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Saufnix
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Dieses Thema hat 238 Antworten
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 Deine eigene Alkoholkarriere
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kapoen Offline



Beiträge: 346

27.08.2016 11:21
#106 RE: Story antworten

@Guidoof


Alles sehr erfreulich zu lesen! Wichtig ist, daß man Ziele verfolgt, sich nicht vom Kurz abbringen läßt und sich auf neue Entwicklungen, neue Erfahrungen versucht einzulassen.

Wenn es Dir schon etwas besser geht, ist das auch wirklich erfreulich, aber bitte sei genau an diesem Punkt auch immer etwas mißtrauisch bzw. kritisch selbsreflexiv eingestellt. Das sogenannte “Suchtgedächtnis“ kann einem ganz schön in Verirrung führen. Der lange Suchittelkonsum hinterläßt ja letztendlich auch im Gehirn seinen organischen Abdruck. Ist ja auch nachvollziehbar, ein Gehirn, welchrs ständig unter “Strom“ stand und seiner Wahrnehmung nur noch dosiert durch die rosarote Brille erhalten hat, bildet im Laufe der Zeit synaptische Verschaltungen aus, eben diese Rauschzustände in der Verarbeitung einzubauen. Wird der Konsum eingestellt, bilden sich diese Verschaltungen wohl nicht mehr so schnell wieder zurück. Vielmehr verselbstständigt sich das Ganze, eine gewisse Eigendynamik ist die Folge. Man ist “besoffen“ ohne jeglichen Konsum. D.h. die Realität, seine eigene realistische Situation werden verzerrt mglw. viel zu euphorisch eingeschätzt, mit de Folge der Selbstüberschätzung bzw. Verharmlosung seines vormaligen Konsums! Ein Rückfall steht dann nicht mehr viel im Wege! Aber auch das “zu tode betrübte“, was ja fast zwangsweise auf einen unrealistischen Höhenflug nachfolgen wird, kann sicherlich rückfallgefährdend wirken. Natürlich darf es einem auch mal gut gehen, aber grade am Anfang sollte man sich lieber zweimal hinterfragen, worauf dieses Gutgehen eigentlich fußt und entsprechend mit der Realit abgleichen.

So jetzt muß ich wieder was arbeiten (ich habe einen Job, wo man auch am Wochenende ran mu, und das bei solchem Wetterschen :-((, so ungererecht ist die Welt😁


Guidoof Offline



Beiträge: 159

28.08.2016 00:55
#107 RE: Story antworten

Hallo zusammen,

ich weiß das ich vorsichtig sein muss und dass es ein Suchtgedächtnis gibt, welches man nicht aus der Acht lassen und ernst nehmen sollte. Ich habe selbst schon Situationen gehabt, in denen ich für den Bruchteil einer Sekunde vergessen habe, dass ich nicht mehr will. Es sind Situationen die denen stark ähneln, in denen es früher Alkohol gab. Ich sehe aber keine Gefahr für mich und möchte gern in aller Deutlichkeit sagen, dass ich wenn es zu solchen Erlebnissen kommt, meinem verfluchten Suchtgedächtnis unmissverständlich zu verstehen gebe, dass es mich verdammt nochmal am Arsch lecken soll.

Ich sehe es nicht ein, dass ich nur weil ein Suchtgedächtnis wissenschaftlich belegt ist, auf die Freuden verzichte die sich mir im Augenblick bieten.

Wenn ich auf mein Motorrad steige und losfahre, dann stellen sich früher oder später Glücksgefühle ein. Was soll ich denn in solchen Situationen machen? Anhalten und mich für die Freude schämen? Oder schnell das Smartphone auspacken und googlen, weil es doch sein könnte, dass die Freude nur künstlich hervorgerufene Euphorie aufgrund von Irreführung der Synapsen ist? Mir ein Taxi rufen und sagen fahr mich nach Hause, ich muss die Schüssel stehen lassen, denn mir geht es leider gerade total gut?

