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Saufnix
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Dieses Thema hat 225 Antworten
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 Akute Hilfe
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pueblo Offline




Beiträge: 2.288

27.03.2011 13:24
#16 RE: Ich bin neu hier! Ich bin Alkoholikerin. antworten

ave ,das mit jedlicher art von medikamenten ,
kenn ich auch.
las jeden beipackzettel ganz genau.
ad ,2ooo auch selber abgesetzt,usw.
selbst schmerzmittel,
die mir nach ops verschrieben wurden,
(durchaus sinnvolle)
ne ,war ja chemie.(schädlich)
im kr eingenommen.
zuhause gabs ja wieder alk,
und zigaretten,
das war doch ein heilmittel,
worauf man sich verlassen konnte.
(reine natur)
selbst bei gicht(äusserst schmerzhaft)
mal eine ,
den rest an schmerz konnte man sich wegsaufen

___________________________________________________
muss es immer erst zappenduster werden,bevor uns ein licht aufgeht


Ulli Q Offline



Beiträge: 1.810

27.03.2011 14:45
#17 RE: Ich bin neu hier! Ich bin Alkoholikerin. antworten

Ich hab' einige Jahre getrunken trotz ADs. Dass dies nicht gut für meine Leber war, wusste ich, war mir aber egal. Ich hatte keine Motivation eins von beiden abzusetzen.

Nachdem ich ich den Alk weggelassen hatte, ging's mir die ersten Wochen psychisch gar nicht gut - wahrscheinlich auch deswegen, weil ich erwartet habe, dass jetzt alles ganz klasse werden muss. Jetzt(3 Monate)scheint es besser zu werden, das heißt das Nicht-Trinken wird normaler für mich und was die anderen darüber denken, dass ich jetzt nichts mehr trinke oder im wahrsten Sinne des Wortes "trockener" werde, ist mir nicht mehr so wichtig. Ich sage das so vorsichtig, weil ich noch nicht glauben kann, dass ich mich tatsächlich besser fühle.

Die ADs habe ich nicht abgesetzt, würde das auch nicht tun.
Warum auch. Das habe meine Vorposterinnen ja schon gut beschrieben.

Jeder Anfang beendet. (M. Jung)


Maggoo Offline



Beiträge: 39

27.03.2011 16:29
#18 RE: Ich bin neu hier! Ich bin Alkoholikerin. antworten

Zitat
Gepostet von AVE
...habe zunächst missbräuchlich getrunken, dann süchtig und als das berühmte Händeflattern, Schwitzen und Würgen einsetzte und ich allen Ernstes frühmorgens Weißwein trinken musste, um den Tag überhaupt antreten zu können, bin ich in die Entgiftung gegangen.
Selbst, wenn du - noch - keinerlei körperliche Symptome beobachten kannst... die kommen schon noch!
Lass es nicht so weit kommen und hole dir vorher Hilfe.


...und "Ruhe"puls 160 und Herzschlag auf der Zunge! Rotwein im Bettkasten zum Einschlafen, Rotwein in der Jackentasche im Flur als Nachtversorgung und auch als Helferlein für den frühen Morgen, 5-6 Softdrinks mit 10Vol% für die Fahrt mit der DB (gut, dies wäre noch zu verstehen :grins2 zur Arbeit und im Rucksack die Tagesverpflegung...

Iwan,
bei mir haben die körperlichen Symptome auch erst nach 36 Jahren des (Spiegel)Saufens so richtig krass angefangen, vorher war nahezu nix da!! Ave hat diesbezüglich m.E. völlig Recht, die Symptome kommen schon noch, aber je früher man sich die Hilfe holt, umso besser. Ich weiß es leider aus eigener Erfahrung, wenn man zu lange wartet, oder sich einbildet, warten zu können, den bestraft ...
Außerdem kommen mir die Schilderungen deines eigenen Verhaltens (Party, eloquent, abendlicher Saufbeginn, nicht mehr aufhören können, Trinkmenge, Einteilung in bzw. Einschränkung der Saufzeiten etc.) - und da werde ich wohl nicht der Einzige sein - nur allzu bekannt vor!!

