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Saufnix
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Dieses Thema hat 14 Antworten
und wurde 983 mal aufgerufen
 Medien und Alkohol
marimba Offline




Beiträge: 897

13.09.2012 12:42
RE: Aufklärung/Prävention - Beispiele antworten

…ich hab zwar momentan nur ein Beispiel aber vielleicht entsteht hier ja ein kleine Sammlung gelungener und/oder diskussionswürdiger Maßnahmen.

Mein Beispiel stammt aus Finnland und nennt sich "Fragile Childhood", also sowas wie "zerbrechliche Kindheit". Ich finde den Spot sehr gelungen.

KLICK

Die Maus steht für den inner groove, für ne einwandfreie Sache, für den Wunsch, daß es einen so richtig erwischt.
aus Koppstoff von Feridun Zaimoglu


Agua Offline



Beiträge: 543

13.09.2012 13:21
#2 RE: Aufklärung/Prävention - Beispiele antworten

hALLO; mARIMBA;

FÜR MICH ALS vATER UND TROCKENER aLK GEHT DAS UNTER DIE hAUT: iCH SCHÄME MIOCH HEUTE NOCH:

dANKE FÜR DEN lINK;

aGUA


AVE Offline




Beiträge: 3.081

13.09.2012 14:30
#3 RE: Aufklärung/Prävention - Beispiele antworten

Also in diesem Zusammenhang (Medien und Alkohol) mag ich gerne nochmal an das von Tommie eingestellte Video erinnern:

Klick
Weiß nicht, ob's der Prävention dient... aber ich find's hammerhart gemacht.

LG
Ave


Ingmarie Offline




Beiträge: 3.829

13.09.2012 14:36
#4 RE: Aufklärung/Prävention - Beispiele antworten

Ich war der Zombie mit der Einkauftstüte und dem kleinen blassen Kindergartenmädel an der Hand.



Das blanke Grauen darüber krallt jetzt noch seine knochige, harte Hand in meine Eingeweide, wenn ich nur daran denke.

Eine Schuld, die ich mir selber - und zwar so lange ich lebe - nie ganz verzeihen werde, auch wenn das blasse kleine Mädel heute eine lebensfrohe, blühende junge Frau geworden ist und es mich seit dem Kindergarten nicht mehr trinkend erleben musste.

IngMarie.

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Einfach tun.
Der beste Zeitpunkt dafür: immer genau jetzt.


Agua Offline



Beiträge: 543

14.09.2012 08:33
#5 RE: Aufklärung/Prävention - Beispiele antworten

Nachdem ich unserem Kursleiter zwecks möglicher verwendung des Links diesen mal gesandt habe, haben wir das gestern mal in der Gruppe besprochen.

Uns trockenen Alks hilft es, nachträglich zu erkennen, wie wir gewirkt haben. Ob es bei den aktiven Alks hilft?

Ich hoffe es.

Den Link auf das zweite Video habe ich ebenfalls weitergegeben.

Danke für Eure Aufmerksamkeit.

Agua


marimba Offline




Beiträge: 897

14.09.2012 09:36
#6 RE: Aufklärung/Prävention - Beispiele antworten

Spannend wie der Clip auf euch wirkt. Mich hat der Spot in erster Linie als Kind aus einer Suchtfamilie angesprochen.
Die Tatsache, dass man als Kind die Situation in der man lebt als ziemlich bizarr, irgendwie anders und bisweilen erschreckend erlebt, man aber mit dieser Wahrnehmung alleine ist, weil für das gesamte Umfeld offensichtlich alles ganz normal ist, finde ich extrem gut dargestellt.

Ob der Spot wirklich als Aufklärungsspot für aktive Alkis taugt weiß ich nicht. Ich könnte mir vorstellen, dass ich als trinkende Mutter das als völlig übertrieben abtun würde. Aber das ist reine Spekulation.

An Kinder, auch solche die bereits erwachsen sind, gerichtet finde ich den Spot allerdings sehr hilfreich. Selbst mir, die die Thematik mittlerweile sehr ausführlich bearbeitet hat, tut es immer noch gut gesagt zu bekommen, dass nicht ich das völlig abgedrehte Wesen bin/war sondern die Situation in der ich mich befand alles andere als normal war, auch wenn die Meisten so taten als wäre alles ok. Ich kann mir schon vorstellen, dass das bei betroffenen Kindern irgendwas anstößt.

