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Saufnix
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Dieses Thema hat 31 Antworten
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 Ganz, ganz viele Fragen
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Bella ( gelöscht )
Beiträge:

28.10.2004 13:39
RE: Bella antworten

Hallo,

habe eben schon mal versucht, ein Thema zu erstellen, bekam aber eine Fehlermeldung. Daher Wiederholung:

Mein Mann (selbständig) hält nach der Arbeit, die er wirklich top erledigt, in seiner Stammkneipe an und belohnt sich mit einem "Feierabend-Bier". (2-15 Bier - 0,33l). Nachdem er 1999 seinen Führerscheinverloren hatte (zum Glück nur 11 Monate ohne MPU), hole ich ihn meistens abends ab (Co???).

Bei dieser Gelegenheit lernte ich natürlich im Laufe der Zeit seine "Freunde" näher kennen...Man trinkt dann das eine oder andere Bierchen zusammen.

Fazit:
Ich bin fett geworden. Früher bei einer Größe von 1,67 immer so ca. 58 KG - heute bringe ich fast 70 KG auf die Waage.

Daher wollte ich Anfang dieser Woche eine Schlußstirch ziehen. Abnehmen - kein Alk (man muß essen aber nicht saufen).

Hallo, ich habe zumindest ein kleines Problem damit. Totaler Schock. Habe Morgen einen Termin beim Hausarzt. Totaler Chep-up. Und dann?

Was kann da auf mich zukommen?
Scheiße,wo bin ich da 'reingeschliddert?

Hier trinkt doch (fast) jeder sein Feierabendbier. Ich hatte nicht nachgedacht. Hoffentlich ist es für mich jetzt nicht zu spät? Für mich oder für uns???

Fragen über Fragen.
Auf jeden Fall werde ich mehr wissen, wenn ich beim Arzt gewesen bin.

L.G.
Bella


beed Offline




Beiträge: 882

28.10.2004 14:13
#2 RE: Bella antworten

Hallo Bella,

willkommen auf dem Board!
Also zuerst solltest Du Deine Analyse etwas mehr konkretisieren, denn es spielt schon eine Rolle, ob das mit dem "einen Feierabendbier" schon einige Jahre geht und ob es 2 oder 15 Bier am Abend sind!

Du schreibst, Du holst ihn meistens ab, schreibst aber auch, dass Du das eine oder andere Bier mittrinkst - Wer fährt denn dann???

Hättest Du ab und zu tatsächlich nur mal ein "Bierchen" getrunken, dann hättest Du nicht 12 Kilo davon zugenommen, da wird es schon mehr sein, oder?

Essen und Saufen sind kein Pärchen. Essen und Trinken, sowie Fressen und Saufen gehören zusammen. Das Maß enscheidet, wann es vom einen zum anderen umschlägt. Natürlich setzt der Alkohol an, obwohl Bier weniger kcal hat, als z.B. Apfelsaft. Da aber der Alkohol in Fett umgewandelt wird und zum Bier oftmals auch was gegessen wird, setzt es halt an. Deshalb versuche nicht gleich alles auf einmal. Hör auf zu trinken!! Ich habe in den ersten 14 Tagen 8 Kilo abgenommen und dabei mehr gegessen, als vorher.
Es ist der Alkohol, der dieses Aufgedunsensein verursacht, weniger das Essen.

Werde nicht panisch und sehe Dich nicht am Abgrund. Du entledigst Dich nur eines kleinen Teufelchens, das Dir garnichts Gutes will, lass ihn draußen vor der Tür stehen, genauso wie das erste Glas Bier!

Zu Deinem Arzt solltest Du ehrlich sein und Dich nicht darauf verlassen, dass dann jemand anderes (also der Arzt) Dein Problem löst. Er kann Dich nur unterstützen, lösen musst Du es schon selbst.