Ich wünsche dir viel Mut, Kraft und Entschlossenheit
Tom


Ulli Q Offline



Beiträge: 1.810

27.03.2011 17:02
#19 RE: Ich bin neu hier! Ich bin Alkoholikerin. antworten

Zitat
Gepostet von Ivvan
Diese verdammte innere Leere ohne Alkohol. Meine gesamte Kreativität ist verschwunden, wenn ich nicht trinke. Ich bin rastlos. Mir fällt nichts ein und mein Kopf ist leer. Auf Partys oder sonst. Treffen gehen mir die Themen aus, ich bin ernst und würde am liebsten wieder nach hause fahren.
Ja, so ist das.
Bitte nicht mißverstehen, ich bemitleide mich nicht selbst!! Dazu komme ich gar nicht. Es ist so wie es ist.[/b]



Die innere Leere, Ivvan,kenne ich gut und auch das Gefühl, die Kreativität sei weg, die Leichtigkeit, die Schlagfertigkeit, das Kommunikationstalent. Alles weg ohne Alk. - Habe ich gedacht, bevor ich aufgehört habe. Und am Anfang wars auch so. Leerer Kopf, Hilfe, es fällt mir nichts ein, was ich sagen soll, alles so banal, was um mich herum vorgeht....
Jetzt ist es anders.
Und tatsächlich ist es auch so, dass ich ruhiger bin. Muss mir auch nicht mehr ruhelos überlegen, was ich am Vorabend alles so gesagt und getan habe. Und das Kommunizieren geht auch eher besser und weniger gezwungen lustig oder originell. Schon mehr authentisch. Und dazu gehört eben auch, dass ich nicht immer lustig und fröhlich unterwegs bin.

Ich merke, es braucht Zeit, um wieder zu mir selbst zurückzukehren.

Ich wünsche dir viel Kraft auf deinem Weg Ulli

Jeder Anfang beendet. (M. Jung)


katha82 ( gelöscht )
Beiträge:

27.03.2011 17:28
#20 RE: Ich bin neu hier! Ich bin Alkoholikerin. antworten

Zitat
Gepostet von Ulli Q

Und das Kommunizieren geht auch eher besser und weniger gezwungen lustig oder originell. Schon mehr authentisch. Und dazu gehört eben auch, dass ich nicht immer lustig und fröhlich unterwegs bin.

Ich merke, es braucht Zeit, um wieder zu mir selbst zurückzukehren.



So geht es mir auch. Nach mittlerweile 5 Monaten ohne Alkohol fühle ich mich so gut wie lange nicht mehr. Zwischendurch natürlich auch vermehrt mit mir gehadert, hatte schwierige Tage und musste mich an eine neue Art des Lebens, kommunizierens und mit mir selbst zurecht kommens gewöhnen. Und sicher ist dieser Prozess noch immer nicht abgeschlossen.

Aber ich merke, dass ich tagtäglich innerlich ausgeglichener werde und mein Selbstbewusstsein sich verbessert. Ich wollte mir immer Selbstbestätigung aus Anerkennung von anderen ziehen. Das brauche ich nun nicht mehr so stark, da ich mit mir selbst mehr im Reinen bin.

Und diese Angst in Gesellschaft (vor allem fremder) nicht mehr richtig kommunizieren zu können hatte ich auch ganz stark. Doch es geht. Du musst es nur üben und dann siehst du, dass es geht. Meistens - und wenn es mal einen Tag nicht so klappt. Was solls???


Ivvan ( gelöscht )
Beiträge:

27.03.2011 19:43
#21 RE: Ich bin neu hier! Ich bin Alkoholikerin. antworten

Danke für die vielen Antworten!
Es ist gut (wenn man das so sagen darf), daß es so viele Menschen gibt, die das gleiche denken, gedacht haben, fühlen, oder gefühlt haben.
(Eigentlich klar in einem "Spezial-Forum" für ein "spezielles Problem". Ich gehe ja auch nicht zum Hautarzt mit Zahnschmerzen...)

