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Saufnix
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Dieses Thema hat 367 Antworten
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 Akute Hilfe
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obi68 Offline



Beiträge: 2.165

16.07.2011 10:06
#46 RE: Wein statt weinen...?! antworten

Zitat
Gepostet von Jessicat
ich verstehe so langsam...ICH selbst muss der sinn in meinem leben werden, ich muss die zeit mit mir selbst nicht nur aushalten lernen ohne mich irgendwie zu betäuben oder abzulenken, sondern muss diese zeit mit mir genießen und als geschenk betrachten...[/b]



Gut!

Du bist die Numero Uno und der Mittelpunkt deines Lebens und der einzige Mensch, der dich unter Garantie nie verlässt.

Und dann: liebe andere wie dich selbst.

Ich bin der Meinung, daß ohne dieses Bewußtsein echte und gesunde Beziehungen zu anderen Menschen gar nicht möglich sind.


Callysta Offline




Beiträge: 8.240

16.07.2011 10:09
#47 RE: Wein statt weinen...?! antworten

Zitat
Gepostet von obi68
Ich bin der Meinung, daß ohne dieses Bewußtsein echte und gesunde Beziehungen zu anderen Menschen gar nicht möglich sind.



Glaube ich auch! Von daher halte ich auch eine Schwangerschaft für brandgefährlich, solange man nicht mit selbst im Reinen ist. Aber als Anreiz dienen, wirklich etwas in seinem Leben zu verändern, kann sie natürlich ganz prima!

Jessicat, ich glaube, Du bist auf einem guten Weg - nimmst Ratschläge und Gedanken an, auch wenn sie Angst machen und unangenehm sind. Genau da geht´s auch lang. Find ich klasse!

Was hälst Du davon, mal eine SHG aufzusuchen?

Wenn die Musik beginnt, dann dreht sich der Tanzbär...


Jessicat Offline




Beiträge: 180

16.07.2011 10:12
#48 RE: Wein statt weinen...?! antworten

ich muss zuerst noch mal ein dickes lob an alle verteilen, ich bin noch nie von fremden leuten so gut verstanden worden und hab so viele tolle tiefgründige denkanstöße bekommen. ich glaube, ich werde hier eine lange tolle zeit haben.

gerade der mangel an emphatie und tiefsinn fehlt mir in meinem alltag oft, auch das war wohl ein grund des trinkens. ich hab ja niemanden zum reden, von meinem partner abgesehen, dem kann ich wirklich alles sagen, aber er ist eben "normal" und in keinster weise psychisch angeknackst oder hat irgendwelche suchttypischen tendenzen, viele dinge kann er einfach nicht verstehen und deshalb auch nur begrenzt helfen...

meine beste freundin, hab ich in der alten heimat zurückgelassen und ich bin nicht der typ, der auf neue leute zugeht. ich hab schon immer in meiner sehr kleinen abgeschotteten welt gelebt, wo ich mich sicher gefühlt hab, wo keine "eindringlinge" waren.

nun ist diese welt aber noch viel kleiner geworden, zu klein. nun ist aus der sicherheit ein gefängnis geworden...

ich muss lernen, wieder in die welt hinaus zu gehen und sie zu erkunden ohne ängste und selbstzweifel!

gestern war übrigens freitag - freitag war IMMER trinktag, seit locker 17 jahren...

ich bin gestern früh zu bett gegangen und hab gelesen

Damit sich etwas ändert, muss sich etwas ändern, sonst ändert sich nichts :D


Jessicat Offline




Beiträge: 180

16.07.2011 10:15
#49 RE: Wein statt weinen...?! antworten

Zitat

Was hälst Du davon, mal eine SHG aufzusuchen?



ich werde mal recherchieren, wo in der gegend etwas angeboten wird. denke aber, der mut, dort hinzugehen, wird noch ein paar tage reifen müssen, aber prinzipiell, ja, ich halte das für einen guten plan!

Damit sich etwas ändert, muss sich etwas ändern, sonst ändert sich nichts :D


Callysta Offline




Beiträge: 8.240

16.07.2011 10:19
#50 RE: Wein statt weinen...?! antworten

Zitat
Gepostet von Jessicat
ich werde mal recherchieren, wo in der gegend etwas angeboten wird. denke aber, der mut, dort hinzugehen, wird noch ein paar tage reifen müssen, aber prinzipiell, ja, ich halte das für einen guten plan!



Ich glaube auch, dass Dir das gut tun wird. Dass Du keine Scheu haben musst, brauch ich Dir ja nicht zu sagen

Aber der Austausch in der Gruppe ist besonders am Anfang unbezahlbar!