LG
beed


Bella ( gelöscht )
Beiträge:

28.10.2004 16:47
#3 RE: Bella antworten

Hallo beed,

Du hast Recht, 2-15 Bier sind eine unklare Aussage. Ich kann die Menge aber leider nicht genau sagen. Wenn ich mitbekomme, wenn er bezahlt, kann ich ungefähr zurückrechnen. An seinem Zustand kann man die Trinkmenge sowieso nicht mehr erkennen. Außerdem, wenn er voll ist, ist er halt voll, ob von 5 oder 15 Bier ist mir dann auch gleich. Ich bin dann jedenfalls sehr traurig. Früher war ich noch wütend und verletzt, weil ich seine Sauferei persönlich genommen habe, aber der Mensch ist ein Künstler im Verdrängen.

Momentan liegt mir mein Problem mehr auf der Seele. Mal ein Bierchen mittrinken heißt auch, dass es mal eins, zwei drei mehr geworden sind. Meistens bleibt es aber bei 1-2. Nur täglich 1-2 Bier und ca. 2 mal wöchentlich mehr ist viel zu viel. Wenn ich mehr als 2 Bier getrunken habe gehen wir zu Fuss (2 km). Ich habe jetzt entschieden, er geht in Zukunft allein nach Hause...Jedenfalls war diese Trinkmenge für mich ganz individuell zu viel, wie man an den Reaktionen meines Körpers merkt.

Beed, Du hast recht. Mir geht es so, dass ich, wenn ich mehrere Biere getrunken habe, das Gefühl habe, ich könnte ein halbes Schwein verspeisen. Das ist es ja gerade, was mich ärgert. Normalerweise ernähre ich mich recht gesund. Viel Obst und Gemüse... Wenn ich aber Bier getrunken habe muß ich, sobald ich nach Hause komme, den Kühlschrank plündern, egal ob ich Hunger habe oder nicht. Das war auch mit der Grund, warum ich einen Schlussstrich gezogen habe. Einfach eklig, dieses Essverhalten.

Ich merke, jetzt geht es mir etwas besser. Rom ist zwar auch nicht an einem Tag erschaffen worden, aber ich sehe ein, dass das die letzte Zeit (bei mir seit ca. 1 Jahr) ziemlich schlecht gelaufen ist. Ich möchte das dringend ändern. Ich denke, Du hast recht. Ich werde mich mit dem Gewicht, auch wenn es der Auslöser zum nichttrinken gewesen ist, erstmal zweitrangig befassen. Je mehr ich hier lese und stöbere, desto mehr überzeugt in ich überzeugt, dass ich mein Alkoholproblem regeln muß.

Danke für Deine ehrlichen Worte

Bella


kleinefledermaus Offline




Beiträge: 143

28.10.2004 17:24
#4 RE: Bella antworten

Hallo Bella,

ich bin hier ja auch noch ein ziemlicher Neuling! Und kann Dich sooooo gut verstehen! Sicher, meiner ist von den vielen Bieren schon lange weg, kam dann zum Wein und später zu noch härterem, aber trotzdem weiss ich recht genau, was Du gerade so durchmachst! Aber glaub mir, allein davon zu Schreiben, seinen "Leidensweg" mit anderen zu teilen, ist schon eine irre Erleichterung! So war's zumindest bei mir! Ich schreibe hier zwar auch erst seit gut 2 Wochen, aber es tut sooo gut! Nochmal danke an alle, die mich aufgebaut, auch kritisiert oder einfach nur zugehört haben!

Mein Freund ist anscheinend dabei die Kurve zu kratzen! Ich schaffe es nicht, ihn ganz allein mit seinem Problem stehen zu lassen! Weiss, es tut mir nicht sehr gut, aber ich hab's halt nicht so ganz mit der Vernunft! Trotzdem geht's mir schon soooo viel besser, seit ich ausgezogen bin und wieder ein bisschen für mich selbst da sein kann!

Lebst Du denn mit Deinem Freund/Mann zusammen? Glaub mir, ich hab das "Spiel" jahrelang mitgemacht und hab mir gar nicht vorstellen können, jemals ohne ihn zu sein! Jetzt kann ich's - zumindest mal räumlich!

