Sie sind vermutlich noch nicht im Forum angemeldet - Klicken Sie hier um sich kostenlos anzumelden Impressum 
Saufnix
Sie können sich hier anmelden
Dieses Thema hat 51 Antworten
und wurde 2.185 mal aufgerufen
 Akute Hilfe
Seiten 1 | 2 | 3 | 4
Saftnase Offline




Beiträge: 1.206

12.09.2004 15:39
#46 RE: Torschlusspanik antworten

Hallo nochmal,

hab noch was vergessen: Natürlich habe ich auch schöne Erinnerungen oder Erlebnisse mit Alkohol gehabt, jedoch haben die schlechten Seiten im Laufe der Zeit überhand genommen.
Deshalb weis ich ganz genau, dass ich nie mehr gute Erlebnisse mit Alkohol haben werde, sondern sofort bei den schlechten Begebenheiten wieder einsteigen werde - auch wenn sie erst mal durch ein schönes Gefühl verdeckt
sind.
Das ist ja das Tückische an der Sucht, was mir aber sehr wohl bewusst ist.

LG Laila


minitiger2 ( gelöscht )
Beiträge:

12.09.2004 15:57
#47 RE: Torschlusspanik antworten

Hi Laila,

ich möchte natürlich auch keine Unklarheiten offenlassen.

Es soll und darf jeder an sich glauben. Wenn ich nicht an mich glaube, dann ist das Scheitern vorprogrammiert.

Ich glaub natürlich auch an mich...und auch an meine Fähigkeit, etwas zu schaffen, was ich mir vorgenommen habe. Ob das Schulden, Probleme, Giften, Saufen oder Rauchen beseitigen ist..offensichtlich kann ich das ja.

Aber genau darin liegt mein persönliches Risiko. Daß ich weiss, daß ichs kann.
Bis jetzt hab ich immer nach Herausforderungen gesucht, bei denen ich noch nicht wusste, wie es ausgehen wird.
Ich hab ja hier schon mal was über den "riskanten Lebensstil" geschrieben.

Da wünsch ich mir, ehrlich, eine Portion Weisheit im richtigen Moment.

Wünsch Dir was

der minitiger


Max mX Offline




Beiträge: 5.878

12.09.2004 22:52
#48 RE: Torschlusspanik antworten

hallo minitiger,
"Jedenfalls spannender als die alltäglichen Leidensgeschichten der immer zu kurz gekommenen restlichen germanischen Menschheit"
Damit hatte ich eigentlich gemeint, dass ich früher (so wie die allgemeine germanische Menschheit) viel zu viel und überhaupt mit meinem Schicksal gehadert hatte. Dieses brauche ich schon lange nicht mehr, sondern in tummele mich darin herum, und ich staune was so alles für mich bereit ist. Damit wollte ich auch indirekt meine jetzt längst zufriedene Lebensweise ausgedrückt haben.
ich grüße dich, Max


Merryl Offline




Beiträge: 822

13.09.2004 09:57
#49 RE: Torschlusspanik antworten

Minitiger?

ich möchte auf eine Sache kurz eingehen, weil ich sie spannend finde.
wie kann ich denn wissen, wie ich in zehn Jahren denke, ich wußte ja auch vor zehn Jahren nicht, wie ich heute denke ? (mein Gott wenn ich das gewußt hätte wäre mir vieles erspart geblieben!?!).
Das stimmt natürlich, aber es stimmt auch nicht. Wir erfinden uns nicht immer wieder neu, wir bauen auf dem auf, was ist. Natürlich kann man sein Leben, wenn man möchte, auf den Kopf stellen. ich denke die meißten hier haben das gemacht, indem sie die Flasche haben stehen lassen. Aber wir bleiben die, die wir sind. Und alle hier die trocken sind, werden nie so mehr unbedarft und "fröhlich" trinken können, wie früher, sie werden immer wissen, was sie da machen. Insofern kann ich Dir schon sagen, wie ich in zehn Jahren über Alkohol denke. Ich kann natürlich nicht sagen, was ich dann mache, aber gewisse Dinge bleiben fest.

Gruß
Merryl


minitiger2 ( gelöscht )
Beiträge:

13.09.2004 12:03
#50 RE: Torschlusspanik antworten

Zitat
Gepostet von Max mX
Damit wollte ich auch indirekt meine jetzt längst zufriedene Lebensweise ausgedrückt haben.



Darin liegt meine Schwierigkeit, Dir einfach zu folgen. Weil ich nicht uneingeschränkt zufrieden bin.

