Sie sind vermutlich noch nicht im Forum angemeldet - Klicken Sie hier um sich kostenlos anzumelden Impressum 
Saufnix
Sie können sich hier anmelden
Dieses Thema hat 172 Antworten
und wurde 15.630 mal aufgerufen
 Deine eigene Alkoholkarriere
Seiten 1 | ... 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12
marimba Offline




Beiträge: 908

16.10.2018 07:52
#166 RE: Mein Werdegang zum Alkohiliker - Reflexionen antworten

Zitat von F10 2 im Beitrag #164
Ich bezog mich auch nicht auf dein Posting

Das war mir nicht ersichtlich und ich wollte dir im späteren Verlauf meiner Erwiderungen auch nicht auf die Füsse latschen.

Dank des von Angler1975 verlinkten Vortrags… (Danke dafür!)
Zitat von Angler1975 im Beitrag #160
https://www.youtube.com/watch?v=RZOvkteXrgc

Titel: Was können wir von Suchtkranken lernen, die ohne fremde Hilfe abstinent geworden sind ?

…verstehe ich auch deine Argumentation und warum du dich oft so sehr über bestehende Strukturen und das Selbstverständnis, das in der Suchthilfe mancherorts zu herrschen scheint, aufregst besser.
In dieser Hinsicht fand ich den Vortrag sehr erhellend.

Die Maus steht für den inner groove, für ne einwandfreie Sache, für den Wunsch, daß es einen so richtig erwischt.
aus Koppstoff von Feridun Zaimoglu


F10 2 Offline




Beiträge: 4.416

16.10.2018 08:17
#167 RE: Mein Werdegang zum Alkohiliker - Reflexionen antworten



Hier mal zum kurzklicken. Statt Linkkopie etc.

Bei PD H-J.Rumpf haben wir als CliC- Team an der Weiterbildung " Motivational Interviewing (2 Tage intensiv) teilgenommen.

War Klasse.

Allerdings hat Selbsthilfe im Ganzen im Team der Forschung der UNI Lübeck nicht den notwendigen Stellenwert. Dieses hat seine Ursachen in der Weigerung der ("alten" Selbsthilfe) Daten bereit zu stellen oder überhaupt auf die Idee zu kommen, miteinander zu kommunizieren....

Im Team der UNI auch Gallus Bischof, der u.a das CRAFT Modell (mit)entwickelt hat ==>
CliC hier für CRAFT

_____________________________________________________________________________________
Wer nach vorne kommen will, muss Regeln brechen. Wer innovativ sein will, muss Konventionen missachten. Wer Kreatives schaffen will, muss Bestehendes vergessen.


2 Mitglieder finden das Top!
Julia Offline



Beiträge: 425

16.10.2018 08:28
#168 RE: Mein Werdegang zum Alkohiliker - Reflexionen antworten

“Jetzt könnte ich den Umkehrschluss ziehen und sagen, LZT und SHG brauchts dann ja gar nicht”

Natürlich braucht es die und dieser Umkehrschluss wäre absurd. Weil manche Menschen/Süchtige allein trocken werden (wollen), heisst ja nicht, dass LZT und SHG nicht wirksam wären. Das ist ja gut untersucht und wir kennen viele, für die das genau der richtige Weg in die Remission war.

Daraus zu schließen, dass dies der einzig wirksame Weg ist, ist halt schlicht unsinnig. Und dass Leute sich mit Selbstremmission nicht reflektieren, ist Humbug. Wer von allein trocken wird, reflektiert sich hochgradig selbst. Ich verstehe, wenn du schreibst, was die Therapie dir alles ermöglichte (unter Leute kommen, raus aus er Bude, in der du vegetiert hast etc.) Bei mir war es so, dass ich wusste, dass ich alles verlieren werden, wenn ich nicht aufhöre. Meinen Partner, meine Gesundheit, meinen beruflichen Status, meine Anerkennung, meine Freude usw. Es war völlig klar, dass der Ausstieg mir mein sehr sehr gutes Leben zurückbringt, das ich gerade zerstörte. Daher war auch fertig mit Rumeiern. Menschen mit diesen Motiven können allein trocken werden. Ich wünsche mir einfach, dass das anerkannt wird und dass wir daraus was lernen für künftige Therapieformen.

