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Saufnix
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Dieses Thema hat 65 Antworten
und wurde 5.015 mal aufgerufen
 Akute Hilfe
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AVE Offline




Beiträge: 3.081

01.04.2011 09:41
#61 RE: Entzugserscheinungen psychischer Art antworten

Guten Morgen yulia ,

ich kann mich noch gut an mein erstes Wochenende direkt nach der Entlassung erinnern.
Ich hatte mich eingedeckt mit Dingen, die ich schon immer gerne gemacht habe. Z.B. habe ich eine gewisse Schwäche für die "Boutique"-Abteilung in den Möbelhäusern, egal, welche Kette da infrage käme. Es geht auch nicht um sinnloses Geldausgeben, sondern einfach ums Staunen, Gucken, Inspirieren lassen. Und vielleicht findest du ja für ein paar Euro fuffzich 'n netten Staubfänger, sei es ein Väschen, ein paar neue Dessert-Schälchen, eine Keramik-Figur, Teelicht-Halter, Platzsets, Tischläufer, künstliche Kirschblüten oderoderoder ...
Dann habe ich viel gelesen, nicht nur das Buch "ALK" von Borowiak in einem Rutsch, sondern auch einen ganzen Schwung Frauenzeitschriften. Es sollte halt was sein, worauf du richtig Bock hast, damit du dich auch da reinvertiefen kannst.
Ich hatte Glück, dass grad allerbestes Frühlingswetter war, also raus an die frische Luft, vielleicht Fahrrad fahren oder einfach nur ein bisschen spazieren. Ein paar hungrige Enten finden sich bestimmt auch in deiner Nähe.
Und die Küche sollte so ausgerüstet sein, dass sie jedem verkniffenen Ernährungsberater die Tränen in die Augen treibt - Zucker, Fett und viiiiiiieeeeeel Geschmack drumherum! Scheiß auf die Kalorien und das Cholesterin, DU darfst das jetzt einfach mal!

Lange Rede, kurzer Sinn: Verwöhn dich einfach nach Strich und Faden, und bleib in Bewegung!

Schönes Wochenende!
Ave


yulia Offline



Beiträge: 383

01.04.2011 10:18
#62 RE: Entzugserscheinungen psychischer Art antworten

Zitat
Gepostet von Prot
Hallo yulia,
Du sagst" aber an ein alkoholfreies Wochenende kann ich mich gar nicht mehr erinnern..."
Klingt nach, ich vermisse meine Krücke.



Hallo Prot,

nein, ich vermisse meine Krücke nicht, ich versuche nur allen Eventualitäten vorzubeugen. Dafür gehört für mich auch, relativ emotionslos einmal vorab durchzuspielen, was dieses Wochenende ablaufen könnte.

Das heißt nicht, dass ich damit rechne, Saufdruck zu bekommen. Aber ich weiß aus Erfahrung auch, dass Gewohnheiten tückisch sind. Und das der Gedanke an Alkohol abends genauso unvermeidlich auftauchen wird wie der Gedanke an eine Tasse Kaffe zum Frühstück. Eben weil es so lange Gewohnheit war.

Für genau diese Situationen möchte ich vorbauen. Ich habe diese Gedanken sogar schon personifiziert, als ein kleines Teufelchen, welches auf meiner Schulter sitzt und mir blödsinnige Gedanken einredet. Im Notfall werde ich diesen Teufel (Gedanken an Alkohol) einfach von meiner Schulter stossen und ihm Einhalt gebieten.

yulia
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Niemand ist nutzlos in dieser Welt, der einem anderen die Bürde leichter macht.

Charles Dickens


yulia Offline



Beiträge: 383

01.04.2011 10:27
#63 RE: Entzugserscheinungen psychischer Art antworten

Zitat
Gepostet von Agua
Schaffst Du das, Dir frühzeitig Hilfe zu suchen und nicht erst dann, wenn Du schon vor der Tankstelle stehst?

LG Agua



Hallo Agua,

ich schaffe es!!!

Meine Scham gegenüber der Tatsache, Alkohol zu trinken und nicht kontrollieren zu können, ist so groß geworden, dass ich sie in den letzten Wochen bei jedem Schluck spüren konnte. Und nicht die Scham anderen gegenüber, das war mir noch recht egal. Es ist dieses Gefühl, was ich mir selbst gegenüber habe, mich selbst so schlecht zu behandeln, was zu diesem festen Entschluss geführt hat, den Alkohol nicht mehr anzurühren.

Ich kann und werde nicht mehr so weiterleben wie bisher. Das ist seit einigen Tagen für mich endgültig vorbei.

Falls ich keine andere Hilfe draußen finde, werd ich halt hier im Forum auftreten...

Liebe Grüße

yulia
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Niemand ist nutzlos in dieser Welt, der einem anderen die Bürde leichter macht.

