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Saufnix
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Dieses Thema hat 18 Antworten
und wurde 2.074 mal aufgerufen
 Deine eigene Alkoholkarriere
Seiten 1 | 2
Mary61 Offline




Beiträge: 6.128

07.07.2015 21:26
#16 RE: Mein harter Weg antworten

Zitat von Micha im Beitrag #1
Welche Erfahrungen habt ihr mit kaltem Entzug?


persönlich,
zu meinem glück war ich nicht alleine, meine damals 16-jährige tochter war daheim.

( und das ich ihr Das angetan habe empfinde ich heute noch schlimmer, dümmer und unverandwortlicher als die depperte eselei mit dem kalten entzug selber! )

ich war bereits in einer shg und hatte einige tage später den termin zur qualifizierten entgiftung in der klinik.
aber ich schämte mich furchtbar und wollte möglichst nicht dahin.
also hörte ich einfach auf zu trinken.
und dachte so nicht in die klinik zu müssen.
wie schwer kann das denn schon sein, haubtsache ich bin einsichtig, hab den willen und gehe hinterher brav in die gruppe ....



jedenfalls weiß ich davon nicht mehr viel, aber meine tochter bekam soviel angst
das sie meinen gruppenleiter anrief wärend ich schwitzend und frierend zugleich, zitternd so das ich nichts festhalten konnte und galle kotzend
mich auf dem sofa krümmte und mit personen sprach die garnicht da waren.

der kam sofort und brachte sekt mit den er mir einflößte und blieb bei mir bis es wieder besser ging.
er stellte mir eine zweite flasche dahin mit der auflage davon zu trinken wenn das zittern wieder anfangen sollte.

ich war böse und dachte das er das ironisch meinte und beteuerte unter tränen nichts getrunken zu haben.

jedenfalls nahm er mir das versprechen ab diesen hirnverbrannten blödsinn zu lassen und wie geplant in die klinik zu gehen
und meiner tochter, sofort einen krankenwagen zu rufen beim kleinsten verdacht das ich entzüglich würde.

einige tage später schon in der klinik,
hätt ich mir wegen meiner völlig unnötigen und übertriebenen scham und den ganzen daraus resultierenden gefährlichen theater
selber in den hintern beißen können

das ist ende des monats 14 jahre her .....

seit dem viele viele schauergeschichten und dramatische persönliche schilderungen von kalt entziehern gehört
und bei einigen auch miterlebt.
meine persönliche bilanz sind bisher 3 beerdigungen von menschen die ich durch die selbsthilfe kannte
die sich auf grauenvollste und unnötiger weise selbst kalt ins grab entzogen haben.
bin aber sicher das es nicht bei der zahl bleiben wird.

--------------------------------------------------------------------------------------------------- "Begehe nicht den Fehler, nicht zwischen Persönlichkeit und Verhalten zu unterscheiden.
Meine Persönlichkeit ist wer oder was ich bin.....
..... Mein Verhalten hängt davon ab wer du bist."


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Lauralisja Offline




Beiträge: 1.644

08.07.2015 09:45
#17 RE: Mein harter Weg antworten

Zitat von vicco55 im Beitrag #15
Na ja, 90 Tage 90 Meetings passt ja dann, wenn Micha keine professionelle Therapie machst. <zwischenfrage>Mich würde mal interessieren, wer von den Langzeittrockenen das so durchgezogen hat. Ich kenne keinen</zwischenfrage> Jedenfalls biste dann uU die eine Abhängigkeit los und hast uU ne andere an der Backe MMn reicht erst mal, eine Stammgruppe zu suchen. Micha hat ja schon Kontakt aufgenommen. Natürlich ist es gut, daß er in Berlin rund um die Uhr in ne Gruppe gehen kann, wenn er Druck hat - egal ob AA oder KB oder ...

