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Saufnix
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Dieses Thema hat 308 Antworten
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 Akute Hilfe
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Julia ( gelöscht )
Beiträge:

03.06.2018 07:44
#271 RE: Der Vorhang zu Antworten

Liebe Susanne

Danke für die ausführliche und auch detaillierte und differenzierte Beschreibung, wie du den Arbeitseinsatz im Sinne des Spüldienstes auf dem Höchsten erlebt hast. Dass dabei Wut und Emotionen mitschwingen, ist nachvollziehbar und auch folgerichtig. Ich finde es super und auch sehr bewundernswert, dass du dir dieses Thema bis zum Abschluss aufgespart hast in deiner Serie mit Erlebnis-Berichten zu dieser Fachklinik. Es zeugt von Grösse und Differenziertheit, hier nicht einfach alles durcheinandergewürfelt zu haben. Ich hatte nach deinem ersten Erlebnisbericht bereits geschrieben, dass ich es toll finde, wie wertschätzend du alles beschreibst. In diesem Post gehst du ausschliesslich auf dieses Thema ein. Super.

Nun, wie könnte man nun vorgehen.

"Kurz" zu schreiben, wie du sagt, ist sehr gut! Nur kurz wird ernst genommen und auch gelesen. Anklagend wird abgewehrt. Am wirkungsvollsten ist es sicherlich, wenn du einen Diskurs anstossen kannst. Mir erscheinen kluge und treffende Fragen zielführend:

_ Entspricht der Spüldienst einer modernen Form der therapeutischen Einbindung der Klienten und dies im doppelten Sinne: im Sinne der modernen Psychologie/Therapie und im Sinne der christlich geprägten Werte der zieglerischen Leitlinien?
_ Wenn die Zieglerischen Anstalten dieses Konzept des "Spüldienstes" als therapeutische Massnahme weiterführen möchten, müssten dann nicht auch die Männer im Ringelhof als Therapieform den Spüldienst selbst bewerkstelligen?
_Inwiefern trägt der Spüldienst zur Identitätsfindung der Frau bei?
_Welches Menschenbild legen die Zieglerischen diesem Spüldienst zu Grunde?
_Welche Strategie ist vorgesehen, um die ablaufenden Gruppenprozesse aufzugreifen? Alte und gebrechliche Frauen fühlen sich verpflichtet zu spülen. Jeder muss, weil es sonst die anderen in der Gruppe machen müssen?
_Ist der Spüldienst teil der Therapie? Wie geht man damit um, wenn sich eine Person weigert, was unvermeidlich den Ausschluss aus der Gruppe zur Folge hat?
_Ist der Spüldienst im Jahr 2018 noch zeitgemäss, wenn ja, warum?
_Welche Haltung nehmen die Therapeuten dem Spüldienst gegenüber ein?
_Deckt sich die Haltung betreffend Spüldienst von Geschäftsleitung und Therapeuten?

Das sind nur Beispiele. Sie sind nicht gut ausformuliert, sondern sollen als Anregung denken, um einen wirklich notwendigen Diskurs zu starten. Da das Ganze systemisch seit vielen Jahren verankert ist, könnte ich mir vorstellen, dass man es fragend angehen könnte. Dass in dieser Fachklinik ein Diskurs darüber entsteht. Die Zieglerischen ihre Identität noch einmal hinterfragen und Dinge neu ausrichten. Meine Erfahrung ist, dass man mit Fragen mehr erreicht als mit fordern. Du hast geschrieben, dass es "nur ums Geld" geht. Wenn dem so ist, dann wird es sich bald auflösen, weil auf die Fragen keine stichhaltigen und zeitgemässen Argumente gefunden werden können. Das Thema "Geld" würde ich zuerst ausklammern. Das stösst auf Abwehrmechanismen und Widerstand. Darauf kann man im zweiten Schritt kommen. Zunächst erst mal in einer Randbemerkung platzieren. (Damit ist es dann platziert, sie wissen ja, dass es darum geht. Das wird schon aufgenommen, nur eben nicht, wie das rote Tuch vor dem Stier).