Ich würde mich sehr freuen, wenn man mehr von Leuten lesen könnte, denen die Selbstremmission gelungen ist. In Büchern, Blogs etc. Das von Angler gepostete Video ist sehr aufschlussreich.

Wie gesagt, es geht nicht um ein gegeneinander Ausspielen der unterschiedlichen Wege aus der Sucht, sondern um das Anerkennen deren Evidenz.

********
"Leben allein genügt nicht, sagte der Schmetterling. Sonnenschein, Freiheit und eine kleine Blume muß man auch haben".
(H.C. Andersen)


3 Mitglieder finden das Top!
newlife Offline



Beiträge: 3.897

16.10.2018 09:51
#169 RE: Mein Werdegang zum Alkohiliker - Reflexionen antworten

hat bestimmt sehr viel mit der Eigendynamik der Suchtentwicklug zu tun und den immer mehr schwindenden eigenen Kräften, ob so etwas funktionieren kann. Zudem auch damit, welche soziale Komponenten noch vorhanden sind und was sie dir (noch) bedeuten. Ich muss mir das Video heute abend mal ansehen, hatte gestern nimmer die Muse dazu.

Ich erinnere mich schon an so manche Denkvorgänge, wo ich schonmal zu mir sagte, dass saufen scheisse ist. Jedoch gings mir mit Stoff scheisse, ohne Stoff aber ebenso. Dann hab ich manchmal nur das Suchtmittel getauscht, oder was auch immer. So wirklich Land gesehen hab ich einfach nicht mehr und es wurde mir dann zunehmend auch egaler.

Jetzt muss es aber einen Punkt der Erkenntnis geben, der irgendwo dazwischenliegt. Der zum Aufhören motiviert und du es auch aus deiner Kraft noch schaffen kannst. Vielleicht hängt sowas auch nur mit der eigenen Konditionierung zusammen. Da hab ich jetzt auch niemand, mit dem ich mich mal real bei mir zu Hause austauschen könnte.


Julia Offline



Beiträge: 425

16.10.2018 11:43
#170 RE: Mein Werdegang zum Alkohiliker - Reflexionen antworten

Sucht bei Ärzten und Ärztinnen, interessantes Interview, Klick hier

********
"Leben allein genügt nicht, sagte der Schmetterling. Sonnenschein, Freiheit und eine kleine Blume muß man auch haben".
(H.C. Andersen)


Romy Offline



Beiträge: 89

16.10.2018 11:46
#171 RE: Mein Werdegang zum Alkohiliker - Reflexionen antworten

Am Anfang stand bei mir die Erkenntnis, dass es so nicht weitergehen kann.
Ich war verzweifelt, weil ich auch dachte, es evtl. doch allein zu schaffen Pustekuchen!
Mir ging es immer mieser. Alle Lebensfreude war dahin. Aber ich schaffte es nicht allein.

Habe mich dann an meine Hausärztin gewandt. Von da an ging alles sehr schell.
Als 1. Entgiftung, insgesamt war ich "nur" 3 1/2 Wochen in der Klinik. Also keine LZT.
Danach eine Psychotherapie; keine SHG.
Das alles hat mein Leben gerettet.

Für den einen ist dieses, für den anderen eben jenes hilfreich. Muss jeder für sich selbst herausfinden. (Viele Wege führen nach Rom)

Das Video muss ich mir auch noch unbedingt angucken, hab´s noch nicht geschafft.

