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Saufnix
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Dieses Thema hat 231 Antworten
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 Deine eigene Alkoholkarriere
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Guidoof Offline



Beiträge: 132

14.12.2016 23:42
#181 RE: Story antworten

Das Ja und Amen ist ein stiller Tod
der Weg ins Nichts sein täglich Brot.
Das Selbst ist ein Gefühlsverstärker
lebenslanger Spielverderber - Seifenblasen, Teufelskreis

Du könntest gehen - doch du bleibst

Hallo zusammen,

ich habe eigentlich nur überlegt, wie ich eine Einleitung hinbekomme, zu dem was ich hier heute schreiben möchte, wobei mir dieser Auszug eines Liedtext eingefallen ist.
Das Lied selbst ist erst kürzlich erschienen und somit jünger als meine Trockenheit, die nun mittlerweile 4 Monate und 6 Tage anhält :-) Aber auch wenn es jünger ist, erinnert es mich dennoch ein wenig an meine Art zu leben, bevor ich den Entschluss gefasst habe, auf den lang gehegten Wunsch nach NEIN auch Taten folgen zu lassen!

Bevor ich aber nun anfange zu erzählen, wie die Dinge sich seit meiner letzten Nachricht entwickelt haben, möchte ich mich noch ganz lieb und herzlich für Eure netten Rückmeldungen bedanken, über die ich mich wirklich sehr gefreut habe.

Obwohl sich am Ende doch nicht alles so entwickelt hat wie von mir angekündigt, kann ich dennoch voller Stolz und glücklich behaupten, dass ich mich nach wie vor auf dem richtigen Weg befinde. Und auch wenn es jetzt auf dem ersten Blick etwas paradox erscheinen mag, führt er gleichzeitig in zwei Richtungen: zurück zu mir selbst, mit weit nach vorn gerichteten Blick, zu dem Teil von mir den ich verändern muss und auch verändern will.

Eine der schönsten Erfahrungen die ich in der letzten Zeit gemacht habe ist, dass ich mich so langsam wieder selbst erkenne und auch wieder fähig bin mich selbst so anzunehmen wie ich bin. Nur dieses Mal ohne diese unbegründete Angst, vor der eigenen Veränderung, zumindest dem Teil von dem ich immer geglaubt habe, dass er mich in eine Sackgasse oder einen unerträglichen Mittelpunkt manövrieren könnte, in dem es für mich nichts lebenswertes mehr zu erkennen gilt.

Sicherlich hat es erstmal ordentlich gesessen, als ich erkannt habe dass diese Angst nur darauf begründet war, dass mir jemand meinen Vorratsschrank wegnimmt. Gesessen, weil es hier ja nicht um einen Zeitraum von 14 Tagen sondern um mehr als dreißig Jahre geht. Etwas lachen muss ich dennoch, denn er war doch ohnehin immer leergesoffen. Wen hätte es da wohl gestört wenn er nicht mehr dagewesen wäre?

Leider ist es so, dass die Mühlen immer noch sehr langsam mahlen und meine Therapie noch immer nicht genehmigt ist. Es ist eine reine Formalie, die schon in Ordnung geht, aber nun kann ich mir kaum noch vorstellen dass es tatsächlich vor Weihnachten losgeht. Sei's drum, ich habe am 02.12.2016 mein letztes Beratungsgespräch gehabt und mir wurde versichert, dass ich jederzeit einen Termin bekomme, wenn ich das Gefühl kriege einzuknicken. Was ich aber nicht habe. Darüber hinaus gehe ich immer noch jeden Freitag zur Selbsthilfegruppe.

Und es gab in den letzten Wochen auch hinreichend Gelegenheit, mir selbst zu beweisen dass es auch ohne Alk geht. So habe ich mehrere Events -die im April diesen Jahres noch todsicher ins Koma geführt hätten- hinter mich gebracht und jede Menge Spaß dabei.

Eine leicht ironische Komponente hatte der 08.12. an welchem ich exakt vier Monate trocken war und der nun ausgerechnet auch der Tag vor meinen Geburtstag war. Ich habe es mir nicht nehmen lassen einmal dreißig Jahre zurückzublicken und mich an den Jungen zu erinnern, der voller Erwartung auf die Volljährigkeit durch die Nacht gezogen ist und sich von seinem Azubilohn die Welt kaufen wollte. Hätte mir in dieser Nacht jemand prophezeit wie zerstörerisch sich meine Sucht noch entwickeln wird, hätte ich ihn vermutlich gefragt ob er wirklich mich meint. Aber das Gute daran ist, dass ich mir nichts von dem zurückwünsche, was mein Leben negativ geprägt und beeinflusst hat, aber auch nicht mehr das über Bord werfen möchte, das mir gefallen hat. Es war ja nicht alles schlecht.

