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Saufnix
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Dieses Thema hat 128 Antworten
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 Akute Hilfe
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waldschrat1 Offline



Beiträge: 736

29.11.2004 16:49
#61 RE: zu feige zu sagen ja oder nein \"hilfe\" antworten

Hallo beed und Günther,

wir haben dieses Thema vor einiger Zeit einmal bei mir ganz am Anfang meines Hierseins diskutiert und ich hab mich, ebenso wie beed für den therapiefreien Weg entschieden. Bis jetzt habe ich das kein Bisschen bereut, für mich scheint das der richtige Weg zu sein. Ich denke, für beed auch. Es gibt Menschen, die eine Therapie nach der anderen machen und nicht vom Alkohol loskommen und es gibt welche, die auch ohne Therapie keinen Rückfall haben und das Gleiche andersrum.

Keiner, weder der Eine noch der Andere kann sagen, wie es ihm morgen geht.
Ich möchte auch niemand anderem dazu raten, keine Therapie zu machen, weil das doch so viel besser sei.
Bei mir wäre es jedenfalls noch eine Zusatzaufgabe zur Abstinenz, wenn ich Vertrauen zu einem Therapeuten entwickeln müsste, mich würde das Kraft kosten, statt welche zu bringen. Ich krieg einfach einen Zorn, wenn ich von einem Therapeuten Dinge zu hören bekommen, wie:
Na da werden wohl einige Veränderungen auf Sie zukommen, als Antwort auf die Frage, wie ich die Veränderungen verhindern kann.
Aber jetzt kennen wir, damit meine ich jetzt beed, Günther und mich, uns schriftlich schon etwas besser als damals.
Ich traue es beed genauso zu, wie mir, dass dies für ihn der richtige Weg ist, manchen Anderen würde ich heftig davon abraten.
Das mit der Erwartungshaltung, Günther, stimmt auch nicht immer.
Ich würde oft liebend gerne meine Erwartungen enttäuscht sehen, es würde Vieles leichter machen.
Das mit dem Berg triffts für mich auch nicht ganz.
Ich sehe den Therapeuten als einen Weg und nicht das Ziel und wenn der Therapeut zum Berg wird, den ich nicht schaffe, oder nicht schaffen will, dann suche ich einen anderen Weg zu meinem Ziel.
(Sogar im Bewusstsein des allseits bekannten Spruchs: Der Weg ist das Ziel. Aber der bezieht sich einfach auf was anderes)

Bei nacubenda glaube ich, wär das der falsche Weg, nach allem, was ich bisher gelesen habe. Kontrolliertes Trinken geht irgendwann gar nicht mehr und wenn man sich nichts abbricht, sich die Unterstützung in Gruppen und beim Therapeuten zu holen, dann soll man das auch tun.


Weggefaehrte Offline



Beiträge: 360

29.11.2004 23:26
#62 RE: zu feige zu sagen ja oder nein \"hilfe\" antworten

Hallo Waldschrat und beed.

Vielen Dank für Eure Antwort. Ich möchte zu meiner Post noch etwas hinzu fügen und zwar wenn ich von einer Suchtberatungsstelle schreibe ist dies nicht gleichzusetzen mit einer Therapie, die kommt erst in einem späteren Schritt, wenn der Therapeut nach vielen Einzelgesprächen der Meinung ist, dass so viel aufzuarbeiten ist, dass er eine Ambulante- oder Langzeittherapie empfehlen sollte. Und ob der Patient eine solche Therapie machen will, entscheidet ganz alleine der Patient. Auf jeden Fall ist das so bei uns, denn der Patient soll für sich alleine entscheiden ob er das will, oder nicht, denn er soll es ja für sich tun und nicht für den Therapeuten.

