Sie sind vermutlich noch nicht im Forum angemeldet - Klicken Sie hier um sich kostenlos anzumelden Impressum 
Saufnix
Sie können sich hier anmelden
Dieses Thema hat 34 Antworten
und wurde 1.852 mal aufgerufen
 Ganz, ganz viele Fragen
Seiten 1 | 2 | 3
demian60 Offline




Beiträge: 109

13.02.2006 00:13
RE: Frage an Kenner der Psychopharmaka antworten

Hallo!

Ich kenn mich mit den Glückspillen nicht wirlich aus würde nur gerne wissen ob meine Information stimmt:

Antidepressiva sind keine Tranquilizer.

Tranquilizer, AD`s und Neuroleptika sind getrennte Gruppen und Tranquilizer können süchtig machen.

Ist das richtig so?

Fragen sie ihren Arzt und Apotheker. Das hab ich auch getan und die Apothekerin hat mir gesagt Sertralin und TrazodonHC gehören in die große Gruppe der Tranquilizer.

Bisher war ich in der Annahme, ich nehme Antidepressiva.
Nach der Apothekenauskunft bin ich ein wenig verunsichert.

Mir geht es nur darum: Ich will nicht in eine Tablettenabhängigkeit kippen.

Dank im Voraus für mögliche Infos.



ich hau ab ins

[ Editiert von demian60 am 14.02.06 12:48 ]


miezegelb Offline




Beiträge: 2.677

13.02.2006 07:48
#2 RE: Frage an Kenner der Psychopharmaka antworten

Zitat
Tranquilizer





Hallo Willi,

Tranquilizer sind Beruhigungsmittel, die bekanntesten sind
Benzodiazepine.

http://www.dhs.de/substanzen_benzodiazepine.html

liebe Grüße
Ramona

[ Editiert von miezegelb am 13.02.06 7:49 ]


sole Offline




Beiträge: 2.289

13.02.2006 07:54
#3 RE: Frage an Kenner der Psychopharmaka antworten

Hallo Demian,

mmh, bin nicht gerade ein Kenner... aber ich glaub Deine Apothekerin hat - zumindest was Sertralin betrifft - nicht so ganz den Durchblick.

Sertralin ist ein selektiver Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer, ein Antidepressivum der neueren Sorte mit weniger Nebenwirkungen. Ein Freund von mir nimmt das Zeug, er hat schwere Depris mit Angstattacken und beschwert sich immer, dass er von Gladem (Handelsname) so müde wird und seine Libido verliert.

Ein ähnliches Medi (Fluoxetin) nehme ich auch. Es macht nicht abhängig insofern, als es einen Spiegel bildet (Wirkung setzt erst nach mind. 2 Wochen ein) und nicht zur Dosissteigerung animiert, denn man spürt gar keine direkte Wirkung wie z.B. bei einem Tranquilizer (schlucken und Viertelstunde später ruhig).
Man muss es eben nehmen, das ist auch ne Art von Abhängigkeit. Es gibt leichte Absetzsymptome und es droht ein erneuter Absturz in die Depression, wenn man es absetzt.

Mit TradozonHC kenn ich mich leider nicht aus, aber vielleicht jemand anderes hier auf dem Forum.


Gruß und schönen Tag
Sole


miezegelb Offline




Beiträge: 2.677

13.02.2006 08:10
#4 RE: Frage an Kenner der Psychopharmaka antworten

Zitat
Sertralin





...ist ein Antidepressiva

http://www.aerztezeitung.de/docs/2004/06...in/depressionen

liebe Grüße
Ramona


Skorpion King Offline




Beiträge: 88

13.02.2006 10:26
#5 RE: Frage an Kenner der Psychopharmaka antworten

Hallo willi,

Benzodiazepine sind die Tranquilizer schlechthin. Die machen, genauso wie der Alk, länger eingenommen, sowohl süchtig, als auch körperlich abhängig.Also: Bloß´ die Finger weg von dem Zeug. Sonst treibst Du den Teufel mit dem Belzebub aus.
Sertralin - ist wie oben beschrieben - ein selektiver Seretonin - Wiederaufnahmehemmer, das heißt, es kommt zu einer gewissen Anhäufung des "Glückshormons" Serotonin im zentralen Nervensystem. Die machen nur in sofern abhängig, daß man sie nach längerer Einnahme nicht einfach von heute auf morgen absetzen darf, sondern daß man sie ausschleichen muß. So wie man, wie oben gesagt, erst einen Spiegel aufbauen muß, muß man ihn auch langsam wieder abbauen, um der Psyche Zeit zu geben, auch wieder ohne diese pharmakologische Gehhilfe zu leben. Sertralin, wie auch Fluoxetin, wirken ausgleichend und stimmungsaufhellend. Müdigkeit ist eine der 1-10% Nebenwirkungen, die auftreten können.
Trazodon, das ist der Wirkstoffname deines trittico, und unter diesem Namen ist es auch in Deutschland auf dem Markt, ist ein nicht-trizyklisches Antidepressivum mit eher dämpfenden Eigenschaften. Was Abhängigkeit angeht, siehe unter Sertralin.
Hab´ grad mal ein bißchen in der Fachliteratur geschmökert und versteh´ auch so ein ganz klein wenig was davon.
Ich meine aber, einen Teil der obigen Erklärungen hätte ich Dir an anderer Stelle schon geschrieben.

