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Saufnix
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Dieses Thema hat 56 Antworten
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 Akute Hilfe
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Adobe Offline




Beiträge: 2.561

27.04.2004 10:14
#16 RE: negative Begleiterscheinungen-Alkoholmissbrauch antworten

Hallo Aldebaran,

ich habe ein Frage an Dich bezüglich der Nervenschädigungen. Wenn ich über eine gewisse Zeit etwas fröstle (muß nicht mal richtig frieren) kriege ich wie eingeschlafene Fingerspitzen. Es bessert sich ziemlich schnell mit Wärme. Nach neurologischer Untersuchung kein Befund. Ich bin mir da nicht sicher. Ist das eine leichte Nervenschädigung?

Viele Grüße
Adobe


Beachen Offline




Beiträge: 3.654

27.04.2004 11:48
#17 RE: negative Begleiterscheinungen-Alkoholmissbrauch antworten

Hi Adobe !

Was ich habe ist ein sogenanntes Raynaud-Syndrom - das hat nichts mit saufen zu tun - im Winter, also bei Kälte bekomme ich weiße Finger ( immer die gleichen ).
Das ist ein Gefäßspasmus und die Finger sind dann kurz nicht mehr durchblutet und sind auch wie taub.
Bei Wärme werden sie rot und schnell wieder "normal".
Mir sagte die Ärztin, das hätten oft junge Mädchen und sei völlig harmlos.
Vielleicht ist das bei dir ja irgendwie ähnlich.
Die Polyneuropathie betrifft meistens die Beine, also ich kenne das nur von den Beinen.


@ alle anderen ,

was mir oft im Kopf herumgeht sind nicht diese körperlichen Schädigungen vom Alkohol - da blieb ich gottseidank auch verschont, außer ein paar Spider-naevi im Dekoltee und ein häßliches im Gesicht.
Was mir viel mehr zu schaffen machte ist diese psychische Variante, das Kopf-Ding.
Ich meine damit, habe ich doch schon früh (mit 16) angefangen zu meine "Qualen" mit Alkohol zu ertränken und über die Jahre war das mein Freund und Problemlöser.
Ich habe nicht gelernt mit Frustrationen, Ärger oder aber auch großer Freude "normal" umzugehen.
Auch hat sich dadurch schon früh irgendwie meine Wahrnehmung im Sinne von "Realität" verschoben.
Ich war irgendwie immer auf Gegenkurs und dachte alle wollen mir was.
Auch konnte ich zum anderen Geschlecht nie wirklich vertrauen fassen und Nähe zulassen, wie auch, ich akzeptierte mich ja selbst auch nicht.
Ich hatte null Selbstwertgefühl und allem gegenüber erstmal ablehnend und auch ängstlich. Was ich mit Alkohol ja schön "wegmachen" konnte.
Betrunken war ich die redegewandte forsche Attraktive und nüchtern schämte ich mich und zog mich zurück.
Dieses Spiel machte ich über Jahre 3-4 tägig.
Aufgeschwemmt sah ich auch aus - im Vergleich zu heute.

Was ich damit sagen will, ich habe heute das Gefühl, gar durch die Trinkerei gar keine "normale Sozialisation", also der Umgang mit auch negativen Gefühlen "gelernt" zu haben in meinen frühen Trinkereijahren.
Ich hatte eine sehr niedrige Frustrationstoleranz und sah mich immer als Opfer, so hatte ich wieder einen Grund um zu trinken. Ein Teufelskreis, und dich dachte ja, so ist mein Leben, hielt das alles für richtig und sah nicht, wie ich mir selbst eigendlich alle Chancen selbst nahm.
Ich paßte meine Meinung dem Trinken an, irgendwie.

Ich finde es heute noch unglaublich, wie man sich selbst im Weg stehen kann ( mit der Trinkerei).
Und heute fühle ich mich endlich stimmig, so wie ich betrunken immer sein wollte.
Aber dazu mußte ich zuerst mal aufhören zu saufen.


