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Saufnix
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Dieses Thema hat 129 Antworten
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 Akute Hilfe
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ruebenkoenigin Offline




Beiträge: 663

14.01.2011 16:49
#121 RE: Wo ist die Tür....bitte? antworten

Berry

Mir waren 24 Stunden viel zu lang und mich alle 10 Minuten neu gegen Alk zu entscheiden war mir viel zu schwierig.....

Ich konnte erst aufhören, als ich kapituliert hatte. Kapituliert habe ich nur einmal, dafür aber für mein restliches Leben. Die Gewissheit, mein ganzes Leben lang nicht mehr mit Alkohol umgehen zu können, gab mir Sicherheit und befreite mich von den mich quälenden täglich neuen Entscheidungen des "Heute trinke ich nicht".

Nach meiner Kapitulation hatte ich genügend Zeit, mir mein Leben so einzurichten, dass ich keine Alk mehr brauche. Und das wiederum war und ist, jeden Tag neu, meine bewusste Entscheidung.

Das ist mein Weg und ich fahre seit bald 6 Jahren gut damit. Du siehst also, Patentrezepte gibts nicht.....

LG
Renate

Triffst du einen Buddha, so töte einen Buddha


wootsdock ( gelöscht )
Beiträge:

14.01.2011 17:10
#122 RE: Wo ist die Tür....bitte? antworten

Zitat
Gepostet von Jetzt
Danke "hochtouriger" Boris.... Wie bekommst Du die hochdrehende Tourenzahl unter Kontrolle??? Sport, Sport, Sport? Yoga? Sauna?

Gruß Sab





Schreiben hilft mir. Nicht für die Öffentlichkeit, sondern nur für mich.

Ich fange an einen Text z.B. für Forum zu schreiben und komme dann von hundertsten zum tausendsten und merke, wie sich meine "hoch tourige" Erregung ganz langsam wieder normalisiert. In der Regel muss ich den Text dann auch gar nicht mehr veröffentlichen – das Schreiben allein hat schon ausgereicht, um mich runter zu bringen.

Gruß
Boris


Jetzt Offline



Beiträge: 29

14.01.2011 20:18
#123 RE: Wo ist die Tür....bitte? antworten

Thank you peoples

Feiger Gedanken, bängliches Schwanken, ängstliches Klagen wendet kein Elend, macht Dich nicht frei. Allen Gewalten zum Trutz sich erhalten, nimmer sich beugen, kräftig sich zeigen; rufet die Arme der Götter herbei. J.W. Goethe


Katzenprinzessin Offline




Beiträge: 31

14.01.2011 20:51
#124 RE: Wo ist die Tür....bitte? antworten

Hallo Jetzt,

erst mal willkommen hier. Ich hoffen, es geht Dir etwas besser.

Dein Post hat viele Gedankengänge anderer Teilnehmer angeregt.

Viele von Euch haben mir aus der Seele geschrieben.

Wie Dirk bin ich ein eher rational als emotionaler Typ und genau die oft fehlenden Emotionen habe ich mir mit Alk geholt. Da konnte ich dann alles so schön rauslassen und meist kochten die Emotionen über.

Das war aber ein Trugbild! Ich gaukelte mir diese scheinbare Freiheit einfach vor, weil es bequem war. Flasche an den Hals und schon schwebte ich über allem und allen.

In der Langzeit konnte ich lachen und weinen ohne Stoff und auch da kochte vieles über.

Und manchmal kocht auch jetzt noch manches über, nur spielt sich das dann im Tiefschlaf, also in meinen Träumen ab. Besoffen kommt man ja gar nicht in die REM Schlafphase und träumt dann gar nicht richtig, war jedenfalls bei mir so - und jetzt merke ich erst was für ein Müllberg da noch nach über 3 Jahren in mir rumzuliegen scheint. Ich finde es aber positiv, dass ich dass im Schlaf/Traum aufarbeite, wofür ich früher nie die Chance hatte, wenn ich total besoffen weggepennt bin.

Tja und tagsüber bin ich auch eher der distanzierte, trocken überlegte Typ und oft erschrecke ich dann schon, wie kalt mich manches lassen kann. Ich sehe die Dinge ob schön oder traurig meist mit einem gewissen Abstand.

Deshalb kommen viele Menschen nicht so richtig an mich ran bzw. werden nicht so schnell warm mit mir.