Genauso wenig Lust habe ich meine Alkoholsucht permanent und zu jedem Anlass anzuführen. Wie weit geht das denn? Muss ich auf die Frage an der Supermarktkasse ob ich alles erhalten habe, künftig antworten mit ICH BIN GUIDO, ICH BIN ALKOHOLIKER UND JA, ICH HABE ALLES AUSSER STEINPILZE IM 50 GRAMM PACK BEKOMMEN. ICH BIN DANKBAR DAFÜR, DASS ICH HIER HEUTE EINKAUFEN DURFTE?

Nein, sorry, ich nicht.

Ansonsten kann ich noch sagen, dass es auch ein anderes Gedächtnis gibt, dass mich einen großen Bogen um den Alkohol machen lässt. Wenn ich früher z.B. nach dem Tanken wie selbstverständlich in den Kühlschrank mit dem Vodka gegriffen habe, so gehe ich heute - zumindest bei Temperaturen wie zuletzt - wie selbstverständlich zum Mineralwasser. Und ich freue mich dann wie Bolle über mich selbst.

Ansonsten gibt es natürlich noch einiges zu bewerkstelligen. Dass es neben den glücklichen Momenten die ich hier preisgebe und die ich gern mit Euch teile, auch noch Ungelöstes zu bewältigen gilt ist ein Fakt dem ich mich stellen muss. Aber ich bin am Ball und erkenne immer wieder, dass ich viele Probleme selbst herbeigelabert habe, um mich dann dahinter verbarrikadieren zu können. Ich bin mir allerdings sicher, dass sich das Alles klären lässt und der Trümmerhaufen vor dem ich aktuell immer noch stehe, der sieht nicht mehr so übermächtig aus wie früher. Der Nebel ist verschwunden und ich kann etwas deutlicher sehen, welcher Mist aus welcher Richtung gekommen sein muss.

Bevor ich aufhöre zu schreiben, will ich noch einmal kurz zusammenfassen:

Seit April diesen Jahres bin ich hier mit Euch im Forum - wurde gut aufgenommen und habe viele Posts gelesen, die nicht von der Qualität sind dass man darauf verzichten sollte.

Ich habe im August diesen Jahres eine ambulante Therapie begonnen - die Chemie zwischen mir und meiner Therapeutin scheint zu stimmen und ich bin zur Mitarbeit bereit.

Ich gehe seit gestern in eine Selbsthilfegruppe - ich werde dort wieder hingehen und mich garantiert nicht anmaßen.

Es ist erst der Anfang und dennoch bin ich weiter als jemals zuvor!

Habt einen schönen Sonntag!

Liebe Grüße
Guido


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Bodhisattva Offline



Beiträge: 1.241

28.08.2016 08:48
#108 RE: Story antworten

Hallo Guido,

das erste nüchterne Jahr ist das schwerste sagen viele Experten und ich kann das aus eigener Erfahrung nur bestätigen, völliges Neuland und extreme Gefühlsschwankungen, Probleme, Freude, Angst, Gefühle nicht mit Alkohol zudecken, sondern weiter zu gehen, nüchtern und mit den ganzen Widrigkeiten umzugehen, das ist die Kunst. Ich wollte erstmal Strecke machen, habe viel gelesen und bin in einer sehr sympathischen SHG gut aufgenommen worden, das hilft mir bzw. hat mich die erste Zeit getragen. Es gibt und gab auch immer wieder Rückschläge im Leben, trotzdem ist die Prämisse für mein Leben die gleiche wie noch vor 28 Monaten -> Das erste Glas bleibt stehen. Die Gedankengänge ob und wem ich meine Alkoholsucht jetzt erkläre usf. stellte sich für mich nicht, war mir auch relativ egal, nüchtern bleiben war erstmal das Credo und so langsam konnte ich dann mein Leben aufräumen.

