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Saufnix
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Dieses Thema hat 26 Antworten
und wurde 2.381 mal aufgerufen
 Akute Hilfe
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Vada Offline



Beiträge: 42

04.11.2012 11:16
#16 RE: Hab es endlich eingesehen antworten

Hallo Bondy,

hab keine Angst!!! Die Zeiten, dass Alkoholiker weggesperrt werden, sind vorbei...
Und das, was man manchmal so in Filmen etc. sieht, entspricht auch nicht der Realität...
Sollte dies eine "ganz normale" Klinik für Alkohol- und Medikamentenabhängige sein (oft in Kombination mit einer Psychosomatischen Abteilung), also keine Entzugsklinik für schwer Drogenabhänige, dann darfst du in der Regel nach 2 Wochen das Gelände verlassen und Besuch empfangen.
Solltest du wirklich erst dort vor Ort vom Alkohol entgiftet werden, wird es dir körperlich eh nicht so gut gehen, um draussen "rumzuspringen".
Während der Therapie wirst du viele nette Leute, Gleichgesinnte kennenlernen und wertvolle Gespräche mit Mitpatienten und auch Therapeuten führen.
Meistens gibt es einen festen Tages-/Wochenplan bestehend aus Gruppenstunden, Beschäftigungstherapie (malen, basteln etc.), Sport, indikativen Gruppen (themenbezogen, auf dich zutreffend) und Vorträgen zum Thema rund um die Sucht und natürlich festen Essenszeiten. Eine Bezugsgruppe besteht aus ca. 8-12 Patienten mit einem Bezugstherapeut, mit welchen man auch Einzelgespräche führt. Du wirst auch sehr viel freie Zeit haben, welche du selbst gestalten kannst. Genauso, wie im "echten Leben", wird es auch Regeln und Aufgaben geben. Du machst da ja schließlich keinen Urlaub, sondern sollst lernen, ein "geregeltes Leben" ohne Alkohol zu führen.
Du wirst dort auch viel über deine Krankheit erfahren, lernen mit bestimmten Situationen anders umzugehen. Freu dich auf eine Zeit außerhalb deines "alten Alltages". Die Zeit wird viel zu schnell vergehen und vieles Neues, Positives wird dir widerfahren...
Anstrengend wird erst die Zeit nach der LZT (Langzeittherapie), wenn der Alltagstrott wiederkehrt und du für dich alleine gegen dein Verlangen ankämpfen musst...


Vada Offline



Beiträge: 42

04.11.2012 11:24
#17 RE: Hab es endlich eingesehen antworten

...achso...

Also ich empfehle dir, noch vor den 8 Wochen LZT, eine Entgiftung im Krankenhaus zu machen. Dann kannst du gleich von Anfang an, mit klarem Kopf, die Therapiezeit nutzen.
Eine "normale" Entgiftung dauert 7-10 Tage, max. 14, je nach deinem Befinden. Eine qualifizierte Entgiftung, wie oben schon erwähnt, 21 Tage. Werden aber nicht von allen Krankenhäusern angeboten.


Callysta Offline




Beiträge: 8.240

04.11.2012 11:26
#18 RE: Hab es endlich eingesehen antworten

Ich durfte in der qualifizierten Entgiftung in der ersten Woche nicht raus - da war ich aber eh nicht in der Lage

Danach dann in Begleitung und später mussten wir sogar über NAcht nach Hause - Belastungserprobung.

Aber davon abgesehen...nach der langen Sauf-Leidenszeit hat mir die Zeit in der Klinik so gut getan wie lange nichts mehr, denn erst dort habe ich wirklich begriffen, dass ich mich für meine Krankheit nicht schämen muss!

Die Gespräche mit Mitpatienten und Ärzten/Schwestern waren so wohltuend - da kam natürlich nie ein Vorwurf und meine Angst, die schlimmste und peinlichste aller Alkoholikerinnen zu sein, war auch dahin - irgendwer konnte alles immer noch toppen!

Wirklich, die Entgiftung war eine Befreiung, die heute über 5 Jahre anhält!

Wenn die Musik beginnt, dann dreht sich der Tanzbär...


