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Saufnix
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Dieses Thema hat 152 Antworten
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 Akute Hilfe
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sevenfold1 Offline



Beiträge: 127

25.01.2011 06:52
RE: Meine Geschichte antworten

Also will ich hier auch ´mal etwas schreiben. Bis zu meiner Jugend war ich zurückgezogen und kontaktarm. Dann fand ich eine Religion die mir half meine riesigen psychologischen Defizite nach und nach aufzuarbeiten. Den Rest habe ich aus Büchern.
Dummerweise geschah dann eine Sache durch die ich ein halbes Jahr ins Gefängnis musste. Meine Verwandschaft schämte sich für mich und aus der Religion wurde ich exkommuniziert. In den Monaten vor dem Gefängnis wurde ich aus Einsamkeit zum Alkoholiker und bin es seither leider geblieben. Als ich wieder in Freiheit war wurde ich wieder in meine neu gefundene Gemeinschaft aufgenommen. Ich verheimlichte mein Alkoholproblem weil ich sonst wohl zum zweiten mal exkommuniziert werden würde. Ich war mir sicher, dass ich mein Alkoholproblem durch eine Ehe besiegen würde. Nach dem ich mich in meiner Heimatstadt genug beim weiblichen Geschlecht blamiert hattehttp://www.saufnix.com/smilies/board/frage3.gif fand ich schließlich über Kontaktanzeigen in einer anderen Stadt eine Frau die meine Gesinnung teilt. Im laufe meiner Ehe fand ich irgendwann den Mut vor dieser Gemeinschaft mein Alkoholproblem zu bekennen. Zu meiner Schande gab mir auch das nicht die Kraft vor dem Alkohol zu kapitulieren. Statt dessen bin ich schon seit vielen Jahren (wohl zu Recht) exkommuniziert. Dass diese Ehe nach 14 Jahren noch besteht hat auch damit zu tun dass sie den Grundsatz :"Aufrichtige Liebe hat an einer schlimmen Situation noch niemals etwas verschlechtert." auslebt. Sie hat zwar einen riesigen Freundeskreis der sie tröstet und durch Gütertrennung mittlerweile auch ein eigenes Haus aber ich wünsche ihr dass sie einmal einen richtigen Mann bekommt der mit ihr an den Wochenenden etwas unternehmen kann. http://www.saufnix.com/smilies/board/sprachlos.gif
Achtmal habe ich mich heimlich im Urlaub entgiften lassen. Einmal war ich sogar auf Entzug. "Nicht terapiefähig." attestierte mir der Arzt. Bei einem kalten Entzug (ohne Vitamin B - Komplex - Tabletten) bekam ich einen Krampfanfall und wurde im Krankenhaus entgiftet. Ich war immer nur etwa 14 Tage trocken. Auch der Besuch bei Neurologen half nicht. Schließlich hatte ich um meine Jugenddefizite aufzuarbeiten schon genug Bücher über Psychologie gelesen.
Dann fing ich an in meiner 14 Tägigen Nüchternheit jeweils ein Tagebuch zu schreiben um heraus zu finden, warum ich immer versage. Zum einen fand ich die AA - Gruppen jeweils irgendwann langweilig. ((Ich Blindniete!!!))http://www.saufnix.com/smilies/board/mauer.gif Schließlich hatte ich die wichtigsten Bücher ja gelesen.
Mit meinem Namen :"Sevenfold1" will ich sagen, dass ich diese Gruppen bis zu siebenmal in der Woche besuchen sollte.
Dann hatte ich jeweils Probleme mit meiner ungewohnten Lebenskraft. Ich empfand einen ungeheuren Hunger nach "Leben". Gefühle werden stärker empfunden. Da war auch Melancholie - eine große innere Leere und vor allem diese tödliche Langeweile. Auch sind dann die Momente wo ich mich als Stubenhocker auf nichts wirklich freuen kann. Überspitzt ausgedrückt bin ich entweder willenlos oder überdreht.
Aber ich habe HOFFNUNG . Einmal hätte ich es sogar schaffen können dauerhaft trocken zu bleiben. Ich hatte nämlich für 14 Tage einen Brieffreund der in dieser Zeit bereit war jeden Tag eine E-Mail von mir zu bekommen. Nicht dass er immer darauf geantwortet hätte. Es reichte mir, dass ich wusste dass er sie gelesen hatte. Ich hatte Respekt vor diesem Menschen und blieb in dieser Zeit trocken weil ich ihn nicht enttäuschen wollte. Sicher war er nicht so ein Gefühlsmensch wie ich und meine Gedanken waren ihm zu alltäglich und trivial. Deshalb beendete er die Brieffreundschaft.

