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Saufnix
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 Akute Hilfe
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beed Offline




Beiträge: 882

02.11.2004 17:27
#121 RE: Ten days after antworten

Hallo Ulrich,

was heißt:" ...aber es gibt nun mal Leute, für die es in erster Linie wichtig ist, ein Problem zu erkennen." ???

Wenn kein Problem da ist, tut man auch nichts dagegen. Das Erkennen eines Problems ist die Grundlage und Voraussetzung für alles weitere, eine "Unwichtigkeit eines Problem erkennens" gibt es nicht!!!

Ein Problem kann man nicht "korrigieren", es definiert den Zustand einer Schwierigkeit, die einen Menschen in eine für ihn schlechte Lage versetzt hat, die ihm in irgendeiner Form schadet. Es lässt sich beseitigen, in dem man die URSACHE des Problems ergründet und abstellt bzw. sein Verhalten in der Gestalt ändert, dass Auslöser des Problems aus dem Leben verbannt werden.

Mit Ernst nehmen ist, glaube ich, gemeint, dass man nach ein paar Tagen Abstinenz noch lange nicht die Weisheit der Trockenheit mit Löffeln gefressen hat.
Ich selbst halte auch manche Dinge für überzogen, aber lieber so, als zu bagatellisieren und hinterher von Umständen überrumpelt zu werden, auf die man nicht vorbereitet war.

Jeder muss seinen eigenen speziellen Weg finden. Oft gibt es Paralellen und da hilft die eine oder andere Erfahrung sehr wohl.

LG
beed


minitiger2 ( gelöscht )
Beiträge:

02.11.2004 17:29
#122 RE: Ten days after antworten

Hi Ulrich,

nu ja, ich hatte auch keine wesentlichen Entzugserscheinungen, und ich hatte auch keinen wesentlichen Saufdruck. Das ist aber auch nicht das eigentliche Problem, denn spätestens nach 10 Tagen ist jeder Alki durch den körperlichen Entzug durch. Und nicht mal der gelegentliche Saufdruck ist irgendein Problem.

Wenn ich mir Deine Postings so durchlese, wirst Du Dich möglicherweise irgendwann dazu hinreissen lassen, dass Du irgendwem beweisen willst, dass Du kein Problem hast. Und weil das womöglich sogar erst mal gutgeht, glaubst Du es vielleicht selbst. Und dann hast du eins, über kurz oder lang.

oder so..

der minitiger


Ulrich ( gelöscht )
Beiträge:

02.11.2004 17:41
#123 RE: Ten days after antworten

Lieber Minitiger,

nein, das werde ich nicht. Ich habe hier so viel gelesen, ich habe einfach Angst. Wirklich richtig Angst, dass mir dann alles das passiert, was in den Schilderungen hier steht und mir noch nicht passiert ist (genug davon musste ich ja schon selbst erfahren, aber die wirklich richtig schlimmen Sachen lagen wohl zum Glück noch vor mir). Angst ist zwar kein guter Ratgeber, aber mir im Moment ganz hilfreich. Vielleicht wird ja mit der Zeit ein gesunder Respekt daraus.
Gestern war übrigens unser monatlicher Dorfstammtisch. So traurig es war, musste ich so ab halb zwölf doch schmunzeln ob des unglaublichen nonsens der da erzählt wurde, war ich doch der einzig nüchterne.
LG
Uli


Weggefaehrte Offline



Beiträge: 360

02.11.2004 17:50
#124 RE: Ten days after antworten

Hallo Waldschrat.

Zitat:

Zitat
[quote]Es ist, als würde ich hier sitzen und einen Ringkampf mit mir veranstalten, so schwierig waren nicht



Dein Schlußsatz:

Zitat
[quote]Dabei dachte ich eigentlich ich wäre (zumindestens körperlich) schon über den Berg, scheinbar doch nicht


Diese beiden Sätze haben mich zu meinem Post veranlasst. Mir ist nicht bewust, dass ich an irgendeiner Stelle geschrieben hätte, dass dies so auf Dich zutrifft. Es sollte als Denkanstoß für Dich gesehen werden auch mal in diese Richtung zu schauen und dann wenn Du merkst, Du kommst keinen Schritt mehr weiter vielleicht Dir doch fachliche Hilfe zu holen.

