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Saufnix
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Dieses Thema hat 13 Antworten
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 Deine eigene Alkoholkarriere
TheWidth Offline




Beiträge: 579

20.06.2015 01:18
Schnapspralinen, LSD und Alkohol antworten

Es war Anfang der 1970er, ich war vielleicht 12 oder 13, als meine Eltern mal wieder ihrem gesellschaftlichen Leben nachgingen und mich und meine kleinere Schwester alleine zu Hause ließen. Auf der Suche nach etwas Süßem ging ich hinab ins Wohnzimmer und naschte dort von einem kleinen Teller mit Pralinen. Sicher nicht zum ersten Mal, aber an diesem Abend geschah etwas Besonderes: da war dieser flüssige Inhalt, der in mir ein wohliges Gefühl mit angenehmen Gedanken auslöste, von dem ich heute nicht mehr weiß, ob ich es zu dem Zeitpunkt schon kannte oder ob es neu für mich war. Es gibt Leute, die behaupten, in den 1960ern hätten Kinderärzte Eltern schon mal dazu geraten, ein paar Tropfen Cognac ins Fläschchen zu geben, damit das Baby ruhiger schläft…

Dieses warme Gefühl mit den schönen Gedanken hatte eine nachhaltige Wirkung, und so suchte ich künftig, nicht immer, aber immer mal wieder, gezielt nach diesen Pralinen, wenn ich mal wieder alleine war. Dass das Alkohol war, wusste ich wohl sehr bald, ich konnte ja lesen, es stand ja drauf. Zudem war Alkohol in meiner Familie omnipräsent, zum Essen, nach dem Kaffee, bei jedem Besuch, bei den zahlreichen Feiern. Gesellschaftsdroge par excellence. Er floss reichlich, aber niemand schlug über die Stränge. „Wenn du so etwas trinken willst, musst du einen sehr starken Charakter haben“, pflegte mein Vater, der oft Whiskey geschenkt bekam, gerne zu sagen.

Dass das mit dem Charakter nicht so einfach ist, wussten meine Eltern eigentlich, sie erlebten es hautnah mit dem Bruder meiner Mutter, meinem Onkel, mit, was sie aber nicht klüger machte. Regelmäßig bestückten sie den Weinkeller meiner Oma, mit der mein Onkel zusammenlebte, kartonweise mit Pfälzer Weinen und wunderten sich dann stets, wenn diese nach ein paar Tagen geleert waren. Ich denke heute, dass mein Onkel ein schwerer Alkoholiker war, zumindest hat ihn die Trinkerei seine Karriere gekostet und ihm das Leben ruiniert. Als er 40 Jahre alt war, ging es dann rasch komplett bergab, er magerte extrem ab, trank nur noch und starb kurz darauf an Herzversagen, mit jede Menge Alkohol und Tabletten im Blut, wie die Obduktion ergab, wir wissen nicht, ob es ein Unfall oder Suizid war.

Diese bereits in den 1960ern begonnene Drama hat in meinem Elternhaus nie zu der Erkenntnis geführt, dass Alkohol vielleicht doch eine sehr gefährliche Droge ist, wir hatten stets eine gut bestückte Bar im Partykeller, eine weitere im Wohnzimmer und ordentlich Bier und Wein im Vorratskeller. Und so blieb es nicht aus, dass ich recht bald mal an den Flaschen probierte, in ganz kleinen Schlucken, ich glaube mich erinnern zu können, dass ich einen Kaffeelöffel nahm, aber das reichte, um die mittlerweile ersehnte Stimmung zu erzeugen…

In der Schule war ich ein Überflieger, und in der Clique meines Gymnasiums entwickelte sich langsam der Brauch, sich regelmäßig zum Musikhören und Biertrinken zu treffen. Wir waren alle zwischen 13 und 15, keine unserer Eltern hat das irgendwie beunruhigt, wir waren funktionierende gute Schüler, und die durften auch mal trinken, besser, das sollten sie auch ruhig, die Großen taten es schließlich auch.
Irgendwann trennten sich dann die Wege. Die meisten meiner Freunde und Freundinnen beließen es auch weiterhin bei einem gelegentlichen Bier, aber ein paar andere, darunter auch ich, wollten mehr spüren. Wir kauften uns Martini oder Apfelkorn und leerten zu dritt oder auch zu zweit schon mal schnell eine ganze Flasche im Stadtwald. Wir brauchten den Kick, es sollte richtig „turnen“. Heute weiß ich, dass das Veranlagung ist – man braucht keinen Grund zum Trinken, der Rausch, die Lust, der Wahn selbst sind der gefährlichste Grund.

