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Saufnix
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Dieses Thema hat 118 Antworten
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 Akute Hilfe
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Reiner Offline




Beiträge: 1.036

06.08.2002 12:27
#46 RE: Wie gehts weiter? antworten

Hi- Miezekatz,

ich persönlich komme mir nicht vor wie ein

Zeuge Jehofas wenn ich hier poste. Ich will

ja hier niemand "bekehren" sondern

versuchen meine Hilfe zu geben und meine Erfahrungen

anderen Betroffenen zur Verfügung zu stellen. Natürlich

bin ich mit Dir einer Meinung daß für viele Betroffene

die SHG's eine sehr gute Hilfe auf dem Wege in eine

zufriedene Abstinenz sind. Aber nicht die Einzige!!!

Ich persönlich kann aber diese Empfehlung nicht geben

weil ich noch keine Gruppe besucht habe. Ich lebe aber

auch "schon" 25 Monate abstinent. Es gibt meiner Meinung

auch andere Arten der Komunikation oder des Erfahrungs-

austausches. Ich habe sehr gute Erfahrungen beim Besuch

meiner Suchtberatungsstelle gemacht.

Fazit: Möglichkeiten gibt es soooo viele!!

Es ist nur immer schwer für sich das Richtige zu finden.

Natürlich sind Sport und Ablenkung kein Allheilmittel aber

eine Krücke auf dem Weg in ein abstinentes Leben.

So nun muß ich schon wieder nachfragen: Was verstehst Du

unter


total abgewrackten Typenoder habt Ihr vieleicht

sogar welche bei Euch in der Gruppe???

Sich auf das Wort zum Mittwoch freuend


Miezekatz Offline




Beiträge: 731

06.08.2002 14:36
#47 RE: Wie gehts weiter? antworten

Hallo Scary Lady, hallo Reiner,

wenn ich hier so poste und darin eine Selbsthilfegruppe verkaufen will, dann komm ich mir gaaaanz leicht vor, wie bei den Zeugen, sonst natürlich nicht. Und was mich von den brav gekleideten Hausbesuchern auch noch unterscheidet ist: ich bin belehrbar und durchaus zugänglich für andere Meinungen. Ganz klar, dass jeder seinen eigenen Weg gehen muss und darf. Ich dachte nur, dass der Alleingang nicht der einfachste Weg ist. Meine Hochachtung gilt JEDEM Weg und jeder Person, die ihn geht.

Mit den "abgewrackten Typen" habe ich das so gemeint, dass ich einfach meine Gruppe vor Augen habe und wie sich eventuell Vorstellung und Tatsachen unterscheiden können, wenn man/frau/alki eine lebhafte Phantasie hat. Alle Typen sind mir hochwillkommen in meiner Gruppe. Ich gehe von meiner Phantasie aus und die hat mir früher in der Zeit "vor der Gruppe" ein sehr ulkiges Bild vermittelt. Unter Alkoholiker verstand ich die Leute, die auf Bahnhöfen rumlungern, auf Parkbänken schlafen, abgetakelte Hollywood-Größen hatte ich vor Augen usw. Aber ich kam für diese Bezeichnung absolut nicht infrage. Das habe ich ganz energisch von mir gewiesen. Ich, mit meinen teuren Klamotten und meinem Make-up im Gesicht. Ich bin eines sehr viel besseren belehrt worden. JAJA. Ich bin heute noch sehr dankbar, dass ich mich belehren liess, dass ich offen für alles war und alles was ich zum Guten für mich verwenden konnte auch angenommen habe. Da sassen die Profis und sie hatten ihre Geschichte, und ich sass da und war 4 Tage trocken und schämte mich und war ratlos und mit meiner Weisheit am Ende. Und ich habe bis heute nie wieder trinken müssen. Der Kobold, der böse Geist Alkohol, ist in seiner Flasche gebannt geblieben, wie ein Dschinni. Und wenn ich heute den Korken aufmache und probiere, ob es vielleicht nicht doch .. usw.usf. und nur ein bisschen usw.... dann befreie ich den Dschinni und ich bin wieder genau da, wo ich angefangen habe und wenn ich Pech habe, sogar noch ein Stück drunter.
Liebe Scary Lady, ich wünsche dir einen ganz festen Willen durchzuhalten und viele Leute, die dir dann zur Seite stehen, wenn der Wille mal brökelt. Wir sind alle Menschen und jeder hat irgendwann und besonders ganz am Anfang schwache Minuten, schwache Stunden oder Tage. Und dann brauchst du die anderen. Und in deren schwachen Momenten darfst du stark sein und für sie da sein. Das ist Selbsthilfe.

