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Saufnix
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Dieses Thema hat 42 Antworten
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 Ganz, ganz viele Fragen
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RdTina Offline




Beiträge: 4.304

20.09.2008 21:55
#31 RE: Partytrinken oder Abhängigkeit? antworten

Katrina,

auch von mir ein für Deine Vorgehensweise.

LG, Tina

Alles im Leben hat seinen Sinn



Über die Steine, die ich mir HEUTE in den Weg lege, werde ich MORGEN stolpern


katrina ( gelöscht )
Beiträge:

20.09.2008 22:01
#32 RE: Partytrinken oder Abhängigkeit? antworten

danke euch allen! ich denke ein erster schritt ist gemacht. und ich merke ja wie gut ich ich fühle, dadurch, dass ich "hart" geblieben bin, und mich nicht zum mitfeiern habe überreden lassen...! morgen kann ich den tag aktiv und sinnvoll gestalten, statt mit kopfschmerzen, übelkeit und zermürbenden gewissensbissen im bett zu liegen! da freue ich mich schon drauf. denn wenn ich mir mal bewusst mache wieviel zeit meines lebens ich bereits jetzt dafür verschwendet habe, meine kater auszukurieren...und das alles für ein bisschen "spaß" in der nacht davor! nur irgendwie hat dieses ekzessive "vergnügen" mich ja doch immer wieder zu sich gezogen...dagegen muss ich nun bewußt angehen!


Ingmarie Offline




Beiträge: 3.829

20.09.2008 22:08
#33 RE: Partytrinken oder Abhängigkeit? antworten

Jo... die Kontakte von "damals"...

Hab mir grad mal zum Spaß mein (je nach Uhrzeit des Eintragens mehr oder weniger krakelig und unleserlich) mit Namen, Adressen und Telefonnummern randvollgeschriebenes Adressbuch aus meiner "Münchner Schickeria-Ära" zur Hand genommen (bäh, die Herkunft der Flecken drauf und drin ist auch eher fragwürdig...) und festgestellt :
Aus meiner ganzen glanzvollen langen Partyzeit - in der ich so viele "gute Freunde" hatte, hab ich heute genau einen einzigen Kontakt übrig, der noch besteht.

Und diese Eine weiß genau um meine Situation Bescheid und warum ich mit ihr halt keinen Sekt mehr zum Warm-up für was auch immer trinken werde, und das ist ihr ... wurscht.
Weil das spielt gar keine Rolle für das was uns verbindet. Wenn wir uns sehen haben wir uns - auch wenn jeweils Monate oder Jahre dazwischenliegen - noch genausoviel zu sagen wie eh und je. Da ist Interesse da, Anteilnahme, Offenheit, Wohlwollen, FREIHEIT. DAS ist eine echte Freundschaft.

Alle andren sind aus meinem Leben schon seit Jahren spurlos verschwunden.

Das ist aber ganz und gar nicht so traurig wie sich das anhört... mir bedeuteten die, die ich früher für so ungemein wichtig, intensiv und so "seelennah" gehalten habe, ehrlich gesagt ja auch nichts - das war nur "künstliche" Zuneigung, vorgegaukelte Zusammengehörigkeit, geheuchelte Verbundenheit... produziert aus der damaligen oberflächlichen Wahrnehmung ohne Tiefgang... geeint durch die verbindenden Trink- und Ausgehgewohnheiten, doch bar jeden echten In-den-Andren-Schauens und Verstehens... die Wertschätzung beruhend auf Parametern, die Einen ehrlich betrachtet ja mehr als austauschbar machten... und drum: sobald aus den Augen: aus dem Sinn... wie oberflächlich diese angeblich so tiefen Verbindungen doch waren, zeigt sich auch darin, dass ich einige Namen und/oder Gesichter nur noch ganz mühsam, die meisten gar nicht erinnere, selbst wenn ich sie heute in Verbindung mit der Adresse lese (ich weiß oft nichtmal mehr, ob ich dort auch mal war und wie es dort aussah!).