Du könntest soweit gehen und den beiden lokalen und regionalen Medien einen Brief schreiben (die entsprechenden Redakteure vorher evaluieren). Ganz kurz schreiben, welche Erfahrungen du gemacht hast und dann Fragen stellen. Ist der Spüldienst noch zeitgemäss? Du könntest schreiben, dass du die Klinik nicht anklagen möchtest, sondern einen Diskurs darüber starten.

Ich finde es toll, dass du dich für diese Sache einsetzt. Jemand muss das von Aussen angehen. Die Therapeuten und Mitarbeitenden sind viel u sehr Teil des Systems. Wenn jemand von aussen die richtigen Impulse gibt, werden sie die Chance sicher aufnehmen und daran teilhaben, dass sich was ändern wird.

Manchmal möchten wir im Leben etwas Bleibendes hinterlassen. Ich sehe hier sehr grosses Potenzial, dass durch dein Engagement der Spüldienst in der Fachklinik Höchstens bald der Vergangenheit angehört.

Toll, dass es Menschen wie dich gibt! Das ist unendlich wichtig und wertvoll für unsere Gesellschaft.

Ganz herzliche Grüsse
Julia


Susanne Offline



Beiträge: 332

03.06.2018 08:08
#272 RE: Der Vorhang zu Antworten

Hallo Julia,

es tut echt gut, verstanden zu werden. Der Klinikaufenthalt hat mir extrem gut getan. Das werde ich auch immer betonen und an die erste Stelle setzen. Davon unabhängig möchte ich den Zwangsspüldienst abgeschafft sehen. Beides gilt.

Deine Vorschläge, insbesondere hinsichtlich der Frageform und des Diskursanstoßes sind super. Das wird dann ein kritisches Hinterfragen aber keine Anklagenummer, die allzu leicht abgeschmettert werden würde.

Auch gut, dass Du die Rolle der Therapeuten verstehst. Ja, sie sind Teil des Systems, wissen das und fühlen sich an dieser Stelle auch nicht gut damit.

Ich denke jetzt über mein(e) Schreiben nochmal neu nach. Als Zeitlimit habe ich mir ja den 15.06, gesetzt. Das kann gut werden.

Viele Grüße und nimm Dir `nen Schluck Melonenbowle;-)
Susanne

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F10 2 Offline




Beiträge: 4.593

03.06.2018 08:34
#273 RE: Der Vorhang zu Antworten

Kirche halt

Bigotte Finanzhaie unter dem Deckmantel "christlicher Werte"

Ich pers. kenne nur einen Träger dieser Art (von gefühlten 1000) der über Tarif zahlt, in Infrastruktur und Personal der Klinik investiert (höherer Personal-Schlüssel als vorgegeben), seine Mitarbeiter nicht mit Extra- Tarifverträgen bescheißt und die meiste Arbeit auf Ehrenamtler abwälzt, die noch Geld mitbringen um "Gott" zu dienen.

Dazu kommt gezielte Lobbyarbeit in der Politik um Mitbewerber raus zu drängen (AWO oder freie Träger). Geht also nicht um Menschen sondern ausschließlich UND NUR um Kohle.

Da passt das Spülen doch wie Arsch auf Eimer. Sollte das dort geändert werden, wird umgehend die vorhandene Hauswirtschaft outgesourcet, damit´s wieder passt. Business as usual

LG Der Ketzer

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Wer nach vorne kommen will, muss Regeln brechen. Wer innovativ sein will, muss Konventionen missachten. Wer Kreatives schaffen will, muss Bestehendes vergessen.


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Susanne Offline



Beiträge: 332

03.06.2018 08:51
#274 RE: Der Vorhang zu Antworten

Vielleicht sollten wir symbolträchtig vor der Klinik gemeinsam ein paar Abtrockentücher verbrennen?
Ich pass auch auf, dass Du als Ketzer nicht versehentlich mit aufgehst in den Flammen ... *lol*

Fühle auch Du Dich herzlich eingeladen zur Melonenbowle!

Viele Grüße,
Susanne

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Friedi Offline



Beiträge: 2.611

03.06.2018 09:10
#275 RE: Der Vorhang zu Antworten

Hallo Susanne, erstmal herzliche Gratulation zu deinem 1. Jahrestag!