Ein Therapeut kann nur so viel tun wie der Patient zulässt und von sich preisgeben will. Er kann helfen das Lebensmosaik für den Betroffenen verständlicher zu machen und helfen die Mosaikstücke an der richtigen Stelle im Bild zu plazieren. Wie Du selbstgeschrieben hast Waldschrat war Dir nicht bewußt, wieviel Anteile Deiner Krankheit auch in der Kinderzeit noch liegen. Genau diese Dinge zu verstehen und was für Auslöser sie im Erwachsenenalter noch für eine Rolle spielen kann man mit einem Suchtberater aufarbeiten.

So ich hoffe, dass es jetz ein bisschen klarer ist was ich meinte. Was jemand die Abstinenz Wert ist, muß jeder für sich entscheiden.

Liebe Grüße von Günther.


minitiger2 ( gelöscht )
Beiträge:

30.11.2004 07:54
#63 RE: zu feige zu sagen ja oder nein \"hilfe\" antworten

Hi,

da gehört noch ein wesentlicher Punkt dazu.

Ich weiss nicht, wie es in anderen Bundesländern ist. In Bayern hat die Staatsregierung den psychosozialen Beratungsstellen die Mittel gekürzt. Die leiden unter Personalproblemen und sind froh um jeden, der nicht kommt und es alleine schafft.
Abgesehen davon, das man da schon längst nicht mehr einfach so hingehen kann, arbeiten sie dort zunehmend mit freiwilligen Helfern, da sie sich Profis immer weniger leisten können.
Letztlich passiert damit bei der Suchtberatung nicht mehr viel anderes wie hier im Forum. In Zukunft wird sich das sicherlich noch verstärken, dass sich jeder selbst kümmern muss.

Von daher sollte man die Leute vielleicht gar nicht allzusehr drängen. Es reicht doch, wenn man den Hinweis gibt, daß es diese psychosozialen Beratungsstellen gibt, wenn jemand alleine nicht mehr weiterkommt.

Was ich nicht verstehe: Weggefährte, wie kommst Du drauf, daß jemandem die Trockenheit weniger wert ist, wenn er sich selbst - allein für sich - drum bemüht? Es ist doch toll und ein Quell des Selbstbewusstseins, wenn man das schafft.

Ich fahr doch auch nicht freiwillig im Rollstuhl, solang ich noch gut selbst laufen kann..
...oder sollte ich das jetzt tun, damit sich meine Beinchen nicht so abnutzen? Will sagen, je mehr ich mich selbst trainiere, desto stärker bin ich doch..das hat auch gar nix mit irgendweiner Wertung zu tun, sondern damit, was denn notwendig ist.

Ich mein immer noch, Trockenheit hat - unter Anderem - was damit zu tun, selbstbestimmt zu tun, was man für sich selbst für richtig erkennt. Unabhängiges Denken, vielleicht?..
Es könnte der eine Alkoholiker dem anderen doch die freie Wegwahl lassen. (oder kann er das nicht?)
..und vielleicht auch mal anerkennen, dass Selbst-Hilfe eine durchaus vollwertige Alternative ist. Wenn es einer kann, natürlich.
Oder spricht da der Neid derjenigen, die es ohne Hilfe nicht geschafft hätten--oder gar sowieso nicht schaffen?

Und ich mein, Auseinandersetzung mit der Materie findet ja auch hier im Forum statt. Jeder, wie er es braucht.

der minitiger


Falballa Offline




Beiträge: 3.707

30.11.2004 08:04
#64 RE: zu feige zu sagen ja oder nein \"hilfe\" antworten

Hallo Minitiger,

ist halt nicht jeder so ein Supermann (frau), wie du.

Viele Grüsse
Manuela


minitiger2 ( gelöscht )
Beiträge:

30.11.2004 08:10
#65 RE: zu feige zu sagen ja oder nein \"hilfe\" antworten

Manuela,

sag mal, es findet doch jeder OK - also ich jedenfalls - wenn Du Dir die Hilfestellung holst, die Du brauchst. Du möchtest doch auch nicht, dass ich von Dir verlange, dass Du dasselbe tust, wie ich..oder?

