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Saufnix
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Dieses Thema hat 70 Antworten
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 Akute Hilfe
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Gitarrist Offline



Beiträge: 28

17.12.2002 14:53
RE: So langsam gehts bergab antworten

Hallo alle,

ich sende ersteinmal eine kürzere Nachricht, um zu schauen, ob das mit dem Passwort etc. auch klappt.

Der Gitarrist


Gitarrist Offline



Beiträge: 28

17.12.2002 15:17
#2 RE: So langsam gehts bergab antworten

So, der Einfachheit halber antworte ich mir eben selbst ... statt noch einen Thread aufzumachen.

Also, nochmal hallo an alle, die Ihr so mutig seid, offen über Alkohol etc. zu schreiben.

Als erstes vielleicht ein paar Fakten ... ohne Priosisierung

- bin Ende Dreissig
- Männlich
- beruflich in einem fordernden Umfeld (Verdrängungsmarkt, Entlassungen, viele linke Aktionen, hohe Zeitbelastung) unterwegs
- Habe Frau und einen kleinen Sohn
- Mache gerne Sport und Musik
- ...
- ... und habe offensichtlich ein Problem mit meinen Alkoholkonsum.
(Hätte ich auch anders/schärfer formulieren können, dazu fehlte mir aber gesunde Härte)

Die Chronologie sieht ungefähr so aus:

1. Mal betrunken mit ca. 10 Jahren, anläßlich einer Geburtstagsfeier, auf der ich als Musiker mit aufgetreten bin
2. Mal dann richtig auf der eigenen Konfirmation

Dann zwischen 15 und 18 regelmässig in der Gruppe getrunken, meistens Bier
Im Studium hatte ich dann die Sache einigermassen im Griff ... zwar immer noch getrunken, aber gem. eigener Einschätzung im grünen Bereich.

Dann der Job: Seit acht Jahren erlebe ich das als extrem stressend und fühle mich wie das berühmte Rädchen im Getriebe.

Panikattacken und psychologische Behandlung in 2000. Ist besser geworden, aber nicht weg.

Ständige kleinere Krankheiten, Infekte etc.

Dieses Jahr dann 4 Monate wg. Ganzkörperlähmung im Krankenhaus. dann Reha. In dieser Phase überhaupt kein Alkohol ... und keine Zigaretten

Dann der erneute Jobeinstieg ... und damit war der Druck auch wieder da ... erstmal nicht der Saufdruck, sondern der phychologische/eingebildete oder was auch immer. Habe dann noch eine nebenberufliche Sache angefangen ...und den ganzen August jedes Wochenende durchgekeult. Das war dann schon stark Bier-gestützt.

Leider ist es so, dass mir auf die Art die Lebensfreude abhanden gekommen ist ... und ich jetzt jeden Tag quasi als Ressource für Job- Aktivitäten sehe ... ich weiss, dass das falsch ist, kann im Moment aber nichts ändern.

Meine Sorgen sind die, dass ggf. noch bevor der Alkohol voll durchschlägt, mich eine nette andere stress-induzierte Krankheit dahinrafft ....das mein Sohn das alles mitbekommt ... und ab da beginnt sich die Geschichte wohl zu wiederholen.

Meine erste Idee war nun, dieses Forum mal aktiv aufzusuchen ...

Ich freue mich über jede ernste Antwort

Der Gitarrist


Miezekatz Offline




Beiträge: 731

17.12.2002 22:58
#3 RE: So langsam gehts bergab antworten

Lieber Gitarrist,

mit der Idee von dir, dich hier aktiv im Forum zu beteiligen, könnte es auch heissen " so langsam gehts bergauf".... wenn du nicht nur diesen ersten Schritt machst, sondern weitergehst. Du hast gemerkt, dass irgendetwas in deinem Leben nicht gut läuft und dass du etwas verändern musst bzw. willst. Und da gilt doch das Sprichwort " Einsicht ist der erste Weg zur Besserung" . Ich habe auch irgendwann die Erkenntnis gewonnen, dass ich mein Leben so wie es war nicht mehr weiterleben wollte. Ich wollte um jeden Preis etwas ändern. Mein Weg begann in einer Selbsthilfegruppe (ich bin zu den Anonymen Alkoholikern gegangen), bei der ich auch heute noch bin. Dort wurde mir gezeigt - ich konnte es mit eigenen Augen sehen - dass es möglich ist, sich von der Sucht zu befreien und dass dann ganz automatisch auch eine Veränderung der Lebensweise nachfolgt. Vielleicht ist es auch manchmal umgekehrt. Man muss seine Lebensweise ändern um sich dann von der Sucht befreien zu können. Ich glaube, das muss jeder für sich alleine herausfinden. Es ist eine Arbeit - aber auch ein Geschenk, dieser Weg.