Liebe Grüße
Romy

Beklage nicht, was nicht zu ändern ist, aber ändere, was zu beklagen ist.
(William Shakespeare)


1 Mitglied findet das Top!
newlife Offline



Beiträge: 3.897

16.10.2018 17:36
#172 RE: Mein Werdegang zum Alkohiliker - Reflexionen antworten

Habs gerade angesehen. Jetzt hab ich bloß nen Gedankengang gehabt, dass diese Personengruppe womöglich die Mehrheit stellt und das stimmt wohl auch noch, wenn man berücksichtigt, dass das Hilfesystem nur einen geringen Bruchteil der Abhängigen erreicht.

Zu den Auslösern hätte ich gerne noch mehr gehört, aber es gibt natürlich tief einschneidende Ereignisse und je nach Wahrnehmung beim Betroffenen wirkt sowas auch. Ob ne Behandlung dann stattfindet oder nicht, ist bei einigen bestimmt zweitrangig.

Für mich kann ich schon auch sagen, dass ein entsprechender Druck vom Arbeitgeber durchaus ne einschneidende Wirkung hinterlassen hatte. Ich wollte eben meinen Job behalten, mein letztes und einziges soziales Glied, was ich hatte. Und nicht zuletzt war ich mir selbst wohl auch noch was wert, auch wenn ich es zunächst nicht sah.

In unserer SHG haben wir eine Person nach einem Rückfall aufgenommen. Aber nach einem, der nach 14 Jahren Abstinenz und Selbstremission passiert ist. Der Teilnehmerin waren SHG bis dato nur vom Hören bekannt. Fand ich absolut stark und die Leistung hab ich in der Gruppe auch gewürdigt.

Vielen Dank Angler für das Video.


Angler1975 Offline



Beiträge: 175

16.10.2018 18:06
#173 RE: Mein Werdegang zum Alkohiliker - Reflexionen antworten

Zu meinem Auslöser:

Ich bin ja hier 2011 ziemlich nass aufgeschlagen und dann ziemlich schnell wieder verschwunden...

Ein Teil in mir wusste also schon lange Bescheid, konnte sich aber gegen die anderen, verdrängenden,
weiter saufen wollenden Teile nicht lange durchsetzen.
Der Teil wurde so platt gemacht, dass ich meinen "intelligenten" Auftritt kurzerhand komplett
aus dem Gedächtnis verdrängt hatte.

Vor knapp 2 Jahren, als mein Leben immer mehr den Bach runter ging, entdeckte ich die Arbeit
mit dem inneren Kind, das Focusing und schließlich die radikale Erlaubnis von Mike Hellwig.

Mit dieser "Erlaubnis" konnte sich jetzt der wissende Teil wieder zeigen.
Und der wusste ganz genau: Ich kann nicht mehr mit Alkohol umgehen! Ich habe die Kontrolle verloren.
Diese Erkenntnis war natürlich schon ein derber Tiefschlag, aber auch befreiend,
weil der innere Verdrängungskampf vorbei war.

Dann habe ich erstmal gelesen, gelesen, gelesen und noch mehr gelesen.
Und immer mehr gefühlt und anerkannt: Ja, das ist gerade in mir lebendig.
Bin mit der Erkenntnis sozusagen schwanger gegangen.
Ich habe vor allem verstanden: NIX trinken geht, WENIG trinken geht nicht!

Da fehlte dann nur noch ein weiterer Tiefpunkt und nach einer sch... versoffenen Nacht "wusste" ich morgens:
Das war´s! Ich hab so die Schnauze voll. Ich geb´s auf.

Das war vor gut nem Jahr und es bestätigt sich voll und ganz:

NIX trinken geht meistens relativ leicht, WENIG trinken geht nicht!

Abstinenz ist kein Verzicht, Abstinenz ist eine Befreiung.
So fühlt es sich bisher jeden Tag an.


6 Mitglieder finden das Top!
Seiten 1 | ... 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12
 Sprung  
disconnected Saufnix-Chat Mitglieder Online 0
Xobor Einfach ein eigenes Forum erstellen