Also, Kopf hoch, liebe Bella! Viele Weisheiten hab ich (noch) nicht für Dich! Aber vielleicht schaffen wir's ja gemeinsam, was an unseren Leben zu ändern?!

Alles Liebe,
Frischling kleinefledermaus


beed Offline




Beiträge: 882

28.10.2004 18:05
#5 RE: Bella antworten

Hi Bella,

da scheint wirklich ein ziemlich großes Problem zu sein. Eigentlich 2. Eins mit Deinem Mann und seinen Trinkgewohnheiten und eins mit Dir, mit dem Frust über ihn und Dich selbst. Du machst es jetzt richtig, kümmer Dich erst mal um Dich selbst.

Ich las aus Deinem Post, dass Du schon klare Trinkstrukturen hast(bis 2 Bier wird gefahren), kenne ich auch - man setzt sich einen festen Rahmen und denkt, dass man dadurch irgendwas unter Kontrolle hat. Dem ist nur begrenzt so, weil man den Rahmen immer wieder mal ein Stück weiter steckt und so bist Du irgendwann aus dem zuträglichen raus, ohne es wirklich gemerkt zu haben.
Die Menge ist auch garnicht mal so entscheidend, da nützt das Zählen tatsächlich nicht viel. Aber eher, dass Du täglich trinkst und so wahrscheinlich nie richtig nüchtern bist. Wie die Reaktionen Deines Körpers sind, hast Du ja nicht weiter dargestellt - nur dass Du durchs Biertrinken Hunger bekommst, den wirst Du auch haben, wenn Du aufhörst mit dem Trinken, nur setzt es dann nicht so an. Es ist meist auch nicht so sehr das Gewicht, das man auf die Waage bringt(weiß ja keiner), sondern das Gesicht wird immer feister und aufgedunsener - und das sieht jeder.

Nun musst Du für Dich erstmal sehen, wie es ein paar Tage ohne Alkohol ist. Meldet sich Dein Körper und wenn ja, wie tut er das? Daraus kannst Du dann ableiten, wie stark Du schon abhängig bist und wie schwer es vielleicht wird, dauerhaft abstinent zu bleiben. Aber irgendwie klingt es bei Dir so, als ob die Gewichtszunahme das Problem ist und sobald Du abgenommen hast, kannst Du ja wieder ab und zu ein "Bierchen" zu Dir nehmen. Das ist sehr gefährlich, schieb das Gewichtsproblem erst mal auf die Auswechselbank und widme Dich dem dringlichsten Problem, das Du hast und zwar konsequent.

Es macht wenig Sinn, Dir irgendwelche Parolen auf den Weg zu geben, denn bei jedem sind das Trinken und die Ursachen dafür sehr individuell und ob das vergangene Jahr bei Dir besser gelaufen wäre, wenn Du nichts getrunken hättest, ist reine Hypothese.

Auf jeden Fall wünsche ich Dir viel Kraft und behalte das Ziel immer vor den Augen.

LG
beed


Bella ( gelöscht )
Beiträge:

28.10.2004 18:42
#6 RE: Bella antworten

Hallo beed,

tja, seit Anfang der Woche habe ich keinen Alkohol mehr getrunken und habe bis heute noch nachts Schweißausbrüche und träume wirres Zeug. Ansonsten geht es mir gut und ich glaube, auch das Hungergefühl normalisiert sich.

Ich habe mich jetzt sehr viel (auch im Net) mit Alkoholismus beschäftigt und werde meinem Arzt Morgen ganz ehrlich sagen, was mit mir los ist.

Eigentlich bin ich aus Eitelkeit aufgewacht (fett geworden) aber ich glaube es ist egal warum. Ich bin der Meinung, dass ich ein Problem habe, auch wenn ich n o c h keine Gelüste nach dem Feierabendbier verspüre. Wie schlimm es um mich wirklich steht, werde ich die nächsten Tage und Wochen merken.

