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Saufnix
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Dieses Thema hat 164 Antworten
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 Akute Hilfe
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Clavis Offline




Beiträge: 1.088

08.02.2015 16:08
#121 RE: Mein Prosecco ist mein bester Freund antworten

8 Tage Trockenheit sind ein guter Anfang.

Angezweifelt wird hier und auch von mir lediglich, dass man mit einer Einstellung wie Deiner und ohne weitere Hilfsangebote dauerhaft trocken, vor allem aber nüchtern werden und zufrieden leben kann.

Deine glücklichen Momente können sich jederzeit in Luft auflösen, was hast Du dann dagegen zu setzen? Nüchternheit ist ein Entwicklungsprozess und geht über eine Persönlichkeitsveränderung, bzw., Du musst Dich bewegen und verändern, wenn Du auf Dauer trocken bleiben willst.

Aber was schreibe ich... Du wirst Deine eigenen Erfahrungen in dieser Richtung machen.

Viele Wege führen nach Rom - aber nicht "Alle"

Achte auf Deine Worte, sie könnten Wirklichkeit werden

Die Wahrheit macht Dich frei, aber vorher macht sie Dich fertig

Ratschläge sind auch Schläge








Dankbar frei von Alkohol-Nikotin-Medikamenten und anderen Drogen, auch frei von vielem Anderen -
Frei eben.


Tanja Offline



Beiträge: 291

08.02.2015 16:10
#122 RE: Mein Prosecco ist mein bester Freund antworten

Dank euch ,

das tut jetzt mal gut, und

@Bodhi: Es tut sehr gut, etwas Lob zu bekommen. Auch wenn es genug Eigenlob sein sollte, mich mit nüchternen Tagen zu belohnen.

@newlife: OK, du hast es wohl nicht bös gemeint, ständig wird mir das Thema Alk vor Augen gehalten, auch ohne das Restaurant drehen sich meine Gedanken ständig darum. Ich will mein Leben trocken genießen. Ich weiß, dass ich es noch lange nicht geschafft habe.

@atze 15: danke, mir kommt es vor, als hätte ich dies vor einer Ewigkeit, in einem anderen Leben geschrieben.

heute bin ich hierhergekommen, weil ich die positiven Dinge, die ich in den letzten Tagen erfahren habe in diesem Forum teilen wollte. Ich bin davon ausgegangen, dass sich die Leute hier einfach nur etwas mit mir freuen würden, deswegen bin ich auch so geschockt über die Aussagen, dass ich eh nicht trocken bleiben könnte.


grufti Offline




Beiträge: 3.482

08.02.2015 16:18
#123 RE: Mein Prosecco ist mein bester Freund antworten

"Was muss man denn hier tun, um etwas Anerkennung, Mitfreude in seinem abstinentem Leben zu bekommen, dass jemand sagt: "hey, ich freu mich für dich, 8 Tage sind ein guter Anfang."
Wisst ihr denn selber nicht mehr, dass der Anfang nicht ganz einfach war, und dass etwas positiver Zuspruch Balsam für die Seele ist?!"


Jeder gönnt dir von Herzen die 8 trockenen Tage von Herzen, da bin ich ganz sicher. Und natürlich sind die ein schöner Anfang. Dass es "nur" 8 Tage sind, dafür kannst du ja nichts. Mehr als einen Tag trocken/pro Tag kannst auch du nicht. Schneller gehts eben nicht.

Wichtiger als diese acht Tage ist aber meiner Meinung nach die Tatsache, dass du dich überhaupt auf den Weg gemacht hast, dem Strudel der Sucht zu entfliehen. Ich selbst hatte im letzten Jahr so viel trockene Tage wie vorher in 10 Jahren nicht und bin trotzdem immer tiefer hineingerutscht.

