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Saufnix
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Dieses Thema hat 107 Antworten
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 Akute Hilfe
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kapoen Offline



Beiträge: 281

12.01.2018 18:42
#61 RE: Abstinent leben antworten

Hy Julia,

bist du noch da oder hats Dir gleich ganz aus den Socken gehoben? Der Ton kann zuweilen manchmal auch ein bißchen rauh sein hier, aber in Grunde genommen meint es keiner Böse mit Dir! Für jemand der sozusagen noch in den Windeln macht klingt es dann halt doch etwas sehr abgeklärt und in gewisserweise phatetisch. Ich erzähl Dir mal auszugsweise, wie bei mir die ersten Anfangsjahren verlaufen sind. Also die ersten 10 jahre waren ein ständiges Auf und Ab, meine Gefühle sind ständig Achterbahn gefahren, allerdings gefühlt bei weitem mehr ab als auf. Ich habe in dieser Zeit zwar das Abitur nachgeholt und ein Studium absolviert aber emotional-menschlich war ich absolut ein Getriebener! Einen einsamen Wolf gleich, unfähig menschliche Gesellschaft länger aushalten zu können. Teilweise am Rande einer Psychiose habe ich mich da mehr oder weniger irgendwie durchgeschlängelt durch diese Zeit. In zweite Phase so zwischen Jahr 11 und 20 ist es dann langsam auch emotional-sozial aufwärts gegangen. Habs tatsächlich geschafft meine Seel, mein Innersten wieder etwas zu Vergesellschaften, Erfahrungen wie mal nen geselligen Abend erleben sind wieder in meinem Leben vorgekommen. Die dritte Phase dann so zwischen Jahr 21 und 30 war ich zwar nicht richtig glücklich, berufsmäßig habe ich eher holprig dann aber langsam fuß gefasst, allerdings zwischenmenschlich war ich immer noch ein "Blade-Runner" auf der Jacht nach den Replikanten. Das Gefühl endlich angekommen zu sein im "richtigen Leben" habe ich erst seit vielleicht 5 - 6 Jahre, so richtig erst seit mein Frau bei mir ist.

Das einzige, was mir eigentlich nie drangsaliert hat, war die Gefahr einen Rückfall zu erleiden. Ich weiß es hört sich komische an, aber in den insgesamt 37 Jahre bis jetz war nicht eine Sekunde dabei, wo ich ernsthaft überlegt habe wieder zu konsumieren, warum ? keine Ahnung, denn ich habe ja auch viele wirklich grottenverkehrt gemacht!


Jedenfalls das "Projeckt Trokenwerden" dauert wirklich etwas länger, und so manche Problematik scheint lange aus der Welt zu sein, bis irgendwann selbst nach Jahrzehnten peng uralte "Bekannte" aus der Seelenwelt plötzlich wieder vorstellig werden.
Mein Leben wüürde ich trozdem als telweise spannend und interessant beschreiben, wenigstens wars kein Null-Acht-Fühnzehn leben, vieles von dem was ich erlebt können sich die normalos überhaupt nicht vorstellen. So gesehen auch nicht schlecht!

Schönen Abend wünsch ich Dir!

Kapoen


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newlife Offline




Beiträge: 3.665

12.01.2018 18:43
#62 RE: Abstinent leben antworten

Das braucht alles Zeit, das ist es ja so in etwa, was ich mit veränderten Sichtweisen und Betrachtungen meine. Das geht nicht von heute auf morgen. Ich hab mich zu Beginn auch oft abgelenkt vom Suchtdruck. Ich war immer draußen unterwegs und brauchte Menschen um mich rum. Ich dachte immer, ich geh kaputt in der Bude. Das sehen jetzt andere hier aber anders, ich will aufpassen, dass ich das nicht verallgemeinere. Du musst dir aber was suchen für die erste Zeit, was dich einfach auf andere Gedanken bringt.

