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Saufnix
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Dieses Thema hat 441 Antworten
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 Akute Hilfe
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Ivvan ( gelöscht )
Beiträge:

10.04.2012 20:37
#61 RE: Diese verdammte Sucht, sie schleicht um`s Haus antworten

Ein Treffen in der schwäbischen Landeshauptstadt finde ich eine sehr gute Idee!!!! Wie wär`s am 28.04?

Jetzt aber zu den zahlreichen Antworten! Vielen Dank erst einmal
Ich denke, ich werde nach HH fahren. Ich will mich dem stellen.
Am Montag fahre ich nach NRW besuche meine Tante, picke dort meine Mutter auf, und fahre mit ihr dann am nächsten Tag nach HH. So ist der Plan - bis jetzt.
(Danke Jetzi für Dein Angebot der SHG. Ich werde es mir überlegen. Wird aber wahrscheinlich eher schwierig, da ich erst am Dienstag nachmittag/früher abend in HH ankomme)

Ja ja, die Vergangenheitsbewältigung. Und Ihr habt alle recht, warum tue ich mir das an???? Aber ich WILL es eigentlich auch. Wobei ich aber auch weiß, daß eine reelle Aufarbeitung nur mittels professioneller Psychotherapie möglich ist (glaube ich zumindest). Auf einen Therapieplatz warte ich. Wobei ich mir immer noch nicht sicher bin, ob eine Psychotherapie in Form einer Gruppentherapie, welche vom Suchttherapiezentrum hier angeboten wir, sinnvoll ist, oder lieber eine Einzeltherapie.
Aber das nur am Rande.


Zitat
Gepostet von Jetzisabergut
Zu Deinem Problem:
Das sind die sogenannten "erlaubniserteileneden Gedanken",die auch eine grosse Rolle in der Suchtsymptomatik spielen.......
Ein Glas kann ich doch trinken.
oder ,wenn das und jenes eintritt, habe ich das Recht zu trinken, weil es so schlimm ist, dass ich es nicht aushalten werde...usw. und das versteht ja auch jeder...]


Genauso war es immer. Das habe ich mir aber jetzt verdient....usw., usw. Doch muß man sich denn immer belohnen?
Jetzt habe ich diesen Tag bewältigt - eine schöne Flasche Sekt darauf, und vielleicht noch was schönes gekauft.....?
Und das genau ist das Problem wie Du es erwähnst: Womit kann ich jetzt meinen Endorphin-Ausstoß begünstigen???? Da ist einfach nichts. Ich habe es nie gelernt aus mir heraus Befriedigung zu schaffen. Es muss immer was von außen her. Doch weiß ich jetzt, ohne Hilfe schaffe ich es nicht.

Zitat
....Ich habe gelernt, mich dann den Dingen zu widmen, die machbar sind.
Nicht den materiellen Dingen, sondern eher denen, die meiner kognitiven Ausrichtung entsprechen.
Malen, Lesen , Musik hören, Rausgehen , Filme ansehen oder im Forum schreiben etc.

Das erfordert einen kleinen Schritt, den Verzicht auf das bequeme ,einfache "Vergnügen" ,welches ich mir kaufen könnte,ohne etwas dafür zu tun.

Selbsthergestellte Erfolge und Belohnungen sind da sehr viel wertvoller und nachhaltiger.



Da bist Du mir einen unschätzbar wertvollen Schritt voraus. Auch diese Stufe zu erreichen, ist mein Ziel, mein innigster Wunsch!!! (Hört sich an wie bei den Scientologen...:gruebel


Zitat
Gepostet von Zwitscherer
hi,
das mit dem Auto hat mich zum Nachdenken gebracht . Klar ist die Vorfreude verbunden mit einem kribbeligen Gefühl schon was Feines , aber warum ist auf einmal alles weg , wenn das Gewünschte da ist. Hat es dann irgendwelchen emotionalen Wert eingebüßt Oder wird es automatisch "nur" weil es da ist schon wieder so langweilig. Das, was man hat und sich vorher so gewünscht hat, müßte doch rein vom Logischen her jetzt anfangen richtig Spaß zu machen.



