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Saufnix
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Dieses Thema hat 48 Antworten
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 Akute Hilfe
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RolfJR Offline



Beiträge: 215

02.06.2006 10:10
#46 RE: weiss nicht mehr weiter antworten

Zitat
Gepostet von Poesita
[b...und alle anderen

wer von euch, mit den handwarmen Ratschlägen hat eigentlich Kinder (um die er sich auch tag für tag die letzten Jahre kümmern musste?)
sabiene[/b]



Hast du ein Problem, Poestia??

Ich lebe alleine. Mein jüngster Sohn ist 14 und lebt seit vier Jahren in einem heilpädagogischen Kinderheim (Asperger Autismus). Der 17jährige ist gerade wieder mal aus Therapie herausgeflogen und wartet wieder einnmal auf die Langzeit. Der Älteste von 20 Jahren ist vor 14 Tagen aus dem Knast gekommen.
Die letzten 3 Jahre war ich nur mit meinen Kids beschäftigt, weil die Mutter säuft, tabletten- und drogenabhängig ist und fernab jeder Ralität lebt. Ich selbst bin zufrieden, abstinent lebender Alkoholiker.
Ich wurde finanziell ausgenommen wie eine Weihnachtsgans. Meine Waschmaschine ist kaputt, am E-Herd funktionieren nur noch 2 Platten. Der Saubsauger ist hinüber. Renoviert habe ich letztmals vor vier Jahren. Ich arbeite Schicht incl. Samstag und Sonntag und kümmere ich mich um meine Kinder, die letzten Jahre Tag für Tag...


Wo bitte ist das Problem???

Diese 'handwarmen' Ratschläge, wie du es ziemlich unverschämt formulierst, waren allesamt dazu geeignet, dir deine Opferrolle bewusst zu machen, denn die meisten Leute hier haben ihren Hamsterkäfig verlassen und können dir entsprechende Wege zeigen.
Du kannst das annehmen oder eben nicht.

Das Board oder die 'Berater' dafür unterschwellig verantwortlich zu machen, dass du nicht unbedingt das gesagt bekommst, was in dein Muster passt ist für mich nicht gerade ein guter Stil, auch wenn du schreibst: ich meine das nicht böse.
Ich meine das auch nicht böse, aber ernst.

Gruß
Rolf


Lissy01 Offline




Beiträge: 2.780

02.06.2006 10:39
#47 RE: weiss nicht mehr weiter antworten

Hi Poesita !

Ich habe keine Kinder.

Mal davon abgesehen, daß ich sowieso nie einen Kinderwunsch hatte, war ich immer der Meinung, daß ich die ungeklärten Verhältnisse, die wir zu den Zeiten hatten, als Kinderkriegen ein Thema hätte sein können, keinem Kind zumuten wollte.

Mir ist schon oft aufgefallen, daß die armen Kinder genau in dem Moment herhalten müssen, wo es darum geht, daß der eigene Hintern halt doch recht schwer wiegt.
Das ist mir von zu Hause her auch noch sehr gut bekannt.
Deswegen bin ich der Meinung, um mitreden zu können, brauche ich keine eigenen Kinder, es reicht, daß ich mal Kind war.

Nicht obwohl, sondern weil Du Kinder hast, solltest Du Deine Situation ändern, wenn sie Dir nicht mehr erträglich ist.

Ansonsten schließe ich mich Beachen an mit der Meinung, daß sich Alkoholiker-Familien in gewissen Grundprinzipien erstaunlich ähnlich sind.
Deswegen meinen wohl so viele hier, Dir Tipps geben zu können.

Zitat
Ganz offensichtlich hat dieser Austausch und die "Beratung" hier deutlich seine Grenzen erreicht.



Keine Ahnung, welchen Anspruch Du hinsichtlich Beratung hattest.
Das Forum ersetzt sicher keine fachkundliche Beratung.

Die solltest Du Dir vielleicht wirklich wo anders holen.

Gruß, Lissy


Sonnensturm ( gelöscht )
Beiträge:

02.06.2006 11:17
#48 RE: weiss nicht mehr weiter antworten

Poesita,

ich lese da viel Verzweiflung aus Deinen Posts für mich. Nur, hier am Board kann in meinen Augen niemand was für Deine Verzweiflung, die Du hier anderen fast wütend, wie ich finde, entgegenschleuderst, die kann Dir auch niemand abnehmen, vielleicht kurzzeitig lindern mit ein wenig Trost, aber irgendwann schlägt die Verzweiflung dann wahrscheinlich wieder voll zu, weil sie zu Dir gehört und zu niemandem sonst, weder zu irgendeinem Menschen, hier, noch zu Deinem Mann, noch anderswo.

Und je mehr Du Dich verschließt und alles in Dich reinfrißt, umso größer wird vielleicht Deine Verzweiflung. Auf was für ein Wunder wartest Du denn? Daß Dein Mann sich plötzlich öffnet und Dir sagt, alles ist wieder gut? Wir sind doch hier nicht im Märchen, oder in *wünsch Dir was*..

Es ist halt schwer und es wäre so schön, wenn ein anderer die eigenen schmerzenden Gefühle lindern würde. Ich habe irgendwann für mich festgestellt, daß ich nicht nur für mein Leben sondern auch für meine eigenen Gefühle verantwortlich bin und ich da am Zug bin, was zu tun, wenn mich Gefühle schmerzen, das kann mir niemand abnehmen und zudem finde ich es auch unfair anderen gegenüber, ihnen die Verantwortung für meine eigenen Gefühle aufzuladen.

