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Saufnix
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Dieses Thema hat 94 Antworten
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 Deine eigene Alkoholkarriere
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Zuversicht ( gelöscht )
Beiträge:

23.08.2011 16:58
RE: Neues Mitglied im Form antworten

Hallo Zusammen!

Ich habe mich gerade nach langen Überlegungen hier angemeldet, um vielleicht Hilfe zu finden und auch mit Leuten zu reden, die das gleiche Problem haben, wie ich: Ich trinke regelmäßig, täglich Wodka, um meine Unzufriedenheit im Leben leichter zu sehen und heute morgen beim Aufstehen ging es mir wieder total schlecht.

Kurz zu mir: Ich bin 39 Jahre, geschieden, haben einen Sohn von fast 16 Jahren, einen Lebenspartner seit 4 Jahren. Angefangen zu trinken habe ich vor zwei Jahren, einfach nur so denke bzw. in einem leicht berauschten Zustand schob ich meine Sorgen, meinen Alltagsstress etc. beiseite und mein Leben war so ok, wie es war.

Ich stehe jeden morgen auf, gehe meiner Arbeit von 07.00 Uhr bis 17.15. Uhr nach, komme nach Hause, bespreche die wichtigen Dinge des Tages mit meinem Sohn, koche Abendessen und trinke heimlich, bis meine Laune wieder steigt und falle am Abend erschöpft ins Bett. Ich habe ein Alkoholproblem, komme davon aber nicht weg. Morgens sitze ich allein in der Küche, mein Partner und mein Sohn schlafen noch, mir ist übel, ich habe Brechreiz, Zittere und schon früh am Morgen nehme ich vier bis fünf Hiebe aus einer Wodkaflasche und mir geht es besser. Dass Brechgefühl ist weg, das Zittern hat aufgehört, ich kann zur Arbeit fahren. Leider kommt es aber auch vor, dass mir im Büro schlecht wird und auch dann nehme ich heimlich ein paar Schlucke zu mir und weiter geht es mit der Arbeit. Gemerkt hat noch keiner etwas bei der Arbeit, nur zu Hause habe ich es vor ein paar Monaten meinem Partner gebeichtet und ihn gebeten, mich am nächsten Tag zum Hausarzt zu begleiten, dass dieser mich für eine Woche krank schreibt und ich zu Hause einen Entzug durchstehe. Mein Partner hat sich extra für die Woche frei genommen und nach zwei Tagen hatte ich das Gröbste hinter mich gebracht. Eine Woche keinen Alkohol getrunken.

Nur leider kam der Alltag wieder und ich trinke wieder, keine Ahnung, ob mein Partner es weiß, er hat ja zuvor von selbst auch nichts bemerkt, aber ich will davon weg, muss mit jemanden reden können, mich austauschen können.

Helft mir, ich will keine Entzug machen, den andere bemerken könnten,ich schäme mich so, mein Sohn darf das nicht bekommen, er würde des Respekt verlieren.

So, endlich ist es raus, konnte mich mal auslassen und meine Sorgen nieder schreiben.

Gruß Eure Zuversicht


Maja82 Offline




Beiträge: 5.091

23.08.2011 17:07
#2 RE: Neues Mitglied im Form antworten

Hallo Zuversicht,

schön das du hier her gefunden hast ein wichtiger Schritt.

Herzlich Willkommen.

Warum hast du denn nach der einen Woche wieder angefangen zu trinken? War es der Alltag?
Man muss schon bissle was verändern im Leben sonst wird das nix. Du schreibst du hast auch Ängste, Sorgen.
Ich hatte früher auch Ängste speziell im Umgang mit Menschen habe mich nur getraut wenn ich Alk intus hatte. Da war ich locker konnte reden und hatte keine Angst.
Seit 3 Jahren mache ich eine ambulante Verhaltenstherapie und habe gelernt das ich das auch ohne Alkohol kann. Es war kein einfacher Weg aber heute kann ich stolz zurück blicken.
Ich glaube nicht das du es ohne Hilfe schaffen wirst, da du immer ins gleiche Muster fallen wirst.
Es ist auch nicht schlimm Hilfe an zunehmen, meinst du dein Sohn hat lieber eine saufende Mutter die irgendwann vielleicht total abstürzt?



[ Editiert von Maja82 am 23.08.11 17:09 ]

Liebe Grüße Maja


Zuversicht ( gelöscht )
Beiträge:

23.08.2011 17:14
#3 RE: Neues Mitglied im Form antworten

Hallo Maja!

Sitze noch im Büro, habe ich jetzt Feierabend und fahre nach Hause. Antworte Dir morgen früh ausführlich.

