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Saufnix
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Dieses Thema hat 75 Antworten
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 Selbsthilfe und Gruppengespräche
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Galini Offline



Beiträge: 1.686

19.11.2012 09:12
#31 RE: Alltag bis ins Lezte, alles mit drin antworten

Zitat
Gepostet von karlbernd
"zur weihnachtszeit rückt doch die menschheit, die da im zwiste zerteilt , wieder zusammen"

drittes buch kb psalm 2




schön wär´s.....

Wer ein WOFÜR im Leben hat
der kann fast jedes WIE ertragen....

Friedrich Nietzsche


Faust Offline




Beiträge: 5.512

19.11.2012 18:25
#32 RE: Alltag bis ins Lezte, alles mit drin antworten

Zitat
Gepostet von karlbernd
"zur weihnachtszeit rückt doch die menschheit, die da im zwiste zerteilt , wieder zusammen"



Wo denn?

Vor'm apple-store?

LG
Bernd

"Das Ärgerlichste in dieser Welt ist, daß die Dummen todsicher und die Intelligenten voller Zweifel sind. " (Bertrand Russell)

Für alle, die sich noch oder wieder eigene Gedanken machen:
==> KLICK (ganz frisch)


karlbernd Offline




Beiträge: 4.397

19.11.2012 19:39
#33 RE: Alltag bis ins Lezte, alles mit drin antworten

witzbold ! ich meinte hier an board..


Vigeo Offline




Beiträge: 412

20.11.2012 08:37
#34 RE: Alltag bis ins Lezte, alles mit drin antworten

Zitat
Gepostet von Ulli Q
Gepostet von Komplex

Nach meiner Erfahrung war es das nicht. Alkohol hat konserviert, die Sicht versperrt und Entwicklung verzögert. Die wirklichen Baustellen standen hinter dem Alkohol.

Psychische "Verrenkungen" hat der Alkohol lediglich verhüllt. Die eigentliche Arbeit entsteht "hinter" dem Alkohol.

Ein erster Erfolg ist sicher das "nicht mehr Fliehen können". Dass dies so war, wurde mir auch in meiner Zeit in Katerstimmung immer brachial bewusst, den Weg da raus habe ich halt mit Alkohol verblockt.



Zitat
Der Alk hat mich in eine gefühlte Großartigkeit fliehen lassen, im Suff habe ich mich so gesehen: selbstbewusst, begabt, attrativ, was auch immer Grandioses....
Die Katerstimmung hat alle Großartigkeit ins Gegenteil verkehrt. Da stimmte dann nichts mehr (für mich an mir).

Und beide Einschätzungen waren nur scheinbar richtig.
Nüchtern mit Abstand betrachtet, stimmen sie nicht mehr.
Eine große Herausforderung ist, zu erarbeiten / erfahren: Wer / wie bin ich eigentlich oder wie möchte ich sein und wie komme ich da hin? Und natürlich hat der mein Trinken solche Erkenntnisse blockiert.

[ Editiert von Ulli Q am 17.11.12 17:28 ]





Stimme Euch beiden absolut zu.
Sich selbst zu erkennen ist eine intensive, sinnliche, befreiende und angstlösende Erfahrung.
@ Komplex: Du hast in meinem Thread mal von Deinem "Erkenntnis-Schock" geschrieben.
Ich glaube ich ahne jetzt ungefähr, was Du meinst.
Etwas, das die Sicht auf sich selbst und die Dinge nachhaltig verändert.
Sich selbst zu erkennen ist der Schlüssel zur Selbstliebe.
Die stille Gewissheit: So bin ich und nicht anders. So ist es und nicht anders. Und daraus ergeben sich die Schritte, die ich gehe in meinem Leben, von selbst.
Es ist wie es ist. Ich muss nicht mehr gegen mich kämpfen.
Schuldgefühle relativieren sich, das stets strenge Überauge bekommt gütige Gesichtszüge.

Ohne meine Therapeutin, ohne meine Gruppe und auch ohne Euch hier im Forum wäre ich jetzt längst noch nicht da wo ich im MOment stehe. Gerade der Rückhalt in der Gruppe hat viel dazu beigetragen, meiner Wahrnehmung zu trauen, mir selbst zu trauen, mich selbst zu erkennen.
Ich denke, dass es wichtig ist, niemals zu vergessen, in welcher Liga man vor kurzem noch gespielt hat.
Vergnügte Dankbarkeit dafür, die Möglichkeit ergriffen zu haben, nachreifen zu können, ist denke ich ein ganz nützlicher Gefährte.