Ihr Lieben, das war mein Wort zum Dienstag Nachmittag, bis morgen hab ichs nicht mehr ausgehalten.


Grüsse von


Reiner Offline




Beiträge: 1.036

06.08.2002 18:12
#48 RE: Wie gehts weiter? antworten

Hi-Miezekatz,

Das Du es nicht bis morgen aushalten konntest darüber war

mir fast sicher. Freue mich aber von Dir eine ehrliche

Antwort bekommen zu haben. Ja zu den Zeugen kann ich nicht

viel sagen weil mir da die nötigen Hintergrundinformationen

fehlen. Aber vieleicht bekomme ich/wir die noch. Ich glaube

auf dem Board (andere Dikussionsseite) gibt es jemand der

das Wissen dazu hat. Ich stamme ursprünglich aus den neuen

Ländern und da giebt es wohl keine Haustür wo die netten

Damen und Herren noch nicht geklingelt haben. Soviel dazu.

Um was es mir eigentlich geht (und schon wieder stelle ich

ich eine Frage):

Die die wir trocken sind haben die sich nicht schon an-

gewöhnt, auf die "noch Nassen" wenn auch vielmals unbewusst

herabzublicken?? Deswegen spule ich mich manchmal an

diesen Ausdrücken so hoch. Blicken wir nicht manchmal

etwas geringschätzig auf Die, die noch nicht soweit im

Denken und im Handeln sind??

Weißt Du ich bekomme schon einen Hals wenn in der

Gesellschaft abschätzig über Alkoholiker gesprochen wird.

Aber das liegt daran das "Alkoholismus" im Augenblick noch

ein Tabuthema in unserer Gesellschaft ist. Blos wenn man

sich die Zahlen einmal vor Augen führt sieht man ganz klar

das die Tentenz rapide( Alkoholismus,Drogen usw.) ansteigt.

Deswegen verstehe ich manchmal nicht wieso wir Alkoholiker

auch schon wieder klassifizieren müssen. Warum wir nicht

einfach sagen: Wir sitzen alle im selben Boot und haben

alle die gleiche Krankheit, nur gehen wir unterschiedlich

damit um. Du und ich wir können uns wahrscheinlich

glücklich schätzen es rechtzeitig erkannt zu haben und

den Weg der uns unweigerlich immer tiefer geführt hätte

zu verlassen. Nur viele schaffen es erst sehr sehr spät

oder gar nicht. Deswegen gibt es für mich keine

Unterschiede in Bezug auf unsere Krankheit.

Sich auf das Wort des Tages freuend


Miezekatz Offline




Beiträge: 731

06.08.2002 19:27
#49 RE: Wie gehts weiter? antworten

Hallo Reiner,

lassen wir mal die Zeugen in Frieden ruhen, oder?
Ich glaube nicht, dass du gross was versäumt hast, wenn bei dir nur der Postmann 2 mal klingelte....

