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Saufnix
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Dieses Thema hat 20 Antworten
und wurde 1.572 mal aufgerufen
 Ganz, ganz viele Fragen
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Seelchen ( gelöscht )
Beiträge:

25.02.2006 14:54
#16 RE: Wie erzähle ich es meinem Kind? antworten

Hi Josefine,

dein Bericht erinnert mich an meine Kinder und meine Situation.

Gestern habe ich sie zu ihrem Vater verabschiedet und der Große hat mir gestanden, dass er immer noch Angst um mich hat ("Mama, du tinkst doch keinen Wein, wenn ich weg bin?")

Er wird eine Woche mit seinem Bruder und seinem Vater Skifahren und seine Worte klingen mir im Ohr und ich weiß, dass er Angst hat und ich sein Vertrauen neu gewinnen muß.

Wir dürfen unsere Kinder nicht unterschätzen.

Sie wissen mehr, als wir jemals erahnen. Und sie wußten bereits von unserer Sucht, bevor wir sie uns eingestanden.

Es ist nicht einfach, das Vertrauen von Kindern wieder zu erlangen. Da müssen vertrauensbildende Maßnahmen her.

Worte allein genügen da nicht. Da müssen wir vorleben und vorleben, was das Zeug hält.

Es ist in der Tat so, dass unsere Kinder uns wieder vertrauen werden, wenn wir soweit sind.

Ich durfte leider lernen, dass Kinder Symptomträger sind für ein familiensystemisches Durcheinander, für unsere Sucht, unsere Suche nach Sinn.

Geben wir unseren Kiddies die Chance, ihren Sinn zu finden, ohne den Unsinn ihrer Mütter.

Dein Kind schafft das schon, es stellt Fragen, sieht, versteht, lernt.

Gruß
Marianne

[ Editiert von Seelchen am 25.02.06 15:20 ]


Biene2 Offline




Beiträge: 4.231

25.02.2006 15:53
#17 RE: Wie erzähle ich es meinem Kind? antworten

Hallo Ihrs,

ich habe auch 5 Kinder von denen alle,bis auf die Jüngste,4-jährig,mitbekommen haben,daß Mama trank.
Sie haben auch allesamt sehr darunter gelitten,da ich Quartalstrinkerin war.

Mit diesem Thema gehen wir ganz offen um.
Meine Kinder wissen,daß ich eine Reha gemacht habe und Saufnix-Mitglied bin und kennen auch den Grund.

Mein ganz Grosser trinkt auch ab und an mal ein Bier,ist anscheinend aber nicht suchtgefährdet,zumindest was Alkohol angeht.
Mein 13-jähriger ist ja nun in der pubertären Phase,in der sowas ja auch gerne ausprobiert wird.

Ich habe ihnen allen erzählt,daß ich alkoholkrank bin,sprich süchtig und in unsereren Familien Sucht verstärkt auftaucht. Und daß es sein kann,daß sie ebenfalls alkoholsüchtig werden.
Ob nun aus familiären Suchtstrukturen heraus oder genetisch bedingt.
Weiterhin habe ich meinem Zweitältesten schon angedroht,mit ihm notfalls zur Suchtberatung zu gehen,falls er während der Pubertät,sprich in der Weiterentwicklungsphase des Hirns,Alkohol oder Zigaretten anrühren sollte.Denn gerade dann ist die Suchtgefährdung besonders hoch.
Sobald er volljährig ist,hab ich dann absolut keinen Einfluss mehr darauf,aber ich denke und hoffe ihn bis dahin ausreichend "bearbeitet" zu haben.

Mein Mann,nicht süchtig und überzeugter Abstinenzler,vertritt aus familiären Gründen (Co-Kind),die gleichen Ansichten und so wachsen die Kinder,bis auf momentan noch die leidigen Zigaretten,Drogenfrei auf.

Z.B. rauchen über die Hälfte der Klasssenkameraden meines Sohnes...er nicht.Da haben wir ihm auch gesagt,daß wir beide auch damals in der Pubertät angefangen sind,die Zigarette binnen 3 Wochen süchtig macht und er diese Sucht dann nur sehr schwer wieder los werden wird.

Naja,wie gesagt,wir gehen ganz offen damit um und fahren bis dato sehr gut damit.

Bei einem 7-jährigen würde ich ihm erst mal nur sagen,daß ich keinen Alkohol (mehr) vertrage und deshalb auch nicht mehr trinke.
Und dann so nach und nach und im Laufe der Jahre geziehlt immer mehr die Karten aufdecken.


