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Saufnix
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Dieses Thema hat 64 Antworten
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 Ganz, ganz viele Fragen
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fitti Offline




Beiträge: 2.444

08.12.2007 08:07
#46 RE: Druck antworten

Birgit
Birgit:Man sollte doch meine, das einen so eine Gruppe davon abschreckt oder abhält zu trinken? Nein, bei mir ist es genau umgekehrt, immer wenn ich zur Gruppe gehe, meine ich "jetzt noch einmal...was ja gar nicht so schlimm....ihr könnt mich doch alle mal...."
Ich denke die Gruppe kann dich nicht davon abhalten wieder zu trinken,nur du selbst.
Eine Gruppe ist aber meiner Meinung nach dafür da um über diese dinge zu sprechen.
Aber bist du vielleicht an dem punkt angekommen,wo du merkst ?es geht ums ganze!!!Nie wieder Alkohol


Es gibt keine ausreden mehr,warum du getrunken hast.
Ist der Entschluss richtig den du gefasst hast?
Vielleicht fragt dein Inneres dich das.
Ich wünsche dir erfolg

LG FITTI

Liebe Grüße Friedhelm:Ich bin ein Mensch und nicht der Alkoholiker:gut:
:grins2:und schreibfehler bei eby versteigern:sly:


Elia ( gelöscht )
Beiträge:

08.12.2007 08:19
#47 RE: Druck antworten

Zitat
Gepostet von pulsatille
Guten Tag auch...

ich will mal wieder was zu meinem thread beisteuern: Ich bin ja jetzt in der ambulanten Therapie, soll heißen, einmal die Woche Gruppe und alle zwei Wochen Einzel.

Was mich beschäftigt ist folgendes: JEDESMAL, wenn ich aus der Gruppe komme, kriege ich so ein komisches Gefühl, will was trinken, so als ob dies die letzte Chance wäre, was zu trinken, vollkommen irrational, völlig daneben.

Man sollte doch meine, das einen so eine Gruppe davon abschreckt oder abhält zu trinken? Nein, bei mir ist es genau umgekehrt, immer wenn ich zur Gruppe gehe, meine ich "jetzt noch einmal...was ja gar nicht so schlimm....ihr könnt mich doch alle mal...."

Ich hab sowas ähnliches schonmal geschrieben, aber es stört mich immer noch. Ich hab nie was getrunken nach der Gruppe, weil ich nicht trinke wegen mir, aber dies Gefühl stört mich. Ich komme mir so vor wie jemand, der es nochmal allen zeigen will, so trotzmässig, wie ein Teenager. So, als ob ich die einzige wäre, die eben nicht allem folgt, die nicht die große Erkenntnis hat, die nicht gar nicht mehr über Alk nachdenkt. Aber bei allen anderen scheint es zu funktionieren? Bin ich blöd, oder was? Ich hab mir schon überlegt, nicht mehr an diesen Gruppensitzungen teilzunehmen, weil ich jedesmal das starke Bedürfnis habe zu trinken - danach.

Mannoo....kennt das jemand?

Grüsse von Birgit



Hallo Birgit
Evtl. setzt sich Dein Belohnungsmechanismus in Gang.
Hast Du Dich früher mit Alkohol belohnt,wenn Du etwas Gutes vollbracht hast?
Kann ja sein,dass das der Grund ist ,dass Du Verlangen nach Alk hast.
Hm...ich bin zu Anfang immer noch zur Tanke,habe mir eine Dose Nestcafe und ein Eis gekauft.
Mich hingesetzt und es ganz genüßlich verspeißt.
Danach noch ne Zigarette geraucht und bin danach zu Bett gegangen.
Das war jedesmal ein richtiges Ritual.

LG
Elia


Heizer Offline




Beiträge: 1.024

08.12.2007 08:21
#48 RE: Druck antworten

Moin Pulsatille

auch ich hatte direkt nach den Guppenterminen das Gefühl, der Alk ist mir näher als sonst...

...ich glaube, ähnlich wie Ruby , dass ich während der Gruppengespräche nicht so tief in meine eigene Problematik eingestiegen bin, sondern gefühlsmäßig Situationen durchlebt habe, in denen ich früher (aus den verschiedensten Gründen) getrunken habe.

