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Saufnix
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Dieses Thema hat 105 Antworten
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 Akute Hilfe
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Inessi Offline



Beiträge: 4.790

21.06.2011 07:18
#61 RE: Meine Vorstellung - Ich will den Entzug wagen antworten

Zitat
Gepostet von John Barleycorn

Muss ich wirklich für 4 Monate "hinter Gitter", d.h. stationäre Therapie??


John Barleycorn,

nein, musst du nicht.
Ich hab eine ambulante Therapie gemacht, 1x Einzel- und 1x Gruppengespräch pro Woche.
Wieviel Stunden das waren, weiss ich nicht mehr, insgesamt verteilt über knapp 2 Jahre.

Mir hats geholfen.

Liebe Grüße.


newlife Offline




Beiträge: 3.488

21.06.2011 09:43
#62 RE: Meine Vorstellung - Ich will den Entzug wagen antworten

Zitat
Muss ich wirklich für 4 Monate "hinter Gitter", d.h. stationäre Therapie??



Wir hatten richtig Auslauf. Unsere Klinik war auch nicht im Wald, sondern im Ortszentrum mit S-Bahn Anschluss nach Frankfurt.

Es gibt da ganz unterschiedliche Einrichtungen und Therapiekonzepte.

Konnte mich zunächst auch nicht durchringen, eine LZT zu beantragen, habs dann aber doch eingesehen, dass es wichtig ist, sich mit sich selbst zu beschäftigen.

Dennoch bin ich froh, dass es vorbei ist, im Gegensatz zu anderen hier. Wirklich wohl gefühlt hab ich mich dort nicht. Mir gings erst besser, als ich so nach und nach im normalen Leben wieder funktionieren konnte.

Gruß
Dirk

Enjoy the freedom...


John Barleycorn Offline



Beiträge: 23

21.06.2011 10:50
#63 RE: Meine Vorstellung - Ich will den Entzug wagen antworten

Ok Leute, hier der nächste Zwischenbericht:

War gerade bei einem Arzt in der Suchtambulanz.

Er hat mir empfohlen, eine sofortige Entgiftung zu starten.
Ich bin - nach vielen Tränen - seinem Vorschlag gefolgt.

Morgen früh gehts los - hab eine Einweisung ab 10 Uhr.


Ich weiss nicht wies mir geht... ich bin total niedergeschlagen und ängstlich, freu mich aber auch total, dass ein Ende in Sicht ist.


Bitte drückt mir die Daumen.

Euer John


Tara5 Offline




Beiträge: 407

21.06.2011 11:00
#64 RE: Meine Vorstellung - Ich will den Entzug wagen antworten

Hi John,
ich kann gut verstehen, dass du momentan durch den Wind bist.
Ich erinnere mich noch sehr genau an das Gespräch mit dem Arzt als er mir sagte, so ab morgen ist Schluß. Ich hatte riesige Angst, weil ich mir nicht vorstellen konnte, dies jemals zu schaffen, andererseits wollte und konnte ich so nicht weiter.
Das ist jetzt fast drei Jahre her und ich bin froh, dass ich mich damals für diesen Weg entschieden habe. Deshalb schicke ich dir ganz viel Mut!!!
Mach es einfach! Du wirst sehen, mit nüchternem Kopf wirst du auch die Uni ganz anders wuppen und vielleicht noch auf ganz andere Ideen für dein Leben kommen! Das wünsch ich dir.
Laß es gut sein.

Viele Grüße
Tara


Shinobu/Geduld


Lauralisja Offline




Beiträge: 1.644

21.06.2011 11:00
#65 RE: Meine Vorstellung - Ich will den Entzug wagen antworten

klingt als wäre es Dir ernst - die Trauer, loslassen zu müssen, die Angst was da so auf Dich zukommt, die Freude af das Neue...

