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Saufnix
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Dieses Thema hat 20 Antworten
und wurde 1.956 mal aufgerufen
 Deine eigene Alkoholkarriere
Seiten 1 | 2
Bodhisattva Offline



Beiträge: 1.245

21.06.2018 16:22
#16 RE: Der erste Teil meines Weges? antworten

Nachschauen, selbst überprüfen, das habe ich ich geschrieben, deine Konstrukte sind nicht meine und da bin ich dankbar dafür Dirk. Ich hab's Dir schon mal gesagt Dirk, versuche zu akzeptieren, dass es andere Meinungen und Ansichten gibt und lasse das zu. Wie ein kleines Kind immer störrisch (...), echt nüt, ggfs. ne tolle Lernaufgabe für dich.

Schlussendlich geht's um Marco und klasse ist, dass er trocken ist, weiter so! :-)

Grüße, Bodhi

Einfach SEIN- genügt völlig und mehr geht auch nicht. Das ist das volle Glück.


newlife ( gelöscht )
Beiträge:

21.06.2018 17:22
#17 RE: Der erste Teil meines Weges? antworten

Ich will dir doch gar nix, Sven. Aber du stellst einfach immer wieder recht vieles in Frage, was ich schreibe.

Warum weiß ich nicht, aber hier bist du doch zuerst in die Presche gesprungen und deklarierst mein Denken und Handeln als naiv. Schreib deinen Kommentar und lass den Bezug auf meine Postings doch einfach weg, wäre mal meine Empfehlung. Du bist es doch, der nix stehen lassen kann. Somit gebe ich das kleine Kind gerne mal an dich zurück.


trollblume Offline




Beiträge: 3.567

21.06.2018 22:43
#18 RE: Der erste Teil meines Weges? antworten

na
da haben sich ja mal wieder zwei gefunden





Ich hab euch beide lieb

Wer seinen Hafen nicht kennt,für den ist jeder Wind der falsche
(Seneca)


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Susanne Offline



Beiträge: 260

23.06.2018 19:16
#19 RE: Der erste Teil meines Weges? antworten

Hallo Marco,

ich habe Lust, Dir meinen Eindruck zu schreiben:

Super gemacht, dass Du Dich so ernst genommen hast, dass Du eine LZT absolviert hast. Dass Du Dir das Wert bist! Ist ein Akt der Selbstfürsorge und damit bist Du auf dem richtigen Weg, ist mein Eindruck.

Du schreibst in Deinem ersten Posting, dass Du mit 16 Jahren Deinen ersten Vollrausch mit allem Drum und Dran hattest. Heute bist Du, hmh, Master verschoben und so, aber noch keine 26 Jahre alt, ja? So, aber Du hast viel getrunken in den letzten (weniger als) 10 Jahren.

Und jetzt bist Du seit 7 Monaten richtig und ganz ohne Alkohol unterwegs. Das ist toll, aber auch ausbaufähig ;-)
Ist doch klar, dass Dich vieles "beutelt", weil Du, ich, viele, wir müssen jetzt erst einmal teilweise neu lernen, unseren ganzen Gefühlshaushalt ohne Alkohol zu managen. Das bedarf der Übung. Aber ich erlebe es so, dass es wirklich leichter wird. Ich habe im zurückliegenden Jahr viele Situationen "überlernt", d.h. Gefühle entkoppelt vom Griff zum Glas. Und jedes Mal, wenn man das schafft, gibt es auch neue Engramme im Hirn, wie Rillen in den Schallplatten und vieles wird alkoholfrei selbstverständlicher, mit der Zeit.

Dass Du manchmal "echt Angst" hast - ja, ist ein Warnsignal, oder? Da warnt Dich etwas in Dir selbst, Deine Abstinenz zu hegen und zu pflegen und vielleicht, wenn möglich, noch mehr Hilfskonstruktionen einzubauen, die Dich vor einem Rückfall schützen. Das kann etwas Schönes sein, dass Du mit Alkohol wieder verlieren würdest, zum Beispiel dass Du jetzt schlank und mit Muckis unterwegs bist, oder etwas Dräuendes, zum Beispiel "Hab mir nämlich zu dem Zeitpunkt de facto nicht zugetraut, dass ich ne Woche überlebe". Da könntest Du blitzschnell wieder sein. Wäre doch schade...