Die Maus steht für den inner groove, für ne einwandfreie Sache, für den Wunsch, daß es einen so richtig erwischt.
aus Koppstoff von Feridun Zaimoglu


AVE Offline




Beiträge: 3.081

14.09.2012 09:52
#7 RE: Aufklärung/Prävention - Beispiele antworten

Zitat
Gepostet von marimba
Spannend wie der Clip auf euch wirkt. Mich hat der Spot in erster Linie als Kind aus einer Suchtfamilie angesprochen.
Die Tatsache, dass man als Kind die Situation in der man lebt als ziemlich bizarr, irgendwie anders und bisweilen erschreckend erlebt, man aber mit dieser Wahrnehmung alleine ist, weil für das gesamte Umfeld offensichtlich alles ganz normal ist, finde ich extrem gut dargestellt.


Wow - und genau das habe ich nun wieder ganz anders erlebt.
Ich komme ja auch aus einer Trinker-Familie, und ich fand (als Kind) alles normal, was da ablief, weil es mir vom Umfeld vermittelt wurde, es sei normal. Ich habe mich immer dann zu Tode erschreckt, wenn ich nüchterne Väter beobachtet habe, die mit ihren Kindern schmusen, scherzen, spielen, nett zur Mutter sind und ansonsten einfach wach und ansprechbar sind.

LG
Ave


marimba Offline




Beiträge: 897

14.09.2012 11:14
#8 RE: Aufklärung/Prävention - Beispiele antworten

Mift, dachte ich mir doch noch, dass ich das verallgemeinernde man draussen lassen sollte.

Mir ging es eher so, dass ich "irgendwie" nicht normal fand was zuhause ablief, wobei mir jedoch vermittelt wurde, ich sei nicht normal. Das hab ich natürlich auch geglaubt, aber halt vielleicht nie so ganz bzw. hab mich gegen diese Einschätzung gewehrt. Was "normal" ist habe ich nie rausgefunden. Allerdings gab es in meinem Umfeld sehr wohl Menschen, die mich in meiner Sicht bestärkten, die mich für normal und völlig ok hielten, mich teils sogar richtig (und beständig!) gern hatten. Das war für mich unglaublich wichtig, verstärkte aber natürlich auch den Eindruck, dass da einiges äußerst bizarr ist was sich zuhause abspielt. Da passte so vieles nicht zusammen. Je älter ich wurde um so klarer wurde das und umso mehr habe ich auch dagegen rebelliert.
Uiuiui, ganz schön vielschichtiges Thema…

Die Maus steht für den inner groove, für ne einwandfreie Sache, für den Wunsch, daß es einen so richtig erwischt.
aus Koppstoff von Feridun Zaimoglu


marimba Offline




Beiträge: 897

21.09.2012 11:17
#9 RE: Aufklärung/Prävention - Beispiele antworten

Kleiner Nachtrag: Der Spot ist auch bei Spiegel Online Thema. Im Bericht gibts noch ein paar Infos zur Entstehung.

Die Maus steht für den inner groove, für ne einwandfreie Sache, für den Wunsch, daß es einen so richtig erwischt.
aus Koppstoff von Feridun Zaimoglu


derJohannes Offline



Beiträge: 33

21.09.2012 15:13
#10 RE: Aufklärung/Prävention - Beispiele antworten

Beide Spots gingen mir sehr Nahe.
Ich hoffe das es auch mal in Deutschland "härtere" Aufklärungsfilme geben wird, und nicht immer nur im Zusammenhang mit Party und Feiern. Der wirkliche ALK-Horror findet nicht in der Öffentlichkeit statt, sondern ZUHAUSE!!!

[ Editiert von derJohannes am 21.09.12 15:14 ]

"Sag nicht, dass das gar nicht noetig waer
Denn schmerzhaft wird es erst hinterher
Wenn wieder hochkommt, was frueher mal war
Dann lieber so rein und so dumm sein wie weisses Papier " S.Regener Element of Crime


Plattenbauer Offline



Beiträge: 78

22.09.2012 10:46
#11 RE: Aufklärung/Prävention - Beispiele antworten

Zitat
Gepostet von derJohannes
Der wirkliche ALK-Horror findet nicht in der Öffentlichkeit statt, sondern ZUHAUSE!!!



Wäre schön, wenn das mal deutlicher werden würde. Wer sich auf der Party besoffen zum Affen macht und Dinge tut, die er bereut - das ist schlimm, aber in 90% der Fälle leicht behebbar.

