgt noch seinen Alkohol weggeschüttet. Ich habe sein Verhalten oder seinen Alkoholkonsum nie entschuldigt oder schöngeredet. Ich hab auch nicht mein Leben nach ihm ausgerichtet oder auf irgendwas verzichtet. Ich spreche an, wenn mich etwas stört oder ich etwas nicht gut finde - das macht er übrigens auch - da hätte er es auch einfacher haben können. Ich bin ja nicht die einzige Frau hier im Umkreis und er sieht gut aus, da hätte er leicht eine andere finden können. Übrigens habe ich seine Alkoholsucht weder verursacht noch unterstützt weswegen die Therapeuten auch der Meinung sind, dass ich zur Aufarbeitung der "auslösenden Probleme" nicht viel beitragen kann.
Ach ja: Er hat vor vielen Jahren aufgehört zu rauchen (3 Schachteln am Tag), weil er sonst sein Haus verloren hätte. Ist dann das Haus ein besserer Grund als ein Partner, den man liebt?

Übrigens ist das hier nicht so mit der Telefon- und Besuchssperre. Er darf auch am 2. und 3. Therapiewochenende für eine Nacht nach Hause, weil er lernen soll, in seiner gewohnten Umgebung zurecht zu kommen. Das hat er selber auch schon gemerkt: in der Klinik ist man weg von allem, das lenkt den Gedanken nicht so leicht darauf, dass was fehlen könnte.

So, ich geh jetzt doch mal schlafen, deine Leseempfehlung werde ich mir dann ausgeschlafen mal anschauen.

Gute Nacht.


Mary61 Offline




Beiträge: 6.128

06.01.2014 08:12
#19 RE: Fragen zum Entzug antworten

huhu artemis

manchmal weiß man dinge, weil man sie gehört oder sogar gelernt hat,
aber man versteht sie nicht.
ich zb, wußte recht lange das ich ein alkproblem hatte,man hatte mich mit der nase draufgestoßen und ich habe mich kundig darüber gemacht, war über die krankheit belesen.
ich war einsichtig und wußte bescheid ....
aber ich verstand nicht und handelte auch nicht so

paradox , aber viele trockene haben es so erlebt.

manchmal denke ich das co`s garnicht mal so viel anders ticken als die abhänigen selber.
dieses verhaltensmuster beobachte ich bei den co`s auch immer wieder mal.

ich habe das gefühl du bist von nick und grufti leicht genervt.
die wollen dir etwas erzählen und klar machen was du schon weißt.
aber deine verhaltensweise ist immer noch die eines vollblut-cos.`
dazu mußt du garnicht zwingend deinem partner "aktiv" helfen,
es reicht schon das du dir seine sorgen und seinen kopf machst ....

Zitat
Gepostet von Artemis70
....... Bisher geht es ihm sehr gut und die (hauptsächlich von mir) befürchteten Entzugserscheinungen sind ausgeblieben.......[/b]



ich möchte dir nichts einreden, aber vielleicht solltest du dich nicht so viel in seinem kopf spazieren gehen.
das ist mit sicherheit gut und liebevoll gemeint
und sich um einen geliebten menschen zu sorgen ist ja etwas positives,
aber grade beim ausstieg aus der verdammten sucht, ist es überlebenswichtig für den betroffenen
die verandwortung für sich selber wieder zu übernehmen!

und das komplett ohne kompromisse!

wenn du ihn jetzt wirklich helfen willst, überlass ihn die verandwortung für sein leben, sein handeln und seiner gedanken selber.
und wie ich persönlich finde, am allerwichtigsten!
sei kein grund, auch kein guter !!!



