Sie sind vermutlich noch nicht im Forum angemeldet - Klicken Sie hier um sich kostenlos anzumelden Impressum 
Saufnix
Sie können sich hier anmelden
Dieses Thema hat 18 Antworten
und wurde 2.070 mal aufgerufen
 Deine eigene Alkoholkarriere
Seiten 1 | 2
Micha Offline



Beiträge: 5

06.07.2015 12:32
Mein harter Weg antworten

Hallo alle zusammen,
ich möchte euch berichten,wie mein letzter kalter Entzug war weg von der Weißweinkarriere.
Ich habe mir in unregelmäßigen Abständen immer wieder die Kante gegeben, so circa zehn Tage lang am Stück bis zu 2,5 Liter Weißwein am Tag , danach habe ich kalt entzogen und hatte das letzte Mal ein hammerharten Entzug mit fast allen Erscheinungen Ichmußte mich krank schreiben lassen und habe gelitten wie ein Hund ,hätte normalerweise ins Krankenhaus gehört.
Nun ist alles vorbei und ich habe mit mir selber einen schriftlichen Vertrag gemacht, dass mir kein Alkohol mehr in die Wohnung kommt und Weißwein Geschichte ist.
Ich wollte ursprünglich am Ersten Entzugstag noch eine letzte Flasche Wein konsumieren , um den Entzug nicht zu hart werden zu lassen, hatte die Flasche auch schon aufgeschraubt, nach langem Nachdenken dann doch komplett weggeschüttet.
Dafür war der Entzug ultra und ich würde das aus jetziger Sicht nicht nochmal von 100 auf 0 in einem Zug runterfahren.
Nun bin ich durch und hoffe, ich kann meinen Plan halten.
Schnaps vertrage ich übrigens gottseidank gar nicht und von Rotwein bin ich auch geheilt.
Welche Erfahrungen habt ihr mit kaltem Entzug?
Beste Grüße von Micha


Jetzisabergut Offline




Beiträge: 2.533

06.07.2015 13:01
#2 RE: Mein harter Weg antworten

Hey Micha, willkommen hier-



Der Versuch hat manchen ins Grab gebracht, oder ihm ein Delir vom Feinsten beschehrt.
Versucht, hat es - so denke ich- jeder Alki schon einmal oder auch mehrfach-ich habe bestimmt 15-20 mal versucht.
Heute kann ich nur Jedem davon abraten.

Es ist immer dieselbe Angst ,wenn Jemand so etwas tut.

Die Angst entdeckt zu werden oder am Montag nicht zur Arbeit erscheinen zu können.

Richtige Angst bekam ich, nachdem 1 Fl. Jägermeister 0,7 keine Wirkung mehr zeigte, ich war so vergiftet, mehr ging offenbar nicht und es ging mir so schlecht,konnte nicht schlafen, das Koma wollte nicht einsetzen.

Heute gibt es genug Möglichkeiten, nicht kalt entziehen zu müssen. Jedes Krankenhaus sollte inzwischen auch Erfahrungen damit haben.

Also die zitterischen Finger wech, vom kalten Entzuch!

Es kann lebensgefährlich sein.

LG Peter

_______________________________________________
Ich bin,wie ich bin,die Einen kennen mich,die Anderen können mich....
C.Adenauer


1 Mitglied findet das Top!
TheWidth Offline




Beiträge: 579

06.07.2015 13:15
#3 RE: Mein harter Weg antworten

Alles vorbei? Du bist "durch"?

Körperlich überstanden hast du einen Entzug erst nach mindestens 8 Tagen mit Alkoholspiegel NULL. Wenn du also am Tag vor dem Entzug 2,5 Flaschen Wein intus hattest, wären das mindestens 10 Tage. Erst dann kannst du potentiell lebensbedrohliche Entzugssymptome wie z.B. Kreislaufzusammenbruch ausschließen.

Wenn du das tatsächlich geschafft hast, dann herzlichen Glückwunsch, mach was draus! Lass dir die Erlebnisse eine Lehre sein und merke dir: beim nächsten Mal wird es schlimmer.

Ich spreche aus Erfahrung, habe allerdings immer schrittweise entzogen. Ist in der Tat ein gutes Gefühl, es alleine zu schaffen, aber:

Ich würde niemandem zu einem kalten Entzug raten!