Eines habe ich mir geschworen: Ich will langfristig trocken bleiben und die Zeit, die ich sonst in der Kneipe verbringe leben. Sei es mit meinem Mann oder ohne.

Versteht mich bitte nicht falsch, ich will jetzt meinem Mann keine Schuld an meinem eigenartigen Alkoholkonsum geben. Jeder ist für sich selbst verantwortlich. Keiner
m u ß saufen. Aber ich befürchte, unsere Interessen werden sich voneinander entfernen.

Dieses Risiko muß ich eingehen, obwohl ich ihn sehr liebe. Denn ansonsten wäre mein Leben jetzt (mit 37) zuende.

Ich hoffe, ich schreibe nicht zu wirr, denn es ist im Moment noch sehr schwierig, alle Gefühle zu sortieren...

Danke an Alle

Bella


beed Offline




Beiträge: 882

28.10.2004 19:08
#7 RE: Bella antworten

Hi Bella,

nun, schwitzen und wirres Zeug träumen sind Entzugserscheinungen, die normalerweise nach 7-10 Tagen verschwinden müssten. Dann hättest Du die körperliche Abhängigkeit überwunden, aber die eigentliche, die seelische, die wird Dich auch ganz schön zu schaffen machen wollen(das kleine Teufelchen) und die Lücken, die es jetzt auszufüllen gilt (die Trinkzeit), wollen erstmal sinnvoll ausgefüllt werden.
Da kannst Du auch ganz schnell dasitzen und ins Grübeln kommen, während Du darauf wartest, dass Dein Mann nach Hause kommt. Weiß er eigentlich von Deinem Entschluss?

Was heißt eigentlich den Mann verantwortlich machen? Das hat doch niemand gesagt. Du bist in einer Rolle, zu der jeder von Euch seinen Teil beigetragen hat. Deswegen ist das Leben nicht gleich zu Ende.
Ich weiß, dass Dein Mann von selbst darauf kommen muss, dass es so nicht weitergehen kann und dass es nie reicht dem anderen zu sagen, dass man so nicht mehr weiter machen will. Er wird es runterspielen und wieder die "Anderen" vorschieben - trinkt doch jeder - Nein, es trinkt eben nicht jeder und vor allem nicht so, aber wenn er kein Einsehen hat, muss er die Konsequenzen wahrscheinlich doch erst am eigenen Leib erfahren.
Zeig ihm, wie ernst Du es meinst und sei dann auch stark, wenn Du es ihm nicht wert bist aufzuhören, dann ist er Deiner nicht wert!

LG
beed


Bella ( gelöscht )
Beiträge:

28.10.2004 19:19
#8 RE: Bella antworten

Hallo beed,

nö, mein Mann weiß noch nichts davon. Wann auch ?

Abends direkt nach der Arbeit in die Kneipe, abends voll und morgens noch nicht ganz wieder nüchtern.

Wann will man mit ihm dann über wirklich wichtige Dinge sprechen??

Er wird es also merken müssen...

Gruß Bella


Depri Offline



Beiträge: 1.848

28.10.2004 19:33
#9 RE: Bella antworten

Ach Bella, denk einfach nur an dich. Ich habs auch so gemacht. Und meine Beziehung ging darüber kaputt, aber ich bin seit 12 Wolchen trocken. Er wollte nicht aufhören, was mich ohne Ende traurig macht, aber auch wütend manchmal. Ich dachte wir lieben uns, aber er liebt halt sein Bier mehr. Wünsche dir einen schönen faulen Feierabend ohne Alk.


beed Offline




Beiträge: 882

28.10.2004 20:06
#10 RE: Bella antworten

Hi Bella,

habt Ihr nicht mal am Wochenende Gelegenheit zu sprechen?

Irgendwie stelle ich immer wieder fest, dass man sich so langsam für die Geschlechtsgenossen schämen und über die Weiblichkeit wundern muss!