Zitat
Gepostet von Artemis70
..........Was ist denn ein guter Grund, mit dem Alkohol aufzuhören? Wenn einer ganz am Boden liegt und wieder aufstehen möchte, ja das habe ich gelesen. Wenn einer fix und fertig ist, krank, keinen Job, kein Geld, keine Familie und Freunde mehr hat - alles gute Gründe. Aber ich meine, dass es auch ein guter Grund ist wenn man merkt, dass die Partnerin/der Partner und der Alkoholsucht leidet. [/b]



ich weiß, du findest das herzlos und kalt.

das er sich für eure beziehung entschieden hat ist fantastisch und das er sie mit dir nur weiterführen kann wenn er etwas für sich tut weiß er.
das ist auch alles richtig und soweit auf einem guten weg.

trotzdem darf er seinen trockenen weg nicht für dich gehen.
du übernimmst damit die verandwortung für seine abstinenz
und das wird dauerhaft nicht funktionieren.

natürlich darfst du ihm eine stütze sein, aber er darf sich nicht so viel auf diese stütze stützen, das er ohne sie hinfällt.

sein "guter grund" MUß in erster linie er selber sein.

klar ist das nicht so romantisch ... und es ist schon ganz schön fieß von mir zu sagen das du mit deiner liebe ihm nicht nur gutes tust.
er muß aber auch ohne deine liebe laufen können, ...
sonst ist er immer gefährdet und er wird es schwer haben eine dauerhafte zufriedenheit (die in ihm ruhen sollte um stabil zu sein) zu erreichen.

wenn er gute gründe braucht um nicht zu trinken
sind die guten gründe um zu trinken auch nicht weit.

solange du ihm nicht auf augenhöhe begegnest...

(und das tust du nicht wenn du mal ganz erlich zu dir selber bist)

...bleibst du in der co rolle.
am meißten hilfst du ihm wenn du diese ablegst.
dazu gehört aber auch das du kein grund bist und ihm seine verandwortung in keiner lebenslage abnimmst und ihn nicht vor sich selber schützt.

ich weiß, das ist nicht das was du lesen möchtest
und vielleicht kannst du das wohlwollende in meinen worten nicht erkennen.
wie du bisher gehandelt hast, war ja auch richtig.
du hast in vielen dingen toll und vorbildlich reagiert.
der erfolg ist ja auch da,
aber nun wäre es an der zeit die rollen neu zu überdenken
und genauso wie er nun für sich etwas tut,
könntest du jetzt auch für dich sorgen.

ihr müßt garnicht für den jeweils anderen euer leben in den griff bekommen,
wenn sich jeder auf seine eigenkompitenz besinnt und bei seiner eigenverandwortung bleibt,
kann das eurer beziehung langfristig nur gut tun
und euch beiden helfen nicht nur einander wertzuschätzen
sondern auch sich selber nicht zu verlieren.

--------------------------------------------------------------------------------------------------- "Begehe nicht den Fehler, nicht zwischen Persönlichkeit und Verhalten zu unterscheiden.
Meine Persönlichkeit ist wer oder was ich bin.....
..... Mein Verhalten hängt davon ab wer du bist."


grufti Offline




Beiträge: 3.482

06.01.2014 10:08
#20 RE: Fragen zum Entzug antworten

"Ihm dann einen kleinen Schubs zu geben in Form der Telefonnummer des Sozialdienstes rechne ich mir im Moment nicht als aktive Hilfeleistung an. Er musste das Telefon in die Hand nehmen und dort anrufen und er hat es gemacht. Er musste auch selber zur Ärztin fahren und sich alleine in der Klinik vorstellen. Ich habe weder gedrängt noch sonst Druck gemacht. Ist es dann nicht seine eigene Entscheidung gewesen? Wenn er es nicht gewollt hätte - er hätte die Wahl gehabt. Und ich habe es ihm nie leicht gemacht. Ich habe ihn nicht verleugnet, hab ihn nicht kontrolliert, habe weder sein Leergut entsorgt noch seinen Alkohol weggeschüttet. Ich habe sein Verhalten oder seinen Alkoholkonsum nie entschuldigt oder schöngeredet. Ich hab auch nicht mein Leben nach ihm ausgerichtet oder auf irgendwas verzichtet."

