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Saufnix
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Dieses Thema hat 441 Antworten
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 Akute Hilfe
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Bea60 Offline




Beiträge: 2.400

10.04.2012 09:31
#16 RE: Diese verdammte Sucht, sie schleicht um`s Haus antworten

Zitat
Gepostet von Ivvan
Diese Woche sind Ferien. Das bedeutet: Keine SHG. Nächste Woche fahre ich nach Hamburg, meine Eltern besuchen. Wieder keine Gruppe. Die Woche drauf ist 1. Mai - wieder nicht! Anderer Termin geht nicht. Wie soll ich das aushalten? Bei meinen Eltern habe ich immer getrunken um`s dort zu ertragen.
Ivvan



Liebe Ivvan,

das kenne ich nur zu gut!!!!!

In Deiner jetzigen Situation kann ich Dir nur ans Herz legen, auf diesen Besuch zu verzichten.
Warum einer solchen Situation aussetzen, die Du nüchtern sonst nicht ertragen konntest?

Liebe Grüße
Beate


Angsthäsin Offline




Beiträge: 2.029

10.04.2012 09:49
#17 RE: Diese verdammte Sucht, sie schleicht um`s Haus antworten

Liebe Ivvan,

warum musst Du in eine Situation, die Du nüchtern nicht erträgst? Weil es Deine Eltern sind?
Hat sich denn bei Deinen Eltern in der Zwischenzeit etwas geändert?

Ich meine, wenn ich doch weiß, dass etwas ganz schrecklich für mich ist, warum um alles in der Welt sollte ich mich dem aussetzen wenn ich nicht muss?

Und selbst wenn Du meinst, Deine Vergangenheit an diesem Punkt aufarbeiten zu müssen, dann doch, wenn Du stabil genug dazu bist.
Du hast JETZT, in der Gegenwart Saufdruck, JETZT, wo Du noch gar nicht bei Deinen Eltern oder in HH bist.

Noch ein (böser) Gedanke, den ich aus meinem eigenen Erleben kenne; muss nicht auf Dich zutreffen, aber:
Wenn ICH Saufdruck hatte habe ich gern mit dem Gedanken gespielt, mich in genau solche Situationen zu begeben.
Da hätte ich mir nämlich für MICH die beste Entschuldigung zusammenbasteln können, wenn`s zum Rückfall gekommen wäre

Liebe Grüße
Tina

Interpunktion und Orthographie dieses Beitrages sind frei erfunden.
Eine Übereinstimmung mit aktuellen oder ehemaligen Regeln wäre rein zufällig und ist nicht beabsichtigt. :zwinker1:


Bea60 Offline




Beiträge: 2.400

10.04.2012 10:03
#18 RE: Diese verdammte Sucht, sie schleicht um`s Haus antworten

Zitat
Gepostet von Angsthäsin
Noch ein (böser) Gedanke, den ich aus meinem eigenen Erleben kenne; muss nicht auf Dich zutreffen, aber:
Wenn ICH Saufdruck hatte habe ich gern mit dem Gedanken gespielt, mich in genau solche Situationen zu begeben.
Da hätte ich mir nämlich für MICH die beste Entschuldigung zusammenbasteln können, wenn`s zum Rückfall gekommen wäre
Liebe Grüße
Tina



Wie war liebe Tina,
das kenne ich von mir auch.....


Mary61 Offline




Beiträge: 6.128

10.04.2012 10:10
#19 RE: Diese verdammte Sucht, sie schleicht um`s Haus antworten

hallo ivvan

wenn man mit dem trinken aufhört, verzichtet man ja nicht nur auf den rausch.
du hast dich damit auch entschlossen deinen alltag und deine probleme zu meistern
ohne dir "mut" anzutrinken.

bin ich grade sehr bei angsthäsin.

das hört sich nach rückfall mit ansage an,
bzw nach einem rückfall
bei dem du die begründung schon vorweg nimmst.

komm doch erst mal mit deinem alltag klar
und werde etwas stabiler.
das ist schon mal eine leistung und will geübt sein
bevor du an die dicken brocken gehst.

wenn du dich schon mit deinen eltern austauschen möchtest,
( wobei das verhältniss scheinbar problematisch ist )
es gibt auch telefone oder die post.

magst du nicht etwas über deine eltern und deine kindheit erzählen?
vielleicht hilft dir das.