Ich hatte am Anfang auch Probleme mit meinem Gruppenverhalten... weil davor war ich nur mit Alk "stark" in einer Gruppe... nach dem Gruppenabend verlangte der Suchtteufel mein nicht vohandenes Selbstwertgefühl mit ALk zu (er)tränken..
.
...nach einiger Zeit... ich weiss nicht, ob es mit dem langsamen aber stetigem Wachstum meines Selbstwertgefühls zu tun hatte... verschwand dieses Verlangen nach Alk nach den Gruppenterminen...

es verschwand nicht plötzlich... sondern schleichend...

...gib dir Zeit Birgit...

Gruß

Heizer

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Ein neues Leben kann ich nicht anfangen, aber täglich einen neuen Tag...


june66 Offline




Beiträge: 837

08.12.2007 17:29
#49 RE: Druck antworten

Hallo Birgit,
in einer gruppe bin ich noch nicht,habe also da null erfahrung.aber so ähnlich,wie du dein gefühl nach dem gruppenbesuch beschreibst,ging es mir nach dem ersten klinikbesuch.auf der rücktour musste ich unbedingt an einem gasthof anhalten...einfach hunger.und ich habe mir ein essen bestellt, das ich garantiert nicht essen darf.und da hab ich ja meinen schweinehund nicht besiegt.manchmal habe ich auch angst,dass es mir mit dem alkohol auch mal so gehen könnte.jedenfalls beginnt ja mein weg erst und wenn ich im januar stationär in der klinik bin,will ich mich auch umfassend nach allen möglichkeiten erkundigen.
june66

Es ist schön, mit den kleinen Dingen glücklich zu sein.

Jeremias Gotthelf


pulsatille Offline




Beiträge: 635

09.12.2007 09:51
#50 RE: Druck antworten

Morgen alle,

ja, ich glaub auch entweder befinde ich mich danach in einer akuten Trotzphase oder das ist so wie bei dem folgenden Patienten:

Dem sagte sein Arzt: "Sie dürfen alles machen, aber spielen Sie nicht Trompete!" Was macht der gute Mann? Geht als erstes, nachdem er mit dem Arzt gesprochen hatte, zum Instrumentenhändler....

Aber es spielt wohl auch eine Rolle bei mir, dass ich dann so nahe am Thema dran bin und mir richtig bewußt wird, "Nie wieder Alkohol"....das mir das irgendwie Angst macht. Und dann denke ich, ich müsste was trinken, weils ja sozusagen die allerletzte Chance ist....

Das Gefühl geht ja dann auch langsam wieder weg, weil ich es mir zur Gewohnheit gemacht habe, nachher immer zum Türken zu gehen, um was zu essen.

Aber komisch finde ich es schon.

Schönen Sonntag noch von Birgit

Wenn der Mensch voll ist, geht sein Blick ins Leere.


Faust Offline




Beiträge: 5.512

09.12.2007 10:08
#51 RE: Druck antworten

Moin, Birgit,

versuch's mal mit "heute trinke ich nicht".

Das ist wesentlich einfacher und überschaubarer,
als sich mit 100 Jahren ohne Alkohol zu beschäftigen...

LG
Bernd

"Das Ärgerlichste in dieser Welt ist, daß die Dummen todsicher und die Intelligenten voller Zweifel sind. " (Bertrand Russell)

Für alle, die sich noch oder wieder eigene Gedanken machen:
==> KLICK (ganz frisch)


grüne fee Offline



Beiträge: 2.384

09.12.2007 14:50
#52 RE: Druck antworten

pulsatille,

ich bin bekennende trotzlerin.
während ich früher,als ich noch trank,diesen trotz negativ-(gegen besseres wissen,verdrängend,daß ich mit meiner kranken leber nicht so umgehen darf,wenn ich alt werden möchte...)-habe ich die kraft,die an sich im trotz liegt und für sich allein genommen nichts negatives bedeutet,versucht umzuwandeln-und siehe da,ich trotze nun dem alkohol.
es ist die gleiche weigerung wie vorher,nur ins positive umgedreht.ich möchte leben und nicht abhängig sein.
ich kann mir vorstellen,woher dein trotz rühren könnte.
vielleicht magst du dich nicht identifizieren,dich als teil einer homogenen masse-(gruppe von alkoholikern)-sehen.
das ist aber nur auf den ersten blick so.
du bist deine eigene spezialistin und weißt,warum du hier schreibst...und in deine shg gehst...
mit der angst :"nie wieder alk....????
irgendwie unvorstellbar...wie kann das gehen...?"
schaffst du dir letztendlich ein hintertürchen und möchtest dir vielleicht beweisen,daß es bei dir ja gaaaanz anders ist.
damit nimmst du dir aber auch die chance,die erfahrung zu machen,daß es kein verlust ist,sondern ein gewinn,an dem du wachsen wirst.
ich hatte dieses beklemmende gefühl auch.
unvorstellbar zu dieser zeit,daß sich diese beklemmung in erleichterung und freiheit umwandeln würde.
gib dir selbst die chance.
sabine

