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Saufnix
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Dieses Thema hat 33 Antworten
und wurde 2.142 mal aufgerufen
 Akute Hilfe
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DickesB Offline



Beiträge: 2

11.01.2008 09:59
RE: Einen Anfang finden antworten

Hallo!

Es fällt so schwer hier zu schreiben, aber vielleicht finde ich doch einen Rat wie ich mein Problem angehen kann...

Zu meiner Person: ich bin weiblich, Anfang 40, Alkoholikern und lebe in einer wunderschönen Beziehung.

Ich weiß das ich ein Alkoholproblem habe und war auch schon mal deswegen fast 3 Jahre trocken. Die Trockenheit hat sich leider seit 2 Jahren wieder erledigt.

Vor einigen Monaten bin ich mit meinem Freund zusammengezogen und die Beziehung ist harmonisch und ich bin sehr glücklich mit ihm.

ABER: er trinkt auch sehr viel, vielzuviel wie ich denke. Zwar nicht jeden Tag, aber schon sehr oft und auch viel.

Ich habe Angst, bestimmt nicht unbegründet, dass wir uns gegenseitig weiter in den Sumpf ziehen.

Wie kann ich ihm klarmachen, das wir so nicht weitermachen können? Wie kann man jemandem die Abstinenz schmackhaft machen? Ich möchte wieder nüchtern leben, aber auf Dauer schaffe ich das nicht, wenn er weiter trinkt... Wir kommen beide aus einem Alkoholiker-Elternhaus und haben schon mitangesehen wie das weitergeht.

An Trennung kann und will ich nicht mal denken! Ich liebe diesen Mann sehr.

Aber ich habe Angst dieses Thema anzusprechen. Ich weiß nicht wo und wie ich anfangen soll.

Warscheinlich wird es das beste sein einen Termin in der Suchtberatungsstelle zu machen, da kann ich ausführlicher beschreiben wie es zur Zeit aussieht.

Aber vielleicht gibt es ja Leute hier, die mir Tipps geben können.

Grüße
DickesB


Schlumpfine Offline



Beiträge: 80

11.01.2008 10:35
#2 RE: Einen Anfang finden antworten

Hallo DickesB

Deine Geschichte ähnelt der meinen sehr.
Nach vielen Jahren Sucht - legale wie illegale Suchtmittel, immer schön gemixt- war ich jetzt 6 Jahre clean. Vor einem dreiviertel Jahr habe ich mit meinem Partner, der schon seit Anfang unserer Beziehung Alkoholiker war, es aber nicht wusste, bzw. es sich nicht eingestanden hat, immer öfter was getrunken. Jetzt bin ich wieder da gelandet, wo ich nie wieder sein wollte.
Jedenfalls ist es bei mir jetzt der 10. nüchterne Tag - aber ohne ihn. Für mich persönlich gibt es nur einen Weg, trocken zu werden: Ohne ihn.
Wie denkt denn dein Partner über seinen Alkohol Konsum?
Sieht er ein, dass er ein Problem hat? Wenn nicht, brauchst du gar nicht mit ihm in die Suchtberatung gehen.
Du musst für dich herausfinden, ob du mit ihm leben und saufen willst oder gesund werden.

Wünsche dir alles Gute


ulliulli Offline



Beiträge: 1.026

11.01.2008 10:43
#3 RE: Einen Anfang finden antworten

guten morgen,
du schreibst, du hättest angst, das thema anzusprechen.
aber es beschäftigt und belastet dich ja sehr.
deine bezeihung beschreibst du als harmonisch - ist für mich ein kleiner widerspruch.

ich habe gelernt, das was mich stört anzusprechen und meine meinung/gedanken kund zutun.

wer weiss, ihr seit ja beide vorbelastet - dein freund ja auch. vielleicht geht es ihm ja so wie dir und er traut sich auch nicht.

ein offenes gespräch finde ich immer die beste möglichkeit, sich über die situation klar zu werden und dem anderen die chance zu geben, seine sichtweise darzulegen.