--------------------------------------------------------------------------------------------------- "Begehe nicht den Fehler, nicht zwischen Persönlichkeit und Verhalten zu unterscheiden.
Meine Persönlichkeit ist wer oder was ich bin.....
..... Mein Verhalten hängt davon ab wer du bist."


Ivvan ( gelöscht )
Beiträge:

10.04.2012 10:35
#20 RE: Diese verdammte Sucht, sie schleicht um`s Haus antworten

Zitat
Gepostet von acqua
Liebe Ivvan,
als ich dich gestern las, dachte ich: "vielleicht ist es bei Ivvan wie bei dir, sie hat sich lange auf ihr neues Auto gefreut (bei mir war es ein neues Schlafzimmer und ein Elektrofahrrad und das Reparieren meines Retro-Motorrollers); nun ist es da, die erste Freude abgeklungen und was benötigt sie jetzt um sich zu freuen?.......Mir macht vor allem das Recherchieren, Informieren und der Preisvergleich Spaß. Ich habe nun mein Erspartes aufgebraucht und nu ist Schluss Kann mich nun aber gut in Menschen einfühlen, die kaufsüchtig sind. Immer wieder ein Kick durch neue Anschaffungen. Ich genoss vor allem die aufkommende positive Energie, die aus der spontanen Idee heraus und der Umsetzung entstand.



Genauso ist es!!!! GENAU SO! Das Recherchieren, Informationen sammeln, schauen wo es am günstigsten ist! Wie Du es sagst, eine unheimliche positive Energie durchfließt einen. Die Idee kommt auf, was brauche ich dafür, und auf geht`s, ich fahre los um es zu kaufen. Da kann es nicht schnell genug gehen. Wenn`s dann nicht vorrätig ist, und man will es womöglich für mich bestellen, ist alles aus. Die Luft, die ganze Energie, alles weg. Und plötzlich habe ich auch gar nicht mehr den Wunsch "es" (was auch immer) besitzen zu wollen. Ja, und jetzt geht es mir wieder so wie Dir: SPAREN ist angesagt. Die Karre braucht doppelt soviel Benzin wie sein Vorgänger. Das ist alles kein Problem, und hungern muß ich deswegen auch nicht. Dennoch: ich hasse "Miese" auf dem Konto. Das darf man jetzt nicht falsch verstehen, aber ich habe in meinem Leben soviel Geld für unsinnige Dinge ausgegeben, mein Konto überzogen für irgend einen Schwachsinn, der, kaum zu hause angekommen, uninteressant war. Nur um diese innere Leere auszufüllen. Wenn ich DAS jetzt habe, dann geht es mir gut. In DIESER Tasche trage ich mein Leben, in DIESEN Filofax schreibe ich mein Leben, dieses Auto ist my home, MY CASTLE. Doch leider KÖNNEN all diese Dinge nicht das ersetzen, was mir fehlt - was fehlt?????

Zitat
Ivvan, wir wohnen ja nur ne Stunde Autofahrt voneinander entfernt und können gerne die Tage ein Mini Saufnix Ersatz-SHG Treffen veranstalten



Sehr, sehr gern! Und wenn noch jemand in der Nähe wohnt (@ UlliQ)....her mit ihm/ihr! Diese Woche wird`s aber nicht mehr klappen, und am kommenden Montag (17.04.) fahre ich. Bin aber ab dem 23. "young, free and single" und täglich verfügbar Ich würde mich sehr freuen.