Du sprichst die Überheblichkeit an, die einen trockenen Alkoholiker vielleicht manchmal am Wickel hat, wenn er einem "Nassen" (ich mag das Wort auch nicht) begegnet. Auch was dieses betrifft, fühle ich mich in meiner Gruppe sehr aufgehoben. Dadurch, dass immer wieder ein noch trinkender, ein noch kämpfender Mensch zu uns kommt, werde ich damit konfrontiert, wie es bei mir am Anfang war. Ich vergesse meine Geschichte nicht und sehe, wohin ich gerate, wenn ich vergesse, wer und was ich bin. Das hat mit Herabblicken oder Überheblichkeit - bei mir wenigstens - überhaupt nichts zu tun. Ich fühle mich allen verbunden. Den Leuten, die zu uns kommen, den virtuellen Leuten hier im Netz, den Menschen, die mir begegnen. Ich habe Mitgefühl - kein Mitleid, wenn ich eine Begegnung in einem Supermarkt habe, die mir zu denken gibt oder wenn mir auf der Strasse eine schwankende Gestalt entgegen kommt. Was ich grundsätzlich meide, sind sogenannte Volksfeste, Bierzelte, Kneipen und sonstige Festivitäten, die im Alkoholdunst vernebeln. Da fühle ich mich nicht wohl, das ist nicht mehr meine Welt. Da ich sowieso eher heimlich zuhause getrunken habe, war es eigentlich auch früher nicht meine Welt. Aber das bier- oder weinseelige Getue, die sinnlosen Gespräche und die "Fahnen", die mir entgegenkommen, das ist absolut nichts für mich. Ich bin aber nicht überheblich und sehe das ganz nüchtern, im wahrsten Sinn des Wortes. Ich stehe keinen cm weiter oben als alle anderen Menschen. Allerdings auch keinen cm weiter unten, das muss ich mir immer klar machen. Nur "der Wille, mit dem Trinken aufzuhören" zählt. Nicht leiden kann ich fadenscheinige Argumente, Schuldzuweisungen an Dritte und wehleidiges Getue. Da muss ich mich manchmal dann daran erinnern, dass auch ich wehleidig war, auch ich herumgejammert habe und alles und jeden für mein Leid verantwortlich machte. Und aufhören zu trinken wollte ich jahrelang nicht. Ich wollte wissen, wie es geht, so zu sein wie die anderen, die keine Schwierigkeiten damit haben. Ich wollte das berühmte 3. oder 4. Glas stehenlassen können, nicht das 1. und das 2. Aber das klappt bei unsereinem nicht. Wir sind einfach "anders gestrickt" und wir sitzen alle in einem, im gleichen Boot. Das ist ein schöner Vergleich, besonders weil er mit Trockensein (im Boot) und ausserhalb des Bootes mit Ertrinken zu tun hat.

In wünsche uns allen einen Platz in diesem Boot.

In diesem Sinne einen sehr schönen Abend, eine gute Nacht und ein frohes Aufwachen!!

Liebe Grüsse von


Burkhard Tomm Bub Offline



Beiträge: 214

06.08.2002 20:06
#50 RE: Wie gehts weiter? antworten

Hallo, Ihr alle !

Reiner: Infos über die Zeugen habe ich
unter "Kuddelmuddel" gepostet.
(Endlich fragt mich mal jemand nach sowas !!)

Mietzekatz: Es ist schon erstaunlich-
Du hast zu diesem Thema hier glaube ich noch
kein einziges Wort gesagt, das ich nicht
eindeutig unterschreiben könnte, ehrlich !

Zum "Kobold": Ja, so kann ich es nun verstehen !

Alles Gute und
mfG:
TOM


richie Offline




Beiträge: 395

07.08.2002 11:35
#51 RE: Wie gehts weiter? antworten

So, nach einigen Tagen ohne Netz bin ich wieder da.
Wollte nur noch was zu dem Kobold sagen:
den kenne ich leider auch sehr gut. Und leider ist es auch so, dass seine Stimme nicht im laufe der Zeit kontinuierlich leiser wird, sondern dass die Lautstaerke unregelmaessig schwankt.
Natuerlich hat mir von Beginn an jeder gesagt, dass es nicht von Tag zu Tag besser wird, und dass nie der Zeitpunkt kommt, an dem man sich bequem zuruecklehnen kann und sagen kann "jetzt hab ich's geschafft", aber irgendwie hab ich's mir unbewusst wohl doch so vorgestellt.
Des langen Geschwafels kurzer Sinn: ich muss (leider) feststellen, dass (abgesehen von den allerersten Tagen der koerperlichen Entzugssymptome) mir das Nicht-Trinken in den ersten Monaten viel leichter fiel als jetzt.


Reiner Offline




Beiträge: 1.036

07.08.2002 13:28
#52 RE: Wie gehts weiter? antworten

Hi-Richie,

Mit dem Kobold verhält es sich genauso wie im wirklichem

Leben. Um so besser man seine Gegner kennt desto besser

kann mann sich vor Ihnen schützen.








Des langen Geschwafels kurzer Sinn: ich muss (leider)

feststellen, dass (abgesehen von den allerersten Tagen

der körperlichen Entzugssymtome) mir das Nichttrinken

in den ersten Monaten leichter fiel als jetzt.


Richie: Meine Meinung dazu:

Genau sokündigen sich Rückfälle an.

