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Saufnix
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Dieses Thema hat 355 Antworten
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 Deine eigene Alkoholkarriere
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Katro Offline



Beiträge: 121

25.02.2015 17:33
#46 RE: Der Anfang antworten

Hallo Anja,

bei mir war es so, dass ich die Einsicht brauchte, dass mir der Alkohol in keiner Situation eine wirkliche Hilfe oder Bereicherung sein kann. Hinzu kam die Erfahrung aus dem Rauchstopp, dass ich mich nach Überwindung dieser mich von Jahr zu Jahr immer extremer belastenden Sucht viel mehr mochte und mich um ein Vielfaches besser fühlte.

Seitdem setze ich mir positive Ziele.
So lautet ein wichtiges Ziel z.B. nicht, dass ich nicht mehr saufen will, sondern dass ich frei über mein Leben und mein Tun bestimmen möchte.
Und so räume ich alle Steine aus dem Weg, die mich am Erreichen dieser Freiheit hindern. (Die Vorstellung, dass Wegbeamen eine positive Sache ist, ist z.B. ein solcher Stein.)

Viele Grüße
Katro


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grufti Online




Beiträge: 3.484

26.02.2015 00:40
#47 RE: Der Anfang antworten

Hallo Anja,

schön erstmal, dass du dich wieder gemeldet hast.

Die Frage ist, wie du nun konkret weitermachen willst. Immerhin, dass sich die Sache mit der Krankenkasse so schnell geklärt hat, ist richtig gut.

"Jetzt versuche ich erst einmal mein Leben etwas zu ändern, wenn alles gut geht, kann ich für 2 Wochen weg."

Was heisst das konkret? Zwei Wochen sind für eine stationäre Therapie zu kurz, so lange dauert in der Regel bereits eine qualifizierte Entgiftung.

"Das Leben verändern" probieren auch viele und meinen, sie könnten damit dem Alkohol entfliehen. Im Grunde stimmt es sogar, eine Therapie hilft einem ja auch in gewisser Weise, sein Leben zu verändern. Der Haken ist nur, die richtigen Veränderungen hinzubekommen, ist nicht leicht, weil meistens tut's dabei weh. Man verändert auch weniger sein Leben, sondern sich selbst, und zwar in den Ecken, die schmerzen. Und dabei hilft eben eine Therapie. Und als Folge davon verändert sich auch das Leben.

Ein Beispiel:

Viele erzählen, sie haben ihr Leben verändert und sind umgezogen in eine andere Stadt, um dem alten versoffenen Freundeskreis zu entkommen, neue Arbeit, neue Wohnung, neues Leben, hurra!!!

Und wundern sich, dass es wieder nicht geklappt hat, sondern sie in der neuen Umgebung erst richtig Gas geben mit dem Saufen.

Ich kann dir nur raten, dir professionelle Hilfe zu holen, Suchtberatung, Hausarzt und Entgiftung im Krankenhaus sind die ersten Schritte, um die du nicht herumkommen wirst. Selbsthilfegruppen sind generell natürlich auch gut, dürfen aber nicht mit einer Therapie verwechselt werden.

Ein Wort noch zu den Kommentaren von katro und Zwitscherer:

Jeder soll natürlich seine Meinung kund tun dürfen in so einem Forum. Trotzdem tut es mir fast weh, wenn ich mir vorstelle, wie du (im übertragenen Sinn) an den Lippen der beiden hängst und deren Kommentare von vorne und hinten und quer liest und denkst, siehste, es geht vielleicht doch, wäre doch gelacht etc...

"So lautet ein wichtiges Ziel z.B. nicht, dass ich nicht mehr saufen will, sondern dass ich frei über mein Leben und mein Tun bestimmen möchte."

Glaub mir, in den Augen jedes "Regelalkis" liest sich sowas wie ein Hohn, weil es immer impliziert, man könnte seinen Konsum über den Willen steuern. Aber Sucht besteht nun mal aus Kontrollverlust. Den hast du ja die letzten Tage erlebt.


Alles braucht seine Zeit. Wenn ich deinen Beitrag von gestern Nacht lese und mit deinen ersten Beiträgen vergleiche, glaube ich trotzdem, du bist auf eine guten Weg.