Es ist seit August eigentlich nur Gutes passiert und das was auf dem ersten Blick als Problem erscheint wird eben gelöst. Ich will nicht sagen dass alles einfach geworden ist, aber ich gucke einfach nicht mehr weg.

Im besten Fall verliert die Alkoholindustrie einen treuen Kunden. Im schlechtesten führt die Sauferei ins Nichts oder in den Tod.

Bin ich froh, dass bei mir der beste Fall eingetreten ist!

Ich halte Euch auf dem Laufenden und Dank an alle!

Liebe Grüße
Guido


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Fleur ( gelöscht )
Beiträge:

15.12.2016 10:44
#182 RE: Story antworten

Hallo Guido!

Schön beschrieben Deine letzten 4+Monate! Ich freue mich für Dich und wünsche Dir das es so weiter geht.

Der Liedtext den Du eingefügt hast, finde ich übrigens sehr treffend.

LG
Fleur


Guidoof Offline



Beiträge: 132

15.12.2016 20:16
#183 RE: Story antworten

Hallo zusammen,

wie das Leben manchmal so spielt! :-)

Bis gestern hatte ich eigentlich vor erst wieder zu schreiben, wenn der Bescheid zur Genehmigung meiner Therapie vorliegt.

Dann habe ich mich -wie ja unschwer zu erkennen war- anders entschieden, da ich vor Weihnachten nicht mehr damit gerechnet habe und einfach einen Zwischenstand mit Euch teilen wollte.

Ja und als ich vorhin von der Arbeit kam, lag er auf einmal im Kasten.

Nun ist es also offiziell und ich bin ein wenig hin und her gerissen zwischen meinen ersten Post am 12.05. (den ich noch vollbreit geschrieben habe) und jetzt. Es ist echt viel passiert in diesem Jahr und ich kann im Augenblick gar nicht beschreiben, was mir alles durch den Kopf geht.

Aber wie auch immer es sich gerade anfühlt nun diese Gewissheit zu haben, kann ich Euch versichern dass es sich zumindest geil anfühlt.

Ich bin Stolz auf mich und das was ich seit Mai geleistet habe und ich müsste ganz schön bescheuert sein, wenn ich das jetzt alles wieder aufgeben würde.

Am Ende möchte ich es aber nicht versäumen mich bei Euch allen hier zu bedanken, denn den Einstieg zum Ausstieg habt ihr maßgeblich mit beeinflusst - jeder auf seine Art!!

Ich halte Euch auf dem Laufenden und wünsche allen noch eine schöne restliche Adventszeit bis zum großen Finale nächste Woche!

By the way: Weihnachtsmarkt ohne Glühwein ist auch nicht schwer :-)

Liebe Grüße und bis bald
Guido


12 Mitglieder finden das Top!
grufti Offline




Beiträge: 3.551

15.12.2016 21:06
#184 RE: Story antworten

Hallo Guidoof,

dein letzter Beitrag hat eigentlich ein TopTop verdient!

Es zeigt sich immer wieder, wenn eine(r) wirklich aufhören will, findet sich auch ein Weg.

Ich wünsche dir, dass du dich auf die Therapie auch einlassen kannst und möglichst viel mitnimmst für dich.

Ganz vorsorglich (ich weiß ja den Starttermin nicht) schreibe ich noch dazu:

Es ist nicht schlimm, Weihnachten und/oder Silvester in der Therapie zu verbringen.

Alles Gute für dich!

Liebe Grüße vom Grufti!
Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden (Mark Twain)


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malo Offline




Beiträge: 1.727

15.12.2016 21:31
#185 RE: Story antworten

ist nicht nur nicht schlimm Weinachten und Sylvester in Therapie zu
sein, sondern nach meiner eigenen Erfahrung sogar sehr förderlich
was das "sich selbst näher kommen" angeht...

ich hab meine zeit über den Jahreswechsel 2002/2003 in Bredstedt
Nordfriesland zugebracht...Spaziergänge bei Schneetreiben auf
dem Deich oder durch die endlos erscheinende flache Landschaft,
das hatte schon was...noch heute fahre ich gerne rüber nach Husum
und lass mir mit meiner liebsten den Wind um die Nase blasen...
auch der Weihnachtszeit kann ich seit damals viel abgewinnen,
obwohl diese zu meinen Saufzeiten nicht gerade zu meiner guten
Stimmung beitrug...

jaja...die Therapiezeit hat sich fest in meine Seele eingenistet...