Gehe Wege, die du noch nicht gegangen bist, damit du Spuren hinterlässt!


Komplex Offline



Beiträge: 3.773

20.11.2012 09:32
#35 RE: Alltag bis ins Lezte, alles mit drin antworten

Zitat
Gepostet von Vigeo

Zitat
Gepostet von Ulli Q
Gepostet von Komplex

Nach meiner Erfahrung war es das nicht. Alkohol hat konserviert, die Sicht versperrt und Entwicklung verzögert. Die wirklichen Baustellen standen hinter dem Alkohol.

Psychische "Verrenkungen" hat der Alkohol lediglich verhüllt. Die eigentliche Arbeit entsteht "hinter" dem Alkohol.

Ein erster Erfolg ist sicher das "nicht mehr Fliehen können". Dass dies so war, wurde mir auch in meiner Zeit in Katerstimmung immer brachial bewusst, den Weg da raus habe ich halt mit Alkohol verblockt.



Zitat
Der Alk hat mich in eine gefühlte Großartigkeit fliehen lassen, im Suff habe ich mich so gesehen: selbstbewusst, begabt, attrativ, was auch immer Grandioses....
Die Katerstimmung hat alle Großartigkeit ins Gegenteil verkehrt. Da stimmte dann nichts mehr (für mich an mir).

Und beide Einschätzungen waren nur scheinbar richtig.
Nüchtern mit Abstand betrachtet, stimmen sie nicht mehr.
Eine große Herausforderung ist, zu erarbeiten / erfahren: Wer / wie bin ich eigentlich oder wie möchte ich sein und wie komme ich da hin? Und natürlich hat der mein Trinken solche Erkenntnisse blockiert.

[ Editiert von Ulli Q am 17.11.12 17:28 ]





Stimme Euch beiden absolut zu.
Sich selbst zu erkennen ist eine intensive, sinnliche, befreiende und angstlösende Erfahrung.
@ Komplex: Du hast in meinem Thread mal von Deinem "Erkenntnis-Schock" geschrieben.
Ich glaube ich ahne jetzt ungefähr, was Du meinst.
Etwas, das die Sicht auf sich selbst und die Dinge nachhaltig verändert.
Sich selbst zu erkennen ist der Schlüssel zur Selbstliebe.
Die stille Gewissheit: So bin ich und nicht anders. So ist es und nicht anders. Und daraus ergeben sich die Schritte, die ich gehe in meinem Leben, von selbst.
Es ist wie es ist. Ich muss nicht mehr gegen mich kämpfen.
Schuldgefühle relativieren sich, das stets strenge Überauge bekommt gütige Gesichtszüge.

Ohne meine Therapeutin, ohne meine Gruppe und auch ohne Euch hier im Forum wäre ich jetzt längst noch nicht da wo ich im MOment stehe. Gerade der Rückhalt in der Gruppe hat viel dazu beigetragen, meiner Wahrnehmung zu trauen, mir selbst zu trauen, mich selbst zu erkennen.
Ich denke, dass es wichtig ist, niemals zu vergessen, in welcher Liga man vor kurzem noch gespielt hat.
Vergnügte Dankbarkeit dafür, die Möglichkeit ergriffen zu haben, nachreifen zu können, ist denke ich ein ganz nützlicher Gefährte.




Yepp, oder einfach: So isses und nicht anders.

Und all die Erkenntnistheorien oder Sinnsprüche aus anderen philosophischen Disziplinen nicht nur in ihrem Anspruch nachvollziehen zu können, sondern eben einfach: Ja, genau.....

Und Demut und Dankbarkeit. Mir ganz wichtige Begriffe.

____________________________________________________


Friedi Offline



Beiträge: 2.581

20.11.2012 09:48
#36 RE: Alltag bis ins Lezte, alles mit drin antworten

Zitat
Gepostet von Komplex
...
Yepp, oder einfach: So isses und nicht anders.


Ja, dem stimme ich auch zu, frage mich aber, wie macht ihr das, so verhältnismäßig schnell zu solch einer Selbsterkenntnis "Die stille Gewissheit: So bin ich und nicht anders. So ist es und nicht anders" zu kommen? Hört dich so unumstößlich an.

