Sie sind vermutlich noch nicht im Forum angemeldet - Klicken Sie hier um sich kostenlos anzumelden Impressum 
Saufnix
Sie können sich hier anmelden
Dieses Thema hat 96 Antworten
und wurde 4.618 mal aufgerufen
 Akute Hilfe
Seiten 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7
Illusion Offline



Beiträge: 87

10.01.2018 10:01
#16 RE: Abstinent leben antworten

Zitat
Perfektionismus ist etwas, was den Zugang zu deiner Person erschwert. Es kann soweit gehen, dass du selbst gar nicht weisst, wer du eigentlich bist. Ich habe mich erst einmal selber kennenlernen müssen, um eine Kehrtwende einleiten zu können.



wie wahr, die Maske wurde / ist mein Ich
dassdahinter noch viel schlummert, teilweise bekannt, teilweise unbekannt
das weiß ich durch Therapie und Selbstreflektion

bisher kene Hobbys etc gefunden
also KEINE Inspiration
und auch kann ich nicht zur Balance zurück
da war nie eine

................weia

************************************************
"wer noch atmet, ist mehr gesund als krank" (Hirschhausen)


Illusion Offline



Beiträge: 87

10.01.2018 10:06
#17 RE: Abstinent leben antworten

ich freue mich
FÜR DICH
dass du das erkennen kannst
SKLAVEREI

ich arbeite ähnlich
mit sehr viel Freiraum
und grad deshalb hat man keinen geregelten Feierabend

beneide manchmal die Menschen
die von 9-17h arbeiten dann SCHLUSS
und doch wäre das auch nicht meins
(wäre mit Konsum auch unmöglich gewesen)

man legt selber die Maßstäbe fest
an denen man gemessen wird
und sich selber mißt
-- deine sind sehr hoch gewählt

darin erkenne ich mich wieder
und habe durch Depression und schwere Op vor Jahren gelernt
es geht auch ohne mich
* aua das tat weh*
und hab neue Maßstäbe gesetzt
inzwischen hat viel Personal gewechselt
man kennt mich fast nur noch so wie jetzt
nur ein paar alte Kollegen
die sagen mir ab und an: wir haben dich bewundert aber auch bedauert
DAS tut gut

LG Illusion

************************************************
"wer noch atmet, ist mehr gesund als krank" (Hirschhausen)


Julia Offline



Beiträge: 82

10.01.2018 10:13
#18 RE: Abstinent leben antworten

@kapoen: da kann ich mich jeweils auch nicht entscheiden :-) Wenn ich daran zerbrochen wäre, dann wäre es traurig und dramatisch. So ist es einfach mein Lebensweg, den ich gehe. Und es kommen ja hoffentlich noch viele freudvolle Tage, die ich mit einem riesen Rucksack an Erfahrungen und Erkenntnissen erleben darf.

Gründe fürs Saufen? Die waren unterschiedlich. Mitte/Ende 20 in einer Findungsphase eher aus "ich hau mich ab und zu weg-Gründen". Vor etlichen Jahren dann nochmals eine schlimme Episode. Da war ich lange Zeit Single und sehr unglücklich. Da wurde gegen den Frust und die Traurigkeit gesoffen. Dann ging es mir lange wieder gut. In den letzten Jahren: Betäubung. Ich hatte körperlich grosse Beschwerden und einfach diese Unmengen an Arbeit. Ein paar Monate ging es gut, da habe ich bewusst keinen Alkohol getrunken. Es ging mir dann zwar besser, aber der hohe Arbeitsdruck war ja immer noch da. Da hab ich dann halt wieder angefangen und mich einfach betäubt. Anders kann ich es nicht sagen. Aus Lust am Geschmack habe ich nie getrunken.

_______________________________________________
Am Ende wird alles gut. Wenn es nicht gut wird,
ist es noch nicht das Ende. (Oscar Wilde)


Julia Offline



Beiträge: 82

10.01.2018 11:12
#19 RE: Abstinent leben antworten

Liebe Illusion

"bisher kene Hobbys etc gefunden
also KEINE Inspiration
und auch kann ich nicht zur Balance zurück
da war nie eine" .....