LG Malo

wer jeden tag kämpft
muss eines tages verlieren


1 Mitglied findet das Top!
newlife Offline




Beiträge: 3.803

15.12.2016 22:06
#186 RE: Story antworten

ich denke auch gerne an meine letzte LZT zurück. War wirklich ne gute Zeit und ich halte auch immer gerne noch Kontakt zu meinem Therapeuten. Ich fahre ja immer an der Klinik vorbei, wenn ich meine Eltern besuche und manchmal halte ich eben da auch mal.

Habe allerdings in meiner Karriere mal 2 Geburtstage in Entgiftungen verbracht. Weniger schön, das hängt mir eher unangenehm nach, weil ich immer dran denken muss. Seitdem nehme ich am liebsten in der Zeit reißaus, damit ich was anderes sehe. So auch im letzten Monat.

on the way...


Guidoof Offline



Beiträge: 132

16.12.2016 20:57
#187 RE: Story antworten

Hallo zusammen,
guten Abend!

ich freue mich, dass ihr euch mitfreut. Ergänzend muss ich wohl noch sagen, dass ich keine LZT sondern eine ambulante Therapie machen werde. Das habe ich bislang anscheinend noch nicht erwähnt!?

Herauskristallisiert hat sich dieser Entschluss aus den Beratungsgesprächen, wobei der einzige Nachteil den ich dabei sehe die Dauer ist, die sich bis zu 18 Monate hinziehen kann.

Ansonsten ist mein soziales Umfeld entsprechend gefestigt sowie eingestellt und das nötige Maß an Disziplin bringe ich auch mit.

Ich bin gespannt, was auf mich zukommen wird. Dem Thema Alkohol - Guido / Guido - Alkohol und der Aufarbeitung des gleichnamigen Themas, stehe ich aber so offen gegenüber wie niemals zuvor.

Einen schönen Abend euch und beste Grüße vom kalten Elbdeich
Guido


funkelsternchen Offline



Beiträge: 3.802

16.12.2016 21:15
#188 RE: Story antworten

Hi Guidoof,
ich hatte damals ne 12 monatige ambulante therapie. die zeit ging rasend schnell vorbei. es waren wöchentliche gruppengespräche und einige einzeltermine. war ne gute sache. freu dich drauf.

funkel


grufti Offline




Beiträge: 3.551

16.12.2016 21:25
#189 RE: Story antworten

Hallo Guidoof,

ich hatte auch eine ambulante Therapie, bei mir hat's geholfen!

Liebe Grüße vom Grufti!
Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden (Mark Twain)


brulara Offline



Beiträge: 41

20.12.2016 14:01
#190 RE: Story antworten

Hallo Guido(of)

Ich bin seit Anfang Oktober in einer ambulaunten Therapie.
Ich fühle mich dort sehr wohl und gut betreut.

Dort habe ich unter anderem "gelernt" mich nach und nach zu öffnen und den Therapeuten sowie der Gruppe zu vertrauen.
Das ist für mich eine neue und heilsame Erfahrung.

Ich wünsche dir einen guten Start und drücke dir die Daumen.

Herzliche Grüsse
Brulara


trollblume Offline




Beiträge: 3.473

20.12.2016 15:16
#191 RE: Story antworten

hab ebenso ne ambulante gemacht und bin noch unter den giftfreien

dir nen guten start gewünscht



vera

Wer seinen Hafen nicht kennt,für den ist jeder Wind der falsche
(Seneca)


Guidoof Offline



Beiträge: 132

31.12.2016 14:58
#192 RE: Story antworten

Hallo zusammen,

vielen Dank erst einmal für den Zuspruch zu meiner Entscheidung eine ambulante Therapie anzufangen. Obwohl ich -aus Urlaubsgründen über die Feiertage- noch keinen ersten Termin habe, wird es für mich das umfangreichste "Projekt" werden, das im neuen Jahr auf mich wartet und wohl auch das entscheidende im Hinblick auf ein Alkfreies Leben.

Ich habe die letzten Monate ohne Schwierigkeiten hingekriegt, möchte aber dennoch gern wissen, wo der Ursprung für meine gewohnheitsmäßige Sauferei liegt. Ich finde das wichtig, weil ich um ein solches Gefahrengebiet künftig einen besonders großen Bogen machen möchte bzw. gar nicht in die Sichtweise solcher Gebiete kommen möchte.

Ich blicke auf ein Jahr zurück, dass turbulenter nicht hätte sein können und das ich mit reichlich Miniaturflaschen Vodka in der Jackentasche begrüßt habe. Ich kann echt nicht glauben, dass ich davon 15 Stück innerhalb von 5 Minuten getrunken habe. Heimlich als Pfadfinder um die Ecke, auf der Suche nach einem besseren Platz für das Feuerwerk.

