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Saufnix
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Dieses Thema hat 16 Antworten
und wurde 969 mal aufgerufen
 Akute Hilfe
Seiten 1 | 2
Lis ( gelöscht )
Beiträge:

17.02.2004 08:59
RE: Rückfall nach 13 Jahren antworten

Guten Morgen:

nun habe ich es endlich geschafft mich hier einzuloggen
Puh hatt einige Zeit gedauert.
Sorry dass ich nun einfach auf Antworten gedrückt habe, doch ich weis leider vor lauter Aufregung nicht, wie man einen neuen Beitrag schreibt.

Kurze Vorstellung von mir:
ich lese seit einiger Zeit hier eure Postings und vieles spricht mich an.
Ich bin Alkoholikerin, war 13 Jahre trocken und hatte vor einem Jahr einen Rückfall.
Seit 2 Monaten habe ich mir wieder Hilfe geholt, auch hier im Netz.
Seit 2 Wochen bin ich trocken, was nicht heist, dass ich für länger trocken bleibe.
Ich bin ein Quartaltrinker oder Säufer, wie man es nennt.
Meine Wille ist mit dem Trinken oder Saufen wieder aufzuhören.
Ich verstehe Erdmann sehr gut, wenn er sagt, es ist ein Kampf.
Ich kämpfe auch und hasse diese Kämpfe.
Gestern bekam ich so einen schlimmen Saufdruck dass ich fast was zum Trinken gekauft hätte.
Doch heute morgen bin ich stolz, dass ich es geschafft habe nichts zu holen.
Doch es war ein Kampf, da half kein autogenes Trainig, Medidation oder positives Denken mehr.
Ich habe mich abgelenkt, indem ich hier bei euch eure Postings las.
Das half mir. Danke.
Ich habe gelesen dass es anscheins einen Streit wegen Erdmann gegeben hatt?
Das habe ich nicht so empfunden.
Es waren ob (angeblich) agressiev oder sanft, alles ehrliche Meinungen und ich wäre froh, wenn ich auch so posten darf, wie ich mich fühle oder ich es meine.
Ich weis natürlich auch, dass manchmal ein Schreiben, nicht so rüberkommt wie man es gerne gesagt hätte.

So das wärs nun mal für den Anfang, ich wünsche Euch allen einen trockenen Tag, ohne Kampf


Ameise Offline




Beiträge: 1.110

17.02.2004 18:59
#2 RE: Rückfall nach 13 Jahren antworten

Hallo Lis,

was mich brennend interessiert, ist, warum Du nach 13 Jahren Trockenheit wieder getrunken hast.
Wie hat sich das angekündigt?
Warst Du gleich wieder voll drin -
oder hat sich die Trinkerei wieder langsam aufgebaut?
Mich haut es immer richtig um,
wenn ich lese, daß jemand nach sooo langer
Zeit wieder rückfällig geworden ist.
Deine Geschichte würde mich sehr interessieren.

Liebe Grüße von Helena

(Hoffentlich findest Du mich hier in diesem Beitrags-Gewusel! )


Miezekatz Offline




Beiträge: 731

17.02.2004 19:11
#3 RE: Rückfall nach 13 Jahren antworten

Hallo!

Der Übersichtlichkeit halber habe ich den Beitrag von Lis und den Beitrag von Ameise als Antwort darauf in dieses neue Thema verschoben.





Gruss,


Max mX Offline




Beiträge: 5.878

18.02.2004 00:50
#4 RE: Rückfall nach 13 Jahren antworten

hallo Lis,
möchte ebenfalls wissen, wieso nach 13 Jahren der Rückfall. Auch mich nimmt sowas immer stark mit. Denn uns beide trennt das gleiche erste Glas vom Rückfall, egal wie lange man schon trocken ist.
Ich gehe seit langen Jahren regelmäßig zur Gruppe. Direkt was Neues kommt nicht mehr hinzu. Aber ich spreche immer wieder gerne mit Menschen, die sich Mühe geben. Echte Mühe, und aufrichtig. Vielleicht weil sowas im sonstigen Leben kaum bis nicht vorkommt.
Laß was hören, bitte, Grüße von Max


Lis ( gelöscht )
Beiträge:

18.02.2004 07:53
#5 RE: Rückfall nach 13 Jahren antworten

Guten Morgen,

ich habe gestern Abend schon eine lange Seite geschrieben und da ich mich ja angemeldet hatte ( mit Signatur, Bildchen usw.)und leider PC noch ziemlich unerfahren bin, habe ich nach meinem Schreiben auf Einloggen getippt.
Das war falsch??? denn dann war alles wieder weg

Nun auf ein neues.