Zitat
Gepostet von trollblume
nur ein Glas???

ich würde mal behaupten,das spürst Du doch eh nicht

bei mir müßte die Pulle gleich ganz hinterher,das halte ich mir jedesmal vor Augen,wenn ich mal sone Gedanken hab und weiß eben, daß ich eine Süchtige bin und bleibe.



Klar, aus einem Glas, wird`ne Pulle. Ein Glas???? Lächerlich Genießen? Was denn genießen? Es soll leichter machen, vergessen machen, einfacher machen. Was für ein schöner Abend......und dann ist alles aus. Nee, dann lieber so wie gestern Abend: ES AUSHALTEN und da sage ich MÜSSEN, es aushalten müssen. Einmal in meinem Leben etwas aushalten. Nicht nachgeben. Denn DA holt mich niemand raus. Alles andere kann man regeln.

Zitat
.......ich bin beim Lesen deines Posts auch drauf gekommen, das ziemlich viel "muß" in deinem Aufarbeitungsprojekt steckt.
Müssen mußt du garnix, wollen darft Du und vielleicht in kleineren Portionen, die dann auch nicht soviel (unbewußten) (Sauf)Druck erzeugen....
alles Gute
Vera[/b]


Früher habe ich immer "gemußt", deshalb wurde mir auch regelmäßig schlecht in meiner Heimatstadt. Ich konnte jahrelang nicht zu meinen Eltern fahren. Bekam Panikattacken und massive Angstzustände mit Herzrasen und allem was dazu gehört.
Ich war das letzte Mal im Januar 2011 in HH, und das auch nur für eine Nacht, länger war mir "zu gefährlich". Davor 5 Jahre nicht! Dieses Mal ist es anders: ich möchte dahin fahren. Ich möchte sehen, wie es früher war. Ich will durch die Straßen gehen, die so schlimme Erinnerungen wachrufen. Ich will`s zumindest versuchen. Und wenn es nicht geht, dann fahre ich eben wieder nach hause.

Zitat
Gepostet von Angsthäsin
Liebe Ivvan,
warum musst Du in eine Situation, die Du nüchtern nicht erträgst? Weil es Deine Eltern sind?
Hat sich denn bei Deinen Eltern in der Zwischenzeit etwas geändert?


Nö, und was soll sich auch bei 80jährigen ändern? Im Gegenteil. Allerdings: meine Mutter ist "sanfter" geworden. Vielmehr, sie kann mir nichts mehr antun.
Wenn die sich geändert hätten, wäre ich wahrscheinlich nicht da wo ich jetzt bin. Denn das hätte bedeutet, sie hätten verstanden. Und die? Die haben gar nichts verstanden. Und eigentlich bemitleidet meine Mutter sich immer mehr selber. Sie tut sich unendlich leid in dem was sie mir angetan hat. Aber da kann ich ihr nicht helfen.

Zitat
Ich meine, wenn ich doch weiß, dass etwas ganz schrecklich für mich ist, warum um alles in der Welt sollte ich mich dem aussetzen wenn ich nicht muss?



Ich bin der Meinung, daß ich da durch muss (-> Vera ) um mich zu befreien. Hört sich blöde an, ist aber wahrscheinlich so. Klar kann ich sagen es war schlimm, und ich will nie wieder dahin, aber ich will es einfach nochmal probieren - und wenn es das letzte Mal ist.....

Zitat
Und selbst wenn Du meinst, Deine Vergangenheit an diesem Punkt aufarbeiten zu müssen, dann doch, wenn Du stabil genug dazu bist.
Du hast JETZT, in der Gegenwart Saufdruck, JETZT, wo Du noch gar nicht bei Deinen Eltern oder in HH bist.