Wenn ich dies von dir lese, fällt mir etwas ein, das mir im letzten Jahr extrem geholfen hat: "das Gras wächst auch nicht schneller, wenn man daran zieht". Diese indianische Weisheit hat mir sehr geholfen, sie hilft mir immer noch. Ich wusste, dass mein Leben besser wird, das es (wieder) sehr schön wird. Von Natur aus sehr ungeduldig, spürte ich tief in mir, dass gewisse Dinge ihre Zeit bauchen. Irgendwie konnte ich das dann so annehmen. Meinen Beiträgen kann man sicher gut entnehmen, dass ich die "Macherin" bin. Hier wusste ich aber ganz genau, dass der Samen gelegt ist, ich konnte nur giessen und pflegen. Du wirst ein schönes Hobby finden und Beschäftigungen, die dich inspiprieren und nähren. Das kommt, es ist in dir angelegt. Versuche einfach deinen Zustand jetzt zu akzeptieren. Du bist zerrissen. Es ist schön, dass du das so bildlich ausdrücken kannst. Das ist eine schöne Gabe. Gib einfach acht auf dich, geh an die Luft, lese deine Bücher, koch dir was Schönes, erfreue dich jeden Tag an einer Kleinigkeit. Sei Stolz, dass du dich hier angemeldet hast. Dein Hobby wird dich finden :-)

_______________________________________________
Am Ende wird alles gut. Wenn es nicht gut wird,
ist es noch nicht das Ende. (Oscar Wilde)


2 Mitglieder finden das Top!
nino Offline



Beiträge: 72

10.01.2018 11:26
#20 RE: Abstinent leben antworten

Was mir aktuell hilft, ist die Überzeugung, dass (neben anderen Dinge) eine rein zeitliche Distanz entstehen muss. Wirklich die Zeit durchgängig am Stück weg von dem Alkohol, nicht es meistens zu schaffen und nur bei "ganz schrecklichem" Druck dann doch mal. Denn da blieb immer im Gedächtnis hängen, dass es Anlässe gibt, bei denen mein Verlangen stärker ist oder ich eben nachgeben will und nur eine gute Ausrede brauche.
Daher der Fokus es die durchgängige Zeitstrecke, und zu spüren wie ein Tag, eine Woche etc. ohne Alk geht. Zunehmend auch die Herausforderungen, denen man begegnet. Ein fröhlicher Tag, den man ohne Alk feiert. Ein langweiliger Tag, der ohne rumgehen muss. Zum Thema Zeit sagt Grufti hier immer so schön "mehr als 24h schafft keiner am Tag". Im letzten halben Jahr merkte ich, dass es ums Thema Alkohol, Suchtdruck wirklich deutlich ruhiger wird. Vielleicht eine gute Grundlage für weitere Veränderugnen.

Das Thema Hirnchemie hatten wir kürzlich in der Reha diskutiert. Für mich durchaus eine beruhigende Rückmeldung anderer, dass es 6-12 Monate dauerte, bis sich Stimmungstiefs legen, die mir derzeit öfter zu schaffen machenn.


kapoen Offline



Beiträge: 281

10.01.2018 12:18
#21 RE: Abstinent leben antworten

Hy Julia,

ein insgesamt zerissenes Bild, was Du da von Dir selber zeichnest. Einerseits voll die Powerfrau, die alles im Griff hat, quasi auf Knopfdruck punktgenau die jeweils passende Lösung ausspuckt und auch sonst vielseitig interessiert, offen und neugierig dem Leben gegenüber. Anderseits dann doch auch das fast genaue Gegenteil, einem häufchen Elend nicht unähnlich. Mal eben ne flasche Vodka am Abend zu vernichten oder sich mit 15 Tavor mal eben versuchen wegzubeamen gehört nicht zu der Kategorie “feiner Englischen Art“ und deuten auf nicht unerhebliche persönlichkeitsstörungen hin! Aber keine Sorge deswegen, mit sowas befindest Du Dich bei uns in bester Gesellschaft.