Damit hast du vielen anderen Angehörigen eine ganze Menge voraus.

Liebe Grüße vom Grufti!
Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden (Mark Twain)


vicco55 Offline




Beiträge: 2.562

06.01.2014 10:27
#21 RE: Fragen zum Entzug antworten

Guten Morgen zusammen,

so langsam krieg ich die Krise. Da wird der Artemis immer noch einen drauf gesetzt, ihr nochmal eins übergestülpt.

Es reicht doch meiner Meinung nach, kurz und knackig 'ne Ansage zu machen, paß auf, da und da liegen Fallstricke, das und das kann uU problematisch werden. Stattdessen kommst Du Mary wieder mal mit Deiner Spökenkiekerei und Unterstellungen. So ala: Ich will Dir ja nichts einreden, aber Du tust und machst und blafasel... D.h. Du nimmst an, Du weißt, Du urteilst.

Im übrigen weise ich dezent darauf hin, daß ich vor nunmehr über 17 Jahren wegen des Ultimatums meiner Frau den Einstieg in den Ausstieg gefunden habe. Klar muß da dann a bisserl mehr kommen als die Angst, die Frau zu verlieren. Aber als Einstieg reicht es in meinen Augen allemal. Eins nach dem anderen. Jemanden, der die ersten Schritte Richtugn Gipfel macht, vorzuwerfen, er hätte den Vorgipfel noch nicht erreicht, bzw. warum er denn noch nicht die Steigeisen anhätte, obwohl er sich ja noch unten im Wald befindet.

Ich habe ja leider im realen (Gruppen-)Leben auch die Tendenz, andere zuzutexten, bzw. mich als allwissender Guru aufzuführen. Vielleicht reagiere ich deswegen grad so angefressen.

Gruß in den Feiertag hinein
Viktor

Grufti


vicco55 Offline




Beiträge: 2.562

06.01.2014 10:59
#22 RE: Fragen zum Entzug antworten

Mach mal die Ingrid, da die Editfunktion nicht mehr geht:
Habe die Moral von det Janze vergessen:
Jemanden, der die ersten Schritte Richtugn Gipfel macht, vorzuwerfen, er hätte den Vorgipfel noch nicht erreicht, bzw. warum er denn noch nicht die Steigeisen anhätte, obwohl er sich ja noch unten im Wald befindet, ist nicht nur Schmarrn, sondern kann genau das Gegenteil bewirken: nämlich Resignation.

Noch im morgendlichen Rebooting
Viktor


DerNick Offline



Beiträge: 641

06.01.2014 12:46
#23 RE: Fragen zum Entzug antworten

Moin Artemis,

ha ja - da hast du wohl recht, ich habe nachgelesen: mein Text klingt tatsächlich so,als ob ich dich nicht als erwachsenen Menschen mit einer guten Portion gelebten Lebens auf dem Buckel wahrnehmen könnte. Shame on me! Der kleine Frühstückspolterer von Vicco hat mich wieder drauf gestoßen, dass ich beim Thema Alkabhängigkeit und Co-Problematik in diesem Forum und bei relativ Neuen immer die Neigung habe, übers Ziel hinauszuschiessen. Meistens drehe ich mich dann um, manchmal sogar für ein paar Jahre, schweige stille und tapere seitwärts aus dem Bild. Manchmal sind die Finger aber schneller als der Cerebral (bei Vicco war's heute der Cerberal). Also nochmal, liebe Artemis: so war das mitnichten gemeint. Ein Übermaß an Sorge, wohl auch oft Erlebtes, hat mich zu meiner womöglich tatsächlich "guruhaften" Wortwahl getrieben - das ist keine gute Basis für ein Gespräch unter Erwachsenen. Ich kann deinen Einwand gut verstehen.