Ich hoffe, dass du weitere aufschlussreiche und für dich hilfreiche Rückmeldungen hier im Forum bekommst.

Sei erst einmal willkommen geheissen "im Boot"!


Alles Liebe!!


Gitarrist Offline



Beiträge: 28

18.12.2002 11:22
#4 RE: So langsam gehts bergab antworten

Liebe Mietzekatz,

http://www.nexusboard.de/images/happy.gif

oweia, ob das jetzt funktioniert ... das mit dem git meinte ich ...

na ja, vielen Dank für den Willkommensgruss ... ich glaube, ich habe schon zehnmal nachgeguckt, ob sich schon jemand gemeldet hat ... freu.

mit der Idee von dir, dich hier aktiv im Forum zu beteiligen, könnte es auch heissen " so langsam gehts bergauf".... wenn du nicht nur diesen ersten Schritt machst, sondern weitergehst.

Vielleicht ist der erste Schritt der wichtigste ... obwohl die anderen sicher nicht leichter werden.

Du hast gemerkt, dass irgendetwas in deinem Leben nicht gut läuft und dass du etwas verändern musst bzw. willst.

Das ist so. Ich habe schon viele von Euren Postings gelesen, und bin dabei oft auf die sinngemässe Aussage gestossen: Wenn man die Sache mit dem Alkohol (oder besser: ohne ihn) geregelt hat, dann läuft auch der Rest ... so nach dem Motto: Ursache-Wirkung ist ziemlich klar ... ich zweifle ein wenig, ob man das verallgemeinern kann... Du hast das in Deiner Nachricht ja auch angedeutet.
Dazu noch als Hintergrund: Meine Frau wirft mir vor, Gründe zum Trinken zu konstruieren ... d.h. ich habe einfach nur Spass oder Geschmack oder Freude daran (aus ihrer Sicht, wohlgemerkt) und schiebe Argumente vor.
Ist es an der Stelle unangemessen oder zuviel verlangt, vom Partner zu erwarten, sich an der Veränderung der Gesamtlebenssituation zu beteiligen? D
azu vielleicht auch zum Thema Co- Alkoholismus, auch wenn das aus meiner Sicht, nämlich der des Betroffenen (oder Schuldigen?) anmassend klingend könnte: Die oft beschriebenen Verhaltensweisen von Angehörigen, nämlich zuviel Rückendeckung, Verheimlichung, Gute Miene zum Bösen Spiel machen ... habe ich so nicht erlebt. Ich stelle vielmehr fest, dass meine Frau dazu neigt, in unserem Famillienkreis die Dinge sehr "offensiv" darzustellen ... das äußert sich dann darin, dass im Prinzip jeder/jede informierte sich Gedanken macht, die einseitig subjektiv eingefärbt sind ... und ich mich dann zusätzlich und unnötig isoliert sehe...

Für mich ein vorläufiges Fazit:

Ich muss die Gesamtbedingungen ändern ... und zwar ziemlich grundsätzlich ... ich habe vor allem jobmässig das Gefühl, trotz hoher Qualifikation (Diplom und Promotion) neben der Spur zu laufen ... und nur funktionieren zu müssen, um, ... ja, um das Geld ranzuschaffen. Wobei die Ansprüche an den Lebensstandard nicht ungesund hoch sind ... z.B. die Sache mit dem Haus und Garten habe ich mir abgeschminkt, Flugreisen mache ich schon wg. Flugangst nicht... Was aber sein muss, ist Geld für Sport und Musik ... Nebenbei beschäftige ich mich ein bischen mit Philosophie und Schreiben ... aber nur um mich selbst kennenzulernen. Ist schon komisch, wenn man das mit fast vierzig noch nicht getan hat ... oder aber auch nicht so selten?