Wenn die Musik beginnt, dann dreht sich der Tanzbär...


acqua Offline




Beiträge: 897

16.07.2011 12:41
#51 RE: Wein statt weinen...?! antworten

Hallo Jessicat und einen nachträglichen Willkommensgruß

Hut ab [url][/url]

jetzt bist du erst 2 Tage hier an board und hast schon wirklich viel unternommen: geradlinig, ohne herumeiern, mit festem Willen

Dem Beitrag von Nick verleihe ich das Prädikat: sehr wertvoll!. Klasse Nick -Danke dafür

Und Komplex und Obi haben die nicksche Vorlage noch super ergänzt

Ich schließe mich auch Callysta an: SHG ist eine gute Sache, kann sogar Spaß machen. und...
... glaube uns: der Mut ist da, sobald du hallo gesagt hast...

Ich selbst war in einer Langzeittherapie, die auch Frauen mit Essstörungen behandelten.
Für mich war das eine wertvolle Zeit, ich möchte diese nicht missen.
Du hast -meine es so gelesen zu haben- deine andere Sucht nie psychotherapeutisch aufgearbeitet?

LZT wäre eine gute Möglichkeit, wenn du dir das vorstellen kannst. Ich fands gut-einfach mal weg von allem, nur für mich alleine da. Mein Liebster durfte mich ab der 3. Woche jedes 2.WE besuchen.

Will dich jetzt nicht erschrecken, nur auch diese Möglichkeit aufzeigen. Und es gibt wirklich viele unterschiedliche Hilfsangebote

Alles Liebe und Gute wünscht dir
acqua

- sprudeln statt plätschern -
Nichts existiert, das von Dauer ist.
Das einzig Dauerhafte ist die Veränderung.

(Buddha)


Jessicat Offline




Beiträge: 180

16.07.2011 20:54
#52 RE: Wein statt weinen...?! antworten

Zitat

Du hast -meine es so gelesen zu haben- deine andere Sucht nie psychotherapeutisch aufgearbeitet?

LZT wäre eine gute Möglichkeit, wenn du dir das vorstellen kannst.



doch, war 4 jahre in einer psychoanalytischen therapie...
aber jetzt so rückblickend, war das nicht die richtige therapieform, daher bemühe ich mich jetzt um eine kognitive verhatenstherapie...

Damit sich etwas ändert, muss sich etwas ändern, sonst ändert sich nichts :D


obi68 Offline



Beiträge: 2.165

16.07.2011 21:02
#53 RE: Wein statt weinen...?! antworten

Zitat
Gepostet von Jessicat

Zitat

Du hast -meine es so gelesen zu haben- deine andere Sucht nie psychotherapeutisch aufgearbeitet?

LZT wäre eine gute Möglichkeit, wenn du dir das vorstellen kannst.



doch, war 4 jahre in einer psychoanalytischen therapie...
aber jetzt so rückblickend, war das nicht die richtige therapieform, daher bemühe ich mich jetzt um eine kognitive verhatenstherapie...




Gut - wenn du zu der Zeit getrunken hast, war das ohnehin zum Scheitern verurteilt.

Aktive Sucht und Therapie passt nicht zusammen.


Jessicat Offline




Beiträge: 180

16.07.2011 21:09
#54 RE: Wein statt weinen...?! antworten

Zitat
Gepostet von obi68

Zitat
Gepostet von Jessicat

Zitat

Du hast -meine es so gelesen zu haben- deine andere Sucht nie psychotherapeutisch aufgearbeitet?

LZT wäre eine gute Möglichkeit, wenn du dir das vorstellen kannst.



doch, war 4 jahre in einer psychoanalytischen therapie...
aber jetzt so rückblickend, war das nicht die richtige therapieform, daher bemühe ich mich jetzt um eine kognitive verhatenstherapie...




Gut - wenn du zu der Zeit getrunken hast, war das ohnehin zum Scheitern verurteilt.

Aktive Sucht und Therapie passt nicht zusammen.




ich würde sogar sagen, dass das trinken während der therapie andere dimensionen angenommen hat. ich hatte immer freitags meine sitzung. es war immer hammerhart, da wir meine kindheit, vergangenheit etc, aufgearbeitet haben...

danach war ich regelmäßig wie benebelt, hatte immense kopfschmerzen und hab mich einfach nur scheiße gefühlt...in der zeit fing ich mit dem alleine zuhause wein trinken an, davor war ich eher gesellschafts- und partytrinker...ich wollte mir den ganzen mist den ich in der sizung hochgekramt hab, wieder runterspülen...dazu hab ich gefressen und gekotzt und geraucht wie ein schlot...

heute weiß ich, dass ich damals lieber ne runde gejoggt wäre und ein gutes buch gelesen hätte oder mich mit ner freundin getroffen hätte...