Da waren auch Gefühle in mir zeitweise es müsste von außen "honoriert" werden, dass ich nichts mehr trinke, Hurra, Bodhi trinkt nichts mehr, saustark, jetzt wird alles klappen & supertoll werden. Dabei waren Gedanken im Spiel wie mich die äußere Welt sieht, was diese mir gibt usf., die alte Falle, gefallen zu wollen, ein klein wenig wieder die maskierte Persönlichkeit spielen. Günstig ist jetzt die Ausgangslage, ohne Sprit erkenne ich diese Muster und kann diese ändern.

Oder nehmen wir das berufliche Umfeld, ein Stück weit war ich nass mit alkoholischen Gedanken in all der Verzerrung und Aggressivität sogar erfolgreicher als jetzt, aber eben nur in einem Umfeld, dass nicht meinen inneren Werten entspricht, auch das schmerzt sehr und ist so ein verfehltes Lebenskonzept, das ich korrigieren möchte, ist die größte Baustelle derzeit.

Was mich nüchtern hält und in der ersten Zeit getragen hat waren auch nicht die großen superschlauen Sprüche und Erkenntnisse oder intellektuellen Ansätze, sondern ganz schlicht und einfach nix Saufen, Gruppen, Dinge machen die mir gut tuen (Sport), und vor allem die Nüchternheit an die Pos. 1 im Leben stellen. Keine Ausrede, alles was mich zum Glas führt muss mein Leben verlassen. Ich denke, dass ist für mich das Entscheidende, das Erkennen, dass zwar Nüchternheit nicht alles ist, aber ohne Nüchternheit ist alles nichts.

Grüße, Bodhi

Nicht die Dinge ändern sich: Wir ändern uns. (Henry D. Thoreau)


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kapoen Offline



Beiträge: 346

28.08.2016 09:24
#109 RE: Story antworten

Deinen Humor & Deine Eigenwillichkeit haste Du aufjedenfall noch nicht verloren ! Kenne ich irgenwoher..😁!

Klaro es ist auch wichtig sich seines Lebens zu erfreuen, zu genießen, Spass zu haben. Ich bin auch nicht der Meinung, daß wir Suchtkranke für den Rest unseres Lebens in “Sack und Asche“gehen müssen und ständig “mea culpa, mea culpa, mea maxima culpa“ vor und her beten müssen.

Alleerdngs dieser Trockenrausch gibt es wirklich, ist eine reale Gefahr und ein Monster, welches auf unseren Weg zurück sich immer wieder mal im Weg stellt. Wobei es schon so ist, daß man(ich) sehr wohl unterscheiden konnte, ob ich mich wirklich über etwas freue oder aber ob es sich dabei lediglich um ein Hirngespinst handelt. Der Trockenrausch würde ich als so ne Art Film charaterisieren, in grunde genommen basieren hier die euphorischen Gefühlsanwandlungen hauptsächlich auf Projektionen in der zukunft, rauschaftr Phantasieschlösser werden aufgebaut, das eigene Selbst bläht sich völlig losgelöst von der Realität auf. Warscheinlich handelt es sich bei diesem Vorgang um einen kompensatorischen Versuch seiner Psyche die auf der anderen Seite des Pendels vorhandenen real erlebten Unzulänglichkeiten, die wir als Suchtkranke normalerweise mitbringen, auszugleichen!

Motorrad bin ich auch lange gefahren, hier nahe den Bergen gibts wunderschöne Strecken zu kurven, mir hats immer viel Spaß gemacht und war oft ne wichtig Stütze im Kampf gegen die Sucht. Zeitweise war ich auch viel/exesiv Bergwandern oder hab Extremsport (hab in meinen besten Jahren schon mal mit dem Rad in die Berge gefahren - 120km einfach - eine 2000er hochgestiefelt und anschließend am gleichen Tag wieder zurück!) Suchtherapeuten würden hier wohl von klassischer Suchtverlagerung sprechen, mag stimmen, aber selbst wenn es mir nicht wirklich weiter gebracht hat, hat es mich doch wenigstens geholfen über eine schwierige Zeit zu kommen.