Du merkst vielleicht,

dass es nicht an den (durchaus meist konstruktiven) Gedanken fehlt ... die mache ich mir schon lange. Der Knackpunkt ist für mich die Umsetzung. Und zwar da insbesondere die fehlende Zeit. Ich schaffe es einfach nicht, mich aus den derzeitigen Bedingungen zu lösen, ohne ggf. arbeitslos zu werden.

Ich habe mir als Plan B mal ein kleines Konzept für eine selbstständige Tätigkeit überlegt, die es mir erlauben würde, meine Wünsche und das Geldverdienen zu vereinbaren ... und das mal meiner Frau gezeigt. Nüchtern, denn ständig unter Strom stehe ich (noch?) nicht...

Ich habe erstmal zwei Tage lang noch nicht einmal eine Antwort bekommen... hätte ja auch lauten können: Taugt nicht, ist ganz ok, oder auch: hier und da noch verbesserungsfähig ... nichts. Auch das macht mich fertig. Von ihr kommt dann nur der Vorschlag: Such Dir einen Therapheuten ... na klasse. Wie schonmal geschrieben, war ich wg. Angst schon mal in Therapie ... Resultat: Ging so, zwar einige Erkenntnisse, aber keine konkreten Hinweise zur Umsetzung. Da habe ich dann das Gefühl, das ist doch eher der männliche Weg. Kaputtes Auto: Werkstatt. Kaputter Mensch: Therapie. Ich glaube jedenfalls zur Zeit nicht dran.

Ich glaube, das muss jeder für sich alleine herausfinden.

Ja sicher muss das jeder im Endeffekt tun ... für mich wäre es zusätzlich von Bedeutung, konkrete Hinweise, die im Ideallfall in Aha- Effekten münden, zu bekommen ... oder ähnliche Erfahrungen.
Vielleicht sollte ich mein Anliegen auch nochmal deutlicher formulieren:
Ich fühle mich von vielen Seiten unter Druck gesetzt ...
- ich will es meiner Familie (Eltern) gerne Recht machen
- ich will es meinem Arbeitgeber gerne Recht machen
- ich will es meiner eigenen Familie (Frau und Kind) gerne recht machen ... wobei ich meine Frau in den letzten Jahren als zunehmend fordernd empfinde ... ich will halt nur nicht so ex-und-hopp mässig so etwas beenden.

Der Alkohol hilft mir, den Druck temporär zu lösen ... das das nicht der richtige Weg ist, denke ich mir,
aber: an welcher Schraube soll ich denn zuerst drehen ... und wie?

Das ist jetzt keine Kritik an Deiner lieben mail, liebe Mietzekatze, im Gegenteil danke ich Dir nochmal für Deine Antwort.

Gruss an Dich und alle anderen

Gitarrist


Waset9 ( gelöscht )
Beiträge:

18.12.2002 12:07
#5 RE: So langsam gehts bergab antworten

hallo Gitarrist

mein Name ist Monika. Ich hab erst vor kurzer Zeit dieses Forum gefunden. Ich bin schon einige Zeit trocken und Eure Posts haben mich sehr berührt. Weil sie mich an den "Anfang der Trockenheit" erinnerten.

Oh je, Gitarrist, ich glaube, Du möchtest alles auf einmal. Es wäre besser, Du würdest einen Schritt nach dem anderen gehen. Erst einmal lebe ohne Alkohol. Du wirst vieles lernen müssen und viele Situationen sehen dann ganz anders aus. Und dann sortiere Stück für Stück Dein Leben.

Du möchtest es allen Recht machen, aber das kannst Du nicht. Es sind Menschen, die ihr Leben leben und Du hast Deines ja noch gar nicht gefunden. Schau doch erst einmal, was Du möchtest. Ich finde es immer wieder bedauerlich, daß Männer (entschuldige die Verallgemeinerung) sich über ihren Beruf und ihre Familie definieren. Schütt den Alkohol in den Ausguß (das meine ich nur sinngemäß) und schau doch dann erst einmal "Wer bin ich" und dann "Höre auf zu grübeln, tue etwas". Aber das geht nur wenn Du trocken bist.
Ich könnte noch eine Menge schreiben, aber das würde verwirren.