Irgendwie war mir schon in der ersten Jahreshälfte klar, dass es mich sehr bald ins endgültige Verderben führen wird, wenn ich so weitermache.

Darauf das es definitiv nicht so werden kann wie es jetzt ist, hätte ich mein komplettes Kleingeld verwettet. Das hätte ich abgetan als Spinnerei eines Menschen der zu viele Tarantino-Filme geguckt hat ;-)

Ich bin heute so unendlich glücklich darüber, dass ich diese Wette verloren hätte! Hat sich doch das Jahr ab Mai -trotz holpriger Steine- so unglaublich schön und positiv entwickelt, dass ich manchmal vor Freude zerspringen könnte. Nicht nur der Fakt dass ich seit Tagen, Wochen und Monaten die Finger vom Alk lasse macht mich zufriedener, sondern vielmehr das was sich daraus ergibt.

Ich werde das alte Jahr mit einem lachenden und einem weinenden Auge hinter mir lassen und voller Zuversicht in das Neue starten,

Und auf die Party heute Abend freue ich mich - und habe mich schon im Vorfeld abgesichert :-)


Und für die die noch etwas ängstlich sind:

Es war einfach die Therapie mit dem Berufsleben in Einklang zu bringen. Ich weiß nicht ob der erste, zweite oder dritte Donnerstag im Januar der Starttag sein wird, auf jeden Fall weiß ich aber aus den Beratungsgesprächen, dass ich schon in der Donnerstagsrunde angekündigt bin.

Das werden dann 100 minütige, wöchentliche Gruppengespräche und 50 minütige Einzelgespräche nach Bedarf und Absprache.

All meine benebelten Sorgen, wie ich diese unüberwindbare Hürde erklimmen und das Alles bloß organisieren soll, waren Quatsch und sollten niemanden ängstigen.

Ich wünsche allen hier einen tollen Jahreswechsel und ein erfolgreiches Jahr 2017! Kommt gut rein und lasst es ordentlich -auf trockenem Boden- krachen

Liebe Grüße
Guido

Achso :-)) ich habe mir mein Nick Guidoof nicht ausgedacht weil ich mich selbst für doof halte. Ich wollte vor langer langer Zeit mal eine Mathearbeit "verschieben", weil ich mit dem Lernen etwas gehinkt habe. Da hat mich aber einer meiner Klassenkameraden darauf hingewiesen, dass das ganz schön Guidoof von mir wäre. Als ich mich für den Mitgliedsbereich im Forum angemeldet habe, fand ich den Grund dafür auch ganz schön doof, sodass mir diese Story wieder einfiel.


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Bodhisattva Offline




Beiträge: 1.174

31.12.2016 16:13
#193 RE: Story antworten

Zitat von Guidoof im Beitrag #192
Irgendwie war mir schon in der ersten Jahreshälfte klar, dass es mich sehr bald ins endgültige Verderben führen wird, wenn ich so weitermache.



Bleibe dran lieber Guido, genau so war es bei mir auch, am Ende nur noch Morgens kippen, krank melden, weil es komatös endete und Trockenkotzen am nächsten Morgen, Filmrisse, das bekannte Spiel. Da war auch viel Angst dabei, dass jetzt alles den Bach runter geht und genau beschreiben kann ich es nicht, es hat klick gemacht und ich wusste dass jetzt erstmal nur nix trinken zählt und ich bin ins Handeln gekommen. (Der Rest war mir scheissegal, erstmal Strecke machen)

Schön, dass es Dir gut geht und das 1te Glas stehen bleibt, ein toller Start ins Jahr 2017.

Grüße, Bodhi

Nicht die Dinge ändern sich: Wir ändern uns. (Henry D. Thoreau)


1 Mitglied findet das Top!
newlife Offline




Beiträge: 3.803

31.12.2016 17:34
#194 RE: Story antworten

Yep Guido. Du bist aus meiner Sicht hier jemand, der wirklich vorbildlich und überlegt an die Sache drangeht. Sozusagen warst du ein Lichtblick im Saufnixjahr 2016.
Da reihen sich auch Sadgirl und Fleur wunderbar ein. Macht alle weiter so. Ich lese euch immer gerne. Auf ein gutes 2017.

on the way...


Fleur ( gelöscht )
Beiträge:

04.01.2017 07:51
#195 RE: Story antworten

Hallo Guido!

Hast Du schon etwas gehört wann es bei der Therapie losgehen kann?

LG
Fleur


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