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Saufnix
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Dieses Thema hat 8 Antworten
und wurde 919 mal aufgerufen
 Ganz, ganz viele Fragen
Fotoklaus Offline



Beiträge: 4

22.11.2014 12:06
Vorstellung/Anliegen/Frage antworten

Liebe Leute,
ich bin neu hier im Forum und möchte mich kurz vorstellen: mein Name ist Klaus und ich lebe in Wien.
Ich habe mich hier registriert, weil ich eine Frage habe: mein Onkel, der mir sehr nahesteht, hat nach über 10 trockenen Jahren wieder zu trinken begonnen. Seine Frau ist kürzlich aus der gemeinsamen Wohnung ausgezogen, und da hat es wieder angefangen. Was ich bei meinen häufigen Besuchen gemerkt habe, ist, dass er nicht offen trinkt, sondern seinen Schnaps an allen möglichen Stellen in seiner Wohnung versteckt. Wir leben Tür an Tür und ich habe mein Büro im selben Haus, deshalb weiss ich, dass er neben seinem Job (von dem er mit Fahne heimkommt) die meiste Zeit zu Hause ist. Ich verbringe an den Abenden viel Zeit bei ihm, und auch während meiner Besuche schafft er es, immer betrunkener zu werden, obwohl am Tisch nur Mineralwasser steht und er stets leugnet, dass er trinkt. Ich kann es nicht ertragen, dass er - ein eigentlich lebensfroher Mensch - sich wieder an den Alkohol verschenkt, und ich hätte größte Lust, seine Wohnung in seiner Abwesenheit auf den Kopf zu stellen und den ganzen gefundenen Schnaps ins Klo zu kippen. Nicht unbedingt als Kontrollmassnahme oder Selbstversuch einer Therapie, sondern als provokante Maßnahme, um ihn mal wachzurütteln und zu zeigen, auf was er zusteuert und dass er Hilfe in Anspruch nehmen muss. Ansprechen kann ich das Problem nicht, da reagiert er furchtbar stur und verschliesst sich (schon öfter probiert- zwecklos), deshalb möchte ich es mit einem anderen Ansatz versuchen, nämlich der Provokation, und hoffe, dass ich dadurch zu ihm durchdringe.
Meine Fragen:
Was würdet ihr an meiner Stelle tun? Ist es ratsam, so einen Plan in die Tat umzusetzen? Und wenn ja: wo würdet ihr nach Vorräten suchen?
Ich danke euch herzlich für eure Unterstützung!
Viele Grüße,
Klaus


Fotoklaus Offline



Beiträge: 4

22.11.2014 12:13
#2 RE: Vorstellung/Anliegen/Frage antworten

Noch eine Ergänzung: seine Wohnung ist immer aufgeräumt und ordentlich, und es ist weit und breit kein Alkohol zu sehen, nicht mal Bierflaschen oder so, und nicht mal, wenn man ein bisschen in die Kästen schaut. Er muss den Alk also an Stellen bunkern, bei denen man nie und nimmer vermuten würde, dass dort Alkohol versteckt ist. Anders kann ich es mir nicht erklären. Ich wäre deshalb auch danke für die 'Klassikerstellen' in der Wohnung, an denen Alkohol unauffällig bunkerbar ist - auch deshalb, damit ich eine Ahnung habe, wie schlimm es um ihn steht. Ich trinke selber wenig bis gar nicht (zu viele Negativbeispiele in der Familie), deshalb bin ich eher ahnungslos, wie viel mein Onkel braucht, um in die Form zu kommen, in der er fast jeden Abend ist. Und da wäre es auch super, die Stellen zu kennen, an denen er nachtanken kann, damit ich ein wenig einschätzen kann, wie oft er irgendwo hingeht, um einen Schluck zu nehmen. Danke!


Bluetic Offline




Beiträge: 1.630

22.11.2014 12:15
#3 RE: Vorstellung/Anliegen/Frage antworten

Hallo Klaus

Herzlich willkommen. Mach das bloß nicht, den Alkohol wegschütten. Ich würde ausrasten.