Das frage ich mich auch jedes Mal. Warum ist das so?! Und eine zeitlang war es so, daß es mir nur richtig gut ging, wenn mir das Wasser bis zum Hals stand. Da wurde gerechnet, gezählt, hin und her geschoben.....Kaum ging es besser, brauchte ich eine Belohnung. Kaum war diese da, war`s schon wieder zerronnen. Dieser Moment des Aussuchens, Ausprobierens, Anprobierens, ich bin schon Kilometer um Kilometer gefahren, weil ich es nicht aushalten konnte abzuwarten, bis man es mir evtl. schickt. DAS ist jetzt besser geworden, zum Glück.
Ich bin als Einzelkind überbehütet von einer narzisstischen Mutter und einem schwachen Vater, aufgewachsen. Armes, reiches Mädchen, daß nie für etwas kämpfen mußte. Es war immer alles da. Alle (fast alle) Wünsche wurden erfüllt, und alle Wege bequem geebnet. Keine Verantwortung, einfach nur "Maul auf, und rein damit". Zuneigung äußerte sich in materiellen Zuwendungen. Überschüttet mit Geschenken, aber "Halte blos die Klappe! Und wenn Du schon was sagen willst, dann das was wir hören wollen!" Der Preis, den ich zahlen mußte war hoch. Tja, und da ich offensichtlich immer noch nicht den Unterschied zwischen Zuwendung und Zuwendung verstanden habe, und Befriedigung scheinbar für mich nur von aussen kommen kann, ist das wohl so.
Alles so schön erklärt - ich weiß so viel. Nur ändern kann ich es nicht - noch nicht. Aber ich habe Hoffnung....
Es ist ein Bisschen so, wie bei einer Zwangsstörung. Man weiß, daß man den Herd ausgemacht hat, kontrolliert aber trotzdem hundert Mal


Zitat
Gepostet von Galini
hallo Ivvan,
es gefällt mir sehr gut, wie du deine Situation beschreibst.
Und wenn du dich in der Lage fühlst, Vergangenes aufzuarbeiten, dann versuch es.
Wie heißt es so schön: Wenn sich ein Traum erfüllt, ist er kein Traum mehr....,
so einfach ist das.
Du bist auf dem richtigen Weg!
LG Galini



Das hoffe ich auch!
Danke und Gruß
Ivvan

P.S.: Ich bin übrigens heute vom Pferd geflogen ! Nein, nein, nicht von meinem ollen Knacker, sondern von der Stute einer Freundin. Wie ein Mehlsack - rumms!
Eigentlich müßte ich mich jetzt belohnen, daß ich wieder aufgesessen bin und die nächsten 2 Buckler ausgesessen habe.....
Bin dann aber sicherheitshalber doch abgestiegen. Und die Belohnung? Mit meinem frisch gebrühten Kräutertee habe ich mir den Gaumen verbrannt. Hört das denn nie auf......


Ivvan ( gelöscht )
Beiträge:

10.04.2012 20:39
#62 RE: Diese verdammte Sucht, sie schleicht um`s Haus antworten

Zitat
Gepostet von Rocaille
Das ist es, es schleicht keiner um's Haus... die Unzufriedenheit ist schon breit im Geschehen....


Verstehe ich nicht!!


Ivvan ( gelöscht )
Beiträge:

10.04.2012 20:49
#63 RE: Diese verdammte Sucht, sie schleicht um`s Haus antworten

Zitat
Gepostet von septembersonne

Ich denke der Feind schleicht nicht ums Haus, er ist schon lange drinnen.


In mein Zimmer kommt der nicht!!!!!

Zitat
Ist es nicht besser zu kapitulieren, eh das ganze Haus zu Bruch geht?Nach Hamburg würde ich wohl nicht fahren, wäre mir zu unsicher das, wenn ich noch nicht stabil genug bin.
LG
Manuela



Aber kapitulieren heißt doch aufgeben???? Ich will aber nicht aufgeben, oder verstehe ich es falsch????? Natürlich hat der Alkohol mich lange besiegt, ich habe immer wieder nachgegeben, kapituliert und die Waffen gestreckt. JETZT BIN ICH DRAN! Vielleicht sollte ich es so ausdrücken: Ich will die Sucht besiegen, was der Alkohol dann macht ist mir auch egal. Soll er doch woanders hingehen, ein anderes Haus besetzen. Hoffentlich bricht er sich das Genick!


acqua Offline




Beiträge: 897

10.04.2012 20:59
#64 RE: Diese verdammte Sucht, sie schleicht um`s Haus antworten

Für mich heißt kapitulieren, nicht mehr kämpfen. Mir einzugestehen, dass ich den Alkohol eh nicht besiegen kann, weil er stärker ist als ich
So kann ich neben ihm existieren und wir haben nix mehr miteinander zu tun

- sprudeln statt plätschern -
Nichts existiert, das von Dauer ist.
Das einzig Dauerhafte ist die Veränderung.