Wenn ich Dich richtig interpretiere, siehst du die Lösung Deiner Problemen darin, Deine Arbeit umfangmäßig und inhaltlich zu reduzieren, was sicherlich mal nicht die schlechteste Idee fürn Anfang ist! Aber möchtest Du darüber hinaus sonst noch etwas Substanzielles in Deinem Leben ändern? Das Du zeitweise so in Schieflage gerätst hat ohne Zweifel viel mit der äußeren Lebenssituation zu tun, aber trotzdem spielt die jeweils innere Situation/Verfassung auch eine gewichtige Rolle in der Art wie sich die Dinge für Dich entwickeln. Möglicherweise definierst Du Dein persönliches Wertgefüge zu stark über Leistungsbereitschaft, Leistungswille, möglicherweise hapert es bei Dir daran seinen persönlichen Grenzen adäquat festzulegen, möglicherweise fühlst Du Dich erst dann so richtig “liebenswert“, wenn Du auch noch den letzten schweren Sack selbst geschultert hast, statt es auch mal jemand anderes zu überlassen?

Und falls diese oder jene Vermutung davon zutrifft, dann ist doch die Frage, woher eine solche Haltung kommt und wichtiger noch, wie das in Zukunft vermieden werden kann?

Was möchtest Du diesesmal anders machen, damit du nicht möglicherweise in einigen Monate wieder auf “LOS“ landest?

Grüße
Kapoen


3 Mitglieder finden das Top!
Julia Offline



Beiträge: 82

10.01.2018 13:19
#22 RE: Abstinent leben antworten

@Kapoen: darauf kann ich keine "punktgenaue und passende Lösung ausspucken" wie du mich beschreibst. Ich weiss auch nicht, ob ich das je getan hab. Vielleicht kommt es in meinen Beiträge so rüber, wahrscheinlich. Ich hab phasenweise einfach überlebt, so wie wir das alle tun. Ich sage oft, dass ich dazu keine passende und punktgenaue Lösung habe und sammle mit anderen Ideen und dann probieren wir aus. Wenn man arbeitet bis zur Erschöpfung, dann bleibt eben nicht mehr viel. Substanzmissbrauch ist dann oft eine naheliegende, wenn auch sehr schlechte Überlebensstrategie. Mit den 15 Tavor wollte ich mein Leben beenden, das hat nichts mit Lifestyle zu tun. Ich war körperlich, seelisch und geistig einfach am Ende, ausgelaugt, fertig. Ob ich Persönlichkeitsstörungen habe? Ja, vielleicht, wahrscheinlich sogar. Und mein Wertgefüge definiere ich, nur in Bezug auf mich, sicherlich über Leistungsbereitschaft und Leistungswillen. Bei anderen lege ich diesen Masstab nicht an. Sicher hängt das auch mit meiner Kindheit und Jugend zusammen. Da wurde man für Leistung geliebt und belohnt und nicht um seiner selbst willen. Wir allen nehmen doch Päckchen oder Pakte aus unserer Kindheit mit. Mein Lebensthema (eines meiner Lebensthemen) ist sicher, dass ich einfach sein darf und gut bin, wie ich bin, ohne dass ich dafür was tun muss. Es hat viele Jahre gedauert, bis ich den Menschen wieder vertrauen konnte, geprägt durch massive Verletzungen in der Kindheit/Jugend. Natürlich arbeitet man daran. Mein Herz konnte ich so ab 33 wieder ganz aufmachen. Mein Umfeld erlebt mich als sehr liebenswert und herzlich und spiegelt mir das auch immer. Das war vorher nicht immer so. Mit mir selbst liebenswert umgehen, das ist eine andere Sache. Und, wie in einem Beitrag schon geschrieben, ich war lange ein Anerkennungsjunkie, das bin ich nicht mehr. Ich weiss, was ich kann und nicht und sage heute NEIN. Das muss man halt erst lernen.