Ich wurde 15 und hielt mich nun öfter in Kneipen auf. Das war nichts Besonderes damals. Es gab einige Schüler-Treffpunkte in unserer Stadt, in denen außer dem Wirt praktisch niemand volljährig war und wo nicht nur Bier, sondern auch Hochprozentiges in Massen strömte. Kontrollen gab es kaum, und wenn mal wieder ein Jugendlicher im Vollrausch von der Polizei zu den Eltern gebracht wurde, gab es vielleicht ein kleines Bußgeld, wenn die Eltern denn Anzeige erstatteten.

Es sollte der Tag kommen, an dem es mich und meinen Freund so dermaßen erwischte, dass wir einen vollen Blackout hatten. Der Vater meines Freundes holte uns aus der Kneipe und lieferte mich bei meinen Eltern ab. Die Standpauke meiner Eltern hielt sich in Grenzen, sie taten am nächsten Tag etwas beleidigt und insgesamt eher gleichgültig. Mir ging es dreckig, und ich beschloss zum ersten Mal in meinem Leben, die Finger vom Alkohol zu lassen. Mit 15.

Über einen etwas älteren Freund lernte ich eine gymnasiumfremde Clique kennen. Das waren Leute, die eine Lehre machten oder schon arbeiteten und im Vergleich zu uns Schülern ziemlich viel Geld hatten. Alkohol war in dieser Clique eher verpönt, es gab vor allem Haschisch und Marihuana, aber auch LSD und andere psychotrope Substanzen. Ich war fasziniert, und es dauerte nicht lange, bis ich mein erstes „Piece“ hatte. Ich zog mich nach Anweisung meines Freundes alleine damit zurück, Nadel durch Bierdeckel, Piece darauf, angezündet, Glas darüber, wegezogen und gleich beim ersten Mal die volle Ladung inhaliert. Der volle Kick, da war es wieder, dieses extreme Verlangen nach intensiven Gefühlen. Und ich wurde nicht enttäuscht. Jahre exzessiven Haschischkonsums folgten, zwischen 1975 und 1978 war ich wohl nonstop stoned. Es war eine „geile Zeit“, wir hörten Musik, machten Musik, gingen auf Konzerte, malten, liebten, reisten. Und nebenbei machte ich mein Abitur.
Alkohol konsumierte ich in diesen Jahren nur wenig.

Das sollte sich aber bald wieder ändern. Ich zog nach dem Abitur gleich 800 km weg in eine große Stadt zum Studieren. Und dort kam Neues hinzu: Heroin, Kokain, X 112 T, Ephedrin, Captagon, Valium, Mandrax & Co, Codein, alles was man sich vorstellen kann. Ein Schutzengel hat es so gewollt, dass Heroin und Kokain nur eine ganz kurze Periode (Sniffen) war, irgendwie habe ich es einfach gelassen. Mit Antidiapositum X 112 T (damals noch frei erhältlich) hätte ich mich hingegen beinahe zugrundegerichtet. Dieses Mittel, eigentlich Schlankheitstropfen, galten als Geheimtipp unter Junkies, die es als Ersatz für Heroin verwendeten, mehr möchte ich nicht dazu ausführen. Aber mein Drogen-Leitmotiv blieb in diesen Jahren LSD und Meskalin, auch ein Horrortrip, der mir eine Nacht zur Beobachtung im Krankenhaus Rechts der Isar und beinahe einen Aufenthalt in der Psychiatrie einbrachte, hinderte mich nicht am Weitermachen. Und natürlich Kiffen, Kiffen, Kiffen.