Ich hab sie nie vermisst.

(Und sie mich wohl erst recht nicht... denn bei ihnen gings weiter, und neue "Königinnen der Nacht" nahmen meine Stelle in ihrer Inszenierung ein...)

Wir könnten heute (auf beiden Seiten!) wohl kaum mehr was miteinander anfangen - es sei denn, auch sie hätten sich so gravierend verändert wie ich es seitdem tat. Aber dann würden sich ganz "Neue" begegnen.

Und in diesem meinem jetztigen "neuen Leben" sind intensive, tiefe, echte Kontakte, Verbindungen und Beziehungen sehr wohl (wieder erstmals überhaupt erst) möglich. Wohl auch, weil ich jetzt erst meine Gefühlswelt überhaupt zulasse und vor allem unverzerrt erkenne und unmanipuliert wahrnehme.

(Zum Thema "beginnende echte Gefühlswelt zulassen bei beginnender echter Abstinenz " - da gibts übrigens auch nen alten Beitrag von mir, der Dich ansprechen könnt: -->DA

Schönes Rest-Wochenende wünsch ich Dir, Katrina - teil es mit einem Menschen der Dich hoffentlich gern hat: mit DIR selbst!

LG
IngMarie

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Einfach tun.
Der beste Zeitpunkt dafür: immer genau jetzt.


katrina ( gelöscht )
Beiträge:

21.09.2008 14:07
#34 RE: Partytrinken oder Abhängigkeit? antworten

so ähnlich verhält es sich bei einem großteil meiner "freunde" auch...die gemeinsame basis beruht in erster linie auf gemeinsam erlebten parties. klar, zwar habe ich mich mit den langjährigen bekannten auch das eine oder andere mal nüchtern getroffen. man war auch mal im kino, was essen, o.ä. aber die "highlights", auf die man zusammen hin gefiebert hat, waren immer das nächste besäufnis...
zum glück habe ich aber hier in köln auch zwei freundinnen mit denen mich mehr verbindet...und die zwar alkohol trinken, jedoch weniger als ich. wenn wir zusammen aus waren, war ich immer die treibende kraft, die zum trinken überreden wollte. somit glaube ich nicht, dass ich innerhalb dieser freundschaften auf unverständnis stoßen werde mit dem beschluss die finger vom alkohol zu lassen!

gerne würde ich meine eigentlichen interessen jetzt wieder mehr aufleben lassen...ich möchte in ausstellungen gehen, lesungen besuchen, wieder mehr sport machen, etc. das ist jedoch mit den ursprünglichen partyfreunden nur bedingt möglich. bzw. man könnte vielleicht nachmittags ins museum gehen, abends sollte dann aber der wein kaltstehen und die party folgen damit es spannend bleibt. doch das möchte ich ja gerade nicht mehr...primär meine zeit allein verbringen möchte ich aber auch nicht. wie habt ihr es geschafft euch neue, "alkoholfreie" freundschaften aufzubauen...

ingmarie, du hast recht...der beitrag von dir, auf den du mich hingewiese hast, weist wieder einige parallelen zu mir auf. ja, der alkohol als das mittel, welches gefühle wahlweise unterdrückt der frei werden lässt...und die basis sich anderen zu offenbaren und nähe zu zeigen. welcher art auch immer. gerade auf der beziehungsebene mann-frau ist mir eine nüchtere kontaktaufnahme immer sehr schwer gefallen...oder zumindest glaubte ich dies immer und habe dann lieber gleich mit alkohol vorgesorgt. so kann man sich einfach jedem nächstebesten in die arme werfen! hat meistens gut geklappt! nur sollte man dabei nicht vergessen, dass ich mindestens 70% dieser männer niemals nüchtern auch nur in meine nähe gelassen hätte...trotzdem war (oder ist) auch dies eine sucht. immer wieder neue bekanntschaften, mich darüber definieren...