War bei mir ähnlich. Ich hatte große Angst, ich hatte keine Ahnung, wie ein Leben ohne Alk funktionieren soll. Als ich aufhören konnte, war ich 27 und hatte seit etwa dem 14. Lebensjahr gesoffen. Meine Eltern kannte ich auch nicht ohne Alk, wenn ich bei andere sah da es ohne geht, ganz normal, war das für mich völlig fremd.
Ich wollte nicht sterben, deshalb konnte ich aufhören. Und ich habe mich auch gefreut auf dieses Leben.

Es hat sich sehr gelohnt, die beste Idee die ich je hatte

viel Glück
Uta

"Großer Gott, laß meine Seele zur Reife kommen, ehe sie geerntet wird!" Selma Lagerlöf


Tara5 Offline




Beiträge: 407

21.06.2011 11:03
#66 RE: Meine Vorstellung - Ich will den Entzug wagen antworten

Mensch John, ich sehe gerade, dass du ja heute auch Geburtstag hast! Dann ist deine Entscheidung das verdammt größte und beste Geburtstagsgeschenk, was du dir je machen konntest. Wirst du sehen
Herzlichen Glückwunsch
Tara


Shinobu/Geduld


relaTIEF ( gelöscht )
Beiträge:

21.06.2011 11:04
#67 RE: Meine Vorstellung - Ich will den Entzug wagen antworten

Zitat
Ich weiss nicht wies mir geht... ich bin total niedergeschlagen und ängstlich, freu mich aber auch total, dass ein Ende in Sicht ist.



Hallo John,

jedes Ende ist auch ein neuer Anfang. Die Zeit der Entgiftung geht vorbei und dann wirst Du hier voller Tatendrang und auch Stolz darüber berichten. Ich freue mich darauf.

LG
Eva


grufti Offline




Beiträge: 3.482

21.06.2011 11:27
#68 RE: Meine Vorstellung - Ich will den Entzug wagen antworten

Hallo,

deinen Entschluß, sofort und ohne Umschweife in die Entgiftung zu gehen, finde ich super.

Gestern hast du noch geschrieben:
"Der einzige Hinderungsgrund sind Klausuren, die noch zu schreiben sind."
Offensichtlich setzt du die Prioritäten jetzt richtig.

Deine Angst vor der LZT und allem, was damit verbunden ist, ist verständlich, aber glaube mir, ich kenne inzwischen ganz viele, die so oder ähnliches schreiben:

"Einer der besten Zeiträume meines Lebens."

Ich selbst habe übrigens eine ambulante Therapie gemacht, die ein Jahr dauerte mit mehr oder weniger täglichen Therapiestunden abends. Sehr anstrengend, aber mir hat es sehr gut getan.

Geholfen hat mir auch das folgende Erlebnis:

Noch während der Entgiftung habe ich einmal eine SHG besucht, die erste meines Lebens. Als ich von meinem Vorhaben der Therapie erzählt habe, hat mir eine Frau geantwortet, sie hätte genau in dieser Einrichtung die gleiche Therapie gemacht und das wäre die beste Entscheidung Ihres Lebens gewesen. Ich solle mich bloß auf Alles einlassen, was dort gemacht wird, u.a. auch Entspannungsübungen oder so komische Tanzübungen am Anfang der Gruppenstunden. Das habe ich dann auch gemacht.

Und siehe da, es hat geholfen und (zum Teil) sopar Spaß gemacht. Drum gebe ich diesen Rat einfach mal an dich weiter.

Nach der Therapie habe ich mir eine SHG gesucht, einfach weil alle gemeint haben, das hilft beim Trockenbleiben. Nach einigen Probebesuchen woanders habe ich eine Gruppe gefunden, in der ich mich wohl fühle. Da gehe ich regelmäßig einmal die Woche hin und investiere so wöchentlich 1,5 Stunden in meine Trockenheit. Ein guter Kompromiß finde ich. Ich hinterfrage auch nicht, ob ich die SHG brauche oder ob sie nötig ist oder sonstwas, sondern tue es einfach. Besonders hilft mir, dass diese Gruppe regelmäßig Entgiftungspatienten einer nahegelegenen Klinik zu Besuch hat. So habe ich den "Anfang" immer hautnah vor Augen.