Inzwischen habe ich diese Seite meiner Persönlichkeit einfach akzeptiert im Gegensatz zu früher. Da hatte ich vom Teenageralter an große Probleme damit, dass ich einfach nicht so locker flockig lustig leicht und albern sein konnte wie die anderen und mich deshalb immer im Abseits fühlte, statt einfach mitzumischen.

Tja und dann lernte ich den Alk kennen und der machte mich so schön beschwingt und dann konnte ich endlich auch mal albern und losgelöst sein und fühlte mich akzeptiert. War aber gar nicht so, heraus kam nur dummes Alkgequatsche, das die anderen nur ertragen, wenn sie genauso dicht sind.

Auch weiche Drogen kamen einige Zeit hinzu und wie cool kam ich mir da erst vor.

Heute bin ich dankbar für meine klaren Gedanken, denn auch wenn man als nüchterner Ratiomensch manchmal eher abseits steht man wahrt dann auch den Abstand zum Geschehen und läßt sich emotional nicht so leicht runterziehen, wie die Menschen, die immer gleich auf jeden emotionalen Zug springen der vorbeifährt und sich oft dabei total verzetteln.

Und ich kann damit umgehen dann eben nicht mehr everybodoys Darling zu sein, denn everybodys darling ist oft auch everybodys depp.

Emotionale Nähe, Akzeptanz und Verständnis der Mensch zu sein, der ich bin, bekomme ich in meiner SHG. Da kann ich mir einfach alles von der Seele reden, genauso wie hier von der Seele schreiben und deshalb liebe Jetzt schreibe ich hier und lese gerne über die Gedanken der anderen, weil das immer wieder etwas bei mir anstößt.

Zur Zufriedenheit kann ich nur sagen. Wer ist schon total zufrieden mit sich und der Umwelt ???

Egal ob trocken, nass oder einfach nur Nicht-Alki.

Ich sehe das Leben als eine Fülle von Möglichkeiten, die ich nicht immer steuern kann (obwohl ich das immer wieder mal versuche) und da gibt es Schönes, Trauriges und eben einfach nur Nerviges. So bin ich mal gut drauf, mal gar nicht (siehe Post) und manchmal einfach so mittendrin.

Wichtig ist mir dabei aber immer, ich kann das Leben jetzt so erleben wie es ist und muss mir nichts mehr schön oder traurigsaufen und diese Echtheit des täglich Erlebten, selbst wenn ich schlecht drauf bin möchte ich nicht mehr missen.

Zur Lagerfeuerromantik. Der eine verbindet es mit Alk, den er dort gerne gesoffen hat, der andere mit Romanitk pur, die er auch nüchtern dort genießen kann.

Wir haben wohl alle unsere Saufmuster im Hirn (nennt sich ja so passend Suffgedächtnis) und da halte ich es persönlich mit Dirk, dass ich um bestimmte Muster von früher lieber einen Bogen mache. Bestimmt lassen sich aber auch Muster von früher austauschen, das muss dann jeder so halten wie er will.

Das Du Dich in der SHG engagierst Dirk, finde ich jedenfalls stark und bestimmt kannst Du vielen helfen und wenn es auch mit Deinen Unsicherheiten ist. Wer schwebt schon über allem und das tun auch die nicht, die schon jahrzehnte trocken sind.

In diesem Sinn Euch alles Gute und Dir Jetzt viel Kraft, denn den Mut scheinst Du zu haben !

Grüße

Nicole


martina8180 ( gelöscht )
Beiträge:

15.01.2011 11:32
#125 RE: Wo ist die Tür....bitte? antworten

Von mir auch ein herzliches Willkommen !
Was soll ich sagen ...
Mir geht es genau so aber ich denke wir sitzen ja eh alle irgendwie im selben Boot .
Bei mir ist es so das , seit ich nichts mehr trinke ( und das ist erst ca.zehn Wochen ) mich selber nicht mehr kenne !
Das klingt komisch aber ich sehe mir selber zu ( wie beim Fernehen ) ... stehe "neben" mir und wundere mich über mich selber .. diese Martina kenne ich nicht !!
Vorher ist man Kind und dann "ist man Alkohol" ... ich weiß nicht wie ich das anders sagen soll .
So wie ich jetzt bin kenne ich mich nicht und muß mich wahrscheinlich erst kennenlernen und vor allem akzeptieren .
Ich weiß nicht ob andere das auch so ähnlich fühlen ...
Natürlich hatte man auch mit Alkohol schöne Momente . Halte trotzdem durch !
Martina


Agua Offline



Beiträge: 543

15.01.2011 11:50
#126 RE: Wo ist die Tür....bitte? antworten

Sicher ist die 24 Stundn Taktik nur ein Schritt zur Vervollkommenheit.