katrina ( gelöscht )
Beiträge:

23.09.2008 07:55
#35 RE: Partytrinken oder Abhängigkeit? antworten

ich wollt nochmal ein freudiges erlebnis kund tun...nachdem ich ja vor einigen tagen das problem hatte, von einer freundin in meinem entschluss den alkohol sein zu lassen, nur missverständnis zu ernten, hat eine andere (zum glück) ganz anders reagiert. als ich sie fragte, ob wir demnächst nicht mal was unternehmen wollen, ohne alkohol dabei zu trinken war sie geradezu begeistert...kein problem meinte sie! diese freundin hat zwar auch ab und zu ein bisschen getrunken, aber niemals in solchen massen wie ich, weswegen ich denke, dass sie sogar froh darüber ist, mich abends auch mal im nicht-berauschten zustand zu sehen
ich wurde wieder erneute bestärkt, dass es auch ohne alkohol geht, und ich auch jetzt nicht gerad einsam und allein da stehen werde...und freue mich!!

and by the way...sind jetzt immerhin schon 10 tage ohne alkohol


RdTina Offline




Beiträge: 4.304

23.09.2008 08:06
#36 RE: Partytrinken oder Abhängigkeit? antworten

Alles im Leben hat seinen Sinn



Über die Steine, die ich mir HEUTE in den Weg lege, werde ich MORGEN stolpern


katrina ( gelöscht )
Beiträge:

27.09.2008 15:53
#37 RE: Partytrinken oder Abhängigkeit? antworten

hallo zusammen,

mittlerweile sind es 2 wochen, die ich keinen alkohol getrunken haben...solche zeiträume gab es zwar schon oft, der unterschied besteht jedoch darin, dass ich es diesmal bewusst mache und nicht als zeitlich begrenzte "abstinenzphase" sehe. ich fühle mich sehr gut und ziemlich glücklich!

jedoch gab es auch noch keine risikosituationen, sprich ich habe alles vermieden, was mich früher zum trinken animiert hat. ich war uf keiner party und in keinem club, hatte kein date (auch da habe ich mir die aufregung und unischerheit immer dadurch genommen, mich in einer bar zu treffen und gemeinsam zu trinken). ich habe es nicht vor, aber natürlich trotzdem angst davor, in solchen situationen wieder in alte muster zu verfallen.

wie seit ihr vorgegangen? habt ihr solange kritische situationen gemieden bis ihr euch komplett gefestigt gefühlt habt? und vor allem, wann ist das? in meiner lebenssitution (studentin, 26, single) ist es ja geradezu unmöglich den rest des lebens nie wieder eine party zu betreten...


amethysmena ( gelöscht )
Beiträge:

28.09.2008 09:22
#38 RE: Partytrinken oder Abhängigkeit? antworten

sálü katrina!

als ich aufgehört habe mit dem alkohol, hatte ich ein gefühl, als ob ich die ersten wochen und monate
durch mein neues alkoholfreies leben balancieren musste
wie über rohe eier .... überall schien die droge zu 'lauern'.

mit dem 'ausgehen' habe ich mich anfangs sehr zurückgehalten - und dann habe ich es richtig ein bißchen 'geübt':

oberste regel war, dass ich immer in solidarischer begleitung unterwegs war.
also eine freundin dabei oder einen freund, die zum einen wussten, dass ich keinen alkohol mehr trank.
die zum anderen bereit waren, mich darin zu unterstützen und
- um mir in der anfangszeit den verzicht auf alkohol leichter zu machen -
in meiner gesellschaft auch selbst nur alkoholfreies tranken.

ich habe sie dann darum gebeten, zum beispiel in der theaterpause
auf den obligatorischen sekt zu verzichten und mit mir tatt dessen ein schweppes zu trinken.

im kino gab es eine gemeinsame coke statt bier für den 'kennerdurst'

im konzert tranken wir keinen rotwein, sondern wasser oder saft.

