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Saufnix
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Dieses Thema hat 63 Antworten
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 Akute Hilfe
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pueblo Offline




Beiträge: 2.288

06.02.2011 09:57
#31 RE: Angst antworten

todesängste , ausgelöst,durchs saufen
plus den dazugehährenden deppris
oder wie auch immer , hatte ich
ende 99 ,und zwar so ,
das ich schrie ,und dachte mir wird das herz rausgerissen , etwas umklammerte es.(lag im bett)
konnte nicht aufstehn usw
war schrecklich.
aber anscheinend nicht schrecklich genug!!!

aber ich dachte eigentlich das zb vor allem delerium ,
sich nach 3 tagen wirklich nicht mehr einstellen kann,
so wie max das schrieb.
darum fand ich das von fitti intresant ,
das er sowas selbst nach 10 tagen,
noch gesehen hat

___________________________________________________
muss es immer erst zappenduster werden,bevor uns ein licht aufgeht


newlife Offline




Beiträge: 3.488

06.02.2011 18:16
#32 RE: Angst antworten

Zitat
Mit dem radikalen Ende der Ethanol-Vergiftung und der darauf folgenden Heilungsphase meines vibrierenden Seelchens von mindestens einem Jahr hat sich die gesamte dreckige Gang in eine sicherlich verdammt große Menge Nirwana aufgelöst.



Kann ich exakt so unterschreiben.

Enjoy the freedom...


Sila Offline



Beiträge: 64

08.02.2011 11:11
#33 RE: Angst antworten

Hallo liebe Leute,
Zuerst einmal nochmal ein ganz herzliches Dankeschön für eure Reaktionen. Egal welcher Art. Ich meine damit jeden einzelnen von euch der mir geantwortet hat. (Um jetzt nicht alle zu zitieren und aufzulisten, ich hoffe darüber seid ihr mir nicht böse) Ich danke euch, dass ihr mich so herzlich aufgenommen habt und auch über den ein oder anderen wachrüttelnden und ermutigenden Beitrag.
Dazu möchte ich noch schreiben, dass ich in Sachen Therapie und stationärer Aufenthalte in Krankenhäusern kein unbeschriebenes Blatt mehr bin.
Ich war mehr als einmal wegen Depressionen und Angststörung in stationärer Behandlung und im Ablauf der Therapieaufenthalte mit allen Programmen schon ein wenig vertraut.
Auch der im Suchtbereich.
Mir wurde in diesen Zeiten lediglich angeboten, auch an einer Suchtgruppe teilzunehmen da ich nicht verschwiegen hatte, (trotz guter Leberwerte) dass ich versuche meine Probleme mit Alkohol zu bekämpfen. Wie bei so vielen: aus beginnendem Spaßtrinken wurde Frusttrinken.
Die Mengen und Trinkabstände die ich angab, erregten bei den behandelnden Ärzten und Psychologen schon große Zweifel ob meine Depression wirklich an erster Stelle meiner Behandlung stehen sollte.
Ich ging eigentlich gerne in diese Gruppe obwohl ich anfangs ziemlich erschrak wie oft ich mich darin selbst in den Erzählungen wiederfand.
Ich bin heute noch froh, dass ich damals diese Hand nicht weggeschlagen habe und mich auch tatsächlich damit auseinander gesetzt habe.
Allerdings konnte ich mir zu dieser Zeit nie vorstellen ganz ohne Alkohol zu leben. Und wollte mich auch in der Gruppe nicht als "Alkoholikerin" outen. Ich war ja schließlich wegen meiner Angststörung da und besuchte die Gruppe rein nur aus Interesse wie ich angab, weil es ja schließlich nicht schaden kann.
Ich wollt mich einfach nicht so sehen. Blendete alle extremen Alkoholexzesse die ich bis Dato schon hatte einfach aus. Kontrolliert trinken. Oh, ja. Das war die perfekte Lösung für mich. (Diese Idee behielt ich während meines Aufenthalts aber heimlich für mich)
Gleich nach der Umsetzung dieser “ tollen Idee“ ging es wieder rapide bergab. Die Probleme häuften sich, weil ich nichts mehr auf die Reihe bekam.
Doch nach wie vor standen Depression und Angst im Vordergrund. Niemals der Alk. Das wollt ich einfach nicht wahrhaben.
Ich verlor meine Freunde, weil ich mich immer mehr zurückzog, meine Arbeit, weil ich dem nervlich nicht mehr gewachsen war und mich dauernd krank meldete. Suizidversuch durch Alkohol und Schlaftabletten.
Die Folge: wieder Klinikaufenthalt (wegen Suizidgefahr) doch diesmal wurde ich so mit Medikamenten zugeballert, dass ich nicht mehr wusste wo oben und unten ist und durch den zulangen Aufenthalt auch zu guter letzt noch meine Wohnung verloren.
Nur mühsam gelang es mir danach wieder sowas wie ein normales Leben aufzubauen.
Seit einem Jahr bin ich nun Medikamentenfrei. Arbeite von zuhause aus. (wegen der noch bestehenden Panikattacken)
Tavor und Co. Hab ich zu jeder Zeit so gut es ging abgelehnt.
Hab mich aber, was den Alk angeht, weiter in die Tasche gelogen. Und mein Muster wie ich dabei vorging wie schon so oft vorher immer das selbe:
Immer wieder der Versuch „kontrolliert“ zu trinken. Begonnen mit einem Glas Sekt. Dann drei Piccolos (weil wegen der niedlichen Fläschchen mein Gewissen beruhigt wurde, dann 6 Piccolos gemischt mit Orangensaft, damit die Menge Sekt möglichst vertuscht wird)
Nach ein paar Wochen, dieser wunderbaren Kontrolle zu möglichst vielen Anlässen (zur Not selbstkreierte) wo man eine Ausrede zum trinken parat hat, reichten auch die 6 Piccolos nicht mehr.
(Das führte bei mir dann immer zum ziemlichen Alkoholexzess und erst dann fiel mir die Suchtgruppe wieder ein. Und wie goldrichtig ich da eigentlich war.)
Ein Angstanfall nach so einem Gelage( und die Tage danach) bereits vorprogrammiert, wollte ich es immer noch nicht im Zusammenhang sehen.
Vor einer Woche ist der Entschluss bei mir gefallen, dass es wirklich nicht anders geht.
Ich möchte aus dieser Gummizelle raus, in der ich mich zwischen Depressionen, Angst und Selbstbelügen selbst von einer Wand zur nächsten katapultiere.
Ihr habt mir da noch die letzte sichere Gewissheit darüber gegeben. Und genau das wollt ich auch hören.