Charles Dickens


Basel ( gelöscht )
Beiträge:

04.04.2011 22:28
#64 RE: Entzugserscheinungen psychischer Art antworten

Ich begrüsse Dich auch im Forum und wir sind etwa gleich weit. Ich weiss nicht ob du Zigaretten rauchst aber seit dem ich nicht mehr trinke, rauche ich die Hälfte. Ausserdem habe ich Zeit für andere Dinge die Spass machen. Und, ich esse wieder gesünder. Habe nie Gemüse gegessen. Jetzt mache ich es wenigstens mit Käse überbacken.


yulia Offline



Beiträge: 383

05.04.2011 09:43
#65 RE: Entzugserscheinungen psychischer Art antworten

Zitat
Gepostet von Basel
Ich begrüsse Dich auch im Forum und wir sind etwa gleich weit. Ich weiss nicht ob du Zigaretten rauchst aber seit dem ich nicht mehr trinke, rauche ich die Hälfte. Ausserdem habe ich Zeit für andere Dinge die Spass machen. Und, ich esse wieder gesünder. Habe nie Gemüse gegessen. Jetzt mache ich es wenigstens mit Käse überbacken.



Hallo Basel,

das Rauchen habe ich schon 1994 aufgegeben, da war ich 31 und hatte schon 15 Jahre geraucht, und zwar immer ziemlich heftig, zum Schluss ca. 30-40 Zigaretten täglich. Am besten hätte ich das Trinken damals auch schon gelassen

Aber ich habe auch schon gemerkt, dass ich mehr Zeit für andere Dinge habe. Der Abend ist viel länger. Und gesünder essen tue ich auch. Vorher habe ich immer gedacht: Warum soll ich gesund essen, wenn ich mich durch den Alk doch eh kaputt mache. Jetzt macht das wieder Spass!

Werde mal verfolgen, wie es Dir so weiter ergeht. Gut, dass Du das Trinken so früh lässt. Man muss ja schließlich nicht erst knapp 50 dafür werden und so viel Zeit vergeuden

Liebe Grüße

yulia
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Charles Dickens


yulia Offline



Beiträge: 383

31.07.2011 11:46
#66 RE: Entzugserscheinungen psychischer Art antworten

Zitat
Gepostet von yulia

Also die "Angst" vor Feiern ist die Angst davor, nichts interessantes erzählen zu haben, wie Aschenputtel in der Ecke zu sitzen, mich den ganzen Abend nur unsicher und schüchtern zu fühlen. Das sind meine charakterlichen Defizite, die ich mir mit dem Alkohol weggetrunken habe. Und denen muss ich mich jetzt stellen (ich weiss, psychologisch gesehen ist "darf" der bessere Ausdruck, aber so fühle ich mich nicht). Und das bereitet mir ganz schon komische Gefühle... [/b]



In den letzten Wochen und Monaten bin ich solchen Gelegenheiten strikt aus dem Weg gegangen. Aber gestern war es soweit: Tagsüber Abteilungsausflug mit mittäglicher Einkehr in ein Brauhaus, abends Einladung beim Vermieter nebenan. Ich war gespannt, wie sich meine charakterlichen Defizite zeigen würden, aber auch ein wenig nervös...

Na ja, was soll ich sagen? Ich glaube, ich bin einen großen Schritt weitergekommen. Natürlich habe ich mich wieder unsicher und schüchtern gefühlt, aber da war auch noch etwas anderes.

Dieses stundenlange Zusammensitzen mit Personen inkl. gesellschaftlich akzeptiertem Small-Talk ist einfach nicht meine Welt. Ich habe dazu keine Lust, alles, was über wenige Minuten hinausgeht, langweilt mich einfach. Schöner ist es, mit vertrauten Menschen tiefsinnige Gespräche zu führen oder mit weniger Vertrauten irgendeiner gemeinsamen Unternehmung nachzugehen.

Ich wollte Euch das einfach mal mitteilen. Momentan kreist mal wieder so eine ganze Menge in meinem Kopf. Habe das Gefühl, einen Meilenstein zu bewältigen... Möchte mal darüber nachdenken, wie ich in Zukunft mit solchen Gelegenheiten umgehe.

Übrigens:
Das Zusammensitzen im Brauhaus mit Kollegen hat für mich auch ein wenig ins richtige Licht gerückt. Bei meinen Trinkpausen hatte ich immer das Gefühl, alle anderen "dürfen" trinken, nur ich nicht. Das war, wie ich heute erkenne, eine völlig verzerrte Wahrnehmung. Die meisten trinken nämlich tatsächlich nichts oder ganz wenig, das habe ich früher wunderbar ausgeblendet, weil es mir nicht in den Kram passte.

Und abends habe ich mich nach einigen Stunden verabschiedet, die Party war völlig uninteressant für mich. Es war alles gesagt. Und ich früh im Bett.

Einen schönen Sonntag Euch allen.

yulia
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