das war meine lebensversicherung!
wichtig war mir dabei, den anderen den alkohol in meinem beisein nicht zu verbieten
- das hätte sowieso nicht funktionieren können.

anfangs musste ich wirklich allen mut zusammennehmen, und darum bitten,
dass die/der andere an diesem abend mirzuliebe keinen alkohol trank. damit ich mich wohlfühlen konnte.
um für mich das risiko zu verringern, umzukippen und rückfällig zu werden.

mit großer erleichterung stellte ich fest, dass das den menschen,
die mich wirklich mochten, überhaupt nichts ausmachte.
meinen wirklich guten freund/innen war mein persönliches wohlergehen wichtiger als das eigene bier.

menschen, bei denen es umgekehrt war - denen also der eigene suffkopp wichtiger war
als dass es mir mit ihnen gut ging
- auf deren gesellschaft konnte ich dann auch ganz gut verzichten.



auswärts essen war ich anfangs zum beispiel nur in restaurants,
wo alkohol in form von bier und wein nicht unbedingt traditioneller weise zur kultur gehörte:
also nicht zum italiener, nicht zum griechen - statt dessen asiatisch oder arabisch:
da konnte ich tee trinken und hatte nicht so das bedürfnis,
meinen abend mit bier oder wein zum essen und mit einem grappa oder einem ouzo danach
'vervollständigen zu müssen'.



in größeren runden, auf parties, empfängen etc ging das natürlich nicht.
da habe ich mich dann an den rat meines suchtarztes gehalten:
"wenn dir die spuck im munde zusammenläuft, dann mach dass du weg kommst"
wenn der gieper kommt, dann geh!

ich habe mir erlaubt, zu gehen, sobald es für mich irgendwie 'brenzlig' wurde.
daran halte ich mich auch heute noch.
dazu gehörte natürlich, zu lernen, mich selbst genau wahrzunehmen und zu spüren und! mir das auch selbst einzugestehen, dass es situationen gibt, in denen mich die präsenz von alkohol überfordert.

ich habe aufgehört, omnipotent sein zu wollen und immer so zu tun,
als ob mir das nichts ausmacht, dass andere alkohol trinken und ich nicht.
manchmal ist das für mich okay, aber nicht immer.

je nach tagesform.
sei achtsam mit dir!


katrina ( gelöscht )
Beiträge:

28.09.2008 20:40
#39 RE: Partytrinken oder Abhängigkeit? antworten

amethysmena,danke dir für deine lange antwort!

...dass ich nur in solidarischer begleitung und nicht mit den alten "Sauffreundinnen" ausgehen sollte habe ich mir auch schon klargemacht. zum glück habe ich auch freundinnen, die nicht oder wenig trinken...an jene werde ich mich in zukunft halten, und solche meiden, mit denen die freundschaft in erster linie auf dem gemeinsamen trinkerlebnis basiert hatte...

zum glück habe ich bei solchen aktivitäten wie essen gehen oder kino ohnehin fast nie getrunken. es wird also keine umstellung für mich bedeuten wasser zum essen zu trinken oder eine cola mit ins kino zu nehmen. viel mehr wird es schwer mich in bars, clubs oder auf privaten parties alkoholfrei aufzuhalten! dort habe ich so gut wie immer getrunken...meistens bin ich dort auch schon betrunken oder zumindest gut angetrunken aufgetaucht. es gab bei und immer eine art "vortrink-kultur". ca.2-3 stunden vor einer party hat man sich bei jmd. zu hause getroffen um sich zu unterhalten und vornehmlich alkohol zu trinken (was bei mir meistens etwa eine flasche wein war). gegen mitternacht sind wir dann auf die party oder in den club weiter gezogen um dort bis zum morgen weiter zu trinken...ich zumindest, meine freundinnen waren meist wenige stunden später weg...

