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Saufnix
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Dieses Thema hat 12 Antworten
und wurde 1.371 mal aufgerufen
 Akute Hilfe
Juttta Offline



Beiträge: 23

18.02.2018 11:59
Wackelkandidat antworten

Guten Morgen an Euch!!!
Kennt Ihr das? ..
Heute bin ich irgendwie schlecht drauf.
Ich trinke seit dem 6. 1. keinen Alkohol mehr. Ich konnte an die
Langzeittherapie ganz gut anknüpfen. Allerdings geht es mir
seelisch nicht so prickelnd. Ich habe zwar keinen direkten Saufdruck,
das Einkaufen geht gut ohne was mitzunehmen z.B.
Ich habe aber Mühe bei emotionalen Geschichten z. B. sind folgende Situationen
definitiv Gefahren für mich: Treffen mit meinem Freund oder Affäre oder sonstwas..
sei Jahren unklar... Treffen zum "zum Kaffeetrinken" mit meinen Freundinnen... Nachbarin,
alle sonstigen Treffen mit anderen Menschen (auch anstrengende Patienten)
die mit negativem oder positiven Stress verbunden sind, die ich aber nicht vermeiden kann,
weil ich damit mein Geld verdiene. Dann habe ich bemerkt, dass ich eine Suchtverlagerung
entwickelt habe, ich kaufe sehr viel Klamotten, Parfum usw. das habe ich früher nicht gemacht.
Frustrierend für mich ist, dass ich morgens trotzdem mit Kopfschmerzen aufwache, weiterhin
meistens schlecht schlafe und bis jetzt auch nicht viel abgenommen hab.
Erwarte ich zu schnell und zu viel? Sorry, dass ich mich ausgeheult habe.
Vielleicht mag ja der eine oder andere etwas sagen, bzw. fällt jemandem was ein, was ich
anders machen kann.
Liebe Grüsse


malo Offline




Beiträge: 1.752

18.02.2018 13:37
#2 RE: Wackelkandidat antworten

Hallo Jutta,

Zitat
Das tut mir richtig gut, Euch gefunden zu haben zum reflektieren, nachdenken usw. Danke dafür.



das stammt aus einem der ersten Beiträge, die du hier geschrieben hast...

Hier sehe ich auch den wichtigsten Ansatz, um eine abstinente Stabilität zu entwickeln.
Sich mit anderen Betroffenen austauschen, reflektieren und dadurch emotionalen Druck
abbauen...verstanden werden, sich auf die Schliche kommen und lernen mich so zu
mögen wie ich bin...an Selbstwert gewinnen und Akzeptanz und Geduld mit sich
selbst üben...

neben diesem Forum hast du jederzeit die Möglichkeit dir eine zu dir passende
SHG zu suchen...Reflexion, offene und erwärmende Worte und verstanden werden sind
gute Bausteine, sich weiter zu entwickeln...

LG Malo

wer jeden tag kämpft
muss eines tages verlieren


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Komplex Offline



Beiträge: 3.878

18.02.2018 13:50
#3 RE: Wackelkandidat antworten

Hallo Jutta,

Du schreibst: "Ich trinke seit dem 6. 1. keinen Alkohol mehr. Ich konnte an die
Langzeittherapie ganz gut anknüpfen. " Meint das, dass Du nach der LZT noch rückfällig warst? Nun seit 6.1. dieses Jahres ohne Alkohol? Dann sollte es wohl gar nicht wundern, dass Du Dich noch instabil und beeinträchtigt (Kopfschmerzen etc.) fühlst.

____________________________________________________


Vianne Offline



Beiträge: 220

18.02.2018 14:01
#4 RE: Wackelkandidat antworten

Hi Jutta,

gut, dass du deine Sorgen hier zur Sprache bringst, dafür ist das Forum ja da! Und klar, ich glaub das kennt jeder, der mit dem Trinken aufhört, dass nicht so schnell alles gut wird, wie man vielleicht gedacht hat, bzw man Schwierigkeiten hat mit Situationen, die man durch den "Weichzeichner-Filter" Alkohol vermeintlich leichter bewältigen konnte. Vielleicht fällt es dir nüchtern nur deutlicher auf, dass dich bestimmte Situationen doch mehr belasten als erwartet, und da würde es sich lohnen, genauer hinzuschauen, was da eigentlich wirklich los ist unter der Oberfläche: wie mit deinem "Freund/Affäre" (kränkt dich die Unklarheit dieser Beziehung vielleicht doch mehr, als du gedacht hast?), mit den Freundinnen/Nachbarinnen (tun dir diese Freundschaften rundum gut oder gibt es da unterschwellige Spannungen) usw.

Wenn der Alkohol wegfällt, ändert sich nicht unbedingt gleich die ganze Realität, doch die Wahrnehmung ändert sich. Und es kann auch sein, dass einem Dinge, die man früher angedudelt klaglos hingenommen hat, mehr stören und belasten als vorher. Der Alkohol war ja auch eine Bewältigungsstrategie.

