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Saufnix
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Dieses Thema hat 36 Antworten
und wurde 4.520 mal aufgerufen
 Ganz, ganz viele Fragen
Seiten 1 | 2 | 3
Agua Offline



Beiträge: 543

23.11.2011 14:13
#16 RE: Vernunft und Gefühl antworten

Zitat
Gepostet von Gothy
Danke an euch alle.
Ich fühle mich schlecht, weil ich eure guten Ratschläge (noch) nicht annehmen kann. Nicht wirklich.
Ich spüre, dass ich verstandesgemäss alles weiss, aber das Gefühl noch nicht so weit ist. Dieses regiert aber.
Ich verspreche euch, dass ich euch nicht aus den Augen verliere und, wenn ich so weit sein sollte, mich wieder melden werde.
Ich hätte nie gedacht, dass so etwas MIR passiert.
Passt gut auf euch auf!

Liebe Grüße
Gothy



Versprich uns nichts.

Es passiert Dir nicht, Du machst es selbst, niemand anders.

Passer besser auf Dich auf, als Dich hier wieder abzuseilen.

Liebe Wünsche, Agua


Jessicat Offline




Beiträge: 180

26.11.2011 08:46
#17 RE: Vernunft und Gefühl antworten

das zeigt mal wieder wie tückisch süchte sind und wie sehr man sich selbst "verarschen" kann. krass!

Damit sich etwas ändert, muss sich etwas ändern, sonst ändert sich nichts :D


katha82 ( gelöscht )
Beiträge:

27.11.2011 14:46
#18 RE: Vernunft und Gefühl antworten

Ja, leider...sobald man wieder drin ist im Strudel der Sucht, fängt man an sich mit aller Macht vorzugaukeln, dass es doch alles noch gar nicht so schlimm ist. Du schreibst, dass du 17 Jahre trocken und clean warst. Wenn du doch eigentlich gar nicht so richtig süchtig bist, wozu dann das Ganze? Dann hätteste ja immer in gesunden Maßen dein Weinchen trinken können...


Jetzisabergut Offline




Beiträge: 2.533

27.11.2011 15:14
#19 RE: Vernunft und Gefühl antworten

Hallo Gothy.

Du weisst ,Du solltest nicht,aber Du tust es doch.
Du kennst die Folgen.
Du kennst die Mechanismen.

Da stellt sich mir doch die Frage,warum ist Dir der abendliche Kick wichtiger als die unausweichlichen Folgen?

Wenn das tägliche Leben keine Kicks mehr bietet,kaum noch Jemand grosse Erwartungen an mich hat,alles sozusagen erledigt ist,kommt dann der Punkt,wo Mensch sich fragt:

War das nun alles?
Ist mein Leben so eintönig geworden, dass mir selbst das Wissen um die Folgen egal ist und ich etwas tue,was mir sehr schlecht bekommen wird?

Ja,bei Alkoholsucht ist das so!
Erst wenn das Trinken zum Zwang wird,die Quälerei immer heftiger,die Selbstzweifel und Scham immer wieder neue Betäubung verlangen,das soziale Umfeld (Job/Partnerschaft) durch meine Schuld zerstört und die Freunde von damals ,alle abgewendet,wenn der Körper sich meldet,man zittert und wird unruhig.

Dann erst sind die meisten Alkis bereit zuzugeben,dass der Alk stärker ist.Und dann erst lassen sich die Meisten helfen.
Ich kenne nur wenig,die mittendrin aufhören konnten.
Selbst Krebs,Armut,Sorgen haben mich nicht davon abgehalten,weiterhin zu trinken.

Erst als ich wusste,warum ich solange trinken musste,konnte ich endlich wieder aufhören.

Ich weiss gar nicht was schwerer ist, sich aus der nassen Phase wieder in die Trockene zu begeben und herausfinden,warum Du abends nicht verzichten magst
und ggfls. in der Zeit etwas tun,was Dich interessiert und ablenkt.

Oder es so laufen lassen und irgendwann den Weg gehen:Entgiftung, LZT,Nachsorge,SHG-um dann zum selben Schluss zu kommen.

Und Deine Frage:Ja,offenbar musst auch Du erst ganz unten sein,um festzustellen, zum Leben gehts nur wieder nach oben, weiter nach unten wartet dann die Kiste.

Lass Dir helfen, SB ,man wird Dir Entgiftung und LZT vorschlagen.Ich würde es annehmen.