--"Ich liebe ihn, aber er liebt sein Bier mehr als mich!"--
schreiben viele... Versteh ich einfach nicht; das würde ja bedeuten Sie lieben sein Bier mehr, als sich selbst! Sollte das Gehirn bei manchen schon so zersetzt sein, dass sie wirklich nicht mehr mitbekommen, was sie dem anderen antun?

Glaubst Du ernsthaft, dass Dir noch etwas an ihm liegt?

Ich meine, an seiner Stelle (falls ich ein uneinsichtiger Mann wäre) würde ich mich erstmal nicht unter Druck setzen lassen, das funktioniert meistens nicht. Wenn Du mit dem Finger auf ihn zeigst, wird er sich angegriffen fühlen und abblocken. Zeigst Du mit dem Finger auf Dich, wirds ihm egal sein, dann ist es ja nicht sein Problem. Wenn Du es aber mal auf der WIR- Schiene probierst und Alternativen aufzeigst, was denn Abends auch möglich wäre, stösst Du vielleicht wenigstens erst mal auf offene Ohren. Ist vielleicht besser, als vollendete Tatsachen zu schaffen und ihn in Zugzwang zu bringen.

LG
beed


ben bremser Offline



Beiträge: 955

28.10.2004 22:36
#11 RE: Bella antworten

hi bella,
auch bei mir hat das gewichtsproblem dazu beigetragen, das ich hier schreibe.die kilos waren gar nicht so dramatisch, eher die tatsache, dass sie inerhalb nur eines jahres hinzugekommen sind. 13 waren es ungefähr. das ist nicht normal dachte ich mir, und fing an zu recherchieren.
meine essgewohnheiten hatten sich in diesem jahr nicht geändert, der heißhunger, der von mir auch immer befriedigt wurde, machte meinem gewicht scheinbar nie etwas aus.
was dann? irgendwie stieß ich bei meinen untersuchungen im zusammenhang mit alkoholismus auf den begriff wassersucht.(ödem) ich weiß nicht ob dir das weiterhilft, wenn man aber etwas darüber liest, bekommt man regelrecht angst vor dem alk.
ich habe jetzt erst 11 trockene tage hinter mir, kann aber schon sagen, das sich meine eßgewohnheiten sehr zum positven geändert haben,obwohl ich mir in dieser richtung überhaupt nichts vorgenommen habe.(bin jetzt allerdings süchtig nach grünen tee) der heißhunger ist völlig verschwunden, der vorgang de essens einfach viel bewußter. die waage tendiert wieder in die richtige richtung.
@beed: 8 kilo in 14 tagen finde ich allerdings auch nicht normal. das schafft man ja selbst durch fasten kaum.
zu einer sache muß ich auch noch was sagen:

"[i]Irgendwie stelle ich immer wieder fest, dass man sich so langsam für die Geschlechtsgenossen schämen und über die Weiblichkeit wundern muss!

--"Ich liebe ihn, aber er liebt sein Bier mehr als mich!"-"-

da der mann ja offensichtlich alkoholiker ist, ist die frage was oder wen er mehr liebt doch gar nicht relevant. er kann ja gar nicht anders, das ist ja die krankheit.
erst wenn er weiß das er krank ist, dann könnte er vieleicht.... auf jeden fall ist krankheit kein grund sich für seine geschlechtsgenossen zu schämen.
alles gute
ben


Ralfi Offline



Beiträge: 3.522

28.10.2004 22:40
#12 RE: Bella antworten

Hi Bella,

könnte die Gewichtszunahme und der Alkoholkonsum mit dem momentanen Frust zusammenhängen?

So richtig zufriedenstellend hört sich die ganze Situation nicht an. In die Kneipe hocken und auf den betrunkenen Freund warten ist nicht gerade der Wunschtraum einer Frau.

Du mußt auf jeden Fall was für dich tun was nicht dick und nicht betrunken macht. Denk jetzt zuerst an dich.

Ralf


beed Offline




Beiträge: 882

29.10.2004 01:15
#13 RE: Bella antworten

Hallo Ben,

ich glaube, Du machst es Dir ein wenig einfach.