Zitat
Noch ein (böser) Gedanke, den ich aus meinem eigenen Erleben kenne; muss nicht auf Dich zutreffen, aber:
Wenn ICH Saufdruck hatte habe ich gern mit dem Gedanken gespielt, mich in genau solche Situationen zu begeben.
Da hätte ich mir nämlich für MICH die beste Entschuldigung zusammenbasteln können, wenn`s zum Rückfall gekommen wäre
Liebe Grüße
Tina[/b]


Interessant, den Gedanken hatte ich gestern abend auch. Aber ich will es schaffen!!!!!!!! Und wenn es sein muß, gehe ich in HH jeden Abend in eine andere SHG.
Gruß
Ivvan


Jetzisabergut Offline




Beiträge: 2.533

10.04.2012 10:44
#21 RE: Diese verdammte Sucht, sie schleicht um`s Haus antworten

Hey Ivvan.


Ich wohne in Hamburg,wie auch karlbernd.

Wir beide gehen regelmässig Dienstags in "unsere" Gruppe.
Wenn Du magst,kannst Du Dich gerne bei mir melden und mit uns dorthin gehen/fahren...

Ist eine offene Gruppe,ohne festen "Moderator",der ist uns letztes Jahr "abhandengekommen" ,bzw. einfach von heute auf morgen wechjeblieben,der Freak.

Wir machen das im Rotationsprinzip,jeder ist mal Moderator und es klappt gut.Angehängt ist diese Gruppe an die ELAS.

Zu Deinem Problem:

Das sind die sogenannten "erlaubniserteileneden Gedanken",die auch eine grosse Rolle in der Suchtsymptomatik spielen.

Ein Glas kann ich doch trinken.
oder ,wenn das und jenes eintritt,habe ich das Recht zu trinken,weil es so schlimm ist,dass ich es nicht aushalten werde...usw. und das versteht ja auch jeder...

Besuche bei den Eltern-mit unguten Erinnerungen behaftet- oder sich anderen Situationen aussetzen, die uns vormals zum Trinken verleitet haben, so etwas habe ich mir nicht mehr angetan.
Und lebe gut damit.

Meine Mutter ist vor 2 jahren plötzlich an Leukämie verstorben.

Ich erspare mir jetzt die Einzelheiten aber ich habe ihr Grab noch nicht einmal besucht,obwohl manch einer dieses als kalt und nachtragend auffassen mag.

Und ich lebe gut damit.
Weil ich damit leben muss, und niemand sonst,weder Geschwister noch sonstwer.

Heisst:
Sich den Konsequenzen stellen,damit leben und aushalten.

Ich empfehle Dir,es einfach einmal darauf ankommen zu lassen und den Besuch abzusagen oder zu "verschieben".

Was nützt es Dir,wenn Du Dich an gesellschaftliche Normen hälst und danach durch Rückfall und dergl. wieder aus diesen Normen herausfällst,weil Du erneut trinkst?

Es sei denn, Du hast noch innere Bindungen zu Deinen Eltern,empfindest Schuldgefühle,weil Du Dich nicht kümmerst,auch wenn diese einen ziemlichen Anteil an Deiner Suchtentstehung haben sollten..

Das ist ein merkwürdiges Phänomen,das ich schon oft gehört habe,das Suchtkranke Schuldgefühle,sogar Dankbarkeit entwickeln,weil sie sich trotzdem dem (Mit-)Verursacher ihrer Sucht verpflichtet fühlen.

Erinnert mich ein wenig an das "Stockholm -Symptom",wonach das Opfer eine emotionelle Verbindung zum Täter aufbaut, weil es die einzige Möglichkeit einer Beziehung in der jeweiligen Situation ist.

Ich könnte mir heute nicht mehr vorstellen-aus Gründen ,die meiner Abstinenz zuwiderlaufen- Dinge zu tun, damit jemand anders sich dadurch besser fühlt.

Und dann wäre da noch das Belohungssystem in unserem Hirn!

Welches ja auch immer befriedigt werden möchte.

Wenn alles erledigt ist,(fast) alle Wünsche erfüllt wurden, was dann?
Womit kann ich jetzt den Endorphinausstoss begünstigen?