LG peter

_______________________________________________
Ich bin,wie ich bin,die Einen kennen mich,die Anderen können mich....
C.Adenauer


waldkatze Offline



Beiträge: 207

29.11.2011 11:55
#20 RE: Vernunft und Gefühl antworten

Zitat
Gepostet von Agua

Es passiert Dir nicht, Du machst es selbst, niemand anders.

Passer besser auf Dich auf, als Dich hier wieder abzuseilen.




der freie Wille wird überschätzt.

Sie hat für sich hier verifiziert, noch nicht änderungsbereit zu sein. Finde ich das ehrlichste sich selbst gegenüber, was an dem Punkt geht.

Die Kostennutzanalyse fällt momentan noch zugunsten des Rotweins aus. Mehr Vorteile durch ihn als Nachteile. So einfach ist das.
Ob das subjektive Vorteile sind, von außen betrachtet, spielt keine Rolle... ihre Wahrnehmungen sind das entscheidende.

Bei manchen verschieben sich die Kosten so weit, dass der Nutzen nicht mehr atmen kann... das sind dann die, die an ihrer Sucht zugrunde gehen.

kann ich nicht nachvollziehen, bei mir war schon immer Schluss, wenn ich hätte zum Kisok/Gaststätte gehen müssen, diese "Hürde" hab ich nie überwunden, bei anderen ist noch nicht Schluss, wenn sie halbtot im Leberkoma liegen.
Muss man akzeptieren (sicher gibts dafür Gründe... ich denke, da spielt die Genetik eine Rolle).

Wer drauf ist und trotzdem den unbequen Weg in ein Cleanforum macht, ist aber meinem subjektiven Gefühl nach kein hoffnungsloser Fall


Rübe Offline



Beiträge: 381

29.11.2011 13:41
#21 RE: Vernunft und Gefühl antworten

Hallo Gothy, du bist ja online.
Das find ich prima, dass du dich verabschiedet hast!
Ich denke, du bist hier genau richtig!


Rübe Offline



Beiträge: 381

29.11.2011 13:43
#22 RE: Vernunft und Gefühl antworten

Hallo ich wollte natürlich schreiben:
Ich finde es prima, dass du dich n i c h t verabschiedet hast...bin vielleicht ein Schussel.


Gothy Offline



Beiträge: 8

02.12.2011 00:21
#23 RE: Vernunft und Gefühl antworten

Hallo, überwältigt von der Anteilnahme und euren Ratschlägen bin ich, denn ich hätte so etwas nicht erwartet. Ich danke euch allen.
Die Webseite nennt sich Saufnix-Forum. Ihr ward meine erste Anlaufstelle, hier habe ich das erste Mal geschrieben, was ich fühle. Es war ein erster Schritt. Aber ich dachte, ihr seid alle trocken, also kann ich mich erst wieder melden, wenn ich es auch bin.
Nein, ich bin es noch nicht. Aber ehrlich bin ich, das ist doch schon was. Und ich weiß, dass es ein langer Weg sein kann, den ich gern abkürzen würde.
Leider konnte ich euch die letzten Tage nicht antworten, da meine rechte Hand im Gips lag und die linke geschont werden musste. (Eine weitere Grunderkrankung... nein, ich bin nicht im Alkoholrausch gestürzt!)
Nun ist die Hand wieder frei und ich antworte euch gern.

Der Misthaufen hat mir schon zu schaffen gemacht, denn da will ich nicht hin, deshalb versuche ich ja etwas zu tun.
Dirk, deine Geschichte berührt mich sehr, ich will sie nicht erleben müssen. Aber noch immer sehe ich es nur mit dem Verstand.

Agua, danke für deine Antwort. Mein Partner weiß noch nichts um meine Sucht, er ahnt vielleicht etwas. Noch bringt er mir den Wein ins Haus, freut sich, dass ich ihn mit Genuß trinken kann. Noch hoffe ich, die Kurve zu schaffen, ohne ihn einzuweihen, denn er ist schwer herzkrank, ich fürchte, dass er es nicht überleben würde.