Vicco sagt's: es gibt Haken und Ösen bei der Coabhängigkeit, über die man sich selbst (und Fachleute) befragen sollte, um nicht allerlei jahrtausendealte Fehler immer wieder selber zu erfinden. Denn klar ist auch: was auch immer den ersten Schritt zu einer positiven Änderung auslöst - wenn er getan wird, war's ein Anfang - und vielleicht zu einer wunderbaren Geschichte.

Schön, wenn du an seiner Seite bleibst (und hier drin auch) - als die, die du bist. Alles weitere wird sich eh' finden.

AbNick

--------------------------------------
Meine Religion ist die Freundlichkeit.


malo Offline




Beiträge: 1.684

06.01.2014 21:36
#24 RE: Fragen zum Entzug antworten

jo, hat sich schon was mit dem co-dasein...
aber davon hab ich höchstens theoretische ahnung...

als bei seiner trocknung von seiner frau aktiv unterstützter alkoholiker mag ich aber
aus eigener erfahrung etwas dazu tun...

einen grund sich auf den weg zu machen braucht jede/r...
sei es aus ekel vor sich selbst,
aus angst die familie zu verlieren oder..oder..oder... letztendlich schietegal, hauptsache
der erste schritt wird getan...bei mir war's die angst vor dem jobverlust...
von anfang an stand meine frau mir zur seite und bestärkte mich darin,etwas zu ändern...abgesehn
davon, dass ich selbst in die hufe kommen musste, gab mir ihr beistand die sicherheit das richtige
zu tun...auch wenn ich noch gar nicht wusste, wo drauf ich mich einlassen musste, um mein ziel
trocken zu werden zu erreichen...

-wobei ich aus heutiger sicht den weg als das ziel ansehe, aber das ist eine andere geschichte-

von anfang an während meiner therapie-es bestand kein kontaktverbot-hatte ich jeden
abend telefonischen kontakt zu meiner frau...alles von mir tagsüber erlebte,
wurde erzählt, diskutiert und so nochmal gemeinsam reflektiert...zusätzlich besuchte sie
mich zweimal die woche zu ausgedehnten spaziergängen
am deich und der schönen nordseeküste entlang...bei diesen gelegenheiten wurden
viele verletzungen und konflikte aus der saufzeit angesprochen und offen gelegt...
war ne schwierige nummer damals, aber es entstand zu der zeit eine plattform auf der
vertrauen und zuversicht wieder wachsen konnten...auch nach der therapiezeit setzte sich
der gemeinsame weg fort...wir besuchen seitdem unsere gruppe, wobei wir immer darauf achten,
beim aufteilen in kleingruppen nicht einer gemeinsam zu landen...schließlich will auch jeder
für sich alleine etwas tun und der andere muss ja nicht alles wissen...
bis heute versäumen wir es selten uns beim gemeinsamen abendessen über unseren
tag auszutauschen und wie es uns dabei ergangen ist...

ich weis nicht wie es geworden wäre wenn ich weit weg von zu hause eine therapie gemacht
hätte mit kaum kontakt zu meiner frau...

aber ist auch müßig drüber zu spekulieren...

DENN: "wär de katt 'n koh, haan wi melk"

(für die bazis...hallo victordie hochdeutsche übersetzung:grins2
"wäre die katze eine kuh, hätten wir milch"


@victor:was für einen verdammten feiertag hattet ihr denn schon wieder, ich hab heute schwerst malocht...

lg malo

wer jeden tag kämpft
muss eines tages verlieren


vicco55 Offline




Beiträge: 2.562

06.01.2014 22:02
#25 RE: Fragen zum Entzug antworten

Tja Malo, wer ko, der ko. Dreikönig war heute. Mir eh wurscht, bin ja Rentner inzwischen, habe jeden Tag Feiertag. Sehe ich da Neid in Deinen Augen

Gruß nach Norden
Viktor


Sorry Artemis fürs OT


Jetzisabergut Offline




Beiträge: 2.533

07.01.2014 02:00
#26 RE: Fragen zum Entzug antworten

Hey.