ansonsten wurschtelt ihr ja nur weiter herum, ohne dass die veränderung, die du willst, in die gänge kommt,

gruss, ulli

"Wenn du laufen willst, lauf eine Meile.
Wenn du ein neues Leben kennenlernen willst, lauf einen Marathon" (Emil Zatopek)


Friesenvolker Offline




Beiträge: 2.907

11.01.2008 12:00
#4 RE: Einen Anfang finden antworten

Hallo, DickesB,

die Antwort auf Deine Frage kannst Du Dir selbst geben. Lese doch einfach mal die veschiedenen Themenbereiche hier im Forum, die Partnerschaften mit Alkohol usw. behandeln, durch. Ich glaube, da steckt ganz viel Erfahrung in diesen Beiträgen drin, die Du für Dich nutzen und ggf. auch umsetzen kannst.

Den Weg zur Suchtberatung finde ich schon mal gut. Ob mit oder ohne Partner, egal, erstmal hingehen. Und vielleicht mal die ein oder andere Selbsthilfegruppe in Deiner Nähe aufsuchen, nur vielleicht mal so, Du musst da noch nicht gleich Deine ganze Biografie erzählen, wenn Du nicht willst, aber hör' Dir das einfach mal an. Und wenn Du da Fragen hast, frag', nur zu. Genieren brauchst Du dich nicht, die Menschen in den Gruppen wissen i. d. R. nur allzugut, wie es einem geht, wenn man dort neu "aufschlägt".

Und, denk' nur an Dich und lass' alles andere los, sei es Familie, Partner, Beruf, Wohnung, Geld oder was sonst auch immer. Du bist erst mal wichtig und sonst gar nichts.

Freud Alkohol ist sehr sesshaft und hartnäckig, restistent gegen vielerlei guten Willen, gegen Ratschläge und gegen Logik und Verstand, aber machtlos gegen einen starken Willen, der aber erst auch mal neu erarbeitet werden muss, sofern er zwischenzeitlich Schaden gelitten hat.

LG
Fv

Ein Zuviel an Intellekt ist durchaus geeignet, die Freude am Leben zu trüben.


Ralfi Offline



Beiträge: 3.528

11.01.2008 12:27
#5 RE: Einen Anfang finden antworten

Hi Volker,

Zitat
Freud Alkohol ist sehr sesshaft und hartnäckig, restistent gegen vielerlei guten Willen, gegen Ratschläge und gegen Logik und Verstand, aber machtlos gegen einen starken Willen



du verblüffst mich immer wieder. Hast du das in einem Jahr Saufnix gelernt?

Gruß Ralf

Zufriedenheit hängt nicht davon ab, wer du bist oder was du hast;
es hängt nur davon ab, was du denkst.


Beachen Offline




Beiträge: 3.654

11.01.2008 12:46
#6 RE: Einen Anfang finden antworten

Hi dickes B,

willkommen hier an Board.

Zuerst mal denke ich, das du nur für dich etwas tun kannst.
Andere Menschen kann man bekanntlich nicht ändern, nur sich selbst.
Du hast überhaupt keinen Einfluß darauf, wie dein Freund sein Alkoholproblem angeht, ob er das überhaupt will oder ob er überhaupt denkt, eins zu haben.
Vielleicht hält er sein Trinken ja auch für moderat.

Ich stelle es mir sehr, sehr schwierig vor mit einem Menschen zusammen zu sein, der trinkt, wenn ich anfange mich im nüchternen Leben einzurichten, denn das heißt ja auch zwangsläufig Veränderung.

Ich könnte - heute nach 5 Jahren trocken sein - nicht mit jemandem zusammen sein, der trinkt.
Da wäre für mich überhaupt keine Basis.
Es ist da nicht nur das Trinken alleine, es ist die gesamte Lebenseinstellung, das Verschieben der Realität etc.

Und natürlich wäre ein Termin in der Suchtberatung super, aber das solltest du für dich tun, ob dein Freund mitgeht oder nicht.