(Buddha)


Ulli Q Offline



Beiträge: 1.810

10.04.2012 21:00
#65 RE: Diese verdammte Sucht, sie schleicht um`s Haus antworten

Ich glaube, er ist in jedem von uns bereits drin. Hat seine Spur im Hirn hinterlassen.
Und dennoch: es scheint möglich, dass er mir gleichgültig wird. Auf jeden Fall heute.

Jeder Anfang beendet. (M. Jung)


wert52 Offline



Beiträge: 1.647

10.04.2012 21:03
#66 RE: Diese verdammte Sucht, sie schleicht um`s Haus antworten

hallo ivvan

den alk LOSLASSEN

VON SICH LOSLASSEN

*** Lächle,Du kannst nicht alle Töten ***
( Spruch in einer Hotelküche )


septembersonne Offline




Beiträge: 5.735

10.04.2012 21:23
#67 RE: Diese verdammte Sucht, sie schleicht um`s Haus antworten

Kapitulieren bedeutet für mich, annehmen was ist.....ich erkenne, das ich dem Alkohol gegenüber machtlos bin.

Allerdings kann Stolz eine Kapitulation verhindern.....und ich war jahrelang zu stolz mir einzugestehen, das ich suchtkrank bin, das ich mit meinem bisherigen Leben,, so , wie ich es führte, gescheitert bin.

Irgendwann in meiner Kindheit habe ich eine Mangelerfahrung gemacht und Gier entsteht dort, wo Mangel herrscht.Das süchtige Mehr ist der unbewusst gesuchte Ausgleich für das unbewusst gespürte Defizit.

Kein Suchtmittel wird je dieses Defizit, bzw. diese Leere in mir füllen.

Ich kann nur JA zu diesem inneren Defizit sagen, vielleicht auch mit Hilfe einer Psychotherapie lernen ein ....normales.....Leben zu führen.

LG

Manuela

---------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Das Leben ist schön, von " einfach " war nie die Rede.


Ivvan ( gelöscht )
Beiträge:

10.04.2012 22:13
#68 RE: Diese verdammte Sucht, sie schleicht um`s Haus antworten

Zitat
Gepostet von wert52
hallo ivvan
den alk LOSLASSEN
VON SICH LOSLASSEN



Ein gaaanz wichtiger Satz! Perfekt!

Zitat
Gepostet von septembersonne
Kapitulieren bedeutet für mich, annehmen was ist.....ich erkenne, das ich dem Alkohol gegenüber machtlos bin.

Allerdings kann Stolz eine Kapitulation verhindern.....und ich war jahrelang zu stolz mir einzugestehen, das ich suchtkrank bin, das ich mit meinem bisherigen Leben, so wie ich es führte, gescheitert bin.

Irgendwann in meiner Kindheit habe ich eine Mangelerfahrung gemacht und Gier entsteht dort, wo Mangel herrscht.Das süchtige Mehr ist der unbewusst gesuchte Ausgleich für das unbewusst gespürte Defizit.

Kein Suchtmittel wird je dieses Defizit, bzw. diese Leere in mir füllen.

Ich kann nur JA zu diesem inneren Defizit sagen, vielleicht auch mit Hilfe einer Psychotherapie lernen ein ....normales.....Leben zu führen.
LG
Manuela



Ich glaube verstanden zu haben um was es geht.
Und Du hast recht, stolz darf man da nicht sein. Und man muß vor allen Dingen annehmen, daß man süchtig ist. Es so direkt zu benennen ist nicht einfach, aber machbar. Es reicht ja auch erstmal das für sich einzugestehen.

Ich habe ja hier mehrfach geschrieben, daß ich eine fast 8-jährige Psychoanalyse hinter mir habe. Mir scheint, ich habe gar nichts kapiert; oder mich die ganze Zeit über so verstellt, daß der Analytiker dachte, ich hätte verstanden. Der Karren ist auf jeden Fall im Dreck

