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Saufnix
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Dieses Thema hat 231 Antworten
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 Deine eigene Alkoholkarriere
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Guidoof Online



Beiträge: 132

14.08.2016 09:23
#91 RE: Story antworten

Guten Morgen zusammen,

Danke Vera!

ich werde die zusätzlichen 3 Stunden dann heute mal etwas früher nutzen ;-)

Ich will ja nur versinnbildlichen, dass ich mir bewusst gemacht habe, dass es ein schönes Gefühl ist, dass ich dem Alkohol nicht mehr hinterher jage und aufgrund dessen auch nicht mehr verstecken muss. Ich putze mir meine Zähne wieder gründlich wie es sich gehört und nicht stundenlang zusätzlich mit irgendwelchen Mundwassern Marke Listerine die dir die Schleimhäute zerstören. Ich fahre direkte Wege und nicht mehr über Felder und und und. Aber das kennen viele, glaube ich, aus eigener Erfahrung. Den Zugewinn an Zeit, den nehme ich erst jetzt als ein Geschenk wahr und nutze sie. Das ist mir bei meinen bisherigen Versuchen mit der scheiß Sauferei aufzuhören nie gelungen. Da habe ich nie so recht gewusst was ich machen soll und den Alkohol als meinen treuen Begleiter vermisst. Ich hatte das aber nie so wirklich auf der Rechnung, sondern stets den Punkt festgelegt, an dem man sich sicher sein kann, dass man den Alkohol ja nicht wirklich brauch um dann einen hemmungslosen Rückfall zu fahren. Ähnlich wie bei Bodhi, dem "Trinkpausenkünstler".

Das der Tag nicht wirklich 27 Stunden hat ist ein bisschen ärgerlich :-) Aber Grufti, sei Dir sicher, dass ich nicht übermütig werde. Ich habe hier nur einen Ausschnitt von dem dargestellt was zur Zeit passiert, weil ich die Freude über die kleinen positiven Veränderungen mit Euch im Forum teilen möchte.

Mein Ausstiegsdatum habe ich auf den 08.08.2016 datiert, weil ich an dem Tag einen Schritt gewagt habe, den ich vor kurzer Zeit noch für Absurd gehalten habe. Ich gehe wie gesagt am 23.08. zum ersten Gespräch mit meiner Therapeutin und bin nach wie vor genauso gespannt wie ängstlich. In der Beratung sagte man mir aber, dass ich mich auf dem richtigen Weg befinde und es mir einen kleinen Vorteil verschafft, wenn ich bis dahin nüchtern bleibe.

Ich bin mir sicher, dass ich das packe! Ich würde mich aber freuen, wenn ihr mir weiterhin Glück wünscht.

Liebe Grüße
Guido


Bodhisattva Offline




Beiträge: 1.175

14.08.2016 11:54
#92 RE: Story antworten

Hi Guido,

die Trinkenpausenkunst, in allen Variationen und mit allen Systemen zelebriert, ich konnte fast 20 Jahre auf Knopfdruck wieder aufhören, bis eben die neue Ebene der Sauferei erreicht war, und dann hat's am Morgen nach dem Suff kräftig gebrannt, schlussendlich war's mir ab irgendeinem Punkt auch egal, dass ich am Woe und teils auch unter der Woche immer öfters schon Morgens hingelangt habe. Wirklich aufhören wollte ich nie, also es gab insofern kein Eiern, sondern eher durch die Pausen wieder Luft vernünftig ein paar Sachen auf die Reihe zu bringen, eben bis zum nächsten Absturz, das Ende gleicht sich bei so vielen Trinkern, nicht mehr ich konnte die Sucht kontrollieren sondern die Sucht mich. Und hätte es mich am Ende nicht so zerrissen auf allen möglichen Ebenen (privat, beruflich, seelisch/psychisch) dann hätte ich nicht aufgehört. Schließlich war ich auch ein wenig Selbstverliebt in meine nasse Gedankenwelt der Manipulation und Traumtänzerei.