Daß ich gestern Abend keinen Alkohol getrunken habe, ist ja eigentlich nicht sonderlich erwähnenswert, aber meine Gedanken sind dieses Mal anders. Die letzten Versuche aufzuhören, waren doch noch etwas "gemildert" durch das Denken: "Ach ja, irgendwann mal wieder. Und dann geht`s vielleicht mit nur einem Glas".
Es wird nie wieder mit nur EINEM GLAS gehen. Nie wieder der Geschmack eines eisgekühlten Rieslings im Mund....
Merkwürdig, aber es fühlt sich an wie ein Abschied von einem guten Freund. Man möchte sich nicht trennen, aber man muß. Es ist eine Mesalliance. Und leider verspüre ich eine dumme innerliche Unruhe.....
Ich höre mich immer wieder auf der Fahrt zu einer Party/Abendessen zu meinem Mann sagen:" Bitte fahre Du, ich halte das sonst nicht aus!" Diese unerträglich uninteressanten und langweiligen Gespräche, Party-Geplauder eben.
Auffallend ist, daß ich dieses Schema bis in den normalen Alltag transportiere: immer gut gelaunt, positiv und evtl. etwas oberflächlich. Nicht authentisch. Doch dahinter sieht es ganz anders aus. Wie bei vielen Depressiven. Es gibt ganz wenig Menschen, die wissen, daß ich depressiv bin und Medikamente nehme.

So, nun wird nicht mehr gequatscht...
Ich denke es wird ein langer, steiniger Weg zu mir selbst sein. Mal anstrengend bergauf, mal geht`s etwas leichter bergab. Hoffentlich.......

Ich will das schaffen und morgen rufe ich bei meinem Hausarzt an


Ivvan

[ Editiert von Ivvan am 27.03.11 19:43 ]

[ Editiert von Ivvan am 27.03.11 19:49 ]


u1953we Offline




Beiträge: 4.223

27.03.2011 19:50
#22 RE: Ich bin neu hier! Ich bin Alkoholikerin. antworten

Zitat
Gepostet von Ivvan
Ich will das schaffen und morgen rufe ich bei meinem Hausarzt an



klasse, und nur so geht es.

lg uwe


newlife Offline




Beiträge: 3.488

27.03.2011 20:56
#23 RE: Ich bin neu hier! Ich bin Alkoholikerin. antworten

Hallo Iwan,

ich kenne alles das. Ängste und Depris ohne Ende. Das Problem bei mir war der Alk und sonst nix. Alles hat sich so dermaßnen hochgeschaukelt und die ganze Psychokacke wurde durch etliche Selbstentzüge in den letzten 7 Jahren enorm ausgebaut. Es ist erwiesen, dass sich Angstsymptome beim Absetzen, bzw. ständigem Rauf- und Runterfahren verstärken. Ich bin zwar auch heute noch eher introvertiert, aber ich kann gut damit leben und habe meinen Alltag wieder im Griff. Das klappt alles wieder und es klappt nur deshalb, weil ich nicht mehr saufe.

Gruß
Dirk

Enjoy the freedom...


tina48 Offline



Beiträge: 13

28.03.2011 11:52
#24 RE: Ich bin neu hier! Ich bin Alkoholikerin. antworten

hi ivvan,

auch meinerseits dir jetzt erst mal eine menge kraft und durchhaltevermögen. wenn du dir überlegst, wie lange du bisher für deine gewohnheiten, dein leben gebraucht hast, wirst du auch verstehen, dass dein weg zurück nicht von heute auf morgen geht. aber du bist nicht allein. wir sind alle auf dem weg, haben unsere päckchen zu tragen, müssen uns selbst ertragen, so pur und nackt und ungeschminkt ehrlich zu uns sein, und dass dies nicht immer angenehm ist, verständlich. es ist schon manchmal sehr hart und kaum auszuhalten, sich selbst so wie man ist auszuhalten, mit allen fehlern und schwächen, ....und dann immer noch zu sich zu stehen. wie gesagt, du bist nicht allein.