Dann kam der Tag, als der Monopteros am Himmel tanzte, sich die Wiese davor auftat und die schrecklichen Gebäude der Maximilianstraße auf mich zurollten. Diese Trip war eindeutig mal wieder zu anstrengend. Ich erinnerte mich daran, was mir mal jemand geraten hatte: „Wenn es dir mal zuviel wird, dann ersauf ihn einfach“. Ich hatte das nie getan, doch diesmal trieb es mich. Ich schaffte es gerade noch in die nächste Kneipe, wo ich mir eine Halbe bestellte. Und dann das Wunder: nach ein paar Schlucken war die ganze Unruhe weg, die Euphorie und die psychotrope Wirkung des LSD blieben jedoch, aber mit dem Riesenunterschied, dass der Trip nun steuerbar wurde, ähnlich einem Traum, von dem man weiß, dass es ein Traum ist, und den man einfach „abstellt“, wenn er unangenehm wird. Es war mir damals schon klar, was ich heute sicher weiß: Alkohol ist die stärkste Droge überhaupt, er schafft die schlimmsten Illusionen und „hilft“ in jeder Situation. Er ist stärker als alles andere. Bei W.S. Borroughs wird beschrieben, wie der Alkohol sogar beim Heroinentzug helfen kann. Umgekehrt geht das nicht, ich habe Leute erlebt, die sich vom Arzt Morphin haben spritzen lassen, als sie auf Alkoholentzug waren – keine Chance, bringt nichts.

Ich war nun knapp 20 und hatte die Superkombination gefunden. Ich brauchte nun keine Freizeit, keine besondere Vorbereitung oder einen speziellen Ort. Ich konnte LSD nehmen, wann und wo ich wollte, ohne aufzufallen, ich hatte ja Bruder Alkohol, der mir die totale Kontrolle gab. Mir gab! Ja, das dachte ich. Oder auch nicht, denn ich wusste recht bald, dass hier natürlich der Alkohol die Kontrolle über mich und nicht ich mit seiner Hilfe die Kontrolle über meine Trips hatte. Ich fühlte mich wie ein Gott. Mit Teufelspakt.

Irgendwann kam dann, was kommen musste. Die Wirkung der Kombination und meine Wahrnehmung verschoben sich. Langsam, aber stetig und sicher langweilte mich dieser kontrollierte Trip. Ich „entdeckte“, dass es mir gefiel einfach nur zu trinken, kurzum: ich brauchte kein LSD mehr, der Alkohol „gab“ mir längst alles…

Mit 22 ging ich eine feste Bindung ein und zog um in eine andere Stadt. Ich nahm keinerlei Drogen mehr, abgesehen von einigen selten Fällen, in denen ich noch mal kiffte. Ich studierte und arbeitete und hatte eine recht glückliche Beziehung. Ich muss jetzt noch anmerken, dass es auch in der Vergangenheit immer wieder ziemlich lange Phasen, durchaus Monate, gab, in denen ich vollkommen abstinent lebte, sogar ohne Zigaretten. Und so war die erste Zeit dieser Beziehung auch erst einmal von einer sehr ruhigen Phase bestimmt. Irgendwann wurde es aber doch wieder mehr und regelmäßig, und mit zirka 25 Jahren hatte ich zum ersten Mal den Gedanken, zu einem Arzt zu gehen, was ich aber nicht tat. Ich trank weiter und legte weiter meine Abstinenzphasen ein.

Die Beziehung ging in die Brüche, und praktisch zeitgleich zog ich aus Deutschland weg zu meiner heutigen Frau nach Italien. Ich war nun 28, lebte in Italien und war auf einem ziemlich hohen Alkohol-Konsumlevel angekommen. In Italien ist exzessives Trinken aber weitaus weniger gesellschaftsfähig als in Deutschland, und so musste ich mich erstmals richtig „zusammennehmen“. Das war aber nicht so einfach, und ich trank eben zu Hause, gewissermaßen mit Ausschluss der Öffentlichkeit…

1990 hörte ich von einem Tag zum anderen ohne Probleme mit dem Rauchen auf.

1995 stellt mich meine Frau vor die Alterative „Ich oder der Alkohol“, als ich mal wieder einen ganz furchtbaren Absturz hatte. Und ich darf, mit Einschränkung, dieses Jahr als Wende bezeichnen. Seit Ostern 1995 bin ich offiziell Abstinenzler, bei allen Gelegenheiten gilt seitdem „Nein danke, ich trinke nicht“. Im ersten Jahr stimmte das auch tatsächlich. Doch dann meldete sich der Teufel doch immer wieder, ich kaufte mir Wodka und trank heimlich. Kontrolliert, immer nur bestimmte Mengen und in der Regel immer erst abends. Die Mengen waren relativ klein (eine drittel bis halbe Flasche) aber ziemlich regelmäßig.