Und ich werd auch nicht so tun, als ob es so wäre, solange ich selbst nicht davon überzeugt bin. Manchmal bin ich zufrieden, manchmal nicht.
(das hat womöglich auch was damit zu tun, daß ich nicht vorhabe, zufrieden zu sein, nur weil andere Trockene das von mir als Trockenem erwarten. Einstweilen reichts mir, dass ich nix trinke)

Ich arbeite zwar dran. Aber durch meinen jetzige Phase muss - und will - ich erst durch. Das leg ich nicht ad acta, solang ich nicht damit fertig bin.

der minitiger


minitiger2 ( gelöscht )
Beiträge:

13.09.2004 12:11
#51 RE: Torschlusspanik antworten

Zitat
Gepostet von Merryl
Und alle hier die trocken sind, werden nie so mehr unbedarft und "fröhlich" trinken können, wie früher, sie werden immer wissen, was sie da machen.



Ich hab 1979 meine erste halbjährige Sauf - und Giftpause gemacht, um erst mal das Abi zu schaffen. Spätestens ab dann war ich nicht mehr unbedarft. Und grade in den Jahren von 1979 bis 1984 war bei mir von Fröhlichkeit überhaupt nicht die Rede.

Also diese Veränderung, die Du beschreibst, die hat bei mir bestenfalls bewirkt, daß ich jahrelang das kontrollierte Trinken ausprobiert hab, um nicht ganz abzurutschen.

Aus langjähriger Erfahrung kann ich Dir sagen, daß man auch mit schlechtem Gewissen saufen kann. Ab einem gewissen Pegel merkt man nix mehr von dem schlechten Gewissen. Was ja ein nicht zu unterschätzender Bestandteil des Teufelskreislaufs ist.


Von jetzt aus gesehen, will ich auch in 10 Jahren nix trinken. Ich bin mir aber bewußt, daß das damit steht und fällt, ob ich meinem Leben eine Mitte geben oder es mit Sinn erfüllen kann. Deswegen ist meine momentane Unzufriedenheit auch keine blanke Spielerei, die ich nur aus Langeweile betreibe.

der minitiger

[f1][ Editiert von minitiger2 am: 13.09.2004 12:21 ][/f]


Beachen Offline




Beiträge: 3.654

18.09.2004 13:44
#52 RE: Torschlusspanik antworten

Hi Minitiger und alle anderen !

Ja, da weiß ich jetzt garnicht wo anfangen ... und das nach einer 6-tägigen Zwangsabstinenz auf dem Board !

Also erstmal kann ich sagen, das ich es schon so empfinde wie Laila das ausdrückt.
Diese ganzen Erniedrigungen bei den alkoholischen Exzessen - was mir da so alles wiederfahren ist, oder was ich so alles gemacht habe - dieses selbstdestruktive gnadenlose sich selbst erniedrigen, betrunken so zu sein und agieren als ob man keinerlei Selbstwertgefühl hat und dieses genau dadurch auch nicht bekommen kann, es fängt locker mit einem oder zwei Bierchen an und endet oft genug in der Katastrophe.
Das Zerfleischen - ich weiß nicht genau wie ich das in Worte fassen kann.

Und dann entdeckte ich, das ich mir selbst auf den Leim gegangen bin, ich entdeckte, das das Trinken die Ursache meiner Probleme war, das heulsusige, jammerige, jahrelange Suchen nach Verständis und vielleicht auch etwas Respekt.
Respekt den ich so besoffen nicht mal vor mir selbst hatte.

Und Minitiger, ich bin zwar nicht so lange trocken wie du jetzt, aber glaube mir, was ich mitunter so erlebt habe die Jahre .... das läßt mir heute noch die Nackenhaare aufstellen und ich kann nicht glauben, wie tief unten ich in mir selbst schon war, welchen Selbsthass ich gelebt habe.
Und dieser Selbsthass ist vorbei. Die Gosse, die in mir war, ist weg.
Und natürlich weiß ich auch nicht, wie es mir in 10 Jahren gehen wird.
Aber diese Bilder, die ich von mir habe in meiner Erinnerung - mit verpinkelter Hose im Wald liegen mal nur als Beispiel - die reichen mir wirklich um zu wissen, das ich das nicht mehr will und auch nicht mehr kann. Irgendwie ist das nicht mehr mein Leben.
Ich lebe heute ohne diesen Hass.
In meinem Leben heute bin ich mir etwas wert.

Für mich ist die ganze Sache mit den Problemen heute eine ganz andere Thematik.

Ich hoffe nun, das war nicht zu wirr.

Grüßle
Bea


Seiten 1 | 2 | 3 | 4
 Sprung  
disconnected Saufnix-Chat Mitglieder Online 0
Xobor Einfach ein eigenes Forum erstellen