Also was soll jetzt diese schräge Anmache? Hast Du ein Problem damit, dass andere anders sind als Du?

der minitiger


Falballa Offline




Beiträge: 3.707

30.11.2004 08:21
#66 RE: zu feige zu sagen ja oder nein \"hilfe\" antworten

Minitiger,

das ist keine schräge Anmache, wenn du es so interpretierst,
ist das deine Sache.

Lese dein Post noch mal genau durch, wenn du möchtest.

Es war meine spontane Reaktion darauf.
Nicht mehr und nicht weniger.

Schönen Tag für dich
Manuela

Habe absolut kein Problem damit, wenn andere anders sind, als ich es bin.

Wäre doch schlimm , für die Menschheit, wären alle so wie ich.

[ Editiert von Falballa am 30.11.04 8:23 ]


minitiger2 ( gelöscht )
Beiträge:

30.11.2004 09:20
#67 RE: zu feige zu sagen ja oder nein \"hilfe\" antworten

Zitat
Gepostet von Falballa
Es war meine spontane Reaktion darauf.
Nicht mehr und nicht weniger.



Tja, und es war meine spontane Antwort. Wenn Du nicht aufpasst, gehörst Du der Katz

Gut, und selbst wenn ich mein Post noch dreimal lese, kann ich darin nirgends erkennen, wo ich mich als Supermann darstelle Du darfst mit gerne erläutern, wo Du das herausgelesen hast.

Ich denk, ich hab hier auch schon öfter deutlich gemacht, dass ich selber es gar nicht um jeden Preis alleine probieren wollte. Ich war ja in der Suchtberatung - woher sollte ich sonst wissen, wie es da zugeht - und ich habs auch irgendwann mit einer Gruppe probiert. War halt nicht die richtige Gruppe und ist eine Weile her inzwischen.

Aber selbst heut bin ich ja nicht allein, ich bin hier im Forum, ich leb mit einer Saufnixerin zusammen, und ich hab mich auch schon mit anderen Leuten hier aus dem Forum getroffen.

Nur, wenn es für jemanden so wichtig ist, dass ers allein tut, dann soll er es doch tun. Der eine hilft sich selbst allein, der andere hilft sich selbst mit anderen. Letztlich muss doch jeder mit sich selbst ins Reine kommen

der minitiger


Randolf Offline



Beiträge: 981

30.11.2004 09:57
#68 RE: zu feige zu sagen ja oder nein \"hilfe\" antworten

Morgen,

ich schließe mich da auch Minitigers Beitrag an, warum nicht alleine gehen, wenn's doch klappt ?!
Wer jetzt besser fährt - wer will das bewerten ? Für mich ist es überhaupt keine einsame Quälerei, ich finde daß Erkenntnisse, die man sich selbst erarbeitet mehr Gewähr auf Richtigkeit bieten, als 'Tatasachen', die man man von einer Autorität übernimmt und eventuell gar nicht richtig umsetzen kann.

Außerdem - alleine ist man doch überhaupt nicht; von diesem Board abgesehen, kann im Alltag VIELES eine Hilfe sein: Situationen,Herausforderungen, Kommunikation mit anderen etc.

Der Vergangenheit räume ich nicht einen allzuhohen Stellenwert ein, so als ob fast alles davon abhängt. Mir scheint die Zielorientierung um einiges wesentlicher zu sein.

Was mir noch auffällt, ist daß man sich hier sehr schnell zu 'kennen' glaubt - ich hätte da meine Schwierigkeiten. Es ist schon im realen Leben nicht einfach, einen Menschen zu verstehen, denn viele Äusserungen sind trotz aller 'Ehrlichkeitsbemühungen' einfach nicht authentisch, da auch viel Unechtes vorhanden ist.

LG, Randolf


Winkelbube ( gelöscht )
Beiträge:

30.11.2004 11:20
#69 RE: zu feige zu sagen ja oder nein \"hilfe\" antworten

Hallo allen hier!