Gruß
Bea


Friesenvolker Offline




Beiträge: 2.907

11.01.2008 15:05
#7 RE: Einen Anfang finden antworten

Zitat
Gepostet von Ralfi
Hi Volker,

Zitat
Freud Alkohol ist sehr sesshaft und hartnäckig, restistent gegen vielerlei guten Willen, gegen Ratschläge und gegen Logik und Verstand, aber machtlos gegen einen starken Willen



du verblüffst mich immer wieder. Hast du das in einem Jahr Saufnix gelernt?

Gruß Ralf




... nö. Wußt' ich schon vorher.

LG
Fv

Ein Zuviel an Intellekt ist durchaus geeignet, die Freude am Leben zu trüben.


theodor Offline




Beiträge: 420

11.01.2008 18:47
#8 RE: Einen Anfang finden antworten

Hallo Dickes B, willkommen.
was war den in deinen 6trockenen Jahren mit dieser "wunderschönen Beziehung. war dein jetziger Partner nicht am Trinken, warum trink er dann jetzt bzw. wie hast du es ausgehalten nicht zu trinken-und warum must du jetzt mittrinken. oder must du dir die Beziehung "wunderschön +Harmonisch"trinken??Das würdeich mich erst mal fragen.wenn er dich liebt warum muß er dann Trinken .er weiß doch von deinem Problem mit Alkohol warum kann will dein Partner dann keine Rücksicht auf dich nehmen.Zumal die "wunderschöne Beziehung "bestimmt unter dem Problem Alkohol zu leiden hat .oder wie denkst du darüber. Die schritte Richtung Suchtberatung und so sind natürlich auch wichtig .am esten solltest aber du stehen,mit dem was+wie du
in zukunft leben willst.Rede mit deinem Freund darüber
viel Glück

Wer heute den Kopf in den Sand steckt-
Wird morgen mit den Zähnen knirschen :gruebel:


Bärchen ( gelöscht )
Beiträge:

11.01.2008 22:56
#9 RE: Einen Anfang finden antworten

Hallo DickesB,

ich denke, dass eine gute und harmonische Beziehung auf gegenseitiges Vertrauen aufgebaut ist. Ich würde ein so wichtiges Problem zumindest mit meinem Partner bereden wollen. Vielleicht findet ihr gemeinsam eine Lösung. Auch jemand der nicht alkoholkrank ist, kann von übermäßigen Alkohol krank werden. Das wird er sicher auch wissen. Weiß er, dass du alkoholkrank bist? Ist er in der Lage seinen Alkoholkonsum zu Hause bleiben zu lassen? Dir zuliebe! All das sind Fragen die wichtig sind für dich. Liebe heißt für mich dass ich mich auch anvertrauen kann. Was schreckt dich davon ab. Ich würde keine harmonische Beziehung haben können, wenn ich mir solche schwerwiegende Gedanken machen würde.

Nur mal so als Anregung.

Viel Mut und liebe Grüße

Bärchen


Ralfi Offline



Beiträge: 3.528

12.01.2008 09:55
#10 RE: Einen Anfang finden antworten

Hi Volker,

ich Bezog mich auf:

Zitat
Freud Alkohol ist ... machtlos gegen einen starken Willen



du weißt was Sucht ist?

Gruß Ralf

Zufriedenheit hängt nicht davon ab, wer du bist oder was du hast;
es hängt nur davon ab, was du denkst.


Beachen Offline




Beiträge: 3.654

12.01.2008 10:10
#11 RE: Einen Anfang finden antworten

Hi Bärchen,

Zitat
Liebe heißt für mich dass ich mich auch anvertrauen kann.



... und für mich heißt Sucht, das diese stärker ist als die Liebe.

Im Klartext, ein uneinsichtiger Alkoholiker wird sich immer für den Freund Alkohol entscheiden. Denke ich.

Die Aussage :

Zitat
Ist er in der Lage seinen Alkoholkonsum zu Hause bleiben zu lassen? Dir zuliebe!


halt ich doch für ziemlich blauäugig ...