Beim “Outen“ sind wir nahe beieinander, vonmir wissen nur max. 10 Menschen um meine Sucht. Nicht daß ich mich schäme, nur meine Erfahrung ist, daß die meisten Menschen nicht wirklich damit umgehen können. Entweder man löst Abwehr aus oder Mitleid oder Bewunderung aus. Mit all dem kann ich persönlich wenig anfangen.

Ich bin jetzt im 37 jahr suchtmittelfrei, aber auch ich muß immer noch aufpassen, mir immer noch bewußt sein, daß ich suchtkrank bin. Zwar habe ich in Laufe der Jahre viele Erfahrungen gesammelt, auch ein sicherlich umfangreiches Wissen über Suchtkrankheiten im allg. sowie Vieles über mich persönlich bzw., was bei mir psychisch nicht so gut funktioniert, gelernt bzw. gesammelt. Allerdings sei hier auch nochmals deutlich gesagt, daß wir alle keine “Krankheit des Wissens bzw. Nichwissens“ haben, sondern eine psychosoliale affektive Störung mit uns herum tragen. Das bedeutet, daß das Wissen bestenfalls so etwas wie ein Wegweiser darstellt, den mühsamen gehen tut man aber mit den Beinen! Das wäre in etwa zu vergleichen, als wenn man einen 10 Wettkampflauf in 35 minuten schaffen möchte. Es ist natürlich sinnvoll und hilfreich alle möglichen Büchern übers Laufen zu lesen, dies alleine macht denoch kein guter Läufer aus mir. Neben der Lektüre braucht es hier in allererste Linie, die Auseinandersetzung mit sich selbrr, die unendlichen Mühen und die ganze Plackerei, Trainingseinheiten etc. bis man seinem Ziel näher kommen kann!

Schönen Sonntag noch

Kapoen


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kapoen Offline



Beiträge: 346

28.08.2016 10:53
#110 RE: Story antworten

@bodhi


Sehr gut gesprochen bodhi, ich glaub Du bist aufn guten Weg!

Grüße

Kapoen


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Guidoof Offline



Beiträge: 159

29.08.2016 01:24
#111 RE: Story antworten

Hallo zusammen,

Danke Bodhi, danke Kapoen! Immer 150%

Ich denke, dass mit dem 2000er werde ich bis zum Ende meines Lebens nicht hinkriegen, aber insgesamt will ich natürlich auch in Bewegung bleiben.

Das mit dem Monster, also mit dem Suchtgedächtnis und den Gefahren die daraus entstehen, dass habe ich immer in meinem Hinterkopf. Jedoch -und das ist alles was ich zum Ausdruck bringen will- möchte ich nicht wertvolle Lebenszeit verschwenden, indem ich darauf warte, dass es endlich passiert. Es muss nicht ständig Thema sein.

Es kann doch auch jeden Tag ein Unfall passieren, oder irgendeine schlimme Krankheit einen Strich durch die Rechnung machen. Wie ätzend wäre es denn aber, wenn ich mich heute schon hinsetze und darauf warte, dass es endlich passiert. Nein, da bleibe ich lieber locker und nehme jeden Tag mit, der sich mir bietet.

Das soll jetzt aber nicht heißen, dass ich nicht auch Strecke machen will. Ich wache morgens mit dem Gedanken auf das erste Glas stehen lassen zu wollen und ich schlafe abends mit dem Gedanken ein wie stolz ich bin, dass ich es ohne Selbstgeißelung geschafft habe. Ich stehe immer noch vor einem riesigen Chaos und ich bin mir sicher, dass es noch eine gefühlte Ewigkeit dauern wird bis ich alles auf der Reihe habe, aber aus meinem Versteck bzw. meinem Suchtgefängnis (so wie F10 2 das Anfangs so treffend beschrieben hat) bin ich raus. Und auch wenn es sich beknackt anhört: es gibt hier draußen eine ganze Menge zu sehen und das gucke ich mir -neben meinen Verpflichtungen- alles ganz genau an und nehme es mit, wenn es mir Freude bereitet. Jeden Gedanken an Alkohol lehne ich dabei aber schon in der Entstehungsphase ab.