Ich denke, Artemis, Deine Denkweise ist ok.

Es ist erkannt und wird behandelt.

Und vicco hat schon Recht!

Es ist schon daneben, wenn ich Dir jetzt zu Deinen Hoffnungen und positiven Gedanken schreibe,was alles noch sein könnte und Deinen Freund hier unbekannterweise in ein anderes Licht rücke.
Ich glaube,so etwas tut man nicht,sorry also...

Ich möchte noch auf Eines hinweisen:

qualifizierter Entzug über 3 Wochen ist eigentlich keine Therapie -im Sinne einer Entwöhungstherapie.

Qual. Entzug ist der medizinische Entzug vom Suchtmittel,unter Klinikbedingungen und die Vorstufe/Analyse/Vorbereitung zu einer nachfolgenden Entwöhungstherapie.
Der Patient erfährt dort,was für Therapieformen und welche in Frage käme.(Gern gesehen wurde es immer, wenn Jemand innerhalb dieser 3 Wochen den Antrag für eine LZT stellte:gruebel.

Entwöhnunstherapie geht meist über 12 oder 16 Wochen,wird vom Rententräger bezahlt.
Dort wird mehr in der Tiefe "gegraben" -sofern man es zuläßt- und nach Lösungen gesucht.

Viele schaffen es wohl auch,nur durch stationären Entzug, dauerhaft trocken zu bleiben-sehr oft unter Mithilfe des Lebenspartners/der Familie.

Würde mich interessieren, ob so eine LZT dort mit Deinem Freund überdacht wird.
Also,berichte gerne weiter,wenn Du magst.

LG Peter

_______________________________________________
Ich bin,wie ich bin,die Einen kennen mich,die Anderen können mich....
C.Adenauer


Jetzisabergut Offline




Beiträge: 2.533

07.01.2014 02:03
#27 RE: Fragen zum Entzug antworten

Zitat
Gepostet von vicco55
Guten Morgen zusammen,

so langsam krieg ich die Krise. Da wird der Artemis immer noch einen drauf gesetzt, ihr nochmal eins übergestülpt.

Es reicht doch meiner Meinung nach, kurz und knackig 'ne Ansage zu machen, paß auf, da und da liegen Fallstricke, das und das kann uU problematisch werden. Stattdessen kommst Du Mary wieder mal mit Deiner Spökenkiekerei und Unterstellungen. So ala: Ich will Dir ja nichts einreden, aber Du tust und machst und blafasel... D.h. Du nimmst an, Du weißt, Du urteilst.

Im übrigen weise ich dezent darauf hin, daß ich vor nunmehr über 17 Jahren wegen des Ultimatums meiner Frau den Einstieg in den Ausstieg gefunden habe. Klar muß da dann a bisserl mehr kommen als die Angst, die Frau zu verlieren. Aber als Einstieg reicht es in meinen Augen allemal. Eins nach dem anderen. Jemanden, der die ersten Schritte Richtugn Gipfel macht, vorzuwerfen, er hätte den Vorgipfel noch nicht erreicht, bzw. warum er denn noch nicht die Steigeisen anhätte, obwohl er sich ja noch unten im Wald befindet.

Ich habe ja leider im realen (Gruppen-)Leben auch die Tendenz, andere zuzutexten, bzw. mich als allwissender Guru aufzuführen. Vielleicht reagiere ich deswegen grad so angefressen.

Gruß in den Feiertag hinein
Viktor

Grufti





Ja,Ja, gib ihr,gib ihr-ich trau mich ja sowas niemals nie nich!