Liebe Grüße vom Grufti!
Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden (Mark Twain)


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Tanja Offline



Beiträge: 291

26.02.2015 01:10
#48 RE: Der Anfang antworten

Hey Grufti,

Was heisst das konkret? Zwei Wochen sind für eine stationäre Therapie zu kurz, so lange dauert in der Regel bereits eine qualifizierte Entgiftung.

Heute wollte ich gar nicht schreiben, aber deine Antworten provozieren zu sehr, auf eine positive Art.

Seit ca einer Woche bin ich etwas daneben, weil ich mir nun den "Erfolg" der letzten Jahre ansehen muss. Die Homepage ist schlampig, die Speisekarten peinlich, Visitenkarten genauso, ..., zig halbe Werbeaktionen, ...die Buchführung nicht sachgemäß, außerdem ist einiges überfällig,... Und zu guter letzt konnte ich gestern nicht schlafen, weil ich diesen Thread "der Anfang" genannt hab. Das ist arrogant und unpassend, es hätte tausende anderer Namen gegeben,... nun weiß ich, dass das diese Gedanken überzogen sind und ich den Namen auch nicht mehr ändern kann (hab`s versucht)

Dieses Chaos muss weg, vor allem aus meinem Kopf, also fahre ich erst mal weit weg zu einer Person, die mir dabei hilft. Weil ich hier gerade gar nichts mehr schaffe.

Das ist auch eine Form der Selbsttherapie, erst einmal Ordnung in mein Chaos bringen.

Liebe Grüße an Dich


Tanja Offline



Beiträge: 291

26.02.2015 01:23
#49 RE: Der Anfang antworten

Der Haken ist nur, die richtigen Veränderungen hinzubekommen


Daran werde ich arbeiten, kann mich in der Regel (nur zur Zeit nicht) gut mit mir auseinandersetzten.

Und noch etwas:

ich bin noch auf der Suche, nach dem "Richtigen Weg", von fast jedem kann ich mir etwas hilfreiches rauspicken, von dir, wie von Katro und auch der Zwitschi hat ein paar tolle Beiträge geschrieben, sowie viele Andere.

Liebe Grüße,
Anja


trollblume Offline




Beiträge: 3.423

26.02.2015 07:19
#50 RE: Der Anfang antworten

Laß doch einfach mal den Stoff weg für ein bis zwei Jährchen
und Du wirst sehn 90% des Chaos erledigen sich quasi von alleine

An den letzten 10 % mußt Du allerdings sehr hart arbeiten.


Danach kannst Du dann gepflegt ab und an was trinken.





Sollte das bei Dir nicht funktionieren
....und das funktioniert bei Sucht nicht mehr das sag ich Dir aus eigenem Erleben
hilft halt doch der oft bewährte Weg,den die meisten Süchtigen gehen (müssen):.....Suchtberatung...Hausarzt ...entsprechendendes Therapieangebot ...anschließend Shg......wachsam bleiben.......



Ich hab mit dem Geeier
vor meiner Entscheidung ganz zu quittieren
ca 10 Jahre Selbstbeschiss
"kontrollierte" Trinkpausen und Muster gefahren,
allerdings auch im Alleingang und ahnungslos wie Sucht funktioniert!!


Hab halt versucht "mich zusammenzureißen"

Als ich hier im Forum zum ersten mal "studieren" konnte was da alles dran hängt
konnte ich gar nicht mehr anders als die Finger vom Gift zu lassen.

Mir wurde endlich klar,das es eben nicht meine individuelle Unfähigkeit ist damit "normal" umzugehen,
sondern fortgeschrittene Sucht,die längst schon die Regeln vorgibt.
Ich gab mir endlich die Erlaubnis jede erdenkliche Hilfe anzunehmen,wenns hilft aufzuhören.
Wie das bei mir aussah kannst Du nachlesen im Thread: .......wie komme ich raus aus der Sucht.....