Irgendwann so im Jahr 1997 wurde die Tagesdosis dann doch höher, bis zu einer Flasche Wodka. Ich erschrak und beschloss, dem ein Ende zu machen. Ich reduzierte die Menge ganz allmählich, im Laufe eines Monats vielleicht, und trank irgendwann gar nichts mehr. Tatsächlich!

Das war 1998, und der komplett alkoholfreie Zustand dauerte dann bis 2002. Dann folgten 6 Jahre, während derer ich zweitweise – stets heimlich – bis zu einer/anderthalb Flaschen am Tag konsumierte, wobei diese Mengen jeweils am Ende einiger Wochen standen, in denen ich die Dosis langsam aber sicher erhöhte. Am Ende hörte ich dann meistens stufenweise wie oben beschrieben oder auch schon mal ganz abrupt wieder auf. Diese Jahren von 2002-2008 dürften so zu einem Drittel durch den Alkohol bestimmt gewesen sein.

Anfang 2008 kam der Konsum im Zuge einer harmlosen Grippe dann doch heraus. Meine Frau reagierte ruhig, und ich beschloss, den Alkohol künftig wirklich komplett zu meiden. Das hat bislang – fast – 100% funktioniert. Es gab zwei schwache Tage, an denen ich übles Kopfweh hatte und doch noch mal etwas getrunken habe, um arbeitsfähig zu sein. Einmal 2011 und einmal im Januar dieses Jahres. Das habe ich mal so weggesteckt.
Die größte Gefahr für mich sehe ich persönlich darin, dass der Alkohol mir gewissermaßen die Zeit anhält und mich den Moment intensiv erleben lässt. Diese Versuchung ist tatsächlich stets sehr groß, aber ich widerstehe ihr, denn es gelingt mir, diese Zerstreuung auch anderweitig zu finden. Und zwar ohne mich hinterher schlecht zu fühlen.

Ob ich Alkoholiker und/oder was für ein Trinker-Typ ich bin, weiß ich nicht. Vielleicht bin ich eher ein Junkie. Ich halte das aber auch für irrelevant, denn Fakt ist, ich habe in meinem Leben schon mehr als genug konsumiert, weshalb Abstinenz in jedem Fall geboten ist.

Eine 100%ige Garantie für einen Sieg gegen den Teufel gibt es nicht, ich bin aber ziemlich optimistisch gestimmt und auch recht zufrieden mit meinem Leben.

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Sonnenuhr ( gelöscht )
Beiträge:

20.06.2015 09:26
#2 RE: Schnapspralinen, LSD und Alkohol antworten

Hallo The Width!

Danke für Deinen ausführlichen Bericht. Vier Jahre finde ich richtig gut! Ich wünsche Dir das es noch viele mehr werden, ohne Ausrutscher.

LG
Sonnenuhr


malo Offline




Beiträge: 1.684

20.06.2015 21:48
#3 RE: Schnapspralinen, LSD und Alkohol antworten

danke für deine geschichte, kommt mir durchaus bekannt vor...ich bin nur froh,
dass meine seit etlichen jahren ohne konsum von suchmitteln verläuft...

Zitat
Einmal 2011 und einmal im Januar dieses Jahres. Das habe ich mal so weggesteckt.



wenn du es so weggesteckt hast, verstehe ich nicht wieso du es nicht ganz sein lassen kannst...

Zitat
Eine 100%ige Garantie für einen Sieg gegen den Teufel gibt es nicht



mit der sichtweise, dass da draußen der feind in form des teufels rumläuft und darauf brennt
mich zu besiegen, schiebe ich die verantwortung für mein nächstes wegstecken unbewusst von mir weg...

lg malo

wer jeden tag kämpft
muss eines tages verlieren


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Nullösung Offline



Beiträge: 68

23.06.2015 15:29
#4 RE: Schnapspralinen, LSD und Alkohol antworten

Hallo The Width das ist es genau nur die Nulllösung bringt es darum habe ich diesen Namen gewählt (anfangs falsch geschrieben) aber nur das ist die Lösung.