Vada Offline



Beiträge: 42

04.11.2012 11:31
#19 RE: Hab es endlich eingesehen antworten

Zitat
Gepostet von Callysta
und meine Angst, die schlimmste und peinlichste aller Alkoholikerinnen zu sein, war auch dahin - irgendwer konnte alles immer noch toppen!




Genau so ist es!!!


waldkatze Offline



Beiträge: 207

04.11.2012 11:40
#20 RE: Hab es endlich eingesehen antworten

@ Callysta

bist du da freiwillig hin oder warst du ein Notfall?

Ich bin eingeliefert worden (zum zweiten Mal) und nachdem ich am zweiten Tag erfolglos versuchte abzuhauen (schnell in den Aufzug, was aber jemand bemerkte), blieb ich nach einer Woche, als ich eigentlich entlassen werden sollte noch zwei Wochen freiwillig.
Das war echt so ein Befreiungsgefühl und ich spürte richtig, wie ich wieder lebendig wurde.

Wehrmutstropfen war nur, dass ich Höllenangst hatte, jemand würde in der Zeit in meine Wohnung gehen und mein Chaos sehen. Ich machte meine "Mitinsassen" richtig wuschig damit. Als ob es keine anderen Probleme gäbe...

Ich glaube, es ist einfach besser, wenn man selbstbestimmt diesen Weg geht.

Ich erinnere mich, dass ich am dritten oder vierten Tag in einer kleinen Gruppe raus durfte, zu einem kleinen Lädchen oder auf den Bänken sitzen.

Was auch blöd war - ich gehörte nicht richtig dazu. Ob ich die Therapien (Ergo usw) mitmachte oder nicht, war nicht festgeschrieben. Je nachdem wurde ich mal dazugeholt, mal auch nicht. Und da ging das Übel schon los... ich fühlte mich als was besonderes, weil ich vormittags Fernsehen konnte, wenn die anderen strikt ihren Tagesplan einhalten musste. Das konnte ja nix werden


grufti Offline




Beiträge: 3.482

04.11.2012 11:43
#21 RE: Hab es endlich eingesehen antworten

Hallo Bondyrope,

herzlich willkommen hier!

"Der Aufenthalt in der Klinik ist für die Dauer von 8 Wochen. Was wird da mit mir geschehen? Werde ich eingesperrt sein und darf nicht nach draußen? Würde doch gerne meinen Mann und meine Hunde zumindest am Wochenende draußen sehen."

Ich habe kurz vor Antritt meiner (ambulanten) Therapie eine SHG besucht und dort eine Frau getroffen, die in der gleichen Einrichtung wie ich Ihre Therapie bereits abgeschlossen hatte. Sie hat mir erstens erzählt, dass das die beste Entscheidung Ihres Lebens war und zweitens geraten, dass ich mich einfach mal drauf einlassen sollte auf alles, was "die mit mir machen". Darauf vertrauen, dass die Ärzte mindestens genauso gut wissen, was gut für mich ist wie ich mit meinem versoffenen Hirn.

Das habe ich dann so gut es ging gemacht und was soll ich sagen?

Es war die beste Entscheidung meines Lebens...!

Liebe Grüße vom Grufti!
Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden (Mark Twain)


Callysta Offline




Beiträge: 8.240

04.11.2012 11:43
#22 RE: Hab es endlich eingesehen antworten

Ich bin freiwillig hin, aber zum Notfall wurd eich dann automatisch durch einen Entzugskrampf allererster Güte.

Aber auch ohne Notfall-Problematik haben die mich dort aufgenommen.

Wenn die Musik beginnt, dann dreht sich der Tanzbär...


waldkatze Offline



Beiträge: 207

04.11.2012 12:07
#23 RE: Hab es endlich eingesehen antworten

Zitat
Gepostet von Callysta

Aber auch ohne Notfall-Problematik haben die mich dort aufgenommen.



ohne Anmeldung, du bist da einfach hin? Warst du da nüchtern oder auf deinem Pegel?