Zum "Zwangsarbeitsdienst" kann ich nichts aus eigener Erfahrung beitragen, da ich keine Therapie gemacht habe. Ich habe aber immer schon mal was gehört oder gelesen, dass hauswirtschaftliche Arbeiten Bestandteil von Suchttherapien sind. Hier habe ich einen Text aus dem Jahr 2000 gefunden,

Arbeitststherapie

in dem eindringlich für die Beibehaltung der hauswirtschaftlichen Arbeitstherapie plädiert wird, weil die Abschaffung den Therapieerfolg beeinträchtigen würde. Allerdings wird in dem Text von Patienten ausgegangen, die sich auf einem anderen Level als du befinden.

Ich denke, sowohl für die Beibehaltung oder Abschaffung wird es Gründe geben. Auf jeden Fall wäre eine Diskussion darüber nach heutigem Stand angebracht.

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Wenn du am Morgen erwachst, denke daran, was für ein köstlicher Schatz es ist, zu leben, zu atmen und sich freuen zu können.
Marc Aurel


F10 2 Offline




Beiträge: 4.593

03.06.2018 09:21
#276 RE: Der Vorhang zu Antworten

Zitat von Susanne im Beitrag #274

Fühle auch Du Dich herzlich eingeladen zur Melonenbowle!

Viele Grüße,
Susanne


Melonenbowle ist nur eine Anagramm für BOOMWELLEN!

Ich lass mir - und meinen eingenordeten Nachbarn- lieber sonntagliche 240 Watt Bassboomwellen zukommen.



Und statt ´ner Melone wickel ich mir dann ein Geschirrtuch um den Kopf, trugen auch palästinensische Wanderprediger, die heute von
besonders verstrahlten Personen als Heilige verehrt werden.

Die heilige Inquisition hier vor Ort würde mich gerne verbrennen, dazu sind die aber weder kräftig noch schlau genug.

LG Der Häretiker

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Susanne Offline



Beiträge: 332

03.06.2018 10:30
#277 RE: Der Vorhang zu Antworten

Hallo Friedl,

wie ich bereits beschrieb: Der Spüldienst in der Frauensuchtklinik Höchsten ist in keinster Weise Teil irgendeiner Arbeitstherapie! Das läuft völlig außen vor und ist nirgends konzeptionell verankert. Das müsste er aber, wenn er legitimer Teil des mit den Krankenkassen bzw. der Rentenversicherung verhandelten Therapieangebots wäre. Kein Therapeut, nicht einmal eine Küchenhilfskraft kommt auch nur ansatzweise in die Nähe der spülenden Patientinnen.

In den Broschüren und sonstigen Veröffentlichungen der Klinik taucht der Spüldienst nicht auf; er findet, bis man dort ist und vor vollendete Tatsachen gestellt wird, nie Erwähnung.

Erkenntnisse, die sicherlich zu gewinnen wären, wie jeweils fünf zusammengewürfelte Frauen miteinander diese unter Zeitdruck stehende Aufgabe bewältigen, werden von niemandem gewonnen, weil niemand diesen Prozess begleitet! Das ist da kein Assessment-Center!

Alles, was Arbeitstherapie ist, wird in der so genannten " 1.Reha-Konferenz" festgelegt und auch verschriftlicht. Da sitzen die Arbeitstherapeutin, der Einzeltherapeut, der Obertherapeut und die Ärztin sowie die Patientin. Da wird festgelegt, welche arbeitstherapeutischen Tätigkeiten die Patientin von da ab ausfüllen wird. Zum Beispiel die Tiere versorgen, den Schöpfdienst, Empfang und Begleitung der neuen Patientinnen, Rezeption etc.

Niemals wird der Spüldienst als Arbeitstherapeutische Maßnahme auch nur im entferntesten erwähnt. Und er ist auch kein Teil irgendeiner offiziellen arbeitstherapeutischen Maßnahme.

Und dass die Abschaffung des Spüldienstes den Therapieerfolg beeinträchtigen würde - ich lach mich weg. Das wäre natürlich seitens einer finanziell profitierenden Klinikleitung das altruistische Argument überhaupt.