Aber mal was anderes. Ich stehe selbstverständlich auch auf Pulsierendes.

http://www.siampark.net/index.php/de/

Ekstase pur. Einfach nur crazy. SIAM-Park auf Teneriffa.

xfce.org - Für ein Leben ohne Abhängigkeiten


Illusion Offline



Beiträge: 87

12.01.2018 18:53
#63 RE: Abstinent leben antworten

Zitat
Du musst dir aber was suchen für die erste Zeit, was dich einfach auf andere Gedanken bringt.



*zustimmt*
ist wohl zu Beginn das Wichtigste

und die Klarheit
nicht OB ich wieder anfange
sondern
dass NICHT und WIE ich mit allen Zuständen umgehe

************************************************
"wer noch atmet, ist mehr gesund als krank" (Hirschhausen)


Vianne Offline



Beiträge: 143

12.01.2018 20:20
#64 RE: Abstinent leben antworten

@Julia

Ich hab das vorhin übrigens auch nicht böse gemeint. Vielleicht ist es ja, so wie ich vermute, dass du hier (unbewusst) immer noch Leistung bringen musst? Ich bin Lehrerin, vorzeitig pensioniert, ich hab diese berufsbedingte Macke, Texte sehr interpretativ wahrzunehmen.

Lehrer irren sich ohnehin ständig (da kann jetzt jeder mitreden, gell? :-): Kann es sein, dass du jemand bist, der sich nüchtern gut ablenken, aber schwer wirklich entspannen kann?

Ich hab beim Lesen deiner Texte das Gefühl, du bist nach außen verbindlich und zuvorkommend ---- hingegen innerlich zu dir selbst fast übermenschlich streng. Liege ich da falsch?

Fragt sich,
Vianne


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kapoen Offline



Beiträge: 281

13.01.2018 07:01
#65 RE: Abstinent leben antworten

Zitat von newlife im Beitrag #62
Das braucht alles Zeit, das ist es ja so in etwa, was ich mit veränderten Sichtweisen und Betrachtungen meine. Das geht nicht von heute auf morgen. Ich hab mich zu Beginn auch oft abgelenkt vom Suchtdruck. Ich war immer draußen unterwegs und brauchte Menschen um mich rum. Ich dachte immer, ich geh kaputt in der Bude. Das sehen jetzt andere hier aber anders, ich will aufpassen, dass ich das nicht verallgemeinere. Du musst dir aber was suchen für die erste Zeit, was dich einfach auf andere Gedanken bringt.




Guten Morgen Dirk,

du mußt Dich ja nicht gleich wieder zum Eremiten entwickeln. Mal rausgehen, sich ablenken tut ja auch gut und ja klar, Du brauchst auch mal Ferien vom der anstrengenden Selbstfindung. Du mußt Dir halt nur bewußt sein, daß nicht die Quantität, sondern die Qualität unserer Beziehungen der Schlüssel zur emotionale Reifung sind. Es nutzen alle psychologischen Analysen, alle Gruppentherapien, alle Psychotechniken gar nichts, wenn wir es auch nicht irgendwo in der Praxis versuchen umzusetzen. Die Persönlichkeitsanalyse ist das wo die Selbsterkenntnis bzw. eine Handlungsanleitung, eine Roadmap erstellt wird, die eigentlich Aufarbeitung seiner persönlich emotional-sozialen Defizite kann hauptsächlich in seinen zwischenmenschlichen Beziehungen erfolgen. In der Auseinandersetzung, im Geben und Forderen, in der Konfliktbewältigung, überall das sind Felder, wo die persönlichen Schwierigkeiten mehr oder wenger deutlich zu Tage treten. Und genau solchen Situationen und Momenten zu erkennen (mit hilfe der Gruppengesprächen zum Beispiel) bieten die Chance neues ausprobieren, alte Pfade verlassen und sich neue Verhaltensmuster aneignen, die uns dann möglicherweise besser klar kommen lassen im sozialen Kontext in der Beziehung zwischen mich und meiner Umwelt. Man könnte auch sagen, das ist langfristig der Weg in ein zufriedenes, sozial integriertes und erfülltes Leben.