Es grüßt
Bea


vicco55 Offline




Beiträge: 2.544

27.04.2004 12:15
#18 RE: negative Begleiterscheinungen-Alkoholmissbrauch antworten

Hallo Bea,

Zitat:
"Und heute fühle ich mich endlich stimmig, so wie ich betrunken immer sein wollte."

Und ich lege noch einen drauf: "Heute mache ich Dinge, die ich mir nicht einmal besoffen zugetraut hätte."

Ja, wir sind halt erst als Erwachsene "erwachsen" geworden. Aber besser zu spät als nie

Grüße vom Viktor, der sich manchmal überlegt, was aus ihm hätte werden können, wenn er nicht gesoffen hätte - wahrscheinlich irgend so'nen Karrierekrüppel


Biene2 Offline




Beiträge: 4.231

27.04.2004 12:30
#19 RE: negative Begleiterscheinungen-Alkoholmissbrauch antworten

Hallo Ihrs,

@Beachen,

das kann ich auch voll unterschreiben...
Auch ich habe meine Pubertät und alles was danach kam auch nur unter regelmäßigem Alkoholeinfluß erlebt,aber auch "Überlebt".
Alles wollte und konnte ich nicht begreifen und verarbeiten...So konnte ich mir aber zumindest meinen Humor und Optimismus bewahren...

So richtig erwachsen werde ich immer noch...Ich stecke teilweise immer noch in kindlichen Verhaltensmustern,zwar immer seltener...man arbeitet ja dran...

Ich musste mich auch erst langsam an die Um-und Mitwelt herantasten.Geholfen hat mir dabei auch z.B. die Reha-Gruppe als Spielwiese und Übungsterrain...

Mittlerweile hab ich aber festgestellt,daß alle anderen auch nur mit Wasser kochen

Und wie Vicco sagte: Heute mache ich Dinge,die ich früher noch nicht einmal besoffen getan hätte....
mit einer Abgebrühtheit um die mich mancher "Normalo" beneidet.

Tja,wir waren ganz tief unten,

aber wir haben das Klettern gelernt....!!!!

[f1][ Editiert von Biene2 am: 27.04.2004 12:38 ][/f]


Joosi Offline




Beiträge: 2.036

27.04.2004 12:50
#20 RE: negative Begleiterscheinungen-Alkoholmissbrauch antworten

Hallo Sinn,

also meine körperlichen Nebenwirkungen waren:

körperlich:

- morgens öfter Kopfschmerzen und etwas Schwindel,
leichte Übelkeit; in seltenen Fällen auch Brech-Durchfall
(wobei ich hier immer "Grippe" vortäuschte :rolleyes
- Bauchkrämpfe, Durchfall
- Schweißausbrüche (besonders im Gesicht..rot anlaufen, bei
(kleinsten Anstrengungen.. ..echt ätzend!)
- erhöhter Blutdruck (150/100), Gewichtszunahme, Diabetes
- GGT war am Schluß bei 70

seelisch:

- Depressionen
- mein kaum vorhandenes Selbstwertgefühl löste sich im
Alkohol scheinbar ganz auf
- sehr niedrige Frustrationstoleranz ( Bea - am
Schluß war quasi schon "die Fliege an der Wand, die mir
den Rücken zudreht" ein persönliche Beleidigung und ein
Grund zum Trinken.
- durch die ständige Flucht in Alkohol: keine
Auseinandersetzung mit mir selbst, Rückzug in die
Opferrolle, in Selbstmitleid, Sinnlosikgeitsgefühle
- Angst vor Nähe! ( Bea :grins2

Hm, habe bestimmt noch einiges vergessen - aber das ist schon alles sehr schwerwiegend und ich bin froh, es heute erkennen zu können.

Mein Trinkkonsum war ca 20 Jahre lang täglich 1 Flasche Wein oder Sekt abends. Aber: am Anfang war es weniger und auch mal Tage oder Wochen ganz ohne. Dann hatte ich Bulimie und die Fressattacken waren immer mit mind. 2 Flaschen Sekt kombiniert, weil dann das ko.... besser ging und als ich dann "befreit" war, habe ich manchmal noch die dritte aufgemacht, um alles zu vergessen - ja, so war das in meiner Hochphase der Bulimie.