Damit sich etwas ändert, muss sich etwas ändern, sonst ändert sich nichts :D


Hüftl Offline




Beiträge: 3.516

16.07.2011 21:27
#55 RE: Wein statt weinen...?! antworten

Zitat
Gepostet von Jessicat
heute weiß ich, dass ich damals lieber ne runde gejoggt wäre und ein gutes buch gelesen hätte oder mich mit ner freundin getroffen hätte...



so gings mir damals auch, aber wenn du am Ball bleibst kommen diese schönen Momente wieder.
Und dann sieht man was man alles verpasst hat.
Und diese schönen Sachen wie Hobbys und Freunde und Familie erleb ich jetzt seit 6 Jahren wieder, und ich werd ein Teufel tun um das alles wieder aufs Spiel zu setzen.

LG Hüftl

LG Frank

Die Kraft des Geistes ist grenzenlos,
die Kraft der Muskeln ist begrenzt.


Koichi Tohai


tina48 Offline



Beiträge: 13

17.07.2011 14:32
#56 RE: Wein statt weinen...?! antworten

hi du chaosqueen,

es ist unglaublich, wenn ich deine zeilen lese, könnte ich meinen, du bist meine zwillingsschwester. ich bin gespannt, wie dein weg weitergeht, und wünsche dir viel erfolg, sinnfindung, ausgleich und wohl am meisten innere zufriedenheit und harmonie.


mein jetziger stand der dinge ist wohl noch immer "der weg ist das ziel, und ich versuche, die abstinenz als die normalität zu akzeptieren, und nicht als verzicht zu empfinden. für mich war der wein am abend fluchtmittel, wattepacken, schöne-welt, einzigartig sein, und schlafmittel. naja, und ich bin nohc nicht so weit wie viele von hier, da ich mir tatsächlich einbilde, das alleine zu schaffen. vielleicht wächst mit zunehmender trockenheit auch das vertrauen in mein umfeld. zufriedene trockenheit habe ich auch erst dann, wenn ich das nicht mit anderen süchten wie fresssucht, rauchsucht, arbeitssucht kompensieren muss, um mich "zu spüren", im positiven und negativen sinn. einfach mal auch die langeweile des alltags aushalten zu können ohne sinnergründung, ohne familienaufstellung oder suche-dich-selbst-therapie, und die kleinen dinge als großartig und besonders wahrzunehmen. für mich ist abstinenz wohl am ehestens das aushalten des ganz normalen wahnsinns, und das akzeptieren, dass ich nicht immer anspruch auf überragende höhenflüge habe, sondern auch mal mit weniger zufrieden sein muss.

liebe grüße tina48


katha82 ( gelöscht )
Beiträge:

17.07.2011 15:59
#57 RE: Wein statt weinen...?! antworten

Hallo Jessicat,

schön, dass du dich hier angmeldet hast und mittlerweile auch einsiehst, dass du es eben NICHT unter Kontrolle hast. Seien wir ehrlich, sonst wärst du wahrscheinlich auch gar nicht auf diesem Board gelandet...

Deine Situation kommt mir bekannt vor. Ich habe auch schon unterschiedliche Süchte durchlebt, hauptsache nicht zu sehr mit mir selbst konfrontiert sein. In der Pubertät habe ich mit dem Trinken und Rauchen angefangen, war auch eine zeitlang magersüchtig. Das mit der Esstörung habe ich nach einem Jahr einigermaßen in den Griff bekommen, die exzessiven Saufgelage (gepaart mit gleichzeitigem exzessiven Nikotinkónsum) blieben. Zwischendurch habe ich mich dann immer wieder genauso exzessiv und krankhaft in kurze abhängige Beziehungen gestürzt, die für mich in dem Moment auch immer zu einer Sucht wurden.