Eine Sache noch: Du schreibst von Deiner Verwandten, glaube ich, die Du anrufen kannst. Das ist prima! Aber Du hast da auch Bedenken, sie vielleicht zu überfordern oder so ähnlich.

Ich habe sehr, sehr gute Erfahrungen gemacht mit dem Suchtnotruf in Essen 0201 - 40 38 40 - alles gut geschulte, echt prima reflektierte trockene Alkoholiker, da muss man nix lang über Sucht erklären, da kann man direkt in media res, wo einen aktuell der Schuh oder die Sucht drückt. Die haben mir besonders im 2. Halbjahr 2017 neben dem Forum hier so manchen Abend"gerettet". Einen Abend lang habe ich immer die Nummer gewählt, war immer besetzt, machte nichts; gegen 22 Uhr war ich so müde, dass ich schlafen konnte, hat ja auch so irgendwie funktioniert ;-)

In meiner stationären Reha (8 Wochen im Rahmen einer Kombitherapie) wurden Kärtchen für den Suchtnotruf München verteilt: 089 28 28 22. Ähnlich wie in Essen, alles Berater "vom Fach" ;-)

Die machen das ja jeweils ehrenamtlich und freuen sich, wenn Du anrufst. Da habe ich nie das Gefühl gehabt, denen auf den Keks zu gehen. Vielleicht auch für Dich eine zusätzliche Alternative.

Und hör mal auf, Dich für lange Texte zu entschuldigen, was soll ich denn da sagen :-)
Viele Grüße,
Susanne

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And if I die before I wake up
I pray the Lord don't smudge my make-up.
Saint Judy / Marc Almond


Marco Offline



Beiträge: 5

26.06.2018 00:38
#20 RE: Der erste Teil meines Weges? antworten

Hallo zusammen,
melde mich nochmal zurück, war in den letzten Tagen ziemlich beschäftigt. Erstmal danke für die beiden Ansichten bzgl. des Sporthemas.

Eine sehr genau Schätzung Susanne. Ich werde nämlich bald 26. Dementsprechend stimmt es auch, dass ich viel getrunken hab in der vergleichsweise kurzen Zeit und das ich ziemlich viel neu lernen muss stimmt auch. Ich habe nämlich vieles nie gelernt. Ein Therapeut, hat in der LZT zu mir gesagt, dass ich in einer Phase mich nur mit Alkohol beschäftigt hab, in der aus einem Jugendlichen ein Erwachsener wird (so in etwa der Wortlaut) und ich muss echt zugeben, dass er nicht ganz unrecht hatte. Ich kann zwar ganz gut erwachsen spielen (also so von dem was ich von mir geb, glaub ich zumindest), aber es gibt Sachen, die sind dann irgendwie doch auf der Strecke geblieben. Als Beispiel fällt mir gerade die jobsuche ein. Klingt jetzt komisch, wüsste aber echt nicht so genau, wie ich das machen sollte (muss da jetzt aber zu sagen, dass ich schon gearbeitet hab. War aber eigentlich immer so, dass sich bewerben und sonstiges reine Formsache war. Also im Klartext über Vitamin B, man kennt einen der einen kennt und rein. War auch bei den Nebenjobs, während des Studiums immer so). So komplett selbst suchen, würde mich echt schon schwer überfordern, gerade wegen Vorstellungsgespräch und etc. War jetzt vielleicht auch nicht das tollste Beispiel, aber komme vielleicht drauf, weil ich eben so ein Gespräch demnächst hab. Ist allerdings wieder über meinen klassischen Weg gelaufen...

