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Saufnix
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Dieses Thema hat 208 Antworten
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 Akute Hilfe
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Beiträge: 874

08.05.2010 15:46
#61 RE: Ich hab nur noch Angst und weiß nicht weiter antworten

HuHu,

Ich denke das mit dem Entgiften auf Station ist bei jedem anders.
Bei mir war es nach aussen hin mein Sohn und mein Lebensgefährte, denen ich nicht zugetraut habe das hier mal ein paar Tage ohne mich zu wuppen.
Insgeheim war es jedoch am meisten die Angst vorm Versagen.
Was wenn ich trotz stadtionärer Entgiftung nicht trocken bleiben würde, wäre ich dann ein hoffnungsloser Fall? Ich meine danach kommt ja nix mehr.
Entziehe ich jedoch allein Zuhaus, hab ich im Hinterkopf das Hintertürchen, das mir sagt, da würde noch etwas kommen wenn du es nicht schaffst, da ist noch eine steigerung möglich, du gehst in die Klinik!

Im nachinein, aus meiner sicht, ziemlich blödsinnig.
Ich mein, als ich an der Gebärmutter operiert werden musste, kam mir nicht einmal der Gedanke zu sagen "Och nö, 5 tage Krankenhaus ist doch doof, ich lass das erstmal zuhause von meinem Lebendsgefährten machen auf dem Küchentisch und wenn das nix wird überlege ich mir nochmal ob ich wiederkomme und sie das doch machen lasse."

Der Vergleich mag etwas hinken, aber die Gefahren sind die selben, in beiden Fällen spiele ich mit meinem Leben.

Ich lese hier im Forum immerwieder von Angstmacherei.
Ihr macht mir Angst vor dem Entzug!
Nunja, machen wir uns nichts vor, ein Alkoholentzug ist kein Zuckerschlecken.
Da gibt es nicht viel zu beschönigen, der Körper reagiert heftigst dadrauf das er keinen "Stoff" mehr bekommt.

Geht man jedoch seiner Sucht weiterhin nach, tankt sich täglich voll und gibt sich so richtig schön die kanne, wie ist es da mit der Angst die man eigentlich haben müsste?
Schliesslich hat auch das weitersaufen so seine Nebenwirkungen, die genauso Tödlich enden können.
Jedoch ist einem da alles egal, weil es nur um die einfache schnöde suchtbefriedigung geht.

Aber geht es ans Gesunden, dadran dem Alkohol aus dem Leben zu verbannen, erwartet man am besten von heute auf morgen mit einem Fingerschnipp alles hinter sich zu lassen.
Man will selbst bestimmen in welchem Maße man entzieht, denn im grunde gibt es ja immer welche die schlimmer dran sind wie man selbst.
So arg ist man ja noch garnicht in der Sucht gefangen, wie Herbert, Hertha, Martha, der/die ja am Tag so mindestens 2 Flaschen mehr triken als man selbst.

Heute würde ich es mir nichtnochmal so schwer machen und Zuhause entziehen, warum auch?
In der Klinik bekomme ich essen, trinken, meine ruhe, all das was ich grade brauche.
Vor allem aber die Sicherheit nach meinem Entug noch die möglichkeit zu haben, das trockene Leben wieder zu erlenen, ohne schwerwiegende Folgeschäden zu haben, die passieren könnten, wenn ich allein zuhause entziehe.

LG Yvonne

Ich freue mich über Verleumdungen, denn sie lenken von der Wahrheit ab.
(Marquis de Sade)