Ich landete bei beiden Malen zuerst auf der Intensiv. Dann für drei oder vier Tage in einem Einzelzimmer.
Beim zweiten Mal erinnere ich mich, dass ich in der zweiten Nacht zum Wasserspender einen Stock höher wollte und sah draußen auf dem Gang in einem Bett jemanden liegen... für den war kein Bett (mit Zimmer) mehr frei gewesen, wie ich später erfuhr.

Beim ersten Mal nahm ich die ganze Sache überhaupt noch nicht ernst. Da war ich erst relativ kurz drauf (ca 1,5 Jahre) und dachte nicht ans Aufhören.
Da versuchte ich sogar, rauszukommen über einen Freund, den ich anrief, damit er rausfinden solle, ob die mich überhaupt zwangsbehalten dürfen. Dürfen sie wohl bei Suizidverdacht. Was ja absolut nicht der Fall war, ich war einfach nur draußen vorm supermarkt statt in meiner Wohnung ins "Koma" gefallen.
Ich war dann dort auch nicht mit anderen Entzüglern zusammen, sondern mit einer bunt gemischten Gruppe aus manisch-depressiv, Angsstörung usw.

Bei beiden Malen wurde ich auch nicht wirklich auf eine Langzeittherapie o.ä. angesprochen. Vielleicht hab ich das auch verdrängt, aber ich glaub, es wurde tatsächlich nicht thematisiert, auf jeden Fall nicht intensiv. Das wüsste ich noch.

später bin ich das dann über Suchtberatung angegangen und da lief es eben anders, koordinierter und klarer für mich.

[ Editiert von waldkatze am 04.11.12 12:08 ]


Callysta Offline




Beiträge: 8.240

04.11.2012 16:17
#24 RE: Hab es endlich eingesehen antworten

Zitat
Gepostet von waldkatze

Zitat
Gepostet von Callysta

Aber auch ohne Notfall-Problematik haben die mich dort aufgenommen.



ohne Anmeldung, du bist da einfach hin? Warst du da nüchtern oder auf deinem Pegel?




Ja ohne. Ich war auf Rest, lange nicht genug und voll in der Panikattake. Die zusammen mit dem fehlendem Pegel haben dann auch den Krampf verursacht.

Wenn die Musik beginnt, dann dreht sich der Tanzbär...


waldkatze Offline



Beiträge: 207

04.11.2012 21:15
#25 RE: Hab es endlich eingesehen antworten

Hattest du da auch das Gefühl, jedem Moment umzufallen?
Krampf merkt man ja -nach Aussagen- nicht direkt davor.

Ich hatte einmal eine ganz schlimme Nacht, die ich nie vergessen werde. Und ironischerweise kam da natürlich kein Rettungsdienst weil das bei mir zu hause war.

Das waren unglaubliche Panikgefühle und eben auch dieses Gefühl, gleich jeden Moment einfach zusammenzubrechen, bewusstlos werden oder sterben. Bin dann erst mitten in der Nacht draußen rumgelaufen, dass mich wenigstens jemand findet, falls ich umfall... oder dass die Panik weggeht. Half aber nicht.
Als ich dann beim Notarzt anrief, und denen erzählte, ich hätte einige Tage nichts gegessen und dafür täglich 2 Flaschen Wein getrunken beruhigten die mich, ich solle doch ein bisschen Weißbrot kauen, dann wird das schon

ich hatte damals keine Ahnung von Krämpfen und noch nicht mal die Entzugsproblematik war mir richtig klar, hab aber gespürt, dass das jetzt was ernstes ist und ich in Gefahr bin und hab dann noch mehrmals nachgefragt und sogar nochmal angerufen, ob da nicht was schlimmes passieren könne... meine Idee war ja eher Herzkasper, weil es sich so anfühlte (wie ich mir das vorstell), aber nö, da sei keine Gefahr, das war nur das tagelang nix essen und kurz davor Kaffee trinken. Auf den Alkohol gingen die gar nicht ein.

Soviel zu Notärzten.


Callysta Offline




Beiträge: 8.240

05.11.2012 07:00
#26 RE: Hab es endlich eingesehen antworten

Zitat
Gepostet von waldkatze
Hattest du da auch das Gefühl, jedem Moment umzufallen?
Krampf merkt man ja -nach Aussagen- nicht direkt davor.



