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Saufnix
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Dieses Thema hat 68 Antworten
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 Akute Hilfe
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Bärenpapa Offline



Beiträge: 18

03.10.2013 15:34
#16 RE: Drehe mich ständig im Kreis - wie heraus kommen? antworten

Ja, wenn man den Alkoholgehalt rechnet, kommts aufs gleiche raus, dauert nur länger. Aber:
- von Schnaps wird mir schlecht, ich kann das Zeug (egal was) nicht riechen. Konnte auch nie nachvollziehen, was einige am "guten" Whisky fanden....
- Weisswein ekelt mich an, bähhh
- Rotwein vertrage ich nicht, nach 1 Flasche fahr ich komplett Karusell (warum eigentlich, wenn ich die mehrfache Menge an Bier trinke...)

Vielleicht liegts auch am Trinktempo, welches bei Bier bei mir sehr hoch ist. Auffällig ist es im Biergarten; wenn die Begleitung noch am ersten Weizen nippt, steht bei mir schon das dritte!!

Ich habe 2004 mit dem Rauchen aufgehört, aber nur, weil es mir körperlich absolut mies ging (Husten, Asthma, Kreislaufprobleme). Das aufhören war zwar hart, aber ich hatte nie mehr den Drang, wieder anzufangen.
Warum? Weil ich mich sehr gut an die Zeit erinnere, in der es mir richtig mies ging.


Randolf Offline




Beiträge: 989

03.10.2013 19:21
#17 RE: Drehe mich ständig im Kreis - wie heraus kommen? antworten

Hi Bp,

klar, wenn am Ende die Belohnung winkt kannste vieles schaffen; die Alkoholwirkung wird als etwas Positives gesehen.

Solange der Esel die Mohrrübe als etwas sieht, für das es sich lohnt - hängt er halt immer noch dran.

Mir gelang es erst als ich den Alk und dessen Wirkung in keinster Weise mehr ertragen konnte.

Wo ich vorher nach einer selbstauferlegen Abstinenz das gewisse Grinsen im Gesicht hatte wenn ich an das erste Bier dachte - sah ich am Ende nur mehr dieses falsche Grinsen der Selbstzerstörung.

Aber ich musste es erst selbst sehen, selbst erleben dass ich beim Saufen tatsächlich tot(!) bin, so komisch sich das anhört.

Aber es ist buchstäblich meine Wahrheit und die hat mich befreit.

Seitdem ist es mühelos ohne Alkohol zu sein.

Von außen hätte mich niemand überzeugen können.

Alles Gute

"In der Anmut der Anmutigen, nicht in den Gedanken der Anmutigen.
Da bist du."


carus Offline



Beiträge: 417

03.10.2013 19:26
#18 RE: Drehe mich ständig im Kreis - wie heraus kommen? antworten

Zitat
Gepostet von pueblo
ich wollte keine flachmänner mehr aufschrauben
den letzten trank ich am 1.10.10 abends gegen ca 23 uhr
und das mal wieder vor einem spiegel.
einfach wiederlich was ich da sah

ich trank oft ohne entzug oder so
einfach nur alkohol in mich reinschütten
ohne anlass

...

es gibt eigentlich nichts was ich nicht getrunken habe
und meistens mit einem grund (begründung)
warum es der oder der alkohol sein musste.

[ Editiert von pueblo am 03.10.13 12:15 ][/b]



Hallo pueblo, wieso hast Du vor einem Spiegel getrunken? Wird einem das in der sgh geraten?

Was meinst Du mit "ohne entzug getrunken"?

Hattest Du die Begründungen für Dich selbst oder für andere?

Carus


pueblo Offline




Beiträge: 2.288

04.10.2013 00:04
#19 RE: Drehe mich ständig im Kreis - wie heraus kommen? antworten

das wurde mir nicht geraten
das habe ich von mr selber aus gemacht.
zwar schon besoffen ,aber ich nahm es noch sehr klar war
das es einfach nur scheisse ist ,schnaps in sich reinzuschütten.

ohne entzug zu trinken?
damit meine ich
das ich mich einfach so vollgeschüttet habe.

ich hatte oft saufdruck und lechste nach alkohol.
aber eben nicht immer

und trotzdem
schraubte ich die flachmänner auf und schüttete sie mir rein.
ganz automatisch.
tagsüber ohne alkohol.
abends hatte ich manchmal kein verlangen,und dann aber trotzdem.
so ähnlich als ob einer wasser trinkt der keinen durst hat.