Ich war gestern beim Arzt. Da ich ja nicht wieder komplett stationär aufgenommen werden will, hab ich mich mit ihm darüber geeinigt, dass ich eine Tagesklinikeinrichtung in Anspruch nehmen könnte, sobald sich sowas wie Suchtdruck in mir aufbaut. Er hat mir geraten, das schon jetzt ernst zu überdenken und wollte mich tatsächlich am liebsten erstmal 2 Wochen stationär einweisen, als ich ihm mein Trinkverhalten wahrheitsgetreu geschildert hatte. „Um auf Nummer sicher zu gehen, und dass ich einen guten Start habe und erstmal Orientierung darin bekomme“, wie er sagte.
Momentan geht es mir gut. Ich war sogar schon wieder einkaufen (ohne Angst) Hab weder körperliche Entzugserscheinungen noch Suchtdruck. Konnte super und erholt schlafen und hab langsam wieder Motivation.
Ich weis aber, dass ich erst am Beginn eines langen Weges stehe und evtl. noch mit einigen bösen Überraschungen in meiner Denkstruktur zu rechnen habe.

Sila

[ Editiert von Sila am 08.02.11 11:19 ]


newlife Offline




Beiträge: 3.488

08.02.2011 11:35
#34 RE: Angst antworten

Hallo Sila,

es bringt nichts, eine Behandlung wegen Angst und Depris zu machen und die Sucht zu verschweigen.

Mir war halt ziemlich klar, dass diese Psychokacke nur vom saufen kommt. Ich hatte das früher nicht.

Schön, dass du hier schreibst und du deine Sucht nun erkannt hast und dagegen was unternehmen willst.

Nur mit "Tavor & Co." spielst du weiterhin verstecken. Hilft halt auch verdammt gut bei Entzug.

Gruß
Dirk

Enjoy the freedom...


Sila Offline



Beiträge: 64

08.02.2011 11:56
#35 RE: Angst antworten

So ist es wohl Dirk.
Leider hab ich erst sehr spät begriffen was der Alkohol mit meinem Denken angestellt hat.

Auch wenn ich jetzt eine Woche nichts getrunken habe und mich super fühle, glaube ich, dass da todsicher noch der richtige Hammer nachkommt, in Sachen Suchtdruck und Selbstbetrug.