Die Entscheidung wieder trocken zu werden, muss von Ihm selbst kommen, ok. Sprich Ihn doch
an, wenn er eine Fahne hat. Einfach nur, ganz stressfrei: du hast eine Fahne, und dir ist
schon bewusst, dass nicht nur ich das rieche.

Wenn er es abstreitet, frag ihn, ob es im mit Alkohol besser geht, oder ob die trockene
Zeit besser war. Er muss es für sich selbst entscheiden.

Druck ausüben, oder Stoff wegschütten bringt meines Erachtens nichts als Aggression. Er
würde sich wieder eindecken, oder in eine Kneipe gehen.

LG Toni

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Ich weiß nicht, ob es besser wird, wenn es anders wird. Aber es muss anders werden, wenn es besser werden soll

Georg Christoph Lichtenberg
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Fotoklaus Offline



Beiträge: 4

22.11.2014 12:25
#4 RE: Vorstellung/Anliegen/Frage antworten

Hallo Toni,

klare Ansage, danke! Du hast recht, vielleicht ist der Plan wirklich nicht besonders ausgeklügelt, und das mit der Aggression, die es erzeugen würde, das kann ich gut nachvollziehen. Ich werde das nochmals überschlafen.

Was ich trotzdem möchte, ist, ein wenig einen Überblick über sein Trinkverhalten zu bekommen. Ich weiss nicht, ob er täglich eine halbe Flasche Schnaps trinkt, eine ganze, mehrere, ich weiss es nicht - schon mal deswegen, weil ich selber wenig Bezug zu Alkohol habe. Ich möchte ihn nicht kontrollieren, sondern einfach ein bisschen einen Überblick bekommen, zur Selbstbe(un)ruhigung oder so. Auch, damit ich, falls sein Verhalten doch irgendwann zur Sprache kommen sollte, weiss, wo er untertreibt und ob er mir irgendwas verschweigt. Unser Verhältnis ist, wie oft in Familien, ein sehr eigenes, mit allen Seltsamkeiten, die sich so in Familien ergeben, und da gibt es Bereiche, über die wir ganz offen reden können, aber auch Grauzonen und tote Winkel ;-) Ja, und deshalb würde es mich interessieren, ob ihr Ideen habt, wo ich nachschauen könnte, wo er seinen Alk bunkert. Von selbst komme ich nicht drauf, und die Stellen, an denen ich schon gesucht habe (Klospülkasten, Vorratskammer usw.) waren leer.
Danke für eure Hilfe!


septembersonne Offline




Beiträge: 5.735

22.11.2014 19:46
#5 RE: Vorstellung/Anliegen/Frage antworten

Hallo, Fotoklaus und Herzlich Willkommen hier!

Bluetic hat es schon formuliert, wenn Dein Onkel trinken will, dann wird er Mittel und Wege finden um zu konsumieren. Provokation ist selten hilfreich, er würde sich zurückziehen, " dicht " machen und Du würdest dadurch noch weniger erfahren.

Was Du tun kannst, für Dich selbst sorgen, Dich distanzieren . Ihn kontrollieren zu wollen, was soll das bringen....Du merkst es doch an seinem Erscheinungsbild, am Alkgeruch, an seinen Bewegungsabläufen, ob und wieviel er getrunken hat.

Die beste Hilfe ist die Nichthilfe....so ist das leider.

Wie ist er damals vor 10 Jahren geworden?

Hat er Selbsthilfegruppen besucht?

Liebe Grüße!

Manuela

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Das Leben ist schön, von " einfach " war nie die Rede.