Diese Erkenntnis wünsch ich Dir recht bald

LG Vera

Wer seinen Hafen nicht kennt,für den ist jeder Wind der falsche
(Seneca)


Mary61 Offline




Beiträge: 6.128

26.02.2015 07:21
#51 RE: Der Anfang antworten

Zitat von Tanja im Beitrag #48
Dieses Chaos muss weg, vor allem aus meinem Kopf, also fahre ich erst mal weit weg zu einer Person, die mir dabei hilft.


huhu anja

ich teile gruftis einschätzung und glaube auch das du dabei bist dich auf den weg zu machen.
aber auch auf diesem weg gibt es stolpersteine
und vermeintliche abkürzungen stellen sich als große umwege raus.

selbst-therapie funktioniert leider so gut wie garnicht.

du sagst du nimmst ungern hilfe an.
bei jeder anderen cronischen erkrankung hättest du vermutlich kein problem damit
und würdest nicht auf die idee kommen selber daran rumzudocktorn.

das jemand ungern hilfe annimmt der unter einem alk problem leidet, hört man oft.
*ich hab das anfangs auch gesagt*

heute weiß ich das dies aber nur eine unbewußte ausrede vor mir selber war
und es hätte heißen müssen:

..... *ich schäme mich zu sehr um um hilfe zu bitten,sehr unangenehm mich vor fremden als alki hinzustellen ...
daß wäre dann für mich wie eine niederlage, das eingestehen des versagens und ich würde mich klein fühlen*

überraschender weise war es nicht so, keiner dieser befürchtungen traff ein.


diese notwendigen veränderungen von denen oft die rede ist
(können) zum teil praktischer natur sein aber die meißten werden in deinem kopf stattfinden.
das ist mit selbsttherapie kaum zu schaffen.
selbst falls du alleine eine trockenheit erreichst ( einige schaffen das tatsächlich )
läuft es auf die sogenante kampftrockenheit hinaus, die ein zufriedenes leben unmöglich macht.
denn aus den worten ich darf nicht mehr werden nie die worte ich brauch nicht mehr werden
und du wirst ständig kämfen müssen, bist eigendlich nie weit weg von rückfall, unzufrieden und unausgeglichen.

es reicht eben leider nicht aus nur dem körber seinem suchtmittel zu endwöhnen, auch der KOPF muß trocken werden ...
und das funktioniert ohne profesionelle hilfe so gut wie garnicht.

ich denke das du auf der suche nach deinem persönlichen weg
den umweg über die reise zu diese befreundeten person, gehen mußt um dir klar zu werden was du eigendlich willst
und wie du dein zufriedenes(!)abstinetes leben gestallten und erreichen könntest.
außerdem möchte ich dir den wertvollen rat geben den gedanken an professionelle hilfe nicht ganz auszuschließen
und zumindest als plan B mitzunehmen.

--------------------------------------------------------------------------------------------------- "Begehe nicht den Fehler, nicht zwischen Persönlichkeit und Verhalten zu unterscheiden.
Meine Persönlichkeit ist wer oder was ich bin.....
..... Mein Verhalten hängt davon ab wer du bist."


Katro Offline



Beiträge: 121

26.02.2015 07:33
#52 RE: Der Anfang antworten

Zitat von grufti im Beitrag #47
Aber Sucht besteht nun mal aus Kontrollverlust.

Ich finde es immer wieder faszinierend, wie eine Behauptung zur Tatsache erhoben wird.
Als ich noch soff, dachte auch ich, dass Sucht unweigerlich mit einem Kontrollverlust einhergeht, dem ich hilflos ausgeliefert bin. Als ich jedoch ausstieg, erfuhr ich, dass sich Sucht -zumindest bei mir- in erster Linie im Kopf abspielt.

Deshalb spreche ich auch nicht von Kontrollverlust, sondern von Kontrollaufgabe. Und ich lasse mich nicht von Behauptungen -auch wenn sie zum Allgemeingut gehören- zur Hilflosigkeit verdammen.
Organisierte Therapien und Selbsthilfegruppen sind für mich nur bedingt eine Hilfe. In erster Linie braucht ein erfolgreicher Suchtausstieg m.E. die Vision einer positiven Zukunft. Nur wenn ich bereits so kaputt bin, dass ich mir eine solche Zukunft überhaupt nicht mehr vorstellen kann, bin ich darauf angewiesen, dass mir andere dabei helfen, aus den Zwängen der Sucht heraus zu finden.

Menschen wie Grufti mögen das Band von Therapie und SHG hochhalten. Sie mögen von mir aus auch Schmerzen empfinden, wenn Alkoholiker andere Wege als sie selbst gehen. Aber so lange sie andere Erfahrungen wenigstens gelten lassen, ist die Welt ja noch in Ordnung.