Iwa Offline



Beiträge: 24

08.05.2010 16:35
#62 RE: Ich hab nur noch Angst und weiß nicht weiter antworten

Ich bin damals an einem Samstag selbst in die Klinik gegangen, wurde zuerst von einer Oberärztin untersucht und verbal und mit Blicken sehr mies behandelt. Ich hatte 0,3 Promille und wurde dann erstmal ins Akutzimmer gesperrt und das im wahrsten Sinne des Wortes. Ein Dreibettzimmer, ich wollte gerne ein Einzelzimmer,gabs nicht, nicht auf dieser Station - gut, soll der Sicherheit dienen, aber wenn man dann stundenlang mutterseelenallein darin sitzt, keiner vorbeikommt und man selbst nicht rausdarf (Bettklingel gab es da nicht), ist es für mich weit her mit der Sicherheit.
So, zurück zum Anfang. Da räumte mir die Schwester die Tasche aus. "Danke, das kann ich alleine" wurde mit einem schroffen "wir müssen kontrollieren" abgewiegelt. Sie nahm mir Deoroller und Parfum weg, ich sah sie nur fassungs- und verständnislos an, bis sie mir erklärte, es bestehe die Gefahr, dass ich das trinke. "Biiiiittteeeee? Meinen Deoroller oder mein Parfum!!!" Auf sowas bin ich noch nie gekommen, aber gut.
So, Tür zu und ich saß da ... ich weiß nicht, wie viele Stunden, weinte und weinte, hatte doch einfach nur Angst, was mir jetzt passiert, brauchte jemanden zum Reden, einfach jemanden, der da ist - nix, Stille! Nur meine Tränen, meine Angst und keine Chance, sich abzulenken.

Irgendwann kam dann jemand, es wurde Blutdruck gemessen, ich bekam ca. 6 Tabletten und als ich fragte, wofür die sind, hieß es: "Gegen das Zittern" "Aber ich zittere doch gar nicht" - und hielt ihr meine Hände hin und bekam nur zu hören, das müssen hier alle nehmen. Na dann!!!
Ich sollte dann nochmal pusten, war auf 0 und bekam die Erlaubnis, nun das Zimmer zu verlassen. Na endlich, dann geh ich jetzt mal 10 Minuten an die frische Luft. Oooooh nein, ich darf das Haus nicht verlassen, Sicherheit!!
Komische Sicherheit. Ich wollte weder mein Deo trinken, noch wollte ich zum nahegelegenen Kiosk und mir was zu trinken besorgen, ich bin vor einigen Stunden als eigenständiger und freier Mensch FREIWILLIG gekommen und fühlte mich nun wie ein Schwerverbrecher. Gut, ich kann ja verstehen, dass es bei manchen Menschen wirklich sein muss, da sie sonst im Entzug jede noch so irre Chance nutzen, aber da war mir auch irgendie schon klar, dass ich da irgendwie falsch bin. Kann mal jemand was tun, mit mir reden, mal auf meine Angst eingehen? NEIN !!!!!
So saß ich also von 14 Uhr bis zur Schlafenszeit weinend auf meinem Bett und drehte fast durch vor Einsamkeit, Angst und Verzweiflung. Ab und zu kamen meine beiden Bettnachbarinnen mal vorbei, um sich Zigaretten aus dem Nachttisch zu holen, die eine sagte, sie wäre zum 17.Male hier, eigentlich alle 4 Wochen ... na, das klingt ja erfolgsversprechend. Also, an diesem ganzen Samstag war also nichts passiert. Abends und auch 1x nachts kam nochmal ein Pleger zum Blutdruckmessen, war aber alles normal und reden konnte der auch nicht, war nicht seine Aufgabe.

Am nächsten Morgen sagten meine beiden Zimmernachbarinnen, ich hätte ja total gewühlt die ganze Nacht - ja, hab ich auch, weil ich nicht schlafen konnte mit all meinen Angstgefühlen und der Frage in meinem Kopf: "was soll ich hier?"
Beim Frühstück hab ich dann so einigen immer wieder das Besteck aufgehoben, das sie vor lauter Zittern nicht halten konnten, habe ihnen beim Brote schmieren geholfen und hab immer mehr Angst bekommen, denn mir ging es doch so anders. Was mache ich hier?
Auch an diesem Sonntag passierte nichts, ich saß meistens auf meinem Bett, habe Tagebuch geschrieben oder aus dem Fenster gesehen und irgendwie geatmet und geatmet - was sollte ich sonst auch tun.
Gegend Abend kam Unruhe auf... eine aus meinem Zimmer wurde in ein anderes Zimmer verlegt, es hieß, es kommt ein Neuzugang und der muss eben in mein Zimmer.