Ich finde bei mir immer wieder Denk-und Verhaltensweisen, die durch meine Erziehung und Lebenserfahrungen geprägt sind, die aber, wenn ich das erkenne und überdenke, nicht wirklich meinem Wesen entsprechen. Zu ergründen, wie ich wirklich bin, dauert noch an, wobei auch Eigenwahrnehmung und Fremdwahrnehmung nicht unbedingt übereinstimmen. Auf jeden Fall ist es spannend.

Friedi

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Wenn du am Morgen erwachst, denke daran, was für ein köstlicher Schatz es ist, zu leben, zu atmen und sich freuen zu können.
Marc Aurel


Komplex Offline



Beiträge: 3.773

20.11.2012 09:55
#37 RE: Alltag bis ins Lezte, alles mit drin antworten

Zitat
Gepostet von Friedi

Zitat
Gepostet von Komplex
...
Yepp, oder einfach: So isses und nicht anders.


Ja, dem stimme ich auch zu, frage mich aber, wie macht ihr das, so verhältnismäßig schnell zu solch einer Selbsterkenntnis "Die stille Gewissheit: So bin ich und nicht anders. So ist es und nicht anders" zu kommen? Hört dich so unumstößlich an.

Ich finde bei mir immer wieder Denk-und Verhaltensweisen, die durch meine Erziehung und Lebenserfahrungen geprägt sind, die aber, wenn ich das erkenne und überdenke, nicht wirklich meinem Wesen entsprechen. Zu ergründen, wie ich wirklich bin, dauert noch an, wobei auch Eigenwahrnehmung und Fremdwahrnehmung nicht unbedingt übereinstimmen. Auf jeden Fall ist es spannend.

Friedi




Ach, ich bin ja eher etwas einfach gestrickt, von daher ging das bei mir fix.

Nein, Anfechtungen usw. sicher immer noch und das ist ja auch gut so, schließlich wollte ich auch noch nicht abschließen. Und dieser "Moment" war bei mir genau der,, als nach vorhergegangener ziemlich intensiver und schmerzhafter Denk- und Erinnerungarbeit ganz urplötzlich dieser Knoten im Bauch sich löste. Dieser Knoten, den ich immer gespürt habe, von dem ich mir manchma gewünscht hatte, ich könnte ihn einfach rausreißen, das nicht Sagbare, Erklärbare, Angst machende.

Es war in der Tat: Überwältigend, nicht rational, und dann wars: Weg.

____________________________________________________


Vigeo Offline




Beiträge: 412

20.11.2012 10:14
#38 RE: Alltag bis ins Lezte, alles mit drin antworten

"Wie macht ihr das?"

Ich mache nichts. Es ist da.
Bei mir liegt es mit Sicherheit daran, dass ich mich aus einer für mich unhaltbaren Situation befreit habe. Mit viel Schmerz mich wie eine Schraube herausgewunden habe aus einer Konstellation, die meinem Selbst in keinster Weise entspricht.

Und nun steh ich da - und keine Welt ist eingestürzt, keine Strafe wartet auf mich, keine Schuldgefühle, die mich quälen.
Stattdessen ein Zustand der inneren Zustimmung. Meine Seele schwingt im Gleichklang mit dem Universum (klingt jetzt völlig gaga - aber so empfinde ich das).
Ich bin wieder eins mit mir.

Gestern in der Gruppe hatten wir das Thema "Wieviel Ruhe und Alleinsein braucht der Mensch?"
A. Es gibt Menschen, die es gut mit sich allein aushalten, Kontakte zu anderen in Maßen aber nicht ständig brauchen und damit sehr zufrieden und glücklich sind.
B. Es gibt Menschen, die es unfreiwillig mit sich aushalten müssen, weil die Kontakte fehlen.
C. Es gibt Menschen, die eigentlich gern allein sind, aber meinen, sie müssten ständig andere Leute treffen, weil man das so macht.
D. Es gibt Menschen, die würden gern mehr Kontakte pflegen, haben aber soziale Ängste und Hemmungen.
E. Es gibt Menschen, die sich ständig gern mit anderen Menschen umgeben und damit glücklich sind.

Noch während wir darüber redeten, wusste ich plötzlich ganz genau, welche Art Mensch ich bin. Nämlich Kategorie "A".
Und: Es ist in Ordnung. Ja - so ist es, ja so bin ich.