Vor ungefähr einem Jahr begann ich auf einer Feier, mit einem Glas Wein anzustossen. Zwei Schlückchen getrunken - dann weggestellt und dann Mineral.
Das ging öfters gut so, doch mit der Zeit wurden die Schlücke immer mehr.
Erst zwei, dann drei, dann ein Glas

Der Rückfall hatt sich so richtig angeschlichen, ganz ganz langsam.
Dass ich Alkoholikerin bin, daran habe ich gar nicht mehr gedacht - ich dachte ich könne nun auch trinken - so wie die anderen.

Vor einem halben Jahr merkte ich plötzlich, dass ich die geschenkten Weinflaschen aufmachte und trank.
Danach bemerkte ich dass ich mir auch selbst Wein und Bier kaufte und die ich zu Hause alleine trank.
Da wusste ich, dass ich nun einen Rückfall habe

Ich bin Quartalstrinkerin - schon früher gewesen.
Daher dachte ich dass ich das alleine schon in den Griff bekomme. Immer wieder Pause von vier Wochen, dann drei und zu guter letzt waren zwei Wochen schon Kampf, Kampf, Kampf
Der Saufdruck wurde immer stärker - es war schrecklich - auch heute noch.

Warum ich einen Rückfall hatte????
Das frage ich mich im Moment nicht mehr, da im Moment jeder Tag ein Hauptthema hatt und das heisst:
"Das erste Glas stehen lassen"
Erst wenn ich richtig trocken bin, dann gehe ich an das "warum" dran.

Ein wenig habe ich schon darüber nachdedacht.
Mein Leben hatte vor zwei jahren eine Wende genommen mit Umzug, Heirat, neue Menschen kennenlernen die nichts von meiner Vergangenheit wissen usw.
Ich war auch nicht mehr bei meinem Therapeuten denn ich dachte ich bin geheilt.
Doch dem ist nicht so
Das stimmt schon
" Einmal Alkoholiker, immer Alkoholiker"

Ich überlege im Moment, dass es kein Rückfall ist, sondern ein neuer Fall??

Ich habe mir vor einem Monat wieder Hilfe geholt und bin jetzt in einer ambulanten Therapie, das heisst:
Jede Woche 2 Stunden Gruppe mit einem Therapeuten und jede zwei Wochen Einzelgespräch.
Das hilft mir nun schon sehr, kann ich jedem empfehlen der nicht in eine Klinik kann.
Es geht ein halbes Jahr und mann kann verlängern.
Das ist doch schon ein Lichtblick

Ich wünsche euch einen guten Tag

Grüsse Lis


Max mX Offline




Beiträge: 5.878

18.02.2004 09:00
#6 RE: Rückfall nach 13 Jahren antworten

hallo Lis,
dein Zitat: "Erst wenn ich richtig trocken bin, dann gehe ich an das "warum" dran."
Finde ich großartig, weil ich viele viele kenne, die mussten zuerst das "warum" wissen. Und genau diese Suche dauerte dann Jahre.
Ich weiß bis heute auch nur die Umstände meines Lebens, aber welches davon die Ursachen waren, keine Ahnung. Es wurde ab irgendwann auch unwichtig.
Grüße von Max


Nachteule ( gelöscht )
Beiträge:

18.02.2004 16:41
#7 RE: Rückfall nach 13 Jahren antworten

Liebe Lis!
Herzlichen Glückwunsch, dass Du es wieder angehst , klasse.
Es ist ja nicht selbstverständlich, dass man die Kraft wieder findet, aufhören zu wollen!
I
ch hatte nach 8 trockenen Jahren einen Rückfall von 3 Jahren und habe dann wieder von vorne, ganz von vorne angefangen! Heute bin ich seit 19 Jahren ununterbrochen trocken und es ist schön.