Das A und O sind unsere zwischenmenschliche Beziehungen, nicht so sehr das wir 1000 Leute kennen(wer 1000 Freunden hat, hat keine Freunde!) sondern, daß die handvoll Freunden, die da sind raum für Auseinandersetzung ermöglichen, ohne sich gleich davon zu schleichen. Nichts anders geschiet überigen (wenigsten sollte es so sein!) inder Erziehungsleistung von Eltern zu ihren Kinder. Kindern brauch Zuwendung, Zeit und Mühe, sollen sich ausprobieren und Grenzen testen können. So was ähnliches brauchen wir auch, einen sozialen rahmen, neues zu erlernen und umzusetzen. Das kann aber nur gelingen, wo wir verlässliche und verbindlichen Beziehungen um uns herum haben.

Grüße

Kapoen


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Ralfi Offline



Beiträge: 3.526

13.01.2018 10:02
#66 RE: Abstinent leben antworten

Hallo Uwe,

bei dir hört sich zufriedene Abstinenz immer so negativ an.

Zufriedene Abstinenz heisst aber nicht mit der Abstinenz zufrieden zu sein sondern bedeutet für mich sich zu mögen. Das ist für mich eine lebenslange Aufgabe.

Für mich als ADHSler ist das viel schwieriger als irgendwelchen Highlights hinterherzuhecheln. Alle Extreme empfinde ich als ungesund.

PS: Natürlich gehören auch Veränderungen und Highlights zu einer zufriedenen Abstinenz. Ich wüsste aber nicht warum ein schöner Abend mit Freunden bei einer ABBA- CoverBand kein Highlight sein sollte.


Gruß Ralf

Zufriedenheit hängt nicht davon ab, wer du bist oder was du hast;
es hängt nur davon ab, was du denkst.


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newlife Offline




Beiträge: 3.665

13.01.2018 11:00
#67 RE: Abstinent leben antworten

Hi kapoen,

wieder mal vielen Dank für deine Stellungnahme.

Ich sage nicht, dass ich das alles nicht brauche. Ich sage eher, dass ich da nicht so recht weiß, wie ich das jetzt so anpacken soll. Ich bin aber schon der Meinung, dass es fehlt und es ist auch spürbar. Mal mehr, mal weniger. Oft ist es so, dass meine Tagesstruktur zumindest an den Wochentagen sehr ausgefüllt ist und ich meine Defizite einfach nicht so recht wahrnehme und deshalb fallen sie dann untern Tisch. Ganz einfach weil ich müde bin und schlafen will.

Meine Gedanken beschäftigen sich aber sehr intensiv mit dem, was du schreibst. Ich habe bei uns eine SHG entdeckt, die auch therapeutisch begleitet wird und sich nur mit dem Thema soziale Isolation und damit zusammenhängenden Depressionsformen beschäftigt. Das ist nicht oft, die treffen sich einmal im Monat. Ich könnte mir vorstellen, dass ich da noch mehr über mich herausfinde im Hinblick auf meine persönliche Problematik.

xfce.org - Für ein Leben ohne Abhängigkeiten


kapoen Offline



Beiträge: 281

13.01.2018 11:56
#68 RE: Abstinent leben antworten

Hy Dirk,

das Wichtigste hast du ja bereits geleistet, nämlich die Erkenntnis das zuviel an Aktionismus durchwegs kontraproduktiv sein kann. Ich denke laß es einfach mal auf Dich wirken, schau genau hin wann und bei welcher Gelegenheit/Lebenssituation Du hier bloße Ablenkungsmanöver initierts,die Dich vom der eigentlichen Auseinandersetzung anstehender Problemen abhalten, statt zuzulassen.

Meine Erfahrung ist, daß vieles seine Zeit braucht, vieles ist ja erstmal verschüttet und verdrängt, wann das wieder ins Bewußtsein gelangt und dami überhaupt erst verarbeitbar klnnen wir nicht so steuern, das wir dann so ne Art Masterplan abarbeiten können.

Aber wenn Du wirklich bereit bist Dich den Dingen zu stellen, dann dauert es auch nicht mehr lange bis die verschütteten Anteil wieder ind Bewuütsein gelangen. Du brauchst das auch nicht zu forcieren, das jommt zu seiner Zeit schon von ganz alleine zurück.