Ich will es aber alleine schaffen, ich muss es einfach irgendwie. Sorgen, nun ja, die alltäglichen. Viel Stress, der Tag ist einfach zur kurz, die Beziehung zu meinem Partner ist nicht mehr herzlich, Beziehungsalltag, ich mache fast alles allein im Haushalt, besitze eine Doppelhaushälfte mit Garten, und der Haushalt mach sich nun mal nicht von allein. Wenn ich jetzt nach Hause komme, habe ich keine Ruhe bis mindestens 20.30 Uhr, wo ich mich dann für eine Stunde auf der Couch entspannen kann.

Aber jammern bringt nichts, ich weiß, nach vorne sehen und nicht an den Wodka denken, obwohl ich gerade etwas zu mir genommen habe, um ruhiger zu werden. Ich dachte mir, ich schraub die Menge am Tag einfach immer täglich etwas runter, bis die scheiß Entzugserscheinungen nachlassen.

Bis morgen dann, freu mich, mit jemanden reden zu können. Danke.

Gruß Susi


Maja82 Offline




Beiträge: 5.091

23.08.2011 17:16
#4 RE: Neues Mitglied im Form antworten

Hallo Susi,

glaub mir ohne Veränderung wirst du es nicht schaffen und du schreibst du hast sogar Entzugserscheinungen ( die hatte ich nämlich nicht oder ganz gering psychische ) dann ist es sogar Gefährlich was du vor hast.

Liebe Grüße Maja


Zuversicht ( gelöscht )
Beiträge:

24.08.2011 06:53
#5 RE: Neues Mitglied im Form antworten

Gute Morgen Maja!

Es muss einfach funktionieren. Heute morgen ging es etwas besser, bin bereits im Büro am Arbeiten, ist viel zu tun hier. Damals in der Woche, wo ich mich habe krank schreiben lassen, ging es doch auch. Nur dass damals mein Partner mitbekommen hat, wie "scheiße" es mir zwei Tage ging.Heute darf er es nicht merken, ich würde im Boden versinken und aus Frust und Scharmgefühl noch mehr trinken, wahrscheinlich.

Der Wille ist auf jeden Fall da, nur zu Hause, denkt man immer daran. Es ist nicht so, dass ich am Abend betrunken bin, lalle oder nicht mehr gerade laufen kann, es ist nur so, dass mir dann eigentlich alles scheiß egal wird und ich erledige meine Arbeiten.

Wie war es bei Dir, wieviel und was hast Du getrunken? Wie hast du es in den Griff bekommen?

Sonnige Grüße Susi


karlbernd Offline




Beiträge: 4.425

24.08.2011 07:16
#6 RE: Neues Mitglied im Form antworten

hier mal ein paar gedanken, die mir letzendlich zur trockenheit verholfen haben. stichwortartig,ohne reihenfolge, ergänzungen willkommen!(alter thread)

-stelle dein leben so um, dass du nicht mehr trinken musst.
- du bist nicht allein, aber du musst es allein schaffen
- such dir hilfe von aussen, wo und wann und wie ist egal!
- die ersten schritte sind die schwersten! dann geht es leichter! es wird besser.
- mach dir ein persönliches "belohnungsprogramm". überleg dir,wie du dir gutes tun kannst.
-stell dein bisheriges tagesmuster um. probier neues,lass altes, sei neugierig, verabschiede dich von trinkritualen und personen, die es betreiben.
- meide abends orte,wo getrunken wird. zumindest in der anfangszeit.
- sag dir nicht: ich darf nicht mehr- sondern ich möchte nicht mehr/ ich brauche nicht mehr zu trinken.
-sag auch mal nein! es tut gut!
-liess viel über alkoholismus, es gibt wirklich gute literatur.
-versuch sport zu machen-es muss nicht gleich marathon sein..
10-20 min am tag wirken wunder.
-nimm dein leben wieder in die hand. lass es nicht von einem suchtmittel bestimmen. mit der zeit lerntst du wieder gefallen daran.
-schaff dir ein alkfreies zuhause. verlängere dadurch die möglichkeit spontan "zuzugreifen". du müsstes nämlich dann erst zur tanke,etc. das sind wichtige minuten um doch nicht wieder zu trinken!
-oute dich, wo es notwendig ist! zb familie,freunde,arbeit.
überleg dir ,wem du es erzählst.finde deine einstellung dazu!
- suchtkrankheit ist keine schande!
- öffne dich..du wirst sehen,dass es viel hilfe von anderen gibt. nimm sie an und schäm dich nicht dafür.
-beschäftige dich mal mit spiritualität! vielleicht gibt es paralellen zu deiner sucht?
-tausche dich aus! rede,rede,rede! es hilft. am besten gehts in einer shg. aber auch suchtberatung, telefonseelsorge, etc. genier dich nicht. dort sitzen menschen, die deine probleme kennen! profis eben! sucht ist eine anerkannte krankheit und kein schicksal,dem man sich ergeben muss.
- auch wenn es am anfang unmöglich erscheint: du kannst es schaffen! zähle zur not die minuten,stunden,tage,wochen die du nicht trinkst! es wird besser! suchtdruck kommt,aber geht auch wieder.
-denk mal wertfrei darüber nach,was der alkohol in deinem leben schon alles kaputt gemacht hat! ist er das wert?
-gehe schritt für schritt. nicht hetzen aber auch nicht schleifen lassen!veränderung braucht zeit..gewohnheit ist schwer zu veränderen.
- entdecke die kleinen dinge im leben neu!auch das kann "kicken"

