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Saufnix
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Dieses Thema hat 53 Antworten
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 Akute Hilfe
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katha82 ( gelöscht )
Beiträge:

14.11.2010 13:31
#31 RE: zurück antworten

So, heute komme ich endlich wieder zum schreiben...die letzten Tage waren stressig und gestern musste ich bis in die Nacht arbeiten. Aber jetzt habe ich Ruhe und Zeit

Grufti: Ja, die Selbsthilfegruppen...ehrlich gesagt traue ich mich nicht so recht. Vor allem weil ich zwar Niederländisch spreche, aber natürlich lange nicht so gut wie Deutsch. Die Vorstellung meine Probleme, Ängste, Wünsche, Ziele, etc vor fremden Menschen in einer Fremdsprache zu formulieren macht mir schon etwas Angst!

Maklai: Sicherlich mache ich mir zu viele Gedanken darüber, wie andere denken, reagieren...Ich versuche auch davon abzukommen und mir zu sagen, dass es gleich ist wie andere es finden, ob ich nun trinke oder nicht. Komischerweise fanden die meisten es ja auch nicht toll wenn ich volltrunken durch die Gegend geschwankt bin (was so selten ja nicht war) aber, dass ich gar nichts mehr trinken will finden die meisten auch nicht so super. Ich könnte doch einfach weniger trinken...keine Ahnung, warum so viele nicht begreifen können, dass das bei mir nicht geht und nie ging. Schon mit 13 hatte ich regelmäßig Filmrisse, wie soll ich dann jetzt, 15 Jahre später, plötzlich nach dem 3. Bier aufhören?!


grufti Offline




Beiträge: 3.482

14.11.2010 19:39
#32 RE: zurück antworten

Hallo Katha82,

ich will ja nicht nerven, aber wenn dir...

"Die Vorstellung meine Probleme, Ängste, Wünsche, Ziele, etc vor fremden Menschen in einer Fremdsprache zu formulieren,"

"schon etwas Angst" macht,

könntest du ja mal meine Behauptung

"und reden musst du auch nix, wenn du nicht willst."

überprüfen!

Ganz nach dem Motto "Mal sehen, ob der Grufti mich anlügt..."

Liebe Grüße vom Grufti!
Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden (Mark Twain)


Max mX Offline




Beiträge: 5.878

15.11.2010 08:58
#33 RE: zurück antworten

Zitat
Gepostet von katha82
Ich könnte doch einfach weniger trinken...keine Ahnung, warum so viele nicht begreifen können, dass das bei mir nicht geht und nie ging. Schon mit 13 hatte ich regelmäßig Filmrisse, wie soll ich dann jetzt, 15 Jahre später, plötzlich nach dem 3. Bier aufhören?!


Das reicht doch aber wenn DU das begriffen hast. Die anderen werden das nicht begreifen, weil sie alle sich gelegentlich mal besaufen können, und dann hören sie wieder auf.
Die härtere Frage für dich dürfte sein: (wie) muss ich mich a) von denen distanzieren und b) brauche ich tatsächlich eine andere Umgebung und c) ich alleine muss das mit mir selber ausmachen.
Das ist sicherlich ein Prozess, mit zwischenzeitlicher Vereinsamung, dann aber geht es, Gruß Max


newlife Offline




Beiträge: 3.488

17.11.2010 10:13
#34 RE: zurück antworten

jeder, oder jede wo hier aufschlägt hat ein Suchtproblem. Wäre dem nicht so, würde auch keiner nach einem Alki-Forum Ausschau halten.
Die Trennung von psychischer und körperlicher Abhängigkeit gefällt mir persönlich gar nicht. Entzugssymptome hin oder her. Der ganze Kram kommt auch nur von unserem Suchthirn und manche Abhängige haben eben mehr körperliche Probleme und andere weniger.
Das wollte ich nur mal generell loswerden, ich denke das passt hier ganz gut.

