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Saufnix
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 Nass und Trocken
Susanne Offline



Beiträge: 157

12.09.2018 19:56
Wenn man fremd wird antworten

Ich weiß nicht, ob diejenigen, die hier schreiben und in einer Klinik waren, dort Bekanntschaften geknüpft und / oder Freundschaften geschlossen haben, die den Klinikaufenthalt längerfristig überdauert haben.

Ich habe von einigen dort ihre Emailadressen bekommen; vielleicht schreibe ich nach einem Jahr mal - aber ich habe zuviel Angst, von Rückfällen und neuerlichem Elend zu lesen und zu hören.

Bei einer der Frauen, die zeitgleich mit mir in der Klinik waren, habe ich eine Ausnahme gemacht.
Ich gebe es zu: Bei ihr riskiere ich mein Herz.
Ein Rückfall von ihr würde mich zutiefst unglücklich machen. Ich würde mich hilflos fühlen, wütend auf die Droge und die Sucht. Es würde mir die Tränen in die Augen treiben, wenn ich mir jemals vorstellen müsste, dass sie betrunken wieder auf den Knien in der Fußgängerzone ihrer kleinen Kleinstadt herumrutscht.

Wir schreiben uns gelegentlich, wir telefonieren gelegentlich, wir halten uns auf dem Laufenden.

Sie ist schön, sie ist talentiert und sie hat zum Ende ihrer stationären Therapie in der "Vollversammlung", den folgenden, von ihr in der Nacht zuvor geschriebenen Text vorgetragen, der jetzt auch in der Zeitschrift des "Fördervereins" der Klinik abgedruckt wurde:

Wenn man fremd wird
Im eigenen Geist
Zuschauer des eigenen Dramas
Unfähig, fähig zu sein
Wenn alles entgleitet
Weil zu viel geglitten
Lange vorher oder gerade deswegen zu viel gelitten
Im eigenen Denken verloren
Suchend

Ich habe Dich gewollt
Doch „Dein Wille geschah“
Und ich habe Dich beschützt
So wie Du mich vor allem Bösen
Du hast sie vertrieben
Die geschmacklosen, keifenden Klauen
Die übrig waren aus geplatzten Träumen
Doch Du wolltest mehr
Ich wollte Frieden
Den ich selbst nicht finden konnte
Freiheit
Befreit von Angst, Trauer, Zweifel, Schmerz sein
Ich brauchte die Liebe
Von der es bisher viel zu wenig für mich gab
Dankend nahm ich Deine Hand
Doch sie genügte Dir nicht
Du zwangst mich zitternd Dir zu dienen
Du triebst mich nieder auf die Knie
Du nahmst mir FAST
Mich selbst

Behalte Deine rosarote Kaleidoskopbrille
und Deinen omnipotenten Selbstfuckingtrip
Zwinker mir nur zu
Ich habe Dich erkannt
Ich will Dein Geheuchel nicht mehr
Dein süßes Säuseln von Illusion und Trugschluss
Deinen bitteren Nachgeschmack
Von Traumfabrik und Seelenstriptease
Ich will nicht mehr zitternd und kriechend
Meinen Dank Dir erweisen
Denn NICHTS bin ich Dir schuldig!
Du bist Illusion
Ich hab mich in Dir verloren, suchend
Doch nichts in diesem Erdensein
Kann mich meiner selbst berauben

ohne dass ich es WILL.

M.R.


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