Der Schluss, dass ein Mann zuviel trinkt, deshalb Alkoholiker ist und deshalb krank und für Krankheit(so klingt das, was Du schreibst) er ja schließlich nichts kann, ist gelinde gesagt, nicht nur naiv, sondern schon fast infantil. Es gibt Krankheiten, die bekommt man und kann nichts dafür z.B. einen Gehirntumor oder eine Erbkrankheit.

Aber einen Säufer zum armen, armen Kranken zu machen, ist ein wenig albern. Er trägt die Schuld an seiner Krankheit und als ob das noch nicht reichen würde, muss auch noch seine Familie darunter leiden. Er weiß natürlich, dass er zuviel trinkt, er weiß natürlich, welche Folgen das haben kann - er gibt es nur nicht zu. Und zwar so lange, bis es ihm richtig dreckig geht. Dieser Rücksichtslosigkeit sich und den anderen gegenüber, ist er sich durchaus bewusst.

Eine Krankheit ist eine Störung des Gesundheitszustandes. Fühlt sich der Säufer gesund, dann ist er auch nicht krank, selbst das Bundesarbeitsgericht hat entschieden, dass erst Arbeitsausfälle in Folge der Abhängigkeit als Krank durch Alkohol anzusehen sind. Die meisten gehen ihrer Arbeit auch korrekt nach. Also kann das nicht der Maßstab sein, oder?

Ich schäme mich für die Art, wie gerade die Männer mit ihrer Familie umgehen. Klar ist es schwer zu erkennen, wann die Grenze erreicht ist, aber wenn meine Frau sich von mir trennen will, wegen meines Trinkverhaltens, dann müsste es da allerspätestens KLICK machen!

Du erwähnst Wassersucht, ja der Körper schwemmt auf - das komische jedoch ist, dass der Alkohol zwar für die Einlagerungen von Wasser sorgt, jedoch dem Gehirn entzieht er Flüssigkeit! Das ist ja auch der Grund, warum dem Säufer soviele Gehirnzellen absterben- sie vertrocknen einfach.

LG
beed


Saftnase Offline




Beiträge: 1.206

29.10.2004 02:22
#14 RE: Bella antworten

Hallo beed und Mitleser,

jetzt falle ich vom Hocker.
Wir sind hier auf einem Alkoholikerboard und Alkoholismus ist eine Krankheit. Dafür bedarf es kein ärztliches Attest oder irgendwelcher Krankheitszeiten.
Wenn ein Mann oder eine Frau wegen Alkohol die Beziehung aufs Spiel setzen und die Flasche dem/der PartnerIn vorziehen, dann ist das krankheitsbedingt.
Ein KLICK um die Krankheit zu stoppen, setzt wegen Beziehungsproblemen in den seltensten Fällen, ja so gut wie gar nicht ein.
Wenn das alles so einfach wäre, wie du es darstellst, wäre die Alkoholproblematik ein Klacks und ganz einfach nebenbei zu lösen. Jahre- oder jahrzehntelanges Leiden gibt es dann nicht mehr.

Mensch danke beed, dann war ich ja gar net abhängig, sondern nur eine reine Spaßtrinkerin, immer ohne Trinkerattest vom Arzt, mit ein paar Problemchen, die im kreisdrehenden Tanzschritt mit dem Suchtteufel vermehrend mitdrehten. Und die Wassereinlagerungen waren gar net so schlimm, weil net der Alkohol dran schuld war bei mir, sondern die Leber, die fast schlapp machte und nicht genügend Eiweiss in Umlauf brachte, damit der osmotische Druck in den Gefässen ausgeglichen war. Super, dass ich jetzt aufgeklärt bin.

