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Saufnix
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Dieses Thema hat 55 Antworten
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 Akute Hilfe
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Ruby Offline



Beiträge: 2.697

06.08.2008 13:59
#46 RE: Wie „geht das“ denn? antworten

du wirst beim Lesen des einen oder anderen Beitrage erfahren haben, dass ein toller Nebeneffekt der Abstinenz ist, Gefühle wieder zu spüren und zwar echte und nicht dieses jammervolle Selbstmitleid im Suff...

es sind die kleinen Dinge im Leben...


Aleinad Offline



Beiträge: 52

06.08.2008 14:02
#47 RE: Wie „geht das“ denn? antworten

Paula, der Wechsel vom Denken und Handeln:

Da fällt mir noch ein: Ohne Handeln kommt ja auch nix in Gang, also Handeln als Prozess. So banal das jetzt klingt. Was ich zurzeit tue ich kein handeln, mein gelebtes Leben jetzt, das ist mechanisch ohne Entwicklung. Eine klitzekleine Abweichung zieht andere nach sich: Wenn ich beispielsweise heute Abend mal zu Fuß anstatt mit dem Auto in den Keller gehe, hab ich morgen schon Lust zu Fuß zur Mülltonne zu dackeln. Die gegenseitigen Auswirkungen physischen und psychischen Ursprungs.

Ich lebe 10 Gehminuten neben einem schönen Wald, ich war 4 Jahre dort weder laufen noch spazieren, auch nirgendwo anders. Was für ein erbärmliches Leben.


Aleinad Offline



Beiträge: 52

06.08.2008 14:10
#48 RE: Wie „geht das“ denn? antworten

Ja, hab ich Ruby, dieser Bereich wird wohl besonders abenteuerlich, von der Achter- gleich in die Geisterbahn, aber echt. Bin mir längst selbst auf die Schliche gekommen. Dachte ich doch tatsächlich, ich sei ja ach so sensibel, wenn ich sogar bei idyllischer Werbung schon anfing zu flennen. Das war nichts anderes als Selbstmitleid, weil mir mein Unterbewußtsein so klar gemacht hat, in was für einer langweiligen Einöde ich vegetiere.

[ Editiert von Aleinad am 06.08.08 14:11 ]


paula Offline



Beiträge: 2.202

06.08.2008 14:36
#49 RE: Wie „geht das“ denn? antworten

Zitat
Gepostet von Aleinad
Paula, der Wechsel vom Denken und Handeln:

Da fällt mir noch ein: Ohne Handeln kommt ja auch nix in Gang, also Handeln als Prozess. So banal das jetzt klingt.



Genau - das Handeln ist notwendig, damit überhaupt was passiert -
sich etwas entwickeln kann.
So banal diese Erkenntnis ist ......
im Zusammenhang mit der Sucht wird das gerne mal "vergessen", bzw übersehen ...


Zitat
... Eine klitzekleine Abweichung zieht andere nach sich: Wenn ich beispielsweise heute Abend mal zu Fuß anstatt mit dem Auto in den Keller gehe, hab ich morgen schon Lust zu Fuß zur Mülltonne zu dackeln.



Ja - das ist wie Training ...
und es wirkt sich aus -

dazu vll auch ganz interessant:

> von Peter Volksdorf (Marburg); diesjährige Suchttherapietagung in HH:

Das Wahrnehmen, Zulassen und Aushalten von (ausgeprägten) Emotionen
ist Voraussetzung für Veränderungen synaptischer Verschaltungen,
und muss deshalb "trainiert" werden.



Zitat
Ich lebe 10 Gehminuten neben einem schönen Wald, ich war 4 Jahre dort weder laufen noch spazieren, auch nirgendwo anders.



Da hast Du ja beste Voraussetzungen -
wäre wirklich schade, wenn Du sie (mit der Zeit) nicht nutzen würdest.

Aber, bitte denk' dran:
Kleine Schritte machen ......(also nicht alles auf einmal)

Herzliche Grüße
Paula

"Lass' Dir aus dem Wasser helfen oder Du wirst ertrinken",
sprach der freundliche Affe und setzte den Fisch sicher auf einen Baum.