Wenn Alkohol aber Mittel zum Zweck wird und langsam Familien, Job und Beziehungen löst - das findet man fast nirgendwo. Leider.


marimba Offline




Beiträge: 897

25.09.2012 00:06
#12 RE: Aufklärung/Prävention - Beispiele antworten

Zitat
Gepostet von derJohannes
Der wirkliche ALK- Horror findet nicht in der Öffentlichkeit statt, sondern ZUHAUSE!!!


oh, das ist nicht nur beim Thema Alkoholismus so. (Streichung im Zitat ist von mir)

Zitat
Gepostet von derJohannes
Ich hoffe das es auch mal in Deutschland "härtere" Aufklärungsfilme geben wird,(…)


…gibt es, hier zum Beispiel, wenn auch einen anderen "Horror" betreffend.

Die Maus steht für den inner groove, für ne einwandfreie Sache, für den Wunsch, daß es einen so richtig erwischt.
aus Koppstoff von Feridun Zaimoglu


waldkatze Offline



Beiträge: 207

12.10.2012 20:46
#13 RE: Aufklärung/Prävention - Beispiele antworten

hm, ich würde das video spontan gar nicht mit Alkohol in Verbindung bringen - wenn es nicht hier angekündigt worden wär und es zum Schluss einen Hinweis gegeben hätte.

Da ich nicht aus einer Suchtfamilie komme und mich auch im Umfeld der Kindheit an keine Alkoholiker erinnere und selbst auch kein Kind hab, kann ich mich nicht so recht in die Sichtweise von Kindern hinein versetzen.

Sehen EKAs ihre Alkoholiker wirklich als solche Monster? Ich hätte gedacht, sie filtern und blenden sehr viel zu ihrem Schutz aus und halten das ganze System ohnehin für Normalität.

Irgendwie widersprüchlich, finde ich....

Mich hat das nicht so sehr angesprochen, nicht weil es zu harmlos oder zu hart war, sondern einfach zu... hm... verschwurbelt?

[ Editiert von waldkatze am 12.10.12 20:48 ]


Inessi Offline



Beiträge: 4.790

13.10.2012 09:53
#14 RE: Aufklärung/Prävention - Beispiele antworten

Zitat
Gepostet von waldkatze


Sehen EKAs ihre Alkoholiker wirklich als solche Monster? Ich hätte gedacht, sie filtern und blenden sehr viel zu ihrem Schutz aus und halten das ganze System ohnehin für Normalität.


Beides, so ist meine Erinnerung.

Und so wie die Kinder sich im Video verhalten, ist auch bezeichnend.
Vor Angst starr und ganz still, nur nix sagen oder tun, nicht auffallen. Damit das Monster nicht zuschlägt...

Als ich älter wurde, hab ich natürlich mitbekommen, dass es in anderen Familien anders läuft, dass es nicht Normalität ist, so wie ich aufgewachsen bin.

LG.


waldkatze Offline



Beiträge: 207

13.10.2012 12:04
#15 RE: Aufklärung/Prävention - Beispiele antworten

Zitat
Gepostet von Inessi

Beides, so ist meine Erinnerung.

Und so wie die Kinder sich im Video verhalten, ist auch bezeichnend.
Vor Angst starr und ganz still, nur nix sagen oder tun, nicht auffallen. Damit das Monster nicht zuschlägt...

[/b]



Das kenne ich in gewisser Weise auch - mit einem mittleschweren Choleriker als Vater.

Da wusste man auch nie, wann er warum ausflippt... Alkoholikerkinder konnten sich wenigstens in nüchternen Phasen sicher(er) fühlen und den besoffenen Elternteilen aus dem Weg gehen. Zumal ein Besoffener ja irgendwann sich selbst ruhigstellt und schläft.

Naja, so einfach ist es sicher nicht. Aber ich kenne diese Alarmbereitschaft auch. Und kann nicht mal die Erklärung "das war halt die Krankheit" anwenden.

Muss aber dazu sagen, geschlagen wurde nicht (von ein paar mütterlichen Ohrfeigen abgesehen), auch verbal so ausfällig geworden, wie man es von Alkoholikern kennt, war kein Thema.
Aber letzten Endes kommts beim Rumschreien gar nicht mehr so sehr auf den Inhalt an, es schüchtert einfach ein, ist Dauerstress und zerstört auch eine Menge Selbstwertgefühl.

[ Editiert von waldkatze am 13.10.12 12:06 ]


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