The piano keys are black and white
But they sound like a million colours in my mind (Katie Melua)


Micha Offline



Beiträge: 5

06.07.2015 16:09
#4 RE: Mein harter Weg antworten

Ja, nun ist eine Woche fast herum und als letztes hat das Zittern aufgehört.
Dadurch, dass ich den Wein weg gelassen und danach zu wenig Wasser zu mir genommen habe, bin ich völlig dehydriert, ohne es zu merken, gerade bei der letzten Hitzewelle, nicht mal Kopfschmerzen.
Nun erst, nach etwa 7 Liter Wasser sind alle Vorräte wieder im grünen Bereich und auch die Verdauung ist wieder völlig in Ordnung Mein Problem ist, dass ich mit Konflikten nicht umgehen kann, dadurch entsteht der Druck, mir fehlt die richtige Lösungsstrategie statt zu saufen.
Ist wichtig für mich, mit euch darüber hier austauschen zu können.
Grüßen von Micha


Brida Offline



Beiträge: 36

06.07.2015 16:51
#5 RE: Mein harter Weg antworten

Hallo Micha,

möchtest Du Dich einer Selbsthilfegruppe anschließen? Das hat mir bisher sehr geholfen, nüchtern zu bleiben. Und je nachdem wo Du wohnst, kannst Du quasi jeden Tag in eine Gruppe gehen, wenn Druck entsteht und dann dort darüber sprechen.

Viele Grüße von Brida


Boe Offline



Beiträge: 1.809

06.07.2015 17:44
#6 RE: Mein harter Weg antworten

Mojn Micha,
schön, dass Du trocken bleiben möchtest. Und schön, dass DU Dein Konfliktproblem angehen möchtest. Die Flasche stehen zu lassen...ich fürchte das wolltest Du schon öfters.

Also her mit dem Masterplan. Wie wäre es mit einem Therapeuten, der Dir Lösungswege aufzeigt und DIch aus dem Dilemma begleitet...oder ein Schritt kleiner, Yoga, Entspannungsübungen, Stressabbau nach dem Job. Da kann auch ein Auspowersport wunder wirken. Egal was, fang an über Schatten zu springen.

...................................
Leichtigkeit


Micha Offline



Beiträge: 5

06.07.2015 19:33
#7 RE: Mein harter Weg antworten

Hallo Brida
ich komme aus Berlin und habe auch beim KB hier in der Nähe schon .angerufen.
Mir fehlt noch der Mut, hinzu gehen und mir einzugestehen, dass ich drinhänge in der Spirale.
Grüße von Micha


Micha Offline



Beiträge: 5

06.07.2015 19:42
#8 RE: Mein harter Weg antworten

Du hast es voll erkannt.
Ich bin einmal wöchentlich bei der Medi dabei und mache normalerweise regelmäßig Ausdauersport.
Normalerweise, dann kommt wieder ein Anlass, ich geb mir eine Weile die Kante bis zum Break und brauch dann eine Weile, bis es wieder läuft.
Während der Alkzeit ist natürlich nichts mit all den guten Aktivitäten.
Grüße von Micha


Brida Offline



Beiträge: 36

07.07.2015 09:37
#9 RE: Mein harter Weg antworten

Guten Morgen Micha,

Berlin ist ja super, da kannst Du ja quasi rund um die Uhr zu z. B. den AAs gehen. Ich kann nachvollziehen, dass Dir der Mut fehlt, so ging es mir auch. Aber ich wurde so herzlich aufgenommen, dass ich sehr sehr froh bin, dass ich den Schritt gewagt habe. Und Du musst dort auch nichts sagen, wenn Du nicht möchtest, keiner drängt Dich.

Ich habe jetzt eine ambulante Therapie in Angriff genommen und ich glaube, das hätte ich nicht geschafft, wenn ich nicht schon Unterstützung von einer Selbsthilfegruppe erfahren hätte.

Und das Eingeständnis kann auch sehr befreiend sein. War es jedenfalls bei mir. Endlich ist mal eine Entscheidung getroffen.