Aber vielleicht ist der plötzlich aufgetretene Saufdruck bei mir so zu verstehen:
Es wünscht sich jemand ein großes Haus, mit allem drum und dran. Es wird gespart, gespart, gespart und dann ist das Geld da, man kauft das Haus, baut es um, und die Euphorie steigt und steigt bis zum Einzug. Nur noch einen Monat, nur noch 3 Wochen, 2 Wochen, 1 Woche....alles ist vorbereitet. Selbst der Schlüsselanhänger für die neue Haustür ist bis in kleinste Detail durchdacht. Und dann ist es soweit, die letzte Nacht in der alten Wohnung, der Tag kommt, die Aufregung steigt, und, man tritt ein, schließt die Tür, UND: Allein! Die Ersparnisse sind aufgebraucht und man ist mutterseelen allein.
Ein Ding, eine Sache, ein Objekt, was auch immer KANN nicht auffüllen, was fehlt. Und ich wußte es! Ich habe es geahnt, daß es so kommt, habe es mir aber nicht eingestanden.
Auch ein noch so schönes Auto oder was auch immer kann nicht das ersetzen was fehlt. Dadurch wird nicht alles anders!!!Früher war`s der Ersatz für Zuneigung, und jetzt? Intellektuel habe ich alles verstanden, doch die alten Wege geht man doch immer wieder. Tja, der Krug geht so lange zu Wasser bis er bricht.

Schon auf der Fahrt nach Hause dachte ich, ach könnte ich doch heute abend auf die neue "Anschaffung" trinken, dann könnte ich die Freude mit ins Haus nehmen.
Doch STOP!!! Hier wird gar nichts mit genommen. Ich will keinen neuen "Dauergast", und daß er um`s Haus schleicht......das könnte ihm so passen.

Ihr seht, ich muß zu dem Punkt kommen, an dem ich ihn gar nicht mehr beachte. Einfach ignorieren.
Was für ein langer Weg.....


Ulli Q Offline



Beiträge: 1.810

10.04.2012 22:29
#69 RE: Diese verdammte Sucht, sie schleicht um`s Haus antworten

Was für ein langer Weg

Jeder Anfang beendet. (M. Jung)


Zwitscherer Offline




Beiträge: 1.703

10.04.2012 22:51
#70 RE: Diese verdammte Sucht, sie schleicht um`s Haus antworten

Und der will auch nicht enden

Ciao Zwi


Rocaille ( gelöscht )
Beiträge:

11.04.2012 01:00
#71 RE: Diese verdammte Sucht, sie schleicht um`s Haus antworten

Zitat
Gepostet von Ivvan

Schon auf der Fahrt nach Hause dachte ich, ach könnte ich doch heute abend auf die neue "Anschaffung" trinken, dann könnte ich die Freude mit ins Haus nehmen.
Doch STOP!!! Hier wird gar nichts mit genommen. Ich will keinen neuen "Dauergast", und daß er um`s Haus schleicht......das könnte ihm so passen.




Ich erinnere mich an gewisse Reaktionen auf meine dergestalten Posts: Luxusprobleme!

Und mittlerweile kann ich das nachvollziehen. Zuviel Denken, zuviel Quark denken, überfordert das Gemüt. Die Seele wünscht dann Abstand und der Verstand... der, der die ganze Zeit unnütz gelabert hat, schafft Abhilfe. Das ist die Sucht, die sich ihre Gründe sucht.

Yoga, oder Gleichmut der Gedanken kann Abhilfe schaffen. Echt.

Das, was du hier gerade betreibst, ist ein Gedankenkarussell. Du gönnst dir den Luxus exaltierter Gedanken auf Kosten deiner Gesundheit. Diese verquarkten Gedankengänge kannst nur du selbst für dich zähmen, wie einen jungen unerzogenen Hund.

Du wirst bis ans Ende deiner Tage die gleichen Threads eröffenen, wenn du dich nicht selbst lenkst. Kein anderer tut das mehr für dich. Ich sehe das heute bei meinen Söhnen, deren Erziehung nun abgeschlossen ist. Jetzt geht es nur noch um Beziehung. Versuchs mal mit einer neuen Beziehung zu dir selbst. Versuch mal, dich mit anderen, mit gnädigeren Augen zu sehen. Wenn du in der Lage bist, dich so anzunehmen und mit ehrlichen Augen so zu sehen, wie du jetzt bist, kannst du dich verändern.

Ich wünsche dir viel Erfolg und Liebe dabei.


Jetzisabergut Offline




Beiträge: 2.533

11.04.2012 01:51
#72 RE: Diese verdammte Sucht, sie schleicht um`s Haus antworten

Hey Ivvan.

Ich denke,es ist einfach der KICK.
Gar nicht einmal,der Wunsch sich etwas Gutes zu gönnen, es ist einfach nur der Kick, es tun zu können und Du tust es,man tut es.

Der Kick ist schnell vorbei, der nächste muss also zügig her.