Und die Frau kam und war, wie ich vorher schon gehört hatte, auch kein unbekannter Gast dort (irgendwie kannten sich da ohnehin die meisten...)
Sie wurde mit dem Krankenwagen gebracht, 4 Leute hieften sie ins Bett und dann war es aus bei mir. Sowas hatte ich noch nie gesehen - sie war in einem so schlimmen Zustand, ich weiß gar nicht, wie viel man dafür trinken muss.
Dann saßen 2 Schwestern an ihrem Bett, die ganze Zeit (seltsam, um die können sie sich kümmern) und sprachen mit ihr - sie versuchten es zumindest. Und als dann eine Schwester der Frau eine Zigarette in den Mund steckte und anzündete, da war bei mir Ofen aus. Das war echt zuviel für mich!!!!! Was geht denn hier ab?

Ich habe meine Tasche gepackt, meine Papiere unterschrieben und mich sofort noch am selben Abend entlassen lassen.

Ich war durch diese 36 Stunden regelrecht traumatisiert und bin es noch heute und weiß genau - sowas brauche ich nicht!!

Das dort war mir keine Hilfe, im Gegenteil, es hat es alles nur schlimmer gemacht, weil die Angst danach noch größer war.

Und ich tu' mir das echt nur wieder an, wenn ich es - so wie diese arme Frau - dann wohl auch brauche.

[ Editiert von Iwa am 08.05.10 16:36 ]

[ Editiert von Iwa am 08.05.10 16:39 ]

[ Editiert von Iwa am 08.05.10 16:48 ]


septembersonne Offline




Beiträge: 5.735

08.05.2010 16:56
#63 RE: Ich hab nur noch Angst und weiß nicht weiter antworten

Zitat
Gepostet von obi68

Zitat
Gepostet von Callysta
Was genau am Krankenhaus macht dir so eine Angst, dass Du dein Leben riskierst? Mir will das einfach nicht in den Schädel!




Ich persönlich fühlte mich während der Entgifung beschützt, aufgehoben und umsorgt.





Na und ich erst, bin gleich 3 Wochen geblieben

Es hat mir sooo gut getan, diese Ruhe, dieses Umsorgt-Werden,dieses Endlich-geht-es-aufwärts-Gefühl und dann die Gespräche mit den Mitpatienten.

Will ich nicht missen diese Zeit, absolut nicht.

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Das Leben ist schön, von " einfach " war nie die Rede.


Callysta Offline




Beiträge: 8.240

08.05.2010 17:06
#64 RE: Ich hab nur noch Angst und weiß nicht weiter antworten

Iwa, ich frage mich, was Du erwartest? Das ist eine Entgiftungsstation - und Du kommst mit Wunsch nach Einzelzimmer und Seelsorge?

Dort geht es in erster Linie um die medizinische Versorgung, und aus Erfahrung weiß ich, dass man jeden Blick und jeden Satz der Ärzte/Schwestern auf sich bezieht. Dabei glaub mir - die werten nicht!

Die sehen Schlimmeres, und eben nicht so schlimmes - die machen ihren Job.

Zum Thema Parfum/Deo: Im UKE haben die Schwestern erlebt, wie Leute auf Entzug das Desinfektionsmittel gesoffen haben. Mag Dir nicht in den Sinn kommen, aber die wägen nicht ab, wer könnte und wer nicht. Ist Vorschrift und auch gut so. In einer Entgiftung muss man nicht duften, wascehn kann sich dort jeder.

Die Medikamente sind entzugsbegleitende Mittel - u.a. auch, um Krampfanfälle zu vermeiden oder halt noch aufkommendes Zittern. Profilaxe ist immernoch besser, als nachher zu krampfen oder einen Kreislaufkollapds zu erleiden. Warum mit der Schwester drüber diskutieren und eine Suchtstatuion erstmal pauschal in Frage stellen?

Die Regelung, dass man in der ersten Woche maximal in Begleitung vor die Tür gehen darf, ist ganz normal und immer so. Zuviele Leute hauen ab zum nächsten Kiosk - wieso solltest du die Ausnahme sein? Darüber zu philosophieren, dazu hat dort keiner Zeit oder gar dei Möglichkeit - man sieht es nicht jedem Patienten so an wie deiner Zimemrgenossin.

Die übrigens war vermutlich eine Quartalstrinkerin und nicht wie Du, eine Spiegeltrinkerin. Deswegen lag sie so da und du nicht. Zudem machen Vergleiche mit anderen Patienten (ob Stammgäste oder nicht) eh keinen Sinn.