und-ein ritual nach der gruppe,ganz für dich selbst,wie elia es vorschlägt,ist eine gute idee.belohn dich selbst mit etwas schönem...

[ Editiert von grüne fee am 09.12.07 14:56 ]

there are things known
and there are things unknown.
in between there are doors. william blake


eventually, everything connects. charles eames


june66 Offline




Beiträge: 837

10.12.2007 08:00
#53 RE: Druck antworten

Hallo grüne fee,
ich finde mich in vielen deiner gedanken wieder.
LG june66

Es ist schön, mit den kleinen Dingen glücklich zu sein.

Jeremias Gotthelf


june66 Offline




Beiträge: 837

09.10.2013 22:12
#54 RE: Druck antworten

Ich hab ein wenig graben müssen bis ich meine erste Wortmeldung hier im Forum wieder fand und diesmal will ich anders anfangen. Es gibt nicht mehr diesen Vorlauf des ersten Geschaffthabens.
Wider guten Wissens habe ich Erfahrungen negiert und gedacht, ich geh schon so meinen Weg und ist ja alles im lockeren Bereich. Damals gab es einmal eine Zeit hier, wo ein heute lieber Freund und ich uns gemeinsam gut helfen konnten. Heute bin ich ihm dankbar für seine Worte, dass ich mir sage...trau Dich und schreib einfach wieder. Es geht um mein weiteres Leben.
Ich hab genau das erfahren, was passieren kann...langsam schleichend in die sogenannte Normalität des Alltags und nun hab ich den Salat!
Ich bin nach der geplanten Transplantation irgendwann wieder so arrogant geworden, dass ich die Gefahren, die diese Krankheit mit sich bringt, missachtet habe und alle 3 Monate wurde mein Meld-Score schlechter. Auch ich habe mich gehasst,theoretisch so viel zu wissen und dann doch nicht an dem letzten Regal im Supermarkt vorbeizukommen.
Ich bin nun endlich auch schon ein paar ganz kleine Schritte gegangen. Damals wars einfach...ich sagte, ich hör auf und es ging. Jetzt ist das total anders, ich hatte gute Gespräche mit meinem Doc, war zu ner Suchtberatung. Ihr könnt mich verdammen (falsches Wort) oder nicht verstehen, aber das hatte mir nichts gebracht. Ich kam jetzt nicht mehr weiter und immer wieder dieser Druck.
Heute habe ich wieder mit meinem Doc telefoniert und ich werde den Weg der ambulanten Thera suchen.
Ich war 2 Wochen mit meinem Partner unterwegs,hab die Zeit genutzt, mich von den harten Sachen runter zu touren und bin heute den 4. Tag trocken.Unterstützung seinerseits habe ich total, er ist nicht betroffen von der Krankheit. Ich arbeite bis mittags daheim, bin noch immer EU-Rentner und ab mittags mache ich hier Wasserslalom(freue mich schon auf die nächtliche Rennerei). Schlimm sind die Stimmungen...nah am Wasser und voller Trotz, Wollen, Kampf und Wege suchen, nicht einkaufen zu müssen. Mein Kühlschrank ist mit Futter gefüllt und ich will mich noch nicht den Schnapsregalen stellen. Ich bin wütend, weil die in Kassennähe sind. Ich weiss, so viele von uns schreiben ähnliches, aber dieses schreiben muss sein...Es ist eine Möglichkeit,verstanden zu werden und evtl. noch ein paar Tipps zu bekommen.
Danke fürs lesen

Es ist schön, mit den kleinen Dingen glücklich zu sein.

Jeremias Gotthelf


Galini Offline



Beiträge: 1.686

09.10.2013 22:27
#55 RE: Druck antworten

Hallo June,

ich finde es super, dass du dich wieder gemeldet hast!