Gründe für mein Trinken gibt es ausser einem nicht,: ich bin Alkoholikerin und wollte (unbewusst) saufen

. Auch bei mir hat es sich so eingeschlichen und ich dachte wirklich, ich bin stärker als der Alk. Alkoholismus ist eine tödliche Krankheit (keine Willensschwäche) und sie sagt Dir, dass Du sie NICHT hast, wenn Du Dich nicht darauf einstellst. Ich habe die Gefährlichkeit meiner Krankheit einfach nach ein paar Jahren VERGESSEN, Von Alkoholismus gibt es keine Heilung, sondern nur Stillstand,

Und, Warumfragen habe ich mir abgewöhnt. Die führen zu nichts ausser Schuldzuweisungen. Es gibt immer einen Grund hinter dem Grund und noch einen und noch einen. Zeitverschwendung, Energieverschwendung. Ich frage mich lieber: "Wozu" setzte ich Alkohol ein, was macht das mit mir? Was will ich damit verdecken?

Das Trinken ist nur ein Symptom für tieferliegende Dinge.

Das weiss ich heute, aber damals vor dem Rückfall?
Ich habe den Alk nicht ernstgenommen und nur äußerliche dinge geändert und in mir war die gleiche Scheißangst, der falsche Stolz, das Selbstmitleid, Neid auf andere, Minderwertigkeit usw. wie immer, bloß das ich mal 8 Jahre nicht trank. Das das auf Dauer nicht gutgehen kann, ist klar. Das hält man nämlich nicht aus oder man hält sich selber so nicht aus!

Heute gehe ich regelmässig gegen das Vergessen in die AA, von der ich früher dachte,: das habe ICH nicht nötig. Ein Diabetiker muß ja auch regelmäßig etwas tun, nicht anders ist das bei uns.

Ich habe manchmal wenig Zeit zu schreiben, darum wollte ich den Vorschlag machen - Max mit X ?!? - , warum macht Ihr keinen Thread auf für etwas länger Trockene?

Schließlich sind die Schwierigkeiten des Lebens nicht einfach so weg und drüber reden/schreiben tut immer gut.
Außerdem wäre das für die Neueren bestimmt gut zu sehen, da sind welche, die sind schon lange abstinent, was haben die dafür getan, das es ihnen heute so und so geht.
Meine eigenen Vorbilder sind 2 Freunde, die schon seit 31 Jahren trocken leben, der eine davon hat mich durch meine 19-jährige Trockenheit begleitet. Das gibt Vertrauen!!!
Alles Liebe für Euch, die Nachteule


Max mX Offline




Beiträge: 5.878

18.02.2004 17:24
#8 RE: Rückfall nach 13 Jahren antworten

hallo Nachteule,
deinen Vorschlag finde ich gut. Aber dazu brauchst es ein Thema, zur Sache, zu welcher?
Du kannst dich ja anmelden, und wir finden dann sicher was. Also so Sachen vielleicht in der Entwicklung, die erst stattfinden können, wenn sie niemals durch "Sucht" gestört werden. Erst dann finden wir ja - das höre ich so bei dir zu meiner Freude heraus - zu den darunter liegenden Dingen. Und dach deren Kenntnis und/oder Beseitigung gibt es doch erstaunlich angenehme Züge zu merken.
"Max mit X ?!?"
Mal was in eigener Sache: "Max" gab es schon, und mX war mal mein Kürzel unter von mir geschriebenen Artikeln. Und das haben wir eben (wir ist mein Sohn, ohne den ich elektronisch eine hilflose Person bin) Max mX genommen. Aber ich finde es sympatisch, wenn so mancher hier Max mit X für mich schreibt.
Grüße von Max


Gast ( gelöscht )
Beiträge:

18.02.2004 18:31
#9 RE: Rückfall nach 13 Jahren antworten

Mopsli
Hallo zusammen

Haben mich nun jetzt auch durch alle Threads durchgelesen.
Möchte mich bei allen bedanken die sich die Mühe machen
und uns, die auf den Weg sind, mit Ratschlägen aus ihrer eigenen Erfahrung helfen.
Ich habe mich wieder gefangen und fange wieder von
vorne an. Geholfen hat mir meine Therapeutin und mein
Glaube!
Es ist richtig, dass ich mit Schuldzuweisungen nicht vorankomme, jedoch ohne Schuldgefühle - keine Reue -
keine Veränderung, denn ich gehe dann ja nicht vorwärts
sondern bleibe stehen.
Ich finde es sehr gut die verschiedenen Meinungen lesen
zu können, nehme jedoch das für mich passende heraus.
Leider bin ich nicht der Typ, wenn ich das auch in meiner
Naivität geglaubt habe, der von heute auf morgen und ohne
Kampf und Rückschlägen die Probleme aus der Welt schafft.
Ich will es mit Step by Step mit jedem neuen Tag versuchen
und gleichzeitig auch meine Altlasten von seitens meines
Vaters, meine Muster welche mich zur Flasche getrieben
haben mittels meiner Therapeutin aufzuarbeiten.
Das heisst ich habe schon Hilfe bin jedoch manchmal zu stolz
und zu stur sie zu fordern. Dies liegt an meinem noch
zwanghaften Denken, du musst es alleine schaffen.
Ich habe jedoch die letzten Monate gemerkt, dass mir die
Aufarbeitung meiner Vergangenheit mit meiner Therapeutin,
das Lesen der Bibel um meine Schuldgefühle in einem realistischem Bild zu sehen und das lesen hier auf diesem
Forum sehr geholfen haben.
Der Rückfall vom Samstag war ein Zusammenspiel von vielen
Komponenten,wo mein Muster, welches noch nicht in meinem
Hirn gelöscht ist, auf althergebrachte Weise ausbrach.
Okay, es hat mir gezeigt,dass ich es noch nicht restlos
begriffen habe. Das heisst, da gibt es noch jede Menge
Arbeit zutun.
Aber müssen den Nichalkoholiker nicht auch jeden Tag für
ein glückliches und zufriedenes Leben kämpfen.
Fraglos geht es ohne Alk sehr viel besser - bestreite ich
auf keinen Fall.
Nur jeder der aufhören will, muss es selbst wollen und seinen für ihn eigenen Weg finden und das geht nicht von
heute auf morgen. Rom wurde ja auch nicht in einem Tag
gebaut, oder?
Aber jedes Wochende oder Tag(Erdmann)ohne Alk ist trotzdem
ein schöner Tag und man kann für sich selber stolz darauf
sein.
So nun habe ich genug geschrieben und hoffe nicht zu wirr,
da ich eigentlich jedem der mir geantwortet hat gerecht werden wollte und da gehen dann die Gedanken ganz schön
durcheinander.
Übrigens auch bei mir klappt das einloggen nicht korrekt.
Habe mich angemeldet doch wenn ich mich am Forumboard
einloggen will, kommt error keine Datei auf diesem Server!

Nun muss ich Schluss machen und will allen die auf dem Weg
sind aus dem Sumpf herauszukommen sagen: Betet um Kraft und
Hoffnung,jeder Tag ist ein neuer Anfang!!
und schliesslich
"Der ohne Fehler oder Sünde ist, werfe den ersten Stein"

Mopsli


WolframK Offline



Beiträge: 383

18.02.2004 20:42
#10 RE: Rückfall nach 13 Jahren antworten

Hallo Lis ,

auch ich möchte mich gerne anschliessen und Dir zu Deinem erneuten Absprung vom Alkohol gratulieren.

Dein Rückfall ähnelt meinem wie ein Ei dem anderen. Ich war auch 8 Jahre trocken und habe im November letzten Jahres geglaubt, ein Glas vertragen zu können (bei einem Abitreffen). Wie bei Dir wurde daraus immer mehr, bis ich schliesslich recht schnell bei 8-9 Flaschen Bier am Abend angelangt war.

Die Frage nach dem "Warum" habe ich mir auch gestellt, aber ich bin bis jetzt (es ist ja auch erst ca. 8 Wochen her, dass ich wieder trocken bin) noch nicht dahinter gekommen. Vielleicht kann man auf das "warum" auch gar keine Antwort finden.

Liebe Lis, zwei Wochen hast Du ja jetzt schon erfolgreich hinter Dir. Es ist quasi ein Neuanfang und Du weisst sicher selbst ganz genau, dass Du das erste Glas stehen lassen musst.

Ich freue mich sehr darüber, dass Du dieses Forum gefunden hast und es wäre sehr gut, wenn Du Dich oft melden würdest.