Dass ich skeptisch bin, was den dauerhaften Erfolg angeht, liegt an meiner eigenen Erfahrung. Bestimmt hunderte Male habe ich im Verlauf meiner Karriere einige Tage oder Wochen nichts getrunken. Nur um dann, gemäß dem Motto "Aber ein 1/8 Rotwein, wenn ich mit meinem Freund essen gehe, ganz ohne Stress, den möchte ich doch trinken dürfen."
, wieder anzufangen. Meistens mit dem "Erfolg", es einige Zeit auch halbwegs kontrollieren zu können. Und dann gings im alten Trott mit steigendem Konsum weiter, bis ich wieder soweit war und gemäß diesem Motto:

"Aber das schlimmste war an diesem Morgen der Blick in den Spiegel! Ein Monster; geschwollene Augen, rote Flecken im Gesicht. Dazu noch zittrige Hände (mir ist erst später am Tag bewusst geworden, dass ich am gesamten Vortag nicht einen Happen gegessen Hatte ) und Übelkeit. Selbst nach einem kg Makeup war der Anblick nicht besser."

wieder die Notbremse gezogen habe.

Erst als ich ohne Wenn und Aber trocken werden wollte und bereit war, dazu jede Hilfe anzunehmen, bin ichs auch geworden. Und weil du nicht trocken werden willst, sondern nach Ausflüchten suchst, doch keine echte Alkoholikerin zu sein, bin ich eben skeptisch.

Liebe Grüße vom Grufti!
Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden (Mark Twain)


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Tanja Offline



Beiträge: 291

08.02.2015 16:38
#124 RE: Mein Prosecco ist mein bester Freund antworten

Hallo Grufty,

jetzt habe ich mal etwas quer gelesen. Ich hatte mir den Thread "Grufti hat sich reingetraut" angeschaut. Jetzt hab ich gesehen, steht ja schon im ersten Eintrag dieses Threads, dass dies gar nicht zu deiner Trockenheit geführt hat. Nun kann ich deine Ansicht auch besser verstehen.

Alleine die Zeit wird zeigen, ob ich es auch ohne SHG schaffen werde. Nun mal eine Frage an SHG-Besucher: Ist dieses Forum denn nicht auch eine Form von einer SHG?

Nachdem ich mir in den ersten Tagen alkoholfreies Bier in normale Bierflaschen umgefüllt hatte um nicht aufzufallen, trinke ich jetzt seit ein paar Tagen offiziell keinen Alkohol. Das hilft auch.

Liebe Grüße,
Tanja


newlife Offline




Beiträge: 3.488

08.02.2015 16:50
#125 RE: Mein Prosecco ist mein bester Freund antworten

ich bin SHG Besucher und ich stehe auf AA.

Ich bin durch das Forum damals (bin ja schon seit 2010 dabei) nicht sauber geworden. Ich brauche dazu primär etwas anderes und ich habe gesucht und gefunden. Ich war auch heute wieder im Meeting und ich mache das aus Überzeugung. Mir hilft das. Jeder erzählt dort von seinen Suchterlebnissen und gerade die Parallelen, die ich dann bei mir wieder entdecke, helfen, so manches nie wieder erleben zu wollen.

Wir sind ein toller Haufen da. Wichtig ist auch, dass du die Menschen dort magst und ich fühle mich dort sogar schon etwas verwachsen und will darauf nicht verzichten. Der Sonntag beginnt einfach schön, ich denke über die zurückliegende Woche nach und starte wieder mit frischer Kraft.

Es gibt dort ein Programm, inwieweit du das aber für dich nutzest, bleibt dir ja selbst überlassen. Ich bin jetzt auch nicht so derjenige, der ständig von "höherer Macht" redet, Fakt ist aber, dass ich der "Macht des Alkohols" nicht gewachsen bin.

Ich kann sozusagen nur unkontrolliert trinken und andere Substanzen missbrauchen. Ich weiss es eben und es war jahrzehntelang so, auch als ich noch gar nicht an Sucht glaubte, stürzte ich immer ab. Ganz einfach deshalb, weil ich süchtig war. Ich konnte nicht aufhören.

Enjoy the freedom...


grufti Offline




Beiträge: 3.482

08.02.2015 16:57
#126 RE: Mein Prosecco ist mein bester Freund antworten

Genau,

der Thread "Grufti hat sich reingetraut" war der erste Anlauf und entspricht deinem jetzigen Thread. Deswegen auch meine erste Antwort auf dein Eingangspost.