Wenn ein Therapeut, dann sollte es einer sein dessen Fachgebiet die Sucht ist und nicht einer der auf allen Gebieten zu Hause ist. Wenn Du Herzschmerzen hast gehst Du ja sicher auch nicht zu einem Frauenarzt, obwohl der ja auch Doktot ist, sondern zu einem Herzspezialisten.

Noch etwas zu Kommunikation:

Durch die Kommunikation besitzt der Mensch die Fähigkeit mit seiner Umwelt in Kontakt zu treten. Sie ist ein wechselseitiger Austausch von Gedanken, Wissen, Erfahrung und Gefühle. Die Kommunikation dient zur gegenseitigen Verstehens.
Ihre Mittel sind: Sprache, Schrift, Gestik, Mimik, Körperhaltung, Hören, Sehen und Tasten. Uns steht aber nur die Schrift zur verfügung. Es ist schwer jemand etwas zu vermitteln wenn man dies nicht von Angesicht zu Angesicht mit allen Möglichkeiten der Kommunikation tun kann.

Zu guter Schluß noch etwas zu mir. Ich bin trockener Alkoholiker und lebe seit 26 Jahren mit einer zufriedenen Abstinenz, und ich weiß also wohl von was ich rede oder schreibe. Deine Haltung gegen über Therapeuten kann ich verstehen war bei mir am Anfang genau so. Es hat damals drei Jahre gebraucht bis ich Hilfe von außen annehmen konnte, alle anderen Wege die ich ausprobiert hab, haben letzlich immer wieder in die Sackgasse Alkohol geführt. Es kommt darauf an, wieviel man sich selbst wert ist, dann ist Hilfe annehmen keine Schwäche sondern Stärke.

Liebe Grüße Günther.

Freiheit beginnt da wo Sucht endet.


Beachen Offline




Beiträge: 3.654

02.11.2004 22:47
#125 RE: Ten days after antworten

Zitat
Unterhalte Dich mit drei verschiedenen Psychologen, und Du wirst drei verschiedene Ursachen für Deine Sucht erfahren. Und dann gibt es die Sicht der Neurologen, die Sicht der Spiritualisten und natürlich die Sicht der Betroffenen.


... dann wären da noch die klinischen Psychiater, die Allgemeinärzte, die Internisten, die katholische Kirche und die Heilsarmee.

Ja, genau damit hab ich mich anfänglich gedanklich auch beschäftigt.
Soll ich jetzt anfangen, meine ganze verkorkste Kindheit mit einem Therpeuten zu durchkämmen ?
Soll ich wirklich weiterhin denken - und ich betrachtete jahrelang eben genau diese, meine verkorkste Kindheit als DEN Grund meiner Trinkerei - der oder das ist daran schuld ?
Was habe ich im Endeffekt davon ?
Ich kann nichts rückgängig machen, aber ich kann jetzt anders leben. Ich kann jetzt Verantwortung für mein Leben übernehmen, ich brauche nicht mehr das Schild "verkorkste Kindheit" vor mir und meinem Selbstwert her tragen.

Letztendlich ging es mir darum zufrieden sein zu können, in den Spiegel sehen zu können und mich nicht mehr schämen zu müssen. Und dazu mußte ich aufhören zu trinken, mir sind die Gründe hierfür heute egal.
So ist das jedenfalls bei mir.

Grüßle
Bea


waldschrat1 Offline



Beiträge: 736

03.11.2004 07:10
#126 RE: Ten days after antworten

Zitat
Gepostet von Merryl

ich glaube, dass Waldschrat sein Problem nicht wirklich ernst nimmt, sonst hätte ich das ja nicht so geschrieben. ...
... Das Problem liegt aber nicht beim Trinken, und das glilt auch für die Alkoholiker, "die ja gar nicht so viel getrunken haben", sondern bei den Gründen, warum man getrunken hat. quote]



[quote]Gepostet von beed

Wenn kein Problem da ist, tut man auch nichts dagegen. ...

...Mit Ernst nehmen ist, glaube ich, gemeint, dass man nach ein paar Tagen Abstinenz noch lange nicht die Weisheit der Trockenheit mit Löffeln gefressen hat.
Ich selbst halte auch manche Dinge für überzogen, aber lieber so, als zu bagatellisieren und hinterher von Umständen überrumpelt zu werden, auf die man nicht vorbereitet war.