Japanisches Sprichwort


Adda Offline




Beiträge: 850

06.08.2008 14:44
#50 RE: Wie „geht das“ denn? antworten

Zitat
Ich wurde ja gefragt, wovor ich denn überhaupt Angst habe, da fällt mir noch was Wesentliches ein: Dass ich dann unzufrieden bin, die hier berühmte erwähnte „nur Trockenheit“.


Angst hatte ich davor nicht, ich konnte es mir schlichtweg nicht vorstellen, ohne meine Krücke zu leben. Und lange Zeit war die Seite der Waagschale, in der die Argumente für´s Aufhören lagen deutlich leichter als die andere Seite, in der einfach meine Überzeugung überwog, daß ich´s brauche, auch wenn vielleicht sogar nur für "Not- und Krisenzeiten".

Das änderte sich schlagartig, als mir bewußt wurde, worum es hier überhaupt ging und geht. Wie schon geschrieben, am Anfang stand meine "Einsicht".

Ich hatte hier schon eine ganze Zeit gelesen, bevor ich mich angemeldet hab und bei mir waren es übrigens zuerst weniger die "Positiv"-Berichte, die viel zu meinem "Erkennen/Einsehen" beitrugen, sondern genau jene, in denen hier Rumeierei, mit wunderbar eindeutig/klaren Worten, enttarnt wurde. - Da hab ich mich sowas von wieder erkannt .
("Butter bei die Fische" und "Klarheit" waren einige der ersten Schlagwörter, die sich bei mir eingebrannt haben und bei mir auf fruchtbaren Boden fielen…)

Da war dann plötzlich was, um das ich nicht länger herumkam. Ein wahrlich nicht unbeachtlicher Baustein.

Da kamen natürlich noch andere Bausteine dazu, aber dies nu auch noch alles aufzulisten bringt mir weiter nix.
Wichtig war und ist mir und gibt mir Orientierung und Halt, daß ich weiß, wo ich hin will, was ich für mich erreichen will. Es war bei mir auch nicht die Chance auf neue Erfahrung sondern daß sich in dem Moment der "Einsicht" hinter mir eine Tür verschloss und mein Weg nach vorne, um eine neue Tür zu öffnen, mehr als logisch und notwendig war.

Zitat
dass ich so – also theoretisch – einfach nicht weiter komme



Da stimme ich Dir zu! - Nicht soviel denken - einfach tun

Gruß

--------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Lass Dich nicht gehen - geh selbst. (M. Bentrup)


Aleinad Offline



Beiträge: 52

06.08.2008 14:59
#51 RE: Wie „geht das“ denn? antworten

Ach Paula, das ist ja genial. Und weißt Du was, jetzt wird mir klar, dass ich auch ohne endlose theoretische Vorbereitung das Richtige tun/zulassen kann: Du hast mir jetzt die fachliche Erklärung geliefert, die ich nur fühlen konnte und das war ne tolle Erfahrung, ich meine meine kleine Geschichte vom Loslassen. Ausleben der Gefühle als Hirntraining, danke!

Ich frag jetzt ganz bewußt, weil mir das mit den Schritten ein bisschen zu abstrakt ist: Was wären denn konkret kleine und große Schritte. Ist damit der Zeitrahmen gemeint, so: Lass die Zeit auf dich wirken bzw. schau hin was mit dir passiert? Auswandern und Liieren kommt für mich so schnell in Frage.

Ich hab da noch was von wei-wu oder ähnlich gelesen, find das aber nicht mehr. Hab aber in Erinnerung, welch Erkenntnis, aufhören mit Unsinn. Auch so was Banales, was doch Anspruch auf tiefes Verstehen hat. Also doch: Das Einfache kann schwierig sein, das Schwierige so einfach.


Aleinad Offline



Beiträge: 52

06.08.2008 15:03
#52 RE: Wie „geht das“ denn? antworten

Adda,

da meinen wir die gleichen Berichte. Positiv waren die mit Selbsterkenntnis für mich und dann die ersten Gehversuche und die mit den Rückschauen ihrer Entwicklung (besonders die von Ingmarie ist mir in Erinnerung), lebende Beweise für den machbaren Erfolg.