Na ja, gesoffen habe ich auf jeden Fall auch ganze 15 Jahre (von 13 bis 28), immer wieder von Trinkpausen unterbrochen, die längste 4 Monate. Ich habe nie alleine zu Hause getrunken, was es aber auch nicht besser gemacht hat, denn man findet ja immer Mittrinker, die mit einem in Kneipen ziehen. Außerdem ist regelmäßiges Komatrinken in der Öffentlichkeit ja auch nicht gerade ungefährlich. Immer wieder wenn ich jetzt jemanden vom Barhocker fallen sehe, ein Betrunkener über die Staße schwankt, oder jemand total zugeschüttet irgendwo auf einer Bank liegt, denke ich, dass ich das auch hätte sein können.

Es sind nun fast 9 Moante, die ich keinen Alkohol mehr angerührt habe, was mich sehr glücklich macht. Anfangs hatte ich noch manchmal den Gedanken, wieder trinken zu wollen, aber ich habe ihn ausgehalten, ohne nachzugeben und mir vor Augen geführt, welche schrecklichen Elemente dann in meinen Leben zurück kämen und was mir gleichzeitig verloren ginge. Und ich habe mich viel mit mir selbst beschäftigt und mich besser kennengelernt. Das musst du sicherlich auch tun, um dauerhaft die Finger vom Alkohol zu lassen. Ich habe nicht alle Beiträge in diesem Thread gelesen, aber einige, und gelesen, dass du über eine Schwangerhaft als "Rettung" nachgedacht hast. Und da kann ich nur sagen: Das wäre das Bescheuerste, was du machen könntest. Kümmer dich erstmal um DICH!!!

Ich dachte z.B. immer ich bräuchte einen Mann zum pushen meines Selbstwertgefühls. Gar nicht mal einen festen Partner, aber immer wieder jemanden (am besten immer wieder jemanden neues), der mir sagt/zeigt wie toll ich bin. Und deswegen habe ich mir früher (meistens dann auch betrunken) ständig neue Männer an Land gezogen, die mich "retten" sollten, was auch ein Riesenbullshit war und natürlich letzten Endes immer wieder nach hinten los gegangen ist. Jetzt war da das letzte Dreivierteljahr niemand - nur ich (und meine Eltern und meine Freundinnen) und genau das war/ist wahrscheinlich auch nötig. Was ich damit sagen will: man projeziert die Lücken im eigenen Inneren gerne auf äußere Umstände und denkt sich "wenn ich dieses oder jenes häte, wäre alles gut". Und das klappt doch eigentlich nie!

Es grüßt

Katha


waldkatze Offline



Beiträge: 207

17.07.2011 16:01
#58 RE: Wein statt weinen...?! antworten

Jessicat,

ich hab ein halbes Jahr VT gemacht, war zu dem Zeitpunkt nicht das richtige.

Diese Therapieform setzt beim aktiven Handeln in der Gegenwart an, die Vergangenheit ist eher zweitrangig, Ursachen werden höchstens mal gestreift.

Ich bekam regelmäßig Hausaufgaben, von denen ich fast keine einzige erledigte. Ich erfand entweder Ausreden oder log.
Spätestens da ging die Therapie völlig ins Leere - statt Erfolgserlebnisse oder Erkenntnisse gabs Misserfolge, Druck und Schuldgefühle.

Die Therapeutin ließ mich anfangs einen Test machen, anhand dessen Ergebnis sie mit mir arbeitete. Ich lag in den meisten Bereichen in der Norm (beim Test log ich nicht), sie behandelte mich entsprechend auch nicht als "krank".
Oft kam es so rüber, als solle ich mich nur einfach mehr zusammenreißen

Auch sonst schätzte sie mich "falsch" ein - selbstsicherer als ich mich fühlte. Das ist nicht mein Gefühl, sie sagte das durch die Blume... zB dass viele ihrer Patientinnen zusammengesunken da hockten, keinen festen Händedruck hätten, unsicher wirkten, wenig selbstbewusst, sich nicht einschätzen könnten.
Ich dagegen konnte ziemlich klar meine Schwächen und Stärken benennen, mich und mein Handeln reflektieren und das alles noch in ein verhaltenspsychologisches Gewand hüllen. Kein Wunder, Psychologie war ja jahrelang mein Interesse. Nur mit der Umsetzung haperte es. Ich betrachtete das Ganze irgendwie von außen, nicht mich betreffend.