Viele Grüße
Brida


4 Mitglieder finden das Top!
Micha Offline



Beiträge: 5

07.07.2015 13:29
#10 RE: Mein harter Weg antworten

Hallo Brida,
hättest du es ohne Therapie geschafft?
Wie viele eigene Entzüge hattest Du hinter Dir ,bevor Du zur Therapie bist?
Viele Grüße von Micha


Brida Offline



Beiträge: 36

07.07.2015 17:56
#11 RE: Mein harter Weg antworten

Hallo Micha,

ich konnte ja allein aufhören und musste auch nicht entgiften. Ich bin also nicht körperlich abhängig, dafür aber psychisch. Deshalb weiß ich nicht, ob ich es auch ohne Therapie schaffen würde. Ich denke, es geht ja auch nicht darum, nur nicht zu trinken, sondern herauszufinden, warum ich getrunken habe. Und zu trainieren, ohne Alkohol zu leben. Ich gehe jedenfalls auf Nummer sicher und mache diese Therapie. Und die ambulante Therapie ist wirklich eine gute Sache. Allerdings muss man verschiedene Voraussetzungen mitbringen.

Entzüge hatte ich bis zu meinem Trinkende nicht wirklich, da ich mir zwar immer mal vorgenommen hatte, nichts zu trinken, aber immer nur für einen bestimmten Zeitraum (den ich übrigens nie einhalten konnte, egal wie kurz er war).

Grüßle von Brida


newlife Offline




Beiträge: 3.489

07.07.2015 18:22
#12 RE: Mein harter Weg antworten

mir stellen sich da die Nackenhaare zu Berge, wenn ich das lese. Ist schon lange her, vor 2009 hab ich auch immer versucht selbst runterzukommen. Ich hab dann aber wenigstens noch die "lauwarme" Methode genommen. Gefunzt hats nie wirklich. Wenn ichs nicht ausgehalten hab, hab ich halt getankt und gut.

Es war manchmal knallhart, ein anders Mal aber auch mal wieder sanfter und ich konnte ein paar Tage mal weniger trinken. Ganz auf Null bin ich nie gegangen, hatte ich aber damals auch nicht vor. Mir hatte es seinerzeit gereicht, nicht ständig besoffen zu sein.

Enjoy the freedom...


MichaelKleeberg2 Offline



Beiträge: 262

07.07.2015 19:12
#13 RE: Mein harter Weg antworten

Hallo und willkommen,
90 Tage gleich 90 Meetings ist die Empfehlung der aa.
so kommst du über die ersten monate, lernst gleich die Basic s und nette Leute kennen.
donnerstag, kastanienallee, Prenzlauer berg


1 Mitglied findet das Top!
MichaelKleeberg2 Offline



Beiträge: 262

07.07.2015 20:00
#14 RE: Mein harter Weg antworten

Hallo Micha,
hier ist der link mit den meetings. 20 Uhr geht's los.

https://www.anonyme-alkoholiker.de/conte...=10&titel=h04de

Es gibt nichts gutes, ausser mann tut es.


1 Mitglied findet das Top!
vicco55 Offline




Beiträge: 2.562

07.07.2015 21:26
#15 RE: Mein harter Weg antworten

Na ja, 90 Tage 90 Meetings passt ja dann, wenn Micha keine professionelle Therapie machst. <Zwischenfrage>Mich würde mal interessieren, wer von den Langzeittrockenen das so durchgezogen hat. Ich kenne keinen</Zwischenfrage> Jedenfalls biste dann uU die eine Abhängigkeit los und hast uU ne andere an der Backe MMn reicht erst mal, eine Stammgruppe zu suchen. Micha hat ja schon Kontakt aufgenommen. Natürlich ist es gut, daß er in Berlin rund um die Uhr in ne Gruppe gehen kann, wenn er Druck hat - egal ob AA oder KB oder ...

Micha, von mir auch ein herzliches Willkommen. Mein Tipp lautet auch: spring über Deinen Schatten und gehe zu einer Gruppe. Wenn die eine nicht passt, dann versuche es bei der nächsten. Mich meiner Sucht vor anderen zu bekennen, war die halbe Miete auf meinem Weg in die Abstinenz


1 Mitglied findet das Top!
Seiten 1 | 2
 Sprung  
disconnected Saufnix-Chat Mitglieder Online 1
Xobor Einfach ein eigenes Forum erstellen