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Saufnix
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Dieses Thema hat 80 Antworten
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 Akute Hilfe
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F10 2 Offline




Beiträge: 4.196

16.07.2017 19:08
#76 RE: Der Vorhang zu antworten

Zitat von Friedi im Beitrag #75
Das "nur-für-heute-Prinzip" hat doch nichts mit kämpfen, krampfen usw. zu tun.


Doch bei einigen schon...ich könnte das jetzt verlinken..Sprüche wie:"Auch nach 20 Jahren nur einen Schritt vor´m Abgrund, aber HEUTE wieder geschafft"

zu Hunderten..

Zitat von Friedi im Beitrag #75
Wenn es in der Anfangszeit der Abstinenz noch als tägliches Erfolgserlebnis empfunden wird, sehe ich darin eine gute Motivation zum Weitermachen.


Da stimme ich dir zu 100% zu! :-)

_____________________________________________________________________________________
Wer nach vorne kommen will, muss Regeln brechen. Wer innovativ sein will, muss Konventionen missachten. Wer Kreatives schaffen will, muss Bestehendes vergessen.


vicco55 Offline




Beiträge: 2.544

16.07.2017 19:11
#77 RE: Der Vorhang zu antworten

Mir war vor dem Aufhören klar, daß die Entscheidung zur Abstinenz eine Entscheidung "bis das der Tod uns scheidet" ist (*). Klare Ansage, Hintertüren zumachen. Ich habe das aber eher zähneknirschend akzeptiert, war keine Überzeugung dahinter. Die kam dann mit den Jahren.

Das 24-Stunden-Prinzip finde ich für den Anfang ganz hilfreich - boah, wieder einen Tag geschafft. Bzw. bei Suchtdruck die Ansage, die nächste Stunde, die nächsten 15 Minuten ... trinke ich nicht. Kurze, überschaubare Zeiträume. Aber das war es auch schon.

(*) Stimmt nicht ganz Ein ganzes Leben erschien mir mit Ende vierzig doch ganz schön lang; also habe ich mir gesagt, die Entscheidung gilt bis zu meinem 70.Geburtstag - dann werde ich ungefähr so lange abstinent sein, wie ich gesoffen habe. In gut einem Jahr werde ich nun 70. Was nun? Nun, wer mich kennt, weiß daß ich hier kokettiere Aber am Anfang meiner Abstinenz hat mir mein Gedankenkonstrukt geholfen, den Druck aus dem 'lebenslang' rauszunehmen. Nasse Hirnwixerei halt. Aber mei, ich bin jetzt über 20 Jahre abstinent.


newlife Offline




Beiträge: 3.360

17.07.2017 07:06
#78 RE: Der Vorhang zu antworten

Mir war vor dem wiederholten Aufhören gar nix wirklich klar. Ich wollte ja zunächst gar nicht so richtig. Zur Entgiftung hat man mich mehr oder weniger hingeschleppt.
Ich hab dann im weiteren Verlauf aber wieder Lust aufs Leben bekommen. So in etwa, wenn man immer und immer wieder probiert, klappts irgendwann doch mal. Ich hatte es einfach satt zwischen Suff und Entzügen nur noch dahinzusiechen. Und dann hab auch ich es mal geschafft, eine nachhaltige Veränderung herbeizuführen.
Mehr sage ich nicht dazu. So hin und wieder kamen Personen wieder zum Entgiften, eine Frau nach 17 Jahren Trockenheit...
Du kannst nicht wissen, was kommt. Du weisst auch nicht, wann du mal den Löffel abgeben wirst und es ist gut so, dass wir nichts über zukünftige Ereignisse wissen. Ich lebe einfach nüchtern weiter und bin vorsichtig, was Äußerungen dahingehend angeht, dafür hab ich zuviel erlebt.

Enjoy the freedom...


MichaelKleeberg2 Offline



Beiträge: 248

17.07.2017 07:45
#79 RE: Der Vorhang zu antworten

Das sehe ich genau so und finde es völlig in Ordnung.
Schließlich bleibt ja die Zeit der Trockenheit als Gewinn in der Lebensbilanz. Auch wenn ich nach 17 Jahren wieder trinke und erst im 19.Jahr wieder entziehe.
Ich glaub, wir mit unseren gebrochenen Lebenswegen denken generell mehr über Sinn und Ziel nach.