Was die Suchtverlagerung angeht, es ist halt ein schmaler Grat zwischen "sich was gönnen" und "in den Kaufrausch abgleiten" -- solange dein monatliches Budget das mitmacht und es dich nicht in Schulden stürzt, würde ich es eher als ne normale Belohnungsstrategie sehen. Wir haben ein Belohnungszentrum im Gehirn, dass der Alk lange Zeit besetzt hat, jetzt ist da ne gewisse Leere, die sich neu füllt. Und wenn es ne Weile eben Kleidung und Parfum ist, ist das ja (in gewissem Maße) ok. Zu streng sollte man vielleicht grade in der ersten Zeit der Abstinenz vom Alkohol abgesehen, auch nicht zu sich selber sein.

Ps. gehst du in eine Selbsthilfegruppe? Ich würde das wirklich jedem ans Herz legen, das alles nicht mit sich allein auszumachen bzw nicht nur im virtuellen Raum zu besprechen (wobei ich das Forum hier auch total super finde). Nur, es macht halt einen Riesenunterschied, wenn man sich mit realen Personen zusammensetzt und mit denen die Erfahrungen teilt. Das ist nochmal ne ganz andere Ebene von gegenseitigem Verständnis und Hilfe.

Julia hat kürzlich was drüber geschrieben, dass sozialer Kontakt elementar ist um eine Sucht zu überwinden, das sehe ich genauso. Grade wenn du dich selber als Wackelkandidat siehst, würde ich dringend raten in eine SHG zu gehen. Ich gehe mehrmals die Woche und habe keinen Suchtdruck, das liegt zum sehr großen Teil an dem emotionalen Support, den ich durch die Meetings bei AA erfahre.

Liebe Grüße und weiterhin alles Gute!

Vianne


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Julia Offline



Beiträge: 444

18.02.2018 15:03
#5 RE: Wackelkandidat antworten

Liebe Jutta

Wie du in deinem Vorstellungsthread geschrieben hast, läuft ja nicht gerade alles bestens in deinem Leben. Nach Langzeittherapie kurz rückfällig, Kurve wieder gekriegt. Wie läuft es denn mit deinem Sohn und wie mit der Beziehung? Du hast ja geschrieben, dass der Mann sich nicht wirklich zu dir bekennt und dass du wohl auch unter Beziehungsangst leidest. Außerdem aufgrund von Selbstständigkeit nicht wirklich eine längere Auszeit nehmen kannst.

Wenn früher Gin-Tonic (natürlich der Gute) dein Tröster war, dann ist es heute Shopping. Beides ja irgendwie nur Kompensation dafür, dass was "Nährendes für die Seele" fehlt.

Ich könnte mir vorstellen, dass all die Treffen (Affäre, Freundinnen, Nachbarinnen) nicht wirklich nährend für dich sind. Wie Jutta schon geschrieben hat, da würde ich mal genauer hinschauen. Ist eine nicht gewollte Affäre nicht eigentlich Gift für unser Wohlbefinden und unsere Seele? Warum tust du dir das an?

Eine Frage: warum entschuldigst du dich hier immer, wenn du Fragen einstellst, oder dich mitteilst?


Ganz ehrlich: ich finde es völlig normal, dass es dir "seelisch nicht prickelnd geht", wie du selbst schreibst. Was tut dir gut? Was macht dich fröhlich? Was nährt dich? Wer ist dein Herzensmensch?

Liehe Grüße
Julia

********
"Leben allein genügt nicht, sagte der Schmetterling. Sonnenschein, Freiheit und eine kleine Blume muß man auch haben".
(H.C. Andersen)


Ulli Q Offline



Beiträge: 1.842

19.02.2018 16:42
#6 RE: Wackelkandidat antworten

Liebe Jutta, klar, kenne ich das. Ich hatte nicht die Erwartung an das Nüchternsein, dass jetzt alles ganz klasse und leicht wird und war auch nie euphorisch über meinen trockenen Zustand. Klar finde ich es gut und bin sehr froh, dass es bislang gelungen ist. Es hat sich Vieles geändert (auch das Gewicht ). Es braucht halt Zeit.

Schlechte Stimmung und Herausforderungen wird es immer geben und Trinken hilft halt nichts.
Wichtig ist doch, wie du mit deinen Stimmungstiefs umgehst.

Mich hat es unterstützt, realistisch in meinen Erwartungen zu bleiben und sicher zu sein, dass sich die Zeiten auch zum Besseren wandeln können / werden und, dass ich es in der Hand habe, etwas zu ändern. So viel Zuversicht muss sein.

Vielleicht klingt das alles etwas schlicht, so ist es aber - aktuell - bei mir. Und auch das kann sich ändern.