In diesem ersten Thread steht einiges aus meinem Kampf im letzten Trink-Jahr. Dann gibt es noch den Thread "Grufti traut sich immer noch", das ist die Fortsetzung des ersten Threads, weil ich etwas Zoff mit dem Minitiger hatte, der meinen ersten Thread verschoben hatte. Über diesen Zoff kann ich heute übrigens nur noch herzhaft lachen. Besonders der zweite Thread ist zum Teil gelogen, weil ich dem Forum verschwiegen hatte, dass ich längst wieder trank.

Und dann gibt es noch den Thread "Grufti ist auch nur ein Zwerg". Den hatte ich begonnen, als sich ein anderer Forumsteilnehmer (er nannte sich "Zwerg") geoutet hat und ich gerade frisch vom Entgiften kam. In diesem Thread "Grufti ist auch nur ein Zwerg" steht drin, wie's geht mit dem Trockenwerden... (ganz leicht stolz bin....)

Liebe Grüße vom Grufti!
Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden (Mark Twain)


Jetzisabergut Offline




Beiträge: 2.533

08.02.2015 17:30
#127 RE: Mein Prosecco ist mein bester Freund antworten

Hey Tanja.

Ich denke, dass Du mein letzter Beitrag Dich so aufgebracht hat, dass Du annimmst, hier sitzen ohnehin fast nur Pessimisten, die Dir eine negative Prognose stellen wollen und ohnehin ständig Dir mitteilen, Du schaffst es ohnehin nicht.

Nee,nee.
Ich habe 14 Jahre mit einer Frau zusammengelebt, die auch ein grosses Alkoholproblem hatte.Kennengelernt haben wir uns in einer LZT.
Um es kurz zu machen, nach der LZT bin ich dann zu ihr und ihren 2 Kindern und ihrer Mutter gezogen.

Wir hatten fest vereinbart, nie wieder zu trinken, schon der Kinder wegen.Zusammen mit ihr hatte ich meine schlimmsten Rückfälle.Monatelang lagen wir praktisch im Koma, sie noch mehr als ich, einer musste ja Nachschub besorgen....
Bis das Jugendamt kam und ..ich ausziehen musste, sie sofort in die Entgiftung.

Warum schreibe ich das?

Es war immer nur ein Bier , ein Glas Wein, ein Glas Sekt- was alles wieder zunichte gemacht hat.

Dieser Alkoholikerschwachsinn, man kann z.B., Sylvester 1 Glas trinken und dann bis nächsten Sylvester durchhalten.

Nein, 2 , 3 Wochen später- oder 2 Monate - egal, denkt man bei passender Gelegenheit:

Ich habe doch Sylvester 1 Glas getrunken und....musste nicht nachlegen. Kein Saufdruck,nix.
Also kann man doch beruhigt mal 1 Glas trinken, es geht doch!
Nein, es geht nicht!Nicht bei mir.

Aus diesem einen Glas im Sommer wurden dann, 8-10 Dosen Starkbier und letztendlich 1 Fl.Wodka und 1-2 Flaschen Wein (gemixt, um es runterzubekommen, ohne zu kotz....)

Delir und Halus, Entgiftung und noch mal wieder LZT, Jobverlust, Hartz 4 ,Führerscheinverlust waren die Folgen.

Das Suchtgedächtnis schläft nicht, auch nach Jahren der Abstinenz nicht.Diese Wege sind in meinem Hirn so fest zementiert- kommt Alkohol, ist es sofort hellwach.

Darum, es hilft alles Nichts!

Nur die absolute Abstinenz schafft mir Sicherheit-trinke ich 1 Glas ,ist es für mich, wie aufgeben, die ganze trockene Zeit-in die Tonne damit.
Resignation, Schuldgefühle, Selbstmitleid- alles ist dann wieder egal, was man sich lange erarbeitet hatte.

Und alles fängt von vorne an!Bei Null.

Darum, für mich gilt nur, entweder, oder.
Dazu gehört auch alkfreies Bier und alkfreier Sekt etc.Allein der Vorgang, so ein Glas vor sich stehen zu haben, löst sofort Reaktionen aus, Speichelfluss und den Wunsch , Wirkung spüren zu wollen, dieses warme Gefühl haben, wenn der Alk im Körper aufschlägt!Die Entspannung- endlich, endlich...