Was hast Du eigentlich gedacht und gefühlt, als Du mit der Lähmung im KHS warst?

Rückblickend möchte ich sagen, der Entzug und das Aufbauen eines neuen Lebens, sowie ohne Alkohol auszukommen, ist nicht so schwierig wie die Sucht, das morgendliche Zittern, das hmmmm.... Trockenk...und die Ängste und die Scham, die sich im Lauf der Zeit entwickelt haben.
Habt also keine Angst davor.
Ich habe plötzlich soviel Dinge gesehn, die ich übersehen hab, hab soviel erlebt und auch gelernt. Ich achte zwar ernährungsmäßig darauf, aber ansonsten hab ich Alkohol aus meinem Leben gestrichen. Er paßt nicht zu mir :-). Ich habe meine "Saufzeit" nicht verdrängt und verheimliche sie auch nicht, aber ich habe einen dicken Strich unter sie gemacht.

Versuch es doch mal, Schritt für Schritt Deine Probs zu lösen, Gitarrist. Kein Mensch kann rennen, bevor er laufen kann.

Ich drück Dir ganz fest beide Daumen
Lieben Gruß
Monika


Waset9 ( gelöscht )
Beiträge:

18.12.2002 12:11
#6 RE: So langsam gehts bergab antworten

ups ich kann nicht editieren, weil ich nur Gast bin.

Mit dem "nicht schwierig sein" meine ich mich natürlich. Ich habe die Tage auch bis zum 297.gezählt und habe mir immer gesagt: Für 24 Stunden kannst Du trockenbleiben.
Daraus sind 26 Jahre geworden.

Lieben Gruß
Monika


Gitarrist Offline



Beiträge: 28

18.12.2002 13:17
#7 RE: So langsam gehts bergab antworten

Hallo Monika,

auch Dir vielen Dank erst einmal für Deine einfühlsame post.

Zu meinem Schreibstil:

Ich antworte meistens auf bestimmte Sätze, wenn ich den Rest dann lösche, heisst das nicht, das ich das ignoriere ;-)) (Wie bekommt man eigenlich die netten gifs in das Post?).


Oh je, Gitarrist, ich glaube, Du möchtest alles auf einmal.

Ich glaube, da fühle ich mich etwas erkannt ... Geduld war noch nie meine Stärke. Ich neige auch dazu, extrem zu sein ... bei ziemlich allem, was ich mache. Natürlich auch beim Alkohol, aber auch z.B. beim Sport ... oder eben im Beruf. Da fällt es mir schwer, mir nicht zuviel aufzuladen... und das dann in der Summe nicht machen zu können.

Es wäre besser, Du würdest einen Schritt nach dem anderen gehen. Erst einmal lebe ohne Alkohol. Du wirst vieles lernen müssen und viele Situationen sehen dann ganz anders aus.

Was waren für Dich besonders wertvolle Lernerfahrungen (ob gut oder schlecht, sei mal dahingestellt) ... prinzipiell halte ich mich schon für lern- und abstraktionsfähig. bin neugierig.

Und dann sortiere Stück für Stück Dein Leben.

Du möchtest es allen Recht machen, aber das kannst Du nicht.

So weit, so wahr.

Es sind Menschen, die ihr Leben leben
Na ja, das Leben der anderen greift ja doch ein Stück weit in das eigene ein ... insbesondere wenn man bei schweren Krankheiten von engen Familienangehörigen sich ziemlich in der Pflicht fühlt, da zu sein und helfen...
... na ja, ... dazu später bei Interesse vielleicht mehr.

und Du hast Deines ja noch gar nicht gefunden. Schau doch erst einmal, was Du möchtest.

Gut, ich habe da schon Ideen ... aber es ist immer einfacher, das zu sehen, was man nicht möchte, als das, was man wirklich will ... Zudem werden die Weichen ja oft schon in der Kindheit/Jugend gestellt. Ideen ist eigentlich auch falsch formuliert: Für mich ist das mehr ein Prozess der Selbsterkenntnis, der bei einigen früher und bei anderen (z.B. mir) leider sehr spät einsetzt und möglicherweise nie so ganz vorbei ist (ich habe mal den interessanten Spruch "man ist sein ganzes Leben lang auf der Reise zu sich selbst" gehört).
Da sehe ich aber ein gewisses Spannungsfeld zu meiner nun mal vorhandenen Ungeduld...