Als ich dann keine Fressattacken mehr hatte, war es Rotwein. Zunächst 1 Flasche am abend (3/4l) und am Schluß waren es 1,5 Fl, manchmal 2 (wobei ich dann morgens aber mit "Grippe" argumentieren musste).

Die Rotweinphase hatte ich ca. in den letzten 5 Jahren, wobei 1 Jahr Abstinenz durch Schwangerschaft dabei war. Nach der Schwangerschaft, fing ich aber (mindestens) da an, wo ich aufhörte und das ganze dauerte nochmal 1,5 Jahre.(Das war quasi schon mein "Rückfall", obwohl oder besser gesagt: weil, ich da noch nicht begriffen hatte, dass ich Alkoholikerin bin).

Jetzt bin ich über 5 Monate abstinent.
Blutwerte ALLE NORMAL! Auch Diabetes ist wieder zurückgegangen (*schweißvonderstirnwisch :grins2!

Also, man kann wirklich wieder gesund werden - auch wenn man solange rumsäuft und Fressattacken hat, wie ich!

Saufdruck habe ich definitiv keinen mehr!(Ob er nochmal kommt ??)

Sinn, ich habe bei mir folgendes zum Saufdruck festgestellt.
Als ich noch damit haderte, wie schön es für andere ist ein Gläschen Rotwein auf der Terasse, im Urlaub...zu trinken, hatte ich noch Saufdruck ab und an. Ich wollte auch noch nicht ganz glauben, dass es wirklich FÜR IMMER vorbei ist. Ich habe irgendwo tief in mir drin gehofft, dass ein kleines Wunder passiert und ich feststelle, dass war alles ein Irrtum - ich habe gar kein Problem mit Alkohol, sondern nur meine schlechte Kindheit ist Schuld, meine Depressionen, meine Bulimie...
Ich glaube, es ist ein VERABSCHIEDUNGSPROZESS, so eine Art Trauerarbeit, da der Alkohol ja auch viele positive Gefühle gemacht hat und ich sehr viele schöne Stunden mit dem Alkohol verbracht habe. Ich möchte sogar so weit gehen, dass ich sage: Alkohol hat mir wahrscheinlich das Leben gerettet. Irgendwie habe ich eine schreckliche Kindheit überlebt - mit Alkohol. Ohne? Vielleicht hätte es dann geklappt mit dem Selbstmord? Vielleicht hätte mein Hirn sich auf eine andere Weise aus dem Leben entzogen - wer weiß das schon?

Von daher habe ich eine ganz besondere Beziehung zu Alkohol (wie wahrscheinlich jeder Alkoholiker). Ich kann nicht einfach sagen: er ist mein Feind! Ich musste mich erst verabschieden. Habe danke gesagt. Denke gerne zurück an schöne Momente.

Irgendwann konnte ich mich dazu entschließen, dass er Vergangenheit ist. Ich zwänge mich ja heute auch nicht mehr in einen Autoscooter, nur weil es mir früher so viel Spaß gemacht hat

Es war eine Lebensphase - sie hatte ihre Berechtigung, aber jetzt ist sie vorbei.

Deshalb würde ich sagen, kämpfe nicht gegen deinen Saufdruck, sondern betrachte ihn genauer - nach was sehnst du dich eigentlich? Von was willst du dich noch nicht verabschieden?

Gib dir Zeit, mancher Abschied dauert eben länger.


Meine Mail ist jetzt auch viel länger geworden, als ich wollte. Hoffentlich nicht zuviel Psychogelaber

Sinn, Uhren machen sich auch viel besser am Handgelenk, als ne Plastiktüte mit leeren Flaschen drin.

Liebe Grüße
Gaby


Adobe Offline




Beiträge: 2.561

27.04.2004 13:14
#21 RE: negative Begleiterscheinungen-Alkoholmissbrauch antworten

Hallo Bea,

vielen Dank. Ich werde mal darauf achten, ob meine Finger weiß werden und wenn sie wieder warm werden rot.