Zu feige zu sagen ..,

passt direkt wieder hier zum Thema. Ich trau mich nämlich auch kaum noch zu sagen: Ich habe ohne fremde Hilfe, ohne SHG, ohne LZT allein und mit eigenem Willen aufgehört zu trinken.

Da könnte ich ja in den Ruf geraten, ein Förderer des Alleingangs zu sein. Ausserdem müsste ich ich jedesmal dazu sagen: Würde es aber keinem anderen raten, weil .... Der Satz würde dadurch sehr lang werden. So lasse ich es also bleiben. Die Folge ist, dass der Eindruck entsteht, es ginge nicht ohne fremde Hilfe, weil vielleicht auch andere hier sich mit ihrem Eigenerfolg zurückhalten. Oder andere Dinge posten, statt von ihren Eigenleistungen zu berichten.

Ein weiterer Gedanke ist wohl, dass diejenigen, die es selber schafften natürlich nicht in den SHGs und LZTs gesehen wurden. Sind sie nun deshalb aber nicht existent? Und sie werden auch nicht in Massen in den Alk-Foren auftauchen und um Hilfe bitten, wenn sie es alleine schaffen oder hinter sich haben.

Das ist wie mit den "Sonntagsfahrern", die ihr Auto nur an diesem Tag aus ihrer Garage holen und deshalb angeblich schlechter fahren. Was ist aber mit denen, die die ganze Woche über im Firmen-LKW tausende von Kilometern hinter sich gebracht haben? Fahren die sonntags im eigenen Wagen nun plötzlich schlecht?

Ich möchte mich übrigens auch nicht als "trockener" Alkoholiker bezeichnen, das klingt immer wie Instant. Ich erkenne mich als "befreit" von der Alkoholsucht, die allerdings sofort wieder beginnt, würde ich das 1. Glas nicht stehenlassen. Das weiss ich und dieses Wissen werde ich mein Leben lang bewahren. Ich bin also nicht gezwungen, den Rest meines Lebens an Abstinenz, Trockenheit oder Alkohol zu denken, sondern muss nur dieses Wissen am Leben erhalten.

In diesem Zusammenhang stellte sich mir die Frage, was wäre, bekäme ich z. B. Alzheimer und verlöre dieses Wissen? Würde ich dann wieder anfangen zu trinken? Und liegen darin nicht manche Rückfall begründet, weil irgendwann das Gedächtnis erschlafft, weil es immer denken musste: Aufpassen, nichts trinken; Vorsicht, Alkohol drin, usw..? Irgendwann wollen diese Gedankenbereiche doch vielleicht auch mal Ruhe, weil sie überfordert wurden.

Wissen auffrischen scheint mir da die bessere Methode für mich, denn da wird mein Hirn ständig auf's Neue gefordert und gefördert. Das mag es, weil es so angelegt ist, neugierig zu sein. Es entspricht auch mehr meiner think-positiv-Einstellung und ist mit ein Grund, weshalb ich hier lese und schreibe, obwohl ich es eigentlich nicht müsste, denn ich fühle mich befreit.

Ich habe dem Suchtteufel nicht irgendwo hin verbannt, sondern ihm einen angemessenen Platz eingeräumt. Er darf mit mir leben, aber er muss sich im Klaren sein, dass er ohne Alkohol auskommen muss und dass ich den anderen Teilen meines Seins wieder genauso viel Aufmerksamkeit schenke wie einst nur ihm allein.

Lieber Gruss von Ralph.


beed Offline




Beiträge: 882

30.11.2004 14:09
#70 RE: zu feige zu sagen ja oder nein \"hilfe\" antworten

Hallo Zusammen,

ob nun die, die nicht ohne fremde Hilfe vom Alkohol weggekommen sind, auf die anderen neidisch sind, möchte ich mal dahingestellt lassen.
Wahrscheinlich, minitiger, war diese Aussage der Stein des Anstoßes...