so.. ich bitte um weitere punkte!


Maja82 Offline




Beiträge: 5.091

24.08.2011 07:32
#7 RE: Neues Mitglied im Form antworten

Guten morgen Zuversicht,

ich antworte dir später auf deine Fragen muss jetzt los zur Arbeit, aber les dir mal KBs Antwort durch da stht eigentlich alles drin was zu tun ist

Liebe Grüße Maja


Zuversicht ( gelöscht )
Beiträge:

24.08.2011 08:13
#8 RE: Neues Mitglied im Form antworten

Guten Morgen Karlbernd!

Deine Tips und Anregungen sind sehr interessant und bauen auf. Einige Dinge davon werde ich nicht tun, mich outen. Ich hätte täglich das Gefühlt, man misstraut mir, würde mich beobachtet fühlen, meine Kollegen würden womöglich tuscheln, mein Partner mich nicht mehr achten. Es muss mit Deinen Anregungen auch ohne die Wahrheit gegenüber Dritten gehen. SHGs besuchen, ist zeitlich ein Problem, auch dann würde meine Familie etwas merken. Geht also nicht nicht.

Guter Tipp ist Sport treiben. Teilweise ist die Sucht auch groß, wenn ich mal Leerlauf habe und mit meiner Zeit nichts anzufangen weiß. Ich brauche dann Beschäftigung und Ablenkung. Danke für Deinen Tipp. Du bist einer, der es geschafft hat?

LG Susi


Ruby Offline



Beiträge: 2.697

24.08.2011 08:17
#9 RE: Neues Mitglied im Form antworten

moin Zuversicht
und willkommen hier.

Ich wünsche dir einen guten Austausch.
Kann deine Scham verstehen, war bei mir auch so. Habe es mir damit unnötig schwer gemacht.
Hole dir Hilfe. Du kannst dich anonym beraten lassen. z.B. in einer Suchtberatungsstelle. Die helfen dir weiter.
Das sind Profis und für dich da. Das ist ihr Job.
Du musst den Entzug nicht auch noch alleine wuppen, wie scheinbar den Rest in deinem Leben
Lies viel hier im Forum, das hilft auch. Alles Gute für dich.
lg Ruby

es sind die kleinen Dinge im Leben...


Mary61 Offline




Beiträge: 6.128

24.08.2011 08:32
#10 RE: Neues Mitglied im Form antworten

willkommen zuversicht

du sagtest grade was du nicht tun wirst,
WAS wirst du denn tun?

die scham-sache kann ich auch nachvollziehen,
aber sie ist völlig unnötig

die gründe die du angibst,
sind nur vermutungen.
du weißt garnicht ob dein partner dich weniger achten würde
und deine kollegen tuscheln vermutlich sowieso schon.

meist sind die partner sogar sehr stolz,
wenn man es schafft seine sucht in den griff zu bekommen
und mir ist lieber die kollegen tuscheln weill ich trocken bin
als das ich trinke

du trinkst zur zeit heimlich,
das klappt aber nie lange bis es auffällt
und sowieso jeder weiß.
man bildet sich nur ein das man schlauer als die anderen ist.

aber heimlich aussteigen....
halte ich für unmöglich.

lg, mary

--------------------------------------------------------------------------------------------------- "Begehe nicht den Fehler, nicht zwischen Persönlichkeit und Verhalten zu unterscheiden.
Meine Persönlichkeit ist wer oder was ich bin.....
..... Mein Verhalten hängt davon ab wer du bist."


karlbernd Offline




Beiträge: 4.425

24.08.2011 08:35
#11 RE: Neues Mitglied im Form antworten

Zitat
Gepostet von Zuversicht
Guten Morgen Karlbernd!