Katro


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Mary61 Offline




Beiträge: 6.128

26.02.2015 08:25
#53 RE: Der Anfang antworten

Zitat von Katro im Beitrag #52
..... Deshalb spreche ich auch nicht von Kontrollverlust, sondern von Kontrollaufgabe.


find ich eine wortspielerei,
das ergebniss ist das selbe.


beiden wortschöpfungen ist man nicht hilflos ausgeliefert wenn man aktiv wird und drücken das selbe aus.

*schmerzen* empfinde ich als eine von gruftis fraktion, bestimmt nicht
und freu mich über jeden der es wie auch immer schafft,
selbst wenn es der "bequeme alternative" weg war.

aber ich behalte es mir vor diesen weg anzuzweifeln
denn meine (sehr lange) erfahrung bestätigt sich immer wieder das ganz ohne meißt auch nicht dauerhaft bedeutet.


unter den 10,15,20 jahre und mehr abstinent lebenden gibt es kaum selbstheiler.
das wird sicherlich einen grund haben

schau mal nur hier im forum ...
wieviele langzeitler über 10 jahre und länger sind therapie unerfahren?

fakt ist nunmal das therapie und shg die chancen um ein vielfaches erhöhen dauerhaft trocken zu werden!
und selbst wenn der eigene weg alternativ war
finde ich es nicht sehr verandwortungsvoll frischlingen dazu zu raten!

übrigens,...
ich bin bald 14 jahre trocken
und hab es auch ohne therapie geschafft, genau wie du
aber genau deshalb(!!!)
rate ich jedem ab diesen weg zu gehen

--------------------------------------------------------------------------------------------------- "Begehe nicht den Fehler, nicht zwischen Persönlichkeit und Verhalten zu unterscheiden.
Meine Persönlichkeit ist wer oder was ich bin.....
..... Mein Verhalten hängt davon ab wer du bist."


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HeinerHH Offline




Beiträge: 724

26.02.2015 08:57
#54 RE: Der Anfang antworten

Zitat von Katro im Beitrag #52

Ich finde es immer wieder faszinierend, wie eine Behauptung zur Tatsache erhoben wird.
Als ich noch soff, dachte auch ich, dass Sucht unweigerlich mit einem Kontrollverlust einhergeht, dem ich hilflos ausgeliefert bin. Als ich jedoch ausstieg, erfuhr ich, dass sich Sucht -zumindest bei mir- in erster Linie im Kopf abspielt.



Nun ja, Kontrollverlust ist ein deutliches Zeichen der Abhängigkeit,
dass kannst du überall nachlesen, und jeder Arzt wird dir das bestätigen.
Indem Zusammenhang von "Behauptung" zu sprechen, halte ich zumindest für gewagt.
Und natürlich ist Sucht im Kopf, und weniger Körper...


Zitat von Katro im Beitrag #52

Menschen wie Grufti mögen das Band von Therapie und SHG hochhalten. Sie mögen von mir aus auch Schmerzen empfinden, wenn Alkoholiker andere Wege als sie selbst gehen. Aber so lange sie andere Erfahrungen wenigstens gelten lassen, ist die Welt ja noch in Ordnung.

Katro



Ich bin nun bald 9 Jahre trocken, habe viele fallen und wenige stehen sehen.
Ich kann nur sagen das eine gute Therapie Wunder wirkt. Außerdem hast du in den Schutzraum einer stationären Therapie endlich mal die Chance komplett auf dich selbst zu sehen.
Übrigens in meiner Therapie hat mir keiner geholfen, dass habe ich schon selber gemacht. Allerdings haben sie mir bei der Selbsthilfe massiv geholfen, weil sie mir den Weg zu Hilfe gewiesen haben.

Und die meisten von denen, die meinten, sie könnten das alles selbst, waren irgendwann wieder beim saufen.

Seit dem 10.03.06 trocken...
Immer noch trocken


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Randolf Offline




Beiträge: 989

26.02.2015 09:56
#55 RE: Der Anfang antworten

moin,


gemach, gemach.....wer weiss schon wirklich wie die Realität aussieht?!

Ich bin jetzt bald 12 Jahre trocken und bin auch Selbstheiler, (gefällt mir übrigens gut die Bezeichnung..)

- auf Anhieb fallen mir zwei Menschen ein, die es auch so hingekriegt haben, die schreiben halt in keinen Internet-Foren.