Und so berauscht man sich von einem Kick zum nächsten.

Gesund wäre,sich den Kick selbst verschaffen zu können,aus eigener Kreativität heraus etwas tun,was mir gefällt und vielleicht sogar den Anderen auch.

ich habe in meinem Leben viele Bilder gemalt-in Öl,in Tusche,Kreide -ich weiss gar nicht mehr ,wo die alle hängen...
bei meiner Ex, in Spanien in meiner Wohnung, bei Verwandten in Israel,etc. aber ich habe diese Bilder nur gemalt,um den Erfolg zu geniessen, dass andere sie toll fanden.
Ich konnte etwas ,was andere eben nicht konnten.Um diesen Kick des Erfolges ging es,darum habe ich gemalt.Und kam mir nicht ganz so sinnlos vor,da ich ja auch ein elendiger Alki war!

Heute ist es anders...ich trinke nicht mehr aber ich male auch zur Zeit nicht.
Weil auch wieder angefangen habe zu lesen, Musik zu hören-ich habe nicht den Druck mehr, meinen Mitmenschen zu zeigen, dass ich ausser Saufen und kranksein noch anderes kann,eben malen.
Ich habe jetzt 2 Jahre nicht gemalt,es ging nicht,ich brauchte es nicht.

Also war meine Malerei nur ein Mittel,um meiner Bedeutungslosigkeit als Versager und Alki etwas entgegenzusetzen? nein, ganz so arg war es dann doch nicht,aber ein wenig schon.

Andere Menschen haben den sog. Kaufrausch.
Dabei ist der Kauf das Wichtigste, nicht der Besitz.
Der Kauf ist eben der KICK.
Und es macht schon Sinn, dass wer täglich trinkt,auch diese Sucht nach diesem kurzen Moment des Glücks, ertränkt.
Jetzt,wo Du trocken bist,kommt es mit Macht zurück, die Sucht nach dem Kick.

Und ist er vorbei,der Moment, kommt die innere Leere,die Endorphine versiegen, Schwermut,Depression und der Wunsch,wieder zu trinken,um dieses Verlangen zu betäuben,kommen in Dir hoch.

Ich finde,es ist gar nicht unlogisch, Dein Verhalten.Nur eben nicht sehr rationell und teuer.

Also muss ein Ersatz her, für den KICK und da, Ivvan,denke ich solltest Du ansetzen.

Sport ist sicher eine gute Medizin dafür.
Ich reduziere gerade mein Gewicht, durch häuslichen Sport ,durch Verzicht auf Kohlenhydrate,jedes Kilo weniger ist eine Belohnung.

Ich möchte wieder malen.

Ich habe meinen Antrag auf ErwerbsmindRente zurückgezogen,weil ich wieder arbeiten werde,Job habe ich schon.
Ich fühle mich sehr viel besser,nicht mehr Sinnlos,nicht mehr Bedeutungslos,ich bin nicht mehr abhängig vom Jobcenter,kann mir wieder etwas kaufen.

Verstehste Ivvan,alles aus mir heraus,nichts Überflüssiges,alles lebenswichtig für meine Psyche und vor allem,nachhaltig,nicht auf den Moment beschränkt.

Ich denke, um es mal bildhaft darzustellen:
meine Endorphine beginnen zu strömen,wenn ich wach werde, weil....siehe oben.,und nicht,weil ich mir etwas kaufe,was ich gar nicht benötige, nur um den kurzen Kick zu haben.

Sport,Malkurs,Töpfern, Speckstein,Ton,Stricken... was weiss ich,was es alles gibt,um sich selbst zu erproben,sich selbst zu erfahren,sich kennenzulernen,seine Kreativität zu erkenne und zu fördern.

Ähm...ich gebe gern zu,dass ich mir mit Eis,Kirschen,Sahne einen unglaublichen Kick verschaffe
zumindest 1 x die Woche.
Mit dieser Belohnung kann ich aber gut leben.

Jeder kann irgendetwas,jeder hat irgendein Talent, man muss nur lernen,es zu aktivieren!

Ab morgen damit anfangen,Ivvan???

LG Peter

_______________________________________________
Ich bin,wie ich bin,die Einen kennen mich,die Anderen können mich....
C.Adenauer


Rocaille ( gelöscht )
Beiträge:

11.04.2012 02:41
#73 RE: Diese verdammte Sucht, sie schleicht um`s Haus antworten

Hi Peter, es ist immer sehr nett, wenn einer seine Möglichkeiten kund tut.