Jessicat, dein Eintrag hat mich besonders getroffen, danke, denn er hat mich zum Nachdenken angeregt.
Kathy82, doch, ich bin süchtig, zur Zeit nach Alkohol. Mir ist hier klar geworden, dass ich eigentlich immer süchtig war, nach Anerkennung, nach Geborgenheit. Ich bekam es die letzten 10 Jahre, und nun? Ich suche nach Möglichkeiten, dieses Manko mir selbst zu füllen. Ich weiss, dass es geht. Aber noch fühle ich eine unendliche Leere in mir, die ich nur mit Alkohol ertrage. Aber ich habe liebe Freunde, die bereit sind, mit mir zusammen den Weg zu gehen, ich muss mich nur öffnen. Und das will ich nun tun.

Peter, danke für deinen Beitrag. Ich will nicht so weit kommen, dass ich auch körperlich den Alkohol brauche, aber mir ist bewusst, dass ich auf gutem Wege bin. Ich versuche, die Gründe zu erforschen, warum? Es muss doch einen Grund geben und wenn ich den kenne, kann ich gegensteuern, so denke ich.
Medikamentenabhängig wurde ich, weil ich in Jugendjahren Krampfanfälle hatte, die mit Valium bekämpft wurden durch die Ärzte. Die Abhängigkeit kam schleichend, aber als ich es bemerkte, ging ich in eine Langzeittherapie ( 6 Monate). Auch habe ich schon eine große Analyse und mehrere Therapiestunden hinter mir, ich weiß, was mit mir los ist. Ich kann das Wissen nur nicht umsetzen.
Aber es hilft mir, es hier ganz deutlich zu schreiben. Und mein Wille, etwas zu ändern, wächst.
Rübe, danke, dein Eintrag hat mich einfach nur gefreut. Ich werde es schaffen, lasse nicht locker
Gothy


Jetzisabergut Offline




Beiträge: 2.533

02.12.2011 02:35
#24 RE: Vernunft und Gefühl antworten

Hey Gothi.

Du suchst Anerkennung und Geborgenheit.
Und Gründe,warum Du nicht ablassen kannst,vom Alkohol?

Das Alles such(t)e ich auch!

Warum?
Ich denke, weil wir es bisher noch nicht gefunden haben,ganz einfach.

Oft sind es wohl die oft zitierten Kindheitstraumata,die fehlende Mutterliebe,fehlende Geborgenheit eines schönen Zuhauses,der Fluchtturm,in den wir immer wieder zurückkehren können aus dem Leben,wo immer wir auch sind- wenn es uns einmal schlecht geht.

Wenn uns dieses Zuhause nicht mehr zur Verfügung steht,weil die Eltern nicht mehr da sind,oder ,oder...
ja, dann fehlt etwas in unserem Leben, es sei denn, wir haben inzwischen gelernt,uns dieses Zuhause in uns selbst zu geben.
Aus eigener innerer Überzeugung eine Kraft entwickeln,die uns am Leben erhält und uns neugierig bleiben lässt und antreibt.
Ohne Angst diesem Leben die Stirn bieten, uns selbst vertrauen und lieben und sogar für unsere Liebsten noch viel Gefühl übrig haben.

Haben denn alle Menschen,die kein Suchtproblem haben,automatisch diese innere Kraft?
Nein,ich denke nicht.
Viele Menschen flüchten sich wegen dieser Mängel in Neurosen,Zwänge, psychische Krankheiten aller Art und eben in die Sucht.

Um es kurz zu machen:

Ich denke, um es bei sich zu erkennen,hilft eine Therapie mit Aufarbeitung der Lebensgeschichte-vorzugsweise in einer Gruppentherapie.

Und das Erkennen der eigenen Fähigkeiten und Stärken, die Schwächen kennen wir meistens schon.
Und uns nur einmal klar machen,was wir im Leben doch schon alles erreicht haben.
Und dadurch lernen, uns nicht weniger wert zu fühlen als Andere.
Und lernen,uns mitzuteilen, dem Lebens-oder Ehepartner,unsere Erwartungen und Ansprüche deutlicher formulieren, Grenzen setzen, und unsere Schwächen zuzulassen,wie auch unsere Stärken zu erkennen.

Ich weiss,dass ist alles theoretischer Kram,den man oft gehört hat,der aber ja für mich/uns nie in Frage käme, weil.....
Ja,weil was?
Warum denn nicht, für mich/Dich/uns?

Diesen Weg gehen heisst doch ,bewusst und zielorientiert mit therapeutischer Hilfe den,oft sehr schmerzhaften Weg in die Erinnerungen zu gehen.
Und am Ende dieses Weges steht dann oft die Frage:
Und was jetzt? Was mache ich jetzt mit meinen Erkenntnissen über meine Schwächen und Ängste und dem Wissen,warum das alles so ist und ausgerechnet mir passieren musste!