Klar ist, dass manche die fremde Hilfe ablehnen, obwohl sie sie bräuchten.
Es kann niemand vorher sagen, ob er es schaffen wird. Er kann überzeugt sein und sich alle Mühe geben und es geht trotzdem an den Baum. Das Beste sind dann Vorhaltungen ala "Siehste, habs Dir ja gleich gesagt..." oder so ähnlich.

Grundsätzlich meine ich, dass man ein Alkoholproblem erst bemerkt, wenn es schon eine ganze Weile da ist. An welchem Punkt man sich dann bereits befindet, kann man selbst schlecht einschätzen. Diesen 'Point of no return', wie es ihn bei Flügen gibt, kann man ja erst erkennen, wenn man weiß, wie weit man schon ist und da ist anfänglich der beste Rat professionelle Hilfe.
Hat man erkannt, diesen Punkt noch nicht erreicht zu haben, dürfte eine Rückkehr ohne fremde Hilfe möglich und machbar sein.
Stellen sich während der Rückkehr noch andere Schwierigkeiten ein, besteht ja weiterhin die Möglichkeit der Fremdhilfe.

Ich denke auch, dass die Kapitulation vor dem Alkohol bei jedem anders aussieht.
Der Eine meint durch steten Verzicht an einen Punkt der Entwöhnung zu kommen, an dem er automatisch kein Verlangen mehr nach Alkohol hat, der Andere meint durch unbedenklich dosierten Trinkkonsum auf ein Level zu gelangen, welches ihm nicht mehr schadet. Dass beide eigentlich nicht kapituliert haben, wird keinem von beiden klar; trotzdem kann es für sie ein Weg sein.

Diese Rigorosität, mit der man das Thema Alkoholabhängigkeit angehen sollte, wird glaube ich, vielen nicht klar, auf Grund des gesellschaftlichen Statuses, den Alkohol immer noch genießt. Diese Lobby verharmlost das Ganze und spielt dem Wankelmütigen sehr schön in die Hände.
Die Befreiung vom Alkohol scheint also auch am Maß der Integrierung des Abhängigen in der Gesellschaft und die Stärke der Einflussnahme durch sie geprägt zu sein.

Und jeder definiert die Art des Umgangs mit Alkohol für sich anders, je nach Anfälligkeit.

Kommt jeder Fortschritt in die gelebte Abstinenz von innen, ist sie später u.U. auch ausgeprägter.

Leider nur für die, die es auch schaffen...

LG
beed


Weggefaehrte Offline



Beiträge: 360

30.11.2004 17:26
#71 RE: zu feige zu sagen ja oder nein \"hilfe\" antworten

Hallo minitiger.

Ich kann mich nicht erinnern je in einem Post geschrieben oder angedeutet zu haben, das jemand der ohne Suchtberatung, Therapie oder Gruppe nicht trocken werden kann, geschweige weniger wert sei.

Für mich ist jeder der es geschafft hat das erste Glas auf Dauer stehen zu lassen, ein Mensch der Stoz auf sich sein kann.

Ich bezweifele auch nicht, dass jemand ohne all dies trocken leben kann. Aber wer geht schon objektiv ans Eingemachte und räumt seine Leiche aus dem Keller. Bestimmte Dinge holen einem eben immer wieder ein, wenn sie nicht ausgeräumt sind. Jeder muß für sich klären ob es ihm reicht nur trocken zu sein, wenn er auf Dauer eine zufriedene Abstinenz erreichen will.

Bei mir kommt auch kein Neid auf, auf die die es onne all diese Dinge schaffen Abstinent zu leben. Ich hab damals Hilfe angenommen, weil ich vieles ausprobiert hatte, es auch alleine schaffen wolle, bin aber letztendlich immer wieder beim Alk. gelandet. Durch diese Hilfe konnte ich schneller zu Ziel kommen, mich neu kennenlernen und viele Dinge plötzlich verstehen und zu verändern. Seit 26 Jahren lebe ich nun in einer zufriedenen Abstinenz.