Und dass Du Dich bei deinen Trinkemengen tatsächlich noch die Frage stellst, was Du da sollst, das finde ich am erstaunlichsten. Du spielst längst in der Oberliga - je früher du dir darüber klar wirst, umso besser...

Wenn die Musik beginnt, dann dreht sich der Tanzbär...


obi68 Offline



Beiträge: 2.165

08.05.2010 17:07
#65 RE: Ich hab nur noch Angst und weiß nicht weiter antworten

Zitat
Gepostet von septembersonne

Zitat
Gepostet von obi68
Ich persönlich fühlte mich während der Entgifung beschützt, aufgehoben und umsorgt.




Na und ich erst, bin gleich 3 Wochen geblieben




Da kann ich über, ich sogar 4 Wochen.

Allerdings nur eine Woche in der eigentlichen Entgiftung und dann noch 3 Wochen in der sogenannten "Motivationsgruppe".


Callysta Offline




Beiträge: 8.240

08.05.2010 17:12
#66 RE: Ich hab nur noch Angst und weiß nicht weiter antworten

Ich habe drei Wochen Qualifizierte Entgiftung gemacht - und ich muss sagen, ich habe mich nie so erleichtert gefühlt. Und 'ne Menge Spa´ß hatten wir auch - alleine die Strategien, um in der ersten Woche "richtigen" Kaffee zu kriegen und nicht diesem Muckefuck...

Schöne Zeit - wichtige Zeit!

Wenn die Musik beginnt, dann dreht sich der Tanzbär...


septembersonne Offline




Beiträge: 5.735

08.05.2010 18:03
#67 RE: Ich hab nur noch Angst und weiß nicht weiter antworten

Zitat
Gepostet von Iwa


Nur meine Tränen, meine Angst und keine Chance, sich abzulenken.

Was mache ich hier?
Auch an diesem Sonntag passierte nichts, ich saß meistens auf meinem Bett, habe Tagebuch geschrieben oder aus dem Fenster gesehen und irgendwie geatmet und geatmet - was sollte ich sonst auch tun.


Ich habe meine Tasche gepackt, meine Papiere unterschrieben und mich sofort noch am selben Abend entlassen lassen.

Ich war durch diese 36 Stunden regelrecht traumatisiert und bin es noch heute und weiß genau - sowas brauche ich nicht!!

Das dort war mir keine Hilfe, im Gegenteil, es hat es alles nur schlimmer gemacht, weil die Angst danach noch größer war.








Hallo, Iwa!

Das was Du in diesen 36 Stunden erlebt hast, ist Normalität auf einer Entgiftungstation.

Bei mir waren sogar die Fenster verschlossen und die Terasse vergittert, falls jemand im Delirium springt

Alles reine Sicherheitsmaßnahmen, ich hab die verrücktetsen Sachen erlebt, zu was Süchtige fähig sind im Entzug und unter Medis.

....und noch vielleicht unter Entzugserscheinungen die Klinik zu verlassen (besonders wenn Medis verabreicht wurden) halte ich für recht gefährlich und verantwortungslos.

....und ablenken, sollst Du Dich ja nicht, sondern nachdenken, nachdenken über Dich und Deine Sucht, aber vor allem auch erholen.


Ich denke Du hast noch einen großen Nachholebedarf, was das Wissen über Deine Suchtproblematik betrifft.

Lies Dich hier durch, besonders was der Alk in Deinem Körper für Schäden hinterläßt, Wirkungsweise u.s.w.


LG

Manuela

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Das Leben ist schön, von " einfach " war nie die Rede.


Iwa Offline



Beiträge: 24

08.05.2010 18:27
#68 RE: Ich hab nur noch Angst und weiß nicht weiter antworten

So, vielen Dank nochmal für alle Eure Antworten. Ich denke, wir lassen es jetzt auch erstmal so stehen.

Ich habe Eure Warnungen sehr ernst genommen, dennoch werde ich zunächst weiter versuchen, meinen eingeschlagenen Weg zu gehen.

Und zu den vorherigen Beiträgen - ich erwarte nichts anderes von einer Entgiftungsstation, ich habe auch Verständnis für die Sicherheitsvorkehrungen und dass dort alle gleich behandelt werden müssen, ich habe nur versucht zu erklären, dass es für MICH in meinem damaligen Zustand nicht das Richtige war und nicht geholfen hat, sondern eher das Gegenteil ausgelöst hat. Vielleicht wäre ich auf einer "Angststation" besser aufgehoben gewesen, Entzugserscheinungen hatte ich ja nicht und habe sie auch jetzt nicht außer minimalen Kopfschmerzen, die aber heute auch vom zu vielen rauchen und zu viel reden kommen können. Schwitzen und Unruhe ist seit heute mittag verschwunden.