Ich gehörte nämlich auch schon zur Kategorie C. Lebte sozusagen gegen meine Natur, weil ich meinte, oder weil man mir sagte, das muss so sein.

Also was ich sagen will: Es geht mir um das "Sein".
Es geht mir nicht um das Ausfeilen von Verhaltensweisen - da hätte ich noch eine Menge auszubessern.
Aber das ist nicht das Wesentliche.
Das Wesentliche ist das Erkennen der Natur meines Selbst.
Hört sich so an, als müsste das doch jeder über sich wissen.
Für mich zumindest ist es neu oder zumindest solange gedeckelt und vergessen gewesen, dass ich mich nicht mehr erinnern konnte, jemals ich selbst gewesen zu sein.

Gehe Wege, die du noch nicht gegangen bist, damit du Spuren hinterlässt!


PeWe03 Offline




Beiträge: 300

20.11.2012 10:25
#39 RE: Alltag bis ins Lezte, alles mit drin antworten

Zitat
Gepostet von Friedi

Ja, dem stimme ich auch zu, frage mich aber, wie macht ihr das, so verhältnismäßig schnell zu solch einer Selbsterkenntnis "Die stille Gewissheit: So bin ich und nicht anders. So ist es und nicht anders" zu kommen? Hört dich so unumstößlich an.

Ich finde bei mir immer wieder Denk-und Verhaltensweisen, die durch meine Erziehung und Lebenserfahrungen geprägt sind, die aber, wenn ich das erkenne und überdenke, nicht wirklich meinem Wesen entsprechen. Zu ergründen, wie ich wirklich bin, dauert noch an, wobei auch Eigenwahrnehmung und Fremdwahrnehmung nicht unbedingt übereinstimmen. Auf jeden Fall ist es spannend.

Friedi



Das ist vermutlich die "Altersweisheit"...gelle?!

"Ich könnte manchmal vor Glück eine ganze Allee von Purzelbäumen schlagen!"

Heinz Erhardt


Komplex Offline



Beiträge: 3.773

20.11.2012 10:35
#40 RE: Alltag bis ins Lezte, alles mit drin antworten

Zitat
Gepostet von Vigeo
"Wie macht ihr das?"

Ich mache nichts. Es ist da.
Bei mir liegt es mit Sicherheit daran, dass ich mich aus einer für mich unhaltbaren Situation befreit habe. Mit viel Schmerz mich wie eine Schraube herausgewunden habe aus einer Konstellation, die meinem Selbst in keinster Weise entspricht.

Und nun steh ich da - und keine Welt ist eingestürzt, keine Strafe wartet auf mich, keine Schuldgefühle, die mich quälen.
Stattdessen ein Zustand der inneren Zustimmung. Meine Seele schwingt im Gleichklang mit dem Universum (klingt jetzt völlig gaga - aber so empfinde ich das).
Ich bin wieder eins mit mir.

Gestern in der Gruppe hatten wir das Thema "Wieviel Ruhe und Alleinsein braucht der Mensch?"
A. Es gibt Menschen, die es gut mit sich allein aushalten, Kontakte zu anderen in Maßen aber nicht ständig brauchen und damit sehr zufrieden und glücklich sind.
B. Es gibt Menschen, die es unfreiwillig mit sich aushalten müssen, weil die Kontakte fehlen.
C. Es gibt Menschen, die eigentlich gern allein sind, aber meinen, sie müssten ständig andere Leute treffen, weil man das so macht.
D. Es gibt Menschen, die würden gern mehr Kontakte pflegen, haben aber soziale Ängste und Hemmungen.
E. Es gibt Menschen, die sich ständig gern mit anderen Menschen umgeben und damit glücklich sind.

Noch während wir darüber redeten, wusste ich plötzlich ganz genau, welche Art Mensch ich bin. Nämlich Kategorie "A".
Und: Es ist in Ordnung. Ja - so ist es, ja so bin ich.

Ich gehörte nämlich auch schon zur Kategorie C. Lebte sozusagen gegen meine Natur, weil ich meinte, oder weil man mir sagte, das muss so sein.