Ich finde es immer wieder bedauerlich, daß Männer (entschuldige die Verallgemeinerung) sich über ihren Beruf und ihre Familie definieren.

Manch allgemeinen Aussagen muss es einfach geben, das ist wohl nur menschlich, obwohl der einzelne sich dann wieder differenziert sieht ... schwall ... na ja, dazu meine ich:
Man definiert sich nicht nur selbst, sondern wird auch durch "die Umwelt" definiert. Es ist mehr als schwierig, sich dem zu entziehen. Und leider ist es auch so (auch von mir jetzt ziemlich allgemein gehalten), dass auch viele Männer meiner Meinung nach nicht immer glücklich sind damit. Aber, ich will hier keine Geschlechterdebatte vom Zaun brechen ... dafür gibts glaub ich andere Foren.


Ich könnte noch eine Menge schreiben, aber das würde verwirren.

Ich glaube, so schnell lasse ich mich nicht verwirren ... aber trotzdem vielen Dank für die Rücksichtnahme ... ganz ohne Ironie.

Was hast Du eigentlich gedacht und gefühlt, als Du mit der Lähmung im KHS warst?

Die ersten 2-3 Wochen gingen ziemlich schnell vorüber .. und ich konnte mir über den Ernst der Lage gar keine richtigen Gedanken machen ... die meisten bleiben halt doch dauerhaft geschädigt, und viele ersticken auch.
Ich hatte jedenfalls noch Glück, und bis zum Abklingen der letzten Symptome (meine Frau sagt allerdings, ein Augenlid hängt noch) waren es ca. 4 Monate... in den letzten 8 Wochen ging es mir dann wieder so gut, dass ich mit Sporttherapie loslegen konnte ... und wollte (wie gesagt, die Ungeduld ... wurde mir einigemale vorgehalten). Hab dann aber selbst gemerkt, dass es ok war.
Hätt ich fast vergessen, ich habe während der Zeit nicht getrunken und hatte auch kein Bedürfnis und natürlich keine Versuchung (fast hätte ich Gelegenheit geschrieben). Ich fühlte so etwas wie eine tiefe Entspannung, der Druck war einfach weg. Klingt vielleicht bizzar, war aber so.

Was ich nicht geschafft habe, ist die zeitliche und mentale Belastung im Job herunterzufahren ... Versteh mich nicht falsch, das mache ich nicht zur Profilierung ... das ist für mich mehr ein äusserer Zwang. Ich habe das Gefühl, wenn ich nicht 120 Prozent abliefere, stehe ich auf der Abschussliste.

Rückblickend möchte ich sagen, der Entzug und das Aufbauen eines neuen Lebens, sowie ohne Alkohol auszukommen, ist nicht so schwierig wie die Sucht, das morgendliche Zittern, das hmmmm.... Trockenk...und die Ängste und die Scham, die sich im Lauf der Zeit entwickelt haben.

Das mit der Scham und der Angst kann ich *gut* nachvollziehen...

Habt also keine Angst davor.

Ich hab eigentlich keine Angst vor dem Leben ohne Alk ... freue mich sogar darauf.


Versuch es doch mal, Schritt für Schritt Deine Probs zu lösen, Gitarrist. Kein Mensch kann rennen, bevor er laufen kann.

Das hat wohl etwas mit Kontinuität zu tun ... oder auch mehr Geduld

Ich drück Dir ganz fest beide Daumen

Vielen Dank

Gitarrist


Beachen Offline




Beiträge: 3.654

18.12.2002 13:46
#8 RE: So langsam gehts bergab antworten

Hallo Gitarrist !

Auch von mir erst einmal ein "Willkommen" hier.
Ich habe nur noch nicht geantwortet, weil ich aus deinen posts eigendlich nicht wirklich herauslesen konnte warum du hier bist.
Du schreibst viel über einen Druck dem du dich ausgesetzt fühlst, sei es beruflich oder privat dem du versuchst temporär mit Alkohol zu entkommen. So weit so gut, es ist ein Benutzen des Stoffes, wie es viele Menschen tun/taten (auch ich, obwohl mein Druck immer mehr seelischer Natur war, nur kann ich nicht mit Alkohol umgehen)
Wo liegt nun also dein Problem ? Du schreibst nicht das du nicht mehr kannst (Trinken).... das du mit dem Alkohol ein Problem hast.
Ist es eher mehr das Gefühl all dem nicht mehr gewachsen zu sein, und du wünscht eine generelle Änderung deiner jetzigen Situation ?
Eher so eine Art Inventur deines Lebens ?