Das ist ja der eigentlicher Prozeß des Trockenwerdens. Sich endlich den Problemen und inneren Schwierigkeiten zu stellen, vor denen man schon sein ganzes Leben davon gelaufen ist indem man sich zum beispiel mik Alk zugeschüttet hat. Das ist kein einfacher Weg, es hatte schließlich seine Gründe, warum man das einst ausblenden mußtest. Es jetzt zu zulassen auch mit dem erneuten Risiko eventuell wiederzu scheitern, weil man zum Beispiel mal wieder seinen Ärger runtergeschluckt hat, statt mal auf den Tisch zu hauen, solche auch schmerzhafte Erfahrungen begleiten uns aufm Weg zu uns selbst! Das ist die Kunst, immer wieder mal hinzufallen, trotzdem immer wieder auch aufzustehen und weiter voranzuschreiten in seiner Entwicklung!

Ciao

Kapoen


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Illusion Offline



Beiträge: 87

13.01.2018 12:06
#69 RE: Abstinent leben antworten

Zitat
Das ist ja der eigentlicher Prozeß des Trockenwerdens. Sich endlich den Problemen und inneren Schwierigkeiten zu stellen, vor denen man schon sein ganzes Leben davon gelaufen ist indem man sich zum beispiel mik Alk zugeschüttet hat. Das ist kein einfacher Weg, es hatte schließlich seine Gründe, warum man das einst ausblenden mußtest. Es jetzt zu zulassen auch mit dem erneuten Risiko eventuell wiederzu scheitern, weil man zum Beispiel mal wieder seinen Ärger runtergeschluckt hat, statt mal auf den Tisch zu hauen, solche auch schmerzhafte Erfahrungen begleiten uns aufm Weg zu uns selbst! Das ist die Kunst, immer wieder mal hinzufallen, trotzdem immer wieder auch aufzustehen und weiter voranzuschreiten in seiner Entwicklung!



wunderbar auf den Punkt gebracht
die Spitze des Eisbergs (Suchtmittel) weglassen ohne das darunter zu sehen und bearbeiten
kann nur scheitern

************************************************
"wer noch atmet, ist mehr gesund als krank" (Hirschhausen)


newlife Offline




Beiträge: 3.665

13.01.2018 12:35
#70 RE: Abstinent leben antworten

es gibt so Sachen, die sind schwieriger wie andere. Damit meine ich die, vor denen ich nicht weglaufen kann. Alles, was von seiner Natur her oberflächlicher ist, ist leichter zu händeln. Vor denen kann ich nämlich jederzeit weglaufen, wenn sie mir nicht passen und niemanden störts.

Eine Beziehung hingegen fordert mich. Das bedeutet auch Verantwortung, Rücksichtnahme, Kompromissbereitschaft und noch einiges mehr. Also eine enorme Vielfalt sozialer Kompetenz und vergangene Erlebnisse im Elternhaus haben dort nix verloren. Die Schwierigkeit besteht demzufolge darin, sich frei machen zu können und unvoreingenommen zu sein. Es eben einfach passieren zu lassen.

Ich brauche sozusagen die Bereitschaft. Wenn das soweit ist, wird das funktionieren. Du guckst dann von alleine anders in die Welt, die Ausstrahlung wird sich verändern und andere Menschen spüren die ausgesendeten Signale.

Im Grunde genommen habe ich das schon erlebt. Ich bin zumeist recht gut gelaunt, strahle Freundlichkeit aus und zeige mich recht agil. Die meisten Menschen treffen sich gerne mit mir, weil ich als ganz angenehme Erscheinung wahrgenommen werde. Sie merken vielleicht aber auch, dass ich nicht mehr zulasse. Ist für viele auch absolut in Ordnung, viele sind ja in einer Beziehung.

Ab und zu erzählen manche von einer wirklich herzlichen und schönen Beziehung und ja, das kann schon wehtun. Da werde ich genau dahingestupst, wo es habert. Wiederum andere erzählen von ihren Kackbeziehungen und ihrer Scheidung und ich fühle das Gegenteil.