Heute sehe ich den Entzug auch als das kleinste Problem an. Es folgt ein viel härterer und längerer Kampf. Am Anfang hat mich nur die Angst davon abgehalten nochmal zu trinken. So nach und nach kam dann mehr dazu. Zum Großteil war ich ein Gesellschaftstrinker und konnte mir das Leben ohne Alkohol erstmal nicht so vorstellen. Es war aber nicht ganz so schwierig wie ich zuerst vermutet hatte. Ich war zwar nicht mehr so ein Hans Dampf in allen Gassen der eine ganze Gesellschaft unterhält. Da mußten erst mal in meinen Kopf, daß es um micht geht und ich nicht der Clown und Unterhaler für andere bin. Das war schon ein recht langer Prozess.

Viele Grüße
Adobe


1Aldebaran ( gelöscht )
Beiträge:

27.04.2004 13:21
#22 RE: negative Begleiterscheinungen-Alkoholmissbrauch antworten

Hallo Gaby,

"Es war eine Lebensphase, aber jetzt ist sie vorbei"... "hatte seine Berechtigung..."...."auch schöne Momente...." ....



DAS war topp; 1. Sahne;
kann dem nur zustimmen!

LG`s, Aldebaran


Saftnase Offline




Beiträge: 1.206

27.04.2004 16:31
#23 RE: negative Begleiterscheinungen-Alkoholmissbrauch antworten

hallo Zusammen,

ich war von 1972 bis 2003 mit Alkohol "liiert".
Ich sehe es wie eine "Beziehung" mit allen Hoch und Tiefs was zu einer Haßliebe wurde und mit einem langen Scheidungsverfahren endete. Der Ehrlichkeit halber MUSS ich sagen, es gab schöne und schlechte Zeiten mit Alkohol und die schlechten Zeiten übernahmen die Oberhand.

zuerst: (kennenlernen, verlieben, heiraten)

beschwingtes, lockeres, leichtes Glücksgefühl, guter Geschmack, sehr angenehm, unterhaltsam...........
----------------------------------------------------------
gelegentlich bis häufig und ständig: (Reibereien, Streit, Unzufriedenheit, Verlustängste,)

Übelkeit, Herzklopfen, Schwitzen, Kotzen ohne Ende, Kopfschmerzen, launisch,Durchfall, Sodbrennen, brennende Augen, Schlafstörungen, Unruhegefühl, Angst,
zerbissene Zunge, Gedächtnislücken,Konzentrationsstörungen, Appetitlosigkeit, Schwindel, hoher Blutdruck, Gewichtszunahme, Wassereinlagerung.......
----------------------------------------------------------
Endlich Scheidung am 24.3.03.
----------------------------------------------------------
Gesamtkosten: Fettleberentzündung (In Raten
abzustottern)


GEWINN: Freiheit, Lebensfreude, Zufriedenheit

NIE WIEDER möchte ich etwas mit dem "Typ Alkohol" zu tun haben.

LG Laila


Gast ( gelöscht )
Beiträge:

27.04.2004 17:20
#24 RE: negative Begleiterscheinungen-Alkoholmissbrauch antworten