Gruß
Bea

[ Editiert von Moderator Beachen am 12.01.08 10:12 ]


Friesenvolker Offline




Beiträge: 2.907

12.01.2008 10:28
#12 RE: Einen Anfang finden antworten

Zitat
Gepostet von Ralfi
Hi Volker,

ich Bezog mich auf:

Zitat
Freud Alkohol ist ... machtlos gegen einen starken Willen



du weißt was Sucht ist?

Gruß Ralf




... ja.

Und um es vorwegzunehmen: Ich weiß auch, wovon ich rede (rsp. schreibe).

LG
Fv

Ein Zuviel an Intellekt ist durchaus geeignet, die Freude am Leben zu trüben.


Ralfi Offline



Beiträge: 3.528

12.01.2008 10:33
#13 RE: Einen Anfang finden antworten

Hi Volker,

du bist also der Ansicht, daß Menschen die einen Rückfall haben willensschwach sind?

Gruß Ralf

Zufriedenheit hängt nicht davon ab, wer du bist oder was du hast;
es hängt nur davon ab, was du denkst.


Friesenvolker Offline




Beiträge: 2.907

12.01.2008 11:03
#14 RE: Einen Anfang finden antworten

Zitat
Gepostet von Ralfi
Hi Volker,

du bist also der Ansicht, daß Menschen die einen Rückfall haben willensschwach sind?

Gruß Ralf



Hallo, Ralfi,

mit etwas "bösem Willen" kann man das schließen. Ich habe gesagt, dass der "Freund Alklohol machtlos ist gegen einen starken Willen". Hiermit bringe ich zum Ausdruck, dass ein starker Wille unbedingt nötig ist, um der ständigen Versuchung Alkohol aus dem Weg zu gehen. Das reicht natürlich allein nicht aus, aber der Wille ist ein wesentliches Fundament.

Hieraus jetzt den Umkehrschluß zu ziehen, dass Menschen, die einen Rückfall bauen, willensschwach sind, betrachte ich - allein in den Raum gestellt - als provokativ und wenn Du mich kennen würdest, weißt Du, das ich es so "krass" auch nicht meine.

Aber Willensschwäche ist schon dabei, denn die Hand ergreift die Flasche und nicht die Flasche die Hand. Und wenn ich mich von meiner Sucht steuern lasse, ich mich also dieser Fremdbestimmung vollständig unterwerfe, dann liegt mein Wille ziemlich brach.

Ich darf mein Verhalten aber nicht grundsätzlich meiner Krankheit anlasten, das wäre schlußendlich eine Entmündigung meiner selbst. Damit mache ich es mir zu leicht. Aber es ist eben ach so einfach, einen "Sündigen" gefunden zu haben, der an allem Schuld sein soll. Menschliches Verhalten eben.

Also, eine Portion Willensschäche gehört schon dazu, rückfällig zu werden. Aber nicht allein. Ich weiß, dass provoziert viele und entspricht vielleicht auch nicht allgemein gültigen Lehrmeinungen. Aber Lehrmeinungen werden auch oft geändert.

LG
Fv

Ein Zuviel an Intellekt ist durchaus geeignet, die Freude am Leben zu trüben.


Friesenvolker Offline




Beiträge: 2.907

12.01.2008 11:40
#15 RE: Einen Anfang finden antworten

... und, Ralfi, der Satz: "Alkoholismus ist eine Krankheit, kein Zeichen von Willesschwäche. Sie tritt nicht plötzlich auf, sondern ist das Ergenis einer längeren Entwicklung." steht nicht in direktem Widerspruch zu meiner Auffassung. Siehe bitte auch hier >klick mich.

Ich kann nun das Wort "Willensschwäche" auch ersetzen durch: "Unbeherrschtheit" in Form von "willensschwach", oder auch "haltlos", "energielos", "nachgiebig", "willenlos" oder "schwach", ganz im Gegensatz zu "Willensstärke", verbunden mit Begriffen wie "Energie", "Initiative", "Wille".

LG
Fv

Ein Zuviel an Intellekt ist durchaus geeignet, die Freude am Leben zu trüben.


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