Ich kann nichtmal eben wochenlang in eine Klinik, weil ich eine kleine schulpflichtige Tochter habe und einen Mann, der beruflich sehr viel unterwegs ist und nicht mal eben wochenlang Urlaub nehmen kann. Großeltern ? Nicht da, Geschwister und solche Freunde, die wochenlang meine Tochter betreuen könnten, ebenfalls nicht.

Ja, ICH weiß, ich bin wichtig und hätte ich nun z.B.einen Unfall, der mich wochenlang in eine Klinik zwingt, dann müsste es auch irgendwie organisiert werden und würde auch irgendwie gehen, aber so lange ich eben noch meine, es gibt auch andere Wege (und die mögen vielleicht um so schwieriger sein), werde ich diese gehen wollen.

Damit sage ich nicht, dass mir die Tragweite nicht bewusst ist, ich das Problem nicht erkannt habe und nicht weiß, dass es 5 vor zwölf ist. Glaubt mir, das ist mir alles klar.

Nur ist das Leben eben kein Ponyhof, es gibt in einer Familie noch mehr Faktoren als nur mich und damit lasst es mich wenigstens versuchen. Klappt doch bisher auch gut.

Danke Euch, wünsche Euch alles Gute und bleibt auf Euren Wegen.


Iwa


Callysta Offline




Beiträge: 8.240

08.05.2010 18:38
#69 RE: Ich hab nur noch Angst und weiß nicht weiter antworten

Ich wünsche Dir alles Gute, Iwa

Wenn die Musik beginnt, dann dreht sich der Tanzbär...


septembersonne Offline




Beiträge: 5.735

08.05.2010 18:46
#70 RE: Ich hab nur noch Angst und weiß nicht weiter antworten

Ich wünsche Dir auch alles Gute,...das Du Deinen Weg findest und nicht im Irrgarten landest.

Daher achte auf Wegweiser, dies können auch Menschen sein.


LG

Manuela

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Das Leben ist schön, von " einfach " war nie die Rede.


Inessi Offline



Beiträge: 4.790

08.05.2010 21:07
#71 RE: Ich hab nur noch Angst und weiß nicht weiter antworten

Hallo Iwa,

und herzlich

im nachhinein bin heute noch froh, dass ich nie eine solche Entgiftungsstation von innen gesehen hab.
Ich bin damals mit 0,5 Promille und völlig ausser mir (Weinkrämpfe) in der Kriseninterventionsstation "gelandet".
Ich war 6 Tage dort, gab täglich 2 Einzelgespräche und 1 Gruppensitzung. Diese haben mich -anfangs mit innerlichem Widerstand- auf meinen Weg gebracht.
Das war mein Beginn. Weiter ging es dann mit einer langen, ambulanten Therapie.

Wie auch immer deiner aussieht, achte auf dich und hol dir die für dich richtige Unterstützung.

Liebe Grüße.


Tzili Offline




Beiträge: 92

09.05.2010 08:40
#72 RE: Ich hab nur noch Angst und weiß nicht weiter antworten

Hallo Iwa......
was du ueber deine Erfahrung mit der Entgiftung schreibst klingt echt gruslig!!!

Es geht aber auch anders: Also ich bin auch freiwillig in einer Entgiftungsstation aufgeschlagen... mit 2,11 Prom......
Man muss sagen dass ich so gut dabei war dass ich weder sprachlich, noch in der Bewegung=Koordination schwierigkeiten hatte, hat sogar den Arzt erstaunt.

Ich wurde freundlich und hoeflich aufgenommen, natuerlich wurde mein Gepaeck untersucht und Deo, sowie Nagellackentferner nebst Handy eingezogen..... fand ich aber verstaendlich und nicht weiter schlimm.

In meinem Zimmer waren noch 2 Heroinabhaengige Maedels untergebracht..... manchmal etwas anstrengend, weil es den ganzen Tag nur darum ging auf wieviel "Meter" sie sind und das dieses und jenes Mittel scheisse ist und sie nen "Affen" schieben u.s.w.
Aber letztendlich war es auch heilsam und hilfreich.