Ein Punkt ist mir noch aufgefallen in deinen Posts:

"Was mir im Moment Angst macht, ist dass ich wohl am Mittwoch zu meinen Eltern nach Hause fahren werde... und dort wird es dann auch zur großen Beichte kommen müssen"

Dazu wird es ja wohl nicht mehr kommen, aber trotzdem:

Meine Erfahrung ist, dass Eltern oft nicht wahrhaben wollen, dass ihre Kinder Probleme haben, die nicht in's Konzept passen. Wer will schon ein Kind haben, und sagen müssen, "...ist leider ein Alki geworden.".

Deswegen wird das Problem klein- oder weggeredet und der nasse Alki saugt das Gerede "... so schlimm isses ja gar nicht" auf wie ein nasser Schwamm.

Davor möchte ich dich warnen, auch wenn ich nicht weiß, ob das bei deinen Eltern zutrifft oder nicht.

In diesem Sinne Alles Gute und die Daumen sind gedrückt!

Liebe Grüße vom Grufti!
Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden (Mark Twain)


newlife Offline




Beiträge: 3.488

21.06.2011 11:51
#69 RE: Meine Vorstellung - Ich will den Entzug wagen antworten

furchtbar, wenn ich mich daran erinnere mit meinem 39. Geburtstag auf der Entgiftungsstation.

Ich weiß nicht, was man im Nachhinein so toll an Therapien finden kann. Ich finds eher schlimm, dass ich es soweit kommen hab lassen müssen, dass ich Entgiftung und Therapie nötig hatte. Ich hätte doch auch früher drauf kommen können...

Nun, ist halt passiert. Ich konnte nicht vorher aufhören, weil ich gar nicht aufhören wollte.

Das hier und heute zählt für mich. Nicht das, was in der Vergangenheit liegt oder das was die Zukunft bringt. Ich brauche mir keine Gedanken um Dinge zu machen, die ich nicht mehr ändern kann bzw. um Dinge, die ich nicht vorhersehen kann.

@John
ich wünsche dir alles Gute für deine richtige und notwendige Entscheidung.


Gruß
Dirk

Enjoy the freedom...


trollblume Offline




Beiträge: 3.423

21.06.2011 12:05
#70 RE: Meine Vorstellung - Ich will den Entzug wagen antworten

gratulation zu deinen schnellen entschluß, zur entgiftung zu gehen und den start ins neue leben zu wagen


alles gute
vera

Wer seinen Hafen nicht kennt,für den ist jeder Wind der falsche
(Seneca)


Ruby Offline



Beiträge: 2.696

21.06.2011 12:16
#71 RE: Meine Vorstellung - Ich will den Entzug wagen antworten

John,
möchte mich für deine Offenheit bedanken. Ist ein guter und wichtiger Schritt den du vor dir hast.
Sei einfach auch stolz auf dich, dass du das durchziehst.
Kenne diese Angst auch sehr gut. ich konnte mir ein Leben ohne überhaupt nicht vorstellen...
Aber ich kann dir auch nur sagen, es war die beste Entscheidung und mein Leben ist um so vieles reicher ohne Alkohol.
Wünsche dir alles Gute für die Entgiftung und laß von dir hören...herzlichen Glückwunsch noch dazu...
lg Ruby

es sind die kleinen Dinge im Leben...


obi68 Offline



Beiträge: 2.165

21.06.2011 12:21
#72 RE: Meine Vorstellung - Ich will den Entzug wagen antworten

Zitat
Gepostet von newlife
Ich weiß nicht, was man im Nachhinein so toll an Therapien finden kann. Ich finds eher schlimm, dass ich es soweit kommen hab lassen müssen, dass ich Entgiftung und Therapie nötig hatte. Ich hätte doch auch früher drauf kommen können...