Diese Frage habe ich oft gestellt:
Was nützt es mir jetzt,wo ich so im Ar... bin?

Genauso, wie sich die Sucht in unser Leben einschleicht,genauso langsam und schleichend geht der umgekehrte Weg!
So wie wir uns ständig Substanzen zuführen,um uns zu betäuben, brauchen wir jetzt auch ständige Inspiration und Inputs.
Und um sich diese auch selbst geben zu können,bedarf es
(leider?) Anstoß und Hilfe von aussen.

Wenn Du also,Gothy an dem Punkt angelangt bist, wo Du selbst sagts,Du weisst nicht warum Du diese Dinge tust,die Dir auf Dauer Schaden zufügen werden,warum gehst Du dann nicht den anderen Weg?

Der eine Weg ist, nichts tun können dagegen und abwarten,bis die Sucht Dich zwingt,etwas zu tun,weil es auch anders nicht mehr weitergeht.

Der andere Weg ist genauso emotionell belastend, sich Deinem Mann zu erklären, es einem Arzt zu erklären, es einem Therapeuten oder sonstwem zu erklären,mit dem Unterschied, nicht diesen schlimmen Weg einer Suchtkarriere gehen zu müssen.
Was würde denn wohl Deinen Mann schlimmer treffen? Die Erkenntnis,dass Du irgendwann suchtkrank bist?

Oder die Ankündigung,etwas gegen die Sucht und ihre Ursachen zu tun?

Das eine ist,es sehenden Auges zuzulassen.Einfach nur weitermachen.

Das andere ist- es noch ziemlich gesund-einige Augenblicke der Angst und des Unwohlseins überstehen müssen, um dann ohne Angst weiterleben zu können.

Viel geschrieben habe ich.
Wenn es Dich motiviert, Dir nicht selbst weiter zuzusehen, wie es Dich langsam zerstört, das Trinken, dann hat sich das schon gelohnt.

LG Peter

[ Editiert von Jetzisabergut am 02.12.11 2:36 ]

_______________________________________________
Ich bin,wie ich bin,die Einen kennen mich,die Anderen können mich....
C.Adenauer


Gothy Offline



Beiträge: 8

02.12.2011 09:48
#25 RE: Vernunft und Gefühl antworten

Erst einmal herzlichen Dank, Peter, dass du mir deine Gedanken auf den Weg gibst.
Du hast einiges klarer ausgesprochen, als ich es vorher vermochte und ich gebe dir Recht: Der Weg, den ich bislang eingeschlagen habe, führt mich nicht aus dieser Krankheit heraus. Es wird Zeit für einen neuen Weg.
Mit einem lieben Gruß
Gothy


septembersonne Offline




Beiträge: 5.735

02.12.2011 10:03
#26 RE: Vernunft und Gefühl antworten

Zitat
Gepostet von Gothy
[b
Es wird Zeit für einen neuen Weg.
Mit einem lieben Gruß
Gothy[/b]



Ja, Gothy.....Zeit für einen neuen Weg....entscheide Dich...

Von einem Zug der immer schneller wird und rasant in die Tiefe stürzt....irgendwann...., wird das Aussteigen unmöglich und das Abspringen immer schwieriger.

Vielleicht gelingt es um Hilfe zu schreien....


LG

Manuela

---------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Das Leben ist schön, von " einfach " war nie die Rede.


Ivvan ( gelöscht )
Beiträge:

02.12.2011 10:54
#27 RE: Vernunft und Gefühl antworten

Zitat
Gepostet von Gothy
Aber noch fühle ich eine unendliche Leere in mir, die ich nur mit Alkohol ertrage......



Mir geht es genauso wie Dir!!!!! Diese unerträgliche innere Leere ohne den Alkohol.
Ich habe genauso getrunken wie Du. 1/2 bis 1 Flasche Wein am Abend. Manchmal mehr..
Und immer morgens dachte ich: NIE WIEDER!!!!
Aufgrund meiner Depression geht es mir morgens sowieso meistens nicht besonders gut.
Im Laufe des Tages wird es dann besser und ich denke: "Ach Gott, warum eigentlich nicht? Was soll denn das? Andere trinken doch auch jeden Abend, und denken nicht darüber nach!"
Die haben`s gut, die denken nicht darüber nach.
ABER WIR!!!!!