Ich habe gelernt,mich dann den Dingen zu widmen, die machbar sind.
Nicht den materiellen Dingen,sondern eher denen, die meiner kognitiven Ausrichtung entsprechen.
Malen, Lesen ,Musik hören, Rausgehen ,Filme ansehen oder im Forum schreiben etc.

Das erfordert einen kleinen Schritt, den Verzicht auf das bequeme ,einfache "Vergnügen" ,welches ich mir kaufen könnte,ohne etwas dafür zu tun.

Selbsthergestellte Erfolge und Belohnungen sind da sehr viel wertvoller und nachhaltiger.

Du solltest auch Deine Beziehung zu Deinen Eltern zum Anlass nehmen,dieses irgendwie aufzuarbeiten.
Das ist doch eine sehr konkrete Zielvorgabe, um es mit einem Therapeuten oder dergl. zu besprechen.

Ich hoffe, Du triffst heute eine gute Entscheidung.

LG Peter

_______________________________________________
Ich bin,wie ich bin,die Einen kennen mich,die Anderen können mich....
C.Adenauer


Randolf Offline




Beiträge: 989

10.04.2012 10:45
#22 RE: Diese verdammte Sucht, sie schleicht um`s Haus antworten

Moin,

...gibt ja unzählige Statments die versucht haben, den Weg zum alkfreien Leben zu beschreiben und den entscheidenden Schritt in Worte zu fassen.
Dies ist halt ein weiterer und ich schreib's mal für mich selbst:

Ohne Suchtmittel zu sein bedeutet daß ich das alte Denksystem verlassen habe. Nicht nur die scheinbar zwingende Logik die zum Trinken führt, auch die damit verbundenen schreienden Gefühle, den aufgerissenen trockenen Schlund der nach dem ersehnten alkoholischen Nass lechzt um damit seiner knirschenden Qual zu entkommen.
Dieser so wirklich erscheinende existentielle Zustand der jede Faser vibrieren lässt ist genauso "wahr" wie jener der sich davon befreit hat.
Es ist ein Denksystem das seine eigene Wirklichkeit besitzt und scheinbar die Wahrheit für sich beansprucht. Und gleichzeitig ist es voller Widersprüche und reicht bloß bis zu einem im Nebulösen verschwindenden Abgrund, der irrwitziger Weise geahnt und doch in Kauf genommen wird aufgrund der ersehnten Erlösung.
Aber das ist nur die sichtbare Oberfläche, Bühne des Mind.

Was liegt dem zugrunde? Ist es ein "etwas", ein separater Teil, ein krankhafter Trieb ?
Oder bin ich es selbst, eine Identität die ihre Existenz einfordert ?
Liegt die Entscheidung zur Flasche zu greifen so tief in mir selbst,
daß ich gar nicht wahrnehme wie ich sie immer wieder neu erschaffe ?

Wo sind die geheimsten Winkel aus deren Nährboden immer wieder die Impulse hervorkommen die mich dazu bringen, dem Denk -u.Belohnungssystem des Lebens mit Alkohol auf den Leim zu gehen ?

In den oberen Schichten kann ich zwar viel Entschlossenheit erzeugen und alles tun was mir möglich ist, ja sogar felsenfest davon überzeugt sein daß ich nie wieder trinken will - doch woher kommt dann das schleichende Verlangen das irgendwann wieder aufsteigt, den Geist infiltriert und alles zum Einsturz bringt ?

Sind es verschiedene Faktoren oder lässt sich das auf EINE fundamentale Wurzel zurückführen, einen Schalter den ich noch nicht gefunden habe weil ich nicht weiss wo er verborgen ist ?