Hallo Leute,

Die Gründe, warum ich getrunken habe?
Angefangen mit 15, mich auf jeder Party zuzuschütten, einfach weil's lustig war und nie wieder aufgehört, regelmäßig Alk zu vernichten.
Schlichte Gewohnheit also, die bekannten Nebeneffekte, die kurzfristig Probleme in den Hintergrund drängen, hab ich nur auch genossen. Zeitweilig habe ich dann zur Flasche gegriffen, wenn ich gezielt diesen Effekt haben wollte, aber Gründe fürs Trinken waren die Probleme nie.

Somit kann ich auch nicht unterschreiben, dass das Problem "...nicht beim Trinken liegt, sondern in den Gründen..."

Ob ich mein Problem "ernst" nehme?
Zur Zeit habe ich kein Problem, Merry, soweit hast du Recht. Aber, beed, die Aussage: "wenn kein Problem da ist, tut man auch nichts dagegen" ist schlicht und ergreifend falsch, jedenfalls für mich.
Ich halte es für grundsätzlich sinnvoll, Situationen im Geiste durchzuspielen in die man geraten kann, um, wenn sie dann wirklich eintreten, ihnen ohne Überraschung begegnen zu können.
Das "Nichttrinken" ist für mich einen neue Situation. Erfahrungen damit habe ich nicht. Ich habe dieses Forum gefunden, wo viele Leute sehr viel Erfahrung damit haben.
Ich sehe, dass es Probleme schlimmster Art geben kann.
Also was liegt näher, als mir einen umfassenden Eindruck davon zu verschaffen, wie diese Probleme, die da möglicherweise auf mich zukommen werden, denn aussehen und wie ich am Besten damit umgehen werde, wenn sie bei mir auftauchen.
Darunter verstehe ich eigentlich, dass ich sehr wohl "gegen ein Problem etwas tue, das ich nicht habe (gerade eben jetzt)", einfach eine "Vorbereitung", um nicht überrumpelt zu werden.

So wie Sportler im Geiste alle möglichen Spiel- oder Kampf- oder sonstige Situationen durchspielen, um schnell und richtig reagieren zu können, wenn eine davon dann wirklich eintritt, so geht das im ganz normalen Leben eigentlich auch, man muss es nur tun.

Ich weiß, dass ich eben nicht "die Weisheit mit Löffeln gefressen habe", deshalb versuche ich ja, mir die Weisheit Anderer zunutze zu machen, auch von denjenigen, denen sie brutal hineingewürgt wurde, um mir ebensolches zu ersparen.

Meine "Gründe" fürs Trinken interessieren mich auch nicht, wie Beachen so schön schreibt. Jeder, der welche bei mir suchen will, hält mich eigentlich nur auf.

Ich suche "Gründe" früs Nicht-Trinken, die es Wert sind, diese Mühe auf sich zu nehmen und da gibt es unheimlich viele. Je mehr ich hier poste und Antworten bekomme, oder in anderen Threads lese, desto klarer wird meine Vorstellung von dem, was mich erwartet und von dem, was ich will.

Letztendlich hängt meine Abstinenz ausschließlich von meinem Willen ab.

Diesen zu stärken und fit zu machen für Schwierigkeiten ist meine Aufgabe und mein Ziel hier und überhaupt, sonst nichts.

Liebe Grüße

[f1][ Editiert von waldschrat1 am: 03.11.2004 7:20 ][/f]


Absti ( gelöscht )
Beiträge:

03.11.2004 07:54
#127 RE: Ten days after antworten

alle zusammen.