Und ja bei Gefühlen, ist das ähnlich; sind dann gerade so Sachen, wo ich im Nachhinein denke meine Herren du bist fast 26 reiß dich mal ne Sekunde am Riemen. Aber in dem Moment wo es da ist will ich es einfach töten . Hab ich schließlich ab nem gewissen Zeitpunkt immer so gemacht. Ist jetzt alles ein wenig kryptisch, aber weiß echt nicht genau, wie ich das besser formulieren kann. :)


Mit den Nummern ist echt ne gute Sache. Stimmt nämlich, dass ich der Familienangehörigen nicht ständig auf den Nerv gehen will und in manches kann sie sich dann doch nicht reinversetzen. Außerdem will ich echt nicht, dass sie dadurch belastet wird. Da scheint ein anderer Betroffener schon eine gute Anlaufstelle zu sein... telefonier halt relativ ungern mit Fremden, allerdings kann man auch das üben, wurde mir mal gesagt. Also Danke dafür ;).

Liebe Grüße Marco


newlife ( gelöscht )
Beiträge:

26.06.2018 17:39
#21 RE: Der erste Teil meines Weges? antworten

Hi Marco,

ich erinnere mich mal zurück und kann von mir sagen, dass auch ich mich in der Zeit zwischen 18 und vielleicht 43 Jahren nur mit dem Alkohol beschäftigt habe. Es gab nicht viel anderes, außer ein paar andere Suffis um mich rum und davon auch zuletzt immer weniger. Ich siechte eben so dahin, hatte aber immer einen Job, zuletzt konnte ich aber nicht mehr wirklich was reißen.
Ich bin jetzt im 5. trockenen Jahr und baue mehr auf Akzeptanz der eigenen Person einschließlich meiner Defizite, von denen sich das ein oder andere aber auch löst.

Ich arbeite nicht im Eiltempo, bin eher geduldig und überlege, was mir denn so im Leben gefallen könnte. Allem voran sind das auch bei mir früherem Eremit soziale Kontakte und zwar solche, mit denen ich auch was anzufangen weiß. Also Menschen mit Ideen und einem gewissen Weitblick. Menschen, die nicht durchgeplant agieren, sondern auch mal improvisieren und dadurch eine gewisse Lebensfreude transportieren können.

Sport ist gut und sinnvoll. Hier habe ich aber auch gemerkt, dass die soziale Komponente nicht fehlen darf. Ich spiele seit 4 Jahren Tischtennis und das macht einfach mehr Spaß als zum Beispiel Fitnessstudio. Ich bin auch noch in einem angemeldet, habe aber gekündigt. Du merkst ja selber, was dir etwas bringt und wovon du zehren kannst.

Ich halte es für wichtig, sich selbst nicht zu überfordern. Ich hinterfrage nicht alle Eventualitäten vor einer Aktivität, sondern mache es einfach, wenn ich Lust dazu verspüre. Im Anschluss erlebe ich mich ja wieder selbst und hab ne Erfahrung mehr, die ich dann einordnen kann.

Ich habe zwei Langzeittherapien gemacht und das am häufigsten benutzte Wort von deren Therapeuten war wohl der Begriff der Ausgewogenheit. Was das heißt und bedeutet kann ich heute gut verstehen und auch nachvollziehen. Es ist wohl in etwa das, was ich versuche zu leben und dabei beobachte ich mich.

Im allgemeinen lasse ich meiner Entwicklung also recht freien Lauf und das ist das schöne daran. So bin ich heute in sozialen Projekten aktiv, mache Reisebegleitung mit behinderten Menschen, plane und richte Veranstaltungen aus, etc.

Ich selbst hätte das nie geglaubt vor einiger Zeit. Das aber ging, weil meine Birne einfach frei und unbelastet ist und ich mir deshalb auch den Raum geben kann. Das ich als Einsiedler überhaupt lernen konnte mit Menschen umzugehen, deren Gefühle und Bedürfnisse wahrzunehmen, hätte ich wirklich nicht geglaubt. Alles das geht, wenn du dich drauf einlassen kannst und es auch willst.

Vieles ist in meiner Vergangenheit verschüttet. Einiges davon lässt sich heute noch realisieren, anderes vielleicht auch nicht. Es ist aber bekanntlich noch nicht aller Tage abend.

Dir wünsche ich einfach mal gutes Gelingen bei deinem Vorhaben.


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