....grins, und dann noch die sch.....wechseljahre. wir haben immerhin noch die möglichkeit, so einiges auf das hormonwirrwarr zu schieben....

alles liebe tina


Ulli Q Offline



Beiträge: 1.810

28.03.2011 17:21
#25 RE: Ich bin neu hier! Ich bin Alkoholikerin. antworten

Zitat
Gepostet von Ivvan
[b][quote]Es wird nie wieder mit nur EINEM GLAS gehen. Nie wieder der Geschmack eines eisgekühlten Rieslings im Mund....
Merkwürdig, aber es fühlt sich an wie ein Abschied von einem guten Freund. Man möchte sich nicht trennen, aber man muß. Es ist eine Mesalliance. Und leider verspüre ich eine dumme innerliche Unruhe.....



Hallo Ivvan, das kann ich gut nachvollziehen. Ich hatte das gleiche Gefühl und habe es mitunter immer noch. Für mich ist das schon ein Abschied auch mit Bedauern.
Nie wieder sage ich mir nicht, weil es so unendlich weit zu sein scheint. Für heute kann ich sagen: Ich trinke nicht.

Inzwischen lässt das Bedauern etwas nach, ich frage mich, wofür ich die abstinente Zeit aufgeben sollte. Wohin das führen würde, weiß ich: Ich kann eben nicht maßvoll ab und zu ein Glas trinken.Das ist für mich kein Genuss, es muss schon wirken!

Aber - im Gegensatz dazu, was ich hier öfter lese - bin ich (und so, wie ich dich lese vielleicht auch du) nicht unmittelbar vor der Alternative gestanden: aufhören oder sterben. Oder die Arbeit verlieren, oder den Partner....
Noch nicht! Ich habe immer funktioniert, weiß gar nicht mehr, wann ich zuletzt mal bei der Arbeit wegen Krankheit gefehlt habe. Jedoch wäre das Aus sicher gekommen.
Ich hatte immer öfter die totalen Abstürze und das Bedürfnis mich total abzuschießen. Ich bin da auch sehenden Auges rein, war mir egal. Auch die ADs + Alk: wurscht - im Gegenteil: wirkte noch besser

Zitat
Ich höre mich immer wieder auf der Fahrt zu einer Party/Abendessen zu meinem Mann sagen:" Bitte fahre Du, ich halte das sonst nicht aus!" Diese unerträglich uninteressanten und langweiligen Gespräche, Party-Geplauder eben.



Ja, genauso habe ich das auch gesehen, das ist aber glaube ich die Arroganz der Alkoholikerin.... Ich war bei den Parties vielleicht nicht langweilig, aber sicher peinlich bis lästig für die anderen.

Ich hoffe, das du dir die Hilfe suchen kannst, die du jetzt brauchst. Gut ist, dass du dir keine Sorgen über das Outing als Alkoholikerin machst. Ich mache das und behalte bislang alles (!) für mich.

Neulich sagte ein Kollege in einem anderen Zusammenhang zu mir: Wenn du dir eine Hintertür offen hälst, wirst du sie auch gehen. Das Verschweigen ist so eine, ich hoffe, ich nutze sie nicht.

Ulli

Jeder Anfang beendet. (M. Jung)


Rocaille ( gelöscht )
Beiträge:

28.03.2011 18:24
#26 RE: Ich bin neu hier! Ich bin Alkoholikerin. antworten

Man trennt sich besser von einem Freund, wenn man eine Alternative oder sogar besser noch, eine Perspektive hat.



Ich verstehe absolut, was dein Thema ist. Denn du vernagelst dich ebenso wie ich mich an einer Sache, die niemals wirklich gewinnbringend ist.