Viel Erfolg und Glück

LG Rainer

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TheWidth Offline




Beiträge: 579

23.06.2015 19:09
#5 RE: Schnapspralinen, LSD und Alkohol antworten

Es gibt keine Nulllösung (auch wenn ich nebenan gerade selbst dazu geraten habe ;-)), denn schon morgen kann alles wieder anders sein. Es gibt eben immer nur das jeweilige "erste Glas". Es gibt eine Limes-gegen-Null-Lösung. Wenn ich mir ansehe, was ich in den 25 Jahren zwischen 1990 und 2015 so konsumiert habe, dann ist das Phi mal Daumen nur ein Bruchteil von dem, was ich in den 13 Jahren zwischen 1977 und 1990 konsumiert hab, wobei zirka 90% davon auf die Zeit zwischen 1990 und 1995 fallen, in den letzten 20 Jahren ist mein Konsum zwar nicht null, aber er strebt gegen null, wobei ich um 1982 die Drogen und 1990 das Rauchen aufgegeben habe. Insgesamt bin ich mit meiner Bilanz zufrieden. Alkohol ist brandgefährlich für mich, mehr muss ich gar nicht wissen.

Ciao, N.

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Nullösung Offline



Beiträge: 68

24.06.2015 16:34
#6 RE: Schnapspralinen, LSD und Alkohol antworten

Na ja, es zeigt sich halt, dass man als Alkoholiker, nicht wenig trinken kann, das klappt vielleicht die ersten paar Tage oder Wochen, aber dann gerät man wieder ins alte Fahrwasser. Ich bin nach wie vor überzeugt, dass nur die absolute Abstinenz, wirklich Zielführend ist.

Gruess Rainer

Lernen durch erleben!

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TheWidth Offline




Beiträge: 579

24.06.2015 22:29
#7 RE: Schnapspralinen, LSD und Alkohol antworten

Hallo Rainer,

ich bin ja bei dir, sage aber "Der Weg ist das Ziel". Ich bin zurückblickend auf die letzten 25 Jahre (etwas mehr als das Alter meiner Ältesten) recht zufrieden mit mir. Ich betrachte mich selbst als abstinent - Ausnahmen bestätigen die Regel! Was geschehen ist, ist geschehen. Vor mir liegen theoretisch noch mindestens zwei, vielleicht auch drei oder gar vier Jahrzehnte, da kann einiges passieren, in alle Richtungen!

Mein wichtigstes Anliegen ist es, den Moment zu erleben, zu genießen, zu lieben. Carpe diem! Immer wenn mir das gelingt, sind sämtliche Drogen ganz weit weg! Und es gelingt mir eigentlich immer öfter!

Ciao
N.

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Nullösung Offline



Beiträge: 68

30.06.2015 11:30
#8 RE: Schnapspralinen, LSD und Alkohol antworten

Alles klar, das ist auch ein Weg, auf jeden Fall alles Gute dabei

Gruess Rainer

Lernen durch erleben!

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Lissy01 Offline




Beiträge: 2.780

30.06.2015 15:10
#9 RE: Schnapspralinen, LSD und Alkohol antworten

Ich frag mal ganz respektlos: bist Du mit diesem Konsum nicht unausstehlich - so aus Sicht Deiner Angehörigen?

Meine Erfahrungen basieren
1. auf meine eigenen Erfahrungen, das Rauchen einzuschränken.
Das war eine solche Tierquälerei, daß ich vor 20 Jahren lieber ganz aufgehört habe.

2. Als Angehörige eines trockenen Alkoholikers, der auch mehrere Versuche mit kontrolliertem Trinken gemacht hat.
Das hat sich dann so hoch geschaukelt, bis er dachte, jetzt könnte er ja mal wieder und war für alle Beteiligten eher Horror Show.
Seit er mit dem Alk komplett abgeschlossen hat (vor 14 Jahren), ist das doch deutlich entspannter.