Ich bin aber der festen Überzeugung, dass deine Vorstellungen von Glück und Schönheit (tssstsss...) ganz individuell sind.

Ich wünschte mir, das Frau Ivvan ihren Weg selbst findet und nicht rundum jedem dankt, der irgendwelche witziglustigen Speziallösungen für sein Leben gefunden hat, die er patentiert haben möchte.

Natürlich macht so eine pseudopatentierte Lösung erstmal Laune und ermutigt zu ausladenden Danksagungen. Aber macht sie glücklich?

BIST DU GLÜCKLICH?


septembersonne Offline




Beiträge: 5.735

11.04.2012 05:37
#74 RE: Diese verdammte Sucht, sie schleicht um`s Haus antworten

Zitat
Gepostet von Ulli Q
Was für ein langer Weg



So ist es wohl und der will..erarbeitet werden, denn das, was ich mir selbst schwer erarbeitet habe, "sitzt" auch, ist mir wertvoll.

Aber VORFREUDE ist die schönste Freude, entdecke sie doch wieder,Ivvan

LG

Manuela

---------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Das Leben ist schön, von " einfach " war nie die Rede.


waldkatze Offline



Beiträge: 207

11.04.2012 08:51
#75 RE: Diese verdammte Sucht, sie schleicht um`s Haus antworten

ich zitiere jetzt mal kurz von (?)

Zitat
....Ich habe gelernt, mich dann den Dingen zu widmen, die machbar sind.
Nicht den materiellen Dingen, sondern eher denen, die meiner kognitiven Ausrichtung entsprechen.
Malen, Lesen , Musik hören, Rausgehen , Filme ansehen oder im Forum schreiben etc.

Das erfordert einen kleinen Schritt, den Verzicht auf das bequeme ,einfache "Vergnügen" ,welches ich mir kaufen könnte,ohne etwas dafür zu tun.




Moment mal!

Wenn man sich etwas kauft, hat man sehr wohl dafür etwas getan. Gar nicht mal wenig.

Man hat seine Energie, seine Zeit, manchmal auch seine Kreativität und Intelligenz eingesetzt (in Form von Arbeitsleistung).

Das ist genauso eine legitime Belohnung, sich für das Geld, das man als Gegenleistung für seinen Einsatz bekam etwas zu kaufen.

Ich halte nichts von der Einteilung in "gute" Belohnung (wenn man sich selbst was bastelt oder Socken strickt) und "schlechte" Belohnung (der böse Konsum, den man sich im Kaufhaus zulegt).

Genauso wie ich auch nix von den "guten" inneren Werten und den "schlechten", verachtenswerten äußeren Werten halte.

Alles das ist Teil von uns, keiner ist völlig frei davon und ich weiß auch gar nicht, ob ich ein Leben als Öffnöff (oder wie der Typ heißt, der im Wald haust) erstrebenswert finde.

Konsum ist in der Konsequenz auch der jährliche Urlaub, der Schwimmbadbesuch, ein leckeres Steak oder der Besuch im Zoo.

Entscheidend ist doch wie bei fast allen Dingen im Leben die Dosis und wie man die Dinge genießen kann.

Ein bisschen Konsum hin und wieder macht Spaß und wird auch immer Zugang zum Belohnungssystem finden, egal wie frei man sich versucht davon zu machen.
Wenn die Yacht vor der Tür steht, freut sich am Ende doch jeder drüber, auch wenn der eine oder andere sie sofort verkauft, um sich was ihm genehmeres dafür zu kaufen

Es ist auch noch ein Unterschied, ob man aus der Not heraus keinen Konsum betreibt (weil man einfach nie Geld dafür hat) und sich die Situation schön redet weil das bequemer ist als eine Veränderung anzustreben oder ob man bewusster "konsumiert" und auch mal bewusst verzichtet (obwohl man es sich leisten könnte).

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es mir mehr bringt, mir ab und zu eine Belohnung zu gönnen, die ich wirklich haben möchte oder brauche, statt in einen Einkaufsrausch zu fallen und nachher einen Haufen sinnloser Dinge rumstehen zu haben, die mich belasten, weil ich nicht wirklich Platz dafür hab und sie von einer Ecke in die andere rücke.
Das gilt auch für Pflanzen, von denen ich auch mal viel zu viele hatte, bis ich sie gar nicht mehr genießen und bewältigen konnte.

[ Editiert von waldkatze am 11.04.12 8:57 ]


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