Und immer wenn ich mir einen Wein aufmachen will frage ich mich: "Und dann? Was kommt dann? Wird irgend etwas besser? Außer für ein, zwei oder drei Stunden leichter vergessen zu können?"
Natürlich nicht, aber dafür war es wenigstens für eine kurze Zeit schön

Leider bin ich auch nicht über die ganze Zeit, die ich hier im Forum bin, trocken. Habe immer mal wieder eben diesem Gefühl nicht wiederstehen können: Na und? Andere machen es doch auch so. Doch die verschwenden nicht mal ein Mikro-Mikro-Sekündchen des Nachdenkens daran.
In meinem Kopf dreht sich ununterbrochen alles um meine Sucht.
Trotzdem sage ich mir immer wieder, jeder Tag ohne ist ein gewonnener Tag. Egal wie oft man angefangen, aufgehört, angefangen hat. Was war gestern? Wurscht!!! Heute ist heute!
Ab heute fange ich zu leben an!!!!

Zitat
Auch habe ich schon eine große Analyse und mehrere Therapiestunden hinter mir, ich weiß, was mit mir los ist. Ich kann das Wissen nur nicht umsetzen.
Aber es hilft mir, es hier ganz deutlich zu schreiben. Und mein Wille, etwas zu ändern, wächst.
Gothy



Habe ich auch hinter mir. Eine fast achtjährige Psychoanalyse. Prima, jetzt weiß ich alles über mich, Kindheit, wieso, weshalb, warum.....Und mir geht es wie Dir, ich kann mein Wissen nicht umsetzen. Statt dessen kann ich die ganze Welt analysieren, jede Macke des Gegenüberstehenden erkennen.
Mein Verständnis, Mitgefühl und Empathie für jeden "Blödmann" geht mir langsam so dermaßen auf den Wecker, daß ich mich selbst kaum aushalte...
Jedem kann man helfen, nur sich selbst nicht.
Das ist doch verrückt, oder?

Aber wie du sagst, der Wille etwas zu ändern wächst.
Alles fließt, und wir sind dabei!
Gruß
Ivvan


Jetzisabergut Offline




Beiträge: 2.533

02.12.2011 15:21
#28 RE: Vernunft und Gefühl antworten

Zitat
Gepostet von Ivvan

Zitat
Gepostet von Gothy
Aber noch fühle ich eine unendliche Leere in mir, die ich nur mit Alkohol ertrage......



Mir geht es genauso wie Dir!!!!! Diese unerträgliche innere Leere ohne den Alkohol.
Ich habe genauso getrunken wie Du. 1/2 bis 1 Flasche Wein am Abend. Manchmal mehr..
Und immer morgens dachte ich: NIE WIEDER!!!!
Aufgrund meiner Depression geht es mir morgens sowieso meistens nicht besonders gut.
Im Laufe des Tages wird es dann besser und ich denke: "Ach Gott, warum eigentlich nicht? Was soll denn das? Andere trinken doch auch jeden Abend, und denken nicht darüber nach!"
Die haben`s gut, die denken nicht darüber nach.
ABER WIR!!!!!

Und immer wenn ich mir einen Wein aufmachen will frage ich mich: "Und dann? Was kommt dann? Wird irgend etwas besser? Außer für ein, zwei oder drei Stunden leichter vergessen zu können?"
Natürlich nicht, aber dafür war es wenigstens für eine kurze Zeit schön

Leider bin ich auch nicht über die ganze Zeit, die ich hier im Forum bin, trocken. Habe immer mal wieder eben diesem Gefühl nicht wiederstehen können: Na und? Andere machen es doch auch so. Doch die verschwenden nicht mal ein Mikro-Mikro-Sekündchen des Nachdenkens daran.
In meinem Kopf dreht sich ununterbrochen alles um meine Sucht.
Trotzdem sage ich mir immer wieder, jeder Tag ohne ist ein gewonnener Tag. Egal wie oft man angefangen, aufgehört, angefangen hat. Was war gestern? Wurscht!!! Heute ist heute!
Ab heute fange ich zu leben an!!!!