Wenn ich mir das hier alles so durchlese, bin ich ja voll das Pils-Weichei
Meine negativen Erfahrungen beschränken sich darauf, dass sich im Kopf alles um Alkohol drehte. Wie komme ich unbemerkt an 3 Kisten Bier die Woche, wie komme ich um alle Gelegenheiten herum, wo es nix zu saufen gibt und das alles mit jahrelanger strenger Disziplin, weil ich ja am nächsten Tag 6.30 Uhr fahren muß. Mit Promille fahren iss nich, Frauchen ist dabei (einst "nur" Kollegin, dann...).
Also psychisch nach ca. 16 Jahren dem Alk hörig, dennoch am Tage ca. 10 Stunden total nüchtern, was mich vermutlich bisher von der körperlichen Abhängigkeit bewahrt hat.
Nervlich war ich ein Wrack. Immer am Brodeln, immer auf der Suche nach einem Grund, mich aufzuregen. Wenn ich keinen gefunden habe, habe ich mich eben darüber aufgeregt. Hin und wieder auch depressiv, grundsätzlich mit der Gesamtsituation unzufrieden.
Wie schlimm das alles war, bemerke ich seit ich "trocken" bin, wenn man das nach einer bescheidenen Woche (ja, heute ist Jubiläum) so nennen kann.
Ich hatte bisher eigentlich keine nennenswerten Probleme. Nur eine Angst beschäftigt mich. Ihr kennt sie alle: Nach einer Weile, sagen wir nach 3 Monaten, ist das eigentliche Problem nicht mehr vorhanden. Man trinkt ja nicht mehr. Das Aufhören hat keine Probleme bereitet, also war man ja nicht süchtig. Darauf trinkt man dann mal ein Glas Sekt, dann paar Tage nichts. Ich muss es nicht weiter ausführen.

Versteht's mich richtig: Ich wollte aufhören, wenn auch nicht am 20.04.04. Das kam nur, weil ich mich am 19.04.04 daneben benommen habe und die Peinlicheit mich zum sofortigen Handeln bewegte.
Im Jahr 2000 habe ich es auf 104 Tage Enthaltsamkeit gebracht und aus dem genannten Grund wieder angefangen.
Dann habe ich den Feind studiert. Ich habe eine Liste von Feb. 03 bis 19.04.04, was und wie viel ich am Tag getrunken habe. Meistens 6, mal 8,10 bis zu 12. Hin und wieder auch mal 0, sogar mal 3 Tage. Daher war ich mir auch jetzt sicher, keine Aufsicht beim Entzug zu brauchen.
Auffällig war, das es keinen Tag gab, an dem eine "1" stand. Dem ersten Bier kann ich also widerstehen, niemals aber dem zweiten.
Ohne dieses Board wäre ich jedenfalls nicht da, wo ich jetzt bin und dafür danke ich Euch allen!
Mein Motto (geklaut von Max mX)Ich trinke heute nichts, egal wie.

Silvio

PS: Smina, wo bist Du?


Amtsschimmeli ( gelöscht )
Beiträge:

27.04.2004 17:52
#25 RE: negative Begleiterscheinungen-Alkoholmissbrauch antworten

Irgend wie bin ich zu dusselig zum Einloggen. Also ich war der Gast.

Silvio


Max mX Offline




Beiträge: 5.878

27.04.2004 18:02
#26 RE: negative Begleiterscheinungen-Alkoholmissbrauch antworten

hallo Silvio,
der Ehre viel zu viel, das mit dem "heute trinke ich nicht" verbreite ich doch bloß. Das stammt von erlauchteren Geistern (Bill & Bob glaube ich), die es damals viel schwerer hatten als Alkoholismus noch keine anerkannte Krankheit war, sondern als Willenschwäche galt.
Aber dir merke ich eine mir angenehm klingende Tonart an: du schreibst unspektakulär, hast nicht gekämpft wie ein Löwe, und du ringst auch nicht mit jeder Sekunde. Kann es sein, dass du ganz still kapituliert hast? Dann war das sehr gut so.
Du kannst nun gerne (so wie ich) als Hobby alle Urgründe und Winzigkeiten zu erfassen versuchen was den Alkoholismus betrifft, jedoch stets und immer im Kopf, dass es dadurch nicht einen Faden anders wird für dich. Und das beruhigt mich dann, gibt mir Kraft und lässt mich ruhig sein. Diese alberne Krankheit ist ja sowas von absurd, igitt, und auch ich war jahrelang dabei. Und jetzt nicht wieder.
ich grüße dich, Max


Eckhard Offline




Beiträge: 21

27.04.2004 20:49
#27 RE: negative Begleiterscheinungen-Alkoholmissbrauch antworten

Hallo Leute!