_______________________________________________
Ich bin,wie ich bin,die Einen kennen mich,die Anderen können mich....
C.Adenauer


Ilo132 Offline




Beiträge: 1.442

07.01.2014 08:13
#28 RE: Fragen zum Entzug antworten

Das hab ich hier gelesen:

Zitat:
aber deine verhaltensweise ist immer noch die eines vollblut-cos.`
dazu mußt du garnicht zwingend deinem partner "aktiv" helfen,
es reicht schon das du dir seine sorgen und seinen kopf machst ...."



Dazu möchte ich folgendes sagen:
Ich sehe das nicht so.Ich glaube wenn man jemand liebt macht man sich Sorgen und einen Kopf drum ,wenn derjenige krank ist oder Probleme hat.
Warum sollte das bei Alkoholismus anders sein?
Es ist doch völlig normal das man sich Gedanken macht ,wenn einen der andere nicht egal ist.
Ich bin da sehr froh drüber das es sowas gibt.
Das zeigt mir das es in unserer sonst so kalten Welt auch ein Miteinander gibt.
Und ich bin überzeugt das dieses Gefühl man steht nicht alleine da ,vielen Alkoholikern hilft(wie übrigens jedem Menschen)

Artemis ich finde deine Aussage das du deinen Partner begleitest gut.Und ich glaube das dies für deinen Partner auch wichtig ist (selbst bei einem Rückfall)
Vorausgesetzt man liebt sich/man ist sich wichtig.
Ich denke wenn dies nicht so wäre dann könnte man diese Unterstützung auch nicht so leisten.

LG Ilo

Der Tag strahlt
in den schönsten Farben,
es duftet nach Leben,
und die Luft
schmeckt nach Glück.

Lieblingsspruch von der kleinen Ilo


Galini Offline



Beiträge: 1.686

07.01.2014 09:17
#29 RE: Fragen zum Entzug antworten

Ilo,

Wer ein WOFÜR im Leben hat
der kann fast jedes WIE ertragen....

Friedrich Nietzsche


*ich* ( gelöscht )
Beiträge:

08.01.2014 19:44
#30 RE: Fragen zum Entzug antworten

immer noch finde ich, ists zu wenig individuell, wenns um richtig oder falsch geht etc.; lehrbuchmäßig aus dem 'altertum' stammend sind alkis dumme versager denen man sagen muss, was sie zu tun haben, darüber hinaus den dummen, die versuchen zu helfen... hört sich sarkastisch an, aber ich mein das ernst. Wir sind uns doch darüber alle einig, dass alkoholismus viel früher einsetzt, als das jemand ein willenloses erbärmliches etwas ist und von daher ist es heute nicht mehr zeitgemäß (und war früher auch schon nicht richtig) etwas aufzuwingen oder doktrieren. ich meld mich hier, weil ich ein gegner der harten tour besonderer art bin. Wenn ich im Umkreis von Alkis Entscheidungen treffen muss, die für meine Lebensqualität notwendig sind, dann ist das indiskutabel i.O.. Wenn ich jemandem einfach nur zeigen möchte oder muss, so hat man mit dir keine Lust, ist es mein gutes Recht und der andere fängt vielleicht an für sich nachzudenken... en menschen einfach abzuschreiben, ihn fertig zu machen und zu hoffen, dass er sich dann dagegen aufbäumt und dadurch der knacks kommt ist für mich ne Frau, ne vermeintliche Hexe, die verbrannt werden soll, weil sie andere Ansichten und Lebenswege hat...

Ich muss niemanden fallen lassen, um kein Co zu sein, es reicht wenn ich Grenzen setze, die ich brauche, um selber klar zu kommen ...und die Vernunft, dem anderen sein Leben zu lassen, Hilfe anbieten zu eigenen akzetablen Bedingungen, wenn er sie nich möchte bleibts dabei und ändert sich nie, für sich selbst sorgen...


Seiten 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6
«« HIer bin ich
Rückfall »»
 Sprung  
disconnected Saufnix-Chat Mitglieder Online 1
Xobor Einfach ein eigenes Forum erstellen