___________________________________________________
muss es immer erst zappenduster werden,bevor uns ein licht aufgeht


Bärenpapa Offline



Beiträge: 18

08.10.2013 13:20
#20 RE: Drehe mich ständig im Kreis - wie heraus kommen? antworten

So, jetzt mal Neuigkeiten.
Ich war beim Doc meines Vertrauens und habe mich mit ihm unterhalten.
Ausserdem habe ich einen Termin in der örtlichen Suchtberatung gemacht, ist allerdings erst Anfang November.
Sowohl Doc als auch die Suchtberatung rieten mir erst einmal, ganz normal weiter zu machen, wie sonst auch. Wenn ich Abstinenzphasen machen will, kann ich das, ist vom Doc abgesegnet.
Allerdings habe ich jetzt seine private Handynummer, die ich in einem Notfall nutzen darf.

Lt. einer Mail der Suchtberatung wird alles auf eine stationäre Therapie hinauslaufen, wo ich für einen gewissen zeitraum mal aus meinem normalen Umfeld raus bin.

Naja, mal schauen....
Eines ist zumindest gut: Im Nov hab ich 4 Wochen Urlaub; so hab ich auch volle Konzentration auf diese Sache.


trollblume Offline




Beiträge: 3.423

08.10.2013 14:50
#21 RE: Drehe mich ständig im Kreis - wie heraus kommen? antworten

.....:gruebelu weißt aber schon,das der Urlaub für Spaß und Erholung gedacht ist und nicht zum auskurieren von Erkrankungen


Vera

Wer seinen Hafen nicht kennt,für den ist jeder Wind der falsche
(Seneca)


Bärenpapa Offline



Beiträge: 18

08.10.2013 15:46
#22 RE: Drehe mich ständig im Kreis - wie heraus kommen? antworten

Ja, ist mir schon klar. Es ist aber trotzdem besser, wenn man 100% konzentriert an etwas herangeht. Dadurch, daß die Störung durch arbeit wegfällt, kann ich mich viel besser auf mein Problem konzentrieren.

Klar mach ich trotzdem Urlaub......


Galini Offline



Beiträge: 1.686

08.10.2013 16:46
#23 RE: Drehe mich ständig im Kreis - wie heraus kommen? antworten

Hallo Bärenpapa,

ich finde es gut wie du es angehst.

Willst du schon vor deinem Urlaub zuhause einen Entzug starten, da du jetzt die Handy-Nr. deines Arztes hast?
Oder läuft es weiter wie bisher, so wie du es geschrieben hast?
Ich drücke dir alle Daumen, dass es dir im Urlaub gelingt dein Vorhaben durchzuziehen, es wird sicher nicht einfach werden, weil du ja immer in deiner Freizeit getrunken hast.
Du hast u.a. geschrieben, dass dir dieses "nie wieder" Probleme macht, dagegen hilft einfach nicht so weit voraus zu denken, sondern nur das Heute zu sehen.

Ich denke, dass dir eine stationäre Therapie sehr gut tun wird, du kommst heraus aus deinem gewohnten Umfeld und wirst Zeit für dich haben um dich zu erholen.


lG Galini

Wer ein WOFÜR im Leben hat
der kann fast jedes WIE ertragen....

Friedrich Nietzsche


Bärenpapa Offline



Beiträge: 18

08.10.2013 21:23
#24 RE: Drehe mich ständig im Kreis - wie heraus kommen? antworten

Ja, das mit dem "nie wieder" ist ein Problem.

Nur eines verstehe ich nicht:
Das Rauchen habe ich aufgegeben, hatte zwar Anfangs Startschwierigkeiten, bin aber nun seit >10 Jahren Nichtraucher. Habe damit keinerlei Probleme und 0% Rückfallgefahr, weil ich die Erinnerung an die Rauchzeit, wo es mir körperlich schlecht ging, sofort abrufen kann.

Wieso ist es dann mit dem Trinken so schwer?


Randolf Offline




Beiträge: 989

08.10.2013 21:47
#25 RE: Drehe mich ständig im Kreis - wie heraus kommen? antworten

Na, weil beim Trinken "du" nicht mehr du bist - und derjenige der dann da ist, hat anderes im Sinn...

Die Gefühlsnatur pfeift auf das vernünftige Oberstübchen...

"In der Anmut der Anmutigen, nicht in den Gedanken der Anmutigen.
Da bist du."