Sevenfold1

*administrativ auf eigenen Wunsch gesperrt*


karlbernd Offline




Beiträge: 4.397

25.01.2011 07:38
#2 RE: Meine Geschichte antworten

Zitat
Gepostet von sevenfold1
"Aufrichtige Liebe hat an einer schlimmen Situation noch niemals etwas verschlechtert."



Zitat
Gepostet von sevenfold1
Achtmal habe ich mich heimlich im Urlaub entgiften lassen.





??


bodyman Offline




Beiträge: 88

25.01.2011 07:41
#3 RE: Meine Geschichte antworten

Hallo Sevenfold1,

kann es sein, dass du zu deinem Alkoholproblem auch noch manisch depressiv bist.?

Denn das überdrehte und dann wieder die Leere spricht nämlich dafür.


Willkommen bei saufnix

[ Editiert von bodyman am 25.01.11 7:43 ]

Gruß Body,


Mary61 Offline




Beiträge: 6.128

25.01.2011 08:00
#4 RE: Meine Geschichte antworten

hallo und willkommen sevenfold

mir sind an einer eingangspost 3 dinge aufgefallen.

ob das nun schon manisch-depressiv ist wie bodyman schreibt,
weiß ich natürlich nicht.
aber es hört sich so an, als ob es in diese richtung geht.
hat dir das schon mal jemand ( ein arzt oder psychologe )
gesagt?

du liest sehr viel.
eigendlich löblich
aber du könntest jedes wort, das je über psychologie geschrieben wurde lesen,
ohne das du das gelesene auch umsätzt und verinnerlichst,
oder wenn du dir nur das falsche für dich da raus ziehst
nützt dir das alles wenig.

zum schluß noch,
du wolltest immer durch und für andere trocken werden.

für und durch deine religionsgemeinschaft,
für und durch deine ehe,
für und durch deinen brieffreund.

stabil trockenwerden kannst du nur für dich
und andere können dir eine stütze sein und hilfestellung geben
aber schaffen müßt du das alleine.

mein rat,
neuer ansatz:

für und duch dich

wünsch dir einen fruchtbaren austausch hier

lg, mary

--------------------------------------------------------------------------------------------------- "Begehe nicht den Fehler, nicht zwischen Persönlichkeit und Verhalten zu unterscheiden.
Meine Persönlichkeit ist wer oder was ich bin.....
..... Mein Verhalten hängt davon ab wer du bist."


Kleinerfuchs Offline



Beiträge: 3.724

25.01.2011 08:01
#5 RE: Meine Geschichte antworten

Hi Sevenfold, willkommen bei Saufnix

Haben Deine schlauen Bücher Dir schon erläutern können warum Du Dich freiwillig zweimal auf so einen Hardcoreverein einlässt der seine Gemeindeglieder bei jeder Gelegenheit exkommuniziert?

Schicke Ferndiagnose Bodyman Extreme Gefühlsschwankungen hatte ich auch, als ich noch gesoffen habe.
Dies ist durch fast 3 Jahre Abstinenz bei gleichzeitiger Einnahme eines Antidepressivums wesentlich besser geworden. Deswegen bin ich noch lange nicht manisch depressiv.

Edith sagt dazu noch : Depressiv, ja, aber nicht manisch.

[ Editiert von Kleinerfuchs am 25.01.11 8:03 ]


sevenfold1 Offline



Beiträge: 127

25.01.2011 08:07
#6 RE: Meine Geschichte antworten

Na ja - ich litt schon als Kind an Antriebslosigkeit. Von meinen Mitschülern wurde ich schließlich oft genug geschlagen... Und was ist schon Interesselosigkeit an allen Dingen ? Man nennt es Depression. Ich kämpfe aber dagegen an. Vielleicht ist mein Alkoholkonsum auch ein wenig Selbstmedikation. Das Dumme ist halt auch, dass man als nasser Alkoholiker auch keine Antidepressiva verschrieben bekommt..
Sevenfold1

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newlife Offline




Beiträge: 3.488

25.01.2011 08:21
#7 RE: Meine Geschichte antworten

Vieles von dem was du schreibst ist bei mir auch so gewesen. Ich hatte auch Kontaktprobleme, konnte nicht auf andere zugehen. Ich nutzte dann den Alk, dann klappte es besser und Leute zum saufen fand ich immer. Gegen später dann brauchte ich nur noch Stoff und keine Leute mehr. War ja auch wurscht, ich wollte auch alleine sein. Wurde immer depressiver, was aber den Folgen der Sucht zuzurechnen ist.