Grüßle
Bea


Gitarrist Offline



Beiträge: 28

18.12.2002 15:36
#9 RE: So langsam gehts bergab antworten

Hallo Bea


Auch von mir erst einmal ein "Willkommen" hier.

Vielen Dank
Ich habe nur noch nicht geantwortet, weil ich aus deinen posts eigendlich nicht wirklich herauslesen
konnte warum du hier bist.

ok, vermutlich sollte ich zukünftig weniger schreiben und dafür mehr auf den Punkt kommen. War vielleicht ein wenig viel auf einmal, und da habe ich versucht, auf alles mögliche einzugehen ... und mich ein wenig verzettelt ... liegt wohl auch ein meiner Verfassung, ungefähr so vielleicht klappt das ja diesmal mit dem tag.

Der konkrete Anlass war, dass ich von letztem Freitag bis Montag durchgängig getrunken habe, d.h. pro Tag so ca. 2l Wein und 3-5 l Bier. Und danach oder vielmehr dabei auch noch einige Telefonate "geführt" habe ... was nicht jeder/jede so toll fand. Damit (und nicht nur damit) denke ich, dass ich hier nicht so falsch bin ... habe das Forum schon vorher längere Zeit gelesen. Allein, dass ich schon so viele Antworten bekommen habe, stimmt mich positiv.

Ist es eher mehr das Gefühl all dem nicht mehr gewachsen zu sein, und du wünscht eine generelle
Änderung deiner jetzigen Situation ?

Das trifft es eigentlich ziemlich genau. Möglicherweise fällt es mir auch schwer, zwischen realem und eingebildetem Druck zu unterscheiden. Der Effekt ist erst einmal derselbe. Ich habe das Gefühl, das jedes Jahr einfach so vorrüberrauscht ... unbemerkt und ungenutzt ... und immer schneller.

Eher so eine Art Inventur deines Lebens ?

Inventur ... ja, im Sinne von neubewerten und Konsequenzen ziehen. Nur wie Monika schon geschrieben hat, fällt mir das step by step eben schwer. Und es sind eben auch so viele Dinge.

Grüßle
Bea

Viele Grüße

Gitarrist


Reiner Offline




Beiträge: 1.036

18.12.2002 16:23
#10 RE: So langsam gehts bergab antworten

@Gitarrist

Auch mir gehts wie Bea.

Auch ich verfolge mit großem Interesse Deine Beiträge.

Zitat
Der konkrete Anlass war, dass ich von letztem Freitag bis Montag durchgängig getrunken habe



Warum stand diese Aussage nicht am Anfang Deiner Postings?

Ich werde Dir später meine Meinung zu DEINEM Problem schreiben, da ich jetzt erst mal mit meiner Frau den Weinachtsmarkt besuchen möchte/muss/will.

Ciao bis später Reiner


Gitarrist Offline



Beiträge: 28

18.12.2002 16:53
#11 RE: So langsam gehts bergab antworten

Hallo Reiner,

die Aussage hätte ich natürlich auch voranstellen können ... wie gesagt, ist noch nicht so lange her mit dem Gelage, und da fällt das sortieren nicht immer so leicht ... hab ja immerhin draufhingewiesen.
Und hinter den Berg halten wollte ich sicher nicht damit.

Bis später und Gruss an alle,

und Dir viel Spass auf dem Weihnachstmarkt.

Gitarrist

PS: bin gespannt auf Dein Reply


felidaela Offline




Beiträge: 796

18.12.2002 18:34
#12 RE: So langsam gehts bergab antworten

Wow,

jetzt wird mir gerade bewusst, was Reiner mir immer versucht hat zu sagen.

Danke, Gitarrist, hast mir echt geholfen. Mein' ich echt!

Diese Power kenne ich, diese Ungeduld: Alles her und das SOFORT!!! So ein riesen Durcheinander, so viel Action, nur um sich selbst nicht spüren zu müssen.