Nicht jeder Moment im Leben ist aus vollem Herzen genießbar...ich stelle mir vor, daß es dann jedes Mal bitzelt, solange Trinken noch eine Option ist.
Aber vielleicht bist Du ja wirklich so eine Frohnatur und Dir gelingt das mit dem Carpe Diem...


newlife Offline




Beiträge: 3.488

30.06.2015 15:50
#10 RE: Schnapspralinen, LSD und Alkohol antworten

Ich spreche hier immer nur für mich und kann sagen, bei mir geht es absolut gar nicht. Ich kann es nicht deutlich genug formulieren. Einmal probieren und nach eigenen Erfahrungen weiss ich irgendwann nicht mehr, wo oben und unten ist. In aller Regel am gleichen Tag, sobald das Zeug anfängt zu wirken bin ich weg. Ich bin dann wie ferngesteuert. Da ich das weiss und kenne, nehme ich keine bewusstseinsverändernde Stoffe mehr.

Lissy kann ich insbesondere da unterstützen, dass es sich in der Tat viel entspannter lebt. Mir gefällts eben auch so und das ist das A und O. Ich will mich erst gar nicht "zwingen" müssen, wenig zu trinken. Ist ein elendigs Gefühl für einen Süchtigen. Ich will dann richtig Stoff haben und muss mich innerlich gegen diesen Trieb wehren, das ist doch furchtbar.

Wenn du das ähnlich erlebst, wie ich es beschrieben habe, dann solltest du auch die Nullösung bevorzugen. Ist aber nur ne Empfehlung, ich weiss nicht wie du denkst und fühlst. Das was für dich in Ordnung ist musst du tun und daraus Schlüsse ziehen. Das heißt ja nicht das völlige Abstinenz bei dir nicht auch noch kommt. Wir entwickeln uns ja weiter, Sichtweisen und Einstellungen können sich verändern und das ist gut so. So bleibt es immer spannend.

Enjoy the freedom...


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Bodhisattva Online




Beiträge: 1.048

30.06.2015 21:44
#11 RE: Schnapspralinen, LSD und Alkohol antworten

Hi thewidth,

so ganz schlau werde ich aus Deinen Aussagen nicht, einerseits im JETZT leben, der Weg ist das Ziel und doch wieder an die 2-3-4 Jahrzehnte denken und planen die vor Dir liegen, Abstinenzbezeichnung (ja, die Ausrutscher sind eben passiert, aber is' eben passiert und ist Vergangenheit) usf., liest sich für mich nicht echt und glaubwürdig.

Wenn's Dir dabei gut geht, jo, weitermachen, ich bin da nur bissi getriggert weil ich genau so wie Du als ehemaliger Trinkpausenkünstler argumentiert habe und genau so argumentieren würde wenn's mit der dauerhaften Abstinenz nicht hinhaut.

Greetz, Bodhi


TheWidth Offline




Beiträge: 579

01.07.2015 21:42
#12 RE: Schnapspralinen, LSD und Alkohol antworten

Meine Geschichte ist in der Tat unausgegoren. Vor allem unvollständig dargestellt. Da gäbe es so viel zu ergänzen...

Ich bin ein Survivor und sehr zufrieden mit meinem jetzigen Leben, das in gewisser Weise ein Wunder ist.

Und ich konsumiere zurzeit nichts, Lissy ;-) Bin deshalb auch sehr gut auszustehen.

"Carpe Diem" heißt übrigens nicht Frohnatur. Der gelebte Moment kann auch ein melancholischer, nostalgischer oder sogar trauriger sein. Solche Momente sind sogar sehr wichtig. Wichtig ist nur, dass sie auch gelebt werden und nicht davonschwimmen.

Vielen Dank allen hier, ich werde euch weiter an allem teilhaben lassen.

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Lissy01 Offline




Beiträge: 2.780

02.07.2015 07:56
#13 RE: Schnapspralinen, LSD und Alkohol antworten

Zitat von TheWidth im Beitrag #12
Und ich konsumiere zurzeit nichts, Lissy ;-) Bin deshalb auch sehr gut auszustehen.

Das höre ich doch gerne...liest sich auch so. ;-)


1 Mitglied findet das Top!
TheWidth Offline




Beiträge: 579

09.08.2016 02:30
#14 RE: Schnapspralinen, LSD und Alkohol antworten

Und mir geht es gut, ich hoffe, euch auch.

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