„Ich weiß wo ich hin will“ schreibst Du, das erscheint mir außerordentlich wichtig und davon habe ich selbst noch keine klare Vorstellung. Zufriedene Abstinenz ist auch wieder so global oder abstrakt. Mit konkreter Vorstellung erreicht man sein Ziel mit sehr viel mehr Sicherheit und schneller. Da könnte ich jetzt ne Menge aufzählen, wie kann ich mir ein Bild davon machen. Was meinst Du für Dich? Naja, vielleicht ist es auch ein Puzzle und erst wenn ich anfange, zu legen, kann ich es erst erkennen. Schon wieder Theorie.

Obwohl ich schon lange „weiß“, dass ich rumeier, fang ich erst jetzt an das auch zu spüren.

[ Editiert von Aleinad am 06.08.08 15:35 ]


paula Offline



Beiträge: 2.202

06.08.2008 17:11
#53 RE: Wie „geht das“ denn? antworten

Zitat
Gepostet von Aleinad

Ich frag jetzt ganz bewußt, weil mir das mit den Schritten ein bisschen zu abstrakt ist: Was wären denn konkret kleine und große Schritte.



Ach - ich meinte damit nur,
dass es keinen Sinn machen würde, jetzt alles auf einmal anzugehen, was anliegt oder getan werden müßte ,
sonst wird das schnell zur Überforderung (kenne ich auch noch von mir) ...
Rom ist auch nicht an einem Tag erbaut worden ......
Also step by step > auch mit kleinen Schritten kommt man zum Ziel ...

Zitat
Ich hab da noch was von wei-wu oder ähnlich gelesen, find das aber nicht mehr. Hab aber in Erinnerung, welch Erkenntnis, aufhören mit Unsinn. Auch so was Banales, was doch Anspruch auf tiefes Verstehen hat. Also doch: Das Einfache kann schwierig sein, das Schwierige so einfach.



Meintest Du das?

Wer je in seinem Leben eine tiefgreifende Existenzkrise durchgemacht hat,
erinnert sich vielleicht, dass die Wende zum Besseren genau in jener Phase eintrat, da man aufgehört hatte zu kämpfen.
Aufhören mit sinnlosen Kämpfen, leben im Augenblick, sich nach dem Fluss des Lebens richten -
das bedeutet WuWei.
Wörtlich übersetzt heißt es etwa "Nichtstun", "Nichthandeln".
Damit wird keinesfalls gesagt, man solle träge, entschlusslos oder lässig sein,
sondern WuWei bedeutet, wir sollen in unseren Entscheidungen nicht gegen unsere innere Autorität handeln.
WuWei ist eine Kunst, zum richtigen Zeitpunkt das Richtige zu tun.


Hat ja auch was mit *Kapitulation* zu tun ...

Paula

"Lass' Dir aus dem Wasser helfen oder Du wirst ertrinken",
sprach der freundliche Affe und setzte den Fisch sicher auf einen Baum.

Japanisches Sprichwort


dietamy03 Offline



Beiträge: 449

06.08.2008 19:31
#54 RE: Wie „geht das“ denn? antworten

Hallo Aleinad

Zitat
„Ich weiß wo ich hin will“ schreibst Du, das erscheint mir außerordentlich wichtig und davon habe ich selbst noch keine klare Vorstellung.



Als ich trocken wurde, also so ganz am Anfang stand, da wusste ich überhaupt nicht wo ich hin wollte. Ich hatte seit meinem 12. Lebensjahr getrunken und war mit 33 Jahren völlig am Ende, körperlich und auch seelisch.
Das einzige was ich ganz genau wusste war, wohin ich nie wieder zurück wollte. Warum und wieso ich plötzlich diese Erkenntnis hatte - keine Ahnung, sie war da und ich konnte sie fast körperlich spüren.
Jetzt hatte ich auch endlich die Kraft und die Ausdauer jeden Tag etwas für mich und meine Trockenheit zu tun. Langsam, Schrittchen für Schrittchen und immer nur die anstehenden 24 Stunden bewältigend lernte ich dieses neue Leben kennen.
Die LZT war für mich eine Hilfe aber ich war da beim Antritt schon 6 Monate auf meinem neuen Weg . Diese 6 Monate habe ich mit Hilfe der AA geschafft und noch heute, nach 15 Jahren spüre ich eine große Dankbarkeit.
Ich weiß jetzt schon lange wohin ich will, kann gut einschätzen, wo ich stehe und halte mir noch immer deutlich vor Augen, wo ich nie wieder hin will.