Spontan draufgeschaut fallen mir in meinem Fall ein ZWEI Sachen ein:

- ich habe mein altes Denksystem der Sucht mit all seinen Konsequenzen tatsächlich gesehen, aktiv in Tätigkeit und weiterreichend in all den Konsequenzen. Das war keine Analyse sondern ein tatsächliches Sehen meines Tuns, wie wenn ich gewahr würde wie ich mit meiner Lebensweise schon fast übern Abgrund hinaus wäre. Oder kürzer: ich habe ich gesehen daß ich tot bin -

- das Zweite ist sowas wie ein sehr intimer und verletzlicher, aber umso wirklicher Teil meiner selbst, der weit in die Vergangenheit zurückreicht, oder besser gesagt schon immer da war: das Wissen um das worauf es wirklich ankommt. Ein Wissen um die wahren Bedürfnisse meiner Seele. Klingt romantisch - ich find halt grad keine anderen Worte; ein tiefes Verlangen nach einem echten, authentischen Leben, das in den Jahren der Zerstörung immer wieder als Sehnsucht oder als Gewissensbiß da war und durch das so oft wiederholte Zuschütten dennoch an die Oberfläche kam und schmerzlich sein Lebensrecht ausdrückte.
Nach einer gewissen Zeit der Abstinenz konnte ich sehr häufig diese "alten" Gefühle und Erinnerungen erfahren die in die Zeit vor meiner Sucht gehören, alles Gefühle und Empfindungen von Freude, von dichtem prallem Leben und Verbundenheit und dgl.
"Mann - wie konnte ich DAS nur vergessen, unglaublich!", so habe ich dann oft gedacht.

Langsam nimmt es zu..

Und logo leb ich jetzt nicht mit 'nem Dauergrinsen, aber ich weiss jetzt woher es kommt und daß es wirklich da ist, es war immer da - über all die Jahre!

So wirken diese beiden zusammen, die Einsicht in das alte und destruktive Denksytem und die vollständige Befreiung daraus - und der Lebensimpuls der so lange gekillten Sehnsucht nach diesem ECHTEN und wirklichem.

Dieses FREUDIGE ist alles andere als eine Garantie für ein "von-nun-an-geht's-mir-nur-noch-gut" - es lässt sich nicht korrumpieren. Es lässt sich nicht besitzen und in die Tasche stecken.
Es ist einfach da - sogar in Zeiten der Frustration und Alltagsärgernissen. Es ist auf dem Grund jedes Erlebens, ich muss nicht gierig dannach greifen.
Das wär ein Versuch zu masturbieren - das alte Denksystem.

Randolf

"In der Anmut der Anmutigen, nicht in den Gedanken der Anmutigen.
Da bist du."


Ivvan ( gelöscht )
Beiträge:

10.04.2012 10:52
#23 RE: Diese verdammte Sucht, sie schleicht um`s Haus antworten

@jetzi
@randolf

Ich muß jetzt los; habe keine Zeit Eure Antworten zu lesen und zu beantworten. Dafür brauche ich Ruhe!
Melde mich heute nachmittag!
Gruß und Danke
Ivvan


waldkatze Offline



Beiträge: 207

10.04.2012 11:46
#24 RE: Diese verdammte Sucht, sie schleicht um`s Haus antworten

Zitat
Gepostet von Ivvan
Zu meinen Eltern muß ich nicht. Aber ich bezeichne diese Reise dorthin als "selbstbestimmte Vergangenheitsbewältigung". So blöde das klingt, aber ich habe schwere Situationen immer nur mit Alkohol aushalten können. Mit dem Gedanken: Heute abend kann ich wieder. Auf der Party kann ich ja trinken, wenn ich da hin muß, dann trinke ich eben. Das geht jetzt nicht mehr. Ich vertraue da meinem Über-Ich. Außerdem fahre ich mit dem Auto, da kann ich jederzeit weg, wenn es nicht mehr geht.
Ich habe eine für mich ziemlich schlimme Zeit in HH verbracht. Da will ich jetzt allein noch einmal durch, an alle Orte, Punkte, Stellen. Ganz allein. Ich denke, ich muß das, sonst hört es nie auf. Und ich will will! es nüchtern ertragen



Wenn du dir das zutraust und meinst, dass es dir etwas bringt, dann mach es.