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Fotoklaus Offline



Beiträge: 4

22.11.2014 20:52
#6 RE: Vorstellung/Anliegen/Frage antworten

Halo Manuela,

Danke für deine Nachricht und deine Worte.
Ja, längerfristig ist es sicher so, dass ich mich distanzieren muss, aber er trinkt erst seit ein paar Wochen wieder, und es gibt noch berechtigte Hoffnung, dass das nur eine Phase ist und kein Dauerzustand wird. Und außerdem - im gleichen Haus mit ihm (kinderlos, seit kurzem frauenlos) zu wohnen und sich zu distanzieren, das ist auch nicht sehr einfach. Noch möchte ich jedenfalls 'live' dabei sein und schauen, dass ich, als eine wichtige Bezugsperson, ganz genau weiss, was Sache ist, um im Fall, dass er sich mir öffnet, optimal reagieren zu können.

Vor 10 Jahren ist er deshalb trocken geworden, weil er seine Frau kennengelernt hat, die ihn vor einigen Wochen leider verlassen hat. Wirklich blöde Situation gerade.

Das, was ich in der jetzigen Phase auf alle Fälle möchte, ist, einen Überblick zu bekommen, wie viel er trinkt und wo er seinen Alk bunkert. Das mag jetzt vielleicht blöd klingen, dass ich da so darauf beharre, aber irgendwie habe ich mir in den Kopf gesetzt, das herauszufinden. Ja, und deshalb würde ich mich über Tipps freuen, wo ich nachsehen soll. Danke!

Liebe Grüße,
Klaus


Bluetic Offline




Beiträge: 1.630

22.11.2014 21:19
#7 RE: Vorstellung/Anliegen/Frage antworten

lass es Klaus. Er merkt das, wenn du rumsuchst. Dann kapselt er sich erst recht ab.

Toni

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Ich weiß nicht, ob es besser wird, wenn es anders wird. Aber es muss anders werden, wenn es besser werden soll

Georg Christoph Lichtenberg
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Jetzisabergut Offline




Beiträge: 2.533

22.11.2014 21:20
#8 RE: Vorstellung/Anliegen/Frage antworten

Wenn im Keller 2 Kisten Selter stehen,ist vielleicht eine Flasche (oder 2) davon nicht mit Selter gefüllt und steht sie in der unteren Kiste ,ganz hinten?

Beliebt war auch bei Dachbodenfenstern, dort eine Plastiktüte mit Alk rauszuhängen.


Es ist schon irre,welche Verstecke Alkis haben-und ist wohl in jeder Flasche im Haus das darin, was draufsteht?


Aber kommt zuerst der Wille aufzuhören, (das Hilfesuchen) und zum Schluss das Aufräumen, da hat man dann noch so einige AHA-Erlebnisse,denke ich.
Du wirst es trotzdem nicht verhindern können,dass er seine Alkoholica weiterhin parat hat, solange er das will. Zumal ihr jeder in der eigenen Wohnung lebt.Jede lose Kachel,jeder Hohlraum ......

So schaffst Du eine Athmosphäre des Mißtrauens, wenn Du ständig hinter ihm hersuchst.
Und wie lange willst Du denn dieses Spielchen spielen?
Ich sehe was, was Du nicht siehst?
Oder heiss und kalt?



Du kannst zur Suchtberatung gehen, denn die ist auch für Angehörige offen.
Dort kann man Dir raten, wie Du Dich verhalten kannst.
Und ihm vielleicht sagen,dass Du nur noch kommst,wenn er nicht betrunken ist.

Mein Rat, lass es bleiben,mit dem Nachsehen.

LG Peter

_______________________________________________
Ich bin,wie ich bin,die Einen kennen mich,die Anderen können mich....
C.Adenauer


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*ich* ( gelöscht )
Beiträge:

23.11.2014 00:34
#9 RE: Vorstellung/Anliegen/Frage antworten

ich kann dir da leider nix zu sagen, wenn er sich net öffnen will und alles versteckt ist, die anderen haben dir ja schon was zu geschrieben. ich schreib jetzt nur, weil ich erstaunt bin, obwohl ichs hier ja oft schon las, was so alles angestellt wird, um net aufzufallen... wenn die harte tour dann doch helfen sollte, dann reichts vielleicht mal hart sachte zu sagen, dass de dich net verarschen lässt und er sein leben net wegwerfen soll.


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