Und das mit dem "Level"!: Ausbeutung der Schwäche und Passivität suchtmittelkranker Frauen hat nichts mit "Level" zu tun. Oder ist ernstlich jemand der Meinung, eine ALG-II-Beziehrin wäre schon allein deshalb prädestiniert für niedere hauswirtschaftliche Tätigkeiten wie das Spülen?

Ich finde es schön, dass Kapoen mit seinen Erfahrungen von vor ca. 35 Jahren ebenso beitragen möchte wie Du mit einem Konzept von vor fast zwei Jahrzehnten. 2000 war Michael Schumacher mit Ferrari Formel 1 Weltmeister, Dänemark gewann mit den Olsen Brothers "Fly on the Wings of Love" den Eurovision Song Contest, Frankreich wurde Fußball-Europameister und „Schwarzgeldaffäre“ (Helmut Kohl und die Spendengelder des Waffenhändlers Karlheinz Schreiber ) wurde zum Wort des Jahres gewählt.

Eigentlich warte ich noch auf einen von den älteren Herrschaften, der erzählt, wie toll es damals war, als sie alle für Bosch monatelang Waschmaschinen zusammengeschraubt haben und das dafür von Bosch gezahlte Salär habe man natürlich gern der beherbergenden und finanzielle Not leidenden Institution überlassen, selbstverständlich.

Um nicht missverstanden zu werden: Gute Arbeit kann zur Heilung betragen. Arbeit kann bei der Gesundung hilfreich sein. Ausbeutung niemals.


Danke für die Glückwünsche und: Cheerio,
Susanne

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F10 2 Offline




Beiträge: 4.593

03.06.2018 11:22
#278 RE: Der Vorhang zu Antworten

Zitat von Susanne im Beitrag #272


Deine Vorschläge, insbesondere hinsichtlich der Frageform und des Diskursanstoßes sind super. Das wird dann ein kritisches Hinterfragen aber keine Anklagenummer, die allzu leicht abgeschmettert werden würde.




Seh ich genau umgekehrt. Kritisches Hinterfragen wird dann mit dem vermeintlichen Thera- Hintergrund erklärt.´
Wenn das Ding schon lange Thema ist, dann Schluß mit Konsens-Gelaber.

Einzelne Beiträge ( Klick auf´s kleine Kreuzchen links oben, erzeugt den Einzelbeitrag - Link)

Copy & Paste als Mail an Hauswirtschaft, GF, Theraleitung: Hallo, zur Kenntnisnahme: Link, Text: "Diskussion auf Facebook, Twitter folgt.

Brief an RV- Träger ist auch raus", MfG Ende der Durchsage.

Garantiere Antwort innerhalb 12 h.

Oder hast was zu verlieren?

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grufti Offline




Beiträge: 3.705

03.06.2018 12:50
#279 RE: Der Vorhang zu Antworten

Hallo Susanne,

ich habe deinen Beitrag vom Zwangsarbeitsdienst mit ähnlichen Gefühlen gelesen wie der Kapoen.

Aber ganz unabhängig von der konkreten Situation, die ich mangels genauerer Kenntnisse auch nicht wirklich beurteilen kann:

Dein Post besteht aus mehr als 100 Zeilen zum Thema Spüldienst und einer einzigen Zeile "Ein Jahr Trockenheit". Nach meinem Eindruck sollte es genau andersrum sein.

Jedenfalls gratuliere ich dir ganz herzlich zu diesem einem Jahr und wünsche dir, dass noch ganz viele dazu kommen!

Ich persönlich würde versuchen, das Thema "Spüldienst" mental abzuhaken, keine Energie mehr dafür verschwenden und mich freuen, dass mir die Therapie abgesehen von diesem ärgerlichen Teilaspekt so viel gebracht hat, wie du ja auch selbst schreibst.

Und ich würde bei mir selbst nachschauen, warum mich gerade dieser Spüldienst selbst im Nachhinein so stark triggert.

Welchen Vorteil ziehst du daraus, wenn du tatsächlich hinkriegst, dass der Spüldienst in der Klinik abgeschafft wird, außer, dass du sagen kannst: " Na denen habe ich es aber gezeigt!" ?