Viele Grüße und wünsch´ Dir was

Bernd


demian60 Offline




Beiträge: 109

13.02.2006 13:48
#6 RE: Frage an Kenner der Psychopharmaka antworten

Hallo ihr da oben

Dank euch mal für die Bestätigung meines Verdachtes wegen der Apothekenfehlinformation. Mir ging es auch in erster Linie drum, daß ich hier keinen Tranqilizer schluck. Xanor (Alprazolam) z.B. soll ein schlimmer Tranqui sein und ein Freund von mir ist da echt in eine recht schwere Abhängigkeit gekippt. Finger weg, kann ich nur sagen. Oder zumindest strenge ärztliche Kontrolle. Und der Doc sollte ein guter sein. Mein Kumpel war nämlich unter psychiatrischer Kontrolle und der Doc wollte die Tabs nicht absetzen. Was rausgekommen is laß ich lieber mal weg.

Ja Bernd, einen Teil der Info hast du mir schon mal geschrieben und ich hoff auch, daß ich mir das jetzt endlich merk, mit dem sel. Seretonin-Wiederaufnahmehemmer. aber die Schwierigkeit ist dabei, daß ich es nicht versteh:

Ein Seretonin-wiederaufnahmehemmer bewirkt eine Anhäufung des gleichnamigen Glückshormon`s So hab ich es auch schon wo anderes gelesen, aber ich kapiers eben nicht

Spiegelmedis sind also beide; Sertralin und Trazopharm. O.K. Jetzt bin ich wieder ein Stückchen klüger

Dank nochmal und Gruß nach oben

[ Editiert von demian60 am 14.02.06 12:49 ]


Joosi Offline




Beiträge: 2.036

13.02.2006 14:04
#7 RE: Frage an Kenner der Psychopharmaka antworten

Hi Demian,

Zitat
Ein Seretonin-wiederaufnahmehemmer bewirkt eine Anhäufung des gleichnamigen Glückshormon`s So hab ich es auch schon wo anderes gelesen, aber ich kapiers eben nicht



Das Glückshormon Serotonin ist ein vom Körper selbst produzierter Stoff. Er kreist in deinem Blut und wird von Andockstellen im Gehirn aufgenommen. Wird zu wenig produziert oder von den Andockstellen zu viel aufgenommen, dann ist zu wenig davon im Blut. Das bewirkt, dass man sich besch... oder despressiv fühlt. Eine Methode, das körpereigene "Glückshormon" im Blut zu erhöhen, ist die Aufnahme zu hemmen z.B. mit dem Medikament das du nimmst. Einige Wochen dauert es, bis durch die verminderte Aufnahme an den Andockstellen immer mehr davon in deinem Blut kreist und du dich dauerhaft besser fühlst.

Wenn du das Medikament irgendwann absetzt, dann machst du es langsam, damit quasi die Andockstellen sich nicht mit einem Schlag auf das ganze Serotonin aus dem Blut stürzen und du somit sofort wieder einen Serotininmangel hättest. Wenn man sich langsam ausschleicht, reguliert der Körper und meines Wissens kann es dann sein, dass dein Serotonin-Haushalt in ausgewogenen Bahnen läuft.

So habe ich das verstanden - ich habe schon mal 1 jahr Fluoxetin genommen. Kam sehr gut mit klar, auch mit dem ausschleichen.

Liebe Grüße
Gaby


demian60 Offline




Beiträge: 109

13.02.2006 14:05
#8 RE: Frage an Kenner der Psychopharmaka antworten

Zitat
Gepostet von sole


Ein ähnliches Medi (Fluoxetin) nehme ich auch. Es macht nicht abhängig insofern, als es einen Spiegel bildet (Wirkung setzt erst nach mind. 2 Wochen ein) und nicht zur Dosissteigerung animiert, denn man spürt gar keine direkte Wirkung wie z.B. bei einem Tranquilizer (schlucken und Viertelstunde später ruhig).
Man muss es eben nehmen, das ist auch ne Art von Abhängigkeit.
Sole



Ich nehme mal an es ist beim Fluoxetin so wie beim Sertralin, daß man es langsam absetzen kann ausschleichen, wie der Bernd schrieb und dann wird es wohl darauf ankommen, wieweit man "Kraft" gesammelt hat, sich selbst zu motivieren, aktiv zu bleiben und Freude zu haben am Leben.