Mein letzter grosser Rückfall begann mit alkfreiem Bier und Limo gemixt und endete , mit 8-10 Dosen ....s.oben- und beinahe mit Einweisung in die geschlossenen Psychatrie.
GsD hat kb mich damals in die Entgiftung gefahren, und seitdem habe ich nie wieder versucht, mich selbst zu umspielen.

Ich mag nicht mehr und ich brauche es auch nicht mehr.

Meine damalige Lebenspartnerin hat sich dann von mir getrennt, weil sie es nicht wollte, ständig abstinent leben zu müssen. Mal ein Glas ..muss doch wohl möglich sein.Sie trinkt wohl immer noch jeden Abend ihre 2-3 Dosen, manchmal auch ne Flasche Wodka dazu....
Sie wollte auf dieses "kleine Vergnügen"-nur wegen mir- nicht verzichten und ist 2009 ausgezogen.

Es fing immer mit 1 Glas Bier,Wein,Sekt etc an.

Darum, von mir aus soll Jeder sein Glas Wein oder was auch immer trinken.....ich sage nur, wer seinen eigenen Konsum schon als problembehaftet ansieht, sollte wirklich ganz aufhören.

Es hat bei mir Jahre gedauert,bis ich auch im Kopf abstinent war.
Soviel Zeit habe ich gar nicht mehr, um das Alles noch einmal durchmachen zu können, will ich auch nicht.

LG Peter

_______________________________________________
Ich bin,wie ich bin,die Einen kennen mich,die Anderen können mich....
C.Adenauer


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Katro Offline



Beiträge: 121

08.02.2015 18:26
#128 RE: Mein Prosecco ist mein bester Freund antworten

Hallo Tanja,

Zitat von Tanja im Beitrag #117
Aber nein, euch scheint es ein großes Bedürfnis zu sein, mir zu sagen, dass ich es eh nicht schaffen kann.

ich sehe das durchaus anders. M.E. kann jeder Abhängige endgültig aus seiner Sucht aussteigen. Das Suchtmittel muss dazu „nur“ für das persönliche Wohlergehen als destruktiv bzw. als -das reicht m.E. schon- nicht unterstützend empfunden werden. Der eine braucht dazu eine professionelle Therapie, der andere (z.B. ich) nicht; der eine bedarf dazu den förmlichen Akt der Kapitulation, der andere nicht…usw.

Ich habe solche Ausstiege zwei Mal gemacht, zum einen beim Tabak und zum anderen beim Alkohol, wobei ich den Ausstieg aus der Alkoholsucht bedeutend leichter fand. Ich erkläre mir das damit, dass ich hier auf Erfahrungen zurückgreifen konnte, die ich beim Ausstieg aus der Nikotinsucht gemacht hatte. Die wertvollste Erfahrung war, dass alles, was ich der Zigarette an positiven Eigenschaften/Wirkungen zugeschrieben hatte, letztendlich falsch, sprich eine einzige Illusion war.
Nachdem ich diese Sucht nicht mehr spüren musste, wurde nichts schlechter. Es gab nichts, was ich vermissen musste; aber es gab eine Menge, das sich positiv veränderte.

Beim Ausstieg aus der Alkoholsucht unterstellte ich, dass es hier nicht anders sein würde. Wenn die Illusion nicht mehr greift, so dachte ich, wird sich bzw. kann ich Vieles zum Positiven verändern. Und so kam es dann auch. Es ging natürlich nicht ganz ohne Suchtdruck ab. Aber Suchtdruck ist m.E. nichts anderes als ein zeitweiliges Zurückkehren der Illusion.
So lange klar ist, dass es sich um Illusion handelt, kann nicht viel passieren.

In meinen Augen ist es für den Ausstieg wichtig, positive Ziele zu haben. Ein positives Ziel lässt sich mit positiven Aussagen beschreiben. Also nicht: Ich will keinen Alkohol mehr trinken, sondern z.B.: Ich will das Leben in jedem Augenblick in all seinen Facetten mit klarem Verstand erfahren.