Also was ich sagen will: Es geht mir um das "Sein".
Es geht mir nicht um das Ausfeilen von Verhaltensweisen - da hätte ich noch eine Menge auszubessern.
Aber das ist nicht das Wesentliche.
Das Wesentliche ist das Erkennen der Natur meines Selbst.
Hört sich so an, als müsste das doch jeder über sich wissen.
Für mich zumindest ist es neu oder zumindest solange gedeckelt und vergessen gewesen, dass ich mich nicht mehr erinnern konnte, jemals ich selbst gewesen zu sein.



Ja, da sagste was. Ich bin auch immer wieder fürchterlich gern allein mit mir. Genauso wie ich ganz dolle gerne mit Anderen.....aber eben nicht immer. Und vor allem nicht, weil es den "Erwartungen", welcher Art auch immer, entsprechen muss.

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grufti Offline




Beiträge: 3.482

20.11.2012 10:52
#41 RE: Alltag bis ins Lezte, alles mit drin antworten

Hallo,

ich oute mich auch mal als überzeugter "A'ler"...

Ich finde, von den genannten Kategorien hat es der A'ler am besten.

B, C und D sind schon deswegen unglücklich, weil sie leben, wie sie eigentlich nicht wollen.

Die "E'ler" sind zwar glücklich, brauchen aber um Glücklichsein immer einen Haufen anderer Menschen, und wer weiß, ob die immer zur Verfügung stehen.

Der "A'ler" dagegen ist zufrieden mit sich und seinem Leben und das bissel Welt drumrum, das er braucht, das steht ihm immer zur Verfügung.

Liebe Grüße vom Grufti!
Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden (Mark Twain)


Zwitscherer Offline




Beiträge: 1.703

20.11.2012 10:57
#42 RE: Alltag bis ins Lezte, alles mit drin antworten

Oder der E'ler hat eine magische Magnetwirkung , die er selber nicht beeinflussen kann

Ciao Zwi


zai-feh ( gelöscht )
Beiträge:

20.11.2012 11:21
#43 RE: Alltag bis ins Lezte, alles mit drin antworten

Eindeutig "A"


Vigeo Offline




Beiträge: 412

20.11.2012 11:57
#44 RE: Alltag bis ins Lezte, alles mit drin antworten

Ich wollte auch nur ein kleines Beispiel dafür nennen, was es für mich bedeutet, mich selbst zu erkennen, zu erfühlen.
Bin über so lange Zeit mit ganz oft komischem Bauchgefühl durchs Leben gegangen - ohne dieses Gefühl einordnen zu können. Vielleicht, weil auch ganz oft das Gefühl fehlte, wirklich angenommen zu sein so wie ich bin.
Aber wie auch, wenn ich mich selbst nicht annehmen kann, weil ich gar nicht weiß, was ich da eigentlich annehmen soll, weil ich es nicht wirklich kenne.
Weil ich vielleicht immer irgendwie sein wollte, ein Bild von mir malte, das meiner eigenen Wahrheit nicht entsprach.
Weil ich so sein wollte, wie andere mich gern sehen.
Und irgendwann in all diesen Jahren habe ich mich verloren, den Bezug zu mir selbst verloren.
Das langsame Wiedererkennen löst dann halt dieses Aha-Erlebnis aus: "Ja klar, genauso ist es doch, es kann gar nicht anders sein, es ist so klar, so naheliegend, warum konnte ich es so lange nur nicht sehen?"
PeWe - wenn ich da ungewollt altklug oder möchtegernaltersweise daherkomme, dann liegt das ganz sicher nicht in meiner Absicht.
Es ist momentan einfach ein klares Sehen -
kann auch sein, dass es genauso schnell verpufft, wie es kam.
Aber ich werde es nicht mehr vergessen. Es ist so eine Art Wendepunkt.
Oder wie Komplex es beschreibt: ein geplatzter Knoten.
Es ist schwer, das mit Worten auszudrücken.
Wahrscheinlich haben die meisten Menschen nie ein Problem damit gehabt, sich so zu sehen wie sie sind.
Die haben sich normal entwickelt.
Irgendetwas in meiner Entwicklung und Reifung muss unglaublich schief gelaufen sein - und der Alkohol tat dann sein übriges, um alle Spuren zu verwischen, die einen Hinweis darauf hätten geben können, wo, wann und warum ich in mir selbst in Vergessenheit geraten bin.

So - und nun zurück in den Alltag.
Mittagspause ist vorbei.

LG

Gehe Wege, die du noch nicht gegangen bist, damit du Spuren hinterlässt!