Bodhisattva Online




Beiträge: 941

Gestern 14:44
#80 RE: Der Vorhang zu antworten

Servus Susanne,

ein Erinnerer-Prinzip, ich glaube das gibt's jetzt nüt in der Literatur oder als wissenschaftlich-fundierte Theorie oder so etwas. Wenn Du selbst tief genug in Dich reinschaust, dann wirst Du es spüren, dass alles in Dir ist um heile zu sein und - dass es schon immer so war und auch immer so sein und bleiben wird.

Ein wirklich guter Therapeut oder meinetwegen auch eine gute SHG die ist das beispielsweise: Ein Erinnerer, dass alles schon in Dir steckt, da muss nix groß repariert werden und die ganzen alten Glaubenssätze: Ich bin nicht okay, so wie ich bin und muss mich daher bessern oder Schuld und Strafe, Erlebnisse der Vergangenheit sind schuld am JETZT, oder gerne auch nachzulesen und jeden Tag zu beobachten: Mir fehlt etwas sehr Wichtiges und ich muss sehen, dass ich es bekomme: Geld, Bildung, Anerkennung Zeit, Liebe, Intelligenz usf. etc. pp., sonst kann ich endgültig abstinken und kämpfen, sonst werde ich untergebuttert. Und jetzt die Best of: Von Nichts kommt nichts (gelogen!), ich bin verantwortlich für meine Frau, meine Kinder und sonstige Behinderte (gelogen!), ich weiß Bescheid (gelogen!). Mit diesen Glaubenssätzen erschafft sich jeder seine eigene Welt und die ist nicht real, wie ist es denn: Aus dem Nichts entsteht alles.

Wie viele Menschen rennen zum Therapeuten mit der Zielsetzung, dass er sie heile machen soll, dabei kann er den Erinnerer spielen wenn er wirklich gut ist, da knüpft dann auch Empowerment und Salutogenese an. Und wehe der Therapeut macht einen nicht heile und gibt einem nicht die Erlösung, au-au-au und weiter geht's weil's von außen keine Hilfe gab (die mein Ego so dringend benötigt): Schuld sind die anderen Menschen, Gott ist außerhalb von mir, der Nachbar ist ein Dreckspatz, Alkohol ist böse, weil meine Frau so böse war trinke ich jetzt 10 Bier, das hat sie davon, die Welt hat es verdient, weil sie schlecht ist.

Warum verstehen so wenige Menschen, dass sie der Schöpfer ihrer eigenen Welt sind???

Kurzum: Den ganzen Dreck den jeder Mensch so erlebt hat und explizit Süchtige wie wir, den ganzen Dreck den kann man auch in Gold umwandeln anstatt daran zu verzweifeln. Heißt ja für uns Alkis wir können noch ordentlich Gold machen.

Grüße, Bodhi


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newlife Offline




Beiträge: 3.360

Gestern 17:26
#81 RE: Der Vorhang zu antworten

Hi Bodhi...
aber du selbst musst schon ausm Ei kommen. Wenn ich jetzt einfach mal abwarte, was so passiert, dann passiert ja in aller Regel nix. Es passiert keine Veränderung. Du einnerst dich (ich bin jetzt mal der Erinnerer), ich hatte das ja damals so probiert.
Erwachen und auch Handeln. Dazu braucht es Motivation, Lust und auch Mut. Die Voraussetzungen sollten gegeben sein, damit du mit deiner Schöpfung beginnen kannst. So manche Aspekte die du genannt hast, Liebe, Anerkennung, etc. betrachte ich dann eher als Resultat. Das stellt sich ein, wenn du dich auf den Weg machst. Deine Veränderungen die du lebst, werden ja wahrgenommenen und dir auch rückgemeldet. Oft sind das Blicke und Gesten deines Umfeldes. Hab ich in der ersten trockenen Zeit oft gehabt. Du schaust anders in die Welt und die Welt schaut dann auch anders zu dir.

Enjoy the freedom...


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