Ich gehöre zu der Sorte, denen die Weisheit brutal eingewürgt werden musste. Günther´s Ausführungen haben mich auf schmerzliche Weise an meine erste LZT erinnert. Dort galt der Grundsatz: Jede Sucht hat eine Geschichte. Das habe ich dann so interpretiert, dass ich nachher übel Schuldzuweisung betrieben habe und nicht lange trocken blieb. Das ist nun vorbei, hat aber seine Zeit gebraucht. Mir helfen die Sichtweisen so unterschiedlich gestrickter Menschen wie Günther und Waldschrat sehr. Ich habe vor längerer Zeit erkannt, dass ich leicht zu beeinflussen bin. Es gelingt mir nun in schwierigen Situationen immer häufiger, mir eine Bedenkzeit einzufordern bzw. sie mir selbst einzuräumen. Und das funktioniert. Für auf den ersten Blick übelste Dinge finde ich Pluspunkte, für auf den ersten Blick traumhafte Dinge jedoch auch Minuspunkte. Deshalb komme ich in diesem Thread auch so selten dazu, zu posten. Denn wenn ich "ausgebrütet" habe, hat in aller Regel schon jemand anderer das geschrieben, was ich mir so in etwa gedacht hatte.

Wie dem auch sei, eigentlich wollte ich mich nur bedanken. Irgendwo habe ich mal etwas gelesen, das in etwa so lautete:
Der kluge Mensch lernt aus allem und von jedem, der normale Mensch aus seinen Fehlern und der dumme Mensch weiss alles besser.

Ich ordne mich jetzt einfach mal kackfrech bei den normalen Menschen ein und hoffe aber doch, bald zu den klugen Menschen zu gehören.

Einen sonnigen und zufriedenen Tag wünscht
- Marianne -


Max mX Offline




Beiträge: 5.878

03.11.2004 08:16
#128 RE: Ten days after antworten

hallo Bea, :hallo1hallo Waldschrat)
"Grund meiner Trinkerei - der oder das ist daran schuld ?
Was habe ich im Endeffekt davon ?"
Jawoll! Zu ändern geht nichts mehr zurück, nichts zu löten an der Holzkiste.
Da fehlt aber noch der positive Aspekt: Nach meiner Kapitulation bzw. aufgrund dieser konnte ich den gesamten Schrott einfach wegschmeißen, wie durch ein Wunder. Und auf dem vielen vielen Platz in Seele und Kopf, der plötzlich frei war, konnte dann mein ganzs Leben neu aufgestellt werden (ich habe aufgestellt, aber ohne "die anderen" wäre das gar nicht gegangen). Und das war gut, schön, macht glücklich bis heute, und standhaft und kreativ na und so weiter.
ich grüße euch, Max


waldschrat1 Offline



Beiträge: 736

03.11.2004 09:00
#129 RE: Ten days after antworten

Hallo Günther,

Ich möchte einmal etwas sagen zum Thema Diskussion grundsätzlich. Das ist jetzt gar nicht auf dich bezogen, sondern irgendwie fällt mir auf, dass unter den Leuten hier verschiedene Diskussionsstile vorhanden sind, mit verschiedenen Motivationen (was nur natürlich ist und auch gut so)
Ich möchte nur verständlich und klar ausdrücken, welche Motivation meinen Beiträgen zugrunde liegt:

Es gibt grundsätzlich zwei Herangehensweisen an eine Diskussion:

1. Ich diskutiere, um meine Sicht der Dinge darzulegen und andere davon zu überzeugen, dass ich Recht habe und die Diskussion war dann gut und erfolgreich, wenn ich überzeugt habe.

2. Ich diskutiere, um neue Sichtweisen kennezulernen und bin nicht nur bereit, sondern gewillt, aus dieser Diskussion mit einem tieferen Verständnis und neuen, anderen Erkenntnissen uns Meinungen herauszugehen, als ich in sie eingetreten bin. Die Diskussion war dann gut und erfolgreich, wenn ich nachher klüger bin. Besonders gut ist es, wenn alle Diskussionsteilnerhmer (oder wenigstens mehrere) etwas für sich gewinnen konnten.

Punkt eins ist typisch für Fernseh-Wahlduelle und leider eine Vielzahl anderer Diskussionen auch, wo diese Einstellung überhaupt keinen Sinn macht.