Medikamente aller Art sind mir ein Gräuel und ich hoffe doch sehr, dass ich da drumrum komme.

Ich bin gerade dabei mich mit SHG Gruppen zu beschäftigen. Zu den AA will ich aber nicht gehen. Gibt aber auch noch andere.
Da es schon länger her ist, dass ich verschiedene Gruppen im Rahmen der Suchtgruppe persönlich kennen lernen durfte, denke ich, dass ich besser zu allererst eine Suchtberatungsstelle zu Rate ziehen sollte. Oder eben gleich die Tagesklinik.

Will unbedingt jetzt am Ball bleiben.

[ Editiert von Sila am 08.02.11 11:59 ]


newlife Offline




Beiträge: 3.488

08.02.2011 12:14
#36 RE: Angst antworten

Hi Sila,

gibt es bei Euch Kreuzbund-Gruppen.

Ich leite bei uns eine Gruppe für junge Erwachsene. Wir sind so zwischen 35 und 45 Jahren. Niemand bei uns ist Langzeit-Trocken, sondern wir stehen alle irgendwo noch am Anfang. Wir sind alle so zwischen einem und zwei Jahren trocken und beschäftigen uns mit den Dingen, die wir auch brauchen. Wie gestalte ich mein Leben ? Wie minimiere ich Suchtdruck ? Wo liegen meine Risikosituationen ?, etc. und eben Therapie, Entgiftung, etc. sind Themen.

Wenn es uns allen gut geht, dann reden wir auch schonmal über ganz andere Dinge wie Urlaub und familiäre Dinge, vergessen dabei aber nicht, dass wir suchtkrank sind und der achtsame Umgang sowie das "Sich-Selbst-Beobachten" für uns wichtige Bausteine für die Trockenheit sind.

Gruß
Dirk

Enjoy the freedom...


Sila Offline



Beiträge: 64

08.02.2011 12:27
#37 RE: Angst antworten

Ja Dirk,
Kreuzbundgruppen gibt es bei mir in der Gegend einige. Hab ich auch schon in die engere Wahl gezogen.
Habe mir vorgenommen diese Woche noch irgendwo unterzukommen.
Fühle mich langsam auch so sicher wieder ins Auto zu steigen und mehr als 10 km dafür zu fahren.

[ Editiert von Sila am 08.02.11 12:29 ]


minitiger2 ( gelöscht )
Beiträge:

08.02.2011 12:39
#38 RE: Angst antworten

Zitat
Gepostet von Sila

(Das führte bei mir dann immer zum ziemlichen Alkoholexzess und erst dann fiel mir die Suchtgruppe wieder ein. Und wie goldrichtig ich da eigentlich war.)



So wie jetzt auch?

Zitat
Gepostet von Sila

Ich weis aber, dass ich erst am Beginn eines langen Weges stehe und evtl. noch mit einigen bösen Überraschungen in meiner Denkstruktur zu rechnen habe.

Sila




Der Weg ist eigentlich ziemlich kurz und heisst "Saufen ist keine Option"...scheissegal was passiert.


Sila Offline



Beiträge: 64

08.02.2011 12:50
#39 RE: Angst antworten

Ja, "so wie jetzt auch"
Allerdings diesmal mit dem Unterschied, dass "kontrolliertes Trinken" nicht mehr mein Ziel ist.


Sila Offline



Beiträge: 64

09.02.2011 15:39
#40 RE: Angst antworten

mein 8. Tag ohne Alkohol.
Ich hab keine Panikattacke mehr bekommen. Hab heute das erste Mal über mich und was mit mir passiert ist weinen müssen.

Nach langem hin und her überlegen und Googeln zu welcher SHG Gruppe ich denn nun gehen soll, hab ich zum Telefonhörer gegriffen und die Suchtberatung angerufen.
Promt aufgelegt und wieder geflennt.

Plötzlich Angst vor möglichem Druck bekommen. Zuviel Druck vielleicht mich meinem Problem zu stellen und ich dann dadurch wieder trinke?
Ein kurzer und sehr wirrer Gedanke. "Und wie siehts mit der Anonymität auf Dauer aus?"
mein nächster Gedanke.

Hab unter Tränen die Telefonseelsorge angerufen. Gefragt was ich jetzt tun soll. Keine körperlichen Angstanfälle mehr, und könnt sogar hingehen, aber eben jetzt eine andere Angst. Überforderung oder was auch immer....Angst, dadurch zu versagen. Gleich zu Beginn dadurch einen Rückschlag zu bekommen. Die vielen Menschen mir vielleicht zuviel. (schließlich leb ich schon so lange in Einsamkeit)

Wieder Angst vor der Angst. Angst vor diesem furchtbaren Zustand in dem ich mich noch vor einer Woche befand.