[ Editiert von demian60 am 14.02.06 12:49 ]


demian60 Offline




Beiträge: 109

13.02.2006 14:22
#9 RE: Frage an Kenner der Psychopharmaka antworten

Hi Gabi,

das ist auch eine gute Erklärung. Die versteh sogar ich

Die Anhäufung passiert im Blutkreislauf wenn im Gehirn die Aufnahme gehemmt wird. Und ist genug im Blut angehäuft, kann man langsam ausschleichen.

Sitmmt doch, oder

Gott, ich genier mich. Ich bin schon so alt und in so vielen Dingen hinten nach. Hab überhaupt keine Ahnung, in was für einem Vehikel ich da drinnen steck. Und weil ich mich nicht dafür genier, daß ich mich genier stell ich ganz einfach noch eine blöde Frage:

Wogenau wird das Glückshormon "beim Gesunden" produziert?

Im Gehirn selber? von da gehts in den Blutkreislauf? Um dann wieder von den Andockstellen im Gehirn aufgenommen zu werden?

Ist das richtig so oder unterlieg ich einem Denkfehler?

Ich dank euch für die Geduld mit mir

[ Editiert von demian60 am 14.02.06 12:50 ]


Biene2 Offline




Beiträge: 4.231

13.02.2006 14:45
#10 RE: Frage an Kenner der Psychopharmaka antworten

Hi Willi,

keine Sorge...ich bin auch Newbie im elitären Kreise der Glückpilleneinwerfer...und auch brennend daran interessiert,wie das so richtig funktionniert.

Bin auch ganz Ohr


Adebar Offline




Beiträge: 2.527

13.02.2006 14:52
#11 RE: Frage an Kenner der Psychopharmaka antworten

Hallo Willi!

Serotonin wird von den Nervenzellen,teilweise auch vom Nervengewebe gebildet.Es regelt unsere Körpertemp.,das Hungergefühl,den Schlaf und unser Gefühlsleben.

Ist zuwenig vorhanden,werden eben diese Punkte beeinträchtigt.
Der Serotoninaufnahmehemmer sorgt dafür,dass das S. als Übermittler nicht wieder von der Nervenendigung aufgenommen wird,sondern sich zwischen der Nervenendigung und der Zielzelle,dem sog."synaptischen Spalt",anhäuft.

LG
Inge


Skorpion King Offline




Beiträge: 88

13.02.2006 15:02
#12 RE: Frage an Kenner der Psychopharmaka antworten

Hallo Roswitha,

Inge hat Deine Frage ganz treffend beantwortet. Ich hab´ mich mit der Materie relativ intensiv befaßt, deswegen kenn´ ich mich da auch ein ganz klein bißchen aus.
Mit Blutkreislauf hat´s jedenfalls nix zu tun.

LG

Bernd


demian60 Offline




Beiträge: 109

13.02.2006 15:19
#13 RE: Frage an Kenner der Psychopharmaka antworten

Uiweh .... nix kreist im Blut ?
Jetzt steh ich da, ich armer Tor und bin so klug als wie zuvor

Aber macht nix , das mit den Nervenenden und der Zielzelle und der Anhäufung dazwischen versteh ich auch recht gut. Naja, gut is übertrieben ..... kann mir schon was vorstellen drunter :-)

@ Bernd ..... meinst du, daß man Serotonin - hab ich das jetzt richtig geschrieben - nicht im Blut nachweisen kann ?

[ Editiert von demian60 am 14.02.06 12:50 ]


Joosi Offline




Beiträge: 2.036

13.02.2006 15:24
#14 RE: Frage an Kenner der Psychopharmaka antworten



Zitat
Uiweh .... nix kreist im Blut



War auch nur eine Versinnbildlichung von mir. So wie es mir mal erklärt wurde. Ich glaube es ist auch gar nicht so wichtig zu wissen, wo was nun genau kreist bzw. in welchen Köperflüssigkeiten. ...außer natürlich man will Neurologe oder Hirnchirurg werden, dann wäre es schon gut, wenn man das wüßte.

Liebe Grüße
Gaby


Skorpion King Offline




Beiträge: 88

13.02.2006 15:32
#15 RE: Frage an Kenner der Psychopharmaka antworten

Hallo Willi,

nachweisen kann man da fast alles. Auch das Serotonin. Nur tut´s da nix. Und die Erklärung der Wirkung hab´ ich in der Mail doch hoffentlich jetzt verständlich ausgedrückt.
Wie Inge sagt, es wird in der Nervenzelle gebildet.
Weitere Erklärung siehe Mail.
Probier doch bitte mal, ob Du mir den Text nicht zurückmailen kannst. Ich möchte ihn gern, ohne Kommentare an Roswitha schicken,oder evtl. zensiert, bei Interesse allen zugänglich machen, aber nicht unbedingt den ganzen Roman nochmal schreiben.
Vielen Dank.
Bis heut´ Abend

LG

Bernd


Seiten 1 | 2 | 3
 Sprung  
disconnected Saufnix-Chat Mitglieder Online 7
Xobor Einfach ein eigenes Forum erstellen