Meine ganze Trockenheit ist auf ner Zehntel-Sekunde aufgebaut, dem vielzitierten CLICK oder eitel auch Erkenntnis genannt,
und das war's auch schon, keine Thera und keine SHG - und ganz ehrlich: es war ein Spaziergang...

Aber dies ist nur eine differenzierte Betrachtung - wie's via Denken eben so geschieht.
Die Bewegung des Lebens ist eine ganze, da hängt alles mit allem zusammen
und vom Köpfchen abgesehen bestehen wir noch aus anderen neun Zehntel, Emtionen, Empfindungen, Willensimpulsen, unbewussten Kräften, usw.
Das gemixt mit den Herausforderungen der Außenwelt könnte man alltägliches Leben nennen.

Was ich damit sagen will?
Dass nach Entfernung des Faktors Alkohol ein Lernprozess einsetzt, ob man will oder nicht. Es liegt auf der Hand dass es besser ist
daran teilzunehmen, andernfalls könnten freigewordene Kräfte zu ungünstigen Resultaten führen.
Die schmerzhaftesten Lebenserfahrungen (Trennung, Jobverlust, Neuanfang, Existenzkampf) habe ich in den ersten Jahren ohne Alkohol gemacht.
Als ob nun der Weg für die "nötigen" Reifungsfaktoren frei geworden wäre. Davor gab's das Elend des Suffs, das vor allem in den letzten Jahren
sehr isoliert und in Zurückgezogenheit vor sich hin schwelte.

Das war meine Therapie: den auf mich zukommenden Herausforderungen zu begegnen und damit fertig zu werden. Neuland. Gar nicht einfach...!
Das war mein Lernen: all das ohne Suchtmittel zu überstehen und dadurch meinen kaputten Selbstwert zu heilen.

Nach vier Jahren begann ich eine Serie psychologischer Sitzungen wo meine Vergangenheit unter die Lupe kam. Da gab's sicherlich einige
wichtige Aha-Erlebnisse, z.B. war ich in Beziehungen am Klammern und wusste nicht wieso und überhaupt...

Aber dennoch muss ich feststellen dass die psychologische Aufarbeitung weder ein Plus noch ein Minus in Sachen Abstinenz bewirkt hat.
Die war geradezu unbeeinflusst stabil.

Übrigens ein interessanter Punkt: inwieweit beeinflusst Wissen die Stabilität meiner Trockenheit.
Wäre es denkbar auf falschen Fakten aufzubauen, also - sich zu irren.....und dennoch mühelos trocken zu bleiben???

Mein persönliches Erleben lässt fast den Verdacht aufkommen, dass Abstinenz und im weiteren zufriedene Trockenheit womöglich von
dem Denken gar nicht zugänglichen Faktoren abhängt.
Das bringt mich wieder zu dem Punkt warum es für mich so leicht war dem Alkohol zu widerstehen.
Von einigen blauäugigen Glücksfällen im ersten Jahr war es tatsächlich unsäglich leicht nichts zu trinken,
ein Vergnügen der besonderen Art. Ich bin ja im ersten Jahr mit dem Sufismus in Kontakt gekommen und bin tief eingetaucht.
Da gab es sehr tiefe Gefühle, ja es fand hauptsächlich Arbeit im Gefühlsbereich statt.
Also so ein Gebiet wo der Verstand scheinbar wenig bewirken kann.

Meine Lieblings-Erklärung die ich mir heute gebe:
ich hab in dieser ersten Zeit anstelle des Trinkens neue Erfahrungen im Gefühls-Bereich gemacht
und diese gierig in mich aufgesogen nach all den Jahren der Dürre (trotz Saufens,haha..).
Eine Wohltat sondergleichen.
Gut möglich dass da Entscheidendes geschehen ist - but who knows....


Abschließend kann ich noch sagen, dass ich aus meinem persönlichen Erfahrungen so gar nix ableiten kann was jemand anders auf dem Abstinenzweg
helfen könnte. Hab ich anfangs ein paar mal gemacht, null function....

Kann gut sein dass es bei Katro ebenso ist, für ihn ist es real - für jemanden der außen vor ist sind's bloß Worte..

In diesem Sinne: der main-Stream via Entgiftung, Thera und SHG scheint der erfolgversprechendste zu sein.