Seidem ich das so sehe, versuche ich meine eigenen schmerzlichen Gefühle anzunehmen, zu eforschen, was die wahre Ursache dafür ist und dann nach einer Lösung zu suchen, wie ich aus diesem schmerzlichen Gefühlszustand wieder herauskommen kann, damit ich irgendwann wieder ein positives Grundgefühl in mir spüre.

Das kann mit Hilfe anderer sein, aber vorallem, indem ich den Kern des schmerzendes Gefühls bei mir aufspüre und dann, anstatt mich in meinem Schmerz zu verfangen, mich darin einzurichten und mich zu bedauern und vor Selbstmitleid zu zerfließen, nach Lösungen zu suchen, wie es mir wieder besser gehen kann und wie ich das schmerzliche Gefühl in ein positives Gefühl wandeln kann.

Dazu gehört bei mir Offenheit und die Gefühle erbarmungslos auf den Tisch zu legen, sie nicht wegzudrängen, sie selbstkritisch zu betrachten, woher sie kommen, was mir fehlt und den Weg zu suchen, wie es mir wieder besser gehen kann.

Schwer zu beschreiben und ich weiß nicht, ob das irgendwie klar ausgedrückt ist, was ich sagen möchte...

sonnensturm


Matthias53 Offline



Beiträge: 318

02.06.2006 12:59
#49 RE: weiss nicht mehr weiter antworten

Arbeit mit dem Jetzt und Hier.
Poesita, nachdem alle Leute hier - wenn auch aufgrund ihrer eigenen Entscheidung - ganz ganz viel gearbeitet haben, schaust Du Dir das an und ziehst Dich sogar vorwurfsvoll zurück.
Ihr kennt ja garnicht mein Leben.
Poesita, was ich von Dir kenne ist das, was Du hier geschrieben hast und wie Dein Verhalten hier ist.

Das ist das Jetzt und Hier.
Und wenn ich mir das Anschaue, dann hat Poesita eins gut drauf, sie ist intelligent, kann sich gut darstellen, kann sich auch gut kleinmachen, wenns eng wird und läßt andere für sich arbeiten.
Sie geht praktisch in ein Geschäft, sagt, ich habe garnichts anzuziehen. Die Verkäufer rennen in alle Ecken und holen viele Vorschläge und Kleidungsstücke heraus. Und die Kundin wird leicht zickig, dreht sich um und verläßt das Geschäft mit den Worten: ihr wisst ja garnicht, wofür ich nichts zum Anziehen habe.

Ich stelle mir jetzt vor, ich wäre an der Stelle Deines Partners: wie ich mitbekommen habe, arbeitet er zumindest für die Familie, ansonsten soll er auch noch an seinem Alkoholismus arbeiten und daran arbeiten, dass er für Poesita einen Platz im Herzen herrichtet. Wer soll noch alles arbeiten für Poesita?
Übrigens gehe ich solche Beziehungen nicht mehr ein, in denen nur ich arbeiten soll.
Das hat mein Leben enorm verändert und es macht mir sehr viel Spass. Und dazu habe ich auch die richtige Partnerin, die froh ist, einen autonomen Mann zu haben. Keine besitzende Krakenbeziehung, die einem die Luft zum Leben nimmt. Diese Art Beziehungen habe ich beendet. Eine davon hatte 28 Jahre gedauert bis ich begriff, dass ich die ganze Zeit mit Ärger und Wut meine unberechtigten Erwartungen pflegte, anstatt zu sagen: der andere ist wie er ist. Ich versuche nicht, ihn zu ändern. Es ist meine Entscheidung, mit wem ich zusammen bin. Und von mir kann niemand verlangen, dass ich mein Leben opfere für die Position "ich bin noch nicht so weit". So viel Zeit habe ich nun auch nicht mehr, dass ich mit warten verbringen möchte.

Es erfordert allerdings auch Konsequenz und durchaus finanzielle Opfer, um dahin zu kommen. Aber Freiheit bekommt man nicht geschenkt, die muss man sich nehmen. Und alles hat eben seinen Preis.
Der Preis für Alkoholismus, Nikotinsucht und eine lebensfeindliche Partnerschaft war mir allerdings weit höher als der Preis für mein jetziges Leben.

In den 12 Schritten ausgedrückt: Du machst den 1. Schritt und sagst: ich kann nicht mehr, dann machst Du den 2. Schritt und sagst: Helft mir, denn Ihr seid eine größere Macht als ich mit meiner Ratlosigkeit und dann wäre ja der 3.Schritt fällig: ich nehme die Hilfe an.

Aber da sagst Du, nee, das gefällt mir nicht, ich habe Kinder und mein Mann soll aufhören zu trinken und überhaupt versteht mich hier keiner.

Um sich wirklich zu bewegen, sind aber alle 3 Schritte als Basis erforderlich.

Und an Sonnensturm einen ganz besonders lieben Gruss.

Matthias

[ Editiert von Matthias53 am 02.06.06 18:04 ]

[ Editiert von Matthias53 am 02.06.06 18:12 ]


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