Komplex Offline



Beiträge: 3.773

20.11.2012 12:37
#45 RE: Alltag bis ins Lezte, alles mit drin antworten

Pfff.....da hab ich doch glatt mal zurück geschaut. Das war im Januar dieses Jahres und nichts von dem ist "ungeklärt".

"Tsssss..... ich drohe, "Bilanz " ziehen zu wollen. Kurz vor einem Jahr Trockenheit, nur noch 25 Tage.

Und ich weiß so sehr genau, dass eine wie auch immer geartete Bilanz überhaupt keinen Sinn hat. Ich muss mir das in den Kopf kloppen, dass dies alles ein Weg ist. Es gibt keinen Endpunkt; es gibt kein "so, jetzt bist Du über den peak und hast alles erledigt, alles gelöst und kannst Dich mal gemütlich in Deinem Sessek zurück lehnen."

Ich drohe gerade , einer Sehnsucht nach Erlösung anheim zu fallen. Erlösung, hah tja. Mal dauerhaft schmerzfrei sein.

Ich tue mich unglaublich schwer, jetzt. Es stehen neue Entscheidungen an. Gehe ich Risiko und versuche, das, wovon ich im Grunde träume, durchzuziehen?

Oder versuche ich lieber, das, was an (beruflichem) Fundament da ist, so gut und abgeklärt wie möglich fortzuführen?

Mir wird das alles so groß. Es wird mir zu groß. Ich drohe zu versteinern.

Dabei ist es doch nur ein Weg. Was soll mir schon passieren, außer, dass ich scheitere? Was passiert, wenn ich scheitere? Kann ich dann nicht mehr leben?

Wo bin ich denn überhaupt? Hab ich mich heute "gerner", bin ich mehr bei mir als vor einem Jahr?

Vor drei Wochen hätte ich ja gesagt. Und jetzt steh ich da und mir ätzt durch alle Glieder, dass ich mich mit mir immer noch vollkommen verloren fühle.

Es ist nicht so, dass ich durchgehend deprimiert wäre. Ich bewege mich und das hilft schon. Aber ich bin immer noch nicht so weit, die teils profanen, alltäglichen Dinge als notwendig und sinnvoll anzunehmen.

Es gibt Augenblicke, da sitze ich da und denke: "Ey, Andreas, komm jetzt, wieder die volle Nummer. Kannste, haste ja oft genug in Deinem Leben."

Wichtig sein, König sein, mir die Anerkennung regelrecht einträufeln. Vor lauter Atemlosigkeit und Thrill dahinsinken. Adrenalin. VORWÄRTS!

Ich beginne, mich wieder zu vergessen. Und mir geht schon wieder nur im Kopf rum, erfüllen zu wollen. Ich muss doch. Ich muss doch die Weissagungen erfüllen. Der große Fremdwunscherfüller.

Verdammt, ich habe eine Frau geheiratet, die ich nie geliebt habe (von daher waren die 15 Jahre schon ein Riesenerfolg, näch. ), ich habe beruflich Positionen vertreten, die niemals meine waren (aber ich konnte das ja soso gut!); Und ich war ja so sauerfolgreich! Ich war im Fernsehen, hähä. Ich war hochoffiziell bestuhlter Oberweltretter. Ich habe eine Tochter gezeugt. hihi. Ich habe und habe und habe.

Und bin: Nichts.

Was ein Schaizz. Und ich kriegs gerade nur raus, wenn ich auf meinem Rad sitze (das macht die Welt abhold und klein) oder wie jetzt irgendwelchen Salbei runterschreibe.

Sorry for that, war grad nötig.

Und das Fiese an der ganzen Nummer, wenn ich mich ganz klein mache und ganz genau hinhöre, niemand ist da, nur ich, dann sagt es mir: Oh; Junge, Du willst ja nur in den Arm genommen werden. Jo.

Einfach in den Arm genommen werden. Jo. Und ich kann mich ja nicht mal selber in den Arm nehmen! "


Das war so ziemlich die letzte "Verzweiflungsklimax".

Ein paar Tage später passierte "das" dann.

"Das alte Bild hieß "Rosebud".

Das neue heißt: "Verweile doch...."

Alleine aus der Ferne betrachtet ist es schon schön."

Ja, in ein paar wenigen Tagen. Hat es sich gedreht.

[ Editiert von Komplex am 20.11.12 12:43 ]

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