Uff, lang g'worde

LG

"In der Anmut der Anmutigen, nicht in den Gedanken der Anmutigen.
Da bist du."


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Tanja Offline



Beiträge: 291

26.02.2015 10:10
#56 RE: Der Anfang antworten

Guten Morgen,

q Mary

Zitat von Mary61 im Beitrag #53

fakt ist nunmal das therapie und shg die chancen um ein vielfaches erhöhen dauerhaft trocken zu werden!
und selbst wenn der eigene weg alternativ war
finde ich es nicht sehr verandwortungsvoll frischlingen dazu zu raten!



nun ja, wenn das Ziel die Hilfe ist, sollte man jede Möglichkeit von dieser hier Willkommen heißen. Dank euch allen schäme ich mich gerade nicht mehr mich eine Alkoholikern zu nennen, hab dies auch schon 3 Menschen in meinem Umfeld gesagt.
Jetzt war Katros Weg aber ganz am Anfang der einzige für mich erdenkliche, da gerade er mir am Anfang ein paar wertvolle Tipps, Erfahrungen Denkanstöße gegeben hat (per PM), führte dies mit zu meinem ersten Entzug. Er schrieb sinngemäß das Gleiche wie ihr; nicht zuhause entziehen, mit Hinweis auf die Risiken, dass ich mir niemals wieder einen Hauch eines Rausches antrinken darf, was bei mir eh heißt, keinen einzigen Schluck,...
Da ich nunmal etwas Dickköpfig bin, und mich nicht mit dem Gedanken einer Therapie anfreunden kann, konnte ich gerade am Anfang hauptsächlich nur die Meinung eines Trockenen für ernst nehmen, dessen Weg ich auch gehen möchte.

Heute weiß ich leider, dass ich noch meilenweit entfernt bin von einer dauerhaften Trockenheit, und ich nicht einfach Katros Gedanken, Einsichten übernehmen kann. Aber hilfreich finde ich seine Aussagen allemal.

Liebe Grüße,
Anja


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Tanja Offline



Beiträge: 291

26.02.2015 10:24
#57 RE: Der Anfang antworten

Moin Randolf,

Dein Beitrag ist hilfreich, hab vielen Dank dafür. Ich suche oft gezielt nach solchen Beiträgen, die sind sehr schwer zu finden. Es ist ein einfacher Beweis, dass es doch noch ein paar mehr "Katros" gibt.

Grüße in den Norden,
Anja


grufti Online




Beiträge: 3.484

26.02.2015 10:29
#58 RE: Der Anfang antworten

Hallo,

"Es ist ein einfacher Beweis, dass es doch noch ein paar mehr "Katros" gibt."

Zwischen Randolf und Katro gibt es einen wesentlichen Unterschied: Randolf ist abstinent und Katro nicht.

Liebe Grüße vom Grufti!
Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden (Mark Twain)


5 Mitglieder finden das Top!
Tanja Offline



Beiträge: 291

26.02.2015 10:41
#59 RE: Der Anfang antworten

@Mary

Zitat von Mary61 im Beitrag #51


...

selbst-therapie funktioniert leider so gut wie garnicht.

...

diese notwendigen veränderungen von denen oft die rede ist
(können) zum teil praktischer natur sein aber die meißten werden in deinem kopf stattfinden.
das ist mit selbsttherapie kaum zu schaffen.
selbst falls du alleine eine trockenheit erreichst ( einige schaffen das tatsächlich )

es reicht eben leider nicht aus nur dem körber seinem suchtmittel zu endwöhnen, auch der KOPF muß trocken werden ...
und das funktioniert ohne profesionelle hilfe so gut wie garnicht.



Du hast es gaschafft. Ich bin dir sehr Dankbar für deine Beiträge, viele haben mir gute Denkanstöße gegeben. Nur empfinde ich es als etwas herablassend, deinen Weg nicht auch anderen, mir, zugestehen zu wollen, da dieser durchaus möglich ist.

Liebe Grüße,
Anja


Tanja Offline



Beiträge: 291

26.02.2015 10:50
#60 RE: Der Anfang antworten

Hey Grufti,

Du scheinst davon auszugehen, dass ich immer noch nach einem Weg suchen würde, mir als Süchtige doch noch etwas genehmigen zu "dürfen". Dem ist nicht so.

Es geht mir um die gegangenen Wege.

Liebe Grüße,
Anja


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