Wir Frauen sollten nicht immer in der Opferrolle denken

Ich werde, und das finde ich für mich sehr interessant, zukünftig versuchen, in einer Art Kosten/Nutzen-Rechnung zu denken. Denn es bringt mir nix, mich für nix und wieder nix aufzuopfern und zu hoffen, wenn ich nur längstmöglich attraktiv bin springt was bei rum...

Das ist eine böse Hühnerrechnung.. (wobei, die Hühner - danke für das Frühstücksei - ja auch nix dafür können:licht

Lass uns doch mal Frau sein, auch mit Pferd und Polo- oder Golfschläger und uns trotzdem wichtig sein, einfach nur, weil wir gut so sind, wie wir sind!


Ulli Q Offline



Beiträge: 1.810

28.03.2011 18:31
#27 RE: Ich bin neu hier! Ich bin Alkoholikerin. antworten

Zitat
Gepostet von Rocaille
[b][quote]Man trennt sich besser von einem Freund, wenn man eine Alternative oder sogar besser noch, eine Perspektive hat.




Ja, genau. Ich habe Alternativen aber ich ringe noch damit sie als besser zu erleben....

Zitat
Ich werde, und das finde ich für mich sehr interessant, zukünftig versuchen, in einer Art Kosten/Nutzen-Rechnung zu denken. Denn es bringt mir nix, mich für nix und wieder nix aufzuopfern und zu hoffen, wenn ich nur längstmöglich attraktiv bin springt was bei rum...



Wie meinstn das???

Ulli

Jeder Anfang beendet. (M. Jung)


Rocaille ( gelöscht )
Beiträge:

28.03.2011 18:41
#28 RE: Ich bin neu hier! Ich bin Alkoholikerin. antworten

Hi Ulli,

ich meine damit, dass, wenn ich mich aufopfere und an Salatblättern knabbere, weil mir ach so flau im Magen ist und ich gar nicht weiß, wo das alles hin soll, ich mein sauer verdientes Geld für Botox in die Glabella-Fältchen ausgebe anstelle für anstehende Kinderzimmerlampen..., wenn ich mein So-sein-wie-ich-bin ständig praktisch zusammenfalte, dass meine Mitmenschen möglichst wenig Umstände haben und mich dadurch vielleicht mehr lieb haben, ich damit möglicherweise einer richtig heftigen Täuschung unterliege


Ulli Q Offline



Beiträge: 1.810

28.03.2011 18:50
#29 RE: Ich bin neu hier! Ich bin Alkoholikerin. antworten

Ah, ja!

Da gebe ich dir vollkommen recht.

Zitat
wenn ich mein So-sein-wie-ich-bin ständig praktisch zusammenfalte, dass meine Mitmenschen möglichst wenig Umstände haben und mich dadurch vielleicht mehr lieb haben , ich damit möglicherweise einer richtig heftigen Täuschung unterliege



Genauso bin ich (gewesen?) Also nüchtern jedenfalls, wenn ich einen im Tee hatte wollte ich eher auffallen. Das hat meistens auch geklappt

Jetzt geht es um das Auseinanderfalten. Dauert bei mir, weil ich so gut zusammengefaltet bin

Jeder Anfang beendet. (M. Jung)


drosera Offline




Beiträge: 206

29.03.2011 08:30
#30 RE: Ich bin neu hier! Ich bin Alkoholikerin. antworten

Erstmal herzlich willkommen im Forum. Schön, dass Du Dich angemeldet hast und Dich austauschen möchtest. Das ist doch schonmal ein guter Anfang.

Hast Du beim Hausarzt angerufen?

Wie sieht Dein Mann eigentlich Dein Konsumverhalten und wie ist sein eigenes? Hast Du schonmal mit ihm drüber geredet und ist er auch der Meinung, dass was passieren muss und unterstützt er Dich? Seine Einstellung ist ganz sicher nicht richtungsweisend für das was passieren muss bei Dir - das weißt nur Du selber und kannst es nur selber wollen - aber dennoch spielt ja die Partnerschaft eine Rolle.