Meine Einstellung, ganz besonders hier, ist die aus Punkt zwei.
Der Diskussionsstil ist wiederum eine andere Sache, Da ist (fast) alles erlaubt, was manchmal den Eindruck von Sturheit, Besserwisserei, Arroganz, Kopflastigkeit, Unbelehrbarkeit, usw., usw. erwecken kann.
Aber mein Ziel in jeder Diskussion ist es, neue Erkenntnisse zu gewinnen, nicht meine Meinung zu vertreten.
Natürlich muss ich meine Meinung kundtun, das ist das Wesen einer Diskussion und ich schäme mich nicht dafür, wenn meine mitgebrachte Meinung nonsense ist, ich präsentiere nur meinen aktuellen Stand der Entwicklung und wenn es nur der Anfang ist, wo sich ausschließlich Vorurteile finden, aber keine irgendwie fundierten Aussagen. Irgendwo muss man eben anfangen.

Übrigens:
Ich halte den schriftlichen Ausdruck für ein ganz hochrangiges Kommunikationsmittel. Nicht umsonst sind Bücher immer besser, als der Film, der danach gedreht wird, obwohl dort Gestik, Mimik noch dazukommen.
Im schriftlichen Ausdruck kann man alle Sinne ansprechen, zwar nur indirekt, durch eine Stimulation der Vorstellungskraft, aber es ist genug Zeit dafür da, was im persönlichen Gespräch oft nicht der Fall ist, weil man unterbrochen wird, weil der andere rhetorisch besser ist und alle Argumente vom Tisch fegt, weil man sich nicht merkt, was der andere gesagt hat, weil persönliche Sympathien oder Antipathien den Eindruck verfälschen, weil...

Soll nicht heißen, dass ich Diskussionen Aug in Aug nicht mag, aber schriftliche haben eben auch ihre Vorteile.

Noch was zum Thema kopflastig oder nicht.
Offenbar mache ich hier den Eindruck eines kopflastigen Analytikers mit rudimentären Emotionen.
Das ist wirklich eine Fehleinschätzung geboren aus der rein schriftlichen Diskussion. Ich weiß, dass ich meine Gedanken recht klar zu Papier bringen kann und auch, dass ich Analytiker bin. Entscheidungen fallen aber immer gefühlsmäßig, ich benutze die Analytik nur dafür, meinem Unterbewusstsein brauchbare Unterlagen bereitzustellen.

So, jetzt muss ich mich leider bis Freitag verabschieden, aber ich feue mich auf eine Fortsetzung unserer Diskussion

Alles Liebe


minitiger2 ( gelöscht )
Beiträge:

03.11.2004 09:08
#130 RE: Ten days after antworten

Hi allerseits,

Wir unterhalten uns hier immer wieder drüber, das es um die Gründe geht. Aber sehr oft ist es einfach so, dass der Grund, wegen dem jemand mal das trinken angefangen hat, längst erledigt ist. Dann könnte man das Trinken ja eigentlich auch wieder aufhören, wenn der ursprüngliche Grund weggefallen ist. Ich hab ja auch schon lang nicht mehr die Schwierigkeitenm, die ich als Jugendlicher mal hatte.
Das Problem ist das, dass sich das Trinken verselbstständigt und sich seine eigenen Gründe erschaffen hatte.

Ich für meinen Teil denke, der wichtigste Grund, wegen dem ich getrunken habe, war zumindest in den letzten Jahren schlicht meine Abhängigkeit. Ich hab getrunken, um zu trinken.

Eben weil der Begriff der Abhängigkeit allgemein bei mir sehr negativ besetzt ist, war es für mich sehr wichtig, mich genau zu dieser schlichten Abhängigkeit zu bekennen. Ohne wenn und weil und Gründe.

Und die Abhängigkeit ist letztlich auch der schlichte Grund, warum ich dem Rechnung trage und nicht so weitermache wie ich das über viele Jahre gewohnt war.

Die ganze Vergangenheit taugt nicht allzuviel, denn wenn es nur die Familie wäre, gäbs nicht unter Geschwistern so unterschiedliche Charaktere. Und auch glückliche Kinder können abhängig werden, wie wir hier gesehen haben. Es gehört immer auch eine gewisse Menge Alkohol dazu, und das kann schlicht eine gesellschaftliche Modeerscheinung sein, die Clique, oder kritikloser Gebrauch in der Familie. Auf jeden Fall gehört eine Disposition dazu, damit der der Körper den Alkohol so ins Stress/Belohnungssystem einbaut, dass Abhängigkeit entsteht. Und an dieser Stelle ist auch der Begriff "Krankheit" gerechtfertigt.