Was ich sonst tu, dass ich in ein paar Monaten nicht wieder auf LOS lande? Jeden Tag bewusst leben, wie bereits beschrieben. Ich überlege eine Therapie zu machen. Ab Mai würde das gut gehen. Ich widme mich mehr den Dingen, die meinem Herzen wichtig sind. Kontakt mit meiner Schwester und meinem Freunden. Ich manche eine Weiterbildung zum Coach und Supervisor. Das geht über 2 Jahre. Dort legen wir gemeinsam Ziele fest. Wir supervisierten uns gegenseitig und machen kollegiale Intervisionen. Auserkorenes Ziel der Weiterbildung ist es, emotionale Stabilität zu erlangen. Die Persönlichkeitsentwicklung nimmt einen wichtigen Stellenwert ein. Ich freue mich darauf sehr. Damit kann ich sehr viel über mich erfahren und mich weiterentwickeln, die anderen coachen und begleiten mich dabei und ich sie. Da diese Weiterbildung über zwei Jahre geht, habe ich hier doch ein gutes Fundament kurz-, lang- und mittelfristig. Ich freue mich sehr. Ansonsten bin ich sanft zu mir und weiss im Inneren, dass alles gut kommt :)

_______________________________________________
Am Ende wird alles gut. Wenn es nicht gut wird,
ist es noch nicht das Ende. (Oscar Wilde)


Illusion Offline



Beiträge: 87

10.01.2018 13:32
#23 RE: Abstinent leben antworten

Liebe Julia,
deine aufmunternden Worte tun mir sehr gut!
Macherin: ohja, kenn ich
nun mal einfach nicht machen, lassen - das ist fremd, schwer
Dein Motto ist gut - hab es mir kopiert !...
lasse es wachsen
DANKE!

Ja im Moment, da ist es funktionieren, kämpfen, um nüchtern zu bleiben
dann kommt wohl: was mache ich nun nüchtern mit der Leere? warum ist die da? wie kann ich sie füllen?

Heute beim Sport gewesen - noch als "ich muss ja" also Verpflichtung
vielleicht muss was ganz neues her?

in Bildern denken & schreiben war immer meins
nutze ich auch beruflich oft

du wirst Coach :-) Hand reich
anderen Menschen helfen, das kann ich gut
mir selber - naja

aber man lernt viel
über andere UND sich
in jeder Beratung

@kapoen: sehr gutes Bild mit LOS...die Frage sollte ich mir auch ab jetzt stellen
einfach alles belassen nur ohne Konsum - Quatsch
kann ja nicht gehen, wie Eisberg,
die 10% über Wasser weglassen ohne den ganzen Rest darunter zu beschauen, verändern
das wird nie klappen

************************************************
"wer noch atmet, ist mehr gesund als krank" (Hirschhausen)


kapoen Offline



Beiträge: 281

10.01.2018 13:50
#24 RE: Abstinent leben antworten

Hy Julia,

ich muß Dir sagen, das hört sich wirklich gut an, wie du es schreibst und man(ich) gewinnt den Eindruck, da setzt sich jemand wirklich mit sich und der Situation auseinander!

Das ist sehr erfreulich und ich bin gespannt darauf zu erfahren wie du Deine Pläne umsetzt!

Grüße
Kapoen


2 Mitglieder finden das Top!
Julia Offline



Beiträge: 82

10.01.2018 14:01
#25 RE: Abstinent leben antworten

Danke, lieber Kapoen.

Gern möchte ich dir sagen, dass ich sehr viele deiner Beiträge hier gelesen habe. Es beeindruck mich sehr, wie du die jeweilige Situation zusammenfasst oder auf den Punkt bringst, wie du daraus Fragen ableitest und wieder antwortest. Auf mich wirkt das sehr interessiert, differenziert und absolut motivierend für die Leute. Chapeau! Ich denke, dass das ein wahres Geschenk an die Leute hier ist. Das ist sehr wertschätzend. Toll

Wie du die Therapie im sogenannten Day-Top-Haus in München überlebt hast. Krass! Ich wäre da nach 3 Tagen schreiend davon gelaufen. Wahlweise auch Amok gelaufen. Oder schlicht Meuchelmöderin geworden :-)

Dieser Therapieansatz, einfach für alle die volle Konfrontationsschiene zu fahren. Unglaublich. Das kann man sich doch heute kaum noch vorstellen. Obwohl, wer diese Therapie überlebt hat rührt wohl nie wieder ein Glas an, so eine Hölle will keiner zwei mal erleben. Kleiner Scherz. Krasses Konzept!