Zitat
Auch habe ich schon eine große Analyse und mehrere Therapiestunden hinter mir, ich weiß, was mit mir los ist. Ich kann das Wissen nur nicht umsetzen.
Aber es hilft mir, es hier ganz deutlich zu schreiben. Und mein Wille, etwas zu ändern, wächst.
Gothy



Habe ich auch hinter mir. Eine fast achtjährige Psychoanalyse. Prima, jetzt weiß ich alles über mich, Kindheit, wieso, weshalb, warum.....Und mir geht es wie Dir, ich kann mein Wissen nicht umsetzen. Statt dessen kann ich die ganze Welt analysieren, jede Macke des Gegenüberstehenden erkennen.
Mein Verständnis, Mitgefühl und Empathie für jeden "Blödmann" geht mir langsam so dermaßen auf den Wecker, daß ich mich selbst kaum aushalte...
Jedem kann man helfen, nur sich selbst nicht.
Das ist doch verrückt, oder?

Aber wie du sagst, der Wille etwas zu ändern wächst.
Alles fließt, und wir sind dabei!
Gruß
Ivvan





Nee,nee,Ivvan,

so nicht.

Nicht jeder Tag "ohne" ist ein gewonnener Tag!

Das einzig Positive an dem Satz ist die Erkenntnis,dass Du noch nicht so weit bist,dass Du irgendwann nicht mal mehr eine Stunde
"ohne"
sein kannst!
Du machst lediglich Trinkpausen!Kurze!


Und wenn Du einmal aufhören würdest, immer Deine Depressionen voran zu stellen, sondern Deinen Hintern mal bewegen würdest, um Dir Hilfe zu holen...vielleicht findest Du dann auch den Plan vom Glück.

Dein Beitrag hier macht es mir jedenfalls sehr deutlich!

Ha, endlich mal wieder Jemand (Gothy) ,die genauso ratlos ist, wie ich.
Endlich eine Gleichgesinnte, die auch im Moment ratlos ist.

"Die haben`s gut, die denken nicht darüber nach.
ABER WIR!!!!!"

Ja,cool ,dieses WIR-Gefühl,gelle?

Endlich nicht mehr allein!
Da weiss Jemand auch nicht weiter,hat ähnliche Gedanken,wie Du,will genau wissen, warum es wichtig wäre, die entspannende Wirkung des Alkohols nicht mehr haben zu können.

Und Du hast nichts Besseres zu tun,als Dich kurz aus Deiner Lethargie zu bewegen, und Dich als ebenso hilflos hintenanzuhängen...
Ich dachte,Du wärest schon ein wenig weiter!

Gothy hat zumindest signalisiert,dass sie nun darüber nachdenken wird,etwas zu bewegen.

Ich weiss gar nicht mehr,wie oft ich auf Deine Beiträge eingegangen bin, um letztendlich immer wieder aufs Neue festzustellen:
Bei Dir bewegt sich absolut Nichts!

Es gibt keinen allgemein gültigen Plan, um sein Leben dadurch meistern zu können.
Das muss jeder für sich selbst entscheiden und meistens hart erarbeiten.
Wer süchtig und nass ist-doppelt!

Die einzig gültige Basis für alle Abstinenzwilligen hier und überall heisst:

Absolute Abstinenz und sich helfen lassen,manchmal mit 2, manchmal mit 35 Anläufen.

SO GEIT DAT NICH!

LG Peter

_______________________________________________
Ich bin,wie ich bin,die Einen kennen mich,die Anderen können mich....
C.Adenauer


Valduz Offline



Beiträge: 149

02.12.2011 16:18
#29 RE: Vernunft und Gefühl antworten

Zitat
Gepostet von Jetzisabergut

Bei Dir bewegt sich absolut Nichts!

Es gibt keinen allgemein gültigen Plan, um sein Leben dadurch meistern zu können.

Das muss jeder für sich selbst entscheiden und meistens hart erarbeiten.
Wer süchtig und nass ist-doppelt!

Die einzig gültige Basis für alle Abstinenzwilligen hier und überall heisst:

Absolute Abstinenz und sich helfen lassen,manchmal mit 2, manchmal mit 35 Anläufen.

SO GEIT DAT NICH!

LG Peter
[/b]



Ich finde das ein wenig widersprüchlich...trotzdem, von der Quintessenz her gesehen schon richtig...aber es ist doch wirklich, zumindest bei mir, ein langer Weg zu der wirklichen Erkenntnis gewesen, dass jetzt einfach SCHLUß ist mit dem Alkohol...für immer...rien ne vas plus!