Wackeln ist sinnlos und du entscheidest
Ulli

Jeder Anfang beendet. (M. Jung)


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Juttta Offline



Beiträge: 23

19.02.2018 17:23
#7 RE: Wackelkandidat antworten

Lieben Dank Ulli. Gestern habe ich viel nachgedacht und war auch etwas depri, aber heute geht
es wieder. War schon im Rewe (erfolgreich ohne) heute und es ist wieder gut. Du hast Recht:
Entscheidend ist, wie man mit diesen Stimmungen umgeht.
Ich erlebe es im Moment ungeschminkt irgendwie.
Ich werde das schaffen!!!


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Juttta Offline



Beiträge: 23

19.02.2018 17:27
#8 RE: Wackelkandidat antworten

Liebe Julia,
mit meinem Sohn geht es gut im Moment. Wir sind im Kontakt und es ist ok.
Er kommt ab und zu, so alle 10 Tage mal im Schnitt. Ich bin froh, dass er sein eigenes Leben gut im Griff hat.

Mit meiner "Beziehung" muss ich etwas ändern, da führt irgendwie kein Weg dran vorbei.
Irgendwie kommt doch immer das Gefühl "der Frau Nr. 2" bei mir hoch, ich kann da nicht länger drüber stehen,
wie er das von mir erwartet. Das ist dann nämlich genau der Punkt, an dem das Gefühl der Wertlosigkeit
hoch kommt, das ist der gefährliche Punkt.

Ansonsten geht es mir heute wieder relativ gut, bzw. die Krise ist rum:)


Juttta Offline



Beiträge: 23

19.02.2018 17:29
#9 RE: Wackelkandidat antworten

Ja das ist so. Ich war von Juli bis September in der Langzeittherapie.
Dann habe ich am 5. 1. den Rückfall gehabt.


Julia Offline



Beiträge: 444

19.02.2018 20:51
#10 RE: Wackelkandidat antworten

Zitat von Juttta im Beitrag #8
Mit meiner "Beziehung" muss ich etwas ändern, da führt irgendwie kein Weg dran vorbei.
Irgendwie kommt doch immer das Gefühl "der Frau Nr. 2" bei mir hoch, ich kann da nicht länger drüber stehen,
wie er das von mir erwartet. Das ist dann nämlich genau der Punkt, an dem das Gefühl der Wertlosigkeit
hoch kommt, das ist der gefährliche Punkt.


Liebe Jutta

Ich war früher eine zeitlang die Nummer 2, daher kann ich sehr gut nachempfinden, wie das ist. Oft habe ich es mir schön geredet, dann wieder verdrängt. Dann wieder schön getrunken. Selbst als der "Geliebte" mich gefragt hat, "wieso tust du dir das an, wenn es dir wehtut?" habe ich noch nicht Reißaus genommen, oder den Kerl zum Teufel geschickt. Irgendwie hatte ich zu wenig Selbstachtung, zu wenig Selbstwertgefühl. Oder ich dachte, ich bin es nicht wert, die Nummer eins zu sein.

Wenn er erwartet, dass du da drüber stehst, obwohl du das gar nicht möchtest, dann musst du das beenden. Wirklich. Du hast es verdient, die Nummer eins zu sein. Jeden Tag! Sei dir das selbst wert!

Liebe Grüsse
Julia

********
"Leben allein genügt nicht, sagte der Schmetterling. Sonnenschein, Freiheit und eine kleine Blume muß man auch haben".
(H.C. Andersen)


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newlife Offline



Beiträge: 3.898

21.02.2018 21:11
#11 RE: Wackelkandidat antworten

na ja. Du schreibst doch was völlig normales. Es ist so, wie es ist. Uns gehts nicht immer blendend. Wir können da natürlich überall nachsehen, können uns beim nachsehen aber auch verlieren. Nimm es doch einfach mal hin das es schlechtere und bessere Tage gibt. Wir Suchtbolzen machen nur zu oft den Fehler, das wir die Erwartungen zu hoch ansetzen.

Reflektieren und Nachdenken über dich und dein Leben sollst du natürlich trotzdem, schleißlich kannst du eine Menge über dich selbst herausfinden. Permanent aber macht das auch kein normal denkender Mensch. Alles immer zu seiner Zeit.

Ich leb oft auch nur vor mich hin, überlege, was ich tun könnte oder vielleicht auch doch nicht, ohne aber das Suchtthema zu meinem Hobby gemacht zu haben. Das hat sich im Laufe der Zeit wieder relativiert und ausgeglichen, da ich selbst für mich auch nicht mehr viele Fragen habe. Zu Beginn war ich aber auch äußerst wissbegierig und habe deutlich mehr hinterfragt als heute.


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Ulli Q Offline



Beiträge: 1.842

21.02.2018 21:35
#12 RE: Wackelkandidat antworten

So sind wir halt, wir Suchtbolzen
Und das Reflektieren nicht vergessen - aber in Maßen. Nicht, dass wir's damit auch noch übertreiben

Jeder Anfang beendet. (M. Jung)


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Julia Offline



Beiträge: 444

21.03.2018 21:32
#13 RE: Wackelkandidat antworten

Alles gut bei dir Jutta? Liebe Grüsse, Julia

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