Viele Grüße
Katro


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newlife Offline




Beiträge: 3.488

08.02.2015 18:38
#129 RE: Mein Prosecco ist mein bester Freund antworten

Hi Katro,

was du schreibst, liest sich für mich alles durchaus schlüssig und ich glaube das sogar mit der Illusion und den Verknüpfungen im Gehirn. Letztendlich ist auch genau das Sucht.

Jetzt musst du mir nur noch erklären können, warum die allgemeine Haltung hier und auch sonstwo nicht deine Ansichten teilt und therapiert, sondern nachhaltig Wege der Abstinenz empfiehlt. Ich glaube auch, dass solche Muster wie du sie erklärst nicht umsetzbar sind. Wenn du aber schreibst, könnte man doch glatt meinen, der Rest der Welt versteht nichts von Sucht und deren Heilung, die ja deiner Meinung nach möglich ist.

Ich wüsste jetzt noch nicht einmal, welche Suchtberatungsstelle mir sowas erzählt, wie du es tust. An was liegt das deiner Meinung nach?

Enjoy the freedom...


Katro Offline



Beiträge: 121

08.02.2015 21:31
#130 RE: Mein Prosecco ist mein bester Freund antworten

Hallo Newlife,

was ich hier schrieb und nach wie vor schreibe, basiert zunächst einmal auf meinen Erfahrungen.

Darüber hinaus erfuhr ich von einem Suchttherapeuten, dass Alkoholabstinenz an sich kein Therapieziel bei Alkoholismus ist. Man geht jedoch davon aus, dass Abstinenz die Therapie erleichtert. Und da die Krankenkassen meines Wissens nur zahlen, wenn das Therapieziel Abstinenz heißt, ist Suchthilfe in Deutschland so, wie sie zurzeit ist.

M.E. rückt die Abstinenz in den Augen der Abhängigen zu sehr in den Vordergrund. Man versucht nicht mehr zu trinken. Und wenn man Glück hat, kommt man tatsächlich vom Nicht-dürfen über das Nicht-wollen zum Nicht-müssen.
In meinen Augen bekommt man das Nicht-müssen jedoch frei Haus geliefert, wenn man die Illusion erkannt hat. Dann macht es weder Sinn zu rauchen, noch zu saufen oder sonstige Drogen zu konsumieren.

Vielleicht noch etwas zum kontrollierten Trinken (wie es anscheinend viele Alkoholiker verstehen): Wenn ich versuche, geringere Mengen zu trinken und gleichzeitig anstrebe, meine Sucht/Illusion nicht loszulassen, werde ich zwangsläufig immer wieder scheitern. Denn die Sucht braucht das Suchtmittel von Mal zu Mal mehr und nicht weniger.

Viele Grüße
Katro


Tanja Offline



Beiträge: 291

08.02.2015 22:52
#131 RE: Mein Prosecco ist mein bester Freund antworten

Hallo,

@Jetzisabergut

Hallo Peter,
vielen Dank für deine offenen Worte, es tut mir sehr leid, dass du einen derart steinigen Weg gehen musstest bevor du endlich einen Ausweg gefunden hast. Ich hoffe sehr, dass mein kleines Gehirn sich an deine Geschichte, die möglichen Folgen erinnern wird, sollte es jemals wieder etwas trinken wollen.

@Clavis

Zitat von Clavis im Beitrag #121

Deine glücklichen Momente können sich jederzeit in Luft auflösen, was hast Du dann dagegen zu setzen?



Es ist mir schon klar, dass nur weil ich jetzt nüchtern bin, mein Leben nicht auf einmal problemlos ablaufen wird .Ehrlich gesagt weiß ich noch nicht, was ich in weniger glücklichen Momenten machen werde. Sollte ich zur Flasche greifen, werde ich es euch wissen lassen .

@Katro

Zitat von Katro im Beitrag #128

Wenn die Illusion nicht mehr greift, so dachte ich, wird sich bzw. kann ich Vieles zum Positiven verändern. Und so kam es dann auch. Es ging natürlich nicht ganz ohne Suchtdruck ab. Aber Suchtdruck ist m.E. nichts anderes als ein zeitweiliges Zurückkehren der Illusion.
So lange klar ist, dass es sich um Illusion handelt, kann nicht viel passieren.