Enjoy the freedom...


katha82 ( gelöscht )
Beiträge:

17.11.2010 10:36
#35 RE: zurück antworten

Klar hat jeder der hier auftaucht ein (Alkohol)Suchtproblem (oder Freunde/Familie mit solchem). Wurde das angezweifelt...? Wer sich nicht süchtig fühlt würde ja gar nicht auf die Idee kommen nach einem Alkoholikerforum zu recherchieren. Das wäre ja sonst ungefähr genauso wenn ich in ein Forum für Spielsüchtige oder Kleptomanen gehe...


katha82 ( gelöscht )
Beiträge:

21.11.2010 21:25
#36 RE: zurück antworten

Nun sind es 23 Tage ohne Alkohol. 23 Tage in denen ich mich stabilisiert habe und Zuversicht und Hoffnung gefasst. 23 Tage, die ich Exzesse, Kater und böses Erwachen nach einer durchzechten Nacht verbracht habe. Aber auch 23 Tage, in denen immer wieder Ängste hoch kommen. Kann ich das wirklich dauerhaft schaffen? Wie soll ich die Situationen jetzt handhaben, in denen ich früher getrunken hab? Werde ich mich je wieder in einer Gruppe von Fremden Menschen begeben können, ohne mich unbeholfen und für die Situation unzulänglich zu fühlen? Werde ich mich in meinem Leben je wieder verlieben können? Denn wie soll ich jemals wieder einen Mann kennenlernen können, wenn doch immer Alkohol für mich der Zugang für das erste "Kennenlernen", die ersten Gespräche war? Wird man mich für noch distanzierter und kühler ansehen als es jetzt schon der Fall ist, vielleicht sogar als überhablich oder arrogant, weil ich mich ohne Alkohol vielen neuen Menschen gegenüber nicht genug öffnen kann?
Das alles sind momentane Änsgte von mir!


Maklai Offline




Beiträge: 35

21.11.2010 23:18
#37 RE: zurück antworten

huhu katha
Diese anfänglichen ängste sind mir bekannt.
Vorallem das kennenlernen eines Partners ganz ohne alk .Dabei ist das der größte quatsch den sich das
eigene Hirn da wieder zusammenspinnt.Das Hirn kennt es ja "fast" schon garnicht anders.Ich hab es dennoch mal ausprobiert,und siehe da.Es hat noch besser geklappt als im lalaenden zustand ^^ da ich meine wörter jetzt doch bewusster,auswählen kann.Natürlich wirst du auch ohne alkohol einen Mann kennenlernen.Natürlich wirst du dich bald daran gewöhnen und auch bei größeren Menschenansammlung keinerlei unsicherheiten haben - eher das gegenteil.Dein auftreten wird durchaus klarer und gefestigt sein überall wo du bist.Nur geht dieser prozess nicht von heute auf morgen.Leg dir trotzdem nochmal ne Therapie ans herz & keep smiling

Ist der Stein ein Stein, weil wir das von aussen so sehen? Im inneren kann sich jedoch Gold befinden... Doch dieser Glanz geht uns verloren, weil wir in diesem Stein nur einen plumpen Stein sehen.Alkohol?Aus dem alter bin ich raus !


grufti Offline




Beiträge: 3.482

22.11.2010 00:09
#38 RE: zurück antworten

Hallo Katha82,

letzten Montag hatte unsere Selbsthilfegruppe Besuch von einer professionellen Suchthelferin.

Wir diskutierten da auch das Thema der beginnenden Trockenheit. Sie (die Suchthelferin) hat gemeint, das ist ähnlich wie ein Samenkorn, das umsorgt werden muss, damit daraus ein kräftiger Baum entstehen kann. Gar kein so schlechter Vergleich, finde ich.

Deine Ängste sind meiner Meinung nach vollkommen normal.

In deinem Beitrag steht

"...je wieder in einer Gruppe von Fremden Menschen..."
"...je wieder verlieben können?..."
"...jemals wieder einen Mann kennenlernen können..."


Ziemlich viele Grundsatzfragen für dein hoffentlich noch viele Jahre dauerndes Leben und deine gerade mal 23 Tage dauernde Trockenheit, findest du nicht auch?

Bei mir war es im Grunde so:

Solange ich mir "Je wieder"-Fragen gestellt habe, wurden es immer nur Trinkpausen.
Trocken wurde ich erst, als ich mir sozusagen das Trinken wieder erlaubt habe (aber immer erst morgen!!).
Heute trinke ich nicht, und morgen sehen wir weiter.

Ich finde, du kannst stolz auf deine 23 Tage sein. Sieh' zu, dass es 24 werden, das reicht als Aufgabe für heute.