Micha, von mir auch ein herzliches Willkommen. Mein Tipp lautet auch: spring über Deinen Schatten und gehe zu einer Gruppe. Wenn die eine nicht passt, dann versuche es bei der nächsten. Mich meiner Sucht vor anderen zu bekennen, war die halbe Miete auf meinem Weg in die Abstinenz


Hallo Vicco,

ich hab das tatsächlich so gemacht. Mir hat es sehr gut getan. Ich hatte mich ja noch während der Entgiftung von meinem damaligen Partner getrennt und hatte in meiner neuen Wohnung anfangs nur eine Matratze, einen Wasserkocher und einen Fernseher. War nicht so kuschelig und ich hing ziemlich in der Luft. Zu mir hatte ich damals so gar nicht gern Kontakt.
Mir hat das gut getan, auch wenn einige in meinem Umfeld genauso geguckt haben wie Du, wenn sie von einer neuen Abhängigkeit sprachen. Mir war das ziemlich wurscht, weil ich lieber NA-abhängig als Drogenabhängig sein wollte. Außerdem machen eine Menge Leute jeden abend das Gleiche, warum also, sollte es gefährlich sein, sich jeden abend in cleaner Umgebung mit cleanen Leuten zu treffen?

Als ich das nicht mehr so brauchte, bin ich auch nicht mehr so oft hin. Irgendwann nur noch zu meinem Stammmeeting und wenn was drückte auch mal fremd. Zur Zeit habe ich nicht das Bedürfnis und gehe gar nicht. Sollte jeder machen, wie er es braucht.

LG Uta

"Großer Gott, laß meine Seele zur Reife kommen, ehe sie geerntet wird!" Selma Lagerlöf


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Clavis Offline




Beiträge: 1.088

08.07.2015 12:03
#18 RE: Mein harter Weg antworten

Ich halte es auch wie Uta.

Für viele war die Möglichkeit "90 Tage, 90 Meetings" notwendig, um zu überleben.
AA hat ein Programm, dass zum einen hilft, trocken zu bleiben, zum anderen, "nüchtern" zu werden und sich weiter zu entwickeln.
Und das ist meiner Meinung nach eine lebenslange Aufgabe.

Es wurde in Zeiten geschaffen, wo es noch nicht so viele therapeutische Möglichkeiten gab.

Von daher hat es seine Berechtigung.

Viele wollen einfach nicht zu einem "Seelenklempner" und bevorzugen solch anonyme Gruppen.

Ich fühle mich frei, muss nichts, darf (fast) alles und bin dankbar für die vielen Hilfen, die ich bisher schon bekommen habe.

Und ich danke den Freunden in den AA-Gruppen, die mich anfangs enorm unterstützten.



Viele Wege führen nach Rom - aber nicht "Alle"

Achte auf Deine Worte, sie könnten Wirklichkeit werden

Die Wahrheit macht Dich frei, aber vorher macht sie Dich fertig

Ratschläge sind auch Schläge








Dankbar frei von Alkohol-Nikotin-Medikamenten und anderen Drogen, auch frei von vielem Anderen -
Frei eben.


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newlife Offline




Beiträge: 3.489

08.07.2015 22:32
#19 RE: Mein harter Weg antworten

ich habe das zwar so nicht gemacht, aber ich bin überzeugt, dass es wirklich helfen kann. Ich gehe seit meiner 2. LZT zu AA und auf einmal kann sogar ich clean leben und sogar behaupten mehr Zufriedenheit in mir zu tragen, als je zuvor, auch wenn ich für manche Dinge noch etwas Zeit brauche.
Das ist natürlich nicht alles. Von nix kommt nix. Habe meinen Bekanntenkreis fast komplett ausgetauscht und wenn ich daran festhalten kann, sehe ich mich auf einem wirklich guten Weg. Ich muss natürlich auch dazu sagen, dass ich mich bei meinen Aktivitäten und meiner Freizeitgestaltung sehr wohl fühle. Das ganze muss dir ja auch gefallen und nicht erzwungen bzw. aufgesetzt wirken. AA ist aber ein Teil von dem Ganzen und ich fühle mich einfach gut aufgehoben.

Enjoy the freedom...


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