Genau so war's bei mir: Dreischichtdienst, Vollzeitjob, alleinerziehend, ständige Umzüge, Fallschirmspringen (extrem - logisch!), Party, Männer, Alk..... mein Leben! Und dazu die Meinung: Das Licht am Ende des Tunnels ist ega ein Bus!

Und nun? Ruhe, Schmerz, Tränen und ein kleines Flämmchen Liebe.

Lieber Gitarrist, tu' und lass' genau das, was Du für richtig hälts, egal in welcher Reihenfolge und erzähl uns davon Versuche vielleicht ein bissel den Kopf auszuschalten, lass Dich vom Gefühl treiben, was spürst Du?

Ich wünsche Dir eine schöne und erfolgreiche "Reise" zu Dir selbst, denn Du hast sie bereits angetreten. Und da Du Fliegen nicht magst, wird diese "Tour" langsam und beschaulich werden. Erlebe jeden einzelnen Tag davon bewusst.

Alles Gute von


tommie Offline




Beiträge: 10.571

18.12.2002 19:12
#13 RE: So langsam gehts bergab antworten

Zitat
Gepostet von Reiner
Ich werde Dir später meine Meinung zu DEINEM Problem schreiben, da ich jetzt erst mal mit meiner Frau den Weinachtsmarkt besuchen möchte/muss/will.



Aaaaaaaach jaaaaaaaaaa ... ... Reiner ... nach dem "DEINEM" müsste ein "MEINEM" kommen ... oder ..? ... soll heißen: ist der Weihnachtsmarktsbesuch z. Zt. dein Problem ?

tommie - etwas scherzhaft unterwegs


Softeis Offline




Beiträge: 624

18.12.2002 19:43
#14 RE: So langsam gehts bergab antworten

Hiho Gitarrist,

auch von mir Willkommen im Forum hier.
Auch ich les das alles mit interresse, kann aber nix genaues tippen, denn Du willst soviel... *blickdaneddurch*


Was anderes vielleicht: Was machst Du für Musik? Gitarre?
Ich hab früher Klavier und Schlagzeug gespielt, jetzt leider nur noch "virtuell" mit dem PC. (Über midi).
In der Rubrik "kuddelmuddel" sind n paar Lieder von mir.

cu


Girarrist ( gelöscht )
Beiträge:

18.12.2002 21:00
#15 RE: So langsam gehts bergab antworten

Hi felidaela und die, die es interessiert

hatte Dir eben ein etwas längeres reply geschrieben ... dann hat sich leider mein netscape incl. nachricht ins nirwana verabschiedet ... na ja.

Ich bleibe auf jeden Fall dran,

Gitarrist

PS: Und ich wünsch Dir alles gute ... diesmal ohne tags ... die sind zwar schön, aber haben eben meine alte Mühle gekillt ...
PPS: Ich fand das sehr nett, was Du geschrieben hast.

Wow,

jetzt wird mir gerade bewusst, was Reiner mir immer versucht hat zu sagen.

Danke, Gitarrist, hast mir echt geholfen. Mein' ich echt!

Diese Power kenne ich, diese Ungeduld: Alles her und das SOFORT!!! So ein riesen Durcheinander, so viel Action, nur um sich selbst nicht spüren zu müssen.

Genau so war's bei mir: Dreischichtdienst, Vollzeitjob, alleinerziehend, ständige Umzüge, Fallschirmspringen (extrem - logisch!), Party, Männer, Alk..... mein Leben! Und dazu die Meinung: Das Licht am Ende des Tunnels ist ega ein Bus!

Und nun? Ruhe, Schmerz, Tränen und ein kleines Flämmchen Liebe.

Lieber Gitarrist, tu' und lass' genau das, was Du für richtig hälts, egal in welcher Reihenfolge und erzähl uns davon Versuche vielleicht ein bissel den Kopf auszuschalten, lass Dich vom Gefühl treiben, was spürst Du?

Ich wünsche Dir eine schöne und erfolgreiche "Reise" zu Dir selbst, denn Du hast sie bereits angetreten. Und da Du Fliegen nicht magst, wird diese "Tour" langsam und beschaulich werden. Erlebe jeden einzelnen Tag davon bewusst.

Alles Gute von


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