Die Leute die hier im Forum Hilfe suchen, haben die Möglichkeit, dass best mögliche für sich heraus zu holen. Viele die Hilfe annehmen konnten , haben später hier doch berichtet welch große Hilfe für sie war, sie anzunehmen. Man ist kein Einzelkämpfer mehr denn Gemeinsamkeit macht stark.

Liebe Grüße von Günther.


minitiger2 ( gelöscht )
Beiträge:

30.11.2004 18:15
#72 RE: zu feige zu sagen ja oder nein \"hilfe\" antworten

Hi Günther,

kann sein, dass ich aus meinem Kontext raus manche deiner Postings einfach falsch verstehe.

Zitat
Gepostet von Weggefaehrte
Was jemand die Abstinenz Wert ist, muß jeder für sich entscheiden.



das impliziert für mich, dass Du meinst, jemandem der es anders macht, als von Dir empfohlen, ist seine Abstinenz nicht so viel wert. Aber vielleicht meinst Du das ja gar nicht.

..ich hab Dir nicht vorgeworfen, daß Du die Leute an sich bewertest. Ich hab Dich gefragt - ich zitiere mich selbst - "Weggefährte, wie kommst Du drauf, daß jemandem die Trockenheit weniger wert ist

Na ja, so langsam fang ich vielleicht an, zu verstehen was Du meinst. Denn das wäre am Anfang auch schon wieder so ein Satz gewesen:

Zitat
Gepostet von Weggefaehrte
Jeder muß für sich klären ob es ihm reicht nur trocken zu sein, wenn er auf Dauer eine zufriedene Abstinenz erreichen will.



was heisst hier: nur trocken ..ich glaub, dieses "nur trocken" können die meisten Leute nur dadurch erreichen, dass sie mit ihrer Abstinenz in irgendeiner Weise zufrieden sind.
Kann ja sein, daß Du das gar nicht abwertend meinst..bei mir kommt es jedoch so an.

Ansonsten sind Dein und mein Weg wohl ziemlich unterschiedlich verlaufen. Ich hab nur ein einziges Mal wirklich versucht, aufzuhören, und da war ich längst der Überzeugung, daß es für alles Experten gibt und ich nun mal nicht alles wissen kann.
Also ich bin ziemlich unbefangen auf die entsprechende Einrichtung zugegangen...
...das hätte bei mir allerdings völlig anders ausgesehen, wenn ich das Gefühl gehabt hätte, daß mich jemand in diese Richtung drängen oder auch nur beeinflussen will. Ich bin sehr gerne Einzelkämpfer, wo es möglich ist, für mich war es eher überraschend, daß ich -z.B. bei der Arbeit - überhaupt mit anderen kann.

wünsch Dir was

der minitiger


Falballa Offline




Beiträge: 3.707

04.12.2004 17:52
#73 RE: zu feige zu sagen ja oder nein \"hilfe\" antworten

Hallo Minitiger,
ich sag`s mal so wie es ist.

Es tut mir leid.
Mein Supermannpost an dich.

Eigentlich wollte ich dir was ganz anderes sagen.
Und was mach ich,? Peng, hier hast du`s.
Nicht gerade konstruktiv von mir.

Ich hatte und habe im Moment keine gute Zeit.

Und du warst an diesem Tag wohl auserwählt, den ganzen Segen
zu bekommen.Das war nicht in Ordnung von mir.

Es wäre schön, wenn du meine Entschuldigung annehmen könntest.

Sonst holt dich die Katz.

Viele Grüße Manuela

[ Editiert von Falballa am 05.12.04 6:09 ]


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Beiträge:

04.12.2004 18:59
#74 RE: zu feige zu sagen ja oder nein \"hilfe\" antworten

Zitat
Ich trau mich nämlich auch kaum noch zu sagen: Ich habe ohne fremde Hilfe, ohne SHG, ohne LZT allein und mit eigenem Willen aufgehört zu trinken.