Liebe Grüße vom Grufti!
Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden (Mark Twain)


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F10 2 Offline




Beiträge: 4.593

03.06.2018 15:32
#280 RE: Der Vorhang zu Antworten

Gruftis Einwand hat sicherlich einiges für sich.

Wenn das aber so ein emotionales Thema ist, wäre es einer der Therapieerfolge, das es eben nicht so stehen bleibt.

Da wäre es dann nur eine Nebelkerze zu sagen: Guck doch erstmals bei dir, was da so triggert.

Für das eigene Wohlbefinden, wäre es imho wichtig zu sagen. Ich lass es eben nicht so stehen, das hätte ich VOR der Thera so gemacht,
jetzt reagiere ich - unabhängig vom Ausgang - weil ich eben deutlich artikuliere was mir nicht passt.

Und das wäre ein Riesenvorteil!

LG Troubleshooter

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Susanne Offline



Beiträge: 332

03.06.2018 18:29
#281 RE: Der Vorhang zu Antworten

Hallo Grufti,

eine einzige Zeile? Verstehe ich nicht. Mein Beitrag zu 1 Jahr ohne Alkohol von 7: 38 Uhr heute hat doch eindeutig deutlich mehr Zeilen.

Die "100 Zeilen" zum Spüldienst stelle ich den gefühlt etwa 100.000 Zeilen gegenüber, die ich seit Juni 2017 bis Juni 2018 hier geschrieben habe. Steht doch alles schon hier. Auf 19 Seiten.

Zum Triggern: "Übersetzt man das Wort vom Englischen ins Deutsche, bedeutet es so viel wie „ausgelöst“. Ein „trigger“ ist also ein Auslöser. Im modernen Netzjargon wird der Begriff gebraucht, wenn jemand zornig und hasserfüllt reagiert. In diesem Moment fühlt sich die Person aufgrund der eigenen inneren Einstellung persönlich angegriffen."

Ich sehe mich nicht "getriggert". Weder fühlte ich mich jemals persönlich angegriffen, noch habe ich "zornig oder Hass erfüllt" reagiert. Es gibt auch keinen „Auslöser“.

Bilanzierend: Wer meine Kritik an diesem unfreiwilligen Frauenarbeitdienst bisher nach meinen Schilderungen nicht nachvollziehen kann, der kann es eben nicht nachvollziehen. Ich habe auch damit überhaupt kein Problem. möchte aber andererseits auch gar keine Energie in "Überzeugungsarbeit" stecken.

Ist ja auch okay, wenn die Herrn Kapoen und grufti das mit dem Spüldienst für Frauen ganz okay finden... ;-) Und keine Sorge: Mein Ziel ist nicht, dass die Männer in der Männerklinik demnächst auch spülen müssen… ;-)

Der Vorteil, den ich daraus ziehen kann, ist natürlich der, dass ich nach dem – nach Frau Dr. Idihelahf ja nahezu unumgänglichen - Rückfall dann, da die Klinik so Klasse ist, wieder dahin gehen werde und ich dann -mit etwas Glück- nicht mehr werde spülen müssen - das wäre dann nämlich ganz bestimmt meine Hauptsorge... *ironie aus*

Ein letztes Mal, ernsthaft: Da ich nun einmal das Vorgehen dieser Klink in diesem Punkt ethisch verwerflich finde (nochmal: Niemand muss meinen Standpunkt teilen, aber ich will ihn auch weder nochmals erläutern noch verteidigen) und einen - wenn auch ganz kleinen Beitrag (meine Güte, zwei bis drei Briefe - ich gehe ja nicht in den Untergrund und bastel Bomben...) dazu leisten möchte, dass dieser pietistische Anachronismus vielleicht einmal ein Ende findet - das würde mich einfach und ehrlich für die vielen, vielen dort noch anlandenden anderen Frauen freuen. Deine leider so negativ anmutende Motivationsunterstellung finde ich schade.