Aus deinen Zeilen entnehme ich, dass du keine Lebertransplantation brauchtest, weil es dir zusehends wieder besser ging.
Hat sich deine Leber so gut erholen können? Das finde ich wunderbar.
Ich brauche dir keine guten Ratschläge zu geben, denn du weißt selber am besten Bescheid.
Klasse, dass du beginnst, dich wieder von der Sucht zu befreien.
Ich wünsche dir dazu alles Gute und hoffe, du lässt jetzt wieder öfters was von dir im Forum hören.


lG Galini

Wer ein WOFÜR im Leben hat
der kann fast jedes WIE ertragen....

Friedrich Nietzsche


malo Offline




Beiträge: 1.684

09.10.2013 22:28
#56 RE: Druck antworten

hallo june

willkommen zurück...schön, dass du wieder hierher gefunden hast...es war auf dem
strandferkeltreffen mal thema was aus dir geworden ist...nu wissen wir's...

gut , dass du dich wieder auf dem weg machen willst...bleib am ball...

lg malo

wer jeden tag kämpft
muss eines tages verlieren


wert52 Offline



Beiträge: 1.647

09.10.2013 22:31
#57 RE: Druck antworten

hallo june
freu dich,daß du wieder 4 tage trocken bist
verzeih dir die ausrutscher,und denk an die trockenen tage,wie ein diabetiker,der auch über seine stränge geschlagen hat.
schieb den kater im kopf erst mal auf die seite wenns geht.
""es geht um mein weiteres leben""
mach doch diesen satz zu deinem fundament

gruß rainer

*** Lächle,Du kannst nicht alle Töten ***
( Spruch in einer Hotelküche )


june66 Offline




Beiträge: 837

09.10.2013 22:40
#58 RE: Druck antworten

Ich hatte hier mal geschrieben, dass es eine Nacht gab, wo dieser Anruf kam und ich war damals froh, dass mir da jemand zur Seite stand. Das war schlimmer als ein Schwangerschaftskoffer....ich hab nachts Schuhe geputzt. und dann war alles so gut von den Werten und ich war so überdreht und fiel in ein totales Loch danach. Man ist ne Nummer auf ner Liste und wir kämpfen alle um unser Leben und die sagen ...ok, Werte gebessert...Tschüss...
Man sollte sich freuen, aber das war es nicht. Man kommt sich vor wie ne Nummer in der Reihe. Ich kam da an und danach musste ich fragen, wie ich wieder an die Küste komme von Berlin aus.Das war denen schietegal...
Naja... und dann war ich wohl noch nicht so gefestigt, wie ich dachte.
Ich hab heute schon so viel hier wieder gelesen. Über manche bin ich so erstaunt, wie sie es geschafft haben und manches macht mich noch immer traurig. Aber wir teilen halt alle diese Krankheit. Und ich habs halt noch nicht so geschafft, ich bin aber ganz bestimmt nicht so fix klein zu bekommen.
Ich schreib das jetzt so einfach, aber ich mag das immer mit ein wenig Schalk im Nacken sehen, sonst wäre das für mich persönlich zu traurig.

Es ist schön, mit den kleinen Dingen glücklich zu sein.

Jeremias Gotthelf


june66 Offline




Beiträge: 837

09.10.2013 22:44
#59 RE: Druck antworten

aso...@ wert....Diabetis...das ist das kleinste Anhängsel bei mir...da schlag ich ganz dicke über die Stränge und strenge wird höchstens der Doc

Es ist schön, mit den kleinen Dingen glücklich zu sein.

Jeremias Gotthelf


Galini Offline



Beiträge: 1.686

09.10.2013 22:47
#60 RE: Druck antworten

ich kann mir vorstellen, dass du die Hölle hinter dir hast.
Aber jetzt ist Zeit für einen Neubeginn.
Und es hilft ungemein zu lesen, dass man nicht alleine ist. Es sind so viele hier, die mit ihren Erfahrungen Trost und Hilfe geben.

Die ersten 4 Tage hast du schon geschafft und du packst auch die weiteren!

Das Leben ist kostbar, du weißt es.


lG Galini

Wer ein WOFÜR im Leben hat
der kann fast jedes WIE ertragen....

Friedrich Nietzsche


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