Weisst du, wieviel von damals noch trocken/abstinent sind? Wäre spannend zu erfahren. Bist du mit machen Leuten aus dieser Therapie noch in Kontakt?

_______________________________________________
Am Ende wird alles gut. Wenn es nicht gut wird,
ist es noch nicht das Ende. (Oscar Wilde)


1 Mitglied findet das Top!
sole Offline




Beiträge: 2.276

10.01.2018 14:31
#26 RE: Abstinent leben antworten

Herzlich willkommen, Julia!
Schön, dass du dich hier wohlfühlst, da kommt doch tatsächlich wieder Leben in die Bude!

Ich bin seit 12 Jahren bei Saufnix und seit 11 Jahren trocken. Das hier

Zitat von Julia im Beitrag #22
. Und mein Wertgefüge definiere ich, nur in Bezug auf mich, sicherlich über Leistungsbereitschaft und Leistungswillen. Bei anderen lege ich diesen Masstab nicht an. Sicher hängt das auch mit meiner Kindheit und Jugend zusammen. Da wurde man für Leistung geliebt und belohnt und nicht um seiner selbst willen. Wir allen nehmen doch Päckchen oder Pakte aus unserer Kindheit mit. Mein Lebensthema (eines meiner Lebensthemen) ist sicher, dass ich einfach sein darf und gut bin, wie ich bin, ohne dass ich dafür was tun muss.

ist auch eines meiner Lebensthemen, und ich versichere dir, das ist selbst mit dem größten Fleiß nicht in einem halben Jahr abzu"arbeiten". Dieses Päckchen ist ein dickes Paket und hat es geschafft, mich trotz stabiler Abstinenz mehrmals in Phasen der Niedergeschlagenheit und Depression zu verfrachten. Momentan versuche ich über eine Verhaltenstherapie (ambulant) ganz konkrete Schritte zur Selbstwertschätzung jenseits von Leistung auszuprobieren. Gar nicht so einfach und fühlt sich anfangs auch fremd an.

Da du dich sehr gewählt ausdrücken kannst, starte ich mal eine kleine Rückfrage: Warum sprichst du manchmal als "ich" von dir und manchmal als "man"? Hat das einen besonderen Grund?

Viel Spaß an Board und bleib auf dem Weg
sole

"Der Rasse meines Vaters ist die dubiose Wirkung von Alkohol erspart geblieben." (Mr. Spock)


kapoen Offline



Beiträge: 281

10.01.2018 14:42
#27 RE: Abstinent leben antworten

Hy Julia,


danke für die “Blumen“ freut mich sehr solch schönes Feetback zu bekommen!
Die Therapie bei Day-Top war wirklich - wenigsten im Vergleich zu heute - unterirdisch und auch damals schon nicht unumstritten! Allerdings darf man nicht außer Acht lassen, daß wir fast alle sogenannte “Drop-outs“, also Jugendlicher junge Erwachsene waren die alle mehr oder wenig schon voll gescheitert waren. Daß war damals schon mit 21 meine dritte Langzeittherapie und ich lebte die Monate vorher schon am Rande der Obdachlosigkeit. Meinen Lebensunterhalt bestritt ich nur noch mit Diebstahl, Einbrüche, Dealen etc.
Kurz zusammengefasst, bei uns handelte es sich durchwegs um die etwas härteren Nüße! Die Therapie war wirklich hard im Sinne von soch seinen Verdrängten, verleugneten Anteile zu stellen. Viele Abbrüche, auch einige Todesfälle waren zu beklagen(Selbstmord)! Mir hats aber geholfen und vielen anderen, die durchgehalten haben auch!

Kontakt direkt hab ich mit niemandem mehr, es ist einfach ja auch schon mittelereweile 37 jahre her das Ganze. Allerdings wohnt bei mir ganz in der Nähe tatsächlich rine damalige Patientin, die ich gelegentlich sehe und Grüße! Wir hatten aber schon damals keine ausgeprägten Kontakt, jedenfalls die gehts auch ganz gut

Scheene Abend noch allem!