Alles Gute wünsch' ich dir und rate mal, warum ich am Anfang aus meiner Selbsthilfegruppe erzählt habe?

Liebe Grüße vom Grufti!
Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden (Mark Twain)


karlbernd Offline




Beiträge: 4.397

22.11.2010 06:43
#39 RE: zurück antworten

Zitat
Gepostet von grufti




Bei mir war es im Grunde so:

Solange ich mir "Je wieder"-Fragen gestellt habe, wurden es immer nur Trinkpausen.
Trocken wurde ich erst, als ich mir sozusagen das Trinken wieder erlaubt habe (aber immer erst morgen!!).
Heute trinke ich nicht, und morgen sehen wir weiter.



das ist echt interessant, grufti, so knapp und präziese auf den punkt gebracht. so kann man seinen "schweinehund" gut aushebeln. thx ..

kb


Lauralisja Offline




Beiträge: 1.644

22.11.2010 10:31
#40 RE: zurück antworten

Zitat
Wie soll ich die Situationen jetzt handhaben, in denen ich früher getrunken hab? Werde ich mich je wieder in einer Gruppe von Fremden Menschen begeben können, ohne mich unbeholfen und für die Situation unzulänglich zu fühlen? Werde ich mich in meinem Leben je wieder verlieben können? Denn wie soll ich jemals wieder einen Mann kennenlernen können, wenn doch immer Alkohol für mich der Zugang für das erste "Kennenlernen", die ersten Gespräche war? Wird man mich für noch distanzierter und kühler ansehen als es jetzt schon der Fall ist, vielleicht sogar als überhablich oder arrogant, weil ich mich ohne Alkohol vielen neuen Menschen gegenüber nicht genug öffnen kann?



Hi Katha

weißt Du wie geil da ist, das alles ganz ohne Stoff, ganz echt und pur zu können? Diesen ollen fremden Stoff und Katalysator einfach mal nicht zu brauchen?

Die ganzen normalen Unsicherheiten und Ängste zu spüren und es trotzdem zu machen und dann zu merken, es ist ohne nicht nur nicht schlimm sondern viel viel besser weil ganz echt?

Diese Betäubung und Weichzeichnerei nicht mehr zu brauchen fühlt sich unglaublich gut an.

LG
Uta

"Großer Gott, laß meine Seele zur Reife kommen, ehe sie geerntet wird!" Selma Lagerlöf


katha82 ( gelöscht )
Beiträge:

22.11.2010 11:14
#41 RE: zurück antworten

Ja, das glaube ich, dass es sich toll anfühlt wenn man diese Situationen gemeistert hat, nüchtern und somit im vollen besitz seiner geistigen Fähigkeit und, dass ich dann besonders stolz auf mich sein kann. Doch noch steht die Angst, dass es sehr lange dauern wird und ich vieles erst lernen muss, mir noch im Wege. ich weiß, dass Dinge und vor allem Lernprozesse Zeit brauchen, doch ich war und bin immer ein sehr ungeduldiger Mensch gewesen und will alles immer schnell und am liebsten sofort erreichen. Es ist schwer für mich, mich an ein langsames Tempo zu gewöhnen...

In den letzten Wochen habe ich viel nachgedacht und da ist mir bewusst geworden, dass ich z.b. im Bereich Studium und heute Arbeit ein gutes Selbstbewusstsein habe. Aber dafür habe ich ja auch lange nüchtern "trainiert". Klausuren habe ich nüchtern geschrieben, Präsentationen nüchtern gehalten, zu Vorstellungsgesprächen bin ich nüchtern gegangen. Und meistens hat alles gut geklappt, so dass ich mir denken konnte "hey, das sind dinge, die du gut kannst". Das Aufbauen neuer zwischenmenschlicher Beziehungen (auf jeden Fall die Frau-Mann-Beziehungen und einige freunschaftliche auch) habe ich meist unter Alkoholeinfluss erlebt. Der Lernprozess im nüchternen Zustand ist also ausgeblieben und somit auch das gute Selbstbewusstsein in diesem Bereich. Denn wie soll ich mir sagen "hey, auch das kannst du gut" wenn ich es fast nie probiert hab. Objektiv und rational gesehen weiß ich, dass dieses Hadern mit mir selbst Quatsch ist, dass ich sympathisch bin, witzig, auch hübsch und, dass es mir egal sein sollte, wenn das mal irgend jemand anders sieht. Aber irgendwo in mir drin ist immer noch diese Stimme, die mich verunsichert und die Angst auslöst nicht zu genügen.
Ich muss also jetzt mit einem Lernprozess weitermachen, mit dem ich aufgehört habe als ich 13 war (damals habe ich ja angefangen mit dem Trinken)...