Zum einen lag das an meiner guten Schauspielerei (das hatte ich ja in der Bulimiezeit auch perfektioniert -> "Die perfekte Frau") und zum anderen verheimlichte ich den Drogenkonsum. Sie kannte das Problem, dachte aber wohl, es sei Geschichte. Und ich ließ sie in dem Glauben (wie schön, als gesund und nicht abhängig eingeschätzt zu werden )

Da ich zu der Zeit von den Exzessen weg war und nur noch ca alle drei Wochen am WE durchknallte, die Therapiestunde aber meist Freitag Nachmittag stattfand, war es nicht schwer, das unter den Tisch fallen zu lassen.
Da musste ich nicht mal viel schauspielern, zu der Zeit fühlte ich mich ja meist wirklich schon wieder so gut, dass ich mir den nächsten Rausch schon wieder langsam zu gönnen begann. Der folgte dann alle paar Wochen am Freitagabend und endete Samstagmorgen oder mittags (wenn die zweite Flasche Wein leer war).

Ich wundere mich auch nicht mehr, dass so ein Konsum von niemals alkoholabhängig gewesenen Personen (auch wenn sie Therapeut sind) nicht automatisch als besonders problematisch betrachtet wird. Schließlich ist das in meinem Alter fast normal für Leute, die gerne feiern.

Was ich damit sagen will... du solltest hinterfragen, ob du wirklich innerlich bereit für Veränderungen bist.
Verhaltenstherapie ist keine "Labertherapie".

Einiges habe ich mitgenommen und kann es jetzt umsetzen. In meinem Tempo, zu meinen Bedingungen.
Ich schaffe mir auch gewissen "Druck" oder positiver ausgedrückt Motivation, aber lasse mir auch Zeit, wenn mal absolut nichts geht.
Ich kann da mittlerweile ganz gut unterscheiden, ob ich grad nur zu arg den Schweinehund herumtollen lasse oder ob ich Kraft sammle für neue Sprünge.

ps.
vielleicht magst du ja erzählen, ob und was dir die analytische Therapie gebracht hat.
Ich hatte mal überlegt, zur Vergangenheitsaufarbeitung eine tiefenpsychologische Therapie anzufangen, seh das aber momentan nicht als Priorität, da es mir gut geht mit der Vergangenheit in ihrer Schublade (und ich kann auch damit umgehen, wenn sie mal aufgeht).

[ Editiert von waldkatze am 17.07.11 16:03 ]


MichaelKleeberg Offline




Beiträge: 292

17.07.2011 16:11
#59 RE: Wein statt weinen...?! antworten

Zitat
Gepostet von Jessicat

Zitat
Gepostet von MichaelKleeberg

Zitat
Gepostet von DerNick
Hallo JessiCat,



P.S. "Für mein Kind", "für mein Familienglück" wären jetzt allerdings Antworten, die zu Langzeitabhängigkeiten führen und zu seelischem Siechtum und immer mehr Leere und Sinnlosigkeit ...vielleicht nicht schnell, aber in weiteren 20 Jahren, wenn Dich der Alkohol nicht vorher erlöst.
In Deiner Welt, Jessica, bist Du selbst das Maß aller Dinge. Wenn Du das als Basis nimmst, das, was längst da ist, wirst Du zum Licht für alles um Dich herum...



Das war toll. Der Nachsatz hat es in sich. Danke dafür.




dem kann ich mir nur anschließen! bin wirklich beeindruckt. ich dachte doch tatsächlich, wenn ich schwanger werden würde, wäre endlich alles gut. dann hätte ich endlich einen sinn in meinem leben...

ich verstehe so langsam...ICH selbst muss der sinn in meinem leben werden, ich muss die zeit mit mir selbst nicht nur aushalten lernen ohne mich irgendwie zu betäuben oder abzulenken, sondern muss diese zeit mit mir genießen und als geschenk betrachten...




Tröstlich ist ja, das diese Umgehungsstrategien immer wieder auftauchen. Wir sind also nicht besonders blöd! Auch in kaputten Ehen wird oft versucht mit einem 3. Kind oder einem Hausbau alles zu kitten. Geht meist schief.
Viel Glück auf dem Weg.


Jessicat Offline




Beiträge: 180

17.07.2011 20:00
#60 RE: Wein statt weinen...?! antworten

Zitat


mein jetziger stand der dinge ist wohl noch immer "der weg ist das ziel, und ich versuche, die abstinenz als die normalität zu akzeptieren, und nicht als verzicht zu empfinden. für mich war der wein am abend fluchtmittel, wattepacken, schöne-welt, einzigartig sein, und schlafmittel.



die abstinenz als normalität, ja das soll sie ja auch mal werden. wird ein langer weg für uns, vor allem weil am wegesrand ja noch die anderen fluchtmittel lauern, die für andere normal, aber für uns ebenso gift sind, wie der alkohol

Damit sich etwas ändert, muss sich etwas ändern, sonst ändert sich nichts :D


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