Hört sich ein bisschen wie eine Mutprobe an...

Ich kenne das Kapitel "Eltern" - das sind problematische Besuche, obwohl es dort keine Verknüpfung mit Alkohol gibt, ich fing damit in der Ferne an.
Aber meine fehlenden Fähigkeiten mit Stress und Leere umzugehen, hängen natürlich damit zusammen.

Ich merke einerseits, wie sehr ich mich weiterentwickelt habe, da ich inzwischen (anders als meine Eltern, speziell Vater) mit Stress umgehen kann, Grenzen setzen kann, mich positionieren oder Konflikten einfach aus dem Weg gehe, wenn ich sie für selbstgemacht und überflüssig halte.

Andererseits zeigt mir das dann jedesmal, was sie mit ihrem früheren Verhalten angerichtet haben, wie schwer ich mir meinen Weg erkämpfen musste, wo andere Selbstvertrauen und Wärme vom Elternhaus mit auf dem Weg bekamen.
Meine Mutter hat sich ebenfalls positiv weiterentwickelt, aber in bestimmten Situationen kommen alte Verhaltensmuster durch, und ich merke, wie auch ich in frühere Muster zurückfalle.
Ich setze dann ziemlich konsequent Grenzen, würde auch einfach gehen, wenn ich merke, sie werden nicht respektiert.

Wenn ich -vorher- auch nur eine leise Stimme in mir höre, die mich vor einem Besuch warnt, weil ich gerade vielleicht nicht so 100% stabil bin, lasse ich es.
Was sehr schwierig umzusetzen ist, meine Mutter ist eine Meisterin der emotionalen Erpressung.

Ich verspüre überhaupt keine Lust, an die Orte meiner Abstürze zurückzukehren, sind zum Glück auch weit weg und in einer Gegend, die eh nur Zwischenstation in meinem Leben war, also keinerlei Heimat.

Es kann auch sein, dass die Nachwirkungen solcher Elternbesuche sich erst später zeigen und man sie gar nicht mehr mit ihnen in Verbindung bringt.

[ Editiert von waldkatze am 10.04.12 11:51 ]


Galini Offline



Beiträge: 1.686

10.04.2012 12:00
#25 RE: Diese verdammte Sucht, sie schleicht um`s Haus antworten

hallo Ivvan,

es gefällt mir sehr gut, wie du deine Situation beschreibst.
Und wenn du dich in der Lage fühlst, Vergangenes aufzuarbeiten, dann versuch es.

Wie heißt es so schön: Wenn sich ein Traum erfüllt, ist er kein Traum mehr....,
so einfach ist das.

Du bist auf dem richtigen Weg!

LG Galini

Wer ein WOFÜR im Leben hat
der kann fast jedes WIE ertragen....

Friedrich Nietzsche


Zwitscherer Offline




Beiträge: 1.703

10.04.2012 12:14
#26 RE: Diese verdammte Sucht, sie schleicht um`s Haus antworten

hi,
das mit dem Auto hat mich zum Nachdenken gebracht . Klar ist die Vorfreude verbunden mit einem kribbeligen Gefühl schon was Feines , aber warum ist auf einmal alles weg , wenn das Gewünschte da ist . Hat es dann irgendwelchen emotionalen Wert eingebüßt Oder wird es automatisch "nur" weil es da ist schon wieder so langweilig . Das , was man hat und sich vorher so gewünscht hat , müßte doch rein vom Logischen her jetzt anfangen , richtig Spaß zu machen .