Zitat
Ich höre mich immer wieder auf der Fahrt zu einer Party/Abendessen zu meinem Mann sagen:" Bitte fahre Du, ich halte das sonst nicht aus!" Diese unerträglich uninteressanten und langweiligen Gespräche, Party-Geplauder eben.



Wenn Du es nicht aushältst: warum gehst Du hin? Wer zwingt Dich? Warum musst Du Dich gesellschaftlichen Zwängen unterwerfen und an einem Ort sein wo Du Dich nicht wohlfühlst?

Wenn es jemanden anderen stört, dass Du wegbleibst: das ist doch sein Problem und nicht Deins. Du entscheidest ob Du da hingehst. Genauso entscheidest Du inwiefern Du Dich - wenn Du dann auf einer Feier bist - an den Gesprächen beteiligst. Keiner sagt, dass Du alkoholgeschwängerte Thesen von Dir geben musst um andere zu unterhalten. Du kannst auch nur zuhören oder weghören oder einfach da stehen und Dein Umfeld beobachten. Oder wie gesagt: gar nicht erst hingehen, wenn es so ein Unbehagen in Dir auslöst.

Ich hatte mal eine Umbruchphase wo mir auf mal sämtliche gesellschaftlichen Anlässe, wo jeder sich zeigen konnte á la "Schaut her was wir tolle glückliche Familien wir doch alle sind und wie glücklich wir alle sind", Würgereiz in mir auslösten.
Meine Konsequenz: ich habe diese Anlässe (z. b. Familienfeiern und -feste, "Dorfzusammenkünfte", Partys) gemieden oder so gestaltet wie es für mich erträglich war. Ich konnte mich meinen Kindern zuliebe ja nicht aus allem rausziehen (auch wenn ich es ne Zeitlang gerne gemacht hätte) und sicherlich gab es da auch Situationen, die ich dann einfach "ertragen" habe - aber fühlte mich dann nicht verpflichtet für alle Miss Unterhaltung zu spielen, bin z. B. alleine und beobachtend rumgeschlendert und habe nicht in Gesprächen mitgemischt, die mich nicht die Bohne interessieren, nur weil das wer anders vielleicht erwartet hätte. Und wenn es nicht mehr ging, bin ich dann einfach gegangen. Sollen die anderen doch denken was sie wollen, wenn ich mich nicht so ganz "gesellschaftskonform" verhalte. Ich habe genug mit mir selber zu tun, was soll ich noch auf Hinz und Kunz Rücksicht nehmen .
Mir war/ist nur wichtig, dass meine Kinder nicht allzu sehr hintenrüber fielen - schließlich gehören sie zu mir und für sie bin ich jetzt verantwortlich wo sie so klein sind. Wenn ich meine Söhne zu einem ihrer Fussballpiele begleite, muss ich mich z. B. nicht zwischen andere "Spielermamis" stellen und rumtratschen - ich stelle mich an den Spielfeldrand und feuer da meinen Sohn an (dazu bin ich ja schließlich da) und bin in dem Zug gleichzeitig für mich.

Es hat gedauert bei mir, bis ich das alles so auf die Reihe bekommen habe (wie gesagt: am Anfang wollte ich gar nichts mehr, und ich habe wirklich nur das noch gemacht was sein "musste" um meine Kinder nicht zu enttäuschen). Mittlerweile mag ich ab und zu wieder mehr unter Leute sein. Aber ich gestalte es halt so wie es mir damit gut geht. Und wenn ich keine Lust mehr habe, gehe ich heim. Und wenn ich im Vorfeld keine Lust habe, gehe ich gar nicht erst hin, auch wenn das halbe Dorf hinrennt.

lg,
Drosera

To begin the journey of change we must pull on the boots of selfawareness.


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