Es tut sich gerade eine ganze Menge. Und gerade weil es so viel ist, bin ich besonders vorsichtig.

Ich wünsche Euch allen eine erfolgreiche Woche

Liebe Grüße
Guido


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Zwitscherer Offline




Beiträge: 1.709

29.08.2016 10:14
#112 RE: Story antworten

Hi Guido,
wenn es immer mehr Spaß macht, bist Du auf dem richtigen Weg. Ich hab auch lange gebraucht. Von furztrocken über ab und zu bis zur Wochenendsause hab ich jetzt alles durch. Doch vor einigen Monaten begann ich das Ganze näher zu betrachten und fand es auf einmal paratox, fit für die Arbeit und matschig an meinem verdienten WE zu sein. Na ja und jetzt ist das nun schon ein paar Wochen abgestellt und ich gehe jetzt am WE oft mit der Familie raus, essen, spazieren, Kino usw. Ist zwar noch nicht sooo lange, aber alle positiven Aspekte durfte ich schon erleben und habe gemerkt, dass sich das einfach lohnt. Sich mit den ganzen Gedanken über Sucht und Suchtgedächtnis ständig verrückt zu machen, ist ein riskantes Ding. Also bleib dran und viel Spaß.

Ciao Zwi


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Boe Offline



Beiträge: 1.811

29.08.2016 11:01
#113 RE: Story antworten

Jo Zwitscherer, hast aber lange gebraucht bis zu dieser Erkenntnis .....

...................................
Leichtigkeit


Zwitscherer Offline




Beiträge: 1.709

29.08.2016 11:55
#114 RE: Story antworten

Weißt doch, was lange währt wird gut :)

Ciao Zwi


newlife Offline



Beiträge: 3.898

29.08.2016 12:24
#115 RE: Story antworten

hui. Auch von dir mal ein persönlicher Beitrag, Zwitschi. Sehr schön und trocken isser auch. Was will man da noch mehr...


Bodhisattva Offline



Beiträge: 1.241

30.08.2016 12:16
#116 RE: Story antworten

Jo Zwitscherer,

top, dass Dir dein Leben nüchtern besser gefällt und mit deinem Umfeld kannst Du schöne Dinge unternehmen, liest sich richtig gut.

Grüße, Bodhi

Nicht die Dinge ändern sich: Wir ändern uns. (Henry D. Thoreau)


trollblume Offline




Beiträge: 3.564

02.09.2016 21:52
#117 RE: Story antworten

Zitat von Zwitscherer im Beitrag #112
Hi Guido,
wenn es immer mehr Spaß macht, bist Du auf dem richtigen Weg. Ich hab auch lange gebraucht. Von furztrocken über ab und zu bis zur Wochenendsause hab ich jetzt alles durch. Doch vor einigen Monaten begann ich das Ganze näher zu betrachten und fand es auf einmal paratox, fit für die Arbeit und matschig an meinem verdienten WE zu sein. Na ja und jetzt ist das nun schon ein paar Wochen abgestellt und ich gehe jetzt am WE oft mit der Familie raus, essen, spazieren, Kino usw. Ist zwar noch nicht sooo lange, aber alle positiven Aspekte durfte ich schon erleben und habe gemerkt, dass sich das einfach lohnt. Sich mit den ganzen Gedanken über Sucht und Suchtgedächtnis ständig verrückt zu machen, ist ein riskantes Ding. Also bleib dran und viel Spaß.





toxisch allemal


Glückwunsch zum erneuten Einstieg in die Giftfreiheit...