Das Ziel ist jedem klar, nichx mehr saufen.

Hängen wir die Ziele zu hoch, schauen wir vielleicht schnell mal zur Seite.

Nur so schaffe ich gerade nicht zu rauchen. Tag VIER.

LG Agua


Callysta Offline




Beiträge: 8.240

15.01.2011 12:10
#127 RE: Wo ist die Tür....bitte? antworten

Jeder, wie er am besten vorankommt, oder? Wichtig ist, irgendwann mit der Gewissheit leben zu können und zu wollen (!), nie wieder Alk zu trinken.

Ich konnte mit den AAs und der 24 Std-Taktik auch nichts anfangen. Und ich habe erst wirklich aufhören können, als ich den Alk aus meinem Leben haben wollte! Davor war ich mal 4 Monate trocken, aber nie wieder Sekt? Nee, das war nicht machbar zu der Zeit. War klar, dass ich wieder umkippe. Das wussete ich damals selber, aber aus Der Sucht mal eben aussteigen, einfach, weil man sich zusammenreisst, das klappt eben nicht

Wenn die Musik beginnt, dann dreht sich der Tanzbär...


Ralfi Offline



Beiträge: 3.522

16.01.2011 11:59
#128 RE: Wo ist die Tür....bitte? antworten

Hi,

ich hatte viele wirklich wunderschöne Stunden am Lagerfeuer. Diese werden so ob mit oder ohne Alkohol nie wieder kommen. Damals war ich 18 Jahre...

Ich habe heute wunderschöne Grillabende. Nette Leute, unterhaltsame Gespräche, tolles Essen. Ein Traum. Mit 18 wahrscheinlich ein Albtraum.

Zufriedenheit hat für mich etwas mit den kleinen Glücksmomenten zu tun. Z.B. eine schöne Blume am Wegesrand. Kann ich mich an dieser erfreuen so habe ich genügend Glücksmomente für meine Zufriedenheit. Die Highlights liegen ja nicht gerade haufenweise auf der Straße und wenn dann wären es keine Highlights.

Gruß Ralf

Zufriedenheit hängt nicht davon ab, wer du bist oder was du hast;
es hängt nur davon ab, was du denkst.


Jetzt Offline



Beiträge: 29

16.01.2011 14:35
#129 RE: Wo ist die Tür....bitte? antworten

"Die Highlights liegen ja nicht gerade haufenweise auf der Straße und wenn dann wären es keine Highlights."

@Ralf

Hi und Hallo, alsoooo wenn wir mal genau hinschauen..., liegen da schon ne Menge Highlights rum!!! Meist jeden Tag...

Feiger Gedanken, bängliches Schwanken, ängstliches Klagen wendet kein Elend, macht Dich nicht frei. Allen Gewalten zum Trutz sich erhalten, nimmer sich beugen, kräftig sich zeigen; rufet die Arme der Götter herbei. J.W. Goethe


newlife Offline




Beiträge: 3.490

16.01.2011 20:40
#130 RE: Wo ist die Tür....bitte? antworten

Liebe Nicole,

da sage ich ganz einfach mal vielen Dank für deinen tollen Beitrag. Mir ist es mal wieder eiskalt den Rücken runtergelaufen, als ich das gerade las. Sehr viele Parallelen zu meiner Persönlichkeit die du da beschreibst.

Ich glaube auch, dass es für mich der richtige Weg ist, in erster Linie Dinge zu suchen, die mich nicht so sehr an meine Vergangenheit erinnern. Wir blicken schließlich nach vorne.

Ich hatte heute einen wunderschönen Tag. War mit rund 30 Kreuzbündlern aus unserer Region wandern am Neckar. Wir wurden von der Sonne verwöhnt und es roch bereits im Januar ein wenig nach Frühling.

Schön, dass alles wahrnehmen zu können.

Gruß
Dirk

Enjoy the freedom...


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