Nachgefragt: Warum fällt Dir das Nicht-Trinken

auf einmal schwerer?


Falls ich mit meiner Theorie falsch liege (was wünschens-

wert wäre) lohnt es sich trotzdem darüber nachzudenken.

Wer nicht fragt bekommt auch keine Antworten


richie Offline




Beiträge: 395

07.08.2002 14:49
#53 RE: Wie gehts weiter? antworten

Zitat
Gepostet von Reiner
Genau sokündigen sich Rückfälle an.



Ja, das weiss ich auch - ich hab ja im Moment auch Angst vor mir selbst....

Zitat
Gepostet von Reiner
Nachgefragt: Warum fällt Dir das Nicht-Trinken
auf einmal schwerer?




Warum ? Weiss ich selbst nicht so genau.

Vielleicht weil im Laufe der Zeit die Verdraengung einsetzt (?)
(an sich ja ein sinnvolles Verhalten der Psyche, sonst koennte man nach traumatischen Erlebnissen (Kriege, etc....) kaum mehr weiterleben - im Zusammenhang mit Alkoholismus aber verdammt gefaehrlich).

Vielleicht weil ich am Anfang total euphorisch war und Tage, Wochen, Monate gezaehlt habe. - Mittlerweile ist das Nicht-Trinken aber zur "Gewohnheit" verkommen. (?)

Der Kobold schleicht sich auch immer dann an, wenn (kurzfristig) keine Folgen waeren, also wenn ich z.B. am naechsten Tag frei hab und mich ausschlafen koennte...

Ich weiss auch nicht so recht, was im Moment mit mir los ist - ich hoffe nur, das vergeht wieder...


Miezekatz Offline




Beiträge: 731

07.08.2002 16:51
#54 RE: Wie gehts weiter? antworten

Lieber Richie,

du schreibst, dass du gerade an einem kritischen Punkt angekommen bist, an dem das Nichttrinken zur Gewohnheit geworden ist. Und dann guckt da öfter ein Geist aus der Gedankenschublade und raunt einem ins Ohr, ach so ein Glas und das wärs doch und danach wieder aufhören und warum nicht und so....JAJA. Hau diesem Geist eins auf's Maul (sorry) und schreib hier und geh in deine Gruppe oder telefoniere mit irgendjemanden. Mich hat heute morgen eine liebe Freundin aus meiner Gruppe angerufen. Sie ist krank, liegt im Bett und dachte einfach, jetzt ruft sie mich mal an. Und ich sass zuhause rum, wir haben Handwerker, konnte nicht viel nebenher machen aber auch nicht weggehen. Wir haben 40 Minuten sehr schön miteinander telefoniert. Und ich hatte hinterher ein sehr gutes, aufgeräumtes Gefühl. Vorher war ich kribbelig und müde und schlecht gelaunt. Aber ich hatte das Glück, angerufen worden zu sein. Selbst hätte ich nicht unbedingt zum Hörer gegriffen. Ich bin ein Telefon-Muffel...

Es ist überhaupt kein Unterschied, ob einer eine Woche, einen Monat, ein Jahr oder 10 Jahre trocken ist. Das erste Glas ist schnell wieder getrunken, wenn man nicht aufpasst. Wenn man eine gewisse Zeit nichts mehr trinkt, ist es etwas albern noch die Tage und Monate zu zählen. Ich habe das ganz klar auch getan, und war schrecklich stolz als ein Jahr herum war. Aber irgendwann wirds zur Gewohnheit, ist es nicht mehr DAS Thema. Aber genau diesen Wunsch hatte ich am Anfang meines Trockenseins auch. Das der Alkohol irgendwann für mich nicht mehr DAS Thema sein möge. Ich kann an seine Stelle unendlich viel packen. Die Energie dazu habe ich, das habe ich in der Zeit, als ich noch getrunken habe, bewiesen. Ich kann unheimlich viel Kraft aufwenden, wenn ich etwas ganz besonders möchte. Ich hoffe, du kannst diese Kraft aufwecken, damit sie dich aus der momentanen Krise herausholt. Dieses unsichere Gefühl geht vorbei, so sicher wie das Amen in der Kirche.