Alkoholismus ist doch die Krankheit, die einem einredet, dass man sie nicht hat.......oder waren das am Ende schon vertrocknete Hirnzellen, dass ich da selbst nicht drauf kommen konnte? Also, warum sollte ich etwas beenden, was aus meiner Sicht jahrelang gar nicht da war, sondern nur ein Problem der Anderen war. Oder hatte ich vor über 20 Jahren nicht doch beschlossen Alkoholikerin zu werden, weil ich das ganz heimlich und unbemerkt in die Wege leiten kann und was tatsächlich so heimlich unheimlich eintrat, dass ich mich gar nicht mehr schamvoll an das Datum erinnern kann, wann ich dieses Zeil genau erreicht hatte?????

Trotzdem habe ich diesen Suchtteufel kalt gestellt - nicht besiegt. Da hatte ich ja noch Glück, dass mein Klick nach über 20 Jahren klickte. Ich weis aber bis heute nicht, warum sich dieser Klick so lange versteckte. Wahrscheinlich hat ihn mein Suchtteufel mit Freibier bestochen, weil der genau wusste, wenn der Klick die Oberhand gewinnt, ist er im Abseits.....
Aber besser spät als nie geklickt - so wie bei vielen Anderen, die dann nach totalem Verlust von Familie, Gesundheit, Job usw. mit einem Klacks in die Kiste klicken....

Und diese Leute sterben dann nicht wegen Krankheit, sondern wegen schamhaft selbstverursachtem Nicht-Klick?????? Oder ist es der fehlende Lichtblick??????

Da habe ich ja heute wieder viel gelernt.


LG Laila


ben bremser Offline



Beiträge: 955

29.10.2004 03:04
#15 RE: Bella antworten

hi beed,
ich weiß wirklich nicht, was ich zuerst zitieren soll und ob überhaupt. über deine ersten drei absätze kann ich nur den kopf schütteln.ich laße mich gern eines besseren belehren, deshalb schreibe ich ja hier auch, aber die art und weise wie du argumentierst finde ich, um es mal ganz freundlich zu sagen: unsensibel.

Eine Krankheit ist eine Störung des Gesundheitszustandes. Fühlt sich der Säufer gesund, dann ist er auch nicht krank, selbst das Bundesarbeitsgericht ...

da fällt mir gar nichts mehr zu ein.vielleicht liegt es aber auch nur daran, dass ich ein säufer bin.
und säufer der ich bin, möchte ich dir mit all meiner erhaltenen gesundheit trotzdem noch etwas trost zu sprechen:

Ich schäme mich für die Art, wie gerade die Männer mit ihrer Familie umgehen. Klar ist es schwer zu erkennen, wann die Grenze erreicht ist, aber wenn meine Frau sich von mir trennen will, wegen meines Trinkverhaltens, dann müsste es da allerspätestens KLICK machen!

also, den schuh mußt du dir wirklich nicht anziehen.wofür schämst du dich denn genau? dafür das du ein mann bist??
für diese art unangebrachter kollektivschuld kann ich dir eine kurze geschichte erzählen:
ich war vor jahren einmal auf zypern ,tourte mit einer freundin durch die berge. in einem kleinen ort entdeckten wir ein kleines kloster, das man besichtigen konnte.obwohl nicht sehr gläubig , schritten wir andächtig durch die gebäude und über das gelände. der ganze ort war von einer aura der bedachtsamkeit und ruhe umgeben.damit war es aber schlagartig vorbei, als ein reisebus mit deutschen turisten in das kloster einfiel.laut , pöbelig und respektlos polterten sie umher.
ich stand mit meiner freundin zufällig gerade neben einem alten , kleinen mönch, als dieses geschah.meine freundin die sich mit zunehmender dauer des lauten treibens immer unwohler fühlte,sprach den mönch schließlich auf englisch an, das wir auch deutsche wären, und das nicht allen deutschen so wären.
der mönch nahm lächelnd ihre hand, tätschelte sie leicht und sagte nur:"one hand, five fingers"

mag sein es hilft dir beed.
ich finde bellas geschichte bedauernswert, wie alle geschichtenn von alkoholikern, aber schämen kann ich mich nicht

[f1][ Editiert von ben bremser am: 29.10.2004 3:08 ][/f]


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