Diazepam hab ich erst bekommen als ich auf 1,5Prom. "unten" war..... normale Dosis und nach Bedarf.... den ich nicht hatte, weil die normale Dosis mich schon ziemlich weggebeamt hatte.

Andere Medis hab ich auch bekommen und auch Auskunft darueber was es ist.

Obwohl ich eingesperrt war hab ich mich nicht so gefuehlt..... hab tolle Leute kennengelernt, es gab "Bastelstunden", Klangboden, Gespraechsrunden, Kliniken haben sich vorgestellt, der Raucherbalkon war ok, auf Anfrage gabs Einzelgespraeche.....

Ab dem 4. Tag durfte ich auch ohne Aufsicht Stundenweise raus.....

Ich hab mich sehr aufgehoben und beschuetzt gefuehlt, verstanden und in guten Haenden und moechte diese Erfahrung nicht missen.

Ich denke dass dieser "Wohlfuehlfaktor" auch viel mit der inneren Einstellung zusammenhaengt, mit der man sich auf Entgiftung begibt.
Aber sicherlich gibt es auch Einrichtungen oder Stationen, die nicht so toll sind!

Es tut mir leid fuer dich wenn du schlechte Erfahrungen aus deiner Entgiftung gezogen hast.... ich weiss ja nicht wo du wohnst, ob eher doerflich oder in der Stadt, aber sicherlich gibt es auch noch andere Entgiftungsstationen in deiner Naehe!?

Ich wuensch dir Kraft und Mut auf deinem Weg und positive Erfahrungen im Umgang mit deiner Krankheit!

Alles Liebe
Kaya


Magdalena42 ( gelöscht )
Beiträge:

09.05.2010 09:30
#73 RE: Ich hab nur noch Angst und weiß nicht weiter antworten

Hallo Iwa,
Du schriebst:
"Und ich tu' mir das echt nur wieder an, wenn ich es - so wie diese arme Frau - dann wohl auch brauche."
Dieser Satz klingt mir in den Ohren, weil du die unter körperlichen Auswirkungen leidende Alkoholikerin bedauerst und dich selbst nicht.Was du da gesehen hast ist eine äußerliche Erscheinung der Sucherkrankung, die aber ganz wenig üder die Tiefe der Sucht aussagt.

Eigentlich dürfte ich dir gar nicht posten, weil ich genauso wie du in keine Entzugsstation gehen wollte und glaubte es allein zu schaffen. Auch ich habe gedacht, ich könnte meine Kinder -bin auch noch alleinerziehend - nicht allein lassen und würde es schon ohne das alles schaffen.Ich habe geglaubt: Meine Sucht ist ja noch nicht so, dass ich mein Leben nicht im Griff hätte oder meinen Aufgaben nicht gerecht würde. Auch ich hätte es entwürdigend gefunden, mich mich zitternden, kotzenden
und völlig durchgedrehten Säufern auf eine Ebene zu stellen, geschweige denn mich mit ihnen in ein Zimmer zu legen.Mitleid mit denen hätte ich gehabt, aber mich nie als ebenso bedauernswert empfunden...

Ich kann dich also sehr gut verstehen, aber inzwischen habe ich dazugelernt.Vorallem das Ding mit der Würde.Wenn du irgendwann mal trocken bist und auf deine Trinkzeiten zurückblickst, wirst du viele Dinge und Situationen entdecken, die du dann megaentwürdigend findest und du wirst dich dafür schämen. Es sind bei jedem andere Dinge. Bei dir vielleicht die leeren Flaschen, die deine Kinder ständig gesehen haben oder dein Fahne, die deine Kinder ständig in der Nase hatten. Oder einfach all die Dinge, die du als Mutter getan hast und deine Kinder lernen ließest: Das ist normal. Vielleicht auch, dass du "müde" warst, wenn sie dich nochmal für Vokabeln abhören gebraucht haben oder dass du nicht mehr schnell mit dem Auto loskonntest um noch etwas Vergessenes für die Schule zu besorgen...und, und, und...ich könnte diese scheinbare banale Liste endlos weiterführen in Bezug auf ganz viele Dinge.
Mach dir bewusst, dass du deine Würde mit dem Suff abgegeben hast und dass du sie nur ohne wieder erlangen kannst. Ob der eine kotzend in der Ecke liegt oder der andere mit Lügengespinsten betrunken im Bett liegt, ist dabei völlig egal. Der eigene Wille ist weg. Den hast du ja offensichtlich bisher auch nicht gehabt, denn sonst würdest du nicht trinken. Du solltes einfach akzeptieren, dass der Alkohol stärker ist als dein Wille, egal wieviel äußere Haltung du noch zeigst.Wenn du das verinnerlicht hast, und keinen Unterschied mehr zwischen dir und anderen Alkis siehst, dann bist du vielleicht soweit aufzuhören.