Viele liebe Grüsse

Wolfram


Archangel ( gelöscht )
Beiträge:

20.02.2004 15:01
#11 RE: Rückfall nach 13 Jahren antworten

@ Max mX
@ Nachteule
Hallo zusammen, hab' grad ein bißchen in Euren Beiträgen gestöbert, und würde gerne ein wenig mitreden.
Mich hat der Beitrag von Lis auch schockiert. Für mich ist es unvorstellbar, nach so langer Zeit rückfällig zu werden. Vorallem geht das nicht von heute auf morgen. Der Rückfall fängt ja schon viel früher an; im Kopf. Die Idee, mit Beiträgen von Leuten die schon ein paar Jahre trocken sind finde ich super. Bisher war ich in diesem Forum nur stiller Beobachter, und habe mich durch einige Beiträge durchgelesen.
Bin auch nur durch Zufall hier gelandet, auf der Suche nach einem vernünftigen Chat.
Kurz ein paar Zeilen zu meiner Person: Ich bin seit 12 1/2 Jahren zufrieden, trockener Alkoholiker. Über meinen Absturz und das Ende meiner Alkoholikerkarriere möchte ich ein andermal näher eingehen, ich denke interessanter für den Einen oder Anderen ist eher die Zeit danach. Das Trockenwerden ist in meinen Augen der Anfang eines langen Weges, durch eine ungewisse Zukunft. Damals, frisch therapiert, hatte ich das Gefühl, die Welt aus den Angeln zu heben. Jeder der am Abend mehr als 3 Bier getrunken hatte, dachte ich, hätte ein Alkoholproblem. Ich war der Meinung, ich müßte nun meinen Umkreis trockenlegen. Angefangen bei Arbeitskollegen, und weiter dann im Bekanntschaftskreis.
Als es dann an die Neugründung einer Selbsthilfegruppe ging, war ich natürlich schnell Feuer und Flamme. 5 Jahre später war es vorbei. Ich wollte für die Leute (etwa 10 Personen) immer da sein. Tag und Nacht. Aber es hat nichts genutzt. Zuletzt war ich der einzige, der über die Jahre wirklich trocken geblieben ist. Alle anderen haben das alles nicht so
ernst genommen. Die meisten haben immer wieder irgendwelche Anläße hergenommen, sich zu besaufen: Ostern, Weihnachten, Silvester, Todestag der Mutter etc. Zuletzt mußte ich einsehen, daß es so nicht klappt. Ich ging viel zu verbissen an die Sache, und am Ende ging es mir so richtig beschissen.
Ich kam mir vor wie ein Verlierer, da ich es nicht geschafft hatte, die Leute trocken zu halten. Heute sehe ich das anders. Es geht so nicht. Mit Gewalt, gut zureden, egal wie auch immer, wenn die betreffende Person nicht will, funktionier das nicht. Ich habe die Gruppe an den Nagel gehängt. Fühlte mich betrogen, verraten und verloren. Wie es danach weiterging hat mich nicht mehr interessiert. Ich habe den Alkohol aus meinem Leben gestrichen, und habe mich auf mein Leben konzentriert. Der Alkohol ist es nicht wert, daß ich mich dauernd daran erinnern muß. Lange Rede, kurzer Sinn: Die letzten 6 Jahre waren im meinem Leben die abwechslungsreichsten und schönsten. Ich habe eine Arbeit, die mir Spaß macht und mich erfüllt, habe mich verliebt und geheiratet. Meine Frau (die mich nur nüchtern kennt) und ich sind rundum glücklich, wir haben viel von der Welt gesehen, und uns im letzten Jahr selbstständig gemacht, und arbeiten nun auch zusammen, Hand in Hand. Wir lachen viel miteinander, und laufen mit offenen Augen durch die Welt.
Warum dieser Beitrag hier ? Nun, ich habe gesehen, daß es nicht allen Leuten so gut geht wie mir. Vielleicht sind es Schuldgefühle, weil ich früher in der Gruppe so verbissen an die Sache gegangen bin ? Ich bin auch heute noch sehr direkt, und nehme mir kein Blatt vor den Mund. Ich hatte nach der Therapie nie wieder den Gedanken daran verschwendet, wieder trinken zu müssen oder "ob vielleicht mal ein Glas geht ?" Ich habe nie gegen den Alkohol gekämpt, sondern aufgegeben. Ich war aber immer sehr hart, mir gegenüber. Keine Mon Cherie bzw. Weinbrandbohnen. Immer auf jedes Glas geschaut, ob Alkohol drin ist. Kein Rosinenkuchen, wo die Rosinen in Rum eingeweicht waren. Ich hatte auch nie die Scheu in Lokalen zu fragen ob in der Sosse Wein ist. Das war wichtig für mich. Für mich und mein Leben.
Ich möchte mich ab und zu hier im Board mit ein paar Beiträgen melden. Vielleicht kann ich dem Einen oder Anderen ein bißchen was von meiner Erfahrung weitergeben. Allerdings habe ich nur Wochenends Zeit, da ich die ganze Woche unterwegs bin. Achja, der Chat wäre super, habe da auch ein paar nette Leute kennengelernt, finde es aber schade, daß er so wenig genutzt wird.