Bärenpapa Offline



Beiträge: 18

09.10.2013 11:45
#26 RE: Drehe mich ständig im Kreis - wie heraus kommen? antworten

Zitat
Gepostet von Randolf
Na, weil beim Trinken "du" nicht mehr du bist - und derjenige der dann da ist, hat anderes im Sinn...

Die Gefühlsnatur pfeift auf das vernünftige Oberstübchen...


Das ist gut!

Du beschreibst hier fast genau mein Gefühl am nächsten Morgen.
Wenn ich aufstehe, fühle ich mich gut, freue mich auf den schönen Tag und im Rückblick wundere ich mich darüber, warum ich am Abend zuvor wieder xy Bier getrunken habe.

Ja, es ist fast so, als ob hier 2 verschiedene Personen agieren...

Übrigens gibt es noch 2 interessante Aspekte, die mein Trinken begleiten:
1) Wenn ich auswärts unterwegs bin, also die gewohnte Umgebung nicht habe, dann sinkt mein Trinkverlangen fast auf Null.
Bsp: bin eingeladen zu einem Geburtstag in einer weiter entfernten Stadt und übernachte dann auch dort. Da passiert es durchaus, daß ich den ganzen Abend nur 2 Gläser Wein oder 2 Bier trinke, einfach, weil ich keine Lust dazu habe.
Aber:
Bin ich auf dem Heimweg, so ist es fast 100% sicher, daß ich mir noch Biervorrat kaufe, den ich dann abends vernichte - geradeso, als ob ich was nachzuholen hätte.

2) Mein Trinken findet ausschließlich in einem Zeitfenster zwischen 21:00 und 2/3:00 Uhr statt. Man wird mich niemals antreffen, das ich ausserhalb dieser Zeiten Alkohol trinke. Auch nicht wenns ums Autofahren geht. Weiss ich, daß ich noch fahren muss, bleibe ich eisern und trinke nichts.
Was es mit diesem Zeitfenster auf sich hat - keine Ahnung!


Ulli Q Offline



Beiträge: 1.810

09.10.2013 12:51
#27 RE: Drehe mich ständig im Kreis - wie heraus kommen? antworten

Zitat
Gepostet von Bärenpapa
[quote]Gepostet von Randolf
[
2) Mein Trinken findet ausschließlich in einem Zeitfenster zwischen 21:00 und 2/3:00 Uhr statt. Man wird mich niemals antreffen, das ich ausserhalb dieser Zeiten Alkohol trinke. Auch nicht wenns ums Autofahren geht. Weiss ich, daß ich noch fahren muss, bleibe ich eisern und trinke nichts.
Was es mit diesem Zeitfenster auf sich hat - keine Ahnung!



Vielleicht der Versuch, das Trinken / die Menge zu kontrollieren?

Jeder Anfang beendet. (M. Jung)


Bärenpapa Offline



Beiträge: 18

12.10.2013 04:24
#28 RE: Drehe mich ständig im Kreis - wie heraus kommen? antworten

Lange, sehr lange habe ich die nachfolgenden Dinge mit mir herumgetragen - heute, jetzt, weiß ich, daß es Zeit ist, endlich damit heraus zu rücken.

Diese Zeilen sind eigentlich nur für mich gedacht, ich präsentiere sie euch trotzdem, weil es niemand sonst gibt, dem ich sie offerieren könnte (oder wollte). Hier in der relativen Anonymität passt es ganz gut.

Es gibt ein besonderes ereignis in meinem Leben - und erst nach diesem Ereignis fand auch Alkoholismus Einzug darin.

1993 hatte ich ein ganz schlimmes Jahr. Die absolute Liebe fing an, sich aufzulösen - und ich litt sehr darunter.
Wochen über Wochen habe ich alles versucht, aber es war Fakt: sie macht Schluß mit mir!!!

Da ich in einer Klinik arbeitete, besorgte ich mir starke Schmerzmittel und einen bestimmten Tag (wo ich danach 3 Tage frei hatte).
Hab mir dann an jenem Tag mehrere Flaschen Rum und Cola sowie Unmengen an Bier beorgt ( ca. 4 Sixpacks) + eine nicht unerhebliche Menge an Schmerzmittel.

An diesem Tag, irgendwann im Jahr 1993, beschloss ich dann, meinem Leben ein Ende zu setzen.
Ich habe dann die komplette Menge Medikamente genommen + 2 Flaschen Rum und noch diverse Schlaftabletten. (Da ich vom Fach bin, hab ich die Dosierungen schon sehr großzügig gewählt).