Wer seinen Hafen nicht kennt,für den ist jeder Wind der falsche
(Seneca)


F10 2 Offline




Beiträge: 4.422

02.09.2016 23:16
#118 RE: Story antworten

Poly - oder Monotox
alles aus der Dröhner-Box
wird im Hirn bunt durchgemixt
bevor man denkt: Oh ha verflixt

ich möcht jetzt wieder nüchtern sein
und lass das gifteln einfach sein.

Wenn dieses doch so einfach wär
und nicht so oft belastend schwer
dann würde viel im Forum fehlen
wo manche sich durch postings quälen

die weder ich noch du verstehen.
An diesem kann man´s deutlich sehen!

Doch durch immer wieder neue Fragen
kommt Nüchternheit dann doch zum Tragen.

Und tut der letzte Satz sich nicht so reimen
geh ich einfach ins Bett.

_____________________________________________________________________________________
Wer nach vorne kommen will, muss Regeln brechen. Wer innovativ sein will, muss Konventionen missachten. Wer Kreatives schaffen will, muss Bestehendes vergessen.


5 Mitglieder finden das Top!
Guidoof Offline



Beiträge: 159

09.09.2016 18:58
#119 RE: Story antworten



Guido alias Guidoof

the pride of the Saufnix Forum ;-)

proudly crossed the one month and one day without alcohol borderline.



Hallo zusammen,

okay, nehmt bitte Rücksicjht darauf, dass ich Englisch nicht als Muttersprache gelernt habe ;-)

Die Aussage stimmt aber und ich wusste nicht wie ich eine Einleitung hinkriege, die meine Freude zum Ausdruck bringt.

Wenn ich mir die Trockengeburtstage der letzten Tage so angucke, dann kann ich nicht mithalten (herzliche Glückwünsche natürlich auch von mir) aber ich freue mir gerade 'nen Zacken aus der Krone, dafür dass ich es hingekriegt habe einen Monat und einen Tag die Finger vom Alkohol zu lassen und somit den längsten Zeitraum trocken bin, den ich jemals -seitdem ich vor Jahrzehnten das regelmäßige Saufen begonnen habe- geschafft habe. Mit 24 Jahren habe ich es mal einen Monat am Stück ausgehalten und das war nicht echt, sondern eine dämliche Wette, die zu keinen weiteren Erfolgen beigetragen hat.

Diesmal hat es "Spaß" gemacht und ich habe derzeit nicht das geringste Verlangen nach Alkohol. Und ich passe anders als früher auf mich auf!

Ironischerweise, hatte ich auch heute mein zweites Beratungsgespräch und gehe nachdem ich das hier aufgeschrieben habe noch zur Selbsthilfegruppe. es läuft also alles wie geplant und ich möchte mich noch einmal bei Euch bedanken, dafür dass ihr mich angetrieben habt.

Mein allgemeines Chaos -die Trümmerhaufen- nehmen eine gewisse Struktur an, ich bin fleißig am aufräumen und habe es akzeptiert, dass ich dafür neben den Willen auch Geduld mitbringen muss. Lege mich halt nicht mehr so sehr in die Kurve, dass ich zwangsläufig auf die Klappe fliegen muss.

Es ist ein geiles Gefühl, wenn man spürt das die Lebensgeister wieder zurückkehren wollen.

Ich halte Euch auf dem Laufenden

Liebe Grüße und ein schönes Wochenende

Guido


9 Mitglieder finden das Top!
septembersonne Offline




Beiträge: 5.742

09.09.2016 20:10
#120 RE: Story antworten

Zitat
Es ist ein geiles Gefühl, wenn man spürt das die Lebensgeister wieder zurückkehren wollen.



Oh ja, sie sind da...eine mehr oder weniger lange Zeit verschüttet gewesen, aber sie sind da.

Ich erinnere mich an meine Anfangzeit und lese Parallelen.

Gerüche, Geräusche, der Geschmack, die gesamte Wahrnehmung kehrte wieder.

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Das Leben ist schön, von " einfach " war nie die Rede.


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