Lieben Gruß
Roswitha

Wer heute nichts tut- lebt morgen wie gestern.


Adda Offline




Beiträge: 850

07.08.2008 07:18
#55 RE: Wie „geht das“ denn? antworten

Aleinad

„Ich weiß, wo ich hin will“ – hört sich so großartig an (ist es ja auch), da bin ich inzwischen... Zu Anfang hieß dies für mich: „Ich trinke heute nicht“.

Und ja, es ist ein Puzzle und die Teile dazu hast Du alle selbst, auch wenn Du sie jetzt nicht sehen/finden oder zu einem Bild zusammensetzen kannst.

Mein Bild ist auch längst noch nicht „fertig“ und ich hab auch noch nicht alle Teile parat – jedes Teil braucht seine Zeit. Veränderung braucht Zeit. Und – meine Teile müssen nicht gleich Deinen Teilen sein. Erfahrung ist leider nicht übertragbar.

So gut ich Deine Fragen verstehen kann (und so gern ich dazu schreibe), nur scheint mir, Du guckst in „fremden“ Kisten, um brauchbare Puzzleteile für Dich selbst zu finden. Die findest Du aber nur bei Dir.

Mich hätte das woanders suchen sehr von mir abgelenkt und mich weiter am eiern gehalten.

Bei Dir hin zu schauen, wo Du stehst, halte ich da für wesentlicher und hilfreicher.

Gruß von Adda

--------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Lass Dich nicht gehen - geh selbst. (M. Bentrup)


Aleinad Offline



Beiträge: 52

07.08.2008 13:02
#56 RE: Wie „geht das“ denn? antworten

Oh ja, danke Paula,

Wuwei, das meinte ich, das passt doch hervorragend zur Kapitulationsfrage. Das ist die ganz pragmatische Lösung, Punkt, aus, Ende. So werd ich s jetzt machen, wenn ich nicht weitere Jahre darüber diskutieren will.


Hallo Roswitha,

puh, da hast Du sicher böse was „mitgemacht“. Und dann bei Dir das Phänomen: Zack, jetzt ist Schluss. Dabei ist es keines. Da ging sicher bewusstes und unbewusstes Leiden mit entsprechenden Gedanken und Gefühlen voraus. Da bleibt mir nur die Idee für mich, dass ich meine Leidensgrenze noch nicht erreicht habe. Darauf will ich aber nicht hinarbeiten. Mein Kopp nach 2 Buddeln Rotwein schmerzt „ausreichend“, Himmel Arsch und Zwirn. Vor allem weiß ich ja nie genau wie schlimm es am nächsten Tag sein wird (trotz gleicher Menge). Ich konnte schon mal 2 Tage nicht zum Job, weil ich so dermaßen Herzpoltern hatte, ich dachte jetzt ist Schluss. Und diese Ungewissheit ist doch grausam genug, verdammt. (Kleines Selbstgespräch, nicht mistverstehen). Vor 15 Jahren habe ich mir eingestanden abhängig zu sein, dumm (ge)laufen lassen.


Hi Adda,

endlich fang ich an mir selbst auf den Keks zu gehen, der ist schon platt gesessen.

Damit hast Du völlig Recht: „Mich hätte das woanders suchen sehr von mir abgelenkt und mich weiter am eiern gehalten.“ So ist es ja bei mir.

Aber hiermit „aus fremden Kisten zupfen“ seh ich etwas anders. Geht doch Anregung, Austausch hier. Ich will ja nicht Dein Puzzle nachbauen, das wär ja total blöd, ich bin ja zumindest auf die Idee mit dem Puzzle gekommen und mir wurde bestätigt, dass die Wenigsten am Anfang wussten was laufen wird, das hat mich ja schon mal beruhigt. Ich dachte ja ernsthaft, ich wäre zum Scheitern verurteilt, wenn ich nicht mit der richtigen Einstellung aussteigen würde. Ich wollte nur wissen aus welchem Material und wie vielschichtig Euer Puzzle ist. Ist doch klar, dass ich mein eigenes Material, Stärke und Formen gestalte. Und Bastelkorrekturen kann ich sicher in der Gruppe erfahren. Basteln will ich selbst.

Wuwei klingt auch gut, Wuwei die nächsten 24 Stunden.

Lieben Gruß
Daniela


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