Wie auch immer, 2 Tage später werde ich in meinem Zimmer wach (meinen Zustand und den des Zimmers möchtet ihr nicht wissen!), bin total verwirrt, packe ein paar Sachen zusammen, steige in mein Auto, fahre erst nach Berlin und danach nach Südfrankreich!

Ab diesem Zeitpunkt bin ich fast 1 Jahr obachlos, lebe in den Tag hinein und erst nach fast 1 Jahr entschließe ich mich, wieder nach Hause zu gehen (in das falsche zu Hause meiner Adoptiveltern).
Kann mich dort aber relativ schnell wieder abnabeln und mein eigenes Ding drehen.

Diese Phase des "Fast-Selbstmordes" habe ich bis jetzt verdrängt - merke aber jetzt, daß es wichtig war (warum auch immer).


trollblume Offline




Beiträge: 3.423

12.10.2013 07:41
#29 RE: Drehe mich ständig im Kreis - wie heraus kommen? antworten

Autsch
ich drück Dich mal virtuell,mein Lieber.


gut, das Du das mit uns teilen konntest.Danke dafür!

Oft stehen heftige Geschichten hinter den Menschen,die dann eine Suchterkrankung entwickeln,weil sie sich für ..sagen wir mal.. suboptimale Lösungsversuche bei persönlichen Problemen entschieden haben.

Das Liebeskummer weh tut - normal! gerade in jüngeren Jahren

Das Du Dir deswegen selbst ganz doll weh tun wolltst - ganz doll traurig!

Das Du Dich entwurzelt hast und ins unbekannte entflohen bist um dann doch nicht fliehen zu können und wieder bei Deinen .......ungeliebten? Adoptiveltern anlanden zu müssen...machts auch nicht einfacher
Ein gefühltes und auch sichtbares "Scheitern"

Dann hast Du Dich wieder aufgerappelt und (schleichend) mit "Freund Flasch" beschlossen,
nicht mehr darüber nachzudenken,hat er am Anfang doch für Wohlbefinden und vergessen gesorgt,der falsche Freund

Auch das haben viele von "uns" getan...also ich auf jeden Fall

Gut das Du jetzt ausgestiegen bist

Deine Vergangenheit ist wie sie ist und nicht mehr zu ändern.

Aber für das Verarbeiten alter Traumata
....und da gehört ein Suizidversuch und Verlassen werden (von Ureltern und Lebenspartner)m.E. durchaus dazu
darfst du Dir Hilfe gönnen.

Auch dazu gibt es schließlich die Krankenkassen,die eine solche Therapie bezahlen

....und beim Wiederaufstehn aus den Ruinen des eigenen Lebens hol Dir jede auch nur erdenkliche und für dich gute Hilfe, nimm alles in Anspruch,was dir gut tut
Gegeben hast Du glaub ich schon zuviel in Deinem Leben-anderen,stimmts?
Jetzt bist du mal dran...

Schließlich geht um nicht weniger als Dein Leben


und wenn Du dann in ein paar Jahren wieder richtig fit bist kannste auch gerne wieder gerne teilen und abgeben von Deiner Kraft

Bleib sauber und alles Gute


Ein schönes Wochenende

wünscht dir Vera

Wer seinen Hafen nicht kennt,für den ist jeder Wind der falsche
(Seneca)


Bärenpapa Offline



Beiträge: 18

14.10.2013 21:04
#30 RE: Drehe mich ständig im Kreis - wie heraus kommen? antworten

Danke für den virtuellen "Drücki" !! :-)

Ja, diese Zeit war schon echt schlimm, aber ich habs hingekriegt - leider mit Hilfe von Freund "Flasch"..

Was im Moment sehr krass rüberkommt, ist die simple tatsache, daß ich 51 bin und jetzt!!! auf einmal realisiere, wie alt ich bin.
Die ganzen letzten Jahre hatte ich immer so ein "Dauer-30-Feeling" und jetzt komme ich mir vor, als hätte man mich die letzten 20 Jahre irgendwo eingesperrt, betäubt und nun, wo man mich rauslässt, stelle ich fest, daß ich 20 Jahre älter bin!

Es fühlt sich an, als ob man mich um wertvolle Jahre betrogen hätte!!

So, muss jetzt ins Bett, um 5 ist die Nacht rum...


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