Hallo Karto,

auch wenn ich nach wie vor deinen Weg bewundere und mir wünsche, daran arbeite, deine Einsichten auch zu erlangen, bin ich leider noch weit entfernt davon.

@F10 2

Zitat von F10 2 im Beitrag #39

Feinen Freund hast du dir ausgesucht, einen der charmant ist, unterstützt, hilft, ablenkt, manchmal ein rauschhaftes Erleben schenkt und mehr...

Alles okay..wenn man ihn auf Distanz hält und nur ab und zu trifft.....
...
Aber du bist seinen falschen Charme auf den Leim gegangen, seiner flüssigen Eloquenz, seinem bezaubernden Lächeln und seiner Bereitschaft immer für dich da zu sein.
Er gibt dir das Gefühl zu geben und nimmt doch nur, versteht es dabei meisterhaft die Rollen zu verschleiern. Sobald du ihn näher ran lässt, wickelt er dich ein, wie ein "Womanizer" der die Beute erkennt, sie becirct, erlegt und mit Wunden zurück lässt..auf seinen eigene Vorteil bedacht, knallhart ohne Empathie oder Rücksicht...
...
Du musst dich von ihm trennen, wenn es dir besser gehen soll...und dann irgendwann wirst du merken wie falsch dieser Freund war.
...



Den gesamten Text hab ich mir zig mal durchgelesen, der trifft den Nagel einfach auf den Kopf. Hier noch ein Dankeschön dafür.

Liebe Grüße, Tanja


newlife Offline




Beiträge: 3.488

09.02.2015 07:47
#132 RE: Mein Prosecco ist mein bester Freund antworten

Hallo Katro,

für dich ist es also so, dass der Alkohol die Bedeutung verloren hat. Er bringt dir also nix mehr.

Ganz sicher ist es so, dass die Bedeutung eines Suchtmittels für den Konsument der Dreh- und Angelpunkt für eine Suchtentwicklung ist.

Für mich war er eine zeitlang sozusagen das zentrale Glied, um überhaupt wegzugehen und Leute zu treffen. Und nicht nur das. Ich wollte ja bewusst die Wirkung spüren. Wenn ich das nicht hätte gewollt, dann hätte ich doch auch früher was anderes trinken können.

Egal ob Alkohol, bestimmte Medikamente oder Drogen. Für was konsumiert der Mensch diese Gifte? Doch nur wegen der Wirkung, ich kenne da keinen anderen Grund.

Natürlich ist es so, dass wohl ein Großteil der Gesellschaft wegen bestimmten Anlässen am Alkohol nippt oder unsere Viertelesschlotzer im Schwäbischen den Wein als Kulturgut ansehen. Ich habe das ja zu akzeptieren, verstehen kann ich das als Süchtiger aber nicht. Ich glaube auch, dass ich es nie und nimmer verstehe, wie man freiwillig Gift konsumiert ohne eine Wirkung haben zu wollen. Ist doch paradox, oder?

Enjoy the freedom...


Bodhisattva Offline




Beiträge: 1.048

09.02.2015 09:52
#133 RE: Mein Prosecco ist mein bester Freund antworten

Hi Katro,

meine Fragen hast Du immer noch nicht beantwortet, wäre top, falls Du doch Zeit & Muse findest:

Fragen an Katro _ Wege aus dem Suff

Prinzipiell trinkst Du nun seit round about 33 Monaten kontrolliert und das funktioniert(-e) jetzt diese 33 Monate so, gut, sei Dir gegönnt. Für mich liest sich da eine gehörige Angst vor der Sucht und die Negation von Sucht durch Worte wie Illusion und der Versuch durch Kraft der Gedanken sich von Sucht freizusprechen.

Schreibe aber auch bitte weiter hier wenn dein altes Alkohollevel wieder erreicht werden sollte und dies dann keine Illusion der Sucht ist.

Grüße, Bodhi


Tanja Offline



Beiträge: 291

11.02.2015 01:15
#134 RE: Mein Prosecco ist mein bester Freund antworten

Hallo,

und hier nun ein Eintrag, auf den ein paar wohl schon gewartet haben .