sicherlich wäre es am einfachsten solche party- und clubveransteltungen einfach zu meiden. und ohnehin bin ich gerade dabei meine anderen interessen wieder mehr in den vordergrund zu stellen (ich merke nun wieder wie viele filme ich schon lange sehen wollte, wie lange ich nicht mehr im theater war, etc)...trotzdem möchte ich nicht bis zum ende meines lebens um jede art von party einen bogen machen müssen...

nächstes wochenende möchte ich einen "party-versuch" wagen. zusammen mit zwei freundinnen, die auch nichts trinken werden...die eine, da sie ohnehin nie in ihrem leben getrunken hat, die andere trinkt auch nur wenig, und will an dem abend dann auch nichts trinken. wir wollen in einen club gehen, in dem man gut tanzen kann und meine lieblingsmusik läuft...ich denke, es sind gut vorraussetzungen einen schönen nüchternen abend zu haben. und ich bin sehr zuversichtlich, dass alles gut gehen wird. und ich nüchtern und glücklich nachts in mein bett klettern werde


Dorte Offline



Beiträge: 357

29.09.2008 19:54
#40 RE: Partytrinken oder Abhängigkeit? antworten

Katrina,
Toll, das du solche Freundinnen hast.
Ansonsten sehe ich es auch so, das es ganz wichtig ist zu lernen die eigenen Empfindungen wahr zu nehmen und zu deuten.
Tja und wenn mir was nicht gut tut, dann bin ich auch schon mal ganz schnell weg...
LG
Dorte

Es gibt keine größere Vergeudung, als zu ignorieren, wonach man sich sehnt.


Tom188 Offline




Beiträge: 299

06.10.2008 00:18
#41 RE: Partytrinken oder Abhängigkeit? antworten

Hallo Katrina...

...erst mal herzlichen Glückwunsch zu Deiner ersten alkfreien Partynacht, zu Deinen trockenen Tagen...

Da ich auch (noch) Student bin und in Deinen Posts einiges gelesen habe, was durchaus auch aus meinem Munde stammen könnte (wie es ja so oft hier ist), wollte ich Dir nur kurz schreiben, wie ich vor 9 Monaten mit der Trockenlegung begonnen habe:

Du schreibst oben von dem "freien" Studierendenleben, wobei diese vermeintliche Freiheit mir heute eher als Unstrukturiertheit scheint - das war das Erste, was ich für mich änderte...ein strukturierter Tag, morgens, auch wenn kein Seminar anstand, früh aufzustehen, Hausarbeiten, Lektüre u.ä. früh zu beginnen, Ruhe- und Entspannungsphasen einzubauen, Sport zu treiben etc..
Auf Partys und Co. gehe ich max. zwei bis drei Mal im Monat, da der Alkoholkonsum meines studentischen sozialen Umfelds sich nicht verringert hat - dementsprechend schnell lösen sich die Kommunikationsebenen voneinander und dann macht es auch keinen Spaß und Sinn mehr. Zudem ist es mir zu heiß, zu häufig in alkoholischer Umgebung zu weilen.
Ich besuche zwei - drei Mal pro Woche SHGn (AA) und setze mich auch anderweitig, durch Bücher, Internet, Reflexion usw., mit meiner Sucht und mir auseinander - wie Du so schön schreibst, musste und muss ich wirklich einiges neu, weil nüchtern, erlernen.

...aber damit soll es auch mal genug sein von mir...

Ich wünsche Dir alles Gute auf Deinem weiteren Weg...

Liebe Grüße von Freiburg nach Köln...

Take care...

Tom

"How much can you really know about yourself if you've never been in a fight?"
Tyler Durden


katrina ( gelöscht )
Beiträge:

06.10.2008 22:15
#42 RE: Partytrinken oder Abhängigkeit? antworten

hallo tom,

vielen dank erstmal für deinen beitrag...

wie kam denn bei dir die erkenntnis, dass es zu viel ist mit dem alkohol? und wie hat dein trinkender studentischer freundeskreis reagiert?