grufti Offline




Beiträge: 3.482

22.11.2010 14:34
#42 RE: zurück antworten

Hallo Katha82,

klingt doch alles ganz positiv, was du schreibst.

Zum Thema Tempo:

Ich sage immer, man kann pro Tag nur einen Tag trocken bleiben, schneller gehts eben nicht. Auch ein "Langzeittrockener" hat 30 Jahre warten müssen, bis er 30 Jahre trocken war, zum Beispiel...

"...dass ich sympathisch bin, witzig, auch hübsch und, dass es mir egal sein sollte, wenn das mal irgend jemand anders sieht."

Vielleicht bist der "irgend jemand" ja du selbst?

Und selbst wenn du nach landläufigen Maßstäben nicht sympathisch, witzig und hübsch sein solltest: Kann dir doch wurscht sein, Hauptsache du magst dich selbst.

Liebe Grüße vom Grufti!
Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden (Mark Twain)


Lauralisja Offline




Beiträge: 1.644

22.11.2010 14:49
#43 RE: zurück antworten

Oh, ich bin auch eher nicht so lernwillig.

Entweder ich kann etwas sofort oder ich lasse es - war zumindest mal so. Und - Gott bitte gib mir Geduld SOFORT!!!!

Das erstaunliche ist, ich habe inzwischen Spaß daran, Dinge zu lernen. So langsam ist es ok für mich, auch mal schüchtern zu sein, Fragen zu stellen, mich unsicher zu fühlen und zu merken wie es besser wird wenn ich mich trotz allem mal darauf einlasse.

Ein Beispiel zum Thema Liebe:
Meine Liebste und ich haten zwischenzeitlich beide ziemliche Probleme mit körperliche Nähe. Dann wieder den ersten Schritt zu machen war sehr sehr schwierig. Eine Therapeutin meinte hilflos, sie empfehle da den meisten Paaren einen Schluck Sekt. Worauf wir ganz triumphierend antworteten - sehen Sie, und wir brauchen das nicht Das war ein gutes Gefühl, und mit der Erkenntnis waren viele Ängste wie weggeblasen.

Ich bin ja heute froh, das ich noch was zu lernen habe. Wäre schlimm, wenn ich mit 38 schon fertig wäre.
Wenn Du nichts trinkst, lernst Du die Sachen schon, keine Sorge, ein Tag nach dem anderen.

"Großer Gott, laß meine Seele zur Reife kommen, ehe sie geerntet wird!" Selma Lagerlöf


katha82 ( gelöscht )
Beiträge:

22.11.2010 23:05
#44 RE: zurück antworten

Ja, ein Tag nach dem anderen. Ich weiß, dass man nicht immer das Tempo erhöhen und die Dinge erzwingen kann. An diese neue Langsamkeit muss ich mich jedoch erst gewöhnen und sie mögen lernen. Als ich vor 2 Jahren trocken war (für ein paar Monate), war es das Gefühl,dass mein Leben still steht, stagniert, nichts mehr passiert, welches ich letztendlich nicht mehr ertrug und nicht in die richtigen Bahnen lenken konnte. Dann habe ich wieder mit dem Trinken begonnen. Erst Alster vorm und beim Feiern gehen, dann bald wieder Wein und schnell kam auch wieder der Schnaps dazu. Schlechte Entscheidung. Dieses mal muss und WILL ich andere Wege finden!


Lauralisja Offline




Beiträge: 1.644

23.11.2010 08:49
#45 RE: zurück antworten

Naja, in Wahrheit bleibt ja saufend eher alles stehen. Hast Du ja selbst schon gemerkt, sonst müsstest Du ja nict so viel von dem nachholen, womit Du mit 13 aufgehört hast.

"Großer Gott, laß meine Seele zur Reife kommen, ehe sie geerntet wird!" Selma Lagerlöf


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