Auch ich will mal kurz berichten, wie es bei mir ausgesehen hat.
Morgens heftiges Zittern, gelegentlicher Gedächtnisverlust ( was für ein Tag ist heut überhaupt oder welches Datum ist heute. ) Dann hab ich ständig den Vornamen meiner Frau vergessen, wisst Ihr wie blöd sich das anhört wenn man zu seiner Frau ständig "he du" sagen muss. Dann hab ich morgens keinen Fuss aus dem Bett gebracht bevor ich nicht den ersten Schluck Alkohol hatte, oder einen kurzen Schluck vom Flachmann. Waschen war fast nicht mehr drin, weil mir die Füsse gezittert haben, Arbeiten war für mich ein Greuel, ganz zum Schluss kamen auch die Panikattacken und das nicht zu knapp, ich konnte nicht mehr zur Tür gehen wenn es klingelte, ich mußte warten bis die Leute wieder weg waren bevor ich die Tür öffnen konnte.
Dann hate ich auch Schweißausbrüche, Kaltschweiß, Herzrasen und massive Kreislaufprobleme.
Die Panikattacken habe ich auch teilweise heute noch, zwar nicht mehr so schlimm, aber doch noch so dass ich ständig umblicken muss was hinter mir geschieht.
Und diese innerliche Unruhe macht mich dann auch ziemlich fertig. Dann hilft nur eines ich muss mich mit jemanden unterhalten mit dem ich über alles reden kann. Ich denke ich muss doch mal einen Nervenarzt aufsuchen und mich durchchecken lassen.
Aber das nur so nebenbei.


Gruss Eckhard


Smina Offline



Beiträge: 69

27.04.2004 21:31
#28 RE: negative Begleiterscheinungen-Alkoholmissbrauch antworten

Hallo,
also ich erkenne mich in vielem von euch wieder was ihr geschrieben habt.
einiges finde ich aber auch echt heftig, und ich bin froh das ich das nie erleben mußte.
ja ich war auch morgens gerädert, dicken kopf ,obwohl das ging meißt bis die letzten wochen wo ich dann auch schnaps udn reste getrunken hab. sonst bin ich ja imer bei einer sorte geblieben.
was mich jetzt so richtig anekelt das war in den letzten wochen, wenn ich das letzte bier nciht geschafft hab und sogar ein angefangenes glas stehenlassen hab. dann hab ich das aufgehoben, für den nächsten abend. immer mit einer selbstentschuldigung: ne angefangene flasche cola kippt man ja auch nciht weg.

wie beschämend. ja zittern hatte ich auch. meißt liefen mir auch die augen, ich hab nichts richtig wahrgenommen um mich. auch ohne kopfschmerzen schwirrte mir alles, als ob ich alles durch watte höre.
ich war genervt, vom kind, vom hund, vom radio, vom fersehen, der nachbar, der pc, alles störte.

und abend? die hoffnung das der kleine endlcih im bett bleibt und ich in ruhe trinken kann. wenn cih merkte das das heute bestimmt nicht so sein könnte, na dann hab ich halt zum abendbrot schon mal ne flasch ebier getrunken.. das macht ja ncihts, das macht ja jeder mal.

ich war den ganzen tag unfähig. morgens noch im rausch konnt ich nichts machen, nachmittags einigermaßen npchtern auch nciht weil da mußte ich ja auf den abend warten. (stellt euch vor ich hätte staubgesaugt und den abend verpaßt)

entzugserscheinungen hab ich irgendwie gar nciht. saufdruck?? hmm auch nicht so ganz. aber irgendwie fehlt mir noch das verständnis..

wenn es mir doch scheinbar so wenig ausmacht nichts zu trinken kann ich ja nicht abhängig sein. mir gings ja auch nie sooo schlimm wie euch. egal auch wenn ich zwei flaschen wein (literflaschen) am abend geschafft hab. oder bis zu 8 bier. naja noch ein schnäpsle dazu, kann ja nichts schaden.

auch als ich zum geburtztag ne flasche ouzo geschenkt bekommen habe.. ja wer wollte die denn mit mir trinken? ich war ja meißt allein abends.
alkohol hatt ich nciht zu hause, also hab ich so langsam und genüßlich die ouzo flasche leer gemacht. ohne druck oder verlangen, einfach weil sie da war, und wasser ja langweilig ist und ich saft nicht darf...