Gestern hat der kleine Saufteufel in meinem Kopf gesiegt. Nachdem ich Saufdruck bewusst wiederstehen kann, mir klar ist, dass er mir in Stresssituationen keine Hilfe ist, nach Feierabend keine Erleichterung bringt und zum einschlafen Gift ist hat er einen neuen Weg gefunden .
Also, es war ein tolles WE (bei uns Sonntag und Montag) Die ganze Wäsche erledigt, tolle Filme geschaut, Essen gegangen, sogar noch etwas Papierkram erledigt. So sitze ich mal wieder Nachts am PC im Büro, da lagern wir auch Spirituosen und Weine. Da meldet sich eine Stimme: "hey, hätte gerade Lust auf ein Gläschen Wein" hmm ich sollte ja nicht, aber ein kleines Gläschen, dass habe ich mir doch verdient, immerhin war ich auch 10 Tage ohne Probleme abstinent.
So siegte ganz schnell der Suchtteufel, hat einen Weg gefunden, mich zu überlisten, nach dem einen Glas war ich schon besoffen, es wurden mehrere Gläser.

Nun hat mich wohl dank meiner Leichtigkeit überlistet lassen. Aber vielleicht war das auch nur der letzte Stoß, damit ich doch mal zugebe, eine kleine Alkoholikerin zu sein . Wobei mich mein Schatz schon ein paar Tage voller Stolz "meine trockene Alkoholikerin" nennt. Ein toller Kosename.

Er erzählte mir, dass er sich schon seit 2 Jahren wegen meines Alkoholkonsums Sorgen machen würde. Das hatte ich nie ernsthaft mitbekommen, es fielen nur Aussagen wie: "du willst doch jetzt nicht schon etwas trinken?!" "Wieviel hast du denn getrunken?!" Kosename: "Saufnase".

Naja, jetzt hab ich mir eine Theorie zugelegt, mit der mein kleiner Verstand dem Saufteufel vielleicht besser wiederstehen kann.

Also, mit dem Alk ist es doch wie mit einem Lebensgefährten, mit dem man vorhatte den Rest seines Leben zu verbringen. Man hat sich einmal fürchterlich geliebt, in jeder Situation war dieser Jemand für einen da, alles hat man zusammen erlebt. Die schönen, wie die guten Tage hat man einfacher, schöner, intensiver zusammen erlebt.

Nur wacht man eines Tages auf, und die Liebe ist einfach verflogen, die rosarote Brille ist herabgefallen und man erkennt, wer da wirklich an seiner Seite ist. Man versucht aber immer noch zu jenen Tagen zurückzukehren als alles noch so schön war. Es dauert eine ganze Weile, bis man endgültig einsehen muss, dass diese Partnerschaft nie wieder das werden kann, was sie einmal war.
Naja, zum Glück kann man vom Alk nicht schwanger werden .

Mit dieser Theorie nehme ich mir den "Ausrutscher" nicht übel. Nur muss ich die Uhr wohl neu stellen. Also, jetzt habe ich einen Tag ohne Alk hinter mir.

Noch eine Sache, ich heiße Anja. Irgendwie hatte ich mich hier am Anfang mit einem anderen Namen wohler gefühlt. Heute stört mich dieser.

Liebe Grüße,
Anja


karlbernd Offline




Beiträge: 4.397

11.02.2015 06:18
#135 RE: Mein Prosecco ist mein bester Freund antworten

die ersten abstinenz vesuche sind die schwersten. das suchtgedächnis lässt sich nicht so schnell ausschalten. ich habe anfangs auch zig versuche unternommen...ich wusste aber innerlich, dass es nicht klappt. trotzdem waren diese ersten alkfreien tage eine gute und wichtige erfahrung. ich hatte mir gezeigt, dass es auch ohne alk geht. ich fühlte mich nackt und hilflos. aber ich sah auch das rettende ufer. eine schöne aussicht. umfaller und rückfälle gehören dazu. die macht der gewohnheit, bzw. die abhängigkeit lassen sich nicht von heute auf morgen überwinden. zu sehr ist man in seinem system gefangen. das durchbrechen erfordert mut, aufbruchstimmung, durchhaltevermögen und bescheidenheit.

nur du entscheidest.


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