Deine Tips und Anregungen sind sehr interessant und bauen auf. Einige Dinge davon werde ich nicht tun, mich outen. Ich hätte täglich das Gefühlt, man misstraut mir, würde mich beobachtet fühlen, meine Kollegen würden womöglich tuscheln, mein Partner mich nicht mehr achten. Es muss mit Deinen Anregungen auch ohne die Wahrheit gegenüber Dritten gehen. SHGs besuchen, ist zeitlich ein Problem, auch dann würde meine Familie etwas merken. Geht also nicht nicht.

Guter Tipp ist Sport treiben. Teilweise ist die Sucht auch groß, wenn ich mal Leerlauf habe und mit meiner Zeit nichts anzufangen weiß. Ich brauche dann Beschäftigung und Ablenkung. Danke für Deinen Tipp. Du bist einer, der es geschafft hat?

LG Susi



deine kollegen tuscheln jetzt auch schon ! da kannst du sicher sein. wie willst du deiner familie deine suchterkrankung vorenthalten? sie wissen doch eh bescheid.
durch das eingestehen kannst du dich völlig neu aufstellen. es ist eine befreiung. deine familie wird viel positiver reagieren,als du es dir jetzt ausmalst. sie wird dich unterstützen bei deinem weg in die trockenheit.

ps ja ich habe es geschafft..genau mit den o.g. schritten.


Zuversicht ( gelöscht )
Beiträge:

24.08.2011 08:38
#12 RE: Neues Mitglied im Form antworten

Wenn ich es nicht allein schaffe, dann schaffe ich es nie.

Ich weiß noch damals, als ich den ersten Versuch gestartet habe, wie ich micht gefühlt habe. Ich habe jeden Blick meines Partners als abwärtend empfunden. Das Gefühl, nicht mehr geliebt zu werden, war furchtbar. Dazu kam, dass er am Abend vor der Glotze trotzdem neben mir sein Weizen trank.

Aber jetzt bin so für mich persönlch so tief gesunken, dass der Wille sehr stark ist. Ich will wieder normal leben können, Motorrad fahren und nicht Ausreden parat haben, dass ich keine Luste habe mitzufahren. (denn angetrunken fahre ich nicht). Bisher hat die Ausrede immer gezogen ....

Kennt einer von Euch hier jemanden im Forum, der es selbst ohne fremde Hilfe geschafft hat?

Gruß Susi


u1953we Offline




Beiträge: 4.223

24.08.2011 08:50
#13 RE: Neues Mitglied im Form antworten

Zitat
Gepostet von Zuversicht


Kennt einer von Euch hier jemanden im Forum, der es selbst ohne fremde Hilfe geschafft hat?



was heißt geschafft? diese krankheit wird dich ein leben lang begleiten. ob du es schaffst, weißt du erst, wenn du im sterben liegst. darüber solltest du dir schon im klaren sein.
ich habe es heute schon mal geschrieben, ich hatte mal ne 7 jährige trinkpause. diese habe ich nur aus eigenem antrieb, ohne shg und ohne lzt geschafft. tja, bis zum absturz. dann wollte ich nicht mehr trocken leben. das ganze zog sich noch einmal 11 lange jahre.
erst als ich bereit war hilfe anzunehmen, kam die wende.

lg uwe


Maja82 Offline




Beiträge: 5.091

24.08.2011 08:52
#14 RE: Neues Mitglied im Form antworten

hallo susi,

ich wollte auch erst keine Hilfe annehmen es alleine schaffen so wie du jetzt. Weißt du was, das war der größte Fehler den ich machen konnte. Ich war fast ein halbes Jahr unfähig irgendwas zu tun, dunkler konnte der Tunnel nicht sein in dem ich drin steckte. Bis ich am Ende meiner Kräfte war und endlich, endlich Hilfe angenommen habe. Hätte ich vorher gewußt wieviel schneller es besser wird hätte ich nie ein halbes Jahr so gelitten.

Erspar die das doch bitte.

Liebe Grüße Maja


Zuversicht ( gelöscht )
Beiträge:

24.08.2011 08:54
#15 RE: Neues Mitglied im Form antworten

Hallo Uwe!

Schon allein, dass Du schreibst, dass Du aus eigenem Antrieb und mit eigender Kraft schon einmal 7 Jahre trocken warst, hilft mir ungemein.

Ich habe nur so Angst vor den Entzugserscheinungen früh morgens. Wie kann ich die einigermaßen in den Griff bekommen, hilft langsames Aufhören....?


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