Hmm, ich habe ja früher an Epilepsie gelitten, und da merkt man die Anfälle, durch eine Art Aura. Und vor besagtem Krampf hatte ich die auch, denn ich habe den Anfall den Umstehenden angekündigt, woraufhin glücklicherweise ja sofort Ärzte zur Stelle waren.

Bei mir hat es sich folgendermaßen geäußert: Ich habe eine Art Auschnitt eines Anblicks immernoch vor mir gesehen, wenn ich den Kopf gedreht habe. Also ich habe bspw. aus dem Fenster gesehen und danach wieder zur Gruppe, in der ich saß, hatte aber immernoch einen Ausschnitt des Fensters vor Augen. Wie eine Art Halluzination. Da wusste ich, dass es losgeht, hab gesagt, die sollen einen Arzt rufen und ab da weiß ich nichts mehr. Laut Aussagen der Leute hab ich dann sofort angefangen zu krampfen

Wenn die Musik beginnt, dann dreht sich der Tanzbär...


Joachim44 Offline



Beiträge: 48

05.11.2012 12:58
#27 RE: Hab es endlich eingesehen antworten

Hallo Bondy,
hab schon ewig nix mehr hier gepostet, les aber gerne hier und denke oft- ja so habe ich auch mal gefühlt.
Ich war 2007 auch in einer Privatklinik (oberberg)und es war das beste was ich tun konnte.
Nicht was mir passiert ist, denn ich habe es getan.
Die in der Klinik sind nur und außschließlich dazu da den Weg für den ich mich entschieden habe, hilfreich zu begleiten. Da geschieht nix mit dir was du nicht willst. Ich wollte nur vom Alk weg und habe einfach allen erstmal vertraut und alles angenommen, weil ich dachte hier will mich niemand quälen, sondern ich bezahle die dafür, dass ich gesund werde. Natürlich hat es genervt Frühsport zu machen, natürlich waren manche Therapeuten doof, sind halt keine Götter. Ich wollte den Weg gehen und nahm auch verkrüppelte gehhilfen an. Ein freund von mir sagte noch vor kurzem, mit dir ist ein Wunder geschehen und der hatte meine Intesivsaufzeit noch nicht mal mitgekriegt. Aber es ist kein Wunder sondern mein Weg gewesen.
Mir haben sie die ersten 3 Wochen keinen Kontakt nach außen dringend angeraten. Wenn dein Hund wichtig ist, findet sich hier auch eine Lösung. Dann hat man mich "gezwungen" am WE in meine Wohnung zu fahren, das war schwieriger als in der Klinik zu bleiben.
Das beste war eine Hypnotherapeutische Sitzung in der Ich voll in meine Kindheit eingestiegen bin.
Einige Patienten waren doof, aber immer traf ich Leute, die richtig richtig toll waren.
Mit 2 Männern treffe ich mich noch heute alle 2 Wochen um über unsere Gefühle zu reden.
Die Klinik ist nur Hilfestellung, das Wichtigste - und das hat bei mir 2 Jahre gedauert - vom ich glaub ich hab ein ALK Problem bis zur Entscheidung Hilfe anzunehmen - ist deine Entscheidung dich auf den Weg zu machen.
Nimm alles was du kriegen kannst es ist nur für dich da.
Noch ein Wort zum Geld.
Die meisten Krankenkassen (DeBeKa etc.) zahlen nur die Entgiftung.Eine psychotherapeutische Nachbehandlung ist meist nicht in der Leistung-steht in deinem Vertrag.
Wenn das so ist, kannst du Ihnen einen Bettelbrief schreiben, die Kliniken und die Kassen kennen das und helfen dir auch beim Aufsetzen, so nach dem Motto: Wenn die weitersäuft, wirds teurer. Bei mir haben sie dann 70% der Kosten übernommen und ich habe für 3 Monate also ca. 5.000€ dazubezahlt. War aber auch egal. Um das zu versuchen hätt ich auch keine 2 Jahre gebraucht.
Das mutigste hast du schon getan, freu dich auf den Weg.
Alles Gute
Joachim


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