Seelchen ( gelöscht )
Beiträge:

25.02.2006 16:33
#18 RE: Wie erzähle ich es meinem Kind? antworten

Huch, da fällt mir auf und ein, dass mein Kleiner auch erst sieben ist.

Für mich war er immer zu klein, oder soooo klein, der Süße!

Jetzt verstehe ich!! Er versteht mehr, als ich, oder mehr, als ich vermuten kann...

Der Große, im Mai elf, ist apathisch aufgrund seiner Tabletten, Metylphenidat, begreift sehr viel, da intelligent, leidet, da mitfühlend.

Mich macht das fertig. Ich habe zwei Kinder, die kerngesund sein könnten...

Ich habe mich von meinem Mann getrennt, hatte eine ...Kindheit, versuche Tag für Tag mehr zu verstehen, Zusammenhänge, Einzelheiten, und komme bei mir an.

Erkenne, dass ich was tun muß, dass ich die Einzige bin, die hier was bewerkstelligen kann, die macht, dass der Laden läuft.

Fragt sich, war bzw. ist es nur meine Sucht und Suche oder bereits die meiner Vorfahren?

Ne, ich find das nicht lustig, ich mache mir schon sehr lange Gedanken darüber... und leite gerade Maßnahmen in die Wege..= Umzug in die Nähe meiner Eltern..damit meine Kinder jemanden haben, an den sie sich wenden können, der sie nimmt, wie sie sind, Menschen, die für sie da sind, neben ihrer Mutter...

Pardon,

ich war sehr abweichend, was das Thema anbelangt.

Das einzige, was mir zum Thema Kinder einfällt ist: Bleibe ehrlich, sei Vorbild, Lebe vor!! Erkenne an! ...und vergiss dich selbst nicht dabei...


Wilma Offline




Beiträge: 2.102

25.02.2006 16:43
#19 RE: Wie erzähle ich es meinem Kind? antworten

Zitat
Gepostet von Seelchen

Mich macht das fertig. Ich habe zwei Kinder, die kerngesund sein könnten...

Das einzige, was mir zum Thema Kinder einfällt ist: Bleibe ehrlich, sei Vorbild, Lebe vor!! Erkenne an! ...und vergiss dich selbst nicht dabei...



Hallo Seelchen,
möchte dich einfach selbst zitieren..
Oft hat man seine Lösung schon in sich..

Mach dir keine Vorwürfe, was geschehen ist, ist geschehen..
und das andere haste ja selbst gerade gesagt!
Ich dich, wenn du magst!

Wilma


Merryl Offline




Beiträge: 822

25.02.2006 16:52
#20 RE: Wie erzähle ich es meinem Kind? antworten

Ich habe zwei Kinder 6 und acht und mache man mal überhaupt kein Geheimnis aus meinem Alkoholismus. Ganz einfach auch, weil ich keinen Bock mehr habe, zu lügen oder zu beschönigen oder wen anders vor mir zu schützen. Das habe ich besoffen lange genug gemacht.

ich habe den eindruck, dass die Kinder damit klasse klar kommen und: es kommen über die Jahre hinweg immer wieder andere Fragen. Ich bin fest überzeugt, das die kinder sehr viel mehr mitbekommen haben, als mir selber lieb war.

Ich versuche mein Problem nicht zu dem ihren zu machen, aber auf der anderen seite will ich auch da sein, wenn die etwas drückt. Wir kommen zu den überraschensten Möglichkeiten auf das Thema. Und während am anfang insebesondere von der großen eine verleugnende Meinung zu hören warst (eben dieses: Du warst doch nie besoffen) kommt heute raus, das ich es sehr wohl war und, dass sie handfeste erinnerungen habt.

Nehmt Euch geduld und Zeit und seit einfach ehrlich.

Ich finde übrigens,dass Wilma sehr recht hat, sonnenstrum. Ein gesunder Mensch wird nicht Suchtkrank.

Grüße
Merryl


ralf1957 Offline



Beiträge: 33

26.02.2006 11:22
#21 RE: Wie erzähle ich es meinem Kind? antworten

Hallo uni,viele liebe Grüße aus wied sendet dir Ralf.Ich wuensche dir viel Glück und Stärke.Ich habe jetzt noch 5Wochen LZT,habe den Schritt nicht bereut.Ich hoffe das gleiche irgend wann von dir zu hören.Ralf


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