Sei umarmt von

Miezekatz


Reiner Offline




Beiträge: 1.036

07.08.2002 18:15
#55 RE: Wie gehts weiter? antworten

Hi-Richie,

habe selbst im Moment ein paar kritische Tage. Leide

an Schlaflosigkeit. Deswegen sitze ich nicht selten

bis früh vor dem Rechner. Ich weiss aber auch um die Gründe

warum das so ist. Ich habe mir angewöhnt immer etwas da-

gegen zu tun und nicht abzuwarten bis es zum Crash

(Rückfall) kommt. Dein "Ist"- Zustand geht auf keinen Fall

von von ganz allein weg.(Zum Thema "Selbstauflösung" hatte

ich hier auch schon gepostet).Ich zum Beispiel beschäftige

mich zum Beispiel so intensiv wie noch nie mit dem Thema

"Alkoholismus". Dem zufolge rückt auch mein eigenes Leben

in den Vordergrund. In dem ich hier sehr intensiv schreibe

bin ich auch immer gezwungen mich mit mir selbst

auseinander zu setzen. Und ich finde für mich ist es ein

guter Weg. Indem ich mich durch dieses Forum mit den

Situatione anderer auseinander setze bleibt auch immer

wieder für mich was hängen.

Aber es kann nur jeder für sich das Richtige finden.

Was mir gut tut kann bei einem anderen genau das Gegen-

teil bewirken.

Zitat:

"Der Kobold richtet es sich immer so ein, wenn kurzfristig

keine Folgen wären"

Versuche doch einfach immer für Folgen zu sorgen. Denn

Folgen gibt es so und so.

Vorschlagnicht ganz ernst gemeint)

Wenn der Kobold Freitags anklopft sage Ihm du müßtest

Sonnabend früh in die Firma an der Entwicklung der

"Röntgenkleinwinkelstreuanlage "NanoSTAR" arbeiten. Und

erkläre Ihm das geht nur nüchtern.

So Richie ich hoffe mal Dir mit meinem Post etwas Hilfe

gegeben zu haben.


richie Offline




Beiträge: 395

08.08.2002 14:27
#56 RE: Wie gehts weiter? antworten

Hi Reiner, Mietzekatz & Everybody,

danke fuer Euren Zuspruch.
Heute geht's mir auch schon wieder besser.
Aber ich muss sagen, irgendwie aergert es mich zur Zeit schon ziemlich, wie ich merke, dass ich diese Krankheit den Rest meines Lebens mit mir herumschleppen muss.


Miezekatz Offline




Beiträge: 731

08.08.2002 16:10
#57 RE: Wie gehts weiter? antworten

Hi Richie,

gut, dass es dir besser geht.

Du musst diese Krankheit zwar dein Leben lang mit dir rumschleppen, aber wir alle helfen dir tragen und du hilfst uns. Gemeinsam schaffen wirs.


Dir alles Liebe von
Miezekatz


Reiner Offline




Beiträge: 1.036

08.08.2002 16:28
#58 RE: Wie gehts weiter? antworten

Hi-Richie,

Zitat
Heute geht's mir auch schon wieder besser.



Glaub ich Dir nicht!!!!

Ich glaube eher Du versuchst im Moment vor Dir selbst

davon zu laufen. Die Gründe weißt nurDu.

Davonlaufen funktioniert aber nicht. Haben wir alle

schon probiert.



Zitat
Aber ich muss sagen, irgendwie aergert es mich zur Zeit schon ziemlich, wie ich merke, dass ich diese Krankheit den Rest meines Lebens mit mir herumschleppen muss.



Auch das glaub ich Dir nicht!!!!

Warum?:

Wieso ärgert es Dich gerade jetzt?

Du bist ja nun schon eine ganze Zeit trocken und weißt

auch schon seit Deiner SelbsteinsichtIch bin Alkoholiker

das die Krankheit nicht heilbar ist sondern nur durch

unseren Willen zum Stillstand gebracht werden kann.

Ich glaube zu wissen daß Du diese Fomulierung selbst schon

einmal gepostest.( ich lese übrigens auch in anderen Foren)

Also frage ich Dich warum geradeJetzt?

Wenn Du mir, was sag ich, wenn Du Dirdiese Frage

ehrlich beantwortest kommst Du auch hinter die Gründe

Deiner Stimmungsschwankungen oder mal hart gesagt Deines

Saufdruckes.