2-3 mal im monat parties zu besuchen reicht meines erachtens auch völlig aus...zudem habe ich mir vorgenommen primär mit den freundinnen parties aufzusuchen, die eh nicht oder kaum trinken, und auch nur solche bei denen nicht allein das trinken im vordergrund steht. letzten samstag waren wir z.b. wegen der musik und zum tanzen weg. zu viert und keiner hat getrunken...da wurde mir auch wieder bewusst, dass ich meistens ja auch das trinken, bzw betrinken angestachelt hatte-

einen mehr oder weniger strukturierten tagesablauf hatte ich eigentlich meistens. natürlich nicht am tag nach partynächten und teilweiese auch zwei tage danach noch nicht (da es mir dann manchmal noch immer schelcht ging). ansonsten war ich schon immer eher frühaufsteherin, habe versucht, die uni nicht schleifen zu lassen, etc....jedoch meistens mit der vorfreude auf das nächste "besäufnis". zumindest habe ich viele interessen vernachlässigt und freunde danach ausgewählt, ob man gut mit ihnen trinken kann.

du schreibst, du seist bei denn AA?! das ist noch der schritt vor dem ich hemmungen habe, eine selbsthilfegruppe aufzusuchen...war es schwer dort hinzugehen, beim ersten mal? sind dort noch mehr "jüngere" leute, oder bist du der einzige? nicht, dass das unbedingt ein zwingendes kriterium darstellt, aber ich würde mich vielleicht "heimischer" fühlen...


Tom188 Offline




Beiträge: 299

06.10.2008 22:52
#43 RE: Partytrinken oder Abhängigkeit? antworten

Hallo Katrina...

...die Erkenntnis, Alkoholiker zu sein, kam bei mir relativ früh, spätestens dann, als ich morgens ein Bier brauchte, um wieder fit für den Tag zu sein - die Erkenntnis, dagegen etwas zu unternehmen, samt externer Hilfe, also saufnix und AA, kam leider erst, nachdem ich meinen persönlichen Tiefpunkt hatte, wie mensch so schön sagt...

Mein trinkendes Umfeld hat, bis auf ganz wenige Ausnahmen, gut bis sehr gut darauf reagiert, dass ich mich fortan an der Mezzo-Mix-Zero-Flasche festhalte - meine Persönlichkeitsänderung in meiner Hochphase hat denen nicht wirklich gefallen und die weiteren positiven Nebenwirkungen, die ein trockenes Leben mit sich bringt, tragen natürlich auch dazu bei.

AA bzw. SHG war und ist, neben diesem Forum, mein zweiter Strohhalm, an dem ich mich aus dem nassen Sumpf ziehen konnte und kann - und ja, es gibt auch dort "jüngere" Menschen, wenn auch nicht viele. Da ich schon einige Male versucht hatte, mich ohne Hilfe trocken zu legen und dies ein um das andere Mal in einem Desaster endete, hab ich die SHG als meine letzte Chance angesehen und gerade deshalb fiel es mir nicht schwer, dort hin zu gehen; im Gegenteil, da ich über Weihnachten und Silvester entzogen habe, hab ich dem 6. Januar 2008 und meinem ersten Meeting regelrecht entgegen gefiebert. Ein flaues Gefühl hatte ich trotzdem, was verständlich ist - aber ich wurde herzlich und nett aufgenommen und hab seither viel über meine Krankheit, mich und die Nüchternheit gelernt, viele Erfahrungen anderer aufgesogen, viele nette Menschen kennen gelernt und einen Halt gefunden, um den herum sich ein gesundes Fundament für eine zufriedene Trockenheit bauen lässt. Kurzum - ich kann es Dir nur ans Herz legen, Dir ein paar Gruppen anzuschauen...mir hilft es sehr, bewahrt mich vor Dummheiten und ab und an kann ich anderen helfen, was auch gut tut...

Ich wünsch Dir alles Gute und Liebe...

Take care...

Tom

"How much can you really know about yourself if you've never been in a fight?"
Tyler Durden


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