Ist alles nicht einfach, aber ich habe Lust mich mit der Thematik auseinanderzusetzen, glaube aber auch Unterstützung zu brauchen. Muss mich immer ein Stück weiter da reinfühlen.

xfce.org - Für ein Leben ohne Abhängigkeiten


Biene Offline




Beiträge: 358

13.01.2018 12:57
#71 RE: Abstinent leben antworten

Hallo allerseits,



Zitat
Euphorie, Ekstase, Grenzen überschreiten und austesten, Abenteuer und Neugierde, Mut und (kalkuliertes ) Risiko, SelbstbewusstSEIN und Resilienz,Großen Veränderungen und kleinen Nivellierungen, Unabhängigkeit von Meinungen anderer und Konventionen, gedanklichen Hindernissen und KEIN zauderndes NICHT-Tun



das alles oben geschriebene hatte ich eher zu Saufzeiten und bin froh jetzt leisere Töne zu mögen.

Hab jahrelang auf der Überholspur gelebt und war immer auf der Suche nach mehr und höher und schneller und besser.

Das ist vorbei, da bin ich ganz froh drüber.

Bei Uwe hört sich das so an, das alle die nicht das obere praktierzieren vollkommen langweilig sind.

So wie Ralf schreibt ist ein schönes Konzert mit Freunden bei einer ABBA Cover Band auch ein Highlight .

Liebe Grüße

Biene


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Julia Offline



Beiträge: 83

13.01.2018 13:47
#72 RE: Abstinent leben antworten

Zitat von Biene im Beitrag #71

das alles oben geschriebene hatte ich eher zu Saufzeiten und bin froh jetzt leisere Töne zu mögen.

Hab jahrelang auf der Überholspur gelebt und war immer auf der Suche nach mehr und höher und schneller und besser.

Das ist vorbei, da bin ich ganz froh drüber.


Mir gehts auch so wie Biene.

Mag das Leise nun sehr. Bin viel ruhiger geworden. Fühle mich mehr wie ein Baum, fest in der Erde verwurzelt, die Äste und Blätter dürfen im Wind schaukeln, tanzen, wehen. Als ich getrunken habe, hatte ich teilweise die Aufmerksamkeitsspanne von einem Eichhörnchen. Von allem total schnell gelangweilt. Ständig an Grenzen. Ein Reiz nach dem anderen - Überholspur. Das war total erschöpfend.


Ich kann mich so gut an das erste "Lächeln" erinnern, das ich auf den Lippen hatte. So wie Illusion das beschrieben hat. Dieses Lächeln war ein wunderbarer, ruhiger, weicher und schöner Moment. Ich habe versucht, ihn zu Visualisieren und zu Verinnerlichen, dass ich ihn wieder abrufen kann.

Ruhige und schöne Gepräche geniesse ich heute unglaublich. Enstpannt Musik hören, einfach für mich. Ganz schön. Zeichnen erfüllt mich nun mit Freude. Ich dachte immer, dass ich das gar nicht kann. Leere Blätter haben mir Angst gemacht. Nun sitze ich oft zwei drei Stunden einfach da und zeichne. Das ist sehr wohlig.

Grenzen überschreiten und austesten, das habe ich in meiner nassen Zeit andauernd gemacht. Nun mache ich lieber, was meine Seele streichelt. Das tut gut. Meine Neugierde kann ich heute viel besser anklingen lassen, in dem ich mich mit den Dingen, die mich neugierig machen, vertieft beschäftige. Das gibt mir sehr viel Befriedigung.

Ein schönes Abba-Cover-Band-Konzert mit Freunden kann etwas ganz Wunderbares sein, da muss ich nicht zu den Red Hot Chilli Peppers, dass es knallt, auch wenn ich die liebe und bei Californiacation meine Haus am schnellsten geputz habe :-)

_______________________________________________
Am Ende wird alles gut. Wenn es nicht gut wird,
ist es noch nicht das Ende. (Oscar Wilde)


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kapoen Offline



Beiträge: 281

13.01.2018 14:03
#73 RE: Abstinent leben antworten

Hy Dirk,

ja wenns alles so einfach wäre, würden wir warscheinlich beide nicht schreiben hier im Forum. Ich denke sich den Dingen wirklich zu stellen ist sauschwer. Dagegen ist der erste Schritt, nämlich den Konsum einzustellen in Grunde genommen noch ne Aufwarmübung!