übrigens was ist Spider-naevi ??

hmm es ist schon alles komisch, da denkt man alles ist in ordnung und man kann ja auch richtig nen stiefel voll vertragen, heißt wenn mal ne fete ist ist man keine spaßbremse weil man schon früh gehen muß..
naja und dann.. wo bin ich nun?
aber im ernst ich bin froh hier zu sein

LG
Tanja


Saftnase Offline




Beiträge: 1.206

27.04.2004 22:27
#29 RE: negative Begleiterscheinungen-Alkoholmissbrauch antworten

Hallo Tanja,

Spider naevi sind stecknadelkopfgroße Gefäßneubildungen, von denen sternförmige Gefäßreiser ausgehen. Das kommt hauptsächlich im Gesicht- und Brustbereich vor. Wenn man auf die Dinger draufdrückt und los läßt, dann sieht es aus wie eine aufgehende Rose.
Dies entsteht duch gefäßbedingte Einengungen im Blutfluß und sind alkoholische Folgeerscheinungen. Das kann aber auch in der Schwangerschaft auftreten.

Hab ich in einem Medizinbuch gelesen.


LG Laila


Lisl Offline




Beiträge: 1.980

27.04.2004 23:03
#30 RE: negative Begleiterscheinungen-Alkoholmissbrauch antworten

Hallo
da fällt mir auch noch was ein

@Tanja
Spider Naevi auch Eppinger Sternchen genannt befinden sich meist an der Stirn im Nacken, an der Schulter und an der vorderen Brustwand. Auch können sie am Hals, Gesicht und Handrücken vorkommen.

Sie sind ein aüsserliches Zeichen für eine chronische Lebererkrankung,
auch können sie bei einer Infektionen und auch Vergiftungen vorkommen, doch dann verschwinden sie wieder.
Es sind ganz kleine Gefässerweiterungen/ein Bündel kleinerer Gefässe, ähnlich Spinnenbeinen / Gefässgespinst.
Die sehen aus wie geplatzte Äderchen rot so wie kleine Spinnen

Ich habe auch welche am Dekollete sehen gar nicht schlimm aus.
Ich habe sie da ich in den jungen Jahren eine Hepatitis hatte und dadurch eine Leberentzündung.

Der Alkohol hatt mir den Rest gegeben so dass ich nun auch ne chronische Fettleber habe, das heisst die Leber ist vergrössert, aber nicht verhärtet.

Eine chronische Fettleber kann, wenn man nicht aufhört zu saufen in eine Leberzirrhose übergehen.

Meine Leber ist wenn ich keinen Alkohol trinke, oder keine starken Medikamente nehme, wieder ganz gut am arbeiten , das heisst sie regeneriert sich wieder.
Vor 14 Jahren bevor ich in die LZT bin hatte ich einen Gamma GT von 987 und und nach der LZT einen Gamma GT von 40
Normal waren damals 20.
Zwanzig werde ich wohl nie mehr haben, da meine Leber ja schon geschädigt ist.
Nach meinem Rückfall hatte ich 125 und ich denke jetzt nach 3 Monaten werden es wieder so 40 sein.
Hoffentlich

Adobe und Aldebran, ich kenne auch jemand der ne Polyneuropathie aufrund des Alkoholismus hatt.
Kann nun nur noch mit Stöcken gehen und muss ganz starke Tabletten die eigentlich für Epilepsi sind nehmen, da es noch keine für diese Neuropathien gibt.
Erst war es ein Bein und nun beide. Starke Krämpfe in der Nacht und starke Schmerzen am ganzen Bein.
Ihre Hände fangen nun auch schon so langsam an.
Sie sitzt oft im Rollstuhl, da sie nicht mehr laufen kann.

Besser nichts trinken, denn die ganzen Nebenwirkungen bingen nichts

Mir fällt bestimmt noch mehr ein wenn ich die Texte oben nochmals lese


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