Die Dame am Telefon war sehr freundlich. Und zumindst so getan als würde sie mein wirres Gequassel unter Tränen verstehen.
Und in mir plötzlich noch mehr hochgekommen als ich dachte.
Schließlich hat sie mich dann doch überzeugen können nochmal die Suchtberatung anzurufen.

Das hab ich schließlich dann doch getan und (nach einer längeren Diskussion über Tagesklinik, pro und contra von Medikamenten und den Verschiedenen SHG Adressen und die Erreichbarkeit,) bin ich bei der Entscheidung gelandet erst mal die Einrichtung einer Orientierungsgruppe in Anspruch zu nehmen. Wußte gar nicht, dass es auch sowas gibt.

Momentan bin ich zwar stolz über meinen endgültigen Entschluss für immer Alkohol zu meiden.
Aber gleichzeitig unsagbar traurig darüber, wie weit es mit mir schon gekommen ist.
Der soziale Abstieg in dem ich mich ja schon lange befinde war mir noch nie so deutlich vor Augen wie heute

[ Editiert von Sila am 09.02.11 15:47 ]


Ruby Offline



Beiträge: 2.696

09.02.2011 16:50
#41 RE: Angst antworten

Sila,
sei einfach auch mal stolz auf dich, dass du es angegangen bist.
Ich war auch in so einer Orientierungsgruppe. Das war gut, manche haben noch getrunken, andere waren schon trocken. (kurze Zeit) Ich hatte sofort das Gefühl, ich bin nicht allein mit meinem Problem. Das tat sehr gut
Danach entscheidet sich dann wie du weitermachen kannst, willst. Es sind die kleinen Schritte die jetzt zählen, das ist einer davon
lg Ruby

es sind die kleinen Dinge im Leben...


Sila Offline



Beiträge: 64

09.02.2011 19:16
#42 RE: Angst antworten

Danke Ruby,

Ich hoffe so, dass ich dort nicht zu heulen anfange. Ist schon morgen.
Wichtig für mich, dort überhaupt hinzugehen und weiter zu machen.
Ich fühle mich gerade wie in der Twilightzone.

Sila


Prot Offline




Beiträge: 176

09.02.2011 20:27
#43 RE: Angst antworten

Na, ich denke besser weinen. Weil es eben raus muss, will, kann, soll. Als wieder zu saufen.

LG
Prot

Ich ging in die Wälder,denn ich wollte Leben wohl überlegt Leben. Damit ich in der Stunde meines Todes nicht inne würde, das ich nicht gelebt habe.(H.D. Thoreau)


newlife Offline




Beiträge: 3.488

09.02.2011 20:41
#44 RE: Angst antworten

Ja sila, geh hin und du wirst spüren, wie gut das tut. Du bist nicht alleine mit der Sucht.

Stell dir vor, ich bin nur noch raus gegangen, wenn es dunkel war. Ich versuchte einigermaßen runterzukommen vom Stoff, klappte mal zwei Tage mit weniger, dann wieder Absturz. Ich ging nicht mehr zur Arbeit. Ich war zerfressen von Selbstzweifeln und glaubte in der Tat, dass wird nie was.

Heute gehe ich ganz normal wieder arbeiten und bin wieder richtig fit und leistungsfähig. Gelegentlich gibts mal nen schlechteren Tag, dass haben wir Menschen aber alle mal.

Die anderen haben mehr Probleme wie ich, wenn sie mit dem Suchti vielleicht "nicht richtig umgehen". Mich können auf Deutsch gesagt alle mal kreuzweise. :lol:

Und Personen, die mich verstehen, kenne ich auch. Und mit denen rede ich über Entgiftungen und Therapien und was weiß ich. Warum auch nicht, andere sprechen doch auch über ihre Krankheiten.

Kopf hoch, dass wird schon. Aber es braucht seine Zeit.

Gruß
Dirk

Enjoy the freedom...


bodyman Offline




Beiträge: 88

10.02.2011 13:24
#45 RE: Angst antworten

Hallo Sila herzlich willkommen


Schön, dass du es anpackst.

Einmal muss Schluss sein mit dem Alk. Das Leben ist zu kurz und zu schön, um alles wegen IHM kaputt zu machen!!

Es kann nur besser werden, Hau Rein....

Gruß Body,


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