Also, ich habe meinen „Trockengeburtstag“ wirklich sehr schön begangen, keine Sorge -
der Stolz ist da und tiefe Freude. Manchmal freue ich mich halt auch ohne ganz ganz ganz viele Worte und ohne Zeilenzählerei.


Zur Bekräftigung und nach zwölf Monaten mit „saufnix“ daher nochmals ein:
Cheerio,
Susanne.

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StellaLuna Offline




Beiträge: 3.574

03.06.2018 18:42
#282 RE: Der Vorhang zu Antworten

Liebe Susanne,

erstmal "Cherio!" zu deinem Einjährigen, wunderbar!

Dieser vermaledeite Spüldienst..weia, ist mir noch im Gedächtnis. Ich finde es super und bewundernswert, wie du das angehst und wünsche dir viel Erfolg damit.

Liebe Grüße
Patricia

•✿•ڿڰۣ✿• J E T Z T •✿•ڿڰۣ✿•


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vicco55 Offline




Beiträge: 2.639

03.06.2018 18:46
#283 RE: Der Vorhang zu Antworten

Wir diskutieren doch hier nicht den Sinn, bzw. Unsinn von Arbeitstherapie. So wie Susanne das schildert, ist der Spüldienst doch gar kein Bestandteil davon. Was ich auch den eigentlichen Skandal finde, daß auf dem Ringgenhof die Herren der Schöpfung diesen Dienst nicht machen müssen. Warum? Können die das nicht, darf denen das nicht zuigetraut werden? Wahrscheinlich ist, dass in deren Augen die Frauen ja auch nicht so viel wert sind. Ist jetzt eine Unterstellung, ist aber genährt durch meine Erfahrungen hier im Bible-Belt rund um Stuttgart.

Ich persönlich danke jedenfalls allen meinen himmlischen Schutzmächten, daß mir der Ringgenhof erspart blieb. Mir gelernten oberschwäbischen Katholiban kommen bei Erzählungen wie die von Susanne (ich kenne einige, die auf dem Höchsten, bzw. auf dem Ringgenhof waren) regelmäßig sämtliche Vorurteile gegen die Pietkong hoch

PS die Tante Edit meint, ich hätte vergessen, Dir zu Deinem Trockenjahr zu gratulieren. Ist hiermit nachgeholt. Herzlichen Glückwunsch


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grufti Offline




Beiträge: 3.705

03.06.2018 21:17
#284 RE: Der Vorhang zu Antworten

Hallo Susanne,

bitte nimm das " Zeilen zählen" nicht wörtlich, ich finde halt, dass du dem Spüldienst verglichen mit dem positiven Rest deiner Therapie einen zu großen Raum gibst.

Aber das macht ja nichts, haben wir halt mal unterschiedliche Meinungen.

"Deine leider so negativ anmutende Motivationsunterstellung finde ich schade.".

Ich bin nicht sicher, ob ich den Satz richtig verstehe, ich vermute aber, du spielst darauf an:

"...dass du sagen kannst: " Na denen habe ich es aber gezeigt!" ?"

Wenn es das nicht ist, was dann?

Liebe Grüße vom Grufti!
Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden (Mark Twain)


kapoen Offline



Beiträge: 384

03.06.2018 22:54
#285 RE: Der Vorhang zu Antworten

Zitat von Susanne im Beitrag #281


Ist ja auch okay, wenn die Herrn Kapoen und grufti das mit dem Spüldienst für Frauen ganz okay finden... ;-) Und keine Sorge: Mein Ziel ist nicht, dass die Männer in der Männerklinik demnächst auch spülen müssen… ;-)


Susanne.


Hallo Susanne,

obige Aussage solltest Du wohl eher an der Klinikleitung adressieren, ich habe weder direkt noch indirekt behauptet oder durchblicken lassen, daß ich Diskriminierung für "okay" halte! Gerade auch dein Diskriminierungsargument finde ich überzeugend und nachvollziehbar! Ob hier ökonomischen Interessen oder einfach nur ein Katholisch-Christliche althergebrachtes Rollenverständnis antreibende Kraft ist, ist beides gleichermassen nicht hinnehmbar, ärgerlich und kritikwürdig ist so etwas auf jedenfall.

Grüsse Kapoen


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