Wenn Du jetzt dran bleibst, hast Du die Chance Dich und deine Gefühle zu beobachten, und daraus folgt dann hoffentlich auch irgendwann das für dich genesende handeln, bzw. die Erkenntnisse können Dich weiterbringen, den Groll und die Wut bspw. ungefiltert bei mir zu erleben war eine neue Erfahrung, Trinkpausen habe ich ja meist wegen eben diesen Gefühlen unterbrochen, außer es stand irgendetwas ganz wichtiges an. Da geht's um Lebenskonzepte, verfehlte und anderem, und das Verarbeiten und Annehmen der Vergangenheit und endlich im JETZT zu leben.

Es gibt immer noch Zeiten in denen es mir nicht gut geht, ich wütend bin, Groll habe, sauer bin, sich das trotzige Kind in mir rührt, aber der Gedanke an Alkohol - NEIN. Ich habe nur ein Leben und das möchte ich mir nicht ruinieren, und auch ohne die sog. geldigen Dinge lebt's sich hervorragend, ohne dem Hecheln und Lechzen nach Anerkennung von außen. Nur sind diese Schattenseiten eben auch immer ein Teil von mir und mich möchte achtsam sein, dass die positive gesunde Seite überwiegt, die ich genau so in mir trage.

Wenn's Dir gut geht und schreiben hilft Dir hier im Forum, mach's einfach, wenn's Dir schlecht geht ebenso, kann nüt schaden, und hier haste alle möglichen Experten, wat besseres findeste mMn in keinem Buch. Und Gegenwind gibt's natürlich auch im Forum, ist auch okay so, verschiedene Meinungen / Ansichten, auch viele Egos (mich eingeschlossen) die aufeinandertreffen, der Nutzen überwiegt, deshalb bin ich hier.

Ich wünsche Dir was, bleibe am Ball, Grüße, Bodhi

Nicht die Dinge ändern sich: Wir ändern uns. (Henry D. Thoreau)


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Guidoof Online



Beiträge: 132

14.08.2016 15:41
#93 RE: Story antworten

Hey Bodhi,

bei mir haben die Wochenenden und die Urlaube dran glauben müssen. Unter der Woche habe ich erst am Nachmittag nach Feierabend angefangen - dann aber auch konsequent schon beim Autofahren. Die Gier und der Druck haben aber auch bei mir immer groteskere Züge angenommen, sodass ich in kürzester Zeit eine komplette Flasche Vodka trinken konnte, "damit ich nicht so spät schlafen gehe". Aber auch ich war immer wieder in der Lage, die nächste Flasche auf ein späteres Datum zu verschieben. Ich schäme mich nicht dafür, es hat halt so stattgefunden, aber es kommen leichte Ekelgedanken auf, wenn ich mich an das Finale -das noch gar nicht so lange zurückliegt- erinnere.

Vieles habe ich gern auf andere geschoben und sie für meine Lebenssituation verantwortlich gemacht, alle waren an allem schuld - nur nicht ich und meine Unfähigkeit das eigene Leben in den Griff zu kriegen! Wenn ich aber in den letzten Tagen eines begriffen habe, dann ist es die Gewissheit, dass Menschen die in der Lage sind ihren kleinen Hass auf andere zu projizieren, in der Regel auch sich selbst hassen. Und wenn ich eines nicht haben will, dann ist es dieses isolierende, unschöne Gefühl. Ganz im Gegenteil, möchte ich mir etwas zurückholen, was ich für den Alkohol aufgegeben habe bzw. nie vollständig zum Ausdruck bringen konnte: Meine Fröhlichkeit. Vielleicht klingt es jetzt ein wenig abgedroschen, aber der wahre -soziale, fröhliche.....- Guido, der steckt noch in mir drin, ich habe ihn nur leider nonstop betäubt.

Eine Ambition habe ich allerdings nicht und das ist es jedermanns Liebling zu sein und es allen recht machen zu wollen. Das habe ich mehrfach versucht, aber es haut nicht hin. Niemals! Offene ehrliche Kritik, auch wenn sie im ersten Augenblick vielleicht ein bisschen wehtut, nehme ich aber gern entgegen. Hier im Forum hatte ich bisher noch nicht das Gefühl, dass mir einer etwas unterstellen will, bzw. mich nicht ernst nimmt.