Ich finde das TOP es ist Deine Entscheidung, und Dein Weg.

Dazu folgendes: Ich für meinen Teil habe mich entschieden, in keine SHG mehr zu gehen. Und das schon vor ein paar Jahren. Mich hat die Gruppe mehr runtergezogen als aufgebaut. Dieses ewige Gejammer, diese dauernden Rückfälle,und nichts an seiner Lebenseinstellunge zu ändern. Irgendwann hab' ich mich gefragt "Was bringt Dir das eigentlich ?" Ich will hier keine Gruppe verteufeln, unterstreiche auch immer wieder, daß es am Anfang wichtig ist, und man dahin gehen sollte, und es gibt bestimmt auch gute Gruppen. Vielleicht lag es aber auch nur an mir ganz alleine. Vielleicht waren meine Erwartungen zu hoch, oder es liegt einfach nur daran, daß ich kein Mensch bin, der es mit wiederkehrenden festen Terminen oder Ritualen hat. Habe es auch nie lange in irgendwelchen Vereinen ausgehalten.
Irgendwann ist mir das zuviel geworden. Ein Wechsel in eine andere Gruppe hat auch nicht viel gebracht. Ich hatte oft den Eindruck, daß einige einfach irgendwo stehen bleiben. Der Alkohol ist weg, aber das wars dann auch schon. An der Einstellung zum Leben, oder dem Umgang mit Mitmenschen hat sich nicht viel geändert. Das war mir einfach zu wenig.
Mir war wichtig, mein Leben selbst auf die Reihe zu kriegen, mir bewußt zu machen daß ich Alkoholiker bin, aber trotzdem mein Leben nicht mehr vom Alkohol bestimmen lasse. Der Alkohol sollte nicht mehr Thema Nr. 1 in meinem Leben sein.
Zudem habe ich in meinem Umfeld oft bemerkt, daß dieses Thema niemanden interessiert. Also habe ich mich anderen Hobbys gewidmet.
Was ich damit sagen will ? Ich denke jeder hat seine eigene Methode für "seine" Trockenheit gefunden. Der eine hat die passende Gruppe gefunden, und fühlt sich wohl, der andere hat das passende Umfeld, Menschen, mit denen er sich austauschen kann, braucht keine Gruppe und fühlt sich auch wohl. Das paßt auch natürlich auch zur Frage LZT ja oder nein.
Wann bin ich zufrieden ? Ich definiere das für mich so: Gesundes Selbstbewußtsein, Freude am Leben, Freude an Kleinigkeiten und Erkennen, daß nichts auf der Welt selbstverständlich ist.
Das tolle hier an diesem Board: Es hat 365 Tage im Jahr 24 Stunden geöffnet, ich kann kommen und gehen wann ich will


minitiger2 ( gelöscht )
Beiträge:

05.12.2004 22:22
#75 RE: zu feige zu sagen ja oder nein \"hilfe\" antworten

Zitat
Gepostet von Falballa

Es wäre schön, wenn du meine Entschuldigung annehmen könntest.

Sonst holt dich die Katz.

Viele Grüße Manuela



Wär ja gar nicht so schlecht, wenn den minitiger die Katz holt

Was wolltest Du mir denn eigentlich sagen? Denn so ganz aus dem nichts raus werd ich sicherlich nicht in die Schusslinie geraten sein

Jedenfalls hat es Dich genervt, und das darfst Du doch sagen. In diesem Sinne erlass ich Dir die Entschuldigung, weil ich die Schuld gar nicht erkennen kann

Zitat
Ich hatte und habe im Moment keine gute Zeit.



Das tut mit leid für Dich, vielleicht hab ich Dich ja da einfach überfahren.

wünsch Dir was

der minitiger


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