Nie hätte ich mir erträumt, dass man mal völlig relaxt sein kann was dieses Suchtmittel und den gesellschaftlichen Umgang damit betrifft...es ist einfach vorbei und das ist auch gut so...aber auch wenn ich nicht bis an das Ende der Suchtspirale gegangen bin und immer wieder lange Trinkpausen hatte, so hat es doch Jahre gedauert bis ich in der Lage war das Leben hinter der Sucht zu sehen, zu begreifen, dass Abstinenz nicht einfach nur "nicht trinken" bedeutet...der Weg beginnt mit der Erkenntnis und ohne Selbige wäre Niemand hier gelandet, also ein Anfang, wenn auch vielleicht nur ein erster Schritt, so doch ein Anfang auf einem oft steinigem Weg...

[ Editiert von Valduz am 02.12.11 16:20 ]

[ Editiert von Valduz am 02.12.11 16:22 ]


Ivvan ( gelöscht )
Beiträge:

02.12.2011 17:07
#30 RE: Vernunft und Gefühl antworten

@ Jetzi
Auf Dich habe ich schon den ganzen Tag gewartet.
Endlich ist es raus - ich dachte schon Du erstickst dran!

Zitat
Gepostet von Jetzisabergut
Nee,nee,Ivvan,

so nicht.
Nicht jeder Tag "ohne" ist ein gewonnener Tag!


Das finde ich schon, und der Leiter meiner SHG übrigens auch!

Zitat

Das einzig Positive an dem Satz ist die Erkenntnis,dass Du noch nicht so weit bist,dass Du irgendwann nicht mal mehr eine Stunde
"ohne"
sein kannst!
Du machst lediglich Trinkpausen!Kurze!



Wovon redest Du????

Zitat

Und wenn Du einmal aufhören würdest, immer Deine Depressionen voran zu stellen, sondern Deinen Hintern mal bewegen würdest, um Dir Hilfe zu holen...vielleicht findest Du dann auch den Plan vom Glück.



Bist Du der Meinung eine Depression ist vorbei, wenn man aufhört zu trinken?
Also bei mir ist das nicht so, leider.
Und Hilfe, Hilfe habe ich mir bereits geholt! SHG, Suchtberatung (den 5. Termin habe ich nächste Woche).
Wir überlegen noch, welche Therapie am sinnvollsten ist.
Aber warum rechtfertige ich mich eigentlich vor Dir??? Vielleicht, weil ich so einen Zorn habe!

Zitat

Dein Beitrag hier macht es mir jedenfalls sehr deutlich!
Ha, endlich mal wieder Jemand (Gothy), die genauso ratlos ist, wie ich.
Endlich eine Gleichgesinnte, die auch im Moment ratlos ist.

"Die haben`s gut, die denken nicht darüber nach.
ABER WIR!!!!!"
Ja,cool ,dieses WIR-Gefühl,gelle?
Endlich nicht mehr allein!
Da weiss Jemand auch nicht weiter,hat ähnliche Gedanken,wie Du,will genau wissen, warum es wichtig wäre, die entspannende Wirkung des Alkohols nicht mehr haben zu können.
Und Du hast nichts Besseres zu tun,als Dich kurz aus Deiner Lethargie zu bewegen, und Dich als ebenso hilflos hintenanzuhängen...



Na und? Was ist dabei, sich mit einer Gleichgesinnten auszutauschen??? Mir hilft es jedenfalls zu wissen, daß es Menschen gibt die ähnlich fühlen, ob mit Alk, oder ohne.

Zitat
Ich dachte, Du wärest schon ein wenig weiter!
Gothy hat zumindest signalisiert,dass sie nun darüber nachdenken wird, etwas zu bewegen.
Ich weiss gar nicht mehr, wie oft ich auf Deine Beiträge eingegangen bin, um letztendlich immer wieder aufs Neue festzustellen:
Bei Dir bewegt sich absolut Nichts!...



Und jetzt geht mir gleich der Hut hoch!!!

Zitat
Es gibt keinen allgemein gültigen Plan, um sein Leben dadurch meistern zu können.
Das muss jeder für sich selbst entscheiden und meistens hart erarbeiten.
.....Absolute Abstinenz und sich helfen lassen, manchmal mit 2, manchmal mit 35 Anläufen.



Und jetzt fällt er wieder runter, der Hut

Gruß
Ivvan


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