Und diese Gründe musst Du versuchen auszuräumen ( gelingt

nicht immer auf Anhieb).Sonst läufst Du Dein ganzes Leben

vor Dir selbst davon. Und diese Belastung so glaube ich

wird so stark sein dass Du dran zerbrichst.

Sorry Richie ich will Dir auf keinen Fall zu nahe treten.

Ist nur meine Ehrliche Meinung. Denn es bringt keinem von

uns was wenn wir uns Honig ums Maul schmieren.

Denk mal drüber nach.


Miezekatz Offline




Beiträge: 731

08.08.2002 17:52
#59 RE: Wie gehts weiter? antworten

Hallo Reiner,

es gibt was zwischen "Honig ums Maul schmieren" und ständiger Selbstanalyse, warum und wieso ich nun grad schlecht drauf bin, unzufrieden bin, warum dies und jenes so abläuft und nicht anders usw. Es gibt meiner Meinung nach gewisse Tatsachen im Leben, die man einfach akzeptieren muss, und da gehört u.a. unsere Krankheit dazu. Wenn ich - einmal trocken und einsichtig geworden - die Garantie hätte für ein Leben ohne Stimmungsschwankungen, wäre ich ja praktisch geheilt und eine Heilung gibt es für mich nicht. Nur ein "zum Stillstand bringen". Mir reicht das und ich nehme ein Leben mit Hochs und Tiefs gerne hin. Ich muss nur sehr achtsam auf mich sein, ich muss mir immer wieder klarmachen, wer und was ich bin, ich darf z.B. nie zu hungrig, zu durstig, zu erschöpft sein. Ich muss auf meine Körpersignale achten und sorgsam mit mir umgehen. Das warum-wieso-wieso ich habe ich für mich längst abgehakt. Ich versuche, meine Gedanken-Karussells, wenn sie halt mal kommen und sie kommen, ob ich will oder nicht, zu bändigen und zu beruhigen. Dafür gibt es Lösungen, ich glaube, da muss jeder seine eigene Methode finden. Hier fiel schon der Hinweis auf Sport, es geht auch mit Spaziergängen, Musik, Meditation, Gebet, Gespräche.... es geht sogar mit Wohnung putzen!! ach da gibt es unendlich viele Möglichkeiten.Und ich versuche gute Laune und Lebensfreude zu erhalten und zu hegen und zu pflegen. Ich möchte ein optimistisches Leben führen, ein heiteres, lichtvolles und nicht im Dunkeln herumschleichen. Ich will mich nicht bestrafen, weil ich an einer Krankheit leide, für die ich nichts kann. Ich kann nur etwas dafür, wenn ich nichts für mich tue. Diese Erfahrungen habe ich für mich gemacht. Ich muss sie mir auch immer wieder ins Bewußtsein rufen, und das tue ich, indem ich in meine Gruppe gehe und den Kontakt zu den Menschen pflege, die in meinem Boot sitzen. Zusammen gehts irgendwie. Für mich.


Liebe Grüsse von


Reiner Offline




Beiträge: 1.036

08.08.2002 19:32
#60 RE: Wie gehts weiter? antworten

Hi-Miezekatz,

Kommen wir zum Zwiegespräch:

Ich glaube Du hast mich falsch verstanden. Diese Situation

in der sich Richie im Augenblick befindet habe ich selber

schon durchlebt. Er ist ja nicht nur " schlecht drauf"

sondern stand, steht kurz vor oder nach einem Rückfall.

Und in dieser Situation hilft nun mal nur eine gründliche

Selbstanalyse, der Besuch einer Gruppe oder andere

"Krücken". Oder vieleicht die bohrenden Fragen eines

anderen Boardbenutzers??

Er muss einfach darüber nachdenken. Denn ich halte nichts

von Selbstauflösung. Probleme müssen von uns selbst gelöst

werden. So ist's richtig. Das Beispiel "Honig" war auf

keinen Fall auf Dich bezogen. Wenn ich natürlich schon

über Jahre abstinent lebe weiß ich natürlich mit meinen

Stimmungsschwankungen umzugehen. Das ist bei Riechie aber

nicht der Fall. Und einmal mehr zum Nachdenken angeregt

zu haben ist besser als einmal zu wenig.

Ansonsten stimme ich dem vorangegangenem Post von Dir zu.

Übrigens wo war heut mein Smilie?


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