Mein Problem am Anfang meines trockenwerdens war, daß ich ständig zwischen extremen Gefühle der Großartigkeit einerseits und der absoluten Versagtheit anderseits hin und her geschwappt bin.

Aber während man sich mit seiner vermeintlichen Großartigkeit noch ganz gut anfreunden kann ist das mit dem gegenteiligen persönlichen Erlebnisbild, wenn man sich also mal wieder ganz klein und häßlich versagt und ängstlich erleben dürfte dann doch sehr unangenehm und schmerzhaft.

Gutes Beispiele: gerade am Anfang meines Weges zurück habe ich mich öfters mal verliebt und schon bald war mir dann klar, das meine Angebetete mindest genauso in mich verliebt wäre, wie ich. Allerdings hab ich mir das absolut nur in meiner Phantasie zuzammen geschustert! Reelle Verhaltensweise oder Annäherungsversuche waren aus lauter ängstlichkeit/unfähigkeit absolut unmöglich für mich. Stattdessen habe ich Jeder Blick, jede Äußerung etc. so umgedeutet, daß es sich in meiner Theorie der beiderseitigen Verliebtheit gut eingefügt hat!

Die Kränkung die ich dann erlebt habe, wenn die Betroffene dann irgendwann klip und klar gesagt habe, daß da überhaupt nichts ist, kann ich gar nicht beschreiben, hatte ich doch so unendlich viel Libido in meinem vermeintlichen Liebesglück hineinprojeziert!
Solche Geschichten haben mich mehr als einmal in schweres Gewässer geworfen.

Das ist mir nicht einmal, sondern einige male passiert, bis ich mal endlich gemerkt habe, wie ich da eigentlich funktioniere und ich mich in Zukunft vielleicht mal besser an den Realitäten halten sollte und mir nicht ständig eine Fantasiewelt basteln soll, wie sie mir gefällt. So kann man nur ständig auf der Fresse fliegen und zu realen Beziehungen kommt man auf diese Weise auch kaum.


Und in grunde genommen verhält es sich in andere Hinsichten ähnlich. Es ist schon wichtig, sich seinen Schwächen zu stellen und zu erkennen, gewinnt man dadurch dann doch wenigstens bescheidene Handlungsalternativen. Man könnte dann zum Beispiel ja auch mal jemandem einladen und sein Interesse durchscheinen lassen. Klaro sowas ist mit dem Risiko der frühen zurückweisung
verbunden. Aber es ist allemale evtl. besser zurückgewiesen zu werden wenn die Milch erst lauwarm ist, als zu warten bis alles droht überzukochen!

Und so verhält es sich halt auch in den anderen Lebensbereichen. Es ist langfristig besser sich seiner - wenn auch am Anfang vielleicht eher dürftigen - Fähigkeiten zu bedienen und zu versuchen damit erstmal klar zu kommen, als seine realen oder vermeintlich schwache Seiten auszublenden und sich stattdessen in einer fiktiven Wunschdenkwelt zu flüchten, die dann früher oder später krachend zusammenbricht, wie wir das hier gelegentlich in Form von heftigen Rückfällen eindrucksvoll demonstriert bekommen.

Grüße
Kapoen


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Annie Offline



Beiträge: 37

13.01.2018 14:23
#74 RE: Abstinent leben antworten

@newlife

Nur mal eben kurz. So gefühllos und sozial gestört und was du da alles schreibst, kommst du mir gar nicht vor. Im Gegenteil. Du kümmerst dich hier doch sehr und mir z.B. hast du genau das Richtige geschrieben:-)


1 Mitglied findet das Top!
Susanne Offline



Beiträge: 81

13.01.2018 14:59
#75 RE: Abstinent leben antworten

..man sollte die Kinder im digitalen Zeitalter halt schon früh genug vor dubiosen Internetbekanntschaften warnen


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