Kapoen


Julia Offline



Beiträge: 82

10.01.2018 14:48
#28 RE: Abstinent leben antworten

Liebe Sole

Herzlichen Dank für dein warmes Willkommen. Ich freue mich darüber sehr. Toll, dass du so lange abstinent lebst und toll, dass du hier darüber schreibst. Du kannst so stolz auf dich sein, die Abstinenz trotz Niedergeschlagenheit und Depression geschafft zu haben. Was gefällt dir denn an der aktuellen Verhaltenstherapie besonders gut?


Gute Frage betreffend man/ich. Als ich z.B. geschrieben habe, "wurde man für Leistung geliebt....", wollte ich damit ausdrücken, dass das auf alle Geschwister zutraf, also was Systemisches in der Familie war und sich nicht nur auf mich bezog". Meine Eltern haben das nicht mit Absicht gemacht. Es war damals eben so. Sie konnten wohl nicht anders. Interessant, dass dir das auffällt. Ich werde künftig deutlich ausdrücken, wen ich meine :-)

_______________________________________________
Am Ende wird alles gut. Wenn es nicht gut wird,
ist es noch nicht das Ende. (Oscar Wilde)


sole Offline




Beiträge: 2.276

11.01.2018 20:54
#29 RE: Abstinent leben antworten

Zitat von Julia im Beitrag #28
Was gefällt dir denn an der aktuellen Verhaltenstherapie besonders gut?


Hi Julia,
Ich gehe in die Therapie, weil ich einen Antidepressiva-Entzug mache. Darüber habe ich hier geschrieben, aber die Gründe für die Therapie stehen hier in diesem Post:

RE: Umbruch, Aufbruch, Socken stricken (18)

... begleitend, "propyhlaktisch" sozusagen, aber ich hatte auch nie eine Suchttherapie.

"Der Rasse meines Vaters ist die dubiose Wirkung von Alkohol erspart geblieben." (Mr. Spock)


Julia Offline



Beiträge: 82

12.01.2018 05:25
#30 RE: Abstinent leben antworten

Gerade ist mir aufgefallen, dass es diese Woche 7 Monate sind, die ich abstinent lebe. Heute vor 7 Monaten wurde ich 4,5 h operiert und ich wusste nicht, was danach rauskommt. Es kam gut und ich habe mich fürs Leben entschieden.

Das ist ein sehr schönes Gefühl. Mir ist bewusst, dass man damit nicht aus der Gefahr ist, wieder anzufangen. Es fühlt sich einfach gut an, einen Abstand geschaffen zu haben: zum Elend, zur Verzweiflung, zum Schlechtfühlen, zur Scham, zur Selbsterniedrigung, zur Ohnmacht, zu den Schmerzen, zum Schwitzen, zum Herzrasen, zum Stinken (wääääh fürchterlich), zum Verkaterten, zum Verstecken, zum Tricksen, zum Beschaffen und Entsorgen, zum Geldausgehen (oh ja, das ging ins Geld), zum Verheimlichen, zum Schönreden, zur Wut und Aggression, zur Depression. Zum unendlichen LEID.


Ich bin unendlich dankbar, die Kurve bekommen zu haben:
Es ist schön, nüchtern zu sein, echt und authentisch zu sein, klar zu sein, konzentriert zu sein, unabhängig zu sein, gesünder zu sein, belastbarer zu sein, freundlicher zu sein, liebenswerter zu sich selbst zu sein, achtsamer zu sein, mutiger zu ein, fröhlicher zu sein, freudvoller zu sein, weniger bedürftig zu sein, selbstbewusster zu sein, FREI zu sein.

Das Leben ist ein Geschenk. Ich möchte achtsam damit umgehen und es pflegen und hegen :-)

Allen einen guten Tag!

_______________________________________________
Am Ende wird alles gut. Wenn es nicht gut wird,
ist es noch nicht das Ende. (Oscar Wilde)


7 Mitglieder finden das Top!
Seiten 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7
 Sprung  
disconnected Saufnix-Chat Mitglieder Online 0
Xobor Einfach ein eigenes Forum erstellen