Lebe seit 14 Monaten trocken. Ist nicht immer einfach, aber ich bin verdammt froh drum. Ich konnte nicht mehr arbeiten, litt unter starken Angst- und Panikzuständen. Ich wollte immer perfekt sein, bekam aber die Sucht nicht mehr in den Griff. Diese hohen Ansprüche an mich selbst und das damit verbundene zwanghafte Runterfahren, so dass ich "gesellschaftsfähig" bleibe, haben mich über die Jahre völlig zerstört.

Das Nichttrinken brachte mir meine Ruhe und Ausgeglichenheit wieder zurück. Und es sind gerade diese elementaren Dinge, die mich wieder ein Mensch sein lassen.

Willkommen hier.

Gruß
Dirk

Enjoy the freedom...


sevenfold1 Offline



Beiträge: 127

25.01.2011 08:31
#8 RE: Meine Geschichte antworten

Zu Karlbernds Zitate kann ich hinzu fügen : Zumindest meine Frau hat mich noch nicht aufgegeben.
Und dann ist meine Arbeit das einzige was in meinem Leben wirklich funktioniert. Es bereitet mir wirklich Freude freudige Mieter zu sehen, denen ich als Hausmeister helfen konnte. Deshalb der Ausspruch . "heimlich Entgiften" Obwohl mein Arbeitgeber sicher nicht auf den Kopf gefallen ist und sich gewisse Dinge zusammen Reimen kann würde ich mich in dieser Sache niemals freiwillig Outen.

*administrativ auf eigenen Wunsch gesperrt*


drosera Offline




Beiträge: 206

25.01.2011 08:38
#9 RE: Meine Geschichte antworten

Zitat
Gepostet von sevenfold1
Einmal hätte ich es sogar schaffen können dauerhaft trocken zu bleiben. Ich hatte nämlich für 14 Tage einen Brieffreund der in dieser Zeit bereit war jeden Tag eine E-Mail von mir zu bekommen. Nicht dass er immer darauf geantwortet hätte. Es reichte mir, dass ich wusste dass er sie gelesen hatte. Ich hatte Respekt vor diesem Menschen und blieb in dieser Zeit trocken weil ich ihn nicht enttäuschen wollte. Sicher war er nicht so ein Gefühlsmensch wie ich und meine Gedanken waren ihm zu alltäglich und trivial. Deshalb beendete er die Brieffreundschaft.



also ist der andere schuld, dass du nicht trocken bleiben konntest, weil er mit eurer brieffreundschaft überfordert war und diese nicht fortsetzen wollte?

trocken zu werden und zu bleiben hängt alleine von dir ab und von keinem anderen.


irgendwie erscheint es mir, als fühlst du dich als der "bessere" alkoholiker... schließlich hast du alles gelesen und weißt mehr als die anderen. also bist du "zu gut" um dich in so eine triviale therapie zu begeben? wer soll dir schon helfen können?

aber komisch, wenn du doch schon alles weißt: warum schaffst du es dennoch nicht?

lg,
Drosera

To begin the journey of change we must pull on the boots of selfawareness.


septembersonne Offline




Beiträge: 5.735

25.01.2011 08:42
#10 RE: Meine Geschichte antworten

Hallo, Sevenfold und


Danke für das Niederschreiben Deiner "Geschichte"....

Wenn Dir das Schreiben an Deinen "Brieffreund" geholfen hat, vielleicht dann ja auch das Schreiben hier?

Was hat den Vitamin-B-Komplex mit kaltem Entzug zu tun?

Regelmäßige Alkoholzufuhr zerstört die Fähigkeit des Körpers Vitamine aufzunehmen und zu verarbeiten.

Wasserlösliche Vitamine wie C und der gesamte B-Komplex können vom Körper nicht gespeichert werden, wie die fettlöslichen A,D, E und K, daher sollten sie täglich neu zugeführt werden.

Fast jede Entgiftungsklinik gibt ihren Patienten daher zur Unterstützung Vitamin-B-Komplex .