Lis ( gelöscht )
Beiträge:

20.02.2004 15:54
#12 RE: Rückfall nach 13 Jahren antworten

Hallo Archangel,

ich habe auch am Anfang nach der Therapie aufgepasst, dass ich keine Pralinen mit Schnaps oder Sossen esse.
Auch ich hatte plötzlich gedacht um mich seien nur noch Trinker, wenn sie einen Wein getrunken hatten.

In die Selbsthilfegruppe ging ich mit der Zeit auch nicht mehr, da bei uns viele nur noch wegen dem Führerschein kamen (mussten)und später habe ich sie in der Kneipe beim trinken gesehen.

Damals war es für mich ein furchtbarer Schock, als die Gruppenleiterin nach 17 Jahren einen Rückfall hatte.
Ich verstand die Welt nicht mehr.
Meine Therapiefreundin in der Klinik hatte nach einem halben Jahr als wir entlassen wurden einen Rückfall, der tödlich endete
Damals dachte ich Nein, nein, nein....sowas passiert mir nie.
Ich hatte viele Jahre lang immer mal wieder Gespräche mit meinem Therapeuten und ich habe viel für mich getan.

Seit vielen Jahren geht es mir super und seit 2 Jahren habe ich eigentlich fast alles erreicht, was ich mir immer so sehnlichst wünschte ......und gerade dann hatte ich den Rückfall
Ob es vorher schon im Kopf war?
Ich weis nicht.
Ich habe einfach nicht mehr drangedacht dass ich Alkoholiker bin, oder weil ich eigentlich ein fast neues Leben anfing....es vergessen....oder verdrängt....hinter mir gelassen.....beiseite geschoben usw.

Habe einfach nicht mehr auf mich aufgepasst, dachte bin geheilt für immer es war lange kein Problem mehr, es gab anderes zu denken und zu tun.
Ich habe auch mal gelesen, dass man nicht so viel daran denken soll, denn sonst käme es wieder (Saufdruck)
Doch wie ich sehe, funktionierte das bei mir nicht.

Manchmal kommt mir die Überlegung, dass Alkohol einfach nochmal angeschaut werden möchte.
So hier bin ich...schau mich an. Verbunden mit mir sind viele unangenehme Erinnerungen.
Schau mich an, ich hab Dir doch damals geholfen, damit du nicht fühlen musst.

Doch nun soll ich nochmals in Erinnerung zurückgehen....anschauen was war....und das ohne dem Helfer Alkohol.
Hm

Doch nun hab ichs immerhin wieder fast 17 Tage geschafft und bin wieder in Therapie.
Erst wenn ich richtig trocken bin, dann vielleicht...aber nur wenns sein muss und ich stark bin...gehe ich nochmals zurück
Daumendrück

Grüsse Lis


Max mX Offline




Beiträge: 5.878

20.02.2004 18:27
#13 RE: Rückfall nach 13 Jahren antworten

hallo Lis,
meine lange Trocckenheit führe ich darauf zurück, dass ich u.a. niemals den Kontakt zu meinen "Fachleuten" verloren hatte, also den trockenenA lkhoholikern. Die gibt es in Gruppen oder im Bord hier.
Ein Zwang besteht für mich schon sehr lange nicht mehr. Aber eine einzige kleine Unachtsamkeit kann ja ausreichen, Hugo Leichtsinn!!
Grüße von Max


Archangel ( gelöscht )
Beiträge:

20.02.2004 19:03
#14 RE: Rückfall nach 13 Jahren antworten

Hallo Lis, ich denke Du packst das.Ich denke Du hast trotz all der Zeit innere Mechanismen entwickelt, die sofort Alarm geschlagen haben. Trotz Rückfall weißt Du was Du tun mußt. Und Du tust es auch. Also war doch nicht alles umsonst
Das Leben besteht halt nicht nur aus Friede-Freude-Eierkuchen, sondern ist eine Prüfung. Jeden Tag auf's neue wieder. Mein Leben, so wie ich es heute lebe, war harte Arbeit; vorallem an mir selbst.
Ich weiß genau, wenn ich jemals vergessen würde, daß ich Alkoholiker bin, dann wären meine trockenen Tage gezählt. Es ist das berühmte erste Glas. Das habe ich nie vergessen, und werde ich auch nie. Ich sage mir halt, nach all den Jahren, der Alkohol ist es nicht mehr wert, von mir beachtet zu werden.
Es hat mich damals, als das mit der Gruppe über den Bach ging innerlich zerissen, zugleich aber einen Wendepunkt ausgelöst. Ich denke, die Gruppe war auch so eine Art Ersatzsucht. Ich hab mich da ganz schön reingesteigert, und wollte bewußt etwas erzwingen, was nicht möglich war.
Die letzten Jahre waren gespickt mit Hoch und Tief, aber ich konnte sie klar und nüchtern verarbeiten. Früher war's egal ob Hoch oder Tief, einen Grund zum Saufen gab's immer.
Eine Gruppe ist wichtig. Vorallem am Anfang. Es geht nicht ohne. Max hat Recht. Das Board hier ist eine ideale Möglichkeit mit Gleichgesinnten in Kontakt zu treten. Irgendwie muß ich das doch auch vermisst haben, sonst hätte ich die Postings hier nicht beachtet.
Ja, die tollen Leute von der Therapie, die kaum den Hintern bei der Tür draußen hatten, und schon wieder in der nächsten Kneipe saßen die kenne ich auch. Die kennt wohl fast jeder. Leute, die obwohl ohne Alkohol an ihrem Leben nichts geändert haben und genauso weitervegetieren wie vorher. Sie alle haben dazu beigetragen daß ich trocken geblieben bin. Jeder Alkoholtote aus meinem Umfeld hat mich gestärkt, so schlimm wie das klingt. Du, liebe Lis mußt nicht dazugehören. Es gibt keinen Grund, sich das Leben in Raten zu nehmen. Du packst das


Lis ( gelöscht )
Beiträge:

20.02.2004 20:08
#15 RE: Rückfall nach 13 Jahren antworten

Hallo Max m X

da hast Du recht, ich hätte in eine Gruppe gehen sollen.

Ich bin vor zwei Jahren umgezogen, alles war neu, ich habe sogar vor einem halben Jahr eine Gruppe gesucht.
Doch dann war ich wieder eine zeitlang trocken und dachte ich schaffe es alleine.
Auch habe ich hier im Netz gesucht und bin gleich verjagt worden von wem haste vielleicht schon gelesen.

Dann habe ich es im Netz mit einer AA-Gruppe versucht, doch das ging dann doch auch nicht, da alles über email ging.
Es war mir zu unpersönlich. Nicht dass ich was gegen diese Art von Kommunikation hätte, doch ich habe gleich jemand gebraucht und nicht erst die Schritte.

So hier im Forum ist das ganz was anderes.
Ein Chat gibt es auch.
Nun habe ich genau das was ich suchte. Irgendjemand ist immer hier und ich kann viele Schicksale, Meinungen, Erfahrungen, Ratschläge lesen und das schönste ist, ich kann mich spontan mitteilen wenn ich möchte

Ich bin schon ein Glückskind euch gefunden zu haben.

Ich gehe nun wieder zu meinem früheren Therapeuten, mache eine ambulante Therapie ( muss halt ein wenig fahren) und besuche zusätzlich alle 14 Tage eine Frauengruppe.

@ Archangel
Du, liebe Lis mußt nicht dazugehören. Es gibt keinen Grund, sich das Leben in Raten zu nehmen.

Oh da hast Du ja einen wahren Spruch geschrieben

Du packst das
Genau

Danke ihr beiden
von Lis, die nun nochmals versuchen wird sich richtig zu registrieren.


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