Liebe Iwa,
zu deinem Home-Entzug: Jeder entscheidet für sich, ob er ein lebensgefährliches Risiko eingeht oder nicht. Du kannst in diesem Forum nicht erwarten, dass andere dir dazu raten, obwohl es tatsächlich einige gibt, die es so geschafft haben. Du würdest auch keinem raten einen 10m Wasserfall runterspringen, obwohl das schon einige geschafft haben.
Das schlechte Bauchgefühl von mir kommt vorallem dadurch, dass du vermittelst, noch nicht akzeptiert zu haben, dass du ein ganz gewöhnlicher Alki bist, der vom Alkohol und nicht von seiner Persönlichkeit dominiert wird.

Ich wünsche dir viel Erfolg bei deinem Weg!

Gruß
Shara

[ Editiert von Magdalena42 am 09.05.10 9:33 ]


Maditjen Offline




Beiträge: 32

09.05.2010 10:51
#74 RE: Ich hab nur noch Angst und weiß nicht weiter antworten

Hallo Iwa,

auch ich finde es sehr schade, dass du so schlechte Erfahrungen gemacht hast bei deinem Aufenthalt auf der Entgiftungsstation. Aber bedenke: es gibt sone und solche Kliniken.

Ich selbst habe mich ebenfalls eigeninitiativ für eine Qualifizierte Entgiftung entschieden. Zuvor hatte ich riesig Angst und Horror-Bilder vor meinem geistigen Auge aber dass ein Entzug daheim in der Regel weder von dauerhaftem Erfolg gekrönt ist und zudem gefährlich, war mir auch klar.

Also ab in die Uni-Klinik und... was soll ich dir sagen? Es kam ganz anders als befürchtet!! Die Station war hell und freundlich, jeweils Zweibett-Zimmer, sehr nettes und engagiertes Personal etc.pp.

Klar, die Tasche wurde kontrolliert und in den ersten Tagen Ausgang auf dem Klinikgelände nur in Begleitung aber das fand ich völlig angemessen. Ansonsten fühlte auch ich mich wirklich gut aufgehoben... von der Einrichtung her wie auch im Kreise meiner Mitpatienten.

Ich würde dich gern ermutigen, es nochmal in einer anderen Klinik zu versuchen. Es geht ja nicht nur ums Entgiften sondern du nimmst auch sehr vieles mit aus den Therapieangeboten und den Gesprächen mit "Gleichgesinnten".

Viel Kraft und alles Liebe dir, Madi

Die Fähigkeit, die Folgen einer Handlung in die Überlegung einzubeziehen, auch wenn dies auf Kosten der Spontanität geht, erweist sich gar nicht selten als höchst nützlich.

Nossrat Peseschkian


minitiger2 ( gelöscht )
Beiträge:

09.05.2010 11:26
#75 RE: Ich hab nur noch Angst und weiß nicht weiter antworten

Iwa,

ich war noch nie in einer Entgiftung. Allerdings hab ich auch nur an vier Tagen die Woche gesoffen und hab keinen Spiegel gehalten.
Ich hab aber auch keinen an meinem Runterkommen live teilhaben lassen, sondern das einfach gemacht.

Machen kannst Du, was Du willst, Du bist erwachsen und es geht um Dein Leben. Nicht um meins oder um das von sonstwem hier.

Dazu gehört aber auch, dass Du das Risiko selbst trägst. Du kannst hier von keinem verlangen, dass er/sie Dir "Grünes Licht" gibt, denn derjenige hätte ja die Arschkarte gezogen, wenn Dir doch etwas passiert.


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