Und eben dieses Stress/Belohnungssystem beeinflusst dann auch das rationale Denken dergestalt, dass die Einsicht in die eigene Krankheit erschwert wird, weil es für den Betroffenen schwer wird zu erkennen, dass es auch andere Möglichkeiten der Belohnung und Stressbewältigung gibt, wenn man den Alkohol lang genug weglässt.

der minitiger


waldschrat1 Offline



Beiträge: 736

03.11.2004 09:10
#131 RE: Ten days after antworten



Perfekt, minitiger!


waldschrat1 Offline



Beiträge: 736

03.11.2004 09:54
#132 RE: Ten days after antworten

So, und jetzt schreib ich noch ganz schnell zwei Beiträge ohne wirklichen Beitrag


waldschrat1 Offline



Beiträge: 736

03.11.2004 09:56
#133 RE: Ten days after antworten

Dann steht da links nämlich "fühlt sich wohl hier"
und das entspricht den Tatsachen wesentlich besser, als "schreibt fast täglich"!


beed Offline




Beiträge: 882

03.11.2004 10:11
#134 RE: Ten days after antworten

Hallo Waldschrat,

manchmal habe ich den Eindruck, dass Du Postings nicht genau liest bzw. Bruchstücke rauspickst und Deiner Philosophie anpasst!
Ich traf keine generelle Aussage über das Erkennen von Problemen. Es ging darum, dass wenn man der Meinung ist, kein Problem mit dem Alkohol zu haben, auch keinen Grund sieht, etwas dagegen zu tun!

Das gedankliche Durchspielen von Situationen hat doch garnichts damit zu tun. Du bist auch erst auf diesem Board, NACHDEM Du ein Problem erkannt hast, nicht vorher.

Erst schreibst Du, Du hast ein Problem und jetzt: "... dass ich sehr wohl "gegen ein Problem etwas tue, das ich nicht habe (gerade eben jetzt)", einfach eine "Vorbereitung",..."; klingt so, als wenn Du nun keins hättest.
Wer bitte spielt gedanklich durch, was er tun würde, wenn er z.B. Magenkrebs hätte. Das ist doch Unsinn. Wenn Du so analytisch sein willst, dann interessieren Dich doch erstmal nur die Fakten, die tatsächlich da sind und nicht die, die eventuell da sein könnten, oder!?

Die Gründe fürs Trinken sollten Dich schon interessieren, zur Analyse gehört doch auch die Ursache, nicht nur der momentane Zustand. Wenn Du weißt, welche Momente und Umstände zu Deinen Trinkgewohnheiten geführt haben, kannst Du gezielt daran arbeiten. Die Argumente fürs Trinken sind die Grundlage der Argumente fürs Nichttrinken, nur mit umgekehrten Vorzeichen. Sie sind eine Basis - keine abgeschlossene Vergangenheit, sondern die immer wiederkehrenden Versuchungen der Zukunft.

Natürlich sollte man auf Kommendes vorbereitet sein, aber über dieser Theorie darf man auch das Jetzt und Hier nicht vergessen.

LG
beed


waldschrat1 Offline



Beiträge: 736

03.11.2004 10:23
#135 RE: Ten days after antworten

ganz, ganz kurz noch, beed:

Großes Problem Alkoholiker zerfällt in lauter kleine Probleme, von denen man eins grad haben kann oder nicht.
Ich hab nicht kein Problem, sondern manche grad (noch) nicht.

Es gibt massenweise Situationen, die ich schon durchgespielt habe und die nie eingetreten sind, ist trotzdem keine verlorene Zeit.
Und es gibt leider auch viele, in die ich gekommen bin, ohne sie vorher behirnt zu haben (oder "durchgefühlt", wie du willst).
Die Anfänge des Trinkens liegen 35 Jahre zurück und sind so aktuell wie die Zeitung von letzter Woche. Jedenfalls haben diese "Gründe" heute keine Relevanz mehr.
Ich habe eine Gewohnheit abzulegen, die sich eben zur Sucht ausgeartet hat.
Bei Anderen mag das anders sein, "wirkliche" Gründe, was weiß ich, vielleicht gibt's die, ich habe keinen Grund.

LG


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