Ciao Zwi


Jetzisabergut Offline




Beiträge: 2.533

10.04.2012 12:25
#27 RE: Diese verdammte Sucht, sie schleicht um`s Haus antworten

Zitat
Gepostet von Zwitscherer
hi,
das mit dem Auto hat mich zum Nachdenken gebracht . Klar ist die Vorfreude verbunden mit einem kribbeligen Gefühl schon was Feines , aber warum ist auf einmal alles weg , wenn das Gewünschte da ist . Hat es dann irgendwelchen emotionalen Wert eingebüßt Oder wird es automatisch "nur" weil es da ist schon wieder so langweilig . Das , was man hat und sich vorher so gewünscht hat , müßte doch rein vom Logischen her jetzt anfangen , richtig Spaß zu machen .




Hat wohl was mit kindlicher Vorfreude zu tun.
Kenn ich auch.
Wenn ich Urlaub gebucht hatte (kam ja auch vor),
war die Zeit, bis zum Abflug wesentlich spannender, als das Ankommen im Urlaubsort.

Am Tag der Erfüllung meiner Wünsche lief ja auch schon der Countdown,wann es denn wieder nach Hause ging.

Zufriedenheit (Glück?) hat eben doch nur bedingt etwas mit Besitz und materiellem Freiraum zu tun.

LG Peter

_______________________________________________
Ich bin,wie ich bin,die Einen kennen mich,die Anderen können mich....
C.Adenauer


waldkatze Offline



Beiträge: 207

10.04.2012 12:45
#28 RE: Diese verdammte Sucht, sie schleicht um`s Haus antworten

dann sollte man sich besser eine Katze oder ein anderes Haustier "zulegen" - das fängt dann an, richtig Spaß zu machen

Das gehört doch zum Leben dazu und jeder hat dieses Problem: was man sich erobert hat, verliert an Reiz.
Ohne diesen Antrieb, immer wieder neues zu wollen und nie wirklich zufrieden zu sein mit dem was man hat, wären wir nicht die erfolgreichste Art, die sich die Welt erobert hat.

Man kann aber lernen, sich an vielen kleinen Dingen zu erfreuen und diese Glücksmomente bewusst zu erleben und genießen.
Genau wie bei der Perfektion muss man sich klar machen, dass es immer nur Momente sein werden und kein Dauerzustand. Gerade das schafft aber auch wieder einen eigenen Reiz, immer neue Vorfreude auf die nächsten Glücksmomente.

Bei mir sind da ganz klar die "lebendigen" Dinge den "materiellen" überlegen.
Meine neue Traumorchidee "befriedigt" meine Gefühlswelt nachhaltiger als zB eine neue Vase.

Hilfreich ist dabei, wenn man schon mal gewissen Wohlstand hatte und dabei erkannt hat, der ganze Kram macht eigentlich gar nicht wirklich glücklich und zufrieden auch nur kurzfristig.
Wobei nichts gegen gewisses Anspruchsdenken einzuwenden ist... aber alles in Balance zueinander, dann kann man auch den materiellen Wohlstand genießen (glaube ich).


Zwitscherer Offline




Beiträge: 1.703

10.04.2012 12:45
#29 RE: Diese verdammte Sucht, sie schleicht um`s Haus antworten

Hi,
das mit dem Urlaub stimmt . Das Kofferpacken und fiebrige Draufhinhoffen hat schon was . Allerdings setzt der Countdown beim Eintreffen , schon allein wegen der begrenzten Dauer , automatisch ein . Es beginnt die Sanduhr zu laufen

Ciao Zwi


waldkatze Offline



Beiträge: 207

10.04.2012 12:51
#30 RE: Diese verdammte Sucht, sie schleicht um`s Haus antworten

Zitat
Gepostet von Zwitscherer
Hi,
das mit dem Urlaub stimmt . Das Kofferpacken und fiebrige Draufhinhoffen hat schon was .



ich bin vor einer Reise immer so im Chaos/Stress versumpft, dass ich da wenig genieße und am Urlaubsort erstmal zwei Tage Regeneration brauche (falls ich nicht den Flieger verpasst hab)
Wehmütig werd ich in den letzten Tagen.


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