LG

Manuela

---------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Das Leben ist schön, von " einfach " war nie die Rede.


sevenfold1 Offline



Beiträge: 127

25.01.2011 08:44
#11 RE: Meine Geschichte antworten

Liebe Mary61,

Nun - wie soll ich mich ausdrücken ? Ich hasse es zu Versagen ! Deshalb mag es sein, dass ich mich manchmal Selbst nicht leiden kann. Aber immerhin bereitet es mir Freude Anderen zu helfen, wenn ich kann und ich liebe das "Gegenseitige geistige Erwärmen". wenn man liebenswerte Menschen um sich hat.
Dein Katzenbild finde ich übrigens Super. Ich bin mit diesen wunderbaren Wesen aufgewachsen. Bei meiner Hochzeit damals musste ich mich aber entscheiden - mein "Allernächster" ist leider allergisch gegen Katzenhaare.

*administrativ auf eigenen Wunsch gesperrt*


bodyman Offline




Beiträge: 88

25.01.2011 09:14
#12 RE: Meine Geschichte antworten

Zitat
Gepostet von Kleinerfuchs
Hi Sevenfold, willkommen bei Saufnix


Schicke Ferndiagnose Bodyman Extreme Gefühlsschwankungen hatte ich auch, als ich noch gesoffen habe.



Ich habe keine Ferndiagnose erstellt, sondern geschrieben:

"kann es sein"?

Das ist ein großer Unterschied, da ein Fragezeichen dabei ist. Er gibt ja an, "Entweder bin ich willenlos oder überdreht"

Ich habe IHN danach gefragt und nichts behauptet.

[ Editiert von [b]bodyman
am 25.01.11 9:20 ]

Gruß Body,


sevenfold1 Offline



Beiträge: 127

25.01.2011 09:21
#13 RE: Meine Geschichte antworten

Liebe Drosera,

Es wäre sehr ungerecht Anderen die Schuld für das eigene Versagen in die Schuhe zu schieben.
Darauf dass ich gewisse Bücher gelesen habe und die Ratschläge nicht in die Tat umsetzen kann macht mich höchstens traurig. Um das aufkommende Selbstmitleid zu bekämpfen muss ich mir dann ins Gedächtnis rufen was ich HABE.
Ich habe eine Frau.
Ich habe eine eigene Wohnung.
Ich habe eine Arbeitsstelle.
Ich brauche mir keine Sorgen wegen Essen Trinken und Kleidung zu machen.
Hier hat der Alkohol noch nicht als : "Lösungsmittel" funktioniert.
Ich hoffe inständig dass ich nicht die bitteren Erfahrungen derjenigen machen muss die viel schlechter dran waren oder sind als ich.
Wahrscheinlich nehme ich mich viel zu wichtig.
Ich will halt auch nicht NOCH EINMAL Versagen. Dafür kostet die Entgiftung den Steuerzahler viel zu viel Geld.
Sevenfold1

*administrativ auf eigenen Wunsch gesperrt*


klara himmel Offline



Beiträge: 158

25.01.2011 09:29
#14 RE: Meine Geschichte antworten

Hallo sevenbold,

auch von mir ein herzliches Willkommen und Dankeschön für deine Geschichte

Ich wünsche dir einen regen Austausch hier, und dass du den Weg findest deine Krankheit zu stoppen.

Mir ist aufgefallen, dass du keine Antidepressiva nimmst und anscheinend einen verantwortlichen Arzt diesbezüglich hast.

Wie sieht es denn momentan aus? Willst du entgiften mit Hilfe deines Artzes? Zu den AA kannst du wieder gehen. Ohne SHG geht es bei den meisten nicht und dann hast du nun auch dieses Forum entdeckt... das hat 24 h auf.

Liebe Grüße

Klara Himmel

ehemals Bordeauxnixe von 2004 - 2010:hallo1:


sevenfold1 Offline



Beiträge: 127

25.01.2011 10:00
#15 RE: Meine Geschichte antworten

Liebe Klara,

die Frage ist nicht OB ich Entgiften will. Ich werde es wohl müssen.
Ich gehe tagsüber in meiner Arbeit auf. So lange muss ich nicht Trinken. In einer AA - Gruppe stand der Spruch : "...sogar jede STUNDE, in der du nicht Trinken musst ist eine gewonnene Stunde..."
Deshalb arbeite ich gerne etwas länger und kaufe nach jeder Arbeit ein paar Lebensmittel ein.
So gewinne ich aber nur eine Stunde. Noch eine bräuchte ich aber bis 19.00 Uhr wenn die AA - Meetings beginnen.
Komischerweise könnte ich es aber(ein Opfer)wenn es um meine Arbeitsstelle gehen würde. Das verfluchte "GIFT" hat meine Nerven wohl ganz schön angegriffen.

*administrativ auf eigenen Wunsch gesperrt*


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