Toll war, daß ich mich endlich mal kennen lernen konnte, daß ich mich endlich mal aushalten lernen konnte, daß ich mich endlich mal wieder geborgen, verstanden und aufgehoben fühlen konnte und nicht zuletzt, daß mich während dessen die ganze Welt außerhalb der Klinik mal gepflegt am verlängerten Rückgrat konnte.


AVE Offline




Beiträge: 3.081

21.06.2011 12:24
#73 RE: Meine Vorstellung - Ich will den Entzug wagen antworten

Zitat
Gepostet von newlife
Ich weiß nicht, was man im Nachhinein so toll an Therapien finden kann.



Ich schon.
Ohne die Entgiftung und anschließender ambulanter Therapie (ähnlich wie Ines) wäre ich nicht da, wo ich heute bin.
Und ich würde nicht die Dinge bewegen, die grad bewege.
Ich würde überhaupt nix auf die Reihe kriegen.

Zitat
Ich finds eher schlimm, dass ich es soweit kommen hab lassen müssen, dass ich Entgiftung und Therapie nötig hatte.



Klingt für mich nach der harten "Ich muss das alleine schaffen"-Nummer. So habe ich am Anfang auch gedacht. Mittlerweile merke ich aber, dass ich so stark bin, mir meine Schwäche(n) einzugestehen und mir Hilfe zu holen. Nicht winselnd, armselig und mitleiderregend, sondern souverän und die Lage richtig einschätzend.

@John: Finde ich klasse, dass du's nun angehst!
Ich wünsche dir viel Erfolg!

LG
Ave


Usa Offline




Beiträge: 356

21.06.2011 12:32
#74 RE: Meine Vorstellung - Ich will den Entzug wagen antworten

Hallo John,

meinen größten Respekt für Deinen Entschluss, finde ich echt ganz toll.

Wünsche Dir ganz viel Kraft und alles Gute,

Ganz liebe Grüße,
Usa

Es ist besser, geringe Taten zu vollbringen, als große zu planen.
(Chinesisches Sprichwort)


newlife Offline




Beiträge: 3.488

21.06.2011 12:35
#75 RE: Meine Vorstellung - Ich will den Entzug wagen antworten

Zitat
Toll war, daß ich mich endlich mal kennen lernen konnte, daß ich mich endlich mal aushalten lernen konnte, daß ich mich endlich mal wieder geborgen, verstanden und aufgehoben fühlen konnte und nicht zuletzt, daß mich während dessen die ganze Welt außerhalb der Klinik mal gepflegt am verlängerten Rückgrat konnte.



wenn ich nicht so hinüber gewesen wäre, wär ich wohl direkt wieder zur Arbeit gerannt. Mich hats halt ungemein geärgert, dass ich nicht mehr leistungsfähig war und eine Schwäche zugeben musste. Arbeit war halt immer mein Standbein, woran ich mich hochzog, weils mir wichtig war. Egal wie ich aussah, wie ich stank. Ich ging fast immer hin, weil ich glaubte, wenn ich das nicht mehr packe, dann ist eh alles wurscht.
Es kam so wie es kommen musste. Als ich nicht mehr arbeiten konnte und so zerfressen war von Selbstzweifeln musste ich mich entscheiden. Ich habe mich richtig entschieden.

Geborgenheit und Aufgehobensein empfinde ich inzwischen auch in der SHG und mein Engegement in unserem Kreisverband.

In der Therapie kam halt vieles aufgesetzt und durchdacht rüber. Hat wenig mit wirklichen Gefühlen zu tun zumal es denen dort auch egal ist, ob du wieder säufst. Die Maschinerie funktioniert nach fertigen, ausgearbeiteten Konzepten 16 Wochen lang. Und du wirst auf jedenfall als "gesund" entlassen, ob es so ist oder nicht, interessiert niemanden wirklich.

[ Editiert von newlife am 21.06.11 12:35 ]

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