Da ich mir ohnehin ständig selbst begegne, habe ich auch die Auseinandersetzung mit mir selbst begonnen - dass ich dabei Hilfe brauche, werde ich nicht mehr verdrängen (oder wegspülen)

ABER ich stehe erst am Anfang!

Beste Grüße
Guido


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Guidoof Online



Beiträge: 132

15.08.2016 23:39
#94 RE: Story antworten

Hallo zusammen,

ein weiterer Tag ohne Alkohol liegt fast hinter mir und ich hatte nicht eine Sekunde das Bedürfnis danach, worüber ich doch sehr froh bin. Ich war vorhin noch eine kleine Runde mit dem Motorrad unterwegs und habe zwischendurch angehalten um meine Gedanken etwas treiben zu lassen bzw. sie ein bisschen zu ordnen. Ich kann es nicht genau beschreiben, aber ich habe irgendwie das Gefühl, noch lange nicht nüchtern zu sein. Nicht das ich Angst vor einer Blutprobe habe, denn das Ergebnis wäre 0,0, aber jetzt wo ganz sicher kein Alkohol mehr im Blut sein kann und auch der Nebelschleier verschwunden ist, kriege ich es immer deutlicher vor meinem geistigen Auge zu sehen, was der Alkohol alles angerichtet hat. Seid Euch sicher, dass das ganz schön Groggy macht und dass ich NICHTS aber auch wirklich GAR NICHTS davon noch einmal erleben möchte.

Aber ich gebe nicht auf und es wird mit jedem Tag auch ein bisschen heller am Ende des Tunnels.

Tut mir leid, wenn das jetzt ein bisschen "unfröhlich" geklungen hat, aber anders kriege ich es nicht in Worte gefasst und es hat mich halt den ganzen Abend beschäftigt.

Wie dem auch sei, ich muss mir langsam meine Mütze aufsetzen :-)

Gute Nacht Euch allen und bis bald
Guido


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Biene Offline




Beiträge: 375

16.08.2016 09:04
#95 RE: Story antworten

Hallo Guido,

Zitat

"kriege ich es immer deutlicher vor meinem geistigen Auge zu sehen, was der Alkohol alles angerichtet hat."

Nu lass dich mal davon nicht runterziehen, Vergangenheit kannst du nicht mehr ändern nur deine Gegenwart und Zukunft kannst du gestalten.
Diese Kapitel Alkohol gehört nun mal zu unserem Leben dazu und auch ich erinnere mich manchmal an gewisse Situationen, die mir äußerst unangenehm sind...
Aber was solls wir können es nur besser machen.

Deshalb wünsche ich dir viel Erfolg auf deinen Weg und schieb die Dämonen der versoffenen Vergangenheit dahin wo sie hingehören, in die Schublade mit der Aufschrift "Will ich nie wieder"
Hol sie nur raus, wenn du übermütig wirst oder leichtsinnig, dann erinnere dich ansonsten leb dein Leben Stück für Stück in eine hoffentlich abstinente Zunkunft.

Liebe Grüße

Biene


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Guidoof Online



Beiträge: 132

17.08.2016 01:40
#96 RE: Story antworten

Hallo zusammen,

Danke Biene, ich werde den Tipp mit der Schublade annehmen. Allerdings werde ich die Aufschrift "Fahr zur Hölle" wählen.

Ich lasse mich nicht runterziehen und auch nicht von dem entmutigen, was in der Vergangenheit passiert ist. Wenn ich aber eine vernünftige Aufarbeitung meiner Vergangenheit hinkriegen will, dann muss ich auch die Schattenseiten betrachten, ob es mir schmeckt oder nicht.

Ich möchte aber gerne deutlich machen, dass ich in den letzten Tagen zu einigen Erkenntnissen gelangt bin, die von sehr schöner Natur sind. Trotz der Trümmer die noch vor mir liegen, trotz der Erkenntnis, dass der Alkohol meinem Leben NICHTS genützt und viel Schaden angerichtet hat, bin ich zur Zeit sehr ausgeglichen. Ich erkläre mir das damit, dass ich das erste mal in meinem Leben das Gefühl habe, mir selbst gegenüber ehrlich zu sein. Egal in welche Richtung die Reise geht (Hauptsache nüchtern), ich werde etwas mitnehmen was ich längst verloren geglaubt habe: die Fähigkeit mir selbst zu vertrauen. Und das ist ein unglaublich schönes Gefühl, von dem ich glaube, dass es mich weiterführt und mir die Kraft und Ausdauer verleiht, die nächsten Monate zu überstehen.

Und wenn das der Weg in ein neues Leben ist -wow- dann bitte mehr davon.

So und jetzt schnell die Mütze mit viel Schlaf drin auf :-)

Liebe Grüße und bis bald
Guido


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septembersonne Offline




Beiträge: 5.736

17.08.2016 09:27
#97 RE: Story antworten

Hallo, Guido!

Das liest sich recht positiv und ich wünsche Dir weiterhin einen erfolgreichen Weg in die zufriedene Abstinenz.

Manchmal kann eine Krankheit auch eine Chance sein, aber nur dann, wenn Mensch die Wahl hat und ich hatte die Wahl:

Aufhören, oder weiter dieser Selbstmord auf Raten.

Ich habe das Aufhören gewählt, für mich die beste Entscheidung überhaupt.

Liebe Grüsse!

Manuela

---------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Das Leben ist schön, von " einfach " war nie die Rede.


3 Mitglieder finden das Top!
pueblo Offline




Beiträge: 2.288

17.08.2016 12:03
#98 RE: Story antworten

ich habe auch ohne therapie und entgiftung aufgehört .
ich habe sogar noch jeden abend in der kneipe gessen dabei.
ich war damals noch auf montage .

ambulante therapie fing ich erst an ,
also da war ich schon 10 oder 11 monate trocken .
zur suchtberatung ging ich erst nachdem ich drei monate trocken war .
die einzelgespräche dort taten mir sehr gut .

zur shg ging ich von anfang an.
ohne shg und diesem forum hier ,
hätte ich damals echt alt ausgesehn.

die ersten drei monate hatte ich reichlich mit mir selbst zu tun ,
und genau so lange dauerte es auch ,bis ich wirklich wieder klar denken konnte .

heute hätte ich schon einiges anders gemacht .
zb viel eher ratschläge angenommen.

anderseits musste es warscheinlich genau so sein ,
wie es gekommen ist .

___________________________________________________
muss es immer erst zappenduster werden,bevor uns ein licht aufgeht


3 Mitglieder finden das Top!
Guidoof Online



Beiträge: 132

23.08.2016 00:00
#99 RE: Story antworten

Guten Abend zusammen,

ich lasse mir mit dem Schreiben jetzt bis 24:00 Uhr Zeit und liefere dadurch den letzten Beitrag für heute.

Ich bin dann quasi der Tagessieger !!!

Nein, Quatsch :-)

Ich wollte mich nur nach ein paar Tagen Pause melden und stolz verkünden, dass ich mich aus meiner Sicht noch immer auf dem richtigen Weg befinde.

Morgen beginnt dann für mich der erste Tag der Therapie. Ich bin echt aufgeregt deswegen und habe mich gefragt, inwieweit ich mich darauf vorbereiten kann und muss. Mir ist erst ziemlich spät eingefallen, dass es auch Dinge gibt, die möchten dass man sie auf sich zukommen lässt. Und überhaupt die beste Vorbereitung war, dass ich mich nicht im Vorfeld noch einmal -kurz zum Abschied- abgeschossen habe.

Ich weiß nicht genau was es ist, aber irgendetwas lasse ich gerade hinter mir und fühle mich, trotz Ungewissheit, bereit das aufzunehmen was vor mir liegt.

Ich halte Euch auf dem Laufenden.

Beste Grüße und eine gute Mütze voll Schlaf Euch allen!

Guido


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Bodhisattva Offline




Beiträge: 1.175

23.08.2016 07:32
#100 RE: Story antworten

Lieber Guido,

ich wünsche Dir viel Erfolg, tolle neue Erkenntnisse und vor allem die nötige Kraft die Du benötigst. Schön, dass ins TUN gekommen bist und dich auf dem Weg befindest, ein trockenes Leben lohnt sich, aber dermaßen!

Grüße, Bodhi

Nicht die Dinge ändern sich: Wir ändern uns. (Henry D. Thoreau)


Guidoof Online



Beiträge: 132

24.08.2016 00:00
#101 RE: Story antworten

Hallo an Alle,

Danke Bodhi, ich kann es gebrauchen!

Der Tag heute war etwas anstrengend, da ich zwischen Arbeit und meinem ersten Gesprächstermin nur eine Stunde Zeit hatte und die Verkehrslage hier z. Zt. eine einzige Katastrophe ist.

Insgesamt frage ich mich, wovor ich eigentlich so einen Bammel hatte!? Die Therapeutin wirkt sehr sympathisch und gibt mir das Gefühl, dass sie ihre Fachrichtung aus Überzeugung gewählt hat. Die Chemie scheint also zu stimmen und ich brauche mir diesbezüglich keine Sorgen mehr zu machen.

In dem Gespräch heute hat sie mich reichlich abgeklopft und mir die verschiedenen Möglichkeiten therapeutischer Maßnahmen erklärt. Ich habe nun die Aufgabe, mir bis zum 09.09. also dem nächsten Termin, Gedanken darüber zu machen, welche ich für mich persönlich für geeignet halte. Parallel dazu gehe ich ab sofort und offiziell jeden Freitag in eine Selbsthilfegruppe.

Ja und so sehe ich mich am Anfang und am Ende zugleich.

Ich werde noch oft auf mezurückschauen müssen, in der nächsten Zeit, aber ich bin guter Dinge, dass der Schmerz schon sehr bald nachlassen wird!

Will keep you posted!!!

Übrigens, ich sitze in letzter Zeit wieder häufiger auf dem Motorrad. Ist vom Ding her ja nichts Besonderes, aber es zeigt, dass es auch ein paar "Baustellen" gibt, die gut funktionieren.

Liebe Grüße


2 Mitglieder finden das Top!
kapoen Offline



Beiträge: 308

24.08.2016 08:27
#102 RE: Story antworten

@Guidoof


Kann ich Dir voll die Daumen drucken, daß alles klapt, wie vorgenommen! Ist das eigentlich Deinen ersten Anlauf Dich mit Deiner Alkoholkrankheit/Therapiemöglichkeiten auseinander zusetzen oder hast du diesbezüglich schon eine längere History?

Keep the day clean!
Kapoen


Guidoof Online



Beiträge: 132

24.08.2016 13:51
#103 RE: Story antworten

Hi Kapoen,

vielen Dank für die gedrückten Daumen, ich weiß das zu schätzen - wirklich!

Ich habe aber von einem sehr lieben Menschen gelernt, dass das allein nichts bringt, da die Kraft und Energie aus mir selbst heraus kommen muss! Aber bitte versteh das jetzt nicht falsch, denn ich weiß, dass Du mir ehrlich Glück wünschen willst.

Was meine Historie betrifft, kann ich auf unzählige gescheiterte Versuche in einer über dreißig Jahre währenden Karriere zurückblicken.

Ich glaube, dass eine neue Rolle Klopapier nicht für die Auflistung ausreichen würde.

Im Gegensatz zu bisherigen Versuchen, bin ich dieses Mal aber auch mit meinem Herzen und dem unbedingten Wunsch nach Ehrlichkeit und Wahrheit dabei. Ich konzentriere mich auf Dinge, die ich für mich längst abgeschrieben hatte und stelle dabei fest, wie unglaublich geil das Leben sein kann, wenn man es nicht irgendwo in der Kehle versickern lässt.

Ich hab mir sicherlich ein Stück hartes Brot in den Mund geschoben, aber ich werd es nicht ausspucken und wieder anfangen über mich selbst zu jammern.

Ich habe bereits ein paar Löcher in dieses Bollwerk aus Lügen und Selbstbetrug gehauen und ich will diesen Prozess jetzt nicht mehr stoppen. Wenn ich merke, dass ich an meine Grenzen komme, dann gehe ich zu Menschen die mich verstehen, aber nicht mehr zu der netten Verkäuferin bei Shell, deren Auftrag es ist den Menschen alles zu verkaufen, wozu auch der Verkauf von Vodka an Menschen gehört, deren Verzweiflung nicht mehr zu übersehen ist.

Ohne mich!!

Ich wünsche Dir und allen anderen einen sonnigen Nachmittag!

(Meine Mittagspause ist leider vorbei) :-)

Liebe Grüße
Guido


4 Mitglieder finden das Top!
kapoen Offline



Beiträge: 308

24.08.2016 18:57
#104 RE: Story antworten

@Guidoof

klaro, daß mit den Daumen ist ehrlich gemeint, natürlich kennen wir uns nicht, aber als "Leidensgenosse" fühlt man Solidarität mit all den anderen und im anderen sieth man stets auch etwas von sich selber. So gesehen drückt man(ich) dann Dauemn wohl auch etwas für sich selber.
Das die Energie letztendlich nur aus einem selber kommen kann stimme ich voll zu, vor allem muß man das aufhören mal in erste Linie für sich selber machen. Also nicht um den anderen zu gefallen, sondern um sich selber zu gefallen. Mich selber zu gefallen bzw. meine Bedürfnisse ernst zu nehmen und entsprechend zu gewichten war und ist wohl immer noch ein großes Thema für micht, aber okay hier solls um Dich gehen..

Ich wünsche Dir einen schönen Abend und weiter so

Jede Reise beginnt mit dem ersten Schritt (ich glaube eine Weisheit ausm Budhismus!)


Guidoof Online



Beiträge: 132

27.08.2016 02:55
#105 RE: Story antworten

Hallo zusammen,

Danke, Kapoen! Aber ganz bestimmt will ich auch den Anderen Gefallen :-)
Das ich mich dabei aber nicht aus den Augen verlieren darf -und ich glaube dass ist das was Du meinst- darüber bin ich mir im Klaren.

Ich war heute zum ersten Mal in meiner wöchentlich stattfindenden Selbsthilfegruppe und ich bereue nicht dorthin gegangen zu sein. Da es eine feste Regel ist, dass die dort geführten Gespräche den Raum nicht verlassen, kann ich hier natürlich auch keine Einzelheiten darüber verlieren. Aber ich denke, dass wissen die meisten von Euch längst. Sicher ist aber, dass ich nächsten Freitag wieder dort hingehen werde.

Mir macht es inzwischen einen unglaublichen Spaß trocken zu sein und nicht mehr ständig aus einem Versteck heraus nach den Sternen zu greifen. Das ich anfange mich selbst zu respektieren und auch langsam wieder die Fähigkeit entwickle ehrlich zu lachen, gibt mir wahrlich mehr als ein schnellgesoffener Flachmann.

Dass ich noch vieles vor mir habe und dass ich auch noch so manche Nuss knacken muss, dessen bin ich mir bewusst. Aber wo auch immer mein Weg mich hinführt und was auch immer er mir abverlangt, es wird besser sein als diese elende Zecherei. Und ich bin nicht gewillt dafür auf Spaß und Ausgleich zu verzichten.

Okay, wer sich jetzt über die Uhrzeit wundert, dem sei gesagt, dass meine Tage noch immer 27 Stunden dauern und es jetzt erst knapp Mitternacht ist. Und wenn ich nachher um 11:00 Uhr aufwache es in Wirklichkeit erst 08:00 Uhr ist. Beste Zeit dann also um Brötchen zu besorgen :-))

Ich wünsche allen eine himmlische Nachtruhe